Indiana Tribüne, Volume 27, Number 30, Indianapolis, Marion County, 26 September 1903 — Page 3
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Allgemeine
Erhöhung der Frachtraten von den Bahnen geplant. Gewaltstreich von Parks und Genossen auf ihrer Convention. Hervorragender Reform - Chinese sucht Schutz. Bürgermeister in Illinois unter schwerer Beschuldigung. Contractor fällt Tynamit'Attentat zum Opfer. Verhaftung von Teutschen beim (5o lorado Streik. Ot.TlslrtflT it. 3 lUamtt St Vllt.M. IIVU11 Will JtUUU(ll VH OM' des'Münze. Erhöhung der Frachtraten. Chicago, 20. Sept. Der Sie-cord-Heralö" wird morgen ankundigen, eZ sei eine Bewegung unter den ge sammten Bahnen des Landes im Gange, um eine allgemeine Erhöhung der Frachtraten zu Stande zu bringen. Als Grund wird die starke Erhöhung der Arbeiterlöhne aller Klassen, sowie der Preise sür das von den Bahnen benutzte Material angeführt. Aus gleichem Grunde wurde im Vorjahre eine ähnliche Erhöhung gemacht, die am 1. Januar in Kraft trat. Damals prote stirten die meisten Versender, und es heißt, die verschiedenen Fabrikanten und industriellen Verbände wollen sich gegen weitere Steigerung verbinden. Bittere P a r t e i k ä m P f e. K a n s a s C i t Y. 23. Sept. Präsident Buchanan vertagte heute die Jahrcs-Eonvention der Brücken- und Eisen-Arbeiter ohne Datum, um einem ernsten Kamdf und vielleicht einer Zersplitterung der Organisation vorzu beugen. Es handelte sich um Zulassung Danie! Brophy's, eines Buchanan An Hängers aus Scranton, Pa. Die Sitzung war geheim ; indessen wurde später bekannt, daß ein Freund von Parks erklärt habe, Brochy's Beglaubigung sei gefälscht. Nach dieser Behauptung entstand ein solcher Tumult, daß Präsident Buchanan die Versammlung für vertagt er klärte. Parks betont, daß er und seine Leute nichr im Verein? mit Brophy tagen werden. Nachmittags constituirten sich die Anhänger von Parks, übertrugen dem 2. Vice-Präsidenten Worden den Vor sitz und beschlossen. Brophy keinen Sitz zu gewähren. Präsident Buchanan, der sich von dem Saale entfernt gehal ten. erklärt die Beschlüsse der ParksConvention sür statutenwidrig und verweizert ihnen seine Anerkennung Bringt einen ik o p s in Sicherheit. San Francisco, 25. Sept Die chinesische Bevölkerung ist heute in gewaltiger Aufregung über die Ankunft von Leung Kai Ehen, dem Vice-Präsi denten des chinesischen Reform Ver bandes. r vertritt die toacve des jungen Kaisers und die Kaiserin-Wittwe soll für seine Verhaftung $100,000 geboten haben. 10,000 Chinesen in Californien gc hören zur Reformpartei und, vbwohl Leung sich von einer Leibwache bewachen läßt, befürchtet er doch keine Verhaf tung. Er wurde vom Landungsplatze nach Ehinatown in feierlichem Aufzuge ge leitet. In dem Zuge befanden' sich 50 Wagen mit chinesischen Geschäftsleuten. Später fand 311 Ehren Leungs ein Bankett statt. Kriegsschiff nach Nicar a g u a. Washington, 25. Sept. Da die Unruhen in Nicaragua die Jnter essen einer amerikanischen Dampfschiff fahrts-Gesellschaft berühren, hat das Staatsdepartement das Marineamt um Absenkung eines Kriegsschiffe ersucht. Das Kanonenboot Nashville" in Pen sacola geht demnächst nach BlusieldZ in Nicaragua ab. Corruption der StadtVerwaltung. rr . l t l crn; x. nr r -1.1 JJ IX 0 11, '2JUO)., 6D. JU Grandjury, welche in den letzten 2 Mo naten städtische Angelegenheiten unter suchle, erhob heute 6 Anklagen.
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Würdiges S ,upt. 'na Mattoon, 3ü Fept. juigcunciucc utunii i W. Menke ourde heute von einer (Hjandjury we gen 29 Vergehen im Amte angeklagt. Nach seiner Verhaftung kam er unter 52,500 Bürgschaft frei; der Proceß ist auf nächste Woche angesetzt. Menke soll zusammen mit einem Arzte bei ärztlichen Attesten Durch. stechereien verübt, Eontracte mit Spiel Häusern und unsittlichen Plätzen abgechlossen haben. 2 Zeitungen hatten Schritte gegen Menke verlangt, worauf dieser in den Bureaus erschien und die Redakteure örperlich bedrohte. Es hatte dies sodann weitere Anllage-Artikel zur Folge. Durch Dynamit - Attentat g e t ö d t e t. Washington, Pa., 25. Sept. Samuel T. Ferguson, von der Ferguon onftruction Eo. in Pittsburg, wurde heute durch eine Dynamit'Explosion auf der Stelle getödtet; sein Sekretär Charles L. Murtin aus Eincinnati ist lebensgefährlich verletzt. Räuber hatten das Dynamit unter den Wagen gelegt, als die beiden Männer mit S3.600 in einer Tasche die Landstraße entlang fuhren, um Arbeiter an der Wabash Bahn-Linie auszuzahlen. Die Tasche mit dem Geld wird ver mißt. 2 Leute im Lager der BahnGesellschaft sind verhaftet. Verhaftung von Deutschen. Cripple C r e e k, Colo., 27. Sept. Die 3 kürzlich von der Miliz verhafteten Grubenarbeiter wurden heute aus dem Wachthause entlassen und kehrten nach ihrer Wohnung in Jndependence zurück. Die Entlassung war die Folge der Entscheidung des Distrikts-Gerichts, welche die Obcr-Ge-walt des Militärs in dem Streikdistrikt nicht anerkennt. Eine internationale Verwicklung ist jetzt dem Streik gefolgt. 4 aus Duluth hergebrachte Deutsche, um StreikerPlätze auszufüllen, weigerten sich nach Einblick in die Sachlage, an die Arbeit zu geyen. sk wurden daraus m s Militär-Gefänßniß gesteckt. Die Leute wandten sich durch Ver mittlung deL westlichen Gruben-Arbei ter-Verbaudes an den deutschen Eonsul in Denver, um für die Freiheitsberaubung Genugthuung zu erlangen. Es sind außerdem noch 4 Streiker, darunter 2 Mitglieder des Distrikt-Exe-cutiv-Comites, gefangen. DasHabeas-Corpus-Verfahren ist eingeleitet. Vorgehen gegen Shasfer. Pittsburg. 25. Sept. Die Special-Convention des Verbandes der Eisen- und Stahl-Arbeiter, welche die Anklagen wegen Pflichtvernachlässigung gegen Präsident Theodore Shaffer un terfucht, trat heute mit Delegaten aus verschiedenen Städten, darunter Mun cie. Ind., zusammen. oasser wlro, wie es yelßt, in einer Antwort auf die Anklagen die Gründe für fein angebliches Verschwinden klar legen. ' StahlGoldstaub. San Francisco, 25. Sept. Wm. P. Hundley, crn Clerk der Bundes'Münze, wird von Beamten des Geheimdienstes beschuldigt, $200 in Goldstaub gestohlen zu haben. Hundley, der im Abwäge-Departe ment eine Vertrauensstellung einnahm, bekam alle Depositen in Hände, täglich verschiedene tausend Dollars, und so auch den von Arbeitern gebrachten Goldstaub. Er nahm einen Theil und versteckte ihn in einer nahen Wirthschaft, wo ihn die Beamten entdeckten. Das Rttcktritts-Gefuch Hundley's ist ange nommen und er soll nicht verfolgt wev den. Lynchmord. Lynchburg, Tenn., 25. Sept. Nach verzweifeltem Kampfe zwischen dem Sheriff, verschiedenen Assistenten und einem weißen Mob, wovon ein Mann eine schwere Verletzung erhielt, wurde ein Neger aus dem Gefängniß geholt und erschossen. Er war de unsittlichen Angriffs auf eine Weiße beschuldigt. Drei Lyncher wurden von dem She riff gefangen unb werden festgehalten. Schneckengan.g Washington, 25. Septbr. Das Staatsdepartement erhielt heute keine Nachrichten vom Gesandten Leishman. Der Gesandte hatte bezüglich der Magellsen-Angelegenheit und der am rikanischcn Ansprüche gegen die Türte eme Relhe von Conserenzen mit dem türkischen Minister des Aeußeren. Ein endgültiges Resultat ist noch nicht er zielt.
A n g e n e h m e Mission. Washington, 25. Sept. I.
H. McCoy, Aktuar im Schatz.Deparement und I. P. Armstrong vom StaatZ-Departement, reisen nächster Tage nach Shanghai ab. Sie haben auf Anweisung des Staats-Sekretärs die Empfangs- und Auswechslungs-Methoden bei den chinesischen Entschädigungs-Fonds zu UN ersuchen, die in Shangai an die Verreter der amer. Regierung ausbezahlt werden. Es handelt sich nur um die nöthige Information betreffs der Zahlungund Ueberweisungs-Methoden und die Sendung bedeutet keinen Akt des Miß rauens gegen unsere FinanzAgenten in China. Die Gomel-Excesse. Washington, 25. Sept. Wie das Staatsdepartement bekannt macht. heilte der amerik. Geschäftsträger in St. Petersburg mit, daß bei den Un ruhen in Gomel 3 Juden und 5 Christen ihr Leben verloren. Da keine amerikanische Jntereffen verletzt wurden, so ist der Vorfall für das Staatsdepartement abgeschlossen. Die Manöver. Camp Young, West Point. Ky., 25. Sept. Die regulären Truppen vom Departement der Seen begannen heute einzutreffen; auch Generalmajor John C. Bates nebst Stab ist hier. Die Manöver sind die zweiten ihrer Art seit dem Bürgerkrieg; die ersten fanden im Vorjahr in Fort Riley, Kansas, statt. Etwa 14,000 Mann Truppen, ein schließlich Miliz aus Jndiana, Illinois. Ohio, Michigan, Kentucky und Wisconsin nehmen daran Theil. Die Miliz ist nur durch Infanterie und leichte Artillerie vertreten. Die eigentlichen Ma növer beginnen nicht vor dem 2. Ok tober. Kreuzer Falke". P e n s a c o l a, Fla., 25. Sept. Der deutsche Kreuzer ..Falke", Capt. Musculus, traf heute ein. Das Schiff bleibt bis zum 3. Oktober. Regierungs- und städtische Beamte statteten dem Schiff Nachmittags einen Besuch ab, wo die Gesundheit des deutschen Kaisers ausgebracht wurde. Die Deutschen toasteten auf Präsident Roosevelt. Der Falke war bei der Blockade Venezuela's. Rasch beendet. New ark, N. I., 25. Sept. Die Angestellten der Straßmbahngesell' schaft, die gestern Nacht an den Streik gingen, kehrten heute zur Arbeit zurück, nachdem die Gesellschaft Abstellung der Beschwerden zugesagt. Flammentod. R o ch e st e r, N. H., 25. Septbr. Bei einem Brande, der heute das Hotel Brunswick in Asche legte, gingen zwei Menschenleben verloren ; verschiedene Personen sind verletzt. Manche Leute retteten nur mit Mühe ihr Leben. Curtis Jett. Cynthiana, Ky.. 25. Sept. Curtis Jett, wegen Ermordung von James Cockrell verurtheilt, wurde heute vor Richter Osborne gebracht, der die Hinrichtung vermittelst Strang auf 18. Dezember festsetzte. Als der Rich ter ankündigte, Jett nach einem andern Gefängniß zu senden, bat dieser nicht nach Lexington zurückgebracht zu wer den. Jett's Anwalt bereitet beim ApPellhof in Frankfort Berufung vor. Um 20 Cents. Middlesboro, Ky., 25. Sept. John Jones erschoß heute den Lawrence Duffy auf einer der Hauptstraßen des Orts. Duffy erhielt 5 Schüsse. Die Beiden hatten sich über 20 Cents gestritten. elender Morde?. Der Schreiner Burton in Columbus, Ga.. erstaÄ neulich in Gegenwart seineFrau seinen 19 Jahre alten Sohn Jeffe. welcher ihm in einem Streit ein Sckniuvfw?rt zugerufen hatte. Vurton laa lo' Minuten betend auf den Knieen, eke er den Scbn ermordete. Der schwer st e Mann EincinnatiZ. .ig Jce" Grimes. ist unlängst an den Folgen von Verlktzungen. deren Ursache sein ungeheures Korper c-.e'.vicht gewesen war. gestorben. Er befand sich auf einer Spazierfahrt, als plötzlich der Boden des Wagens unter der Rieicnlast des Fahrgastes zusam u:cnbrach. Bei dem Unfall erlitt Joe' tiefe Rißwunden am Beta, die nicht heilen wollten und schließlich eine todt liche Blutvergiftung herbeiführten. Big Ioe" war erst 34 Jahre alt und hatte ein Körpergewicht von 754 Pfund Ui einer Große von 6 Fuß 4 Zoll.
Ucrer verükutte MarionettenTve.t.r plaudert Felix D'.quesnel im GauloiZ. Durch die Presse ging jüngst die unwidersprcchen gebliebene Nachricht, dasz Papst Leo XIII. ein großer Freund des Puppentheaters gewesen sei. Weniger dramatisch als die mit Recht berühmten italienischen Puppenspiele, waren", so erzählt Duauesnel, die Marionetten des Fürsten Esterhazy. die in der zweiten älfte des 18. JahrHunderts weit bekannt waren. Sie waren das Werk eines Mannes namens Peter Schlemihl (!), der nicht
nur ein talentvoller Bildhauer, sondern auch ein geschickter Mechaniker war und wunderbare Gliederpuppen fabrizirte." Duquesnel meint, daß dieser Peter Schlemihl das Urbild von Hoffmanns ,Mann ohne Schatten" gewesen sei; der Mann, der seinen Schatten verlor", ist aber kein Werk Hoffmann's, sondern ein Werk des in Frankreich gebolenen Dichters Cyamisso. was der Franzose Duquesnel eigentlich hätte wissen können. Wie dem auch sei die Puppen Peter Schlemihls machten den Kindern des Fürsten Esterhazy unbändig viel Vergnügen. Sie spielBlice. der VaterVergnügen. Sie spielten im Schlosse des Fürsten Komödie, noch häufiaer aber sangen sie Opern. Das Orchester bestand aus einem alten Klavier, einer Flöte und einer Violine. Wer die Violine spielte, weiß man nicht mehr. Die Flöte bearbeitete der Fürst Esterhazy selbst; am Klavier aber saß ein kleiner alter Mann, mit gekrümmtem Nucken, aus dem Kopfe eine stark gepuderte Perrücke, und wenn der kleine alte Mann seine schlanken Finger über die Tasten gleiten ließ und zu improvisiren begann, hielten die Zuorer ihren Athem an, um keinen Ton zu verlieren, die Violine schwieg und die Flöte des Prinzen blieb stumm, bis der Pianist mit drei wohlklingenden Schlußakkorden kundgub, daß seine Finger jetzt ausruhen möchten. Lieber Herr Haydn", sagte der Fürst tief ergriffen, möchten Sie dieses köstliche Andante Nicht wiederholen?" Ich thäte es mit dem gromen Vergnügen thun," erwiderte Haydn lachend, aber ich habe es bereits vergessen. Ich will Ihnen em anderes vorspielen!" Und in wenigen Minuten entstand ein neues Meisterwerk, denn Haydn war ein genialer Improvisator und hat nicht die Hälfte von dem, was er komvonirte, niedergeschrieben. Ein anderes berühmtes Marionetten-Thea-ter hat Duquesnel ln seiner Jugend noch selbst gesehen. Es befand sich im Landhause der George Sand in Nohant, und Maurice Sand, der Sohn der Schriftstellerin, ein bizarr veranlagter, aber nicht unbegabter Mensch, hatte es für seine Mutter konstruirt. Diese Marionetten waren es. die das von der Sand in Gemeinschaft mit dem jüngeren Dumas verfaßteDrama Der Marquis von Villemer" zur Aufführung brachten, noch bevor es im Odeon aufgeführt wurde. In der vordersten Reihe saß Alexander Dumas, der. wie die Sand sagte, den ganzen Geist für das Stück geliefert hatte, weil sie selbst zu dumm gewesen sei". Als der Vorhang in die Höhe ging, erschien im Frack und weißer Kravatte der Regisseur Balandard und theilte mit, daß,, Frl. Leonora" das Publikum um Nachsicht bitten lasse, da sie eine NeurasthenieKrise" habe. Wie mag sich wohl eine Nerven-Krise bei einer Puppe äußern?" fragte Dumas lachend. Ich weiß es," erwiderte die Sand, sie hat zu kurze Drähte, und das giebt ihren Bewegungen etwas Nervöses." Also ganz wie bei den Frauen," sagte Dumas; wenn sie neurasthenisch sind, haben sie auch zu kurze Drähte, d. h. zu sehr gespannte Nerven." Enoch Arden." Während der französischen Mada-gaskar-Expedition von 1895 wurde ein Leutnant R. in einem Gefecht mit Hovas so schwer verwundet, daß er seinen Tod nahe glaubte. Er übergab seiner Ordonnanz, was er an Familienpapieren besaß, mit dem Auftrage, seiner Frau und seinen Kindern, die damals in Blidah, seiner letzten Garnison, wohnten, seinen Abschiedsgruß zu überbringen. Nach dem Gefechte suchte die Ordonnanz den Leutnant an der Stelle, wo sie ihn verlassen hatte, fand ihn aber nicht mehr. Die Frau und die Eltern des Verschwundenen ließen Nachforschungen anstellen, die erfolglos blieben, und so wurde endlich ein Todtenschein ausgestellt. Die Wittwe" verheiratete sich vor zwei Jahren mit einem Offizier bei den Tirailleurs. de: gegenwärtig in El Goleah steht. Kürzlich erhielt aber der Vater des Leutnants R. die Anzeige, sein Sohn lebe und kehre nach achtjähriger Gefangenschaft bei einem Madagassenstamme beim. In früheren ähnlichen Fällen. die nach dem deutsch-französischen Kriege nicht selten waren, wurde die weite Ehe der vermeintlichen Wittwe für ungiltig erklärt. Eine Anzahl Polen im Westen Berlins hat beschlossen, sich jeden Luxus zu versagen und das ersparte Geld den Parzellirungsinstituten in der Heimath zu senden, damit diese es zum Schutze vaterländischen Bodens" verwenden. In nicht ganz einem Jahre sind infolge dessen 11,000 Mark in kleinen Spacsummm zu dem gedachten Zwecke aufgebracht und als Deposit an die erwähnten Parzellirungsinstitute abgeliefert worden. Ein schönes Zeichen nationaler OpferWilligkeit.
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