Indiana Tribüne, Volume 27, Number 30, Indianapolis, Marion County, 26 September 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 26. September 1903,
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Samuel Adams.
2 10. Toöeötag tc Vaters der ameri
kavischen Revolution." Dieser Tage sind es 100 Jahre, seit Samuel Adams, genannt der Vater der amerikanischen Revolution," zu Boston die Augen zum ewigen Schlummer schloß. Samuel Adams, der 1722 in der Hub"-Stadt geboren ward, graduirte 1740 am Iale College und wandte sich der kaufmännischen Karriere zu. Er war von 1756 bis 1764 Steuer-Kol-lektor und entwarf im letztgenannten Jahre die Instruktion, welche die Bostoner Bürgerschaft für ihre neuen Legislaturmitglieder hinsichtlich der von der englischen Regierung proponirten Stempelsteuer bestimmt hatte. Die Schrift- war der erste in Amerika erhoben? Protest gegen das vom englischen Parlamente erhobene Recht, in den Kolonien Steuern ausschreiben zu können. Im nächsten Jahre wurde Adams selbst in die Legislatur von Massachusetts erwählt, wo er als Clerk des-Hauses fungirend. außer anderen
bemerkenswertben Protokollen und
Schriften jener Zeit der feuerigen Agitation, auch ein Cirkular verabfaßte. m dem die übrigen Kolonien zur BeiHilfe in der Vertheidigung der gemeinsamen Rechte der Amerikaner aufge
fordert wurden. Nebenher machte er
unablässig m Reden und Zeltung--artikeln auf die Mißstände der eng-
lischen Regierung aufmerksam, so daß
der Gouverneur Bernaro von Massa
chusetts einmal sagte: Jder aus der
Feder Adams' fließende Tintentropfen stickt wie eine hörnte Schlange." Es
wurde sogar ernstlich die Frage erwo
gen. ob man Adams auf Grund eines
alten Statutes aus der Zeit Hemrichs VIII. nicht nach England depor-
tiren könne. Im Jahre 1772 beschloß
die englische Regierung, daß die Rich
ter in Massachusetts hinfür nicht mehr
von der Kolonie, fondern von der Krone
form im Charakter der Landestracht.
Die Grundfarbe für Rock und Bern-
kleider ist überall dunkelblau; nur die
Linienkavallerie und die Feldartllleri! haben hellgraue Beinkleider mit rothen
Streifen. Auf den Wafrenrocken der
Linieninfanterie sind Kragcnpatten. Ackselklavren Acrstöc und Auf-
schlagspattcn roth; die Schützen haden dieselben Stücke in Grün, die, Genie truppen in Hellblau. Die "Artillerie trägt einen schwarzoeschnürten dunkel-
blauen Tolman nach bisherigem fran-
zösischen Muster, dazu eine schwarze
Lammfellmütze mit rothem Deckel, der mit fünf weißen Borten geschmückt ist. die. vom Mittelpunkte des Deckels auS-
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A Uutcro'fi;icr d,r Feldartill,rik; B Linleil.
faüaumjt; C i'imfmnfantenjt.
webend. aewissermas:en einen fünfstrab-
ligen Stern darstellen. Die gleiche Kopfbcdclung wird ron der Reiterei getragen. ',.,,Die Lir.ienkavallerie hat regimenterweise verschiedenfarbige Abzeichen auf. den blauen Waffenröcken. dazu messingene Achsßlschuppen. Die
Ulanen glichen -bis aus die Pelzmutze fast aenau den vrcukiscken Garde-Ula-
n'en; sie. haben blaue .'Ulankas mit ro-
tben Abzelcken und meisten Litzen und
Knöpfen; zur Parade werden rothe Rabatteis Aufgeknöpft Die Lanzen-
flaggen sind roth.
tun
Samuel Adam?.
bezahlt werden sollten. Die MatV
nähme wurde als ein direkter Schlag aeaen die Unabhängigkeit des Gerichts
wesens angesehen, und zur Besprechung
dieser und anderer Angelegenheiten budetcn sich auf die Anregung Adams' in
acht Städten von Massachusetts Kor-
respondenz-Komites," die sich zu den
interkolonialen Komites erweiterten.
welche 1774 zum ersten ontmental-
Konaren in Vbiladelvbla zusammen-
traten. Adams war sowohl Mitglied
dieses Kongresses, als 1776 einer der Unterzeichner der Unabhänaiakeits-
erklärung. Er gehörte dem Kongresse
ackt Ttaoxt lana an. war dann Staats'
senator von Massachusetts und 1788 Mitglied der Staatskonvention zur Ratifizirung der Bundeskonstitution.' Im Jahre 1789 wurde Adams zum Bize-Gouverneur des Bay"-Staates gewählt; von 1794 bis 1797 fungirte
er als Gouverneur. Am 2. Oktober
1803 erfolgte sein Ableben. Dir Wehrkraft drs Sultans.
Stärke. ubilöung. inthettung und Uni
formirunz der türkische Armee.
Wie die Dinge heute wiederum einmal auf der Balkanhalbinsel, dem
Wetterwmkel Sudosteuropas liegen,
kann es nicht unangebracht erscheinen.
emen Blick auf die Wehrkraft des tur kischen Sultans zu werfen. Die türkische Armee, deren Friedens
stärke auf etwa 220.000 Mann geschätzt 'wird, -kann im Kriege auf rund 865,-
000 Mann gebracht werken, die voll
kommen ausgerüstet und militärisch
gut ausgebildet sind; dazu können nach
Bedarf 250.000 Mann mit kürzerer Dienstzeit und 400.000 Mann des
Jlaveh- (Ergänzung-) Heeres treten i r tt i. . nrn
oas ucy aus oen im rieoen vom iucin tä'rdienste befreiten Mannschaften zu . sammensetzt. Die allgemeine und per
sönliche Dienstpflicht, die für jeden
Mohammedaner besteht, erleidet viel-
fache Einschränkungen und Ausnah
men. Im Frieden ist die Armee in sieben Korps und zwei selbstständige
Divisionen eingetheilt, von denen für
den Fall eines Krieges aus euro
päischem Gebiete drei Korps in erster Linie stehen, nämlich das erste Korps
(Konstantinopel), das zweite (Atom
nopel) und das dritte (Saloniki). Durchschnittlich soll jedes Ordu (Korps) ein Rizam- (Linien-) Korps, zwei Redif- (Landwehr-) Korps und ein Mustahfiz- (Landsturm-) Korps
enthalten.
Das Aeußere der türkischen Armee
ist bis auf die abweichende Kopsoe-
deckung, den Fes, meist nach euro-
palschem Vorbilde geregelt: nur cm
zelne Truppentheile, z. V. die albane-
fischen Regimenter, tragen eine Um-
.:, CrcMche Wahl.
?er 'deutslkie Qtat nd der neue Staats,
Utxttbr deS ReichöschatzamteS. Die Ernennung des bayerischen
Staatsraths Hermann Freiherrn v. Stengel zum Nachfolger des von seinem Amte zurückgetretenen Freiherrn v.
Thielmann als Staatssekretär des deutschen Reichsschatzamtes hat nicht
nur in Suddeutschland, sondern im
ganzen deutschen Reiche hohe Befriedi-
guna hervorgerufen. Hegt man doch
die begründete Hoffnung, daß er die ihm gestellte schwierige Aufgabe, die bercits von Miquel inaugurirte Neugestaltung der Reichsfinanzen, zum Wchle des Reiches durchführen- wird. ,
chon seit Langem hat sich eim
Reichsfinanzreform im Interesse der Einzelstaaten als unumgänglich herausgestellt. Das Reich kämpft mit pinem gewaltigen Defizit und hilft sich
y-fi MnTthn nt 1tn CrtSiiThf nrnn
VUkU. tiiUVIiyiltf VkW vm wvv-.v stetig und bedenklich in die Höhe trei-
den. Die Ausschreibung ungedeckter
Matrikular-Umlagen hat längst ba3
Höchstmaß denen erreicht, was den
Bundesstaaten in dieser Hinsicht zuge-
muthet werden kann. Die kleinen mit-
teldeutschen Staaten sind in der That bereits an der Grenze ihrer Leistungs-
fahlgkeit angelangt, aber auch sammtlichei anderen Staaten vermögen ohne
Störung des Gleichgewichts im Etat
den Reichszuschuß nur mit Schwierig-
leiten aufzubringen...
Hermann v. Stengel ist ein sehr ge-
wandte? Parlamentarier, der schon seit
IS Jahren m den Ausschüssen des Bundesraths eine hervorragende Rolle in finanziellen Dingen spielte und in den
Kommissionen des Reichstages sich als
sehr kennwißreicher Fachmann, namentlich im Steuerwesen erwies.
Freiherr ,v. Stengel, der aus einer
Familie stammt, die wiederholt b?rühmte Gelehrte und Juristen aufzu-
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Zlnscr Mädcrl.
Von Heinrich vchuUern. Wie die meisten ' .aufgeweckten"' Kinder, zeigte auch Klein - Edith von jeher ein redliches Bemühen, ihre Umgebung durch originelle Aeußerungen zu erheitern und zu entzücken. Edith's Mama behauptet sogar, die Aussprüche ihres Mäderls seien die allerreizendsten, die je ein. Baby zum Besten gegeben. Auch der Papa hat ähnliche AnWandlungen von Elternstolz. ' Mütter und Väter anderer kleiner Humoristen dürften allerdings über die folgenden Proben aus Edith's Anekdotenschatz weniger sanguinisch urtheilen. Liegt doch das in der Natur der Sache. Wenn sie diese Proben, nur überhaupt als erwähnenswerth anetkennen, möge es genügen. Edith selbst würde sich freilich wegen eines gegentheiligen Resultats meiner Bemühungen auch kein graues Härchen wachsen lassen, denn sie hat die beneidenswerthe Eigenschaft, alles gerade so am besten zu finden, wie es eben ist; Sie möchte zum Beispiel in Salzburg geboren sein und leben. Unser jeweiliges WohnHaus ist ihr das Paradies. Daraus wird verständlich, daß sie auch keinerlei Groll ob Eva's Apfelgenäschigkeit empfindet. Man sagte ihr vor Jahren, daß alle Menschen im Paradiese wären. wenn diese leichtsinnige Eva dem Himmelvater, der es so gut mit ihr meinte, gehorsam gewesen wäre.
Das scheit (gescheiht)",, rief sie, Eva nit folgt, (daß Eva nit gefolgt hat), a (für das schwierigeWort: sonst) Ed (Edith) nit in Salzburg sein." Auch in Bezug auf den Schutzengel hat sie eine sehr selbstständige Ansicht. Schon als ganz kleines Kind blieb sie, ohne zu klagen, allein im Zimmer. Mutter sagte ihr einmal, als sie wieder im Dunkeln bleiben sollte, zum Troste: Da, ganz neben Deinem Betterl, steht der Schutzengel. Der ist immer bei Dir, ganz da, neben dem Betterl." Nach einer kleinen Pause des Nachdenkens bemerkte sie, während ihre Züge eine gewisse Unbehaglichkeit ver-
ncthen: Lieber nicht!" In den
Wortlaut, des Glaubensbekenntnisses brachte sie eine tief einschneidende Beränderung. Sie betete immer wieder:
Geboren aus Pontus Pilasus." Das war allerdings eine böse Verwechslung,
ähnlich jener, die ihr passirte. als sie irgendwelchem Besuche gegenüber ihr nacktes Oberärmchen zeigte und, auf
die charakteristischen drei Narben deu
tend, die Erklärung abgab: Da g'firmt." Man bedeutete ihr, daß sie erst später werde gefirmt werden. Edith eine Uhr kriegen?" warf sie ein. Vielleicht," antwortete die Mama.
Ja (mit einem verächtlichen Blick
aus eine Zehnkreuzeruhr, die, an ihrem Vrusterk, baumelte).', 'aba. 'schon eine
lebendige Uhr, wie die Mama hat.
Vor dem Storch hatte sie einen außerordentlichen ' Respekt. Der muß g'scheit sein," sagte sie einmal, daß er immer ein Kinderl findet, was Papa und Mama gleichsieht." Den Oster-
qasen yzelt sie für heilig, zum mlnde
sten von der Rangklasse des heiligen Nikolaus, und sprach nur mit großer
Ehrfurcht von ihm. Als wir vor elm
gen Jahren zum Apriltermin die Woh-
nuna wem eilen, . wuroe Edith von
Mama im Hinblick auf das heranna
hende Osterfest folgendermaßen geneckt:
Jetzt, was wird Heuer mit dem Oster
Hasen sem? Der sucht Dich in der alten Wohnung. In die neue findet
er nicht. Woher soll er wissen, wohin
Hermann Freiherr v. Stengel. weisen hatte, wurde 1837 zu Speyer geboren. Er hat den größten Theil seiner Beamtenlaufbahn im bayerischen Finanzministerium zurückgelegt und galt schon seit längerer Zeit als Kandidat für den Posten des bayerischen Finanzministers, wenn eine Vakanz eingetreten wäre. Im Jahre 1884 wurde Freiherr v. Stengel, damals Ministerialrath im bayerischen FinanzMinisterium, zum Bevollmächtigten beim Bundesratb ernannt, dem er bis zu seiner jetzigen Ernennung angehört hat. Sowohl im Bundesrath wie im Reichstag hat er sich große Anerkennung und Achtung erworben.
. Zir wollten einmal einen spazier-
lz'ang -machc, zweifelten aber wegen des Wetters. Sie rieth, das Aneroid
mitzunehmen, damit ts schön Wetter bleibe.
Auf einen Spaziergang nahmen wir
eine Buttersemmel für Editb mit.
Nachdem sie dieselbe während emer Rast verzehrt hatte, sagteMama: So. jetzt mußt Du Gott .danken, daß er
Dir die Buttersemmel gegeben hat." Schneck," rief sie, die mir (wir) beim Grubingerwirth 'kauft!"
Es. gelang dann aber doch, ihr be-
greiflich zu machen, daß' die Semmeln
von den gsldenen Aehren stammten, die der liebe Gott wachsen ließ. Und man
zeigte ihr ein Weizen'ld. Sie merkte
sich auch, was man ihr da erzählt hatte.
denn nach längerer Zeit fragte sie. auf
ein Aehrenfeld zeigend: Mama, wachst
da das Butterbrot?" Gefällt Dir das Wegerl, das wir gemacht haben?" fragte ich sie, als wir am Ziel eines Ausflugs ankamen. Darauf sie erstaunt: Wir das Wegerl nit g'macht hab'n ?" ' . Hang zum Buchstäblichnehmen zeigte sie auch, als ich einmal, auf die Nase deutend, sagte: Da sitzt der Schnupfen." , Sitzt er?" fragte sie hocherstaunt. Sie hatte einmal etwas vom Grünspan gehört, und daß ein unfolgsames Kind, welches sich nicht nehmen ließ, alles anzuschnullen, daran gestorben sei. In einem Gasthaus setzte man ihr bald darauf ein Eierbecher! aus Messing vor. In ihrer Angs: vor Grünspan wollte sie es nicht berühren. Mama, die es sorgssai glänzend geputzt hatte, nöthigte sie aber, das Becherchen zu benützen. Mit verhaltenem Zorn gehorchte sie und, sagte trotzig: Mi? gleich, wenn i giftig werd'!" , Großes Erstaunen rief die Orientirungstafel eines Aussichtspunktes in
ihr wach. Siehst Du, da sind alle Berge bezeichnet. Die Leute wollen
eben wissen, wie die . Berge heißen." Jndignirt schüttelte sie das Lockenköpf-
chen: Die Leue nicht so neugierig sein
brauchen! -
Bei einem Ausfluge nach Bayern kaufte ihr Mama irgendein Spielzeug
und äußerte sich mir gegenüber erstaunt
über die Billigkeit des Gegenstandes.
Denke Dir. nur 50Pfennlg kostet es!
.Edith interessirte sich auch für den billigen Preis und rief ungeduldig: Geh, wie viel ist ' denn das auf
deutsch?". . Wie für alle Kinder hatte das Thea
ter auch für Edith immer ganz beson-
deren Reiz. Sie wollte nicht einmal . a t c . r i l rt
Die Im oes ?llmmens oer nnru mente im Orchesterraum versäumen.
;i:J den letzten Jahren, seit sie' doch
schon ein ziemlich 'großes Mäderl ge-
,worden, ist sie osier als. früher rn's
Theater gekommen. Aber sie zeigt sich
damit noch nicht zufrieden.
Geh. Editherl," sagte Mama letzthm. später, wenn Du groß bist, freut
Dich das Theater vielleicht gar nicht
fnw.-
Eben deshalb muß ich jetzt die Ze;t
benützen." behauptete sie mit schlagen der Logik."
, Ja, Editherl wächst heran, die Kind'erschuhe fangen ihr schon an zu eng zu werden. Sie fliegt nicht mehr mit
den goldenen Flügerln der kindlichen
Arglosigkeit über die Dlnge hmweg,
sondern sucht m.sie einzudringen, sie
zu durchforschen.
könnte man solck ein Mesen länaer.
wir gezogen sind?" O.'das sagti viel länger in seiner ganzen kindlichen
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tarn ja jeDe.tr antwortete ne ganz sorglos. (Hinu wäre eine Illustration von Ludwig Richter wllnschenswerth.) Für Rangklassen zeigte sie überHaupt frühzeitig Verständniß, und interessirte sich ganz besonders für die Distinktionen des Militärs. Ein 'terndl, zwei Sterndln, drei Sterndln." zählte sie immer. Ueberall wollte sie den Rang wissen. Sogar unter den Thieren ihres Bilderbuches wünschte sie offenbar. hierarchischeOrdnung. Denn sie fragte einmal, mit dem kugelrunden, ewig nassen Fingerl auf zwei Raubthiere deutend: Mama, ist Tiger mehr als Wolf?" Eine andere 'charakteristifche Eigenschaft von Klein - Edith ist, oder war zum mindesten ihre Vorliebe für bildlichen Ausdruck. Den modernen Dichtern gleich, verschmähte sie die gewöhnlichen Namen der Dinge. Allerdings nur so lange, bis ihr die landläufigen Bezeichnungen ge läufig wurden. Gebrauchte Wäsche nannte sie bis dahin verwelkt", und als sie, einmal in einem See baden wollte, der Wellen schlug, klagte sie: Ed nicht mag in's Wassa gehn, a (wenn) der See so Falten macht." Bei Gelegenheit einesSpazierganges wies sie einen Operngucker, von dem sie wußte, daß er verstaubt war und trübe Bilder gab, ärgerlich mit den Worten zurück: Geh, den nehmen wir nicht mit, der ist ja immer heiser!" Gewiß originell war auch ihre Be-
Zeichnung der Meduse. Sie nannte sie
,die ZZrau mit den Regenwurmern am
Kopf". Auf das Originelle des Ausdrucks verzichtete sie auch in größter
Aufregung nicht. Als sie einmal
ein Schulmaderl schon unversehens an einem Freitag Fleisch gegessen, war sie kaum zu trösten. O je," jammerte
sie, wo ich so spar' mit den Sünden!"
In der Sommerfrische pflegte sich
unser Salzburger Nockerl" als große Freundin der Natur äußerst wohl zu
suhlen. Hier wartete sie auch mit emi gen saftigen Schlagern auf.
Herzigkeit genießen!
Wir Eltern sprechen oftmals noch in
Ediths einstiger unbeholfener Kinder-
spräche miteinander.- Sie versteht sie nicht einmal mehr. Mit Wehmuth und Freude zugleich sehen wir, schon
ein kleines Jungsraulern vor uns ent
stehen, ein liebliches Mädchenbild, in dem sich eine zarte Seelenknospe schüch-
tern regt. An's Christkind glaubt sie
nun schon einmal nicht mehr. Die Schule hat sie in diesem Glauben schwankend gemacht, und jetzt in den
höheren Klassen derselben ist auch nicht ein Schatten mehr davon geblieben.
Das letzte Weihnachtsfest benahm uns
hierüber jeden Zweifel. Ihre Puppe, die ebenfalls Edith heißt, bekam eine
neue, himmelblaue Toilette.
..O. icd bad die cama imon am
blauen Kleiderl arbeiten sehen." be
kannte sie nach der Bescheerung. aber ich hab' nichts merken lassen. Es wär'
halt doch der Mama die Freud' ver-
dorben worden!
-.
AucheinGlück. Sie sehen ja heut' so vergnügt aus, was ist denn
passirt?" Ja, denken Sie sich, Herr
Nachbar, mein Sohn hat heute ein
Jahr , Gefängniß erhalten, und ich
dachte, es wurde mindestens fünf Iah re Zuchthaus setzen!" Ein bekannter Prcdi ae r rauchte außerordentlich gern Ta
bak. Einmal kam eine Dame in sein Zimmer, und als sie sah, daß erwieder die Pfeife im Munde hatte, hob sie den Finger empor und bemerkte: Ei, ei, da opfern Sie wiederum Ihrem Götzen!" Der Geistliche'sah sie ruhig an
und entaeanete. wahrend er tmt
Rauchwolke von sich blies: Nein, gnä dige Frau, ich verbrenne ihn!"
Verschnappt. Herr: Brummt denn Ihr Mann nicht, wenn Sie diesen Sommer wieder vier Wo-
chen verreisen? Dame (bestürzt): Wo ber wissen Sie. daß er brummen muß?
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