Indiana Tribüne, Volume 27, Number 32, Indianapolis, Marion County, 29 September 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 29. September 190.
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:ie drtttfche 5ezulzZklvcweng. Der Ministerrath in London hat sich vertagt, ohne dem britischen Volke die erwarteten Beschlüsse von weltge-
Nr V y VVIUVV VliV Kollegen zu seinen Ansichten zu bekchren. Ter PreinZerminister Valfour, der bekanntlich zu Un bedingtenAnh'ängern der Chaniberlain'fchen Fiskalpläne g:hört, veröffentlichte einHeftchen. in dem er dcnNackMeis zu füüren sucht.daß ein reihandelsland im Kampfe mit Schutzzoll-Rivalen den Kürzeren ziehen müsse, wenn ihm nicht eine Waffe gegeben sei, mit der es unbequemen Konkurrenten im Nothfalle einen Hieb versetzen könne. Zwischen denDarlegungen Balfours und denenChamberlains scheint somit, soweit sich das aus den Depeschen beurtheilen läßt, der große Unterschied zu herrschen, daß der PrcTnier dem britischen Volke den Ueber, gang zur Schuhzollpolitik mit roirthschaftlichen, der Kolonialminister dagegen mit politischen Gründen mundgerecht zu machen sucht. Herr Valfour bekennt offen, daß er das Inselreich von den Lasten befreien wolle, welche die britische Neichsverwaltunz ihm im Laufe der Jahre aufgebürdet habe, wäbrend Herr Chamberlain den Schutzzoll als das einzige Band preist, welches das Mutterland dauernd mit den Kolonien zusammenzuhalten vermag. Zu welchen verzweifelten Mitteln Chamberlain und sein Anhang greifen, um für sich und ihre Pläne Stimmung zu machen, erhellt trefflich aus einer Flugschrift, die vor dem Zusammentritt des Ministeriums zur Sondersitzung in Millionen von Abzügen zur Verkeilung gelangte. Es wird da von einem vorsichtiger Weise nicht mit Namen genannten deutschen Professor" gefaselt, der die deutschen Kaufleute zu Geldbeiträgen zwecks Bekämpfung, Chamberlains bei den englischen Parlamentswahlen auffordert. Besagter namenloser Professor empfiehlt auch die Einrichtung deutsche: Pressebüreaus in England, die Unterstützung des freihändlerischen Cobden Clubs und die Bestechung britisck?er Politiker. Deutschland", so erklärt der große Unbekannte, ist der natürliche Erbe der britisch:nKolonicn. diese Erbschaft geht aber verloren, wenn Chamberlain seine imperialistischen und fiskalischenPläne durchführt, welche das gegenwärtige Hülflose Sammelsurium versumpfter Völker in ein starkes fortschrittliches Reich verwandeln würden. Kein Mittel und keinOpfer dürfen deshalb gescheut werden, um Cbamberlain zu vernichten." Ter Deutsche ist ja nachgerade zum Schreckgespenst geworden, mit dem man die politischen Kinder in England ängstigt, wenn sie nicht gehorsam folgen wollen. Daß britische Staatsmänner aber eine so blödsinnige und noch dazu verspätete Hundstagsgeschichte aushecken, um Stimmung zu machen, scheint denn doch wohl zu lehren, daß sie zu sich selbst und der Sache, für die sie kämpfen blutwenig Vertrauen haben. Thatsächlich ist Chamberlain ja auch dieser Tage auf dem Wege zur Kabinettssitzung öffentlich ausgepslffen worden. Di? Polizei mußte ihm einmal den Weg zum Ministerium bahnen und später wählte er einen Gang, der aus seinen Amtsräumen zu dem Sitzungszimmer führt, um unliebsame Kundgebungen zu vermeiden. Chamberlain hat in dem Kabinett zwei ausgesprochene Gegner seiner Pläne, den Herzog von Devonshire und den Schatzamtskanzler Ritchie. Man hatte erwartet, daß Herr Chamberlain beide im Ministerrathe mit sanfter Gewalt" von den Vorzügen des PrivatlcbenZ überzeugen würde, aber das scheint ihm noch nicht gelungen zu sein. Herr Nitchie steht auf dem Standpunkte. daß Chamberlain's politische Vorschlüge keinerlei wirthschaftlichenWerth hatten, wohl aber geeignet seien, zu internationalcn Handelskonflikten zu führen und den Kolonien Schaden zu bringen. Der Herzog von Devonshire ist durch und durch Freihändler und Gegner Zeden Schutzzolles. Wie diese beiden Herren sich zu den Ansichten Valfour's stellen, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls kann die Berechtigung den Forderungen des Premiers nicht abgesvrochen werden, daß dieKolonien ihren Beitrag zur Neichsverwaltung und zu? Neichsveriheidigung leisten sollten, und daß auch einer im Prinzip freihändlerischen Regierung in der gegenwärtigen Zeit der wirthschaftlichen Absperrung die Macht gegeben werden muß. drückenden Zollmaßregeln der Schutzzollstaaten durch Auflage von Differenzialzöllen oder durch andere Wiedervergeltungsmaßrcgeln zu begegnen.
Abergläubische Gemüther in Frankreich haben herausgefunden, daß die Humberts Unglücksraben sind, insofern "jeder Wandel in ihrem Ge schick eine nah? Katastrophe ankündigte. Sie stützen sia, dabei auf folgendes Zusammentreffen ver Daten. A;n 7. Mai 1902 flüchtete die Schwindlersmilie von Paris nach Madrid ;arn Tage darauf erfolgte der Ausbruch des Mont Pelee auf Martinique, der St. Pierre verschüttete. Am 8. August 1903 erschienen die Humberts vor den Geschworenen; zwei Tage später geschah das große Unglück in der Pariser U ztergrundöahn. Dem Urtbeile der Geschworenen folgten ve: Heerende Stürme. Die abergläubischen Zeichen deuten fühlen sich, scheint's, nicht wohl, wenn sie nicht die Zukunft mit schwarzen Schleiern verhängen dürfen.
Die neue Strecke der Jungfrau-bähn.
Ein Meisterwerk moderner Jngenieurkunst ist vor Kurzem seiner Vollendung um ein beträchtliches Stück näher gerbracht worden, indem imBerner Oberland die Jungfraubahn bis Eigerwand, die vorletzte Station der ganzen Strecke, fertiggestellt und dem Verkehr übergeben wurde. Ueber 9000 Fuß hoch liegt diese Haltestelle, von der ein bereits im Bau befindlicher Tunnel von 6 Meilen Länge quer durch Eiger. Mönch und Jungfraujoch bis 250 Fuß unterhalb des Gipfels der Jungfrau führen wird. Anscheinend mühelos trägt dann die elektrische Kraft den bequemen Alpenbummler auf die Höhe von 14,000 Fuß, und unterhalb der Stelle, wo heute noch immer nur verwegene Alpinisten den unbeschreiblichcn Gefahren und Schwierigkeiten des Rotthalsattels trotzen, gleiten im Vergesinnern blankblitzende Elektromoto-
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Die Bahnstrecke o b e r ha l b Kleine - Scheidegg. ren und elegante Waggons summend und surrend eine sanfteSteigung bergan, und kein plötzlich hereinbrechender Nebel, keine klaffenden Gletscherspalten und keine stürzenden Lawinen beerohen oder hemmen fürderhin noch den Aufstieg. Ein Sieg der Technik über den Trotz einer'; schier unbeugsamen Natur. Als das Projekt, eine Bahn bis zum höchsten Gipfel der Finsterahorngruppe zu bauen, auftauchte, fand das Gerücht in Laienkreisen keinen Glauben. Und selbst, als schon mit der Ausführung der Arbeit nach den Plä-
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Station Eigergletscher. BlickaufMürren. nen des Züricher Ingenieurs GuyerZeller begonnen und die erste Theilstrecke Scheidegg-Eigergletscher in Angriff genommen wurde, fanden sich noch viele Collegen des kühnen Technikers, die den Entwurf trotz der mittlerweile erfolgten Vollendung der 12,000 Fuß hohen Zermatt-Gorner-gratbahn belächelten, da die steilen Felswände des Mönchs und' der Jungfrau unzugänglich schienen. Nun können die Zweifler sich durch eine Fahrt bis Eigerwand und einen Blick in den Tunnel davon überzeugen, daß es für die angewandte Wissenschaft keine technischen Schwierigkeiten gibt, wenn eiserner Wille und genügend Geld vorhanden sind. Der Ausgangspunkt des an Großartigkeit nur von der Andcnbahn erreichten Schienenwegs ist KleineScheidegg. Hier befindet sich denn auch der Anschluß an das schweizer:sche Eisenbahnnetz mittels der Zahnradbahn Grindelwald - Lauterbrunnen. Welch herrliche Panoramen der
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Theil der Jungfraubahn mit Stromleitungss anläge. Blickauf Schnee-undSil-b e r h o x n. Freund erhabenerNaturschönheit schon unterwegs genießt, zeigt der Ausblick auf die Jungfrau nicht weit oberhalb von Kleine-Scheidegg. Von hier führt die elektrische Lokomotive über Wengern - Scheidegg zur Station Eigergletscher. Dieses Stück der Jungfraubahn bildete die erste Theilstrecke, die schon im Sommer 1893 eröffnet wurde. Eigergletscher liegt bereits 8000 Fuß über dem Meer und vergönnt uns eine entzückende Fernsicht auf das tief unten liegende Bergdörfchen Mürren. Ging der Zug bis dahin auf offener Strecke, so folgen jetzt 3000 Fuß bis zur Haltestelle Rostockschlucht, am 2. August 1899 eröffnet, von denen 2200 im Tunnel liegen.
Für die Fahrt im Finstern entschädig! die Ankunft auf der 8,400 Fuß hohen Felsterrasse, die eine herrlich! Rundschau gewährt. Bis zur 940c Fuß hohen Station Eigerwand hoffte man fchon vor drei Jahren zu drin aen. iedoch unvorberaesebene technische und finanzielle Schwierigkeiten ver zögerten die Vollendung dieses Theils der Strecke. Nahe bei der Station Ei gerwand liegen die ausgedehnten Gletscher des Eiger und Mönch.
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Ausblick von Station Eig e r w a n d.
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den befindet sich auf dem aus dem Gestein herausgemeißelten Stationsgelände nicht, und so mußte denn auch für das Restaurant der Platz erst dem Berg abgerungen werden. Die Bahn wird jedoch nicht ununterbrochen im Finstern hinaufklettern, drei Oeffnungen in der Bergwand werden alsStationen Grindelwaldblick, Mönchjoch und Gugga (letztere etwa 11,000 Fuß über dem Meer) Aussicht auf das Faulhorn und das Thal des Thunersees gewähren. Einmal in Station Jungfrau trennen uns nur noch 250 Fuß vom Gipfel, und auch dieser soll mit Hülfe eines elektrischen Auszugs zugänglich gemacht werden. Dann aber ist die Besteigung einer der höchsten Alpenspitzen eine Spazierfahrt im elekirischen Wagen.
Das Wagncr-Tcnkmal.
Seitdem der Eberleinsche Entwurf für das Richard Wagner-Denkmal in Berlin mit dem ersten Preise gekrönt und zur Ausführung bestimmt wurde, hat dieser Entwurf recht durchgreifende Aenderungen erfahren. Das obenstehende Bild zeigt das Denkmal so wie es jetzt im Thiergarten zur Aufstellung gelangt. Große Freude wird den Berliner Kunstfreunden und allen, die das Lebenswerk des titanische? Dichtercomponisten kennen und würdigen, mit diesem Denkmal nicht beschieden werden. Wie auf anderen Gcbie-
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Das Waqner - Denkmal Berlin. ten des geistigen Schaffens Ibsen, Edison, Pasteur der Menschheit neue Bahnen gewiesen haben, so hat Richard Wagner für das Musikdrama neue Formen, neue Ton- und Klangfarben, einen neuen heroischen geschaffen, er hat für diese seine deutsche Heldemnusik und ihre Tragödien sich und den Deutschen die Bewunderung der Welt erobert. Ein außergewöhnliches, wie sein Genie, völlig aus der Art der traditionellen Formen und nur die Versinnbildlichung seines Geistes suchend, müßte das Denkmal sein, das die deutsche Reichshauptstadt dem Kunstheros errichtete, der den Haß der Franzosen in Baireuth zu? Huldigung zwang. Statt dessen sehen wir ein Denkmal, wie hundert andere mehr, ganz im Zwange der Schablone. Aus der Kinderstube
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Der kleine Paul, den soeben die Mama ziemlich laut abgekanzelt, verbittet sich das mit den, Worten: Was schreist Du mich denn so an, Mama, ich bin doch nicht Dein Mann?!"
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Hoffnungsvolle I ug e n d. Durch eine Bande 12- bis 14jähriger Burschen wurde neulich die während der Ferien unbewachte Volksschule von Liepin im Departement Pas de Calais, Frankreich, vollständig ausgeplündert. Der ältesteMann Engl a n d S , ein gewijjer Charles Grecn in Lrighton, feierte dieser Tage seinen 100. Geburtstag. Der Greis arbeitete als Neunziger noch auf dem Felde und besitzt ein vorzügliches Gedächtniß. Er erfreute sich immer der besten Gesundheit und hatte zehn Kinder, deren Nachkommenschaft eine recht stattliche ist. Eigenartiger Unglücksfall. Während der Fahrt auf einem Pcrsonenzuge hatte unlängst der Heizer Lenzen in der Nähe von Neuwied, Nheinprovinz, die Feuerung geöffnet. Ein Windstoß fuhr durch das Feuer und der heiße Luftdruck schleuderte den Unglücklichen von der Maschine. Der Heizer stürzte so heftig gegen einen Kilometerstein, daß er sofort todt war. Opfer der Wellen. In Waidhofen, Niederösterreich, badeten dieser Tage die beiden Töchter des Frcgattenkapitäns Baron Boeckmann und die bei diesen zu Besuch weilende eng lische Vankierstochter Bertin Bawford im Ybbsflusse. Frl. Mizzi Boeckmann stieg auf einen Felsblock, glitt aus und stürzte in's Wasser. Fräulein Bawford sprang sofort nach, doch Frl. Boeckmann umklammerte den Hals der Engländerin, worauf Beide ertranken. Gefährlicher Transport. Ein von einem Pferde gezogener großer eiserner Kessel kochenden Theers, der bei Herstellung einer elektrischen Tram, bahn gebraucht wurde, stürzte jüngst in der Londoner Vorstadt Peckham um. Zwei junge Burschen, die dabei standen, wurden so furchtbar verbrannt, daß sie auf dem Wege zum Arzte starben. Auch das Pferd, welches den Kesselwagen zog, wurde getödtet. Ein Zeitungsladen wurde vom Theer überschwemmt, und eine Anzahl Wagen blieb im Theer stecken, als er fest wurde. Ein Soldatenfreund. Am Grazer Südbahnhofe erlag unlängst der Truchseß und kaiserliche Rath Johann Edler v. Ruthmayer, der gerade nach Wien zurückkehren wollte, im Älter von 75 Jahren einem Schlaganfalle. Der menschenscheue Sonderling ein Diamantenhändler war nicht unbekannt, denn er hatte vor einigen Jahren den Armen der Stadt Wien 400,000 Kronen (M.000) gewdniet. Nicht .geringes .Interesse brächte man daher der Eröffnung seines Testamentes entgegen. Ruthmayerf letzter Wille dürfte aber allerseits überrascht. haben; er hatte nämlich das österreichische Kricgsministerium zum ilniversalerben seines 1,000,000 Kronen betragenden Vermögens eingesetzt. Die verkaufte Scheidung. In Budapest hatte ein Dienstmädchen ?!amens Katharina Vosnyak seinem Dienstgeber drei Tausendkronennoten entwendet und war damit flüchtig geworden. Man verhaftete das Mädchen, das Geld wurde jedoch bei ihr nicht gefunden. Trotz Leugnens wurde sie gerichtlich verurtheilt, in der zweiten Instanz jedoch freigesprochen. Dieser Tage richtete Katharina Vosnyak an die Budapester Polizei ein Schreiben, in dem sie ein Eeständniß ihrer That ablegt; sie habe das Geld ihrem Dienstgeber nur deshalb entwen det, um der Frau des Postkutschers Karl Hauser, den sie wahnsinnig liebe, ihren Mann abzukaufen. Als Preis dafür, daß sich Frau Hauser von ihrem Manne scheiden lasse, habe sie ihr das entwendete Geld eingehändigt. Frau Hauser habe ihr diese Scheidung auch zugesichert, damit ihr Mann sie, Anna Vosnyak, hcirathen könne. Da sie nun ihre Freiheit erlangt und sich überzeugt habe, daß Frau Häuser sie betrüge, indem sie und deren Gatte mit ihrer Gelde sich gütlich thun, so bringe sie dies zur Anzeige. Das saubere Ehepaar wurde alsbald verhaftet. In die Luft geflogen ist neulich Nachts eine Spritfabrik in der Berliner Artilleriestraße. Der zweite Heizer der Fabrik, der seinen Kollegen, den Heizer Brey ablösen sollte, wollte eben das Grundstück der Fabrik betreten, als die Explosion erfolgte. Der Heizer wurde durch den Luftdruck zu Boden geschleudert, das Fabrikgebäude auseinandergerissen und Steinblöcke und einzelne Mauersteine weit umhergeschleudert. Eine gewaltlge Flamme loderte empor und beleuchtete das Trümmerfeld. Von dem Fabrikgebäude selbst stand nur noch die Rückwand; die beiden Seitenwände und die Hauptfront bildeten eine wüste Schuttmasse. Der Heizer Brey wurde in der Nähe des Fabrikgebäudes mit lichterloh brennender Kleidung aufgefunden. Der Unglückliche war vom Luftdruck durch ein Fenster der Hinterwand hindurch gegen ein 15 Fuß entfernt stehendes Stallgebäude geschleudert worden. Er wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo er starb. Die Feuerwehr löschte den Brand in kurzer Zeit. Man vermuthet, daß die Katastrophe durch einen Schaden an der Filteranlage herbeigeführt wurde. Durch den gewaltigen,;Luftdruck wurder;, etwa 53 Fensterscheiben in den umliegenden Häusern zertrümmert.
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