Indiana Tribüne, Volume 27, Number 37, Indianapolis, Marion County, 5 October 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, S. Oktober 1903.
p$00S0030$ 00 a$00$0$ I Prinzeß Elisc" g S q ,Do?cUe von $ (Clara C3tjscU-iiUbtxröcr 8 0 : 00 OSO O COS 0$0$0i030$0 "fj IZ die Beiden sich nun wirklich öffe geheirathet hatten, war die CT ganze kleine Stadt aus dem Häuschen vor Freude. Das hatte ja so kommen müssen; die Beiden waren doch nun mal von der Natur füreinander bestimmt eine Schicksalsfügung. Daß man dieser Schicksalsfügung etwas nachgeholfen, die kleine Näherin Minna Wenzel und den kleinen Hutmacher Gustav Bärwald aufeinander aufmerksam gemacht, sie zusammengebracht hatte, wo es eben anging, vergaß man dabei sehr bald. Ein Gespann von einem Paar
allerliebster Ponies!" meinte man vergnügt, wenn das frischgebackene kleine Ehepaar Abends nach gethanem Tagewerk auf dem Walle promenirte, zartlich eingeklinkt," wie sich das gehörte, und mit so glückstrahlenden Mienen, wie es eben nur bei zwei Menschen möglich war, die die Nahir füreinander bestimmt hatte." Nun sie als Paar einherschritten, wurde ihre Kleinheit noch viel auffälliger als früher, wo jedes für sich gegangen war. Immerhin hatte die Natur noch freundlich an ihnen gehandelt, ihnen bei aller Kleinheit einen ebenmäßigen Bau und hübsche freundliche Gesichter mit auf den Lebensweg gegeben. Der kleine Herr Bärwald hatte es fertig gebracht, auf eigene Rechnung einen winzigen Laden mit Mützen und Hüten, mit Filzschuhen und Stroheinlegesohlen aufzumachen. Die Filzschuhe und Wollmützen fertigte er selbst, und sein Frauchen half ihm dabei, ebenso wenn es Hüte aufzubügeln und neue Hutfutter einzusetzen galt. Wir kommen schon durch. Na, und wenn's einmal nicht mehr geht, so lassen wir uns im Panoptikum ausfiellen," meinte sie. Man hatte allen Grund, fleißig zu sein; denn das kleine, für die Geschäftseinrichtung entliehene Kapital mußte verzinst werden, das Geschäft selbst konnte bei seinem geringen Umfang nicht viel Verdienst abwerfen und dann hatte man den Storch schon über dem Schornstein klappern hören. Nun gal es wieder große Neugier im Städtchen. Wie die arme kleine Frau Bärwald das wohl überstehen würde na, voraussichtlich gäbe es doch wieder solch ein Püppchen gerade wie sie selbst. Aber man kann nicht wissen; manchmal .spielt der Zufall wunderlich, stattliche 'Eltern haben Knirpse von Kindern. fiVini Qpirt hrtntrrprt snlVk hif ifiTTfn VI1IV V V W V y schon mit zehn Jahren über den Kopf wachsen. Noch eine kleine Weile, und die Neugier kam über jede Erwartung hinaus auf ihre Rechnung. Na, beruhigen Sie sich man, das is nu, wie's is, daran kann keins was ändern, und über die nächsten vierundzwanzig Stunden kommt das Würmchen auf keinen Fall weg," versuchte die weise Frau zu tröstm, als sie dem Bater das Neugeborene zeigte. Ein Püppchen, ein Nichts war es, ein jämmerliches Körperchen, das über die flachausgebreitete Hand, die es hielt, nicht hinausreichte. Die Haut war faltig, gelbroth, wie verbrannt, dazu kam ein ziemlich dicker Kopf mit Greisenzügen, nichts als eine Masse nebeneinander gelagerter Falten. Und nun zog sich dieses zwergenhafte Geschöpfchen wie mit einem Krampf zusammen, es nieste drei-, viermal hintereinander wie eine junge Katze, dann begann es zu schreien, als wollte es mit aller Kraft Protest einlegen gegen den Ausspruch der weisen Frau, der ihm die Lebensberechtigung abstritt. Wo ist denn nun mein Kind, darf ich es noch nicht sehen?" fragte m't schwacher Stimme die junge Mutter, die genau so viel ausgehalten hatte wie eine normale Frau bei der Geburt eines normalen jungen Weltbürgers. Ein Mädchen? Ach das ist 's ja, was ich mir gewünscht hatte." Rege Dich blos nicht auf. Du wirst es schon noch zu sehen kriegen." beschwichtigte der Gatte, jetzt bist Du noch zu angegriffen. Natürlich regte sie das erst recht auf. und sie verlangte nun so heftig nach dem Kinde, daß ' man ihr nachgeben mußte. Einen Augenblick sah sie das Kleine, das wie verloren in dem an sich schon winzigen Hemdchen hmq, mit starrem Staunen an. Das da?" Dann reichte sie es zurück und wandte den Kopf aezen die Wand. Die nächsten Stunden -hindurch horte man nur ihr leijes. schmerzliches Schluchzen. Als aber die Kleine den Ausspruch der weisen Frau zu Schanden machte, als sie nicht nur die nächsten vierundzwanzig Stunden, sondern noch man chen Tag und manche Nacht erlebte, als sie an die Sorge der Mutter Ansprüche stellte, gewaschen und troaen gelegt, genährt und beruhigt werden wollte, da erwachten auch die Muttergefühle in der Brust der Frau, und sie überschüttete das. Würmchen nun mit so viel Liebe, wie sie nur ein Mutterherz herzugeben vermag. Bon der Benutzung der kleinen Aussieuer hatte man ganz absehen müssen, es verkrümelte sich ja dann;" in der Eile wurden zwergenhafte Hemdchen und Jäckchen hergestellt, anstatt in dem vorbereiteten Kinderkorb fand es sein
Lage: in einem großen Männerfilzschuh. Da lag es nun ganz ruhig und sah sich die SSelt aus ernsten Augen an; es war ein kluges Kind, das alles verstand." wenigstens nach der Meinung der Eltern. Was sein Wachsthum betraf, so leistete es. allerdings herzlich wenig; aber es fing doch an. die Falten auszuwachsen und ein menschenähnliches Gesichtchen zu bekommen. Wenn es schrie, was bei seinem Verstand." selten vorkam, so klang es wie das Meckern einer sehr jungen Ziege. Nach und nac stellten sich noch verschieden? andere junge Bärwalds ein, die alle nichts weniger als Riesen waren, aber doch dem üblichen Menschenmaß ziemlich nahe kamen; sie alle waren gesund, nur der zweite. Ernst, war
em Sorgenkind, denn er litt an epileptischen Krämpfen. Trotz ihrer Kleinheit verfügten die Bärwalds über recht hunanqe Mauler und zerriß en bei ihren Raufereien Hosen und Jacken genau so wie andere Kinder. Erst mußte für sie das Schulgeld erarbeitet werden, später sollten sie irgend etwas Praktisches erlernen. Da war es manchmal fast wie eine Erlösung, daß die kleine Elise so gut wie nichts gebrauckte. Sie war ein reizendes Geschöpf geworden, vollständig ebenmäßig gewachsen, mit einem ausdrucksvollen, aber immer ernsten Gesicht, eine richtige Dame im Kleinen und so vornehm! Die Geschwister, die auf Grund ihrer bedeutenderen Körperlänge die Aelteste wie ein schutzbedürftlges Nesthäkchen bebandelten. waren stolz auf sie. so manierlich benahm sie sich, so hübsch sah sie in ihren bunten, oft em bischen phantastischen Kleidern aus, wie eine kleine Prinzessin. Sie nannten sie Prinzeß Elise," und der Name verblieb ihr, denn die ganze Stadt nannte sie ebenfalls so. Da erernnete es sich eines schonen Tage-, daß ein fehr fein Herr in die Stadt kam. Er trug einen Halslragen von nie gesehener Form und trotz der Sommerhitze rothe Lederhandschuhe mit gelben Raupen; auf seinem gewölbten Bauchlem schaukelte sich eine goldene Uhrkelte von großer Dicke. In den Drei Kronen," dem ersten GastHaus der Stadt, wo er Quartier genommen hatte, verlangte er Gerichte mit fremdländischen Namen, von denen bisher kein Mensch geHort hatte. Den besten Eyrenwem. den der Wirth für ganz besondere Gelegenheiten im Keller zurückhielt und nun herbeischleppte, bezeichnete er gnadig als einen leidlich trinkbaren Tropfen. Die Leute auf den Straßen staunten ihm nach und woben Mythen um ihn. Als er jedoch nach eingehender Information bei dem Wirth in den Bärwald'schen Laden eintrat und lange, lange dort verblieb, wußte jede". daß es sich um etwas ganz Besonderes handelte. Nach em paar Stunden spater ging es wie ein Lauffeuer durch die Stadt, der feine Herr habe die kleine Prinzeß Elise ihren Eltern abgekauft, um sie öffentlich auszustellen; in irgend einer Weise wäre der Ruf des Zwe.' genkindes bis zu ihm gedrungen. Die Värwalds selbst waren zuerst starr, als der Herr mit seinem Anhe gen hervorrückte, dann emvört; wenig fehlte, daß der kleine Mutzenhandler sehr energisch von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht hätte. Aber der fremde Herr war nicht empfindlich, er ließ sich nicht so leicht abschrecken und setzte den Eltern mit vielen schönen Worten auseinander, wie gut es die kleine Prinzeß bei ihm haben solle, und wie viel Neues sie kennen lernen werde. Vor allem aber nannte er ihnen eine Summe, die er gleich bereit sei zu zahlen, ungerechnet der jährlichen Tantiemen. Da wurden die Eltern, die in ihrem ganzen Leben so viel Geld nie beisammen gesehen hatten, denn doch schwankend. Das Geschäft lag darneder; es hatte sich letzthin ein Kürschner in der Stadt etablirt. der Mützen. Filz schuhe und Einlegesohlen nur so nebenbei verkaufte, dem Barwalo'schen La den aber großen Abbruch that. Und dann war da der Ernst, dessen Krämpfe immer heftiger auftraten, so daß es gut gewesen wäre, ihn in einer Heil anstalt unterzubringen, das heißt wenn man das Geld dafür gehabt hatte. Nun. mein kleines Fräulein, wi? wäre es damit? Denken Sie nur e mal: ein Leben lcie eine wirkliche Prinzessin, eine ältere Zofe nur für Ihre Bedienung, immer die schönsten seidenen Kleider mit Spitzen irnbalfer möglichen Klimbim nach der neueste? 2Kcif und nichts zu thun als Aoend eine halbe Stunde vor dem Publikum zu stehen und die Patschhändch:r. herab '.ureichn. vielleicht ein kur.el Liedchen zu singen, das heißt wenn Sie Stimme habenoder einen U:r.tn Wal ze? zu tanzen iai denke, daß das au diesen Füßchen ganz famos gehen wirr ja? Und dafür dieses Heideng?l? was? Dabei bei ah er sie, als ob st eine Puppe sei, zugleich sehr prüfend auf ihre Gesundheit hm, damit mch etwa die Freude bald ein Ende habe. Ich lasse Mir aber mein Kind mch abkaufen, nein, nie!" schluchzte Frau Lärwald. So seien Sie doch vernünftig, liebk Frau, bedenken feie doch das vielk Geld! Und dann wird Ihnen ja b'u Sorge für das. kleine Fraulem ein su allemal abaenommen." Ach Gott, sie kostet uns doch nichts sie ißt ja nur wie ein Vögelchen und dann die paar Fetzen für ihre Kleide? Nun ia. aber Sie haben noch an der? Kinder, an die Sie ebenfalls den, ken müssen, und die Zeiten sind schleSt,
Da ist der Kranke, aus dem in einer Anstalt noch mal etwas werden könnte; schließlich ist der doch auch Ihr Kind." Wenn man's so ansieht, hat der Herr eigentlich recht, Mutter. Man tonnte es doch mal überlegen," mischte sich Herr Bärwald ein. für den der Gedanke, mit einem Male aller drückenden Eeschäftssorgen ledig zu werden, etwas sehr Verlockendes hatte. Hier kann sich ja doch keiner so recht um die Elise bekümmern, wir haben alle zu thun; am Ende ist's so für sie selbst das Beste." Das kleine Fräulein mag selbst entscheiden; sie wird ja wissen, was sie zu thun bat." meinte der Unterneh, mer sehr würdig. Aber es lag ein solcher Druck in seinem Ton, ein solcher
Appell an die Kindesliebe der kleinen Prinzeß, daß ihr damit die Antwort vorgeschrieben wurde. Sie sah hilflos auf die weinende Mutter, deren Thränen übrigens schon parlicher flössen, auf den Vater, der mit einem gierigen Blick ihr die Entcheldung vom Gesicht abzulesen veruchte. Dann wird es so ja wohl das Beste sein," sagte sie mit ihrer leisen, ein wenig belegten Zöogelstimme und enkte das Kopfcyen. Und wenn dann der Ernst noch einmal ganz gesund wird" die Stimme versagte ihr. und ein Paar Thcänchen, winzig klein wie Glasperlen, liefen ihr über die Bäckchen. Der Verlauf der Verhandlung war 0. wie sich voraussehen ließ. Die Gründe des Impresario erschienen immer überzeugender, der Einspruch der Eltern wurde immer schwacher, und da das Handelsobjekt, die Prinzeß Elise. sich entschieden hatte, kam man in nicht allzu langer Zeit zu einer Einiqung. Es brauche ia doch Nicht eine Trennung für immer zu sein, man könne sich da wohl einmal wiedersehen? Aber sicher, jedes Jahr bestimmt solle die Familie wieder mit dem kleinen Fräulein zusammenkommen; es handle sich ia doch nicht um ein Umherziehen auf Jahrmärkten, sondern es .sei ein Unternehmen allerersten Ranges, das in der Hauptstadt seinen ständigen Sitz habe. Freilich wurden von dort aus auch mal Kunstreisen in's Ausland unternommen 0, es sei sicher, daß Fräulein Elise sich vor sämmtlichen europaischen Majestäten produznen werde und dann die Geschenke! Das mit den den Tantiemen rotr j aber doÄ schriftlich gemacht, und die Hauptsumme kriegen wir gleich ausgezahlt? erkundigte sich Herr Barwald mißtrauisch. Als aber diese Punkte zur Zufriedenheit erledigt waren und das viele Geld, eine Menge blauer Scheine und glänzender Zwanzigmarkstuckc.. auf dem Tisch lag. war eitel Freude und Glück, worin sogar der Kummer um den Abschied von der kleinen Wohlthäten unterging. . Herr Jrmisch, der Impresario, hatte nicht zu viel versprochen. Die kleine Elise wurde gehalten w!e eine wirklich? Prinzessin; war sie dock em recht kostspieliges Ve.rieoZkapital, das erhalten werden mußte, damit der Unternehmer auf seil.? Kosten kam. Sie wurde mit ausgesucht feinen und kräftigen Speisen genährt, und allwöchentlich uoerzeugte sich ein Arzt von ihrem Wohlbefinden. Ihre Zofe, Fraulem Nelly, ein verblühtes, aber noch immer hübsches Mädchen, das aus der Artistenlaufbahn hervorgegangen war, aber aus irgendwelchen geheimnißvollen Gründen nicht zog" und nun fro! war, hier ein gesichertes Unterkommen gefunden zu haben, war immer nett zu ihr, badete und frisirte sie und stellt? nach einem echten Pariser Modejournal ihre seidenen Fähnchen her. Dabei erzählte sie ihr die wunderlichsten Geschichten, die Elise freilich nicht immer verstand, deren sie aber entnahm, daß Nelly eaema:s sehr gefeiert gewesen sei, daß sie selbst aber eine Zukunft" vor sich habe und jeden, Tag dem Herrn Jrmisch auf den Knieen danken müsse. daß er alles so arrangirt habe. (Schluß folgt.) rndcrkricq. Zum Bruderkrieg im sozialdemokratischen Lager, der so wunderbar des Vorwärts" neulichen Komödien-spiel"-Artikel illustrirt. .bringt das Blatt folgende Erklärung: Die Preßkommisston des Vor wärts" kann nach Kenntnißnahme des Inhalts der von der Redaktion des Vorwärts" abgelehnten Erklärungen des Genossen Bebel keinen Grund ersehen, der die Redaktion veranlassen konnte, von dem ihr im allgemeinen zu stehenden Recht. Einsendunaen aUu lehnen, im vorliegenden Fall Gebrauch zu machen. Sie erklärt ferner, dan. wenn Ke nosse Bebel die bestehenden Instanzen angerufen hätte, eine Verständigung ,. , herveigesuyr! woroen wäre. Die unterzeichneten für die Anaele genheit verantwortlichen Redakteure erklären, dah sie diesen Beschluß der Prekkomml! ton. lowett er da Ner halten der Redaktion betrifft, schon aus dem Grunde nicht acceptiren können. weil die Zuschrift Bebels über die FurstenwalderReloiution oar nickt ab celebnt. sondern dieser nur m Abänderung ersucht worden ist. Die Redakteure warten in dieser Angelegen heit die Entscheidung der weiteren In stanzen ab. Kurt Eisner. Seinrick Mekk??. Man weiß nicht, was noch werden mag: jagt ver Sichler.
Pctrolcumkrieg in Teutschland. Des Lebens unaemischteFreude wird
der Standard Oil Eo. in Deutschland nicht zu Theil. Es gelang ihr bekanntermaßen sehr schnell, den deutschen Markt zu erobern; mit ihrem Versuch aber, ein Monopol zu schaffen, scheint sie bei dem deutichen Volke und dem deutschen Kapital auf gleich entschicdenen Widerstand zu stoßen. Die Standard Oil Eo. machte die deutschen Handelskrcise dadurch stutzig. daß sie die Petroleum-Großhandler an die Wand drückte und damit die KleinVerkäufer und die Verbraucher in ein unmittelbares Abhängigkeitsverhältniß zu sich brachte. Mit Hülfe des Straßentankwagen-Betriebes war es ihr vielfach ein Leichtes örtliche Monopole zu schaffen und Preise wie Bezugsbediugungen ganz willkürlich festzusetzen. Der deutsche Petroleumbedarf wird zum weitaus größten Theile von der Standard Oil Eo. gedeckt, außer ihr kommen als Lieferanten noch russische. osterreichlsch-unaarische und rumamsche Steinöl-Jndustrielle in Betracht; dereiiEinfuhr ist aber sehr viel geringer als die amerikanische. Die nackstehende Zusammenstelluna zeigt das Verhaltniß im Jahre 1902: Tonnen Im' Werthe Petroleum von Mark t. Oil Eo. 1.006.823 71.600.000 Rußland 144.784 8.300.000 Oesterreich 26.034 1.700.000 Rumänien 22.714 1.700.000 Das osteuropäische Petroleum mit zusammen 193,532 Tonnen nimmt somit dem amerikanischen gegenüber im deutchen Verbrauch einen sehr bescheidenen Platz ein. Wenn aber in Betracht gezogen wird, daß die Einfuhrmenge des amerikanischen Petroleums sich von 1893 bis 1902 nur um 50.000 Tonnen mehrte, diejenige des osteuropäischen dagegen um 110.000 Tonnen stieg, so scheint der Versuch. den Monopolgelusten der Standard Oil Eo. entgegenzutreten, doch wohl nicht ganz aussichtslos. Berliner Bankhauser wenden neuerdings der rumanischen Petroleum-Jndustrie große Aufmerksamkeit zu und haben bereits oegönnen, die Produktion zu erweitern und zu verbessern und die Ausfuhr nach Deutschland zielbewußt zu organisircn. Die Deutsche Bank, die Diskonto Gesellschaft und S. Vleichröder stehen an der Spitze der Bewegung, und das scheint Gewähr dafür zu bicten. daß es sich um keine bloße Spekulanon. sondern um eine gesunde fortschreitende Entwickelung des wichtigen Geschäftszweiges handelt. Die obige Zusammenstellung zeigt. daß das amerikanische Petroleum einen höheren Preis bringt, als das osteuropaische. Den verdankt es natürlicherweise' seiner besseren Beschaffenheit, und diese dürste es wiederum unmöglich machen, das Produkt der Standard Oll Eo. m absehbarer Zelt gänzlich von dem deutschen Markte zu verdrängen. Die Hebung der Elnfubr rumanischen. russischen und galizischen Petroleums dürfte aber ein heilsames Gegengewicht gegen die Monopolabsichten, das willkürliche Geschäftsbahren und die Preistreiberei der Petroleummagnaten bilden. Es läge uns himmelweit ferne, mit Befriedigung auf die Entwickelung eincr fremden Industrie auf Kosten der amerikanischen Konkurrenz hinzuweisen. Die Standard Qi Co. gehört jedoch zu den man darf wohl fagen internationalen Handelsgesellschaften, welche Weltmonopolen zustreben und bestimmte Geschäftszweige auf dem ganzen Erdenrund zu unterjochen suchen, um sie nach Willkür ausbeuten zu können. Sie zählt zu den patriotischen Unternehmen, die keinen Augenblick zögern, dem amerikanischen Volke die Kosten. der wirthschaftlichenKämpfe aufzubürden, die ihr selbstsüchtiges Vorgehen in fremden Ländern herausfordert. Wenn einer solchen Gesellschaft hie und da die Fänge gestutzt werden, so braucht das wohl kein guter Bürger unseres Landes zu bedauern. Ter Traum Alexanders. Das serbische Blatt Stampa" (Die Presse") veröffentlicht die Mittheilung einer Persönlichkeit, welche sich kurz vor der Katastrophe im Belgrader Konak aufhielt. An dem Tage, welcher der Mordnacht voranging, war Köiiig Alexander in fehr gedrückter Stimmung und gab Zeichen gesteigerter Nervosität und Zerstreuthcit. Auch ließ er Dinge ohne Bemerkung geschehen, die ihn sonst zu lebhaften Aeußerungen veranlaßt hätten. Bei Tische bemerkte Draga diese deprimirte Gemüthsverfassung des Königs und versuchte, ihn in's Gespräch zu ziehen. Er blieb jedoch einsilbig, bis Draga in ihn drang, die Ursache seiner Verstimmung zu erfahren. Da sagte Alexander, er habe einen bösen Traum gehabt, der ihn verfolge. Draga bestürmte nun den König, seinen Traum zu erzählen, und dieser berichtete: Mein Vater trai zu mir. sah mich traurig an, nahm mir die Mütze vom Kopfe und den Säbel von der Seite, dann entfernte er sich stumm." Draga meinte. Träume hätten keine Bedeutung. Der König aber verharrte in düsterer Grübelei. 3ut aboclcntfcn. Frau: Was ist denn los da drunten?" M a n n: Runter g'stürzt din.i in Keller!" F r a u : Doch net unter die Weinflaschen?- M a n n : Nein, dene ist nix passtrt." F r a u : Na. was schreist denn nachher a so?
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