Indiana Tribüne, Volume 27, Number 35, Indianapolis, Marion County, 2 October 1903 — Page 3
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Jndiana Tribüne, 2. Oktober 1903. 3
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Aufrährerische Scenen neöst Lynch-Vcrsnch in einem Städtchen Ohio's. i Special'Gcfandter zu Menelik nimmt Abrieb im Wciken Hause. Letzter Tag der JahrhundertFeicr in Chicago. Postamts - Grandjury erhebt verschiedene Anklagen. Bachanan gewinnt wieder Ober wasser gegen Parks. schritte der Gcverlschasten gegen den Colorado Gouverneur. Freche Cdeckfälschereien durch o jN speltorcn an's Licht gebracht. Grobe Excesse. H a m i l t o n , O., I. Oktober. Heute Abend wurden bei einer StraßenFair" in Oxford, O., fünf Personen geschossen, darunter einige ernstlich, und es entstand ein allgemeiner Kampf zwichen Beamten und Friedensstörern, von Lynch-Versuchen gefolgt. L. und I. Spivey, zwei Kentuckyer aus Maysville, die Herrn Roberts in Billingsville, Ind., besucht hatten, ührten sich in betrunkenem Zustande o auf, daß Marschall Woodrough zu hrer Verhaftung schritt. L. Spivey ließ sich verhaften, während sein Bruder einen Nevclver zog und auf den Marschall schoß. Die Wunde ist lebensgefährlich. Die beiden Brüder flohen dann westich, von einem rasch gebildeten BürgerAufgebot gefolgt. Hierbei wurde HilfsSheriff Manrod durch eine Kugel der Kentucky'er getroffen, ebenso der Lehrer einer Destriktschule. Seine Wunde gilt als lebensgefährich. Schließlich wurde Louis Spivey, nachdem sich die Brüder auf der Flucht getrennt hatten, durch einen Schuß niedergestreckt und in's Gefängniß gebracht. Schließlich wurde auch der andere Bruder gefangen und Beide im Geängniß untergebracht. Den Versuchen des Mobs. Lynchjustiz zu üben, kamen die Beamten zuvor, indem sie die Brüder in's Gefänanin nach Hamilton überführten. Lynchmord. M a r s h a l l, 2er., 1. Oct. Ein verschiedene Hundert Köpfe starke? Mob erzwäng sich heute Nacht den Einlaß s städtische Gefängniß, holte den Neger Walter Davis und hing ihn an der Wl?n-Selte lder Stadt an einem Baum auf. Der Lynchmord ist die Folge der heute Morgen vor sich gegangenen Tödtung des ConstablerS Hayes, als er einen Neger nach dem Gefängniß brachte. Er wurde aus einem Hinter halte erschossen. Davis und 2 andere Neger kamen in Haft. E o l u m b u s, O., 1. Okt. Aus Oxford, O., kommt die Meldung, es sei soeben ein Mann gelyncht worden m Folge von aufrührerischen Scenen, die sich heute auf den Fairgründen abspielten. Das BürgermeisterBankett. Chicago, 1. Okt. Ein Bankett für die zum Besuch gekommenen Bürgermeister, ein Conzert der Bun des-Marine-Kapelle, und eine öffentliche Versammlung im AuditoriumTheater, wo der New Jorker Bürgermeister Seth Low als Hauptredner fungirte. brachte heute Abend Chicago's Jahrhundert - Feier zum Schlüsse. Feuerwerk findet noch morgen statt. An dem Bankette nahmen Bürger meister einer Reihe von Städten theil. darunter: Seth Low, New Zlort; Rolla Wells, St. Louis; Paul Capdeveille, New Orleans: James A. Reed, KansaS City; Julius Fleischmann, Cincinnali; Charles A. Bookwalter, Indianapolis; David A. Rose, Milwaukee; John Weaver, Philadelphia; Carter H. Har rison, Chicago, und andere. Auch etwa 400 Bürger der Stadt hatten sich eingefunden. Seth Low be handelte in seiner Rede das Thema: Civic Föderation". Erfolgreiche Mission. Tanger, 1. Okt. Commissar Lahgerman von der St. Louiser Aus stellung ist aus Fez hier angelangt. Er berichtet, daß seine Mission erfolgreich war. Alle fremdländischen Angestellten des Sultans haben jetzt Fez verlassen.
A n k l a g e n g e g e n Beavers und Andere. Washington, 1. Oktbr. Die Bundesgrandjury, welche die Post-An-gelegenheiten untersucht, erhob heute Anklage wegen Verschwörung gegen den ehemaligen Abtheilungsches S. W. Beavers und Staats-Senator S. A. Greene, New York. Außerdem sind 2 Anklagen gegen Scott Towers, den Leiter einer hiesigen Zweig-Stelle, erhoben. Er soll eine Commission vom Verkauf von Schreibmaschinen an die Regierung bezogen haben. Buchanan wieder oben. Kansas City, 1. Oktbr. Nach Aeußerungen seiner Freunde von heute Abend ist Frank Vuchanan's Wiederwähl als Präsident des Brücken- und Eisen-Arbeiter-Verbandes gesichert. Erst heute Früh machte Buchanan seinen Wunsch auf Wiederwahl bekannt und nicht früher, als bis ihm durch seine Anhänger der Erfolg zugesichert war. Nachdem es ihm gelungen war, die Versammlung zur einmüthigen Bewilligung der Auslage - Rechnung für K. Verdig, den abgesetzten Vorstand der N. Y Gewerkschaft No. 2, zu bewegen und auch seine persönlichen Ausgaben genehmigt waren, drückte sich 33, zuversichtlich über seinen entgiltigen Sieg über Parks aus. Dieser hatte vorher erklärt, er werde das Geld nicht bewilligen, stimmte aber heute mit den übrigen Delegaten sür die Ansprüche des Präsidenten. Gegen Gouverneur und Miliz. Colorado Spring s, Colo., 1. Oct. Der hiesige Ver. Gewerlschaftsrath beschloß, einen Aufruf an die Bürger des Staats zu richten, sie sollen gerichtliches Vorgehen gegen Gouverneur Peabody verlangen, weil er in Friedenszeiten Miliz nach Cripple Creek gesandt hat. Ein Comite wurde ernannt, um Vorbereitungen für eine Massen-Versammlung zu treffen. Die Beschlüsse verurtheilen auch die Miliz und betonen, sie sei aus am wenigsten wünschenswerthen Elementen der Gesellschaft zusammengesetzt, jungen Leuten ohne Erfahrung und Männern niedrigen Charakters. Geriebene Fälscher.
Philadelphia, 1. Oktober. Ober-Postinspektor W. V. Dickson von diesem Distrikt sucht mit einer Reihe von Assistenten zwei kühne Fälscher zu fassen, die durch Check-Fälschungen taufende von Dollars gewonnen haben sollen. Diese Checks gehörten zu einem Post sack, der von einem Schnellzug der Pa. Bahn zwischen hier und Pittburg Mitte September verschwand. Der Verlust wurde seiner Zeit gemeldet; Nie mand dachte jedoch an ein Verbrechen, sondern man glaubte, der Sack sei zu fällig von dem Postwagen gefallen. In dem Sacke befanden sich Hunderte von Checks, meist kleine Beträge, von Ban ken und andern Geschäftssinnen ausge stellt. Vor ein paar Tagen erhielt eine hie sige Bank einen Check über $500, wobei die Untersuchung ergab, daß ein anderer Name substituirt und die Zahl 5" in 500 umgeändert worden war. Der Check rührte von dem vermißten Postsack her. Eine andere Bank erhielt einen Check über 8700, bei welchem das gleiche Manöver mit der Zahl 7 ausgeführt worden war. Der vermißte Post-Sack dürfte somit in die Hände jener genannter Fälscher gerathen sein, die seinen werthvollen Inhalt zu ihrem Vortheil ausnutzten. Die Inspektoren sind 2 ver wegenen Verbrechern auf der Spur. Republ. Clubs. Chicago, 1. Octbr. Von der Liga republikanischer Clubs wurde heute Indianapolis zum Sitze für die kommende National - Convention gewählt. Das Datum für die Conven tion wird später angekündigt. Pläne zu Partei-Versammlungen in jedem Staate während der kommenden Cam pagne unter Leitung der Mitglieder des Executiv-Comite's wurden entworfen. Rückkehr der Heils-So lda t e n. C i n c i n n a t i , O., 1. Oktbr. Die Cavallerie-Brigade der Hcils-Ar mee, welcye etc üeyoe-Wl mlte von Kentucky, Tennessee nnd Virginien be sucht hatte, ist heute nach zweiwöchentlicher Tour durch die Berge zurückge kehrt. Das Rkise-Programm wurde nicht ganz ausgeführt, aber das ..Feld für die Arbeit" nach Aussage der Heils Soldaten geöffnet.
C h i n a's Gesandter b es ch w e r t s i ch. Washington. 1. Oktbr. Der
chinesische Gesandte wartet aus die Rückehr des Staatssekretärs Hay, um einen amtlichen Protest einzulegen gegen die Behandlung, welche seinem Bruder, dem Gcneralconsul für die Philipp! nen, und einer Gesellschaft ihn begleiender Damen, durch den Einwände-rungs-Jnspektor von San Francisco ürzlich zu Theil wurde. Obwohl der Inspektor Anweisung hatte, die Landung der Gesellschaft zu erleichtern, wurde dieselbe eine Zeitlang zurückgehalten und durfte erst landen, nachdem der chinesische Gesandte Vorstellungen beim Staatsdepartement erhoben hatte. Anweisung an Gen. Wade. Washington. 1. Okt. StabsChef General Joung hat eine CabelDepesche an den Philippinen-Comman-deur, General Wade, gesandt, worin er ihn anweist, die Benützung der neuen Philippinen-Währung auf jede gesetznäßige Weise zu crmuthigen. Herr Skinner beim Präs i d e n t e n. Washington, 1. Okt. Präsident Roosevelt erhielt heute den Besuch des Generalconsuls Skinner in Mareille, der binnen Kurzem nach Abessinien zu König Menelik abreist, um günstige Handelsbeziehungen zwischen America und jenem reichen Lande anzubahnen. Er wird auch Menelik eine Einladung der amer. Regierung überbringen, sein Land auf der St. Louiser Ausstellung zu vertreten. Fr überbringt dem König Menelik eine Freundschafts - Botschaft des Präsidenten. Auch Frau Margarethe Shipp, Wittwe des bei einem Cavallerie-An-griff auf den San Juan - Hügel gefalenen Leutnants, wurde dem Präsidenten vorgestellt. Die Dam? wünscht Postmeisterin in Lincolnton, N. C., zu werden, dessen derzeitiger Postmeister durch die republikanische Staats-Orga-nisation gestützt wird. Eine Entscheidung über die Angelegenheit wird vorerst nicht getroffen. Ferner verabschiedete sich heute der Botschafter beim Deutschen Reiche, Charlemagne Tower, in Begleitung feiner Gattin vom Präsidenten und seiner Gemahlin. Der Botschafter gedenkt nächste Woche auf seinen Posten zurückzukehren. Die Mandschurei-Frage. Washington, I.Okt. Das Staats-Departement ist darüber informirt, daß Prinz Ching entschlossen ist. seine Zustimmung zu allen Vorschlägen Rußland's betreffs einer Verschiebung der Mandschurei - Räumung zu ver sagen, die China's souveränen Rechten oder den Rechten anderer Nationen nachtheilig sind. China besteht darauf. daß Rußland sein Versprechen, am 8. Oktober die Mandschurei zu räumen, obne weitere Forderungen hält. Ankunft der NationalGarden. Camp Joung, West Point, Ky., 1. Octbr. Tausende von MilizSoldaten aus 6 Staaten strömten heute nach Camp Voung und mit dem Abende ist der größere Theil der 9000 oder mehr Truppen angelangt, obwohl höchstens die Hälfte schon ein förmliches Lager errichtet hat. Die regulären Truppen hatten einen ruhigen Tag ; während die Infanterie mit Auswerfen von Schanz-Gräben be schäftigt wird, fand bei der Cavallerie Brigade Nachmittags eine Parade statt. Die Miliz-Truppen Jndiana's sind vertraten durch : 2. Brigade, Brigade General Will. I. McKee, Comman deur, bestehend aus 1. Jndiana Ins. Regt., Oberst George W. McCoy; 2. Ins. Regt., Oberst Harry B. Smith; 3. Ins. Regt., Oberst George M. Studebaker. Jndiana ist ferner vertreten durch die 1. Batterie FeldArtillerie von Indianapolis und eine Compagnie des Signal-Corps. Demokrat. Conventionen. B o st o n , 1. Okt. Die demokratische Staats-Convention stellte heute Oberst Wm. A. Gaston von hier als Gouverneurs - Candidaten auf. Die Platform erklärt, es fei Pflicht der de mokratischen Partei, die Trust-Olig archie ebenso zu bekämpfen, wie sie einst unter Jefferson's Führung gegen die politische Oligarchie gekämpft habe." Providence, R. I., 1. Okt. 220 Delegalen traten heute als Ver treter der Demokratie Rhode Island'S zusammen und nominirten ein Staats Ticket, darunter als Gouverneurs-Can didaten I. C. F. Garvin aus Cumber land.
iHn türkischer Staatsmann üoer die Lage auf im Balkan. Die Zuspitzung der Dinge auf dem Äalkan hat einem lürlischen Staalömann Veranlassung gegeven, in einer Unterredung die Vinstan der lei:cnocn türkischen kreise zu offenem Ausdruc: zu bringen. Die europäischen Reglerungen sind durch ihr Verlangen u.:ch Reformen seiner Anficht nach in erster eihe dafür verantwortlich, daß die Wiederherstellung ruhiger Zustände auf dem Balkan so großen Schwierigleiten begegnet. Die Einführung von Reformen in der Türkei, so sagt er, war stets gleichbedeutend mit Revolutioncn und Unruhen, und wir cs auch immer bleiben. Der Grund dafür ist leicht zu finden. Die Verhältnisse waren immer dieselben, nämlich
eine friedlich:, ichwer arbeitende christiche Bevölkerung, die mü lhrem Los r: ehr oder weniger zufrieden war, und Cä ln keiner Beziehung schlechter hatte als die mohammedanischen Ünterihanen. Zu emcm gewissen Zeltpunkt in hrer Entwickelung sind die christlichen Unterthanen in der Lage, ihre Minder zur Erziehung ins Ausland zu schicken. oon wo sie dann mit den weitlichen Ideen von Freiheit und Gleichheit heimkamen, wofür ne nun zu Haue Propaganda zu treiben begannen. Das Ergebniß ist, daß die Bevölkerung zu in Ueberzeugung kommt, es gehe ihr sehr schlecht und den Agitatoren Gehör schenkt. Aon der Agitation geht es dann weiter zu Attentaten und Ruhestörungen, die so lange fortgesetzt werden, bis die Aufmerksamkeit der Mächte erregt ist, die nun einReformProjekt" vorlegen. Sobald es erst so weit ist, wird die Sache ernst. Die Bevölkerung, die bis dahin von den Komitatschis nur durch rege Agitation dazu getrieben werden konnte, Waffen zu kaufen, Geldbeiträge herzugeben und den Behörden Widerstand zu leisten, wir unruhig, da sic glaubt, den Schutz der Mächte zu haben, die alle ihre Wünsch: erfüllen und sie zu unumschrannen Herren des Landes machen werden. Jetzt kommt es zu offenem Aufruhr, zu Angriffen auf die Truppen. Attentaten gegen Eisenbabnzuge u. s. w.; womit man den Absichten der Machte zu entsprechen glaubt, und schließlich entwickeln sich die Dmge so weit, wie sie jetzt sindn. Merkwürdiger Weise war niemals bei irgend enemReformprojekt auch nur im geringsten die Rede von Unabhängigkeit; aber sowie für irqend Theil der Türkei Reformen in Vorschlag gebracht werden, geht die betheiligte Bevölkerung sofort in emer Weise vor. daß jede Aussicht auf den Erfolg der Reformen zu nichte wird, und richtet alle ihre Anstrengungen auf die Gründung eines unaohangiaen Staates. Hieraus ersieht man, wie künstlich diese Agitation zu stände kommt. Wollte die Bevölkerung wirklich frei sein, so würde sie das gleich zu Anfang sagen. Zuerst aber wird nur Sicherheit des Lebens und Eigenthums verlangt; steht dies in Aussicht so geht man daran, die Durchführung der Reformen unmöglich zu machen, da dann die Agitatoren nichts mehr zu thun haben würden. W',e sich die Zustände weiter entwickeln werden, sagte der Staatsmann, das hänge gänzlich von Nußland ab; sicher sei nur. daß, was sich auch immer ereignen möge, die Türkei aewift keinen Vortheil haben werde. In amtlichen türkischen Kreisen ist man überzeugt, dak die Pforte di Dinae am besten allein ordnen würde. wenn man ihr nur Ruhe ließe. Die Mächte haben die Türkei zur Einführung der Reformen genöthigt und können sich jetzt nicht einmischen, wenn bei der Einführung der Reformen Schwieriakeiten entstehen. Sollte aber etwa Bulgarien sich einmischen wollen, so würde die Türke, das mit Freuden bearüfzen. denn sie hätte es dann mit einem offenen Feiude zu thun, den zu zerschmettern ihr ein Leichtes sein würde. Sie würde bei einer Auseinandersenuna mit Bulgarien außerdem auch Aussicht auf eine Kriegsentschädigung n barem Gelde haben, da die Wegnahme von Landbesitz kaum möglich sei. Jetzt ist sie gezwungen, im Dunkeln gegen einen verräthcrischcn Feind zu kämpfen, einerseits bestrebt sie sich, den Wünschen Europas gemäß die Bevolkcrung Macedoniens gerecht und freundlich zu behandeln, wahrend anderer seits dieselbe Bevölkerung ihr dieses Bestreben mit Dynamit. Feuer und Schwort vergilt. -9 Von 9,495,587 Stimmen, welche bei der letzten Reichstagsnxihl C ! . ' abgegeben wurcen. ermetten nach ben setzt vorliegenden amtlichen. Berichten: ?rc. Tcutschkor.serv-ttve Deutsche Reichspartei 'Z!a:icnalliberale freisinnige Ver-inigung.... !i44S 3 5 I,m:,l Mtf 243,230 2.C, freisinnige Boll-parlki tcurfctK BolZkparkei ssentrum Polen Fczialdkmrkraten Antisemiten (XnitWojicle Partei. Ebrililichsoziale).. ?und der LandlT,irth Z'auernbund anbete Partkien Unbestimmt 5..V 5.7 fl'.'IT 1. 1,S7.).2!2 197 ......... .!,., 4 :.7 3,01U.771 31. Ael?rm 24i.43 2.C , 118, T.W 1.2 111,375 1.2 2-1. 024 2. f. 55,959 0.C I m Greisenalter ist Selbstmord eme seltene Erscheinung. srurchtbare Feuersb r u n st. In dem Kirchdorfe Maidan im russischen Gouvernement Simbirsk zerstörte jüngst ein Feuer bei Sturmwind 307 Bauernhöfe mit sämmtlichen korngefüllten Scheunen. Das Feuer brach am Tage aus, während die Bauern auf dem Felde mit Erntearbeiten beschäftigt waren
Hohe Gbälter. Einer der bestbczahlten Posten in
derKommunalverwaltung Großbritan rnens t gegenwärtig neu zu besetzen, das Amt des Town Elerl" von Glasgow. Die Stadt, die als Muster wciser und weitsichtiger Administration gilt, marschirt auch in der Besoldung ihrer Beamten a'nderen Gemeinden voran und gewährt ihrem Town Elert ein Gehalt von 3500 Pfund (17,500). Der jetzige Inhaber des Postens, Sir 5ames Maiwicf, ist allerdings der Mann, der Glasgows Stadtverwaltung auf die Hohe gebracht hat, aus der sie jetzt steht. Als er im Jahre 1893 das Amt übernahm, würd.' sein Gehalt auf 2500 Pfund festgesetzt, nach und nach stieg er bis auf 3500 Pfund, und jetzt zieht er sich mit iner Pension von 2500 Pfund in den l.uhestand zurück. Selbst in London giebt es nur einige auserwählte kommunale Aemter, die so hoch bezahlt werden. Der ..Elerk" des Londoner Eounty Eouneil hat nur ein Gehalt von 2000 Pfund und man muß zu der reichen Korporation der City von London übergehen, um Besoldungen von besonderer Höhe ZU finden. Der Lord Mayor freilich, welcher 10.000 Pfund bezieht, soll diese Kleinigkeit gebrauchen, um die Kosten des ersten Tages in seinem neuen Amt zu bestreiten: die veraltete Lord Mayors-Show und das übliche Bankett. Der Rekorder" aber hat keine derartigen Verpflichtungen und kann sein Gehalk von 4000 Pfund in Ruhe verzehren. In Betreff des Town Clerk steht. die City von London ihrer Schwestersiadt im Norden nicht nach; sein Jahreseinkommen beträgt ebenfalls 3500 Pfund. Äer Eommon Sergeant" wird mit 2500 Pfund besoldet, der Syndikus der City mit 2050 Pfd., der Remembrancer" (wörtlich Erinnerer"), ein Amt, das sich nicht durch große Arbeitslast auszeichnen soll, bezieht 2050 Pfund. Daneben nehmen sich die Besoldungen des Hauptkontrolleurs mit 2000 Pfund und des Polizeichcfs mit 1700 Pfund beinahe ärmlich aus. Der Polizeichef steht nur an der Spitze der Polizei für die Eiiy selbst. Das übrige London hat seine Metropolitan Police, deren Chef mit einem Jahresgehalt von 2500 Pfund besoldet wird. Aber wenn schon keinem öffentlichen Beamten in London sein manchmal erstaunlich hohes halt mißgönnt wird, am allerwemgiten dem Haupte der Polizei, auf welche der Londoner mit Recht stolz ist. Tie arm nnd Navt,"' das einflußreichste englische Militärblatt. beklagt, daß in England di: Truppenausbildung nicht in sachgemäßer Weise betrieben werde und auch nicht betrieben werden könne. Das ganze Areal des Ererzierlagers von Aldershot reicht nicht dazu aus, daß eine einzige Division ihre Kompagnien modernen Forderungen entsprechend in zufriedenstellender Weise ausbilden könnte. Es besteht die verkehrte Auffassung.'daß Soldaten an Felddiensttagen oder in den Manövern von den Generalen ausgebildet" werden könnten, während eine wirkliche Ausbildung doch nur in den Kompagnien und Schwadronen möglich ist. Exerzier Übungen ganzer Bataillone haben nur geringen Werth für die Erziehung des einzelnen Soldaten, und ExerzierÜbungen noch größerer Einheiten wirken in dieser Beziehung bisweilen geradezu schädlich. Solange die Kompagniechefs ihre Kompagnie nicht minbestens zweimal in der Woche ganz zu ihrer Verfügung haben, wird es keine fertige Infanterie geben. Gegenwärtig ist die Kompagnieausbildung be! Aldershot und auf anderen größeren Uebungspläetzn weiter nichts als eine hoffnungslose Farce." 2urch den Trtukgels!pparat soll, wie in deutschen Gastwirth?kreisen verlautet, die leidige Trinkgeldfrage im Restaurationsgewerbe gelöst werden. Auf der letzten Bundesverfammlung der deutschen Gastwirth? wurde ein Trinkgeld - Apparat vorgeführt, der allerdings geeignet erscheint, den Unbequemlichkeiten bei der Trinkgeldverabfolgung in den Hotels ein Ende zu bereiten. Der Apparat besteht aus einem kleinen Blechkasten, der neben der Zimmerthür des Hotelgastes seine Aufstellung findet. Gegen den Einwurf von 50 Pf. beispielsweise (das Geld ist genug) können die Stiefel des Hotelgastes, die der Hausdiener am frühen Morgen in den Kasten hineingestellt hat, von dem Gast herausgenommen werden: das Stiefelgcld würde dann in Fortfall kommen. Andere Dienstleistungen für den Gast sei len künftighin auf der Rechnung dermerkt werden, sodaß das lästige Aufstellen des Hotelpersonals zur Empfangnahme des Trinkgeldes vermieden wird. Auf der anderen Seite lieg! natürlich den Wirthen die Pflicht ob. für ausreichende feste Bezahlung des Personals Sorge zu tragen, damit der Ausfall an Trinkgeldern durch eine Erhöhung der Gehälter wett gemacht wird. E g y p t e n hat in der letzten Saison Baumwolle im Werth von $25, 821.000 ezportirt, wovon die Hälfte nach England. Modorncs Un2. Weil Du diese Woche so artig warst. Willy, darfst Du heute in den Cirkus gehen." Ach, denn möchte ich lieber mal in den Reichstag gehen, Onkel. da soll's viel ulkiger sein."
