Indiana Tribüne, Volume 27, Number 36, Indianapolis, Marion County, 3 October 1903 — Page 1
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Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Samstag, 3. Oktober 1903 No 36. r 1 1 " i I . i j
Der Landbriestrager-Dienst. Laut den Voranschlägen des Gene-ral-Postmeisters, welche jetzt zusammengestellt werden, soll die Durchführung deZ Landbriefträger-Dienstes für das nächste Fiskaljahr eine größere Bewilligung beanspruchen, als je zuvor. In dem letzten Jahresbudget waren 812,000,000 vorgesehen worden, davon S9,000,000 für den Betrieb bereits bestehender, der Rest für die Einrichtung neuer Routen. Seit dem 1. Juli sind 3900 neue Routen eingerichtet worden, und 2100 weitere sind ausgelegt, um noch im Laufe des jetzigen Fiscaljahres in Betried gestellt zu werden. Mit Ende des Fiskaljahres wird der Betrieb der dann bestehenden Routen die Sum me von 812,500,000 pro Jahr beanspruchen und 89.000,000 möchte man ins Budget eingestellt haben, um neue Routen einzurichten.
Deutsch-Amerikamscher CentralBund. Die Executive desPhiladelphia Zweiges des Deutsch-Amerikanischen Eentralbundes von Pennsylvanien hat in ihrer letzten Sitzung, nachdem der Bun-des-Secretär über die Beschlüsse des Baltimore? Convents referirt hatte, dessen Empfehlung, auch Frauenvereine in die Zweige des National-Bundes aufzunehmen, angenommen, und steht somit den Frauenvereinen der Stadt Philadelphia der Central-Bund zum Beitritt offen. Da die Convention des National Bandes dem Vorort des StaatsVer bandes von Pennsylvanien den Ratio nal-Vorort für die nächsten zwei Jahre wieder übertragen hat, wurde zur Wahl der Nationalbeamten geschritten und die folgenden bisherigen Beamten per Acclamation wiedergewählt: Präsident, Dr. C. I. Hexamer; Nice-Präsident, Prof. Dr. Marion Dexter Learned; Secretär, Adolph Timm; Schatzmeister, Hans Weniger; Finanz-Secretär, John Webzr Beschloßen .wurde, den National Bund beim Congreß der Ver. Staaten lnco:poriren zu lassen; ferner, einen Aufruf in der deutsch-amerikanischen Presse zu erlassen, in welchem die deut schen Vereinigungen solcher Staaten, wo noch keine Staats-Verbände oder Städte-Vereinigungen existiren, zum directen Anschluß an den Nationalbund aufgefordert werden sollen. Der unerbittliche Schnitter Tod. Herr und Frau ChristianNeidlinger sind vom Schicksal schwer heimgesucht worden, indem ihnen heute Morgen der unerbittliche Tod ihre Tochter Elsa, welche noch in der Blüthe ihrer Jugend war, in sein Schattenreich, aus welchem keine Wiederkehr ist, entführte. Den tiefbetrübten Eltern werden von allen Seiten Beweise herzlicher Sympathie entgegengebracht. Socialistische Partei. Der deutsche Zweig oben genannter Partei hat für Sonntag Nachmittag 2 Uhr eine öffentliche Volksversamm lung arrangirt. Dieselbe findet m der Columbia Halle statt. Der 1. National' Secretär der Bierbrauer-Union, Herr Julius Zorn von Eincinnati, wird über die brennendsten Tagesfragen vom socialistischen Standpunkt fernen. Derselbe wird hauptsächlich die Organisationsfrage in gewerkschaftlicher und politischer Weise behandeln. Deshalb sollte es sich ein jeder deutscher organisirter Arbeiter zur Pflicht machen, dieser Versammlung beizuwohnen und seine Freunde mitzubringen. Der Eintritt ist Zrei. Sttdseite-Turnverein. Die Mitglieder des BergnügungsComites werden ersucht, am Sonn tag Abend 7 Uhr, den 4. O c t o b e r , in der Turnhalle zu erscheinen zum Zweck der Besprechung über die am 11. d. Mts. stattfindende Abend'Unterhaltung. Der Vorstand.
Ha ! velche Lust Soldat zu sein ! Aus dem Manöverfelde bei W 'st Point, Ky.
Alle Truppen sind nunmehr im Lager zu West Point angelangt. Von der Ausführung des gestrigen Programms mußte Abstand genommen werden, weil die Milizen zum Theil noch keine Gelegenheit gehabt hatten, ihre Lager aufzuschlagen. Im Ganzen sind 12.500 Mann im Camp Young, die sich wie folgt vertheilen: Reguläre .... 3100 Kentucky 1850 Jndiana 2200 Michigan 2400 Ohio 1400 Wisconsin 1300 Den Milizen kam die Ordre, daß sie nicht sofort an den Uebungen theilzunehmen brauchten, sehr gelegen. Viele von ihnen waren erst am Morgen nach langen Verspätungen eingetroffen, und ein Theil der erst am Donnerstag Abend angekommenen hatte die Nacht in den Bahnwaggons verbringen müssen, und waren, als derTag'grautc, schjachmüde. da es nicht Jedermanns Sache ist, im Sitzen zu schlafen. Eine Jndianaer Batterie hatte bei an nioer im freien cuniyuen mu mi. cv - i. ! jl r fen und eine Compagnie aus Conners ville traf mit nahezu sechzehnstündiger Verspätung ein. Dabei hatten die Leute nichts zu essen, und es muß Wunder nehmen, daß sie ihre gute L aune nicht verloren. Gestern Morgen wurden die Rationen prompt vertheilt. und nach dem Frühstück begann man mit der Herrichtung der Lagerplätze. Die sanitären Verhältnisse können als ausgezeichnet betrachtet werden. In der ersten Nacht fehlte es einigen der Mannschaften vom Zweiten Regi ment (Kentucky) an Stroh für ihre Lagerstätten und sie unternahmen einen Streifzug in die umliegenden Dör fer", das heißt, sie bemühten sich, den anderen Truppen so viel als möglich Strzh abzuzwacken. Dabei wurde eine Abtheilung von ihnen im Lager der Hoosier erwischt, und prompt vor der Briaadeaeneral McKee aebracht. der sie j.'doch entließ. Am Nachmittag hatten die Milizen leichtere Uebungen. Die Offiziere der Michiganer Brigade wurden nach den von den Regulären am Donnerstag aufgeworfenen Erdwerken genommen. wo sie eine längere Instruktion erhiel ten, bei der eine Compagnie Regulärer von den vortragenden Offizieren ver wandt wurde. Auf die Jnstruktions stunde folgte für die Michiganer Regi ments- und Bataillons Exerzieren. Aehnliche Uebungen hatten auch die Jndianaer Truppen, die übrigens von zwei Capellen begleitet sind. Im All gemeinen machen die Milizen einen vor züglichen Eindruck, und man versprich sich von den Manövern gute Resultate. Die Cavallerie hatte am Nachmittag einige Stunden freie Zeit, und Mann schasten der Siebener und Vierer maßen sich in einem Base Ball Spiel, bei dem die Capelle des erstgenannten Regiments ein Concert gab. Am Abend brachen zwei Abtheilungen Cavallerie vom Lager auf und bezogen ein Bi vouac bei Tip Top, wo heute die Ma növcr stattfinden. Es handelt sich um eine Fortsetzung der Vorposten Gefechte bei den Operationen der großen blauen Armee gegen die im Rück zug auf Nashville gedachten Braunen. Die Commissariats Offiziere der sämmtlichen Milizregimenter versam melten sich gestern Abend und lauschten den Vorträgen zweier regulären Osfiziere über Administrationsmethoden im Armee-Verpflegungswesen. Außerdem wurde allen Milizofsizieren eine Instructionsstunde über Armee-Verpfle-gungswesen im Allgemeinen gegeben. Von nun an werden an jedem Abend JnstructionSstunden stattfinden. Die Schiedsrichter versammelten sich von Neuem im Hauptquartier Colonel Wagner's, ihres Chefs, um die Gefechtsübungen am Montag, Dienstag und Mittwoch zu besprechen. Oberst Wagner, der als Militärschriftstellcr und Verfasser von mehreren Werken über practische Uebungen sich einen Namen gemacht hat, unterbreitete einen
eingehenden, von ihm abgefaßten kriti
chen Bericht, der nach allen Seiten hin erörtert wurde, ohne daß es jedoch Seiens des Schiedsrichter-Collegiums zu einer Entscheidung gekommen wäre. Im Allgemeinen scheinen die Operaionen der braunen Armee den günstig sten Eindruck gemacht zu haben, allein die Blauen haben eine ganze Anzahl von Punkten contestirt. So behaupten die Blauen z. B., daß bei der Mitt-wochs-Attacke der Braunen auf ihre Vorposten, ihr Feuer genügend gewesen wäre, um im Ernstfalle ein ganzes Bataillon Infanterie der Braunen außer Gefecht zu setzen, daß die Braunen aber durchaus nicht hätten begreifen wollen, daß sie besiegt und abgethan seien, und ihre Attacke fortgesetzt hätten, bis es ihnen schließlich gelungen sei, das Centrum der Blauen zu durchbrechen und eine Anzahl Gefangene zu machen. Die Frage ist eine kitzliche und die Schiedsrichter werden ihre liebe Noth haben. Wo steckt Paul Pruitt ?. Die Polizei ist ersucht worden, den Ausenthalt des niaul Pruitt auszu spüren, welcher seit einigen Tagen aus seiner Wohnung. 711 Drake Straße, spurlos verschwunden ist. Seine Frau wein keinen Grund anzuaeben. aus welchem er sie so plötzlich verließ. Schäfer Thomas und der Monat Oktober. Giebt's Sank Gereon" Sonnenschein, Ist die Frucht schon längst herein. Wenn's auf Gallus" regnen thut, Laß daheim den neuen Hut ! Bläst ..Sever" der Wind aus West, Halt, o Bub' die Mütze fest ! Kirchweih auf Sanct Salome, Thut der Buckel manchem weh. Doch wenn's schneit an Simon Juda", Heiz' hübsch ein, denn sonst frierst Du da ! Deutscher Frauen - Hülssverein. Ter Wohtthätigkeits.Ball findet am 13. Novemher statt. Im Deutschen Hause hielt gestern Nachmittag der Deutscher FrauenHülfsverein seine regelmäßige Ver sammlung ab. Nach Erledigung der Rountine-Geschäfte wurde beschlossen, den jährlichen Wohlthätigkeits-Ball in diesem Winter am Mittwoch, 18. No vember, abzuhalten. Sozialistische Versammlung. Sonntag. Nachmittags 2 Uhr, in der Columbia.Halle, McCarty- und Dela wareStraße, Volksversammlung. Herr Julius Zorn wird einen Vortrag halten. Jedermann willkommen. Eintritt frei. Kleine Stadtnachrichten. ,.F e d e r w e i ß e r" bei William Stoeffler. Herz, was begehrst Du mehr ! Hr. Norbert Landgraf hat den Grand Opera-House Block ausgenommen die zum Theater gehörigen Räumlichkclten käuflich erworben und glelchzeltlg cmen langjährigen Pachtcontract für das Grundstück ab geschlossen. Das Gebäude wird, soweit die oberen Stockwerke in Betracht kommen, in ein Ofsice-Gebäude umgewandelt werben. Die Z ei t des Baseballs ist vorüber und die des Kegelsports und des Fuß ball-Spieles hat begonnen. Heute maßen sich die Fußball-Teams der M. T. H. S. und des Wabash-Collzge. Präs. Scott Butlervom Butler College, der dieses Amt seit 1891 bekleidet hat, wünscht jetzt zu resigniren, und zwar wegen Ueberarbeitung. Denn er hat außerdem das LateinDeparte ment zu leiten, und er möchte sich nun dieser Aufgabe wieder allein widmen. WO Masken und Kostüme bei N. Kinklin, No. 20 Pembroke Areade.
Aus den Gerichtshöfen.
Keine Einigung der Geschworenen in dem Rob e r t s o nF all erzielt. Die Geschworenen des CriminalGerichts, in deren Händen das Schicksal des der Unterschlagung von $4000 angeklagten Maklers Robert Robertson liegt, hatten sich heute Nachmittag um 3 Uhr noch nicht auf einen Wahrspruch geeinigt. Gestern Abend um 5 Uhr zogen sie sich zur Berathungt zurück. Bundesgericht. Vor Richter Anderson wurde gestern über die Klage verhandelt, welche der Verwalter der Concursmasse des Louis Levin von New tyoxl gegen Emil Mantel, Charles Medias und Harry R. Wallace, die Eigenthümer der Western Undergarment Co." ringe reicht hat. In derselben waren dieselben angeklagt, sich mit Levin verschworen zu haben, um auf billige aber unrechtmäßige Weise sich Waaren verschafft zu haben; ferner war um Ernennung eines Massenöerwalters nachgesucht worden. Im Laufe der gestrigen Verhand lungen stellte es sich heraus, daß Man tel der Deputy Großmeister des V'ruth Abraham Ordens und Levin der Groß-Schatzmeister desselben ist. Auf diese Weise waren dieselben mit einander bekannt geworden. Mantel sagte, daß er Levin für einen sehr reichen Mann gehalten hatte. Für die $8000, welche er und sein Compagnon ihm vorgestreckt hatten, um ihn über eine angebliche Verlegenheit hinwegzu helfen, hatten sie sodann Waaren, welche in einem Lagerhause aufgespei chert waren, als Sicherheit übernom men. . Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt. Viele schmutzige Fami l i e n w ä s ch e. Nicht weniger als neun Scbeidungs klagen wurden gestern in der Ossice des County-Clerks eingereicht. Die Kläger resp. Klägerinnen und die Gründe, aus welchen sie geschieden zu werden wünschten, waren folgende: Clara Hudson gegen James Hud son, brutale Behandlung und Ehe bruch. Daniel E. Pettiford gegen Jennie Pettiford, böswilliges Verlassen. Mary C. Cooper gegen Charles B. Coover. Dflichtvernachlälsiauna und NichtVersorgung. Helene Tomlinson gegen EstonTom linson; Ehebruch. John B. Sacre gegen Sarah Sacre, lieblose Behandlung. Sie soll u. A. bei verschiedenen Gelegenheiten die Rolle der eingebildeten Kranken gespielt ha ben. Vier bis fünf Tage soll sie das Bett gehütet und zum' Erbarmen ge stöhnt, gejammert, geschrien und zur Abwechslung geschluchzt haben, ohne daß ihr überhaupt etwas fehlte. Therese H. Bowman gegen Frank A. Bowman: rohe Behandlung und Trunkenheit. Samuel D. Wolf gegen Rebekka Wolf; böswilliges Verlassen. Thomas M. Casey gegen Eva Casey, brutale Behandlung und Trun kenheit. Cora CaldeS gegen Earl Caldes, Pflichtvernachlässigung, Nichtversor gung und brutale Behandlung. Das Ehepaar hat nur drei Wochen zusam mengelebt und schon in dem ersten Ho nigmonat erwies er sich als Haus tyrann erster Güte. S10.000 Sckadenersatz ver lang t. Ella Reed bat die Frank Bird Transfer Co. auf $10,000 Schaden ersatz verklagt. Sie war von einem Fuhrwerk der Gesellschaft überfahren und schwer verletzt worden. Kriminalgericht. Charles Müllen, welcher unter der Anklage deS versuchten Raubanfalles stand, bekannte sich vor Richter Alford des thätlichen Angriffs schuldig und wurde hierauf zu 90 Tagen Arbeitshaus vernrtheilt.
Superintendent Whittacker vom
Neformatorium Rettete dem Staat 512.500. Der neue Superintendent des Jefferonville Reformatoriums raucht sich in eder Beziehung famos an. Als Resultat seines Nachweise?, wel ches er demVerwaltungsrath der Stras anstatt vorlegte, hatte der Staat Indiana $12,500 mehr zu bekommen, als er seither glaubte, von der Jndiana Mfg. Co., den Pächtern der Sträfingsarbeit, collectiven zu können und was das schönste an der Sacke st, die Gesellschaft hat sich bei einer gestern vorgenommenen Abrechnung bereit erklärt ,zu zahlen. Es handelt sich um 8295 Tage zu e 40 Cents für Arbeit sammt Zinsen vom Juli 1896 bis Februar 1903, um eine alte Arbeitsrechnung von 31193.83; um bis dahin unbefriedigte Rechnungen von 83498.50 und um $4450 für Ge' bäulichkeiten, welche errichtet wurden und für welche der Staat Jndiana bis dahin verantwortlich gehalten wurde. deren Baukosten jetzt jedoch die Jndiana Mfg. Co. tragen muß. Daß dieselbe sofort sich bereit erklärt, zu bezahlen, bildet einen Beweis, daß die Geschäftsführung in der südlichen Strafanstalt bisher eine sehr lockere ge Wesen ist. Teutschland. Das Wagner - Denknlal. Berlin, 3. Oktober. Das Wagner-Denkmal, eine Schöpfung des Professors Eberlein, ist bekanntlich nicht nach dem preisgekrönten Ursprungs Modelle, sondern in erheblich abweichender Form, welche der Kaiser wünschte und die dem Monument ent schieden zum Vortheil gereichte, auögeführt worden. Die Figur des Meisters ist nicht mehr, wie im Originalentwürfe vorgesehen war, vor dem Sockel, sondern darauf. Das Denkmal zeigt in dieser Fassung ein eindringlicheres Hervorheben der Hauptsigur und ein besser abgewogenes Verhältniß zwischen ihr und den Sockelgruppen. Die ComPosition ist dadurch gehoben, die rein äußerliche Wirkung auf das Auge be deutender geworden. Aber die Kritik äußert sich dahin, die Hauptsache fehle nach wie vor: die innere Größe, das Bezwingende, in dem die überragende Bedeutung des dargestellten Mannes sich gleichsam wie mit einem Schlag Worte ausdrücken müßte. Eindrucksvolles Zeugniß legen die Gestalten auf den vier Seiten des Söckels für des Meisters Bedeutung ab. Insbesondere der jugendliche Wolfram v. Eschenbach, der mit der Lyra in der Linken und schwungvoll erhobener Rechten ein begeistertes Preislied auf den Dichter Componisten anzustimmen scheint, zu dessen Antlitz er huldigend emporblickt, ist hier von guter Wirkung. Zu den Seiten des Postaments charakterisiren der auf der Pilgerschaft in Verzweiflung niedergesunkene Tannhäuser und gegen über die an Siegfried's Leiche Todten klage erhebende Brünhilde das tragische Element in Wagner's Bühnenschöpsungen, während an der abgerundeten Rückwand die neckisch den Bart des goldhütenden Alberich zausende Rhein tochter den Humor des Bayreuther Meisters anzudeuten sucht. Im Polizeigericht wurden Ernst Gardner und Arthur Ingram, Mitglieder der Co. H der Jndiana National Garde, unter der Anklage des mörderischen Angriffs an die Großgeschworenen überwiesen. Wm. Britton, welcher in dem Ver dacht stand, den Einbruch in John W. Holtzman's Gemächer im Claypool Hotel ausgeführt zu haben, wurde we gen Herumbummelns zu 30 Tage Ar beitsbaus und Zahlung von $100 nebst Kosten verurtheilt. Aufgepasjt ! Federweitzer ! Heute Abend und die nächst folgenden Tage bei Wm.
Stoeffler, 202 Noble Str.
Nachrichten aus Jndiana.
Hohe Steuern in Pulaöky C o u n t y. W i n a m a c. Das County-Coun-cil hat die Steuerrate für das nächste Jahr von 30 auf 721 Cents erhöht. Gefährliche Burschen in Haft. V i n c e n n e s. Charles Conners, Arthur McClellan, Walter Jones und Henry Stuart wurden hier, nachdem sie vom StadtMarschall Dougherty durch Gehölz und Mai-felder auf einer Strecke von mehreren Meilen verfolgt worden waren, verhaftet. Dieselben hatten in Wabash County einen alten angesehenen Bürger niedergeschlagen und beraubt und hierauf sich nach Lawrenceville begeben, woselbst sie einen Einbruch in das Etablissement des Kleidergeschäfts von W. E. Couch ausführten. Hundertevon Arbeitern bekamen Beschäf t i g u n g. E v a n S v i l l e. Die große Evansville Baumwollspinnerei, welche infolge des Mangels an Rohmaterial feit dem 1. Juli geschlossen war, hat in dieser Woche den Betrieb theilweise wieder aufgenommen und zunächst 300 Personen Beschäftigung gegeben. Am nächsten Montag will man die große Fabrik wieder in vollen Betrieb setzen, und die sämmtlichen 700 Ange stellten werdm sodann lohnende Beschäftigung finden. Es war eine schwere Zeit für diese Angestellten, die zum größten Theile ganz und gar auf den Lohn, den sie in dieser Fabrik erhalten, angewiesen sind. Wenn man bedenkt, daß die Gesellschaft monatlich etwa $12.000 an ihren Ange stellten auszahlt, so kann man sich einen Begriff von dem starken Ausfall machen, den auch die Geschäftsleute der Stadt durch das Feiern der Baumwollspinnerei erlitten haben. Eine Straßenfair in T e r r e Haute. T e r r e Haute, 3. Okt. Daß Terre Haute jetzt eineStraßenfairhaben wird, ist eine festgesetzte Sache. Die Anwälte der Merchants' Carnival So. kamen heute in's Superiorgericht und reichten eine Klage auf Verlegung des Prozesses nach einem anderen County ein. Da sich Richter Stimson entschieden gegen eine Straßenfair geäußert hat, war er gezwungen, das Gesuch zu be willigen. Es wird jetzt wenigstens drei Wochen nehmen, bis der Prozeß in einem anderen County stattfinden kann und bis dahin wird die Fair vorüber sein. Panik in einem Theater. Nord Manchester, Ind., 3. October. Nur der Geistesgegenwart einiger Schauspieler und deS Capell meisters der Truppe The Way of the Wicked" ist es zu verdanken, daß eine Panik in dem Opernhause ohne Verlust an Menschenleben verlief. Bühne resp. Auditorium befinden sich im zweiten Stockwerk des Gebäudes. Während des letzten Actes brach im Erdgeschoß ein Feuer aus und Qualm und Rauch drangen in die oberen Stockwerke und füllten ebenfalls das Auditorium. Natürlich entstand unter den zahlreich anwesenden Personen eine Panik. Der Regisseur jedoch, welcher sich über das Feuer orientirt und vergewissert hatte, daß dasselbe unbedeutend war, ließ ruhig weiter spielen und der Capell meister ließ sein Orchester solch' fröh liehe Weisen spielen, daß sich im Publi kum die Besorgniß verlor und die Zuschauer ruhig'.sitzen blieben. Der Streik der Kesselschmiede vorbei. Der Streik der Kesselschmiede der Big Four Bahn Gesellschaft ging ge ftern Nachmittag zu Ende. Auf Anordnung des Groß Präsidenten der Union, John McNeil, gingen die Streiker v"'eder an die Arbeit zurück. Die Gesell,, 'kt hat die Forderung der selben bewill,.
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