Indiana Tribüne, Volume 27, Number 36, Indianapolis, Marion County, 3 October 1903 — Page 5

Jttdiana Tribüne, 3. Oktober 1903.

Der gute Köttig.

Ich lmne einen guten Köniz, Sar einen He&en, milden Hcrrn, Viel tausend sind ihm unterthänig, U::l) ctEc 'utY üoii Hcrzcn gcni. E S tu fit ein stiller Gottesfrieden Ans seinem weiten, lichten Neich; S? schön fci? Welt, es ist hienieden 5lcin antteä ihm auf Erden gleich. Viel Heller leuchtet hier die Sonn?, Viel tiefer strahlt des Himmels Vlau. Und Kinderlust und Kinderwonne Jauchzt üfcrair in Wald und Au. Wie FcstglJnz ruht's auf Busch und Bäumen, Auf Marü und Gassen, Wies' und neld, Als ob aus Paradiesesräumen Ein Schimmer auf die Lande fällt. Ter König zieht mit Segensspenden V;rn Stadt zu Stadt, von Haus zu Haus Und theilt mit immer reichen Händen zlt in Palast und Hütte aus. Und wo er naht mit frommemWalten, Da hallt's von Glocken hell und klar, Voll Andacht folgen ihm die Alten. üttit 3u&cl ihm der ßmfccr Tchar. 3r tritt herein mit mildem Grüßen, Er seht sich zu uns auf die Bank. Er trägt zu festlichem Genießen Des Veite auf an Svoiö' und Trank. Er führt hinauf auf sonn'ge Auen Und aus der Gassen dumpfer Luft, Er läßt uns Gottes Wunder schauri Und athmen freien Waldesduft. Zu frischer zinlft, zu frohem Muthe sühlt jedes Herz sich neu verjüngt. Tonn König Sonntag ist's, ber Gut?. 2er Trost und Freuden Alle bringt. Jul. Lohmeycr. ycrn boaljaftcn Anünes. Was das für ein boshafter Junge ist, der Hannes! Da zieht er neulich mit einigen Schulkameraden in'ö Freie. Jeder der 5inaben hat seinen Papierdrachen mitgenommen, den wolIm sie auf der Wiese fliegen lassen. Vor ihnen läuft Nero, der balbausgewachsene und schon so große Hund des Hannes. ,ikem Drachen steigt doch noch einmal so hoch wie eure schlechten Paappen da!" ruft Hannes unterwegs. Wir werl.en's ja sehen!" meinten die anderen uiO beachteten sein Geschwätz nicht weiter. Gut Wetten wir!" spricht jener und steht still. Wir können unser Geld besser brauchen, als zum Wetten"! sagen die anderen und gehen vorwärts. Wessen Drachen am höchsten steigt, der hat die meiste Freude, da kann er genug dran haben!" Jetzt waren sie auf der Wiese angelangt. Sie nahmen ihre Papiervögcl und ließen sie steigen; der Wind war günstig. Im Anfange hob sich auch wirtlich der Drachen des Hannes am ruhigsten und sichersten, während die der anderen fortwährend hin- und herschwankten, ehe sie stiegen. Bald aber drehte sich das Ding, und zuletzt standen alle übrigen Drachen viel höher als. seiner. Noch ist nicht aller Tage Abend!" rief er mit voller Zuversicht. Aber innerlich verdroß es ihn nicht wenig. Was war zu thun? Er mochte zerren oder ziehen, laufen oder stillstehen, es wollte ihm nicht gelingen, den anderen zuvorzukommen. Jetzt lief dem Buben die Galle über, und er ließ seinenAerzer an den Spielgenossen aus. Bad sprang er ihnen vor die Füße, bald suchte er sie im Laufen seitwärts in den Graben zu stoßen, und was dergleichen Bubensireiche mehr waren. Alles umsonst! Seine Kameraden waren gewandte Jungen, geschickt wußten sie ihm jedesmal auszuweichen. Gieb dir keine Mühe, Hannes!" sprachen sie mit größter Ruhe. Paß auf. daß du selbst nicht stolperst; Hochmuth kommt vor dem Fall. Nichts kränkt den Zornigen mehr, als die Nuhe derer, gegen die er seinen Zorn auslassen mochte. Der böse f" f - tm t . unge gerieiy Tomtiicn in uuiy; am liebsten wäre er gleich über die Spielgenossen hergefallen und hätte darauf losgeschlagen; aber sreiuch. er wußte, daß er da schlecht angekommen wäre. Er hielt ja auch immer den Faden seines herrlichen Drachens in der Hand und wollte ihn nicht loslassen. Dabei gebärdete er sich so täppisch, daß die anderen lachen mußten, sie mochten wollen oder nicht. Ich will euch lehren, über mich lachen!" schrie er jetzt, da er sich nicht anders zu helfen wußte. Nero! Faß die Buben da! Faß!" Nero, so jung er war, pflegte sonst recht dabei zu sein, den Leuten, auf die er gehetzt wurde, ein Stück aus dem Rocke zu zerren, oder sie in die Waden zu beißen; heute war er vernünftiger 'lls sein Herr und in lustiger Laune. Statt die anderen Knaben anzufallen. sprang er spielend an Hannes herauf und hinderte ihn im Laufen. , Faß, Nero! Faß!" schreit dieser fortwährend und thut alles mögliche, den Hund böse zu machen. Indem aber fällt sein eigener Drachen in derselben Richtung nieder, wo er das Thier hinhetzt. Sowie mein Nero, der nun endlich doch bissig gemacht ist, den fallenden Papiervogel sieht, wie der so jämmerlich am Boden zappelt, fährt er wie der Wind darauf los und packt

ihn und zaust faxt, daß die Fetzen nur so umhersliean. Nero, laslos!" schreit der Hannes, der es mit Schrecken erblickt, laß los!" Dabei läuft er, was er nur kann, dem Hunde nach. Ja, schrei und lauf du, so viel du willst! Mein Nero meint, r. müsse seine Beute nun auch gleich heimbringen. Mit den lustigen Sprüngen. den Kopf stolz in die Höhe gereckt, trägt er den zerfetzten Vogel im vollen Galopp nach Hause. Die großen Augen und das aufgerissene Maul, die auf dem Drachen gemalt waren, paßten herrlich zu der traurigen Lage des papiernen Ungeheuers; es sah aus. als ob er aus Leibeskräften um Hilfe schreien wollte. Und was that Hannes? Er lief und wüthete immerfort hinter dem Hunde her und merkte gar nicht, daß alle Leute, die den Spektakel mit ansahen, über die komische Jagd sich lustig machten. Unterdessen spielten die anderen Kinder auf ihrer Wiese noch lange Zeit zusammen in Lust und Einigkeit und waren froh, den Hannes los zu sein. Wie mag der sein herrliches Prachtstück zu Hause wieder gesunden haben!

ZS5SStQQ v ;? Allerlei. r. o , SQÖWCWaai0 e0l0llIM0ll Zur Leiterin der gynäkologischen Universität - Klinik in Montpellier wurde Fräulein Dr. med. Gaussel ernannt, als erste Frau, die eine derartige Stellung einnimmt. Der preußische Staatshaushalt will größere Mittel bereit stellen, um eine bessere Vorbildung junger Mädchen für die Haushaltungsschulen zu ermöglichen. An der Universität von Amsterdarn promovirte als erste Dame firnu Marie Johanna Baole in altklassischer Litteratur mit dem Prädikat cum laude". Ihre Doltordijertation behandelte Leben und Werke der griechischen Dichterin Anyte. Bald (am 12. November) feiert Frau Eady Stanton ihren 81sten Geburtstag und schon iekt mv grone Borbereitungen seitens ihrer Verehrerinnen im Gange, um an dem Tag der muthigen Vorkämptenn für Frauenrechte großartige Ovationen oarzubringen. Einen wichtigen Versuch macht die russische Regierung mit der Ausbildung weiblicher Architekten. Mit Beginn des Hauptkursus werden in A L c sder Petersourger niaoemie oernunne weibliche Studenten für das Bausach angenommen. Zwei Kandidatinnen, die Frau eines Petersbi- : Architek ten und eine Russin, u m Berlin gelebt hat. haben sich bereits gemelder. Vom wü'rttemberaischen Kultus ministerium kam die Verfügung, vatj von iekt ab Frauen und Mädchen, die für das Studium der Medizin und Vbarmazie die erforderliche Schulbildung besitzen, als Hörerinnen zu oen akademischen Vorlesungen und Uebunr i " ' .. . aen zuaelassen werden, unter der Vor aussekuna. dan die Lebrer ibre dauernde Einwilligung zum Besuch der Vorlesungen geben. Einen sonderbaren Heirathsver mittler hatte ein junges Paar, das kürzlich in Florence, Wls.. Hochzeit machte. Frl. Jenme Fosz, eine ey rerin, wagte sich zu weit vom Hause fort und hatte eine oose Begegnung mit emer Wildkatze, die sie nach yar tem Kampf bezwäng. Die Farmer der Umgegend waren sehr aufgeregt über das Abenteuer der jungen Dame und es entwickelte sich zwischen dem mngen Mädchen und einem wohlhabenden Farmer daraufhin eine Eorrespondenz. die schließlich zur Hochzeit führte. Für die Anstellung von Schulärztinnen tritt Dr. WaldschmidtEharlottenöurg in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift ein. Er weist darauf: hin. daß das Institut der Schulärzte sich über Erwarten rasch eingebürgert habe. Man müsse nunmehr weniger danach streben, die Anstellung von Schulärzten obllgatorisch zu machen, als deren Funktionen zu erweitern. Den Schulärzten sollten in den Madchenschulen Schularztinnen zur Seite stehen. Es sei monströs. daß zur Feststellung der korperlichen Beschaffenheit der Schulmädchen ein Mann in dieSchule beordert werde, der im Beisein der Klasenlehrerin die betreffende Untersuchung vorzunehmen habe. Wenn, was zu erwarten sei, die Aufgaben desSchularztes dahin erweitert würden, daß er zum Lehrer der Hygiene wird, dürfte die Thätigkeit medizinisch durchgebildeter grauen an Mädchenschulen von großem Vortheil sein. Die Schulärztinnen hätten dann den Unterricht in der Korper- und Krankenpflege. Erziehungshygiene, in den Anfangsgründen der Anthropologie wie endlich in der Chemie derKüche zu übernehmen. Wer den Storch lobt, muß dem Frosch mißfallen.

tvinc wichtige Fragt. 2?ciclfcern die von Lessevs begründete

Panamaianal.Gcsellschaft verkracht war, bildete sich eine neue Vcrcini gttng von französi.schen Kapitalisten, welche oi au d.'5 Wasserweges fort c'ctc: ab:r nickn über die crlorderllche:i Distel verfügte. Hier in dcu Vereinigen Staaten wurde der Wunsch immer lauter, daß em Kanal zwischen dem atlantischen und dem stillen Ozean zu stände tarne und da nicht genügende Summen durch frei' willige Zeichnungen zusammen ge bracht wurden, beschloß daö Unter haus des Kongresses am 9. Juni 1002 mit o()8 gegen 2 Stimmen, daß die Vereinigten Staaten über Nikaragua den gewünschten Wasserweg bauen sollten, m Senat erlebte aber dieser Plan eine Niederlage und schlienlm; entschied man sich in beiden Hangern des Kongresses für die Panama Ll nie. Es kam ein Vertrags-Etitwurf zu Stande, nach welchem die Vereiiligten Staaten an die französische Gesellschaft $10,000,000 und an Eolumbia $10,000,000 baar und eine Iakreö' Pacht von $250,000 zahlen sollten. Ueber die anderen Vestimmungen des Vertrages haben wir seiner Zeit wiederholt berichtet. Dieses Anerbieten sollte Columbia bis zum 22. cr tcmbcr 1003 entweder annehmen oder venvrfeii. Tiefe 3rift ist nun abgelaufen, oh. ne daß der Kongreß der Schwester Republik" unserem Vertragsentwurs .zugestimmt hat. Columbia fordert eine groyere Baarsumme, höhere Iah. reöbeträge. einen Antheil am Gewinn des Unternehmens, sowie sonstige Vortheile. Es entsteht die Frage, was jetzt ge schehen soll. Tie Mehrheit unseres VundessenatS ist nicht geneigt, die Forderungen Columbia's zu erfüllen. Von vielen Seiten wurde sckon seit ei niger Zeit gefordert, daß wir den Ni caragua.Kanal bauen sollten, wenn unser Anerbieten von der verehrlichen Schwester Republik" nicht ange nommen würde. Aber gegen dieser. Plan spricht zunächst der Kostenpunkt. Tenn nach den Voranschlägen würde dieser Wasserweg 8189,801,000, der Panama-Kanal aber nur 1-1-1,233,-000 kosten. Dazu kommt, daß nach Ansicht vieler Sachverständigen die Instandhaltung des Nicaragua-Was. serweges viel mehr Geld erfordern würde, als die des PanamaKanals. Das Alles wissen natürlich die Lerne in Columbia eben so gut wie wir uud sie rechiten darauf, das; die Vereinig ten Staaten deshalb ihr Angebot lie ber erhöhen, als den NicaraguaKanal bauen werden. In Washington verhält man sich schweigsam. Unsere Offiziösen' sagen weder, daß s.c sich ailf weitere Verhandlungen mit Columbia einlassen, noch daß sie die selben abbrechen werden. Es verlautet nur, daß man bofft", der columbische Kongreß werde sich ei nes Besseren besinnen und den Präsi denten Marroquin zum Abschlüsse des Vertrages noch nachträglich ermächti gen, weil die Gefahr drohe, daß die Theile Coliimbia's. welche den Bau des Kanals wünschen, sich durch eine Revolution vcn der Republik losreißen würden, falls die Verhandlungen von unserer Seite nicht wieder aufge nommen tverden. Sollte eine solche Schilderhebung stattfinden, welche ja in den Mittel und südamerikanischen Republiken zu den Alltäglichkeiten gekört und würde dieselbe von unserer Seite durch Fl! biistier'Crpl'ditioncn unterstützt werden. so ist ihr Erfolg wahrscheinlich. Es ist aber mehr als fraglich, ob eine solche Lösung der Kanalfrage für uns wünsck'nswcrth wäre. Wenn wir den Wasserweg herstellen wollen und der über die Landenge von Pa nama billiger und besser ist, als der über Nicaragua, dann würde es wahr scheinlich doch zweckmäßiger sein, den Colilmbiern noch etwas entgegen zu kommen: denn Handeln und bieten macht Kaufleute" und ein ehrliches Geldgeschäft ist allezeit einer Revolu tion und FlibustierExPcdition vorzu ziehen . Hin polnisches .'lrdeitcrvlatt in Schlesien schreibt: Wir (Polen)' sind freie Bürger, die Nachkommen derer, die die Freiheit über Alles liebten, wir sind Glieder der polnischen Nation, die einem jeden ein: große Freiheit gewährt hat. Es ist nicht ohne humoristischen Beigeschmack, daß das gerade zu Arbeitern gesagt wird, die im polnischen Reiche überhaupt kein anderes Recht" besaßen, als sich von übermüthigen Schlachzizen zu Tode prügeln zu lassen. Solche und andere Scherze" waren damals sehr beliebt. In Polen galt nur ein Angehöriger der Schlacht, allenfalls noch ein Geistlicher. In den Städten wohnten als Bürger nur Deutsche, die lediglich so lange Rechte besaßen, als sie sich der Uebergriffe ihrer Grundherren erwehren konnten. Wie eö bei der Theilung Polens in dem unglücklichen Lande aussah, wissen wir aus den verschiedensten Schilderungen. Und welches Schicksal den Bauern und Arbeitern in einem freien" Polen sicher bevorsteht, zeigt Galizien. Die Posener Volksztg.-. das sozialdcmokratische Organ in Po sen. wird Ende dieses Monats zu erscheinen aushören. Zu gleicher Zeit ist dem Parteisekretär seine Stellung gekündigt worden.

(?S wird weiter geworben In der Kömischen Zeitung" j vorn 8. September finden wir eine an he:vorragender Stelle abgedruckte Korresponden.z aus Porto Allegre in Älasi iien vom 30. Juli, in welker leutsche Kapital und die deutichenlrL eher ermuch gt werten, sich auf brasilianischem Gebiete zu bethätigen. Der Brief, chrciöer schildert die BerHältnisse in cen rer:oc!endsten Farben Er sagt, daß fci; Engländer sich die nach der sechsjährigen Krisis besser gewordenen Zustände bereits zu Nut;? machen und baß die Deutschen sich beeilen müssen, wenn sie Antheil hab wollen von itm voraussichtlich großer Gewinn, den die Engländer einHeim' sen werden. Der Korrespondent schrcibt danr. wörtlich: Daß kein deutsches Kapital, kein deutscher Unternehmer auf vü Idee kam, in Südbrasilien nachzuahwen. was unter gleichartigen Verhältnijen im benachbarten Uruguay unc Argentinien bereits mit Erfolg versucht und verwirklicht worden war, darin liegt das Charakteristisch: bei Sachlage, der Beweis für die Schwer falligtLii uns Uneirtschlossenhelt dez deutschen Kapitals zu selbstständigzm Vorgehen. Als Schleppenträger englischer Kapitalisten werden nun wohl auch deutsche nachfolgen, d. h. sie werden die zweite Rolle spielen, wo si

eben so leicht die erste hätten spielen können. Solch.' Thatsachen sind nich! geeignet, ermu:hig?nd auf das schon sc wie so ziemlich e.itmuihigte brasilische Deutschthum einzuwirken. Und wo das hossnunatfreudige Vertrauen ans Hülfe vom Stammlande her fehlt, da kann leicht auch auf anderen Gebieten verloren gehen, was deutsche Arbeit, deutsch: Zähigkeit und Ausdauer hier bereits zu Gunsten deutscher Kultur. deutscher Handelsverbindngen und sich anbahnender wirthschaftlicher Vorherrschaft des Deutschthums errungen hatten." Das heißt doch gewiß, das Deutschthum mit der Heugabel aufstören! Der Korrespondent meint, daß oi! Gewinnung von Kautschuk, Kakao. Baumwolle; die Schaf- uno Schweinezucht, auch Rindviehzucht, Butterund Käse-Bereitung großen Gewinn für das deutsche Kapital, wie auch für deutsche Arbeiter versprächen; ebenso der Reisbau. Die meisten der oben angeführten Vodenerzeugisse, namentlich Kautschuk, Kakao und Baumwolle, gedeihen nur in ganz Hennen Gegenden, in welchen der Nordländer, also auch der Deutsche, nicht andauernd im Freim arbeiten kann, ohne seine Gesundheit zu untergraben. Deshalb haben sich bei uns in den Vereinigten Staaaten nur wenige Nordeuropäer als Farmer im Süden niedergelassen. Die Nordeuropäer, welche hier Ackerbau betreiben wollen, siedeln sich im Norden an. Es wundert uns, daß ein so ange sehenes Blatt, wie die Kölnische Zeiiung", diese brasilianischen Lockrufe ohne alle Reserve veröffentlicht, zumal erst . in allerneuester Zeit wiederholt Klagen solcher Einwanderer nach Bra silicn laut wurden, welche dort für ihr Land bezahlt hatten und dann ersahren mußten, daß die Verkäufer qai nicht die Besitzer des verkauften Landes waren. VizleFarmer mußten dann ihr Land noch einmal bezahlen. Wo derartige Dinge in größerem Umfange vorkommen und zur schweren Schädigung unerfahrener Einwandern führen können, da herrschen Zustände, die jeden gewissenhaften Menschen veranlassen sollten, von der Ansiedlung in einem solchen Lande ab zurathen. Es ist recht unfreundlich von der Presse im Reiche, wenn sie sich bemüht, die Auswanderung von den Vereinigten Staaten ab und nach Brasilien zu lenken. Was bedeutet der Handel et Reiches mit der portuaiesssch-amerika nischen Republik neben dem Umsatz mit unserem Lande? Und ist es nicht ruck sichtslos gegen die Auswanderer, wmn man diese in ein Staatswesen führen will, das wie Brasilien weder Rechts ficherheit, noch genügende Verkehrs siraßen, noch gute Märkte bietet, das in allen diesen Beziehungen unserer Republik unterlegen ist und dessen Klima in den meisten Landstrecken den Deutschen nicht zusagt? Wir meinen, die Presse im Reich: schädigt durch ihre Werbungen für Brasilien nicht nur die Beziehungen Deutschlands zu unserem Lande, sondern auch die armen Auswanderer. welche den Rath icner Zeitungen befol gen und sich in Südamerika niederlassen. ES wird durch solches Werbn nur den brasilianischen und den deut schen Händlern genutzt, welche Land zu guten Preisen verkaufen wollen. Die armen Kaufer fallen meist herein. Auf dem Marsche des O. böhmischen Landwchrrcgiments von Semi! nach Hohenclbe stürzten infolg? "er großen Hitze 43 Mann ohnmächtig nieder. 13 sind schwer erkrankt, 1 starb. Eins chweizerischerBahn5ug mit Lütaiexiai und Mannschaften eines Gcniehalbbataillons, die sich Manövern begeben wollten, entgleiste bn der Ausfahrt aus der Station Ependes. Mehrere Soldatn wurden verwundet, darunter vier schwer. Der Kaiserin wurde zu oalle ein Rosenstrauß in den Wagen geworfen, der so unglücklich fiel, daß er 'er heben Frau den Hut vom Kopfe 'iß. Sie hinderte es aber, daß ihr 'ng die Bestrafung der Straußlanlaßte.

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