Indiana Tribüne, Volume 27, Number 24, Indianapolis, Marion County, 19 September 1903 — Page 1
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' J Erscheint jeden Narixrnittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Samstag, 19. September 1903 No. 24. i . - . -
Dr. Ö. M. Lash. f
Dr. H. M. Lash, einer der bekanntesten Aerzte der Stadt, ist heute Mor gen in seiner Wohnung No. 1520 Park Ave. einem Herzleiden erlegen. Er hat hier seit vielen Jahren mit Erfolg practizirt. Central-Tynode der Neformirten Kirche. An den gestrigen in Cincinuati abge haltenen Sitzungen der Central-Synode der Deutschen Ref. Kirche nahmen u. A. auch Rev. Paul Summerlette, der Hasen-Missionär auf Ellis Island, welcher in interessanter Weise über die Arbeit dort sprach, Rev. A. G. Gehrler, der Superintendent für innere Mission aus Indianapolis, und Rev. I. P. Land aus Lima, O., theil, welche erst gestern Morgen eingetroffen waren. Mit großer Genugthuung wurde die Meldung des Secretärs Dr. John Bachmann entgegengenommen, wonach $15,000 für eine Professur am Mif sionshause, College und theologischen Seminar geschenkt worden seien. Rev. I. P. Stahl von Canal Winchester, C, machte darauf aufmerksam, daß die Synoden mehr Hand in Hand arbeiten müssen, besonders soweit das Heikelberg Theologische Seminar in Tisfin, C, und das Waisenhaus in Ft. Wayne, Ind., in Betracht kommen. Eine interessante Ansprache hielt Rev. Dr. I. H. Rütruck von Cleve land, einer der ältesten und angesehen sten Geistlichen in der Reformirten Kirche. Er wies auf die Fortschritte hin, welche die Deutsch-Amerikaner auf dem Gebiete der Religion zu verzeichnen haben und fügte als Gegensatz die südamerikanischen Staaten unter sparn scher Herrschaft an. Rev. H. O. Jörns von Crestline, O., sagte, in den letzten vier Monaten sei mehr GelJ für die Mission und für Erziehung-zwecke eingegangen, als im ganzen Jahre vorher. Als Vertreter der nordwestlichen Synode überbrachte Rev. I. D. Vitz von Louisville Grüße. Rev. Steinert, letztjähriger Delegat zur Synode des Nordwestens, und Rev. L. D. Benner, welcher Delegat zur Synode des Ostens war, erstatteten Bericht. Die nächste Synodal-Versammlung Wird am 14. September n. Js. in Sandusky, O.. ihren Anfang nehmen. Schwaben-Probe. Morgen Abend in John Emhardt's t'ocal. Morgen, Sonntag, Abend um 8 Uhr findet in John Emhardt's Etablisse ment, 1621 S. East Str. eine Probe der Schwaben für die Kirmes statt. Die Mitwirkenden sind ersucht, sich pünkt lich einzubinden. Angebliches Opfer der JohnS-tovn-Sochflnth. Auf der Süd Meridian Str. wurde gestern Abend ein alter, augenscheinlich taubstummer Mann an Krämpfen le! dend und auf der Straße liegend vorgefunden und per Dispensariums-Am bulanz in'Z städt. Hospital überführt. Auf einer Bettelkarte", deren man Dutzende in seinen Taschen fand, be zeichnet der Staubstumme sich als John O'Connor, das einzige überlebende Opfer der Johnftown-Hochfluth etc., der damals Sprache und Gehör verloren habe, jahrelang im St. Luke's Hospital in Pittsburg, Pa., gepflegt worden sei, aber nicht wiederhergestellt hätte werden können etc. Er bitte um milde Gaben, um zu einem Bruder in Colorado reisen zu können. Gestörtes Mittagsmahl. Infolge eines Schornsteinfehlers brach gestern in dem Kosthause der Frau B. Ewing in No. 404 N. Illinois Str. ein kleines Feuer aus, das keinen nen nenswerthen Schaden anrichtete, abgesehen davon, daß es den Kostgängern und Kostgängerinnen temporär den Appetit verdarb.
Negiernngs-Näh-Arbeit. W. I. Wredman, ein in Jefferson-
ville wohnender Veteran des Bürgerkrieges, ist gegen den Hülfs-General-. quartiermeister, Oberstliutnant Sam R. Jones, auf den Kriegspfad gegan gen und stößt gegen den Osfizier alle möglichen Drohungen aus, weil man seiner Gattin angeblich keine Regie rungs-Näb-'Arbeit übertragen will. Er behauptet, daß es sich um eine adsichtliche Zurücksetzung handle. Als er Oberstleutnant Jones seine Beschwerde persönlich vorbrachte; erklärte ihm dieser kurz, er halte sich streng an das Gesetz, nach welchem in erster Linie Wittwen und Waisen von Veteranen zu be rücksichtigen seien, und fügte hinzu, in Wredmans Falle sei außerdem das besondere Moment in Erwägung zu ziehen, daß der Mann eine Pension von $40 p:r Monat erhalte. Wredman hat nun eine formelle Beschwerde beim Kriegsdepartement in Washington vorgebracht, und will die Sache außerdem in dem Posten der Grand Army, dem er angehört, zur Sprache bringen. Oberstleutnant Jones hat erklärt, er gebe die Näharbeiten an diejenigen Per sonen, die den Verdienst am nothwendigsten hätten, und finde seine Stellung schmierig, weil überhaupt nur für etwa fünfhundert Frauen Arbeit vorhanden sei, und zwar nur für eine Periode von kaum sechs Wochen. Jeden Tag er. halte er sieben bis zehn neue Applicationen, allein es sei ihm schlechterdings unmöglich, den Leuten gerecht zu werden. Manche von den Applicanten hätten Empfehlungen von Senator Fairbanks und einige sogar solche von dem Präsidenten Roosevelt, aber er richte sich in allen Fällen genau nach seinen Vorschriften und werde von'diesen auch nur dann abweichen, wenn er von seinen Vorgesetzten besondere neue Ordres erhalten würde. Ans dem Staatshause. Die Indiana Welt -Ausstellungs-Commission hat in ihrer in dieser Woche abgehaltenen Sitzung specielle Aufmerksamkeit den Vorbereitungen für die Ausstellung der landwirthschaft lichen Producte des Staate? geschenkt. In jedem County sollen Agenten er nannt werden, welche Ausstellungs Objecte von Farm und Galten collec tiren sollen. Im Staatshau.se wurde gestern von der Indiana Staats-Behörde für ärzt liche Registration die erste Prüfung von jungen Leuten vorgenommen, welche ärztliche Hochschulen besuchen wollen, aber nicht von einer Hochschule gra duirt sind. Ein jedes medicinische College verlangt, daß die Studenten, welche sich immatrikuliren lassen wollen, eine genügende Vorbildung haben. Die gestrige Prüfung war in Arithmetik, 'Algebra, Chemie, Geometrie, Weltgeschichte, Physik und Biologie. Unangenehme Nachttauge vom Arbeitertage. Da der Polizei gestern gemeldet wurde, daß der Zustand des Steinmaurers Ehas. Volpp von No. 803 Ost Minnesota Str., der am Arbeitertage gelegentlich eines Crawalls mit einem Bierglase auf den Schädel geschlagen worden war, zu den ernstlichsten Be denken Anlaß giebt, verhasteten gestern die Radler Askin, Duncan, Trimpe und Low die folgenden Steinmaurer, welche an der Schlägerei betheiligt geWesen sein sollen, unter der Anklage des Mordangrisses : Jos. Vornehm, Louis Huse. Fred. Richter und Ollie Coleman. AI. T. H. 5. Herr Joseph Taggart hat, wie Principal Emmerich gestern seinen Zöglingen freudig verkündete, der M. T. H. S." $25 für Dibliotheks-Zwecke donirt. Nächste Woche wird die Werkstatt für Holzarbeiten in dem neuen Anbau fertig sein, und eine Woche später werden die anderen neuen Räume bezogen werden können. Die Zahl der M. T. H. S".Zöglinge beträgt soweit 1500.
Ans den Gerichtshöfen.
Coyote" in kein Hund. Im Polizeigericht wurde'heute Emerson Gowes v,n Vermont Str. und Senate Ave. von der Anklage, einen bissigen Hund gehalten zu haben, freigesprochen, weil dieses Viech eben kein Hund, sondern ein Coyote" war. Dieses vierbeinige Geschöpf aus den Prai ricn von Kansas hatte Gowes vor seinem Hause an der Kette gehalten. Als das vierjährige Töchterchen der Frau Doan von No. 429 N Senat. Ave. mit dem Thier spielen wollte, wurde dasselbe ungemüthlich und es biß das Kind in den Nacken. Zum Glück war die Wunde nicht gefährlich. Die Mutter des Kindes verklagte hierauf den Besitzer des bissigen Eindringlings aus dem Sonnenblumen Staat. Der Pslizeirichter sprach denselben jedoch frei, denn die Gesetzbücher des Staates Indiana weisen keinen Paragraphen auf, wie der Besitzer eines bissigen Coyote" bestraft werden soll. Ein fataler Irrthum. Die Grcer Wilkinson Co, hat die Pine Tree Lumber Co." von Little Falls, Minn., auf Zahlung von 8175 nebst Kosten verklagt. Die Gesellschaft hatte mit den Verklagten lange Zeit geschäftliche Verbindung unterhalten. Dieselbe war aber plötzlich abgebrochen worden, weil die Pine Tree Co." noch $400 von den Klägern verlangte, welche Forderung dieselbe nicht anerkennen wollte. Mittlerweile war die Greer Wilkinson Co. mit der Pine Tree Lumber Co." von Oklahoma in geschäftliche Verbin dung getreten. Vor einigen Wochen wollte dieselbe ihnen $175 für geliefertes Holz übersenden. Allein der betreffende ?Elerk, welcher mit der Remittirung betraut war, beging einen Irrthum, indem . er das Couvert an die Little Fall? Co.", Minn., adrcssirte. Diese glaubte nicht anders, als daß die $175 Abzahlung auf d:: von ihr geforderten $400 seien und sackte das Geld ein. Als die hiesige Firma ihren Irrthum entdeckte, verlangte sie von dem Minnesota Geschäft das Geld zurück. Dasselbe weigerte sich, dem Verlangen nachzukommen und in Folge dessen wurde die Klage eingereicht. $15,000 Schadenersatz der langt. Sarah E. Teachnar reichte eine auf $15,000 lautende Schadenersatzklage gegen die Straßenbahn-Gesellschaft ein. Sie war im April d. I. Passagier auf einer English Ave. Car, als dieselbe mit einer C. H. & D. Bahn Locomotive collidirte. Die Klägerin erlitt derartige Verletzungen, daß sie zeitlebens an den Folgen derselben zu leiden haden wird. Wünscht einen neuen Proceß. Mary A. Aoung, welche den reichen Farmer Corydon R. Skinner wegen Bruchs eines Heiratsverfprcchens verklagte und welcher $3090 zugesprochen waren ist mit dem Betrag nicht zufrieden und sie will appelliren, daß ihr ein neuer Proceß bewilligt werde. Gestern reichte sie eine sog. bill of excep. tions" ein, welches Document von riesigem Umfang war und dessen Durchlesung mehrere Stunden in Anspruch nahm. Im Polizeigericht wurde Elmer Clay wegen thätlichenAngriffs zur Zahlung von $10 und Kosten verurtheilt. Die dienstbare Maid Jennie Singleton, welche ihre Dienstberrin, die Frau desAppellationsrichters Roby um werthvolle Garderobestücke bestohlen hatte, erhielt ihren Fall verschoben. George Hart wurde des Diebstahls schuldig befunden und zu 180 Tagen Arbeitshaus verurtheilt. Angeblichirrsinnig. Charles Madison von Scott County, welcher sich in der Gesellschaft des Ray Carr in der verhängnißvollen Nacht befand, als derselbe die tödtlichen Verletzungen erlitt, wurde gestern von einer
aus Friedensrichter Sheppard und zwei Aerzten bestehenden Commission aus
seinen Geisteszustand geprüft. Dieselbe wird heute eine Entscheidung abgeben. Madison steht unter der Anklage des Diebstahls und der Beihülse zum Mord. Die Detectivs Manning und Asch, welche ihn verhaftet hatten, sagten aus, daß der Bursche sich in keiner Weise als ein Geistesgestörter benommen hätte. Sie kannten ihn schon von früher und hatten ihn stets für geistesgesund gehalten. Der Südbahu - Bau begonnen. Mit den Erdarbeiten für den Bau der Jndpls. Südbahn" ist nunmehr begonnen worden. 2 Meile südlich von der Stadtgrenze haben 200 Arbeiter mit den Grabungen etc. für die Geleisstrecke und den Bahndamm begonnen und ihre Arbeit wird sich nördlich und südlich erstrecken. Nahe Stanford in Monroe County, 12 Meilen westlich von Bloomington, hat eine andere Schaar von Arbeitern mit dem Baue eines 1400 Fuß langen Tunnels für die Bahn begonnen, und in der nächsten Woche wirdd in Bloomington die Arbeit für den Bau der Linie aufgenommen werden. Kenesick & Hunt aus Pittsburg, welche den Contract für den Bau der Südbahn übernommen haben, müssen bis zum 1. Sept. 1904 die Strecke von hier bis nach Sullivan Via Bloomington vollendet haben. Mit einem Backsteine Soll E. Wren seinen Mitarbeiter übel zugerichtet haben. Im Diakonissen.Hospitale fand letzte Nacht ein junger Knabe Namens G. Unversaw von der Madison Ave. Pflege, der am Nachmittage von einem anderen Knaben in der Atkins'schen Sägefabrit Namens Carl Wren bei einem Streite schwerverletzt worden war, wie es heißt. Denn Unversaw soll von Wren mit einem Backsteine niedergeschlagen worden sein und mindestens eine GeHirnerschütterung erlitten habe. Die Polizei unternahm zu später Stunde, als sie von dem Falle erfuhr, eine Suche nach Wren. Derselbe wurde daheim gelassen, da seine Eltern versprachen, ihn dein Gerichte zu stellen. Er selbst erklärt, daß der Unversaw Knabe ihn fortwährend gequält und gestern mit einem Hammerstiele geschlagen habe, ehe er sich zu Wehr setzte. Local-Politisches. Die Demokraten beabsichtigen in der nächsten Woche, wahrscheinlich am Donnerstag, auch auf der Südseite eine große Massenversammlung abzuhalten. Dieselbe wird sehr wahrscheinlich in der Phoenix-Halle stattsinden. Das Hauptquartier der unabhängigen oder Anti-Bookmalter-Republi-kaner" soll am Montag im Binton Block an Pennsylvania und Market Str. eröffnet werden. Die Senatoren Fairbanks und Beveridge wie auch Congreßmitglied Overstreet haben sich bereit erklärt. während der RedeCampagne in Indianapolis auch etliche Lanzen für Bookwalter zu bretzen. Postalisches. Unangenehm für Geschäftsleute. Der hiesige Postmeister hat aus Washington vom 4. Assistent-General-Postmeister die Ordre erhalten, daß nach dem 30. Septbr. den Kaufleuten nicht mehr am Morgen ihre Frühpost direct in der Postoffice wie bisher abgeliefert werden soll. Dieselben müssen also warten, bis die Briefträger sie ihnen bringen, oder sie haben Postfächer zu miethen. 150 Firmen werden von dieser Ordre betroffen. Bauerlaubnißscheine. G. S. und T. M. Arnold, Broadway, nahe 23., Wohnhaus, $3400. Walter Winings, 2715 Jackson, Anbau, 8460.. M. E. Fisher, 2013 Central, Anbau, $100.
Nachrichten aus Indiana.
Evansville abermals der Schauplatz einer blutigen . Tragödie. Polizeichef Heuke und Capt. Brennecke von Detectw Hutchens leoensgefahrttch verroundet. E V a n v i l l e, 19. Sept. Das Deutsche Dorf" auf den Fair-Grün-den war gestern Abend der Schauplatz einer Tragödie, welcher wahrscheinlich vier Menschenleben zum Opfer fallen werden. Detective Thomas Hutchens brachte dem Polizeichef Fred. Heuke, dem Po lizei-Capitän Fred. H. Brennecke und d"m Stadtrath Jacob Lutz mittelst seines Revolvers Wunden bei, welche den Aussagen der Aerzte nach einen tödtlichen Ausgang nehmen werden. Nach Verüöung seiner entsetzlichen Thaten machte Hutchens seinem Dasein durch Erschießen ein freiwilliges Ende. Hutchens und der Polizist Crowe saßen an einem Tische im Deutschen Dorf" als der Polizeichef und Capt. Brennecke ihr Erscheinen machten. Seit den Tagen des Aufruhrs hatte der Detective einen grimmigen .Haß auf den Letzteren. Mit den Worten, da kommen zwei Männer, mit welchen ich abrechnen will", sprang Hutchens aus und schoß seinen Revolver in rascher Reihen folge auf Brennecke und Heuke ab ; hierauf richtete er seine Waffe auch auf den Polizisten Crowe, welcher ihm dieselbe entreißen wollte, allein der dritte Schuß erfolgte und die Kugel traf Jacob Lutz von Boonville, welcher soeben das Zelt betreten hatte. Hierauf bahnte sich Hutchens, den rauchenden Revolver in der Hand haltend, seinen Weg durch die von einer Panik ergriffene Menschenmenge. Kaum war' er m's Freie angelangt, als er auch schon den Revolver an die rechte Schläfe ansetzte und losdrückte. Er hatte wohlgezielt, denn tödtlich getroffen, sank er zu Boden und schon nach wenigen Au genblicken war das Leben aus seinem Körper verschwunden. Die ärztliche Unter 'uchung der drei Verwundeten ergab, daß sie sämmtlich durch die rechte Lunge geschossen wurden, so daß sie schwerlich mit dem Leben davon kommen werden. Hütchens war verheirathet und hinterläßt seine Frau und zwei Kinder. SchlechteAussichtcn für die Gläubiger der verkrach ten Lagrange Banken. , Lagrange. Rollin Ellison, der Eigenthümer der Banken von Topeka und Lagrange, die vor ein paar Tagen die Zahlungen eingestellt haben, hat sich am Freitag in Fort Wayne freiwillig für bankerott erklärt. Die Lage der beiden Banken ist schlimmer als zuerst angenommen wurde. Die Gesammtaktiva belaufen sich auf 8247,375.65 und die Verbindlichkeiten auf S313,514.17. Zu den Aktiva gehören Wechsel im Betrage von S85,000 und Aktien und Bonds im Betrage von 5101,500. Der Werth der Aktien ist aber ein sehr problematischer. Die Depositen in den b:iden Banken belaufen sich auf $259, 671.21. Die bedeutendsten Depositen sino: S. K. Ruick, S11,741; Gus Sears, 310,000; Charles Sears, S10,000; Charles Metzger, S5,300; Frank L. Church, S5,000; Brown & Francis, $1,300; Jessie M. Thompson, Sl,922; Charles Allen, S3,000; Selty Brough, $2,000; Myrtle James, $2,600; Susanna M. Ellison, Mutter von Rollin Ellison's, $34.927. Von Räubern überfallen. W a b a s h. Herbert Aughenbangh, Nacht-Telegraphist der Erie-Eisenbahn in Laketon, wurde am Freitag Morgen zu früher Stunde von zwei Räubern geschossen und wahrscheinlich tödtlich verwundet. Die Kerle hatten die Herausgäbe des in seinem Besitze besind lichen, der Eisenbahn gehörigen Geldes verlangt und ihm, als er sich weigerte, eine Kugel in den Kopf geschossen. Die Räuber, die mehrere - hundert Dollars erbeuteten, entkamen.
Entsetzlicher Selbstmord. T e r r e Haute. John Sloan, ein bei der Firma Paox & Bürget seit 7 Wochen thätiger Ptumber, machte am Freitag seinem Dasein ein freiwilliges Ende, indem er sich vor eine dahersausende Locomotlve der Vandalia Bahn warf. Sein Körper wurde buchstäblich in Stücke zermalmt.
Bekannter Deutscher g e st o r b e n. Chicago, 19. Sept. John I. Udamke, Gründer der FleischversandtFirma John U. Dahmke & Co. ist aus dem Leben geschieden. Vergeblich hatte er im letzten Frühjahr in Karlsbad, Böhmen, Heilung von einem schweren Magen- und Nierenleiden gesucht. Am 1. August traf der Fünfundsechzig jährige von seiner Deutschlandreise wieder in Chicago ein und wurde von sei nem Leiden bald darauf auf'S Krankenlager geworfen, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. In der Hauptstadt von Mecklenburg-Schwerin geboren, war der nunmehr Verblichene als 25jähriger Jüngling, nachdem er bei seinem Vater die Fleischerei gründlich erlernt hatte, nach diesem Lande ausgewandert. In Chicago ließ er sich bleibend nieder. Im Jahre 1873 rief er die Fleischhandlung und Fleischversandthaus in's Leben, die seinen Na' men tragen und deren geschäftlicher Verkehr seitdem eine riesige Ausdehnung erlangt Hai. Philipp Hoelzel. f New Orleans, La,, 19. Sept. Philipp Hoelzel, einer der ältesten Reismüller von Louisiana, ist hier im Alter von 31 Jahren gestorben. Er war aus Griesheim im Großherzogthum Baden gebürtig und kam nach Louisiana im Jahre 1846, vervollkommnete die Einrichtungen, durch welche der. Reis enthülst und gemahlen wird, erwciterte und verbesserte seine Mühle von Jahr zu Jahr und zog sich im Jahre 1880 mit einem ansehnlichen Vermögen auf seinen Landsitz zurück. Keine Betheiligung des Deutschthums an der Chicagoer Ccntenarf e i e r. Chicago, Jll., 19. Sept. Das Deutschthum unserer Stadt wird sich an der Ende dieses Monats stattsindenden Chicagoer Centenarfeier nicht betheiligen. In einer in Jung's Halle abgehaltenen Versammlung von Delegaten aller deutschen Vereine wurde die vom Arrangements-Comite erhaltene Ein ladung rundweg abgelehnt mit der Be gründung, daß die zur Verfügung stehende Zeit zu kurz sei, um etwas Gediegenes, der Bedeutung unseres Deutschthum Würdiges zu Stande zu bringen. Schon vor mehreren Monaten befaßte sich das Arrangements -Comite mit dem Plane, durch einen großen Festzug, u. A. auch die kosmopolitische Zusammensetzung der jetzigen Bewohnerschaft Chicago's dem Volke vor Auge zu führen. Wie es heißt, setzt, man sich alsbald mit den Vertretern verschiedener Nationalitäten in Verbindung. An die Deutschen aber erinnerte man sich erst vor etwa einer Woche, worauf dann die DelegatenVersammlung einberufen wurde. Ein Vertreter der Festbehördewohnte derselben bei und erbot sich, für die deutsche Ab'heilung der Völkerparade einen besonderen Schauwagen zu stel len, man erwiderte ihm aber, daß, um die Verdienste des Chicago'er Deutschthums um Handel und Industrie, um Kunst und Wissenschaft in daZ richtige Licht zu stellen, wenigstens ein Dutzend solcher Wagen nöthig wären, und man mit Freuden die Kosten derselben selbst tragen würde, wenn das Fest-Comite sich der Deutschen rechtzeitig erinnert hätte. Wie die Sachen jetzt liegen, habe es ganz den Anschein, als ob der deutsche Michel eine Art Midway Plaisance in der Parade bilden solle, eine derartige Rolle müsse man aber mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Die Mitglieder der Festbehörde behaupten, daß die Einladung an die Deutschen gleichzeitig mit derjenigen an die andern Nationalitäten erfolgt sei.
