Indiana Tribüne, Volume 27, Number 37, Indianapolis, Marion County, 5 October 1903 — Page 6

Jttdiana Tribünc, Z. Oktober 1903.

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HH4HH$MSH3HMHMff44. 4 3i 10 A : ymclzeri Vnrdistcn ÖtRorisdic Erz1,lnng Von I. ij. Hansrn CtTtt;J!Jt m Sommer ces avres ib3 hielt sich König Ludwig XIV. von Frankreich, damals noch jung, heiter und sehr vergnugungssüchtig, mit dem gesammten Hofstaate zu Fontainebleau auf. Das prachtvolle Schloß zu Versailles war damals noch im Bau befindlich und konnte also noch nicht von ihm bewohnt werden. Auf einer Bank im Park saßen eines Abends zwei Schweizergardisten, welche gerade keinen Dienst und dies stille, lauschige Plätzchen sich aufgesucht hatten, um über ihre persönlichen AnGelegenheiten miteinander vertraulich zu sprechen. Beide waren ganz spezielle schweizerische Landsleute, nämlich Appenzeller, und von frühester Jugend auf miteinander sehr befreundet. Joseph Schwendi stammte aus Eais, der Andere, Rudolf Heidegg, aus Appenzell selbst. Gemeinsam hatten sie von ihren Angehörigen in der Heimath Briefe und eine Kiste erhalten, in welcher sie appetitliche Apfenzeller Käse und dann auch ein Alphorn fanden, letzteres für Sch:?endi bestimmt, der sich vordem hcrien Nuhm erworben im Appenzeller Ländl: als bester Alphornbläscr des nationalen Kuhreigens. Heisre Sehnsucht T.a&i dem geliebten Instrument hatte er ?ft einsfunfccrijinb deshalb sich bereite nachschicken laen. Hcu!e Aiend in der TÄmmerung will ich nach langer Zeit wieder einmal den Kuhreigen blasen, aber etwas weiter draußen im Park," sagte er heiter gestimmt. Bin neugierig, cb ich verlernt hab". Glaub's aber nicht; ich kann's wohl noch ebensogut wie vorrnals zu Hause auf der Alp. Es wird auch Dich freuen, Rudi, wenn ich Dich damit an die liebe Heimath erinnern und Deinem Herzen ebenso wohlthun kann wie Deinen Ohren." Will's hoffen," versetzte sein Freund seufzend. Und wenn es dann so übermächtig über mich kommt, das Schwe'zcr Heimweh nun, so mag's drum fein, dann mach' ich mich bei passender Gelegenheit davon, denn anders komme ich doch nicht von hie? los. Herr v. Salis, unser Oberst, mit dem ich erst heute Morgen gesprochen hab', sagte mir, daß für mich nicht daran zu denken sei, den gewünschten Abschied zu bckommen. Ich müsse die sieben Jahre, wozu ich mich verpflichtet, redlich abdienen, umsomehr, da es voraussichtlich bald wieder Krieg geben würde, und der 5iönig selbst mit in's Feld zu ziehen gedenke, in welchem Falle natürlich die Schwei'.ergarde ihn begleiten müßte." Tu denkst also an's Tesertiren?" Seitdem ich den letzten Brief erhalten hab', denke ich an nichts anderes. Ter alte Sutter, der mir seine Tochter Theres nicht geben wollte, weshalb ich aus reiner Verzweiflung mich anwerben ließ für die Sckzweizergzrde des Königs von Frankreich, ist kürzlich auf der Gemsenjagd gestürzt. Jetzt ist da alfo kein Hinderniß mehr; die Mutter hat nichts dagegen, ich kann die Theres bekommen und den schönen Sennbof noch dazu." Ich rathe Dir, Bruderherz, halt' lieber aus. (53 ist zu gefährlich, das De'ertiren. sehr unwahrscheinlich das Gelingen. Tu kommst nicht durch bis an die Grenze, wirst eingeholt und dann " Tu hast freilich recht, und ich will's wenigstens versuchen, ob ich's aushalten kann bis zum Ausbruch des Krieces. Geht's aber wirklich in die Franche-Cornte, und kommen wir nahe an die Schweizer Grenze, dann versuch' ich's bestimmt, das sag ich Dir, denn die Theres gilt nur doch viel nieyr als der König Ludwig, obgleich ich mich Über diesen gewiß nicht beklagen kann, denn wir Haben's wirklich recht gut hier." .Ueberleg' Dir's wohl, Rudi, bevor Tu eine Unvorsichtigkelt begehst! sprach mahnend Joseph Cchwendi. .Verbuchst Tu es, aus dem Feldlage: zu desertiren, und wirst wieder erwischt, dann gibt's keinen Pardon für Dich, Tu wirst ohne Gnade erschossen. Harre ueber die paar Jahre noch etduldlg aus und schreibe Temer The res, daß sie auf Tich wartet, das wird gewiß am oesten sein!" Rudi seufzte schwermüthig. Er sah wohl cm, wie recht sein guter Freund hatte. In den großen Prunksälen des Schlosses zu Fontainebleau bewegte sich nne zahlreiche und glanzende Gesell schaft. Der herrschenden Schwüle we gen waren die Fenster nach dem Parke zu geonnet. Seine Majestät König Ludwig XI v. war von strahlende? He::erkelt und entzückender Liebenswürdigkeit. besonders den Damen qigenüber. Es sollte nachher auch getanzt werden. Ter König tanzte selbst sehr g:rn und hatte schon manchmal p:rsönliei in Hofballetten mitgewirkt. Für ihn :u ziell war der langsam feierliche Me-

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nuetttanz erfunden worden, damit er Gelegenheit finde, seine zierlichen Bewegungen auf's Vortheilhafteste zu zeigen. In einem Nebenzimmer befand sich also der Kapellmeister des Königs, Maestro Giovanni Battista Lully. der mit einen Musikern auf das Zeichen wartete, um mit dem Ausspielen zu beginnen. Plötzlich vernahm man ganz seitsame Töne, die von außen hereindrangen. Tas klang so fremdartig, fo wehmüthig, so herzergreifend, so ganz anders wie irgend eine sonst bekannte musikalische Melodie. Welche wunderbare zaubervolle Musik!" flüsterten einige Damen. Mir wird ganz eigenthümlich dabei zu Muthe," sagte die Prinzessin von Anjou. Es ist himmlisch!" bauchte in schwärmerischer Ekstase die Herzogin von Orleans. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß es solch merkwürdige Musik überhaupt geben könne," bemerkte eine der Hofdamen, die selbst als sehr musikalisch bekannt war. In der That, sehr sonderbar." geruhte Seine Majestät zu bemerken. Es wird wohl eine neue Ueberraschung von Lully sein. Man rufe ihn!" Ter Kapellmeister erschien sofort. Run, lieber Maestro, geben Sie uns Auskunft." Worüber, Sire?" Ueber die merkwürdige Musik, die wir hörten und die soeben erst verstummte." Bedauernd zuckte der berühmte Musiker und Komponist die Achseln. Darüber kann ich leider keine Auskunft geben, Sire, denn ich kenne das Instrument nicht." Sie haben das also nicht veranstaltet?" Rein, Sire. Ich bin selbst auf's Höchste dadurch überrascht worden. Niemals, weder in Italien noch in Frankreich, hörte ich solche Musik." Sie ist sehr schön, sehr ergreisend." Und so eigenthümlich und charakteristisch, daß ich sie gerne nochmals hören möchte, um mir die Melodie notiren zu können." Run, dazu ist ja Rath zu schaffen. Auch ich möchte die Musik noch einmal hören. Die Damen wahrscheinlich auch?" Eifrig versicherten alle, daß ihnen nichts angenehmer sein würde. Man erkundige sich sofort nach dem geheimnißvollen Musiker!" befahl Lud-

w:g. .... An der Tbur des Saales stand cm Offizier in prächtiger Uniform. Das war Herr v. Salis, der Oberst der Schweizergarde und selbst ein Schwelzer. Er flüsterte einem Höfling einige Worte zu. Dieter lief soaleickl zum Koma und meldete: Sire. Herr v. Salis vermag Auskunft zu geben." Herr Oberst bitte', rief der KoNig. Der Gerufene näherte sich ehrerbietig. Sie kennen also den geheimnißvollen Musiker?" Ja, Sire. Es muß einer von meinen Leuten sein, und zwar ein Appen''eller." Also ein Schweizergardist?" Jawohl, Sire." Kein Musiker von Fach?" Rein, Sire. Aber viele Appenzeller Sennhirten verstehen es gut, das AlpHorn zu blasen. Was der Mann eben so vortrefflich blies, ist ein uralter Schweizer Kuhreigen. Man weiß aus Erfahrung, daß Schweizer in fremden Ländern, wenn sie dort diese Heimathlichen Töne zu hören bekommen, zuweilen von unwiderstehlichem, fast krankhaftem Heimweh erfaßt werden. Ohne allen Zweifel ist das wahr. Ich empfand das selbst soeben hier ein wenig." Der Oberst legte bei den letzten Worten die rechte. Hand auf seine Brust. Aber weshalb soll es gerade ein Mann aus dem Kanton Appenzell sein?" fragte Ludwig. Es sind mehrere aus diesem Kanton bei Eurer Majestät Schweizergarde, und was der Mann blies, war der echte alte Apvenzeller Kuhreigen, der schönste und ergreifendste von allen, die es gibt." Wir möchten die Alphornmusik noch einmal hören. Eurer Majestät Wunsch soll sogleich erfüllt werden. Bringen Sie vor allem den Mann einmal hierher. Ich möchte ihn sehen und auch sein Instrument. Da er uns interessirt und da er wenn auch unbeauftragt zu unserer Unterhaltung beigetragen hat und noch weiter dazu beitragen soll, verdient er übrigens eine Belohnung. Herr v. Salis verneigte sich und ver ließ dann eilig den Saal. Nach einer kleinen Weile kehrte er zurück, gefolgt von Joseph Schwendi. der sein Alphorn tn der Hand trug. Sire," sagte der OberÜ. hier ist das musikalische Genie aus Lppenzell." Der König richtete einige huldvolle Worte an den braven Gardisten. Dieser antwortete auf die Fragen recht frank und frei nach alter Schweizerart. Da er sich bereits seit mehreren Jahren in Frankreich bei der Schweizergarde befand, war er der französischen Sprache mächtig. Sein Instrument wurde besichtigt, besonders mit kritisch prüfenden Blicken von Maestro Lully. Der König gab endlich das Jnstru ment zurück.

Also, was Ihr eben blieset, war l-Ai heißt es doch?" Ter Kuhreigen." Richtig. Ten wünschen wir noch inmal zu hören." ..Hier soll ich blasen, im Saale, Ma-

lestät?" fragte Schwendi zaudernd. Jawohl." Sire," rief Lully. verzeiht gnädigst, aber das ist nicht wohl angängig tnd wurde nicht von der vormaligen und richtigen Wirkung sein. Aus einigcr Ferne muß man diese schwermüthigen klagenden Töne hören, dann nur wirken sie so hinreißend und ergreifend. Vorhin hat dieser geschickte Bläser aufällig den besten Standort getroffen. Dort möge er wieder hingehen und dann blasen." Das mag wohl so richtig sein, lieber Maestro," sagte der König kopfnickend. Sie verstehen das jedenfalls besser als ich. So möge es also geschehen." Der Gardist ging wieder in den Park zu seinem Freunde zurück und blies abermals ganz meisterhaft den melancholischen Kuhreigen. Und wiederum erzielte er damit bei der vornehmen Zuhörerschaft, die diesmal sämmtliche Fenster des Saales besetzt hatte, die größte Wirkung. Nachher wurde ihm für seine Kunstleistung auf Befehl des Königs eine Belohnung von fünf Louisdor ausbezahlt. Er verdiente übrigens bald noch viel mehr Geld damit. Denn der originelle Appenzeller Kuhreigen, nachdem er den vornehmen Personen des Hoses einmal bekannt geworden und besonders den Beifall der Damen gefunden, hatte so viel Jnteree erregt, daß man fortan ihn öfter zu hören wünschte. Er kam für einige Zeit in Mode. Wurden von reichen und vornehmen Herrschaften Park- und Gartenfeste veranstaltet, so berief man häufig Joseph Schwendi dazu, um mit seinem Alphorn durch den Vortrag des Kuhreigens dieselben zu verschönern. So verdiente er sich auf solche Weise ein Sparsümmchen von einigen hundert Louisdor. Bei seinem Freunde und Kameraden Rudi aber wurden das Heimweh und die Sehnsucht nach der geliebten Thercs im Appenzeller Ländle immer mächtiger und überwältigender, wenn Schwendi so schön die vertrauten heimathlichen Töne blies. Außer der Schweizergarde befanden sich derzeit auch noch einige andere Schweizerregimenter in französischem Solde und unter den Mannschaften auch manche ehemalige Sennhirten und Alphornbläser. Diese ließen sich nun auch Alphörner aus der Heimath schicken und bliesen dann ebenfalls, so gut sie konnten, den Kuhreigen, nicht nur den Appenzeller, auch noch andere. Das ging so einige Zeit sehr gut und schön dann aber sollten höchst verhängnißvolle Folgen daraus entstehen. Im Mai 1674 zog König Ludwig XI V. in Person mit seinem Heere in's Feld, um die Franche-Comte zu erobern, welche damals noch nicht in französischem Besitze war. Ter Feldzug war kurz und siegreich für die französischen Waffen. In wenigen Monaten wurden die Städte und Festungen des Landes erobert, dank der Geschicklichkeit der französischen Generale, die aber selbstverständlich dem Könige den ganzen Kriegsruhm überließen, dem zu Ehren die begeisterten und siegesjubelnden Pariser alsbald mit großen Kosten einen neuen Triumphbogen in der Hauptstadt errichteten, nämlich die sogenannte Porte Saint-Martin. Auf dem großen Frontrelief dieses Triumphbogens ist König Ludwig dargestellt als Herkules mit einer ungeheuren Kule, dem eine niederschwebende Siegesgöttin den Lorbeerkranz auf's Haupt drückt. Während dieses Krieges gelangte das königliche Hauptquartier, bei dem sich die Schweizergarde befand, auch nach Besancon, also nahe an das Juragebirge und die schweizerische Grenze. Und da machte man unliebsame Ersahrangen. Plötzlich fanden häufige Tesertionen statt, sowohl von der Schweizergarde wie auch von anderen Schweizerregimentern. Zuweilen desertirten zwei, vier, sechs, acht, ja noch mehr Leute zur gleichen Zeit, gewöhnlich des Nachts. Einige wurden ergriffen, zurüclgebracht und dann nach dem strengen Kriegsgesetz standrechtlich erschossen. Es war keineswegs Mangel an Tapferkeit oder Kriegsunlust, was die Leute zur Desertion bewog nein, seitdem einst die freien Schweizer den Burgunderherzog Karl den Kühnen und dessen Heere so furchtbar und gründlich besiegt hotten, waren sie und ihre Nachkommen als tapfer überall bekannt und als Söldner sehr gesucht von den fremden Mächten. Es war vielmehr das unwidersiehliche Schweizer Heimweh," welches sie dazu antrieb in der Nähe ihrer Heimath. Davon geben ja auch noch heute alte Volkslieder Kunde, zum Beispiel das ergreifende Lied: Zu Straburg auf der Schanz, Da fing mein Trauern an. Das Alphorn' horr' ich drüben wohl anstimmen, In's Vaterland wollt' ich iztnüberschwimmen Das ging nicht an! Ja, das Alphorn that es den Leuten an und der Kuhreigen, welcher auch im Feldlager oftmals geblasen wurde von Joseph Schwendi und anderen Virtuosen, die ihre Instrumente mit in's Feld genommen hatten. Ter Oberst der Schweizergarde, Herr v. Salis. und die anderen lommandirenden Offiziere der angeworbenen Schwcizertruppen kann

itn die Wirkung des Kuhreigens, dem sie di: Hauptschuld an den' zablreicken

Desertionen zuschrieben, es wurden also energzjcye Maßregeln getroffn, um dem Uebel möglichst zu steuern. Alle vorhandenen Alphörner wurden bejcylagnahmt. und ein Armeebefehl erlasten, durch welchen verboten wurde, noch fernerhin die Kuhreiaenmelodien m blasen. Dem wackeren Sckwendi ging dies sehr zu Herzen, denn er hatte ein Alphorn und den Kuhreiaen immer so gelicbt. und eö war ihm schmerzlich, daß diese: nun in militärischen Verruf gerieiy. Das Heimweh und die Sehnsucht nach der schönen Theres hatten, seitdem er in Besancon lag, auch den Gardisten Rudolf Heidegg so gepackt, daß er sich zu der lange schon geplanten Desertion ebenfalls entschloß. In einer dunilen Nacht machte er sich davon. Es gelang ihm aber nicht. Er wurde erarmen zurückgebracht und vom Kriegsgericht zum Tode verurthcilt. In der Nähe des derzeitigen königlichen Hauptquartiers befand sich auch das städtische Cefänaniß, in welchem der arme Bursche sein trauriges Schicksal erwartete. Schon am folgenden Vormittag sollte er standrechtlich erschossen werden. Das wußte er. Die Thür wurde geöffnet und der Profoß, auch ein Schweizer, kam herein, gefolgt von Joseph Schwendi. Rudi," sagte der Kerkermeister gutmüthig, es ist Deinem Freund: auf denen Bitte erlaubt worden, von Dir Abschied zu nehmen. Wenn Du vielleicht durch ihn etwas in die Heimath zu bestellen wünschest, so sieht Dir das frei. Uebrigens wirst Du ihn morgen nocq einmal sehen." Wie es scheint, gehörst Du also zu dem ausgelösten Peloton?" fragte der Gefangene. Ja, Rudi," antwortete der treue Freund. Das Verhängniß hat es so gefügt. Ich gehöre zu den zehn Ausgeloosten, welche morgen das zur Hinrichtung kommandirte Peloton bilden sollen." Wchlan," sprach Heidegg gefaßt, das ist mir nicht unlieb zu hören. Den anderen neun Kameraden können vielleicht die Hände zittern, so daß sie mich nicht gut treffen, mich länger als nöthig leiden lassen würden. Zittere nicht dabei, ziele genau und triff gut. Es ist der letzte Liebesdienst, den Tu mir crweisen kannst." Taö will ich, Rudi," sagte Schwendi. Hast Tu mir vielleicht einen Abschicdsbrief zu geben an Teine Theres und auch etwa einen solchen an Deine alten Eltern?" Nein; ich habe leider kein Papier und auch sonst kein Schreibgeräts)." Vielleicht besorgt das der Profoß?" Recht gern," versetzte dieser. Warum sollt' ich dieö einem armen unglücklichen Landsmann nicht zuliebe thun? Ich will das Gewünschte sofort holen, dann kann er die zwei Briefe schreiben." Die beiden Freunde waren allein, und dies war es. was Schwendi b:abstchtigt hatte. Er flüsterte hastig: Ja, ich bin mit ausgeloost und gehöre zum Efekutionspeloton. Aber ich schieße Tich nicht todt morgen. Verhext will ich sein, wenn ich's thue!" Du mußt es thun, Du hast es mir ja eben versprochen." Ich will Dir einen besseren Dienst erweisen. Ein Appenzeller verläßt den anderen nicht in der Noth. Du sollst gerettet werden." Das ist unmöglich." Ich mache es möglich, habe schon alle Vorbereitungen dazu getroffen. Zum Glück fehlte es mir ja nicht an oem nöthigen Geld. Auch sind einige treue Kameraden mit im Komplott." Erstaunt sah der verurtheilte Deserteur ihn an, und ein freudiger Hoffnungsschimmer verklärte sein Gesicht. Heute Nacht habe ich von zwölf bis zwei Uhr Posten zu stehen vor diesem Gefängniß. Tas ist so eingerichtet. Um halb eins etwa rcvidirt der Leutnant, welcher die Runde zu machen hat; gleich nachher wirst Du entwischen." Aber wenn Du mich flüchten lässest, geräthst Du ja selbst" Ich flüchte natürlich mit Dir. Und :s wird diesmal hoffentlich gelingen." Es sind zwei Thüren zu öffnen. Wie soll das bewirkt werden?" Gerade dem Gefängniß gegenüber Ivohnt ein armer Schlosser, den habe ich mit vielem Gelde bestochen. Er wird zur rechten Zeit bereit sein und die Thüren öffnen." Wie können wir an den Wachtposten im Hofe vorbei?" Es kommen nur zwei in Betracht, und die werden zu der Zeit von Kämeraden besetzt sein, die mit mir im EinVerständniß sind. Morgen werden sie aussagen, daß sie uns nicht gesehen hätten; wir müßten wohl nach irgend einer anderen Richtung entwischt sein." Wir werden nur anderthalb Stunden Vorsprung haben. Um zwei Uhr kommt die Ablösung; dann wird sogleich unser Verschwinden entdeckt. Wie sollen wir durchkommen, zumal in unseren Uniformen?" Ich habe schon zwei Civilanzüge besorgt, auch zwei Rucksäcke mit Proviant. Unser Marketender, der ja auch ein Appenzeller ist, hat mir dabei geholfen. Die Sachen sind verborgen draußen auf dem Felde in einem kleinen Heustadel, wo wir uns rasch umkleiden müssen. Dann hoffe ich, daß wir uns durchschleichen werden." Rudi erhob keine Einwendungen nehr gegen den Plan. Der Profoß kam zurück. Er brachte

zwei Bogen Papter, etn mienfan und eine Feder sowie einen Tisch, da ein so!cher sich nicht in der Zelle befunden hatte. Ter gefangene Teserteur rückte seinen Holzschemel zum Tisch und schrieb die zwei Briefe. Da es nur Zum Schein war, konnte cr das kurz abmachen. Danach umarmten sich die beiden Freunde schluchzend Zum Abschied für' Leben, wie sie sagten und spielten ihre Rollen so gut es eben ging.

, Ter Wachtposten beim Gefängniß wurde eben abgelöst. Joseph Sch.nenoi zog auf. Ungeduldig harrte er aus das Erscheinen des Offiziers der Runde. Endlich kam dieser. Nichts Neues auf Posten?" Nichts zu melden, Herr Leutnant." Habt gute Wacht." Zu Befehl, Herr Leutnant!" Ter Offizier schritt arglos und gleichgiltig weiter. Als seine Schritte verhallt waren in der stillen Straße, stieß Sepp einen leisen Pfiff aus. Sofort wurde gegenübe? in dem Häuschen die Thür geöffnet; ein ältliche? kleiner Mann erschien und schlüpfte über die Straße. Ist die Luft rein?" flüsterte er. Alles sicher. Nur rasch an's Werk! Mit einem Dietrich öffnete der Schlosser geschickt die äußere Thür des Gefängnisses und schlüpfte dann hinein. Ihr bab! ja keine Blendlaterne mitgebracht." flüsterte Sepp." Die brauche ich nicht, kann mich auch im Dunklen drinnen zurechtsinden." Es ist die erste Thür links." Weiß schon. Kenne das Lokal. Habe schon selbst mal drin gebrummt, als ich einmal einen kleinen Verdruß gehabt hatte mit der hohen Obrigteit." In kaum einer Minute öffnete er auch drinnen das zweite Thürschloß. Rudi kam heraus. Glückliche Reise wünsche ich!" flüsterte der Schlosser und verschwand dann wieder in seiner Wohnung. Die beiden Flüchtlinge eilten die Straße entlang und trafen an der Ecke einen Wachtposten an. Gelangt gut heim!" wünschte dieser leise. Und kommt Ihr durch Zürich, dann grüßt von mir die junge Wirthin zur Rose!" Wenige Minuten später kamen sie zur letzten Wache, welch: vertraulich flüsterte: Glück auf den Weg! Grüßt meine Freunde in Appenzell!" Jetzt konnten sie querfeldein lausen. Sie erreichten bald den Heustadel, wo sie die Kleiderbündel und Ruclsäcke fanden. Rasch kleideten sie sich um, verbargen ihre Uniformen in dem Heu und machten sich dann auf den Weitermarsch. Es war eine warme und schöne sternklare Sommernacht. In ziemlicher Nähe loderten einige Wachtfeuer, die zu einem Zeltlager der königlichen Truppen gehörten. Auch in allen umliegenden Dörfern waren Soldaten cinquartirt. Diese Dörfer mußten sie alfo sorgsam vermeiden, zuweilen die Landstraße verlassen und abseits von den Bauernhäusern über die Felder schleichcn. Unbehelligt schlichen sie an dazu geeigneter Stelle durch die Küte der VorPosten. Reichlich zwei Stunden nach ihrec Flucht hörten sie von Norden h:r zwei Kanonenschüsse, offenbar das Signal zu ihrer Verfolgung. Man mußte nun ihr Entweichen entdeckt haben. Jetzt galt es also doppelte Vorsich:. Sie erreichten jedoch unangefochten, als der Tag zu grauen begann, einen Wald, der sich bis zu den Vorbergen der Jura hinzog, und kamen glücklich in's Gebirge. Durch die gewöhnlichen Pässc durften sie nicht zu dringen versuchen. da diese jedenfalls militärisch bewacht wurden. Auch hätten sie auf diesen Wegen leicht eingeholt werden lönnen. Zufällig trafen sie einen jungen Ziegenhirten, dem sie sich anvertrauten. Er sagte, daß er genau alle Schlciche.-e kenne, da er oft mit den Schmugglern gegangen sei, und erbot sich, gegen eine leine Geldrergütuug ihnen als Führe? über das Gebirge bis an die Schweizergrcnze zu dienen. Der Pfad war stellenweise sehr steil und beschwerlich. Doch wurden diese Beschwerlichkeiten ohne sonderliche Mühe überwunden von den b:iden Appenzellern, d?e ja von Jugend auf ebenso geübte Bergsteiger waren wie ihr Führer. Unangefochten überschritten sie die Grenze und befanden sich in Sich:rheit. Sie gingen die Landstraße entlang und trafen im nächsten Torfe einen Fuhrmann, der sie auf seinem Wagen mitnahm bis zur nächsten Stadt. Dann setzten sie mit mehr Gemach, lichkeit die Reise fort. Getreulich richteten sie in Zürich den Gruß des Kämeraden aus an die schöne Wirhin im Gasthaus zur Rose, wo sie einkeilen. Endlich gelangten sie wohlbehalten nach Appenzell, in die liebe Heimath. Rudi Heidegg wurde von seiner geliebten ThcreS mit offenen Armen empfangen. Auch Joseph Schwendi scbloß etwa später eine gute Heirath und wurde da durch ein wohlhabender Sennhofbesitzer. Oft erzählte er in spätererZeit seiner Kindern und Enkeln, den Freunder und Nachbarn von seinen Erlebnisse und Abenteuern in Frankreich.

Raucht die Tish-i-rningo.

Feuer Signale.

I Pennsylv nd Market 5 Er.glisH's Opern-Hau? 6 East und N'w Vork 7 Noble und Nichigan 3 N. Jerjey u. Mass Abe g Pine und North lS Market und Pine 11 Vermont nahe East 12 S!?. S Spritzenhaus Mass. Lve nade Noble 1Z Teviware und Walnut 14 Jersey u Central A. 15 MaI, und Tornell Ave : Ash m,d II. Tttaße 7 Park Are und 12 Str .3 Columbia und Hillside 19 Highland Lve u. Pratt tl JUinoiS und Ct. I 53 Pennsylo. und Pratt 24 Meridian und 11. St, 25 No. 5 Spritzenhaus 15. nahe JllinvtS 26 Senate Tveu.CtClarr 27 Illinois und Mchigan 23 Pesylvania und 14. ?s Senate Ave. und 13. 31 TiO. 1 Spritzenhaus In AvenaheMichiga Z2 Meridia und Walnut 4 California u Vermont 35 Blake und New Mork s Ind. Av. u. Et. Elsir 37 Ciiy Hospital LS Blake und Norty 55 Michigan und LZne 41 No. e Sprttzenhau Washington nahe West 42 Esendorf u Wash. 42 Missouri u New Dort 45 Meridian u Wash 45 JllmoiZ und Ohio 47 Capitol Av. u Wash 48 Kmgau'S PerkhauS 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Ett M No. 10 Spritzenhaus AllmoiS u Merrill 52 JllinoiS u Louisiana KZ West und Couth 54 West und McCarty 56 Senate Lve. u Henry K7 Meridian und Ray 56 No. 4 Spritzenhaus Madison Av. u MorriS 55 Madion Av.u Tunlop 1 No 2 Haken LeiterhauS South nahe Telawar 3 Penn, u Merrill 53 Telaware u. McCarttz ast und MrTarty 5 New Jersey .Merrill 67 Lirg. Av. u Lradshatv 68 East und Prospekt 69 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 71 East und Scorgia 73 Ceda und Elm 7t Tavidson u Eeorgi 75 English Av. u Pine 76 Chclby und BateS 78 No. Z SpritzcnhauS Prospekt nahe Sbelb ) Fletcher Av. u Chelby 81 Market u. New Jersey 2 Telaware und Wash. 3 East u Washington 64 New Aork u.Tavids' 85 Taubstummen Anstalt 86 Lcr. Staaten Arsenal 67 Oriental und Wash. 89 Frauen-Nefcrmat. 91 No. iz Cpritzenhaut. Marvland nahe Mer. 2 Meridian u. ?:crqi. gZ Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Birgini?. Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 C'rand Hotcl. 93 Capital Ave und Ohik ,23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. i?4 Alabama und 16. 125 Central 2 je und lt. 125 DendeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Cnttral Ave und 17. 129 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellesontaine und 134 College Ave und 29. 125 Telaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newman und 19. 135 College Ave und 14. 139 Cornell Are und 13. 141 DandeS un IS. l2 Highland Ave und 19. 142 Tecumseh und 19. 145 New Jersey and 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 CpritzenhauZ Hiltside Av und 16. A9 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. 153 Cu. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 19. iss Stoughton u Newma 157 A:las und Pike. 155 Blohd und Pawpaw. 159 S!o. 21 SprijxnhauS Srightwood !! Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Blohd 16 St. Clair u. eystone 167 Arsenal Ave urfr 23. 163 Bellefontaine und 23. 169 Park Ave und U 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsölv. u.Michia! 214 JNinolS und 20. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvania und 2. 217 Meridian und 16. 213 Capital Ave und 26. 219 Broadwag und 10. 231 Illinois und McLa, 234 No. 14 Spritzenhaus Kcnwovd und 80. 235 JllinoiZ und 33. 233 Annetta und 30. 237 No. 9. Spritzenhiul Udcll und Rao 223 Udel Laddcr -Oortt 239 Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 Illinois u &U dlccu 243 Cldridge und 23. 812 West uud Walnut 313 West und 12. 514 Howard und 16. 315 Torbet nd Pa 316 Capital Ave und 1. 317 Northwestern Ave u2i 313 Gent und 13. 319 Canal und 10. 321 Cerealine WorkZ 324 Vermont und Lvm, 325 Bismarcku GrandvicK 326 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 327 Michigan u. HolmcS, 823 Michigan u. Conccrd 841 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und hi 415 Capital AveLeorg 416 Missouri Aentuckv?.. 417 Senate Av u Was?. 421 P und E Rmuö W. Washington. 423 Jrrcn-Hospital. 424 MilAve u.J Du2 425 Wash und Harris 426 Ns. 13 Sprihauß ;. 5usa rtiirnoa m 427 Oliver und Birch 423 Oliver und OSgood 429 Norddke und Fork 431 Hadlcy Ave u. Morriß 432 River Ave u. MorriS 4L4 Niver Ave und Ray 435 Hardinz u. Big 4 R ? 4Z6 Harding und Oliv 437 No. 19 CpritzenhsZ Morris und Harding. 43S Hcs cacia 439 StoSya-U 451 ReiSn und ST.ilt 452 Howard U5d L 458 MornS und Sapls SS Lambert und ßclxjevi 457 NordhK Ave . fcc non Works 612 West uud Ray 613 AcntuH Avt u.Ma-l; 614 Meridian und Morrjs 516 Illinois und Kansat K17 Morris und Dakota 618 MorriS und Church 619 Capital XuIJcCan., 621 Meridian und Pai 623 Pine unZ, Lord 624 Madisor Ave u Lincol 26 Meridian und Belt RR 627 Carlos und Ray 523 Meridian und Anzon 529 Msridian u. Raymond 631 Meridian u. McCar. ' 622 No. 17 KxiitzcnhuS MorriS nahe West 612 McKerna'.und Tu.'y. 613 Last u.- Lincoln iu 614 East und Beecher 615 Wright und Sander 517 McCarty und Leat 13 New Jersey u V Av: 712 Spruce und ProZpcci 713 Enzl.sh Are. u. Laure! 714 State Av u. Bclt R 715 Shelby und Beecher 716 Stae Ave und Oran' 718 Orange und Laurel 719 Shelby u. Cuta Ad, 721 LeringtonA. aure 723 Fletcher Ave u.S?ru 724 State Ave u. Pleasan TJ Prospekt und ?!easa? 726 Orange und Hla 723 Liberty und Mca 729 Nole und South 81 No. 15 Sxritzenhcn. Ost Washington V 813 Market und NcbK 814 Ot u. Highland Av. 815 Michigan u. Highlan, 16 Mackt u Lrsmal Av 817 Ost 3. Clair u5 Union Bahn Geleise. k2i Pan Handle EhepZ 825 Vermont und SLaKou 824 Wash. und Ctate Atz. 25 Maddcn's Lcunze KLb 826 Tucker und Dorfey 827 Wash. und LeviLe Av 29 No. 12 Spritzenhaus Beville nah DichigaH LZ1 Coutheastern Attirafc Woodsid. 83 Wash. und Dearbor, 8Z4 Soxtheastern und Arsenal AvS. 885 New Dork und Tempi, 12 JLinoiS und Waryl. ik Illinois und Markes. 914 Penn, nd Safk 15 Telaware tra Spezial-Signale. ersten 2 Schläge, zweiter Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, viert Alarm, 1-2-1, Feuer aus und Schlauch aufgerelt. 8 SchlZge, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 12 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Signale werden n? lern Thurr tvächter angegrben da an den betreffende Straß kreu junge keine AlarmkSSen angebracht fmd. Äntwerperl erhebt den Anspruch, die erste Zeitung Europas im Jahre 1005 aedruclt zu haben, und könnte 1905 also das 300jährige Jubiläurn dieses Ereignisses feiern. In Oesterreich wurden freilich schon im 15. Jahrhundert, allerdings nicht regelmäßig erscheinende Veröffentlichungen (Relationen." Flugblätter." Türkenzeitungen gedruckt. Die erste Ausmessung des Erdballes wurde gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. von dem Mathematiker der alezandrinischen Schule Eratosthencs unternommen. Eratosthenes fand damals, daß der Erdball nach unserem Maße ausge-drücktT-einen' Umfang von 28,763 Meilen habe. Wir wissen heute aus vielen genauen Messungen, daß der Erdumfang 24,844 Meilen beträgt.