Indiana Tribüne, Volume 27, Number 33, Indianapolis, Marion County, 30 September 1903 — Page 3

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Ausschreitungen Bon Soldaten des 2. Grenadier-Regiments.

Protest gegen Zarenbesuch. Ost Makedonien Entzündet die Fackel des Ausstandes. Amer. Bürger in der Schweiz ver urtheilt. Hedervartz restunirt. Wollen die Präsidentschaft nicht. Musketiere bestraft. Deutschland. Soldaten. Ausschreitungen und zweierlei Recht. Berlin, 29. Sept. Eine Anzahl gemeiner Soldaten vom .2. (badischen) Grenadier-Regimmt bewarfen ihreOffiziere, welche nach Rnchertshausen riten, mit Steinen. Fünfzehn der Soldaten wurden verhaftet und nach Heidelberg zur Prozesstrung tran?portirt. Zu demselben Regiment gehörten auch die 4 Grenadiere, welche denSergeanten Peters angriffen und zu 10, 6 bezw. 3 Jahren Gefängniß verurtheilt wurden. Diese Urtheile gaben z. Z. dem Vorwärts" Gelegenheit diese unverhältnißmäßig schwere Strafen mit der zweijährigen Festungshaft, die dem Mordbuben Hüßner zudiktirt wurde, zu vergleichen. Die Autoritäten sind der Ansicht, daß in erster Linie die Erfolge der Socialdemokraten bei der letzten Wahl ür die Unzufriedenheit der in der Armee verantwortlich sind. Der Vorwärts" bringt heute einen neuen Vergleich, indem er meldet, daß in 159 Fällen gegen Unteroffiziere und Ossiziere wegen Soldatenmißhandlung die gesammten Urtheile zusammen 50 Jahre und 9 Monate betrugen. Während also im Durchschnitt die 4 Soldaten welche Peters angriffen je 6 Jahre Gefängniß erhielten, haben die Soldatenschinder nur durchschnittlich 3 Monate Haft zu verbüßen. Mörderische Musketiere. K o b l e n z, 29. Sept. Das Kriegsgericht hat zwei Musketiere zu je 7$ Jahre Zuchthaus und 10 Jahren EhrVerlust verurtheilt. Die Affaire, um die es sich handelte, hat großes Aufsehen erregt. Die Beiden waren vom Jnkanterie-Regiment von Goeben 2 Rheinisches No. 23, dessen zweites Bataillon in Koblenz liegt, während das erste und dritte Bataillon in Ehrenbreitstein garnisoniren, desertirt und hatten in der Nähe des Ortes Traub schwere Holzschmellen über das Bahngeleise gelegt, um den in Bälde passt. renden Schnellzug zur Entgleisung zu bringen und die verunglückten Reisenden zu berauben. Das derart erlangte Geld wollten sie zur Flucht ins Ausland benutzen. Der Plan wurde im letzten Augenblick ent deckt und dadurch eine sonst unvermeidliche Katastrophe verhütet. Die beiden Burschen wurden dingfest gemacht und legten, in der Haft mürbe geworden, auch ein Geständniß ab. Die kriegsgerichtliche Verhanolung nahm nur wenig Zeit in Anspruch. Auf der Flucht nach Amerika. Berlin, 29. Sept. Nach der Frankfurter Zeitung" ist Ephraim Kainer, ein Bankier von Stanislan, Galizien, nach Unterschlagung von 812,500 Depositen-Gelder entflohen. Kainer, der durcb Börsen Spekula tion und Hazard'Spi.l ruinirt wurde, soll sich auf dem Wege nach Amerika besinden. Verhängnißvolle GasExplosion. Berlin, 29. Sept. In LauraHütte, dem bedeutenden oberschlesischen Eisenwerk, hat sich ein furchtbares Un glück ereignet, dessen Umfang bis zur Stunde noch nicht hat festgestellt wer den können. Im FicinuSschachte, in dem zahlreiche Grubenleute angefahren waren, kam eine Gas-Erplosion vor, und dem Anschein nach ist ein großer Theil der Arbeiter verunglückt. Bisher sind 2 Todte und 17 Verwundete er mittelt worden, doch hat nur erst eine kleine Partie deS Schachtes untersucht wtrden können. Man fürchtet, daß die Zahl der Opfer eine sehr große ist. Gegen den AutomobilWahnsinn. B e r l i n, 29. Sept, Der Deutsche

Automobil-Club, bezw. dessen Execu-

ive, hat den Beschluß gefaßt, eine in ernationale Eonferenz einzuberufen. Es soll auf dieser berathen werden, wie dem Schnelligkeit - Wahnsinn, dem rücksichtslosen Drauflosfahren von Auomobilfexen, begegnet werden kann. Der Schritt des Clubs wird allgemein mit Freuden begrüßt, denn die Gefahr ür Leib und Leben, welche der stetig zunehmende Gebrauch von Automobilen mit sich bringt, wächst in gleicher bedenklicher Proportion. Oesterreich Ungarn. Gegen den Zarenbesuch. Wien, 29. Sept. Eine von 2000 Personen besuchte SocialistenVersammung fand hier statt. Zweck derselben war Protest gegen den Besuch des Zaren zu erheben. Einer der Redner agte : Der Zar, dessen einzige Culurargumente der Galgen, das ZuchtHaus und Sibirien sind, kommt wie der Dieb in der Nacht, begleitet von einem Truppencordon." Die wachthabenden Polizisten vereitelten das Verfassen von Beschlüssen. Mit Pereatrufen auf den Zaren vertagte sich die Versammlung. Hedervary resignirt wieder. B u d a P e st h, 29. Sept. In Folge einer neuen Niederlage in der ungarischen Diät sah sich PremierMinister Hedervary wiederum veranlaßt, seine Resignation einzureichen. Bulgarien. Neuer Aufstandsherd. Sofia, 29. Septbr. Ein Telegramm aus dem Lager des Generals Z?ntcheff meldet, daß am 27. Septbr. n Razlog. (50 Meilen von Sofia) ein Aufstand proklamirt wurde, der die Distrikte von Razlog, Nevrokop, Demirhissar. Melnik und Sares einchließt. Die Jnsurgentenbanden von Ost Macedonien haben Befehl erhalten. ofort Operationen zu beginnen. Der Jnsurgentensührer hofft dadurch die Bulgaren zum Eingreifen in den Kampf zu zwingen. Eben meldet eine Depesche aus dem Rilo-Kloster. daß die Stadt Razlog seit Sonntag (27.) in Flammen steht. Die Insurgenten haben Butahewo angegriffen und ein ernstlicher Kampf findet statt. Nahe Monastir fand ein Kampf statt, in welchem 50 Türken getödtet wurden. Sofia, 29. Sept. Eine weitere Depesche von Rilo meldet, daß auf der ganzen Ausdehnung der türkischen Grenze gekämpst wird. Razlog ist zerstört und die Bewohner niedergemetzelt. Flüchtlinge kommen in Schaaren an. Die Telegraphenlei tung ist zerstört. Die türkischen Truppen befinden sich auf wilder Flucht von Butelewo. Schweiz. Amerikanischer Bürger verurtheilt. Basel. 29. Sept. Vor dem hie sigen Gericht wurde ein amerikanischer Bürger, der Agent Leon Poltoratzi auZ Eleveland, O., wegen versuchten Todtschlags zu d:ei Jahren Zuchthaus verurtheilt. Poltoratzi hatte, wie die VerHandlungen ergaben, auf den Hilfsredacteur der Zeitschrift Hotel-Revue geschossen. Das Blatt hatte eine Warnung vor Poltoratzki's AnnoncenGeschästen veröffentlicht, und dieser griff, um sich zu rächen, zum Revolver und feuerte auf das erste Mitglied der Redaction, das ihm in den Weg kam. Es waren übrigens Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten laut gewordm und der Gerichtsarzt, der mit der Prüfung des Geilleszustandes Poltoratzki's beauftragt war, stellte hereditären Größen- und Verfolgungs mahn fest. Nnkland. Finanz -Agent für Wash i n g t o n. St. Petersburg. 29. Sept. Der Publicist Kochetow ist zum Fi nanz-Agenten der russischen Botschaft in Washington ernannt worden. Standrecht inGomel. St. Petersburg, 29. Sept. Infolge der jüngsten antisemitischen Unruhen hat die Regierung in Gomel, Regierungsbezirk Moghileff, das Standrecht verkündet. Wechsel im Ministerium. Paris. 29. Sept. Amtliche Nachrichten aus Petersburg kündigen an. daß Stabschef General Sakharoff dem General Kuropatkin bald als Kriegsminister folgt. Letzterer war ein AnHänger des gestürzten JinanzministerS Witte.

Großbrilannien.

B a l f o u r und Miln e.r. London, 29. Sept. MinisterPräsident Balfour und Lord Milner hatten heute eine lange Conferenz. Auch mit dem zurückgetretenen Schatzkanzler Ritchie und anderen Po litikern conferirte der Premier. Ueber das Personal des neuen Cabi nets ist noch nichts bekannt. 5.000 Eintrittskarten, den ganzen Umfang der Halle deckend, wurden heute für Chamberlain's Glasgower Versammlung am 6. Oktober abge sandt. Das Interesse an dem Ergebniß erhellt daraus, daß über 50.000 Gesuche von Eintrittskarten eingegangen sind Ein Dickens Museum. L o n d o n, 29. Sept. Das Haus, in. dem Charles Dickens geboren wurde. 337 Commercial Road, Landport, ist im Namen der Stadt von dem Mayor von Portsmouth gekauft worden. Das Andenken des trefflichen Schriftstellers soll durch ein Museum in dem Hause geehrt werden. Trauriges Schicksal eines Malers. Edingburgh, Schottland, 29. Sept. Der bekannte Maler I. Thornburn Roß hatte das Unglück, in seinem Atelier von einer Gallerie so unglücklich herunter zu fallen, daß er mit gebrochenem Genick todt liegen blieb. Alaska - Commission. London, 29. Sept. In der Heutigen Sitzung der Alaska-Commission fuhr Christopher Robinson, der sich von seinem gestrigen Unwohlsein erholt hatte, mit seinem Plaidoyer für Canada fort. Er suchte die amerikanischen Schlüsse an den Landkarten des streitigen Distrikts als unhaltbar hinzustellen. Die Behauptung der Amerikaner, sie hätten die Anhänglichkeit der alaskischen Eingeborenen erworben, zog Robinson in's Lächerliche, indem er meinte, mit einer Flasche Whiskey könne man jeden Indianer zum Freunde haben." Nachher folgte für Amerika Hannis Taylor, früher Gesandter bei Spanien. Colombia. Wollen die Präsidentschüft nicht. C o l o n, Colombia, 29. Septbr Gerüchtweise verlautet, daß weder VicePräsident Marraquin noch dessen Sohn beabsichtigen als Candidaten bei der Präsidentenwahl zu dienen. General Reyes hat die besten Aussichten Präsident von Colombia zu wer den. Der Pourvenir", eine colombanische Zeitung, sagt, daß der Kongreß mit einem Kostenaufwand von 3.240,000' Pesos neunzig Tage in Sitzung war u. während dieser Zeit nur 5 unwichtige Vorlagen erledigte. Canada. D i e L a g e i n S o o." S a u l t S t. M a r i e, 29. Sept. Gestern Nacht oder heute kamen im canadischen Soo leine weiteren Unruhen vor, aber die friedliche Lage verspricht leine lange Dauer. Zunächst waren alle Wirthschaften in dzm Orte geöffnet, nnd von den Arbeitern, die den gestrigen Mob bildeten, sehr stark frequentirt. Von Wiers. dem Holzlager der Lake Superior Consol. Co.. sind 25 Leute angekommen und andere im Anzüge. Die Bahn hatte sich geweigert, die Leute unter den jetzigen unruhigen VerHältnissen nach dem Soo zu befördern. Auch die Verzögerung in der Ankunft der Truppen verursachte Besorgnisse. Bis gestern Nacht waren nur 8 Soldaten eingetroffen. Die Führer der gestrigen Unruhen wurden heute von der Polizei verhaftet; 7 Agitatoren sind jetzt hinter Schloß und Riegel. Der Hauptführer ist Jack Dean, der übrigens niemals bei der Gesellschaft war. Auch 2 gestern verhaftete Franzosen sind der Anstistung der Unruhen beschuldigt. Toronto, Ont., 29.' Septbr. 20 Mann der kanadischen Dragoner und 40 Infanteristen sind heute nach dem Soo abgegangen. Später folgten noch 70 Mann und 3 Offiziere von den 3 städtischen Regimentern. Türkei. Zurückgezogene Grenzt r u p p e n. B u r g a s, Bulgarien, 29. Sept. Nachrichten von dem Jnsurgentenfüh' rer Gerdjikoff, der die Operationen im Kirlisse-Distrikt leitete, zufolge sind die türkischen Truppen aus Seabornovo, Karlovo und Gralaticoco, in der Nähe der türkischen Grenze, zurückgezogen. Der Schritt ist eine Folge deS VerlangenS der bulgarischen Regierung, die Türkei solle als Zeichen ihrer friedlichen . Gesinnung ihre Grenztruppen zurückziehen.

Serbien. Der Verschwörungs Prozeß. Belgrad, 29. Sept. Der Prozeß der Offiziere, welche einer Verschwö rung gegen die Königsmörder beschuldigt waren, kam heute zu Ende. Die Hauptleute Novakovitch und Lazreditch, der erstere der Anführer, wurden ZU 2 Jahren Gefängniß und Verlust ihrer Chargen verurtheilt. Die gleiche Strafe erhielten Dr. Velikovitch und Hauptmann Lotkijevitch, der frühere Adjutant des Königs Alexander. Andere betheiligten Offiziere sind von 3 Monaten bis zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Die Offiziere haben beantragt, die ganze Angelegenheit dem OffiziersCorps zur Entscheidung zu beantragen. Man nimmt an, daß der König sämmtliche Verschwörer begnadigt. Colombia. Angeblicher Congreß Beschluß. New York, 29 Septbr. Eine hiesige Zeitung bringt eine Depesche aus Colon, nach welcher der colombische Congreß ein Gesetz angenommen hat, welches den Präsidenten ermächtigt, einen Canal-Vertrag mit America auf einer gewissen Basis ohne Zustimmung des Congresses abzuschließen.

SchiffsnachriÄten. Angekommen. Bremen: Kaiser Wilhelm der Große" von Cherbourg. New York : Cev''c" von Liverpool ; Rotterdam" von Rotterdam. Havre : La Gascogne" von New Jork. New York: Maine" von Bremen. Abgefahren : Boulogue: Phönicia" von Hamburg nach New York. Glasgow: Laurentian" von NewVork. Southampton: Saratora" von Philadelphia. Marseilles : California" von New York via Neapel. Ginoa: Prinzeß Irene" von New Yorkjvia Neapel. Kurze Depeschen. 29. September. Inland. Wilkesbarre, Pa. Im County-Gesängnisse wurde Peter Lenonsky wegen Ermordung von A. Sennick gehängt. Beide waren Gru ben-Arbeiter. C i n c i n n a t i. Beim Zusammenstoß seiner elektrischen Car mit einem Holz-Wagen wurde Motorman Kreidler lebensgefährlich verletzt. Netter Bund es-M a r sch all. Des Moines, Ja., 29. Sept. Der frühere Bundesmarschall Richards von Greston wurde heute schuldig befunden, auf das Ehepaar P. Sullivan in Hamilton in der Neujahrs-Nacht einen Raubanfall vollführt zu haben. Befinden verschlimmert. Baltimore, 29. Sept. Der Zustand des im St. Agnes Sanitorium erkrankten Erzbischofs Kaine aus St. Louis wird heute als bedenklich ge meldet. Herz-Thätigkeit schwach und unregelmäßig. Bei einemBrande um'qekommen. K a n s a s City, 29. Sept. Bei einem Brande, der ein Privat-Sana-torium zerstörte, fand heute ein Mann den Tod; fünf wurden verlebt. Die Flammen verbreiteten sich so rasch, daß die Insassen genöthigt waren, aus dem zweiten Stockwerk abzuspringen. Glückliche Mutter. Nach einem Bahnunfalle in der Nähe von Fond du Lac. Wis., war John Bennike in seiner Eigenschaft als Brückensuperintendent der Bahn bei der Räumung der Trümmer thätig, als eine Frau flehentlichst bat, man möchte ihr ihr Kind zustellen, welches jedenfalls ein Opfer des Unfalls geworden sei. Nach einigem Suchen fand Vennike das Kind völlig unversehrt in einem Winkel eines umgestürzten Vahnwagens schlasend vor und legte es behautsam in die Arme der Mutter, die in ihrer Freude das kleine Wesen herzte und dann dem Vahnbeamten auch einen herzlichen Kuß gab. Ein SoffnuügsNral?!. Mutter (zur Tochter, die einen Professor zum Verehrer hat): Nun, hat er sich denn noch nicht erklärt?" Tochter: Nein er ist mit seinem Vortrage immer noch bei den GanzWilden, die bekanntlich die Ehe in unser'm Sinne nicht kennen, aber, das nächste Mal! Da redet er über europäische Sitten und Ge-brauche!"

EinmerkwürdigesMus e u m befindet sich in Paris, wo es im Hotel der Invaliden untergebracht ist. In diesem Museum sind nicht weniger als 136 Neliefpläne von alten befestigten Städten ud Orten von strategischer Bedeutung ausgestellt. Die meisten der Pläne sind von einem Capitän der Pariser Nationalgarde äußerst exakt und präcise angefertigt. Das Museum ist nur zweiMonate im Jahre für das Publikum geöffnet, weil man fürchtet, daß durch die Besucher zu viel Staub Zn die Säle hineingeschleppt werden könnte, der die Pläne beschädigt und verdirbt. 2)61 russische Eisenbahnminister hat in jüngster Zeit die Verfügung erlassen, daß auch Frauen in Rußland zum Dienste als BahnHofschefs zuzulassen sind. Es wurden alsbald nach Erlaß der Verfügung so fort, natürlich aus kleinen Stationen von Nebenbahnen, praktische Versuche angestellt, die das sehr befriedigende Resultat ergaben, daß nirgendwo irgend eine Unregelmäßigkeit oder ein Unfall auf von Frauen beaufsichtigten Stationen vorkam. Der Minister hat deshalb jetzt seine Bestimmung erneut veröffentlicht und weitgehendste AnWendung derselben empfohlen. ' So erobern sich selbst in Rußland die Frauen ein Gebiet nach dem anderen. Ueber den jüngsten baye rischen und wohl auch deutschen Veteranen aus dem Kriege 187071 macht ein Nürnberger Blatt folgende AngaUn: Es ist ein Nürnberger, nämlich der Musiker undSpezereihändler Hans Gmciner. Gmeiner ist am 26. Juni 1853 geboren, sein Ausmarsch erfolgte laut Militärpaß am 28. Juli 1870, also im Alter von 15 Jahren 1 Monat. In der Musikkapelle des 15. Infanterie - Regiments hat Gmeiner den ganzen deutsch - französischen Feldzz mitgemacht. Vor Paris wurde er zum Unterofficier befördert, beim Einzug in Paris schmetterte seine Trompete kräftiger denn je. Als Unikum sei mitgetheilt, daß, nachdem die Beförderung zum Unterofficier erfolgt war, der Bataillonsarzt ihn auf doppelte Menage setzte. Das rasche Wachsthum des jungen Mannes und der stets zunehmende Appetit ließen diese Vergünstigung als sehr berechtigt erscheinen. DerbarockeEinfalldeZ vor mehreren Jahren verstorbenen Barons de Pierrecourt, durch eine reiche Stiftung die Züchtung eines Riesengeschlechts in die Wege zu leiten, kommt nun doch nicht zur Ausführung. Der seltsame Herr vermachte seiner Vaterstadt Rouen sein gesammtes Vermögen unter folgender Bedingung: Die Stadt hat einen jährlichen Preis von mindestens 100,000 Fr. auszuschreiben als Mitgift in die Ehe eines RiesenPaares, zu dem Ziele, das Menschengeschlecht zu verbessern. Die Paare, die zum Wettbewerb zugelassen werden, sind von den Aerzten der Stadt zu untersuchen. Der Preis fällt dem Paare zu, das als das gesündeste und kräftigste erkannt wird." Die gesetzlichen Erben des wunderlichen Barons beschritten sofort den Klageweg und fochten das Testament an. Sie machten den unmoralischen" Charakter der erwähnten Klausel geltend, die deshalb nicht ausgeführt werden dürfe. Der Rechtsbeistand der Stadt Rouen, welche die stattliche Schenkung nicht sahren lassen mochte, bestritt die Einwände der Erben. Nach langem ergebnißlosen Prozessiren einigten sich endlich die Parteien zu folgendem Vergleiche: Die Stadt Rouen verpflichtet sich, ein Wohlthätigkeitswerk ins Leben zu rufen, das dem Schutze, der Erhaltung und Verbesserung der menschlichen Rasse dient, und darf dafür 800.000 Francs verwenden; sie zahlt den gesetzlichenErben drei Millionen und kommt für die Prozeßkosten und die Erbschaftssteuern auf. Ein aus DresdenStrehlen stammendes älteres Ehepaar hat ein tragisches Geschick auf dem Kamme des Riesengebirges, nahe der Schliegelbaude betroffen. Touristen, darunter zwei Berliner Herren, fanden den Mann vollständig an Händen und Füßen gelähmt mit entstellten Gesichtszügen in den Armen seiner herzzerreißend weinenden und klagenden Gattin vor. Nun vollzog sich ein hochtragischer, eigenartiger Akt. Der Erkrankte, der bei vollem Bewußtsein war, erklärte, daß sein Ende nahe und bedauerte schluchzend, kein Testament gemacht zu haben, da bei der Kinderlosigkeit der Ehe eine schwere Benachtheiligung seiner Frau, deren treuer Mitarbeit er seinen Wohlstand zu danken habe, seitens seiner ihr nicht wohl gesinntenGeschwister zu befürchten sei. Es sei sein Wille, daß feiner Gattin sein ganzes Vermögen zufalle. Dies wolle er in seinem Notizbuch bekundet wissen, daß er in der Vrusttasche trage, und die fremden Herren möchten ihm bezeugen, daß dies sein letzter Wille sei. Dies gefchah denn auch. Die Frau führte dann dem Mann die Hand mit dem Bleistift zur Aufzeichnung von drei Kreuzen unter das Dokument, und die Zeugen bestätigten die Richtigkeit desselben durch ihre vollständige NamensUnterschrift und Angabe ihrer Adressen. Schon nach einer halben Stunde war der Unglückliche verschieden. Die Leiche wurde zunächst nach der Schliegelbaude gebracht. Wahrscheinlich hat der alte Mann unter der Einwirkung der starken Hitze und eineZ schon vor handenen Herzleidens einen so plötzlichen Tod erlitten.

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