Indiana Tribüne, Volume 27, Number 31, Indianapolis, Marion County, 28 September 1903 — Page 6
Jndiana Tribüne, 28. September 1903.
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Europaische Nachrichten. gstoxria ZVellpreugen. Deutsch - Eylau. Techniker und Kupferschmied Masuhr wollte eine Segelfahrt auf dem Geserichsee unternehmen. Sei es, daß Masuhr in der Handhabung der Segel nicht genügend Erfahrung besaß, oder daß das Boot dem plötzlich sich erhebendenWind nicht Widerstand leisten konnte, kurz, das Boot schlug um. Masuhr versuchte schwimmend das Ufer zu erreichen, doch wenige Meter vom Strande sank er in die Tiefe, aus der er erst nach geraumer Zeit ans Land gebracht werden konnte. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Graudenz. Ein schwerer, fast unersetzlicher Verlust hat die hiesige Stadt und weitere Kreise in der Provinz getroffen, Bürgermeister Paul Polski ist nach kurzem schweremKrankenlager, erst 48 Jahre alt, aus dem Leben geschieden. Groß-Lichtenau. Nach vorangegangenem Streite hat der jugendliche Knecht Bonkowski den bei dem Besitzer Strich bediensteten Kuhhirten Hagemann mit einem eisernen Spaten erschlagen. Der Thäter wurde verhaftet. I a k o b s d o r f. Ein jahrelanger Groll zwischen den Arbeitern Vortanz und Goll wurde durch eine Messerstecherei zum Austrag getracht. Vortanz wurde von Goll auf der Dorfstraße angefallen und mit einem Messer derartig zugerichtet, daß sofort ein Arzt aus Riesenburg geholt werden mußte. Die Verwundungen des Vortanz sollen lebensgefährlich sein. Kulm. Das Fest seines Styährigen Dienst - Jubiläums feierte der Fürstliche Waldwart Jannusch aus Loluminer Steinort. Bei einer ihm zu Ehren veranstalteten Festlichkeit wurde ihm von seinem Vorgesetzten, dem Fürstlichen Forstverwalter Esser, das ihm vom Kaiser verliehene Allgemeine Ehrenzeichen überreicht. Marienwerder. Eine ergreisende Abschiedsfeier fand in unserer Knaben - Volksschule statt; sie galt Hauptlehrer Funk, der, nachdem er 52 Jahre im öffentlichen Schuldienss gestanden und über 49 Jahre in unserer Stadt gewirkt hat, nunmehr in den Ruhestand tritt. M o r a i n e n. Hier brannte dem Besitzer Franz Teschner seine in diesem Jahre neu erbaute Scheune mit ilinschnitt ab; durch Flugfeuer wurde auch die Besitzung seines Bruders Michael Teschner in Brand gesetzt, welche vollständig niederbrannte. T h o r n. Von dem Kohn'scken Umbau am Altstädtischen Markt fiel aus dem obersten Stockwerk ein Ziegelstein herab und der Nachtwächtekfrau Dill auf den Kopf. Frau Dill wurde dadurch so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. T o l k e m i t. Die beiden Arbeiter Andreas Gehrmann undJohann Haffke wurden in der hiesigen Ziegelei von herabstürzenden Erdmassen verschüttet und getödtet. Gehrmann hinterläßt eine Wittwe und sieben unmündige Kinder. Die Kinder des Haffke sind alle schon versorgt. Zoppot. In dem hohen Alter von fast 86 Jahren starb der frühere Amtsvorsteher, Rechnungsrath Siebenfreund. "Srot?in3 sommern. Stettin. In der Wohnung seines Vaters im Hinterhause Magazinstraße 2 tödkete sich, während der Vater abwesend war, der 23 Jahre alte Arbeiter Kohls durch einen Revolverschuß in den Kopf. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle geschafft. Durch Ueberfahren getödtet wurde in der Kreckowerstraße die zwei Jahre alte Tochter des Arbeiters Gronow. Dem Kinde, das am Rinnstein saß, gingen die Räder eines vom Kutscher Heinrich Freitag geführten vollbeladenen Wagens über den Kopf. Der Tod trat sofort ein. A n k l a m. In der Peene unwei: des Schanzberges wurde der 2ichnarst des stellenlosen Kaufmanns Peter Henk, der früher beim hiesigen Consumverein als Verkäufer in Diensten stand, wurde wegen Unregelmäßigkeiten entlassen und stand dieserhalb mit vem Verein in Klage. Nahrungssorgen dürften Henk in den Tod getrieber. haben. Dabei. Hier wurde der Rock des Bäckermeisters Joh. Kühl, der in seiner Scheune dreschen ließ, von der Wellenkurbel der Maschine erfaßt und Kühl um die Welle geschleudert, wobei N schwere Verletzungen erlitt. E i ch b e r g. Auf dem Boden seines neuerbauten Wohnhauses hat sich der Eigenthümer C. Genetzky erhängt. K l a u s h a g e n. Der hiesige Schulzenhofbesitzn Otto Asmuß wollte mit dem Handelsmann Dröse auf dem Kannensee fischen. Als sie die Netze ausgeworfen hatten, merkten sie, daß ihr Kahn leck war. Sie sprangen heraus, aber Asmuß, ein guter Schwimmer, verwickelte sich in das Netz. Dröse wurde, schon bewußtlos, von Leuten aus dem Dorfe ans Ufer gezogen. Die Leiche des Asmuß wurde erst am nächsten Morgen gefunden. K ö s l i n. Das Karl Heiden'sche Ehepaar hier feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar ist 84, seine Lebensgefährtin 73 Jare alt. . K o l b e r g. Der 69jährige Schuhmachermeister Neumann erhängte sich in einem Anfalle von Schwermuth.
P y r i tz. Die Frau des Vauunternehmers Ch. Berg fuhr Arbeiter nach dem Felde. Unterwegs begegnete ihr eine herumziehende Gesellschaft mit Bären,' Affen und Kameelen. Das Pferd wurde beim Anblick der Bären scheu und raste die Chaussee entlang in den Chausseegraben. Hierbei erlitt die Frau schwere innere Verletzunaen. so daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Ihr Sohn, der ebenfalls auf dem Wagen war, kam mit Hautabschllrfungen davon. S ch l a w e. Der hiesige Turnverein feierte das Fest seines 26jährigen Bestehens. S t o l p. Eisenbahnarbeiter Karl Hildebrandt aus Bublitz, ein Säufer, hatte seine Frau schon jahrelang auf das Gröblichste mißhandelt, so daß sie tiefe Wunden erlitt und längere Zeit krank war. Außerdem hatte er sich wiederholt an seinen Töchtern vergangen. Das Gericht verurtheilte den Unhold zu sieben Jahren Zuchthaus. U n h e i m. Beim Pflügen verunglückte der Knecht des Bauern Koppe. Man fand ihn mit den Pferden an de? Erde theilweise unter dem Pfluge liegen. Wie das Unglück geschehen ist. ist nicht aufgeklärt. Der Knecht ist durch die Pflugschar stark verletzt. rori,rz ScHleswig-Lborstein. Schleswig. Regierungsbaumeiste: Eduard Peters in Schleswig ist zum Kreisbauinspektor ernannt. B a r g f e l d. Das Wohnhaus des Eigentümers Poggensee nebst Stallgebäude wurde vollständig durch Feuer zerstört. Flensburg. Eisenbahndirektor Kuhrt hat bei dem Kreisausschuß seinen Abschied als leitender Direktor der Flenscurger Kreisbahnen eingereicht. In Flensburg verurtheilte das Marinekriegsgericht den Matrosen Schlegelberg vom Blücher" wegen Widersetzlichkeit, Beleidigung und thätlichen Angriffs auf einen Borgesetzten zu drei Jahren Gefängniß. Heide. In dem Dorfe Hemmingstedt wurde Pastor Jüriß-Deezbüll mit 104 von 170 abgegebenen Stimmen zum Prediger gewählt. H u s u m. Die Pferde des Landmanns Ketelsen in Hattstedt wurden scheu und gingen mit dem Wagen durch. Die Thiere liefen auf die Thür der Lohdiele zu, wo die Mutter des Ketelfen mit einem Kinde auf dem Arm stand. Die Frau wurde von den Pferden umgerannt, wobei sie eine .Rippe brach. Kiel. Der auch in zweiter Instanz wegen thätlicher Beleidigung von Untergebenen zu 2 Monaten Gefängniß und zur Dienstentlassung verurtheilte Leutnant zur See Pritsch hat auf das Rechsmittel der Revision verzichtet und damit die Strafe angenommen. Schenefeld. Hier entstand in dem Hause des Stellmachers Oesterreich Feuer. Da Wassermangel vorHanden war, so konnte die schnell zu: Hilfe herbeigeeilte Feuerwehr nicht verhindern, daß die Gebäude gänzlich niederbrannten. Die Mobilien konnten fast alle gerettet werden. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Provinz Schlesien. B r e s l a u. Dem Commerzienralh Georg Haase ist das Ritterkreuz 1. Klasse des sächsischen Albrechtsordens verliehen worden. G o l d b e r g. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr feierte ihr 40jähriges Bestehen. Heinzendorf. Das Wohnhaus des Zimmermanns Wilhelm Krause brannte total nieder. Es wird angenommen, daß das Feuer in der Werkzcugkammer entstanden ist. Krause war nur mit den Gebäuden versichert und erleidet dadurch einen erheblichen Schaden. Jauer. Vom Hitzschlage getroffen wurde der in der Vreslauerstraße wohnhafte Arbeiter Klose, welcher mit noch einigen anderen Arbeitern auf einem an der Hertwigswaldauer Chaussee belegenen Grundstücke aushilfsweise mit Erntearbeiten beschäftigt war. K o h l f u r t. Eine Colonne BahnArbeiter war auf der Berliner Bahnstrecke zwischen Kohlfurt und Rauscha damit beschäftigt. Schienen abzuladen. Der für gewöhnlich im Bureau des Bahnmeisters als Schreiber thätige Oswald Kutter aus dem Dorfe hierselbst war aushilfsweise zur Streckenarbeit mit verwendet worden und erlitt beim Abladen der Schienen eine starke Quetschung der einen Körperseite, so daß er mittels Tragbahre nach seiner Wohnung geschafft werden mußte. L i e g n i tz. Eine grauenhafte Blutthat wurde in einem Hause der Karthause verübt. Der Arbeiter Eckert, welcher Georgenstraße 10 wohnte, versuchte in einem Anfall von Irrsinn seine Frau zu erschlagen. Die Frau konnte, obgleich sie eine Verwundung erlitt, noch entfliehen, und Eckert nahm sich darauf selbst das Leben, indem er sich den Hals durchschnitt. L e s ch w i tz. Die Scheune desStellenbcsitzers Lamprecht brannte völlig nieder. Unter dem dringenden Verdachte, seine Scheune selbst angezündet zu haben, wurde Lamprecht verhaftet. S t r i e g a u. Im fast vollendeten 68. Lebensjahre verstarb hier plötzlich der Stadtpfarrer, Fllrstbisch'ösliche Commissarius und ErzPriester I. Dohrn. Z e d l i g. Dem gräflichen Revierforste? Alexander Hollack wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
zrsvinz 'gfofetx. Posen. Ueberfahren und getödtet wurde in Arnswalde vom Eisenbahnzuge der Hilfsbremser Gottlieb Haupt von hier. Beim Aufspringen auf seinen bereits in Abfahrt befindlichen Zug mußte er einem entgegenkommenden Zuge ausweichen, wobei sein Mantel von den Rädern erfaßt und ihm beide Beine und ein Arm abgefahren wurden. Im Krankenhause zu ArnZWalde, wohin er überführt wurde, ist er seinen Leiden erlegen. Er stand im Alter von 54 Jahren. D r a ch o w. Der 23jährige Stiefsöhn des Besitzers Schmalz war auf dem Felde und mähte. Sein Bruder pflügte in d?r Nähe. Beide suchten vor einem anziehenden Gewitter in einem Strohschober Schutz. Plötzlich fuhr ein Blitzstrahl nieder und der Mäher sank zu Boden. Dem anderen Bruder gingen die Pferde durch, und als er diefe zum Stehen gebracht hatte, sah er sich um, wo der Bruder wäre. Dieser lag am Boden und starb nach kurzer Zeit. . G n e s e n. Das Schulmädchen Ciesielski fiel in einen Graben, der zu? Aufnahme des heißen von einer Gerberei kommenden Wassers dient. Auf das Hilferufen eilten sofort Männer herbei und zogen das Mädchen heraus. Das Kind, das am ganzen Leibe stark verbrüht war, mußte in ein Krankenhaus gebracht werden, wo es unter den schrecklichsten Qualen starb. Groß-Kreutsch. Der in den 60er Jahren stehende Käthner Firlej verstarb ganz plötzlich. Da Firlej vorher zweimal Pilze gegessen hatte, so nimmt man an, daß der Tod infolge Genusses giftiger Pilze eingetreten ist. Jesuiterbruch. Das ganze Gehöft des Besitzers Hermann Braun wurde durch Blitzschläge eingeäschert. Bei Braun, der nur dieGebäude gering versichert hat, verbrannten Wohnhaus, Stall und Scheune, alle Ernte- und Futtervorräthe, das ganze Mobiliar, ein Fohlen und ein Schwein und sämmtliche Acker- und Wirthschaftsgeräthe. K r o t o s ch i n. Der hiesige Männer - Turnverein feierte sein 40jähriges Stiftungsfest, an welchem auch die Nachbarvereine Zduny, Koschmin und Ostrowo, das hiesige Offizierscorps und die städtischen Körperschaften theilnahmen. M e s e r i tz. Beim Rangiren auf dem hiesigen Bahnhof gerieth der Rangirer Scheibe unter einen Wagen, wobei ihm beide Unterschenkel abgefahren wurden; er mußte in dasPosener Diakonissenhaus gebracht werden. S ch m i e g e l. Durch Blitzschlag bei einem Gewitter gerieth der Laden des Kaufmanns Kuppi in der Fraustädter Straße in Brand. Das Hauptund die Nebengebäude mit Ausnahme eines abseits stehenden Stalles brannten vollständig nieder. Wongrowitz. Der hiesige Ee-sang-und Musikverein feierte sein 60iähriges Stiftungsfest mitConcert und gesanglichen Vorträaen. Den Schluß bildete ein Tanzkränzchen. W r e s ch e n. Arbeiter Müller, Sohn des hiesigen Dachdeckers Müller. -ar auf dem hiesigen Bahnhofe mit Aufladen von Geflüael beschäftigt. Beim Rangiren eines Wagens wurde er so unglücklich verletzt, daß er seinen Leiden erleaen ist.
Einbedauerlicher Unfall hat sich auf einem Militärschießstand bei Wesel ereignet. Dort war ein Officier mit dem Entladen eines Revo! vers beschäftigt, nachdem er kurz vorher dem Schießunterofficier Vogt befohlen hatte, das Schießen einzustellen. Vogt aber trat nochmals vor und gab einen Schuß auf die Scheibe ab. Dann sprang er zurück und gerieth unmittelbar vor die Mündung des Revolvers, den der Officier in der Hand hielt und aus dem unglücklicherweise in diesem Augenblick ein Schuß losging. Vogt wurde getroffen und auf der Stelle getödtet. Das Vergnügen, seine eigene Todesanzeiae zu lesen, hat Joseph Paupun von Eau Plaine, Wis., gehabt. In der dortigen Zeitung wurde ihm ein Nachruf gewidmet, in dem er als ältester Bürger von 84 8ahren. der seinem Vaterlande und seinen Nachbarn viel Gutes gethan hatte, geehrt und zu gleicher Zeit betrauert wurde. Tags darauf besuchte er alle seine Freunde und bedankte sich für dasLob, das sie ihm in dem Nachruf widmeten. Mich haben die Zeitungen begraben, aber ich bin noch lange nicht zum Sterben bereit!" meinte Pauvun. isxn eigenartiges Gesury unterbreitete dieser Tage ein Herr Victor Smith der Schulbehörde in Jersey City, N. I. Er sprach den Wunsch aus, daß es seinem 10jährigen Sohn gestattet werde, die Schule barfüßig zu besuchen, da der Junge, welcher früher im Süden wohnte, noch nie Schuhe und Strümpfe an den Füßen gehabt habe,, die übrigens, wie Herr Smith mit väterlichem Stolz hinzufügte, so tadellos gewachsen sind, daß sie einem Künstler als Modell dienen könnten. Die Schulbehörde hat das Gesuch in Erwäauna aezoaen. Ä o r ) o xq 1 1 ch. Sie glauoen nicht, wie groß die Furcht meiner seligen Tante vor dem Blitze war, ... als wir ihr Testament öffneten, stand als erster Wunsch, man möge doch ja ein oder zwei Blitzableiter auf ihr Grab setzen!"
Wom Auslaune.
Zwei ernste Zwischenfälle haben sich bei Manövern des französischen 92. Infanterie - Regiments ereignet. Als das Regiment in der Nähe von Tourelle übte, pfiffen mehrere Kugeln in der Nähe einer Gruppe von Osficieren vorbei. Unter den Officieren befand sich auch der Oberst. Das Manöver wurde sofort eingestellt. Später ereignete sich ein ähnlicher Vorfall bei demselben Regiment. Eine Kugel wurde von einem Unbekannten gegen die Officiere abgefeuert und gefährdete auch mehrere Soldaten. Das Regiment wurde sofort in die Kaserne zurückgeführt, wo eine strenge Untersuchung eingeleitet wurde. Größereprähistorische Funde sind unweit des altmärkischen Dorfes Mechau gemacht worden. Bei Ausgrabungen fand man zahlreicheGegenstände, die zum Theil der jüngeren Steinzeit angehören; die meisten stammen aus der Bronze- und der römischen Kaiserzeit. Es wurden allein etwa 70 Urnen zutage gefördert, unter denen sich auch die seltenen Fensterurnen" befinden, ferner Urnenharz, Schmucksachen, Ohrringe, geschmolzene Perlen; Broschen und Gewandnadeln entdeckte man in Menge in den Urnen, auch Werkzeuge aus Stein, Kammstücke aus Knochen, sowie Bronzebeschläge von Schmuckkästm. Der überaus reiche Fund dürfte dem Altmärkischen Museum überwiesen werden. Die Vorliebe des deutschen Kaisers für die alten Armeemärsche hat unter Anderem darin ihren Ausdruck gefunden, daß der Kaiser vor Jahren die Wiedereinfügung zahlreicher solcher Musikstücke in das Repertoire der deutschen Musikkapellen anordnete. Welchen Marsch er indessen besonders liebt, hat unlängst die Kaiserparade in Zeithain bei Dresden offenbart. Gelegentlich des ersten Vorbeimarsches der Truppen vor den beiden Monarchen spielte nämlich das preußische Dragoner - Regiment No. 4 den alten Finländischen Reitermarsch". Es geschah dies auf besonderen Wunsch des Kaisers. Als die Truppe in Parade vorbeidefilirte, äußerte Kaiser Wilhelm zu König Georg von Sachsen: Dies ist mein Lieblingsmarsch, den ich sehr gern höre, und den ich mir bei jeder passenden Gelegenheit vorspielen lasse." Veranlaßt durch das furchtbare Unglück auf der Untergrundbahn in Paris ist von dem Mitgliede des Institut de France Lippmann an die Constructeure aller Länder eine Aufforderung zur Herstellung eines die Gefahren des Kurzschlusses aufhebenden Muster - Dynamos" für Zwecke der Industrie und des Verkehrs erlassen worden. Hauptbedingung sei, die vegetabilischen Bestandtheile, wie Baumwolle und Papier, welche gegenwärtig als Spulenhülle dienen, durch mineralische Substanzen zu ersetzen. Principiell sei diese Aufgabe schon in Laboratorien gelöst; es handele sich nun darum, einen alle Garantien bietenden Massenartikel zu schaffen. Lippmann's Aufruf wird vielleicht den Anstoß zur Ausschreibung eines von den großen elektrischen Ve!neben, in erster Lim? von den Verkehrsanstalten aller Länder zu dotirenden Hauptpreises und mehrerer kleinerer Preise geben. Ueber die Freilassung des Vurenführers Dr. Krause wird aus London geschrieben: Vor dem Eefängnisse Pernonville hatte sich eine größere Anzahl von Burenfreunden versammelt, um Dr. Krause beim Berlassen der Strafanstalt zu begrüßen. Von Seiten der Gefängnißverwaltung hatte man jedoch eine Demonstration verhindern wollen, und der Erwartete befand sich deshalb nicht unter den zahlreichen anderen Gefangenen, die nach Verbüßung ihrer Strafe entlassen wurden. Erst eine halbe Stunde später fuhr eine elegante Equipage in den Gefängnißhof. In dem Wagen saß Mrs. Dixon, die Schwester des Dr. Krause, die ihren Bruder abholte. Dr. Krause hegt den Wunsch, nach SüdAfrika zurückzukehren und sich dort als Rechtsanwalt niederzulassen. Falls ihm die Rückkehr nicht erlaubt werden sollte, so will er sein Leben Studi-n widmen und großeReisen unternehmen. Jedenfalls ist er fest entschlossen, in Zukunft keine Politik mehr zu treiben, - Der Sarkophag der Kaiserin Friedrich ist jetzt im Atelier von Professor Neinhold Begas in Berlin nahezu in Marmor vollendet. Als Material wurde, entsprechend einem letztwilligen Wunsche der verblichenen Kaiserin, griechischer Marmor verwendet, dessen Bearbeitung recht schwierig war. Die auf dem Sarkophag ruhende Gestalt der Fürstin ist ganz fertiggestellt und gibt in dem schönen Material die friedliche, verklärte Stimmung, welche schon das Tonmodell auszeichnete, noch in erhöhtem Maße wieder. Trefflich ist in Marmor der seidene Stoff herausgearbeitet, der sich um den unteren Theil des Körpers breitet und auf denSarkophag niederfällt; er trägt einen Saum von Kaiser- und Königskrönen, die von Passionsblumen unterbrochen sind. An der schmalen Sarko phagfläche zu Häupten der Kaiserin ist ihr Name eingemeißelt. Der Marmorsarkophag ist für die Ruhestätte der Kaiserin in der Friedenskirche zu Potsdam bestimmt und wird dort neben dem Kaiser Friedrich - Sarkophag von Begas seinen Platz erhalten
FinanztkUe 'Nkwtrthschaft. Ueber die serbischenFinanzen schreibt die Bossische Zeitung": Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß beim Abschluß des letzten Anleihevertrages eine schwebende Schuld, die damals 32,5 Millionen betrug und die sich jetzt noch immer auf dreißig Millionen Franks bcläuft, serbischerseits wissen!lich verheimlicht worden ist. In Bethätigung einer früheren Meldung wird uns aus Semlin gemeldet, daß die Aufdeckung dieser ungeheuerlichen Thatsache dem König Peter persönlich zu verdanken ist, der die Versuche, die frühere Mißwirtschaft zu vertuschen und dadurch fortzusetzen, für durchaus verwerflich erklärte. Ter König ordnete sofort die Einführung einer doppelten Buchhaltung im Staatshaushalte an, da sich herausstellte, daß die bisher verborgen gehaltenen Schuldsummen nicht blos auf die Plünderung verschiedener Fonds und Depositen zurückzuführen sind, sondern auch auf angebliche Buchirrungen", auf Unterschleife und auf Verschweigung der dadurch bervorgerufenen Fehlbeträge vor der Monopolverwaltung. Trotz alledem sei man in den leitenden Kreksen Serbiens der Ueberzeugung, daß das Land noch immer Hilfsquellen besitze und kreditfähig sei.
Tcr russische Jizckönig. Der zum Statthalter des mandschurischen Gouvernements ernannte General-Adjutant Alexejew kann auf eine glänzende Lausbahn zurückblicken. Im Jahre 1843 geboren, nahm er von 1880 bis 1883 als Kommandant des Kreuzers Afrika" an einer Weltumschiffung Theil. Dann wurde er zum Marine-Bevollmächtigten inParis ernannt, wo er bis 1886 verblieb. Nachdem er als Kapitän 1. Ranges mehrere Jahre den Kreuzer Admiral Kornitow" befehligt hatte, eine Stellung, die ihn mit der Zarenfamilie mehrfach in nähere Berührung brachte, wurde er 1892 zum Gehülfen des Chefs des Haupt-Marinestabes befördert. Nach Ausbruch des japanischen Krieges wurde der nunmehrigeKontreadmiral Befehlshaber des in den chinesischen Gewässern stationirtenGeschwaders. Nach dem Kriege wurde ihm der Oberbefehl über die Flotte des Stillen Ozeans übertragen zugleich mit dem Kommando über die Truppen in Port Arthur und Talienwan. In dieser Stellung verkörperte er während des chinesischen Feldzuges die höchste Militärgewalt seines Landes. Im Mai d. I. wurde er zum Admiral befördert. Seiner ganzen Stellung nach konnte nur Admiral Alexejew für den neuen Posten als Statthalter der russischen Gebietstheile in Ostasien in Frage kommen. nur Verhaftung dcs Hochstaplers V!oleseu in Innsbruck meldet man die folgenden Einzelheiten: Manolescu gestand dem Untersuchungsrichter, daß er vor einigen Jahren einen größeren Diebstahl in Wien versucht habe. Man glaubt indessen, daß er dieses Gestandniß nur gemacht habe, um nicht sofort an Berlin ausgeliefert zu werden. Seine Aburtheilung in Innsbruck erfolgt zunächst nur wegen Landstre!cherei und Falschmeldung,; dann wird Manolescu dem Landgericht in Wien übergeben und hierauf dem Auslande ausgeliefert werden. Er gab ferner an, daß er nach seiner Flucht aus der Irrenanstalt Herzeberge bei einer ihm bekannten Berliner Dame ein Darlehen erhalten habe, das ihm seine Flucht über Dresden, Karlsbad und Marienbad nachJnnsbruck ermöglichte. Ueber die Zustände und die Behandlung in Herzberge beklagte er sich bitter und meinte, er wolle viel lieber in einem österreichischen Gefängniß als in einem deutschen Irrenhause untergebracht sein. Manolescu wohnte in Innsbruck im Hotel zur Sonne". j Als Bildhauerinnen haben sich noch recht wenig Frauen hervorgethan. Berechtigtes Aufsehen macht jedoch in Wien das mit künstlerischer Vollendung ausgeührte Grabdenkmal Johannes Brahms. der in einem von der Kommune Wien gespendeten Ehrengrabe auf dem Zentralfriedhof ruht. Fräulein Elfe Conrad, die Schöpferin des Denkmals, ist eine noch sehr junge Dame, welche schon als' Schulmädchen bei sehr guten Meistern Unterricht im Zeichnen und Modelliren nahm. Die Vollendung ihrer Ausbildung erfolgte in Brüssel. Nach ihrer Rückkehr nach Wien beschickte sie die Ausstellung in München, wo sie einen Preis erhielt. Wenn die Büste dcs großen Musikmeisters außerordentliche Ähnlichkeit zeigt, ist dies dadurch zu erklären, daß Brahms sehr häufiger Gast im ElternHause der Künstlerin gewesen ist. und Elfe Conrad viel Gelegenheit batte. sein Aeußeres zu studiren. Auch das Grabdenkmal auf dem Wiener protesiantischen Maßleinsdorfcr Friedhof von Frau Marie Boshard von de Merghcl, der Gründerin des Vereins für erweiterteFrauenbildung. der ersten Präsidentin dieses Vereins, die sich um die gymnasiale Mädchenschule in Wien und um den Zutritt der Frauen zum Universitätsstudium große Verdienste erworben hat. ist ein Werk von Fräulein Conrad. gmammnof. Parvenü: Ich sag' Ihnen, auf die ganze Höhe meines Reichthums darf ich mich gar nicht besinnen, sonst wird mir schwindlig
