Indiana Tribüne, Volume 27, Number 28, Indianapolis, Marion County, 24 September 1903 — Page 1
? gwsjösÄsacaÄissg g Tage, und jj 5 5onntagsblatt S jjjlOepcr Woche. I TSSSSÄVTFLSLS ??z?tt Clcläc1 un 5 f" X A M J I I & rountwiasMatl !;'cr cttjc. UA uw SS Erscheint seden Nachmittag. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 24. September 1903 Jahrgang 27. No 28.
n m Ü fit M rrT?
vT'T . v v sl
Ü
r n
rx3 V V VA' V
VvCJl V iUU
Der Braumeister-Tonvent.
Herr August Hook in's Direktorium er mahlt. In der Schlußsitzung des Braumei' ster Convents, welcher in dieser Woche in Philadelphia abgehalten wurde, wurden nachstehende acht Direktoren erwählt : A. F. Carthaus. Buffalo ; H. F. Hahn, PittZburg; CharleZ Wanke, Baltimore ; Adolph Binder, Toledo ; August Hook, Indianapolis; Charles Cpplen, Omaha, Neb. ; L. Fink. San Antonio, Texas; Wm. F. Wurster, Orange, N. I. Der gegenwärtige Bundesvorstand bleibt noch ein Jahr im Amte. Es wurde beschlossen, den nächsten Convent in St. Louis abzuhalten. Ein Fiedler-Wettstreit. Die hiesigen M. W. of A. veranstalten eine eigenartige Unterhaltung. Die hiesigen Lager der Modern Woodmen" veranstalten am nächsten Mittwoch, den 30. Sept. Abends in der Tomlinson Halle eine eigenartige Unterhaltung nämlich einen sogen. Wettstreit alter Fiedler". Nur solche Compositionen werden gespielt, welche vor mehr als 50 Jahren beliebt waren. Die Theilnehmer an dem musikalischen Turnier 46 an der Zahl sind bejahrte Geiger aus Jndiana, Tennessee, Kentucky, Missouri, Illinois und Ohio. Mehrere hübsche Preise, welche von hiesigen Kaufleuten gestiftet wurden, werden zur Vertheilung gelangen. Außer diesem famosen Concert wird noch ein Vaudeville-Programm zur Durchführung gelangen. Der Netto Ueberschuß der Unterhaltung füllt den hiesigen Camps zu gleichen Theilen zu. . Personal-Notizen. Herr Dr. A. F. Steinheiser wurde heute Morgen von seiner wackeren Gattin mit einem prächtigen Töcht?rchen, der Kronprinzessin, beschenkt. Mutter und Kind befinden sich den Umständen nach wohl, der Papa ist überglücklich und wenn Jemand vielleicht gern wissen möchte, wie man sich als Großpapa fühlt, der hat jetzt die schönste Gelegenheit, es bei Herrn Au gust Wörner zu erfahren. Ans dem Staatshause. StaatsSchul-Superintendent Cotton hat auf nächsten Mittwoch, den 30. September eine Versammlung der County - Schul Superintendenten im G. congressionalen Distrikt anberaumt. Dieselbe wird in Rushville abgehalten und es soll in derselben erörtert wer den, in welcher Weise am besten das Crziehungswesen des Staates auf der Welt-Ausstellung in St. Louis zur Schau gebrocht werden kann. Geht nicht ans den 2dm! Frau Sadie Johnston, wohnhaft in No. 1120 W. MorriS Str., klagte gestern.der Polizei, daß sie von einem Manne, der sich JameS Barrow nenne und für den Subscriptions Agenten einer Firma an der Pennsylvania, nahe Market Str., ausgebe, um 82 beschummelt worden sei. Der Bursche habe von ihr nämlich 52 als Subscriptiön für eine Monatsschrift collectirt, mit dem Versprechen, daß sie dafür extra einen .schneidergemachten Anzug" er halten solle. Nachfragen bei der betr. Firma aber ergaben, daß der Agent ein Betrüger und Schwindler ist. DieDentscheTheater-Betvegnng. Der Schwäbische Unterftützungs-Ver-in hat die Herren Conrad Heeß und Louis Bauer zu seinen Delegaten für die deutsche Theater-Bewegung ernannt. Für die Alten giebt's altdeutsche Tänze. Für die Hungrigen knusprige Schmeineschwänze. Auf der Kirmes. -
Deutsch-Nomisch-Katholischer Central-Verein.
Die Delegaten der General-Ver-sammlung des Deutsch-Römisch'Katho-lischen Central-Vereins, welche in Dayton, O., abgehalten wurde, empnngen in ihrer Schlußsitzung den Bericht des Comites für Resolutionen über den von Rev. A. H. Walburg eingereichten Antrag zu Gunsten des Projektes, einen Lehrstuhl der deutschen Sprache und Literatur an der katholischen Universität in Washington zu gründen. Der Bericht lautete wie folgt: Die Mitglieder des CentralvereinL sind nie gegen die Gründung eines Lehrstuhls der deutschen Sprache und Literatur an der katholischen Univer. sität in Washington gewesen, wie die Protokolle der Generalversammlungen während der verflossenen zehn Jahre beweisen, aber wir halten den Augenblick für inopportun, dem Projekt näher zu treten." Den Bemühungen des Bischofs Meßmer ist es jedoch zu verdanken, daß diese Resolution modisizirt wurde. Der Bischof äußerte sich dahin, daß seiner Ansicht nach der Gegenstand zu wichtig sei, um in so unceremoniöser Weise über denselben weg zur Tagesordnung überzugehen. Meiner Ansicht nach," fubr der Bischof fort, sollten wir den Bericht des Comites zum allermindesten etwas modificiren. Von welcher Wichtigkeit die Frage des deutschen Lehrstuhls ist, beweist meiner Ansicht nach am besten die Thatsache, daß die Universität Harvard die Errichtung eines vollständigen deutschen Departe ments mit einem eigenen Gebäüde plant. An unserer Universität in Washington ist man, wie mir persönlich bekannt ist, auch für das Deutsche sehr eingenommen, ja der gegenwärtige Rektor hat den Wunsch geäußert, die Trustees möchten ihm einen Deutschen als Vicerektor zur Seite geben. Unter diesen Umständen sollten wir doch die Resolution dahin abändern, daß wir stets zu Gunsten eines deutschen Lehrstuhls gewesen sind und nur im Augenblick noch außer Stande sind, weitere Schritte in der Angelegenheit zu thun." Fast einstimmig wurde hierauf beschlössen, die Resolution in der veränderten Fassung anzunehmen. Unter den Beschlüssen, welche angenommen wurden, befanden sich auch solche, welche gegen die Geheimorden gerichtet waren. Die von Pfarrer Burk von Kansas angeregte Depesche an den Deutschen Kaiser wurde nicht abge sandt, weil das Resolution? - Comite die Telegraphen - Gebühren sparen wollte. Es wurde jedoch, nachdem das gewaltsame Vorgehen der französischen Regierung gegen die Ordens-Gesell-schasten verdammt worden war, folgende Resolution angenommen: Andererseits erfreut uns die Haltung Kaiser Wilhelms des Zweiten, der die katholische Kirche und ihr OberHaupt noch kürzlich so glänzend geehrt, ihm sein Vertrauen und seine Hochach tung bewiesen hat. Mit großer Genugthuung würde es die deutschen Katholiken der Ver. Staaten erfüllen, roenn endlich die letzten Reste der Gesetze aus der Zeit des Kulturkampfes fallen und den Katholiken Deutschlards einschließlich der religiösen Orden ihre Rechte voll und ganz gewährleistet würden." Nachdem noch beschlossen worden war, die nächste Convention in St. Louis abzuhalten, fand die Beamtenwähl statt, welche folgendes Resultat ergab: Präsident, Jobn B. Oelkers von Newark, N. I.; Erster Vice-Präsident, Jacob Esser von Madifon. Wisconsin; Zweiter Vice-Präsidcnt, Joseph I. Schäfer von Dayton, O.; ProtokollSekretär, L. D. Witte von Dayton, Kto., Finanz-Sekretär, Peter I. Bourscheidtvon Peoria, Jlls.; Schatzmeister; Paus Andrea von Äohes, N. Y.; Exe-kutiv-Comite, Rev. L. A. Mönk, Indiana; I. Matt, Minnesota; H. Dörger, Ohio; I. Kastenholz. Milwaukee, Wis. i" Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longsellow".
Aus den Gerichtshöfen.
Bürgerpapiere verlangt. Fred. H. Cheyne, Präsident der Cheyne Clectrical Co. hat im Bundesgericht die nöthigen Papiere eingereicht, um Bürger der Ver. Staaten zu werden. Er ist der erste Mann in diesem County, welcher, seitdem das neue Ge setz betreffs Ausstellung von Bürgerpapieren vom Congreß im März d. I. angenommen worden ist, seinen Bürgerbrief erhalten wird. Dasselbe schreibt vor, daß der betreffende Applikant deschwören muß, daß er kein Anarchist ist, keiner anarchistischen Verbindung und überhaupt keiner Vereinigung angehört, welche den Mord von Beamten im Allgemeinen und von RegierungsBeamten im Besonderen billizt. Pleite. Jsaak McJntosh von Brazil meldete im Bundesgericht seinen Bankerott an; Activa 810,904.50, Passiva 8101.. 290.33; Franklin MikelS von Shadeland ist ebenfalls pleite; Passiva S9.935.90; Activa 875. A d o p t i r t. Probat-Commissär Walker, bewilligte das Gesuch des Herrn und Frau Wheatley, den 12-jährigen Milton Behymer adoptiren zu dürfen. Derselbe wird fortan den Namen Wheatley führen. Wieder versöhnt. Vor dem stellvertretenden Richter Baker sollte gestern über die Scheidungsklage verhandelt werden, welche Mary Reed gegen ihren Gatten Hayden Reed eingereicht hatte. Allein der Anwalt der Klägerin erklärte, daß dieselbe ihre Klage znrückzuziehen wünsche. Dieselbe wurde hierauf vom Gerichtskalen der gestrichen. Reumüthige Sünderinn e n. Im Criminalgericht bekannten sich Alice Green der Hehlerei und Rolla Miller des Kleindiebstahls schuldig. Sie werden heute ihr Urtheil empsangen. Um ihr Eheglück b e- -trogen. Jesse Evangeline Cooper wünscht von ihren Gatten Charley geschieden zu werden. Er soll nicht für sie gesorgt und sie schließlich verlassen haben. Wm. P. Barnhill beschuldigt in seiner gegen seine Gattin Opermena erhobenen Scheidungsklage dieselbe der lieblosen Behandlung, welche sie ihm systematisch erwies, und des Ehebruchs. Ella I. Williams empsing von ihrem Gatten George schlagende Beweise seiner Zuneigung, aber sür ihren Unterhalt sorgte er nicht. Mary E. Spien beschuldigt ihren Gatten Ernst der Treulosigkeit. Er soll des Oesteren das 6. Gebot verletzt haben. Sie verlangt Scheidung und 82500 Alimente. Die Construction Comp. wünscht ihr Geld. Die Marion County Construction Co. reichte eine Klage gegen Armin C. Köhne, den County-Schatzmeister, ein, um denselben zu zwingen, ihr.die 814,056.60 auszuzahlen, welche die Massachusetts Ave. Grundeigenthümer für die Ueberpflasterung jener Straße an ihn bezahlt haben. Der Schatzmeister aber erklärt, daß die Summe unter Protest bezahlt warde und daß die Frage, ob die Stadt oder die Grunoeigenthümer für die Pflasterung zu bezahlen haben, zur Zeit noch die Gerichte beschäftigt. Schadenersatz von einem Wirth verlangt. Vor Richter Carter wurde über die Klage verhandelt, welche Frank Brinkley gegen den Wirth James M. Jones eingereicht hat. Vor Jahresfrist war der Kläger in die Wirthschaft des Jones, No. 1165 W. 18. Str., gekommen und er hatte so viele Spiritussen zu trinken bekom men, daß er schließlich dermaßen betrunken wurde, daß er nicht mehr zurechnungssähig war. Er wurde in einen Streit verwickelt und auf die Straße geworfen, bei wel cher Gelegenheit er noch einen Fußtritt
in'S Gesicht erhielt. Die Folge war, daß er einen Bruch der Kinnlade erlitt und er zeitlebens entstellt sein wird. Er verlangt 85000 Schadenersatz. Der Richter behielt sich die Entscheidung vor. DesMordesverdächtig. Der Fall des Thomas Samvson und der Frau Bertie Brown, welche angeklagt sind, in wilder Ehe zusammengelebt zu haben, wurde auf Verlangen der Detectives Morgan und Kinney auf nächsten Samstag verschoben. Dieselden glauben, Anknüpfungspunkte gefunden zu haben, welche Sampson des Mordes von Bert Knotts verdächtigen. Derselbe war an einem Tage im Juli v. I. in Kokomo neben den Eisenbahngeleisen als Leiche aufgefunden. Er und Sampson waren beide in die Brown, weche erst vor 3 Monaten Wittwe geworden war, verliebt gewesen, und soll Sampson auf Knotts grenzenlos eifersüchtig gewesen sein. Schon damals siel der Verdacht auf Simpson, an dem Tode seines Nebenbuhlerg Schuld gehabt zu haben, allein das Beweismaterial war zu dünne und der Coroner gab einen Wahrspruch ab, demzufolge Knotts von einem Bahnzuge überfahren worden war. Frau Brown war mittlerweile von Kokomo nach Fairmount verzogen. Von dort brachte Simpson sie nach hier und seitdem lebt das Paar zusammen. Ob die Tetectivs neues Beweweismaterial ge' gen ihn gefunden haben, bleibt abzuwarten. Im Polizeigericht wurde Cornelias Conwcll wegen Bedrohens mit einem Revolver zur Zah lung von 825 nebst Kosten verurtheilt. Harry Brown, Victor Eyster und Thos. Palmer, des Taschendiebstahls angeklagt, erhielten ihren Fall aus den 29. dss. verschoben. MißglückterSchwindel. .Unter der Anklage der Checkfälschung wurde von Detectiv-Capt. Gerber ein Jüngling in Gewahrsam genommen, der sich Walter Moore aus Cincinnati nennt. Derselbe wurde abgefaßt, als er durch einen Botenjungen einen 821 Check m Fletcher's Bank cassiren lassen wollte, auf dem er die Unterschrift Wm. Reagan'S von No. 121 Ost Vermont Str. gefälscht hatte. Den Bankangestellten kam der Check aber verdächtig vor, die Polizei wurde gerufen und Capt. Gerber verhaftete Moore im Grand Hotel, wo derselbe auf die Rückkehr des Botenjungen mit dem Gelde hatte warten gewollt. Sein Fall kommt am Samstag zur Verhandlung.
Die Kirmes. Die Comites für die Kirmes, welche unbedingt nächsten Sonn tag, den 27. September, abgehalten wird, hielten gestern Abend eine Versammlung nur zu dem Zwecke ab, um einzuberichten, daß alle Veranstaltungen in denkbar bester Weise getroffen worden sind. Ein Volksfest im wahren Sinne des Wortes soll die diesjährige Kirmes werden und Groß und Klein werden sich bestens amüsiren. Die Schwabe nP r o b e verlief drillt ant. Die gestern Abend in John Emhart's Club-Local abgehaltene Probe der Mitglieder der schwäbischen Vereine für die Kirmes Schwäbische Hochzeit" und ..Alte Weibermühle" verlief zur größten Zufriedenheit des Ccremonienmeisters Herrn Adolph Baur, Sr. Hatte schlimmer werden können. Nahe der McCarty Straße wurde das Fuhrwerk des Anstreichers Cdward Ogle von No. 105 Nord New Jersey Straße von einer Süd Meridian Str. Car angerannt und infolge des heftigen Zusammenstoßes wurde Ogle von seinem Kutschersitze auf die Straße geschleudert. Er trug schmerzliche Quetschungen davon und mußte von Dr. Mackey vom Dispensarium per Ambulanz heimgebracht werden.
Nachrichten aus Jndiana.
Das Verschwinden des StadtMarschallSWill i s a u f g e k l ä r t. S u l l i v a n. Seit zehn Tagen waren allerlei Gerüchte über das ge heimnißvolle Verschwinden des StadtMarschalls James H. Willis in Umlauf. Niemand konnte sich dasselbe erklären. Jetzt aber ist das Geheimniß gelöst. Aus Westminster. Vancouver, B. C. kam am Mittwoch die Nachricht, daß es ihm gelungen ist, dort Russell, oder Cotton" BoleS zu verhaften, welcher angeklagt ist, am 31. Dezember 1901 in Denver, Harold Friborn ermordet zu haben. Derselbe war sei ner Schwester Florence, welche von dem Schurken in crimineller Weise angegriffen war, zur Hülfe gekommen, als dieser ihn mit einer Axt erschlug. Frl. Friborn begleitete Willis nach Vancouver und identisizirte den Mörder. Boles ist in Sullivan geboren und erzogen ; vor vier Jahren manderte er nach dem Westen aus. Seine Schwester und Bruder wohnen noch hier. E i n 84000 Pflaster für geschlagen? Herzensmunden. Rushville. Die Geschworenen in dem Falle der Blanche Culver, welche Marcus A. Kendall wegen Bruchs eines Heirathsversprechens auf Schadenersatz verklagt hatte, haben derselben 84000 zugesprochen. Die vielen Liebesbriefe, welche Kendall an die Klägerin geschrieben hatte, waren ein zu starkes Beweismaterial gegen ihn. Ganz plötzlich hatte er das zärtliche Verhältniß, welches zwischen ihm und Blanche bestand, abgebrochen und eines Tages theilte er ihr mit, daß er sich verheirathet hatte. Eine Zellefür jeden Sträfling. Jeffersonville. Seit Mittwoch hat jeder Sträfling eine Zelle für sich. Bis dahin war es vielfach Gebrauch, daß zwei Gefangene eine Zelle occupirten. Superintendent Whittaker erklärte bei seinem Antritt in's Amt, daß er diesem Uebelstand ein Ende bereiten würde. Die Durchführung dieser Maßregel hat viel Arbeit gekostet. Die beiden ülteren Zellenhäuser mußten gereinigt, ventilirt und desinsizirt werden, bevor sie wieder benutzt werden konnten. Zur Zeit befinden sich in der Anstalt 917 Sträflinge. S ä n g e r f e st i n B r a z i l. ' Brazil. Am nächsten Sonntag veranstalten die hiesigen Sangesbrüder im Summerville Grove ein Sängerfest. An demselben werden sich der Terre Haute Männerchor, sowie Delegationen aus Saline City, Afherville, Bowling Green, Poland, Stiunton, Harmony, Knightsville, Center Point und Clay City betheiligen. Bedeutende Transaction in Oel-Ländereien. H a r t f o r d C i t y. Die Penn. Oil Co., welche mit einem Capital von 8500,000 organisirt worden ist, hat von I. F. Rodefer dessen leases" von 300 Ackern in Washington Township, Blackford County für 811,000 gekauft. Die Beamten der Gesellschaft sind sämmtlich Indianapolis Geschäftsleute, nämlich : Präsident I. C. Schaf, Vice-Präsident Carl von Hake, Secretär und Schatzmeister Franklin Vonnegut. Reiche Maisernte in den südlichen Counties. Evansville. Vanoerlmrg sowohl, wie Posey und andere angrenzende CountieS werden in diesem Jahre eine ihrer größten Maisernten zu verzeichnen haben, erwarten viele Farmer doch einen Ertrag von 75 BushelS pro Acker. ' Das grünäugige Ge sp.enst. Martinsville. Sam" Grady schoß am Mittwoch dem Frl. Seamore, auf welche er grenzenlos eifersüchtig war, eine Kugel in die linke Schulter. Hierauf versuchte er sich mittelst Car-
bolsäure zu vergiften. Das Mädchen ist nicht gefährlich verletzt; Grady. welcher ebenfalls wieder hergestellt werden wird, wird sich wegen Mordangriffs verantworten müssen.
GegenMcClellan. New A o r k, 24. Sept. Hugh McLaughlin, der demokratische Führer von Kings County. erließ eine Erklärung, nach welcher die Kings County Organisation die Aufstellung des Con-greß-Abgeordneten S. B. McClellan als Bürgermeister - Candidat wegen seiner engen Beziehungen zum Tam-many-Leiter für nicht rathsam hält. A. F. o f L. Washington, 24. Sept. Der Executio - Rath des Amer. ArbeiterVerbandes berieth über den Fall des entlassenen und durch den Präsidenten wieder angestellten Vormanns in der Regierungs-Druckerei, Miller. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen. Die Central Labor Union in Indianapolis wurde verständigt, der dortigen Plumber Union volle Anerken nung und Vertretung zu gewähren. Teutschland. Neues geflügeltes Wort. Berlin, 24.ept. Das hält ja kein Vieh aus" ist das neueste geflügelte Wort. Die Redensart ist auf dem Sozialistenkongreß in Dresden entstanden, ws sie, als die Zänkereien auf's Höchste gestiegen waren, Herr Auer den Genossen zurief, die sie mit Jubel empfingen und schleunigst weiter kolportirten. Der Kaiser und das Volkslied. B e r l i n, 24. Sept. Während seines jüngsten Besuches in Wien unterhielt sich Kaiser Wilhelm längere Zeit mit dem bekannten Komponisten .Thomas Koschat und lobte seine Lieder, belonders die Hadrich- und Dorflieder aus Kärnten." Auch kannte der Kaiser die Männerquartette Koschats und meinte von den Liedern, daß diese einfachen, aus Gemüth und Seele hervorgeholten Lieder ihrz Wirkung nie verfehlen. Herz und Gemüth müßten aus dem Liede klingen, wenn das Volk es singen solle. Nebenbei aber müßten die Komponisten auch darauf sehen, daß bei ihrer Lie dern die menschliche Stimme nicht allzustark angestrengt werde. Manche Komponisten behandelten die menschliche Stimme wie irgend ein Jnflrument, welches den angeschlagenen Ton wiedergeben muß. Man höre das nicht allein oft, son dern es sei auch sicherlich kein Kunstgenuß, zuzusehen, wie Sänger sich bemühen müssen,beimA!kord zu folgen u. dem theoretischen Aufbau eines Liedes sich zu überbieten. Das sei besonders schade, denn das Volkslied habe anch erzieherische Zwecke. Es diene zur Veredelung des Patriotismus, das aber könne es nur, wenn es leicht faßlich sei. 1000 Markzuverdienen. B e r l i n, 24. Sept. Wie früher gemeldet, ertheilte die Bielefelder CakeSfabrik dem Entdecker des Wortes Knusperchen" den Preis von 1000 Mark, weil das Preisgericht dieses Wort von allen vorgeschlagenen als die beste deutsche Bezeichnung für Cakes" ansah. Dieses Preisgericht bestand aus dem Dichter und Schriftsteller Otto von Lejxner.Grünberg, dem Dr. Oskar Brenner, Universitäts - Professor in Würzburg, und dem Kritiker BrandBerlin. Aber die öffentliche Meinung fand das Wort nicht schön. So sieht sich die Fabrik veranlaßt, einen neuen Preis von 1000 Mark für das beste deutsche Wort für Knusperchen auözusetzen. Vereitelter Selbflmord-Lersnch. Die ' 40 Jahre alte Frau Fanny Ferriter,. Ehefrau des Fuhrmannes JameS Ferriter von No. .1236 Wil. liamS Str., verschluckte gestern Abend, nachdem sie Streit mit ihrem Manne gehabt hatte, in selbstmörderischer Absicht eine Dosis .Morphium. ' Dr. Crockett vom Dispensarium brachte sie bald wieder außer Gefahr. luf der tti?tneS werden die Rheinländer dem Vogel die Schwanzfedern abschießen.
