Indiana Tribüne, Volume 27, Number 28, Indianapolis, Marion County, 24 September 1903 — Page 6

Jüdin Tribunt, 2. nber 1903

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Europäische Nachrichten.

Mtterdcutsche Staaten. Altenburg. Infolge Gehirnschlags ist der Bürgermeister unserer Stadt, Paul Bruno Germann, gestorben. B r a u n s ch w e i g. Auf dem FußWege dicht hinter Nichmond tödtetestch ein etwa ZZjähriger Mann durch einen Nevolverschuß in die rechte Schläfe. Die Papiere, die bei der Leiche gefunden wurden, lauten auf einen Kaufmann Robert Hesse aus Goslar. Außer den Papieren fand man bei der Leiche noch emenHundertmarkschein und mehrere andere Werthfachen. Starke Nervosltät und der vor kurzer Zeit erfolgte Tod eines Kindes haben Hesse zum Selbstmord getrieben. (5 i s e n a ch. Der hiesige Amtsrichter Dr. Ludwig von Scharn erschoß sich unweit des Burschenschafts-Denk-mals. Gera. Vor der hiesigen Ferienftrafkammer hatten sich die Kirchenräuber Schlosser Gottwald. Kutscher Mainko. Holzschneider Nüdiqer und Weber Merkel von hier zu verantworten. Die Angeklagten haben im Juli und December vorigen Jahres Einbrüche in die hiesigeSalvatorkirche und in die katholische Kirche zu Zeitz verübt. Die Angeklagten erhielten Strafen von 6 Monaten und 2y2 Jahren Gefängniß, 5 Jahren und 8 Jahren Zuchthaus zudiktirt. H a i n s p i tz. Der Geheime Oek nomierath BoUsack, Besitzer des hirsi gen Rittergutes, hat unserer Gemeinde eine Stiftung von 30.000 Mark ZUkommen lassen: die zu verwendenden Zinsen sollen dreierlei Zwecken dienen. L0 Prozent sollen alljährlich zu Weihnachtm als Prämien an treue und verdiente Arbeiter des Rittergutes vertheilt werden. 20 Prozent sind kirchlichen Zwecken zugedacht, 50. Prozent sind bestimmt für gemeinnützige Einlichiungen und Verschönerungen. Harzburg. Der 9jährige Knabe Fiedler brachte Mittagessen nach dem Koch'schen Sägewerk hier. Als er in der Nähe eines Bauholzstapels war. siel infolge der Erschütterung durch eine vorbeifahrende Lowry ein Bauholzstllck herab und traf den Knaben so unglücklich an den Kopf, daß ein schwerer Schädelbruch alsbald denTod herbeiführte. Jena. In der Saale ertrank der achtjährige Sohn des Schlossers Lindig Hierselbst. Der Knabe hatte zusammen mit einem anderen Jungen an einer flachen Stelle gespielt, die Kinder waren in die Tiefe gerathen und fand der kleine Lindig den Tod in den Fluthen, während der andere Knabe gereifet werden konnte. K o b u r g. Im Dorfe Oberlind gerieth gelegentlich der Kirmesfeier der Tagelöhner Carl mit dem Maurer Berbig in kurzen Streit, zog sein Taschenmesser und stieß es Berbrg in den Hals. Infolge der Verletzung ist Berbig gestorben. Der Todtschläger wurde verhaftet. L u c! a. In geistiger und k'örperliehet Frische war es dem Gutsauszügler Georg Gehrt nebst Frau Wilhelmine vergönnt, das goldene Ehejubiläum feiern zu können. Schöningen. Das 25jährige Bestehen der hiesigen Krieger - Kämeradschaft wurde unter großer Bethetligung gefeiert. Aessen Aarrnstadt. D a r m st a d t. Eheleute Becker, früher Restaurateur Zum Glockenspiel", begingen das Fest der silbernen Hochzeit. B i n g e n. Die neuen Hafenanlagen sind nach jahrelangen, mühevollen und kostspieligen Arbeiten nunmehr vollendet., Friedberg. Dem Diener am Predigerseminar Johannes Ludwig Haber wurde das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Giessen. Schutzmann Balthasar Müller erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Dienste". Heldenbergen. Sein 40jähriges Amtsjubiläum beging der hiesige israelitische Religionslehrer Leopold Wertheimer, welcher seine ganzeDienstzeit in unserem Orte verbracht hat. Langenlonsheim. Im Hause des Landwirthes Hch. Bähr brach Feuer aus. Wohnhaus und Stallungen wurden ein Raub der Flammen. äSciem. München. Infolge einer fehlerhaften Kaminanlage entstand im Lagerraum des Wagnermeisters Weinberger an der Lilienstraße Feuer, dem sämmtliche Vorräthe und ein große? Theil der Werkzeuge zum Opfer fielen Forstmeister Otto Recknagel feierte seinen 80. Geburtstag in voller aeistu gtr Frffche. Er war 19 Jahre Forstmeister in der Stadtgemeinde Jphofen, die ihm das Ehrenbürgerrecht verlieh. Gestorben ist in Miesbach nach lanqem Leiden ein bekannter Münchener Bürger, Commercienrath Hugo Freund, vormals Direktor der Süddeutschen Bodencreditbank. Augsburg. Fabrikant W. Ziegler vom hiesigen Verein für Lustschissfahrt unternahm allein eine Dauerfahrt mit dem Ballon Augusta", die erst am nächsten Tage nach 20stündiger Dauer bei Stefauesci unweu vottBo toschani in Rumänien glatt endete. B e r ch t e s a d e n. Bei einen schweren Gewitter schlug der Md in

die Villa Scbeifler am Rad und ver

ursachte einen Zimmerbrand, der durch das Hauspersonal gelöscht werden konnte. Gerolsbach. Das schone, große, weit und breit bekannte Oekonomiegut des PostHalters Kratzer hier ging durch Kauf an Herrn Beck in Kuhbach über. Kaiserslautern. Während eines Gewitters schlug der Blitz in den Tanzsaal der Kolb'schen Wirthschaft in Kleinottweiler. wo anläßlich der Kirchweih Tanzmusik stattfand. Drei Bergleute und ein Mädchen wurden getödtet, eine Person schwer und mehrere leicht verletzt. K r o n a ch. Zwischen Kllps und Oberlangenstadt sprangen zwei Herren aus Nordhalben, die in den falschen Zug gestiegen waren, aus dem Zug. Während der eine ohne Schaden da vonkam. gerieth Herr Mich. Köster unter die Räder; es wurde ihm ein Bein abgefahren. Lindau. Der Rangirmeister Breller ist von der Maschine gestürzt und wurde durch den nächsten Wagen Übersahren. Er hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. Mahrrng. Ber einem schweren Gewitter schlug der Blitz in das Haus des Wagnermeisters I. Schmidkonz und tödtete den im Bette liegenden Besitzer. Neuburg. Der Geistliche Rath und Stadtpfarrer Ott hier ist im Alter von 75 Jahren nach kurzem Krankenlager gestorben. Qrtenourg. Der Handelsmann Andreas Ortenburger. 82 Jahre alt, und seine Ehefrau, 78 Jahre alt, begingen in voller rüstlger Gesundheit das Jubelfest ihrer 50jährigen Hochzeit. Perssenbera. Die zwölf Jahre alte Tochter des Bergmannes Meir wurde vor Kurzem beim Erdbeersuchen im Walde von einer Kreuzotter gebissen und ist gestorben. Reichenhall. Im Alter von 59 Jahren ist einer der angesehensten und beliebtesten hiesigen Badeärzte, der Hofrath Adam Rapp, gestorben. S ch o n a u. Der radfahrende Dienstknecht Jacob Schmid stieß mit einem Fuhrwerke zusammen und erlitt so schwere Verletzungen, daß er sofort todt war. WUrtlemverq. Stuttgart. Sanitätsrath Professor Dr. Königshöfer feierte sein 25jähriges Jubiläum als hiesiger Augenarzt. Auf Einladung eines früheren Assistenten Königshöfers versamHielte sich eine Anzahl Aerzte im Hotel Bertrand zur Begehung dieses Gedenktuges. Beim chieghaus hat sich der 40 Jahre alte ledige Steindrucker Max Eulitz aus Dresden, hier wohnhaft, durch einen Revolverschuß in den Kopf entleibt. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. In einem Anfalle von Schwermuth stürzte sich die Wittwe Bertha Single aus dem dritten Stock eines Hauses der Falkertstraße auf die Straße hinab, wo sie tiot liegen blieb. Im Neuner'schen Garten beging der in der Neckarstraße 204 wohnhafte verheiratete Alfred Schafer Selbstmord. Ältheim. In der hiesigen Gemeinoc brannte das viertheilige Anwesen, das die Wohnungen und Scheuern des I. Haid. Wittwe Mayer. Jos. Wiedmann und Joh. Zoll enthielt, vollständig nieder. Ba lin gen. In dem Websaalgebäude der im Concurs befindlichen Tricotfabrik Stotz & Co. brach Feuer aus. das so rasch um sich griff, daß die hiesige Feuerwehr sich darauf beschränker. mußte, das vordere Wohn- und Fabrikgebäude zu schützen. Das Gebäude ist vollständig niedergebrannt. V i b e r a ch. Der 1853 ausgeweiht?, seit mehr als 40 Jahren die hiesige v. Pslaumern'sche St. Michaels - Kaplcnei versehende Kapiern Andreas Schilling konnte das Fest des 50jähriein Priesterjubiläums feiern. Einer der angeschensten Bürger unserer Stadt, Möbelfabrikant K. Krais, beging sein 50jähriges Jubiläum als Mitglied des hiesigen Liederkranz, aus welchem Anlasse ihm von 80 Sängern des genannten Vereins ein Ständchen dargebracht wurde. F r i e d r i ch s h a f e n. In der benachbarten Trautenmühle brannte das Sägewerk des G. Rettenmeier und die Kunstmühle des R. Dollmetsch gänzlich nieder. G a i l d o r f. Im Kocher oberhalb des Wehrs bei der Funck'sche Möbelfcbrik wurde die Leiche des 11 Jahre alten Taglöhners Kraft von hier aufgesunden. Ob ein Unglücksfall oder Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht festaestellt werdeil. Galgenhumor. ä Sagen Sie, Herr Kerkermeister, werden die elf Monate Untersuckunashaft nicht von meiner lebenslänglichen f -f Y fl m . A .. ' öucylyausttrale abgerechnet?"

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Vnesknhaskcr Urvulkan.

Vlnt geologische Merkwürvigkclt im Laud der Ehrnsanthemen. Die japanische Insel Kiuschiu birgt eine geologische Merkwürdigkeit ersten Ranges, nämlich einen riesenhaften Vulkan vom Kilauea-Typus. den einzigen dieser Art in Japan. Ueber diesen sind in jüngster Zeit Berichte erschienen, die nur zum Theil richtig sind; es ist daher angebracht, auf die Schilderung zu verweisen, die Dr. Paul Grosser, der einzige europäische Fachmann, der diesen Vulkan in den letzten Jahren besucht hat, davon gibt. Er erreichte den Vulkan von der Stadt Kumamoto aus und sah vor sich ein im höchsten Grade verblüffendes Panorama, einen unabsehbaren Kessel mit steilen, nur durch das Thal eines kleinen Flusses unterbrochenen Rändern und in der Mitte besetzt mit centralen Kegelbergen, die den Namen Asosan führen und von denen einer Rauch ausstieß. Ter weite Kessel ist nichts anderes als ein ungeheurer, alter Krater, der von Osten nach Westen Sh Meilen, von Norden nach Süden 12j Meilen, ja in einer Ausbuchtungim Norden sogar 14 Meilen Durchmezjer hat. Ungefähr durch die Mitte dieses Kraters zieht sich in westöstlicher Richtung eine Reihe von jüngeren Vulkankegeln, von denen der mittlere starken Rauch ausstieß. Genau in der Verlängerung ihrer Richtung liegt die Scharte, durch die der Fluß strömt. Von diesem ungeheuren Urkraterboden wird behauptet, daß auf ihm 100 Dörfer stehen, eine Anzahl, die sicher übertrieben ist. Die Gesammtmenge der Bewohner innerhalb des vulkanischen Walles wird auf 40,000 geschätzt. Der ungeheure Kraterwall überragt die innere Fläche bis um 500 Aards und hat im Großen betrachtet sehr regelmäßige Form, wenn er auch im Einzelnen unzählige, meist kleine Ein- und Ausbuchtungen aufweist. Vor allem ist die Gleichmäßigkeit seiner Höhe und der ganz allmälige Abfall des Geländes vom Rande nach außen merkwürdig. Unter allen irdischen Vulkanen hat dieser vulkanische Bau die größte Aehnlichkeit mit den Mondvulkanen, in seinen geotektonischm Formen gleicht er völlig einer Mondlandschaft. Ter im Centrum liegende thätige Kegel ist nicht der höchste, macht sich aber durch starken Rauch sehr bemerkbar. Ueber die Ausbrüche des Asosan liegen seit 1100 Jahren Berichte vor, aus denen hervorgeht, daß während dieser langen Zeit niemals ein Lavastrom dem Vulkan entflossen ist, seine Thätigkeit beschränkt sich ausschließlich auf Aschen- und Schlammausbrüche, die bisweilen von starken Bodenerschütterungen begleitet waren. Der Voden innerhalb des alten Riesenkraters ist überaus fruchtbar. Daß die Bewohner dieser ungeheuren Fläche einer ganz besonderen Gefahr ausgesetzt seien, indem der ganze innere Kraterboden sich plötzlich in einen Feuersee verwandle, ist nicht wahrscheinlich. Ort lab für Untergrundbahnen. Die Erfahrungen, die in Paris bei dem neulichen Vrand zweier Züge der Untergrundbahn gemacht wurden, sind vom preußischen Arbeits- und Eisen-bahn-Ministerium nutzbringend verwerthet worden. Die Vetriebsleitungen der Berliner Untergrund- und elektuschen Straßenbahnen haben Befehl erhalten, alle Tunnels durch Drähte zu erleuchten, welche vollständig außer Verbindung mit der Motoren-Strom-Zuführung sind, sowie Apparate einzuführen, welche es den Zugbeamten ermöglichen, die Stromzusuhr jeder Zeit zu unterbrechen und dergestalt Kollisionen zu verhindern, wenn andere Züge sich der Stelle eines augenblicklicben Aufenthalts nähern. Auch sind die Betriebsleitungen angewiesen, keine Ueberfüllung der Waggons zuzulassen. Eine neuegefälschte F ü n.f d o l l a r n o t e ist letzthin bei der 4. Nationalbank in Boston entdeckt worden. Sie trägt den CheckBuchstaben A. Serie 1882 und die Unterschriften Tillman, Registrar, und Morgan, Schatzmeister. Die Note ist auf photographischem Wege auf gewöhnlichem Vondpapier hergestellt und die Seidenfibre des echten Papiers ist durch einige mit rother Tinte ausgeführte Linien nachgeahmt. Die Zahlen auf der Note sind mit einer Feder gefärbt, während sonst die Herstellung eine rein photographische ist. Wahnsinniger Wüther i ch. Der 24jährige Vauernsohn Jakob Ribauch in Berlog, Komitat OguIm, Ungarn, drang neulich m einem Wuthanfall in das Haus des Bauern Novojelo ein. zertrümmerte die' Ein richtung, tödtete im Stalle das Vieh und steckte das Haus in Vrand. Dar auf eilte er in sein Elternhaus und verletzte seinen Vater mit einem Arthieb tödtlich. Sodann suchte er seine Mutter aus und metzelte sie m furcht barer Weife nieder. Kurz nachher fand man die Leiche des Irrsinnigen m einer Blutlache. D i e russische Regierung hat $6,500,000 zu weiteren Befesti gungsbauten in der Mandschurei, namentlich zum Schutze des neuangelegten Ortes Dalay bewilligt. Nach deren Wollendung wird die ganz 35 Meilen lange Küsienstrecke von Port Arthur bis Dalay in ununterbrochener Linie von Befestigungswerken eingesäumt sein und gleichsam eine russische Mauer ge gen China bilden.

Ziurioscs MiljverstZndniß. (Sin Minister! ZlSeamter richtet drolliges Nn, hell an. Drei englische Feldgeistliche, ein Anglikancr, ein Schotte und ein Katholik sind jüngst in Folge eines drolIigen Mißverständnisses auf den Kriegsschauplatz in Somaliland geführt worden. Die drei Gottesmän ner kamen vor Kurzem in Aden an, das als Basis für diesen schwierigen und unangenehmen kleinen Krieg dient. Sie meldeten sich und erklärten, sie seien nach Somaliland kommandirt. Ihre Papiere waren in schönster Ordnung und die Kriegshäuptlinge in Aden verhalfcn ihnen prompt, aber kopfschüttelnd zur Weiterbeförderung nach Berber. Sie konnten gar nicht begreifen, was den Mandarinen daheim in die Krone gefahren sei und zur Absendung dieses geistlichen Trios geführt habe. In Berdera war man aber noch mehr verwundert und konnte sich schlechterdings nicht erklären, warum man daheim auf einmal um das Seelenheil der auch nach der neuerlichen, hauptsächlich aus indischen Truppen bestehenden Verstärkung immer noch sehr wenig zahlreichen Europäer so ehr besorgt sei. Zuletzt verfiel ein findiger Mann beim Stäbe, der sich um mancherlei Dinge zu kümmern hatte, auf des Räthsels Lösung: Ter neue Kommandirende in Somaliland hatte unter einer Anzahl von Bedürfnissen, Vestellungen.und Wünschen auch drei Parsons (Pumpen) verlangt, was bei

einem aus einem wasserarmen in ein noch wasserärmeres Land kommende Soldaten sehr erklärlich war. Der Mann, dem die Depesche aber in London im Ministerium zuging, hatte jedoch weder Phantasie noch sonderliche Sachkenntniß, wußte nicht, daß ein gewisser Parsons eine gewisse Pumpe erfunden habe und anfertige, sondern erinnerte sich nur, daß ein Parson ein Pfarrer oder schlechthin ein Geistlicher sei, und so beeilte er sich, die drei Geistlichen auf den Kriegspfad zu senden. Die Pumpen kamen natürlich nicht. Die deutschen Farmer der Union. Dem Censusamte der Vundesregiegierung sind die nachstehenden korrekten Zahlen über das Verhältniß der deutschen zu den eingeborenen Farmeigcnthümern in den Ver., Staaten entnommcn. Im ganzen Lande ist das Verhältniß der Teutschen zu den eingeborenen Farmern folgendes: Von der deutschen Bevölkerung sind 75.4 Prozent Eigenthümer von Farmen, von der eingeborenen amerikanischen Bevölkerung nur 67.2 Prozent. Der Staat Wisconsin steht, was deutsche Farmbevölkerung betrifft, an der Spitze. In letzterem Staate sind aus je. acht Farmern drei Deutsche. Die fünf Staaten Wisconsin, Illinois, Minnesota. Iowa und Nebraska enthalten die Hälfte der gesammten deutschen Farmbevölkerung. Wisconsin zum Beispiel zählt 64,000 deutsche Farmerfamilien, Missouri 32,096 und Texas 22,384 deutsche Farmerfamilien. New York nur 21.829 und Pennsylvanien nur 17,576, Kalifornien blos 6872 derselben. Diese Zahlen mögen Manchen überraschen, sind aber genau und richtig dem letzten Census ntnommen. Bedenkt man dabei, daß fast alle diese deutschen Farmer während eines Menschenalters arm herübergekommen sind und sich ihre Farmen durch schwere Arbeit, Entsagung und Sparsamkeit erworben haben, während die eingeborenen amerikanischen Farmer ihren Grundbesitz zum größten Theile ererbt haben, so muß man über den Wohlstand staunen, den die Deutschen nicht nur für sich, sondern für das ganze Land erschafft haben. DaS weinende Berlin. In der Zimmerstraße unweit des Schillerplatzes in Berlin war Kiefer Tage auf einem Transportwagen ein großer Glasballon mit Salmiakgeist geplatzt und die Flüssigkeit ergoß sich die ganze Straße entlang. Unwillkürlich griffen die Passanten nach ihren Taschentüchern und rieben sich die Augen, aus denen sich Ströme von Thranen ergossen. Die neugierig gewordenen Bewohner öffneten die Fenster, um nach der Ursache des ungewöhnlichen Vorganges zu forschen, aber auch ihnen erging es nicht anders, auch sie mußten ihren Tribut an Thränen entrichten. Die Zimmerstraße war dadurch in recht schlechten Geruch gekommen und es dauerte mehrere Stunden, ehe sich der starke Salmiakgeruch verflüchtigie. N a d i u m s u b st a n z e n. Da das böhmische Erzgebirge die Radium enthaltenden Substanzen in Massen führt, hat die Akademie der Wissenschaften in Wien eine Kommission ernannt, deren Aufgabe es ist, eine umfassende Untersuchung dieser Substanzen vorzunehmen. Baron Auer v. Welsbach hat zu diesem Zwecke seine großartigen Hilfsmittel an technischen Apparaten und an Hilfskräften zur Verfügung gestellt. Das AckerbauMinisterium und die Bergverwaltung in Joachimsthal haben bereitwilligst Proben des dort gewonnenen Rohmaterials geliefert, welche den AusgangsPunkt der Unternehmung bilden. In Minnesota ist eine Bewegung im Gange, einen Theil des prächtigen Red Lake und der in der Nähe befindlichen Waldungen für Bil. dung eines Nationalparks zu rescr viren.

Mit Hilfe der Elkktchität. 5?eue Methode zur LluSstnlZlgmachung von Srzgängen. Die Elektrizität ist neuerdings zur Entdeckung von Erzadern im Boden angewendet worden, während der Aberglaube frühererZciten in der Wünsch:!ruthe ein Mittel dazu sah. Zwei Engländer. Leo Tast und Alsred Williams, haben einen Apparat konstruirt, der es ermöglicht, unterirdische Erzgänge aufzuspüren. Gemäß der Beschreibung des Elektro-Tcchni-kers" in Wien besteht dieser Apparat aus einer elektrischen Batterie, deren Spannung durch eine Induktionsspule aus 30,000 bis 150.000 Volt gebracht wird und durch Anwendung eines besonders konstruirten Unterbrechers mit FunkenstreÄ an den Sekundärdrähten Wellen von beliebiger Frequenz liefert. Diese Etrom-Jmpulft hoher Spannung werden durch eine gewöhnliche Oberleitung nach zwei ober- oder unterirdisch gelegenen Punkten geführt, deren Auswahl der geologischen Formation der Schichtung gemäß' zu treffen ist und dort mit in die Erde getriebenen Metallpflöcken verbunden, die als Elektroden dienen. Ter zur Bestimmung der Richtung der Erzadern dienende Apparat besteht aus einem sehr :mvfindlichen Resonator, der mit zwei Telephcnempfängern ausgerüstet ist, um die in die Erde geschickten clekrischen Schwingungen aufzunehmen. Tcr normale Ton der Telephone wird vorgenierkt und dann die Resonatorlinie nach und nach auf eine Entfernung von 1 bis 13 Fards um den Resonator herum umgesteckt und auf Abweichungen im Ton der Telephone geachtet. Treten solche nicht ein. so wird der Resonator an einen anderen Ort übertragen, um dort den Versuch zu wiederholen. Zeigt sich eine Veränderung im Ton, so deutet diese auf die Anwesenheit von unterirdischen Metallmassen, die der Oberfläche am nächsten sind, wo der Ton am lautesten klingt. 'Tiefes System ist von den Erfindern schon vor längerer Zeit mit Erfolg angewandt worden, so in einem abgebauten Bleibergwerk in Carganshire, wo es zur Auffindung eines Erzgangs in drei Vards Tiefe und zum Nachweis eines anderen in 36 Jards Tiefe führte. Im Bergwerk Prestatyn (North Wales) wurden vor nicht langer Zeit in Gegenwart zahlreicher Fachmänner Versuche angestellt. Dieselben ergaben, daß eine Erzschicht sich etwa 500 Fards über den ursprünglichen Abbau hinauserstreckt und größere Tiefen wahrscheinlich sehr reichhaltig sind. Auf Grund dieser Versuche hat die cnglische Gewerkschaft, welche bis jetzt nahezu $209,009 verausgabte, ohne einen abbauwürdigen Erzgang zu finden, sich zu neuen Schürfungen an den von dem Apparat angegebenen Punkten entschlossen. Man darf auf die Ergebnisse gespannt sein, denn falls, wie zu erwarten, die Andeutungen des Apparats Bestätigung finden, so wird sich für manchen Bergwerksbetrieö eine aussichtsvolle Zukunft eröffnen. Kommerzielle Ausbeutung eines Vulkans. Ein amerikanisches Syndikat, das vor Kurzem diz Verhandlungen über den Ankauf des mexikanischen Vulkans Popocatepetl abgeschlossen hat, will etliche Millionen Dollars verausgaben, um den Vulkan kommerziell auszunützen. Außer der Erbauung einer Zahnradbahn vom Fuße des Berges bis zum Kraterrand ist die Anlage mehrerer Hotels in einer Höhe von 18,000 Fuß gePlant. Das Wichtigste ist aber die Errichtung einer riesigen elektrischen Kraftanlage am Gipfel Jxtaccihuatl. Das Syndikat hat bereits die werthvollen Wasscrrcchte der am Jxtaccihuatl entspringenden Flußläufe erwcrben. um die nöthige Elektrizität für die Zahnradbahn zu erzeugen. Auch Aufziehmaschinen. die Schwefel aus dem Innern des Kraters zur Erdoberfläche schaffen sollen, werden mit der durch die Flüsse gewonnenen Elektrizität betrieben werden, ebenso Fahrstühle. auf denen Touristen nach dem Krater-Jnnern fahren können. Kein Musikfreund. Ter 22i'ahrige Farbige Robert Ford aus Chicago wurde letzthin in Philadelphia verhaftet, weil er auf zirei Knaben c,eschössen hatte. Der Farbige hatte sich über die Bengel geärgert, weil sie Coon-Songs" sangen. In seinem Besitz wurde ein 38kalibriger sechsläufiger Revolver gefunden, aus dem ein Schuß abgefeuert war, während die übrigen Kammern noch geladen waren. Ein fernerer Schuß war noch beabsichtigt gewesen, die Patrone war vom Hahn eingeknickt, aber nickt losgeaangen. Um dem heißblütigen Farbigen das Spiele nicht mit Schießgewehren!" einzuschärfen, schickte ihn der Richter aus sechs Monate in's Korrektionshaus. Radiu in - Ausstellung. Eine Quantität Radium traf neulich im amerikanischen naturgeschichtlichen Museum zu New tyoit ein und wure dorten ausgestellt. Ter zwei Gran wiegende gelbliche Stoff, der 125 Milligran chemisch reinen Radiums enthielt, befand sich in einer Glasröhre, die etwa so stark war. wie der dritte Tbeil des Durchmessers eines gewöhnlichen Bleistifts. Es war von Dr. George F. Kunz van New Jork und Dr. Charles Barkerville von der Universiiät von Nord-Carolina in Verbindung mit Röntgen'schen Strahlen und ultraviolettem Licht zu Experimenten benutzt worden.

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