Indiana Tribüne, Volume 27, Number 23, Indianapolis, Marion County, 18 September 1903 — Page 5
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Meine LiclittgcschWe. So C. F. Ppilips. lVfafctjung von Gmu Ernst. Ich bin nie eine überschwengliche Natur gewesen; habe mich nie von meinen Gefühlen hinreißen lassen. Und nun hatte die Liebe - die Leidenschaft mich doch mit elementarer Gewalt ergriffen. Wochenlang suchte ich sie zu verleugnen. Nicht einmal mir selbst gegenüber war ich ehrlich. Erst als ich in den Laden trat und die Photographie des Mannes lauste, von deren Anblick im Schaufenster ich mich schon über ein Duzend Male losgerissen hatte, kam es mir so recht zum Bewußtsein, welche Närrin ich geworden war. Daß ich mich im Alter von dreißig Jahren verliebt hatte, so albern, so widersinnig verliebt, wie es sonst nur junge Mädchen von siebzehn Jahren zu thun pflegen. Ich hatte mich Hals über Kopf in einen Schaufenster verliebt, den ich noch nicht einmal versönlich kannte. Wie schon oben erwähnt, war ich nie eine leicht empfängliche Natur. Doch mehr als das! Das Gegentheil hat man mir oft vorgeworfen mich kalt und gefühllos genannt; und mein eigenthümlicher Charakter" bereites schon in meiner Jugend meiner guten Mutter große Sorge. Tanzen war mir verhaßt und auf den Flirt verstand ich mich ganz und gar nicht. Nein! Die Männer haticn auch nicht die geringste Anziehungskraft für mich zweifellos war ich ihnen auch uninteressant. Aber d s war mir gleichgültig. Ich verlangte nichts anderes als mit meiner Feder allein gelassen zu werden. Heute führte ich ein Leben, wie es meinen Neigungen entsprach. Meine Bücher errangen Erfolg. Mein Haus war traulich und gemüthlich; und wenn ich auch große Gesellschaften noch immer so viel wie möglich mied, so enthielt mein Freundeskreis doch eine Anzahl kluger, ja sogar berühmte: Menschen. Da besuchte ich eines Abends das Diadem - Theiter. Dort sah ich ihn Brudenell zum ersten Male. Er interessirte mich ungemein. Seine weiche, klangvolle Stimme, sein von heiligem Ernst durchglühtes Spiel fesselten mich von Anfang an; und nach der Hauptscene, in der die Leidenschaft ihren Höhepunkt erreichte, kam ich zu der Ueberzeugung, daß er ein Phänomen ersten Ranges sei, ein Schauspieler, wie ich seines gleichen noch nie gesehen hatte! Wäre ich der dramatische Kritiker irgend einer Zeitschrift gewesen, hätte ich mich wahrscheinlich von meiner Begeisierung nicht so weit hinreißen lassen, um gleich diesen übertriebenen f Ausdruck zu gebrauchen. Aber man g?vfindet oftDinge, die niederzuschrei- ; es einem an Muth gebricht. Wie gesagt, ich war entzückt, bezaubert, und fand mich, noch ehe die Woche verstrichen, abermals unter dem Auditorium des Diadem-Theaters. Ich wurde ebenso mächtig bewegt wie das erste Mal. Brudenell nahm mir Herz und Sinne gefangen. Mir gefiel das Stück, mir gefiel seine Darstellung! Kurz, ich besuchte von nun an so viele Male das Diadem-Theater, wie es mir aufzuzeichnen widerstrebt, wohl auch nicht einmal in meiner Macht steht. Wie meine Gefühle allmählich eine lächerliche Gestalt annahmen, habe ich schon berichtet. Vierzehn Tage lang lenkte ich jeden Morgen meine SchrZtte nach dem Schaufenster, in welchem seine Photographien ausgestellt waren und betrachtete sie lange mit sehnsüchtigen Blicken. Endliz, ermüdet, einer Versuchung zu entfliehen, die, wie ich genau wußte, mich am nächsten Tage doch wieder befallen würde, betrat ich den Laden und forderte sein Portrait. Man zeigte mir verschiedene Aufnahmen. Ich wählte diejenige, welche mir von Anfang an am besten gefallen hatte eine im Profil. Der Mann wollte mich zu einer anderen überreden, mir versichernd, daß dies? enorm viel gekauft würde von jungen Damen!" So gleichgültig wie möglich erwiderte ich: Wirklich?" konnte jedoch nicht verhindern, daß eine heiße Blutwelle in mein Gesicht schoß. Ich fühlte mich über meine Schwäche tief beschämt! So beschämt, daß ich meinen Einkauf sofort bei meiner Rückkehr beiseite legte -und ihn erst am Abend seiner Hülle entnahm. Dann stellte ich das Bild auf meinen Schreibtisch, um es während der Arbeit stets vor Augen zu haben. Welch charakteristischer Kopf! Welch geistvolles Antlitz! So dachte ich. wenn meine Blicke bewundernd auf ihm ruhten. Und der heiße, sehnsüchtige Wunsch stieg in mir auf. eine dramatische Schriftstellerin anstatt einer Novellistin zu sein, um das Glück genießen zu können, meine Verse in seiner Auslegung zu hören. In der Hoffnung, den überall gesuchten Schauspieler zu treffen, nahm ich jetzt verschiedene Einladungen an, die ich sonst unbedingt ausgeschlagen hätte. Dieselbe ging auch wirklich in Erfüllung. An einem Sonntag fand unsere erst: Begegnung statt. Gleich bei meinem Eintritt stellte die Wirthin ihn mir vor: Mr. Brudenell: Miß Cleeve , George Effingham, wie Sie wohl wissen." Und ich überlegte mir, ob er wohl meine Bücher gelesen batte.
vtt netz MHlZ Darüber verminen. Aber er war sehr liebenswürdig, und sprach in dem leisen, ernsten Tonein welchem er auf der Bühne die Gemein Plätze äußerte. Ich beglückwünschte ihn zu seinen Erfolgen, und er danlte mir. dabei doch llagrnd, rcte schwierig es sei, gute Stücke ausfindig zu machen. Dann führte er mich zu Tisch, wo ich mich bemühte, so interessant wie möglich zu plaudern. Schon bei den Entrccs entlockte ich ihm ein Lächeln. Noch jetzt wird mir ganz heiß, wenn ich an das Entzücken denke, welches dieser Triumph" mir damals bereitete. Natürlich bildete das Theater den Hauptgegenstand unserer Unterhaltung. Im Laufe des Gespräches nahm ich Bezug auf die außerordentliche Unterstützung, die ihm von der ersten Schauspielerin zu theil wurde. In der Hauptscene muß sie Ihnen doch sehr viel werth sein?" bemerkte ich. Sie paßt sich Ihrem Spiele so prächtig an." Er zuckte die Achseln. Das ist leicht qenug. Die Rolle spielt sich von selbst. Seine Antwort überraschte irncn; denn mir hatte es gedünkt, als ob sie in schwächeren Händen ganz unwirksam sein mußte. Sie ist ein Liebling des Publikums", fügte er erläuternd hinzu. Und in einem Theater wie das meine ist man gezwungen, beliebte Kräfte zu engagiren. Aber ganz offen, die Auffllhrung würde eine gleich gute sein mit einer Partnerin, die mich die Hälfte kostete." Aber doch nicht, wenn Mr. Warrington fehlte?" Warum nicht?" entgegnete er verwundert. Was hat denn Mr. Warrington damit zu thun Die ganze Last des Stückes ruht doch auf mir." Im ersten Augenblick fühlte ich mich abgestoßen. Die Kaltblütigkeit, mit der er diese Behauptung auswarf, erschien mir denn doch zu anmaßend. Aber im nächsten vergegenwärtigte ich mir, daß ich ja nichts von dieser Sache verstände, mein berühmter Tischnachbar dagegen ausErfahrung sprach. Und beistimmend fügte ich hinzu: Jhre Rolle muß wirklich ungemein anstrengend sein!" Hätten Sie der ersten Aufführung beigewohnt, würden Sie auch nicht im geringsten daran zweifeln. Nur ein Schauspieler weiß, welch schweres Stück Arbeit eine so große Partie ist." Hier ließ er einen interessanten Bericht über sein Leben folgen. Mit Erstaunen vernahm ich, daß noch vor einigen Jahren seine Gage nicht mehr als drei Guineen die Woche betrug. Ich wählte die dramatische Laufbahn" so erzählte er wider den Willen meiner Eltern. Ich entfloh, nachdem ich mir geschworen, etwas Großes zu leisten! Aber der Contrast gegen das Leben, das ich bis dahin gesührt hatte, war entsetzlich ganz furchtbar! Dennoch hielt ich an meinem auserwahlten Berufe fest, gegen mehr Hindernisse und Entmuthigungen, als Sie ahnen können. Und nie, nie werde ich den Augenblick vergessen, wo meine Laufbahn den günstigen Wendepunkt nahm." Erzählen Sie mir davon", bat ich. Er begann also: Ich war bei einem Theater in Edinburgh engagirt, wurde jedoch nur in Nebenrollen beschäftigt. Da, eines Tages, als wir gerade beim Proben waren, trat der Diener des ersten Schauspielers herein mit der Mittheiluna, daß sein Herr plötzlich erkrank! und verhindert sei, am Abend aufzutreten. Seine Rolle war eine furchtbar schwierige. Ich kann sie ja auch nennen: Hamlet. Der Direktor war in Verzweiflung. Hilflos ließ er seine Blicke über das ganze Personal schweisen. Plötzlich fiel sein Auge auf mich, das junge Bürschchen. Warum gerade ich der Auserwählte wurde, habe ich nie erfahren. Genug, er winkte mir und rief: Brudenell, Sie werden heute Abend den Hamlet spielen." Alles verschwamm vor meinen Augen. Ich war einer Ohnmacht nahe. Endlich faßte ich mich; begriff, daß meine Zeit gekommen sei. Ich werde ihn spielen, Herr Direktor", entgegnete ich, und ich werde Ihnen einen Erfolg erringen." Ich kannte die Rolle und liebte sie. Nach Schluß der Probe lenkte ich meine Schritte nach Calton Hill, und dort deklamirte ich die Verse Shakespeares, unseres größten Dichters, dem blauen Himmel. Als jedoch die Stunde nahte, wo ich mich zumTheater begeben mußte, bemächtigte sich meiner eine ungeheure Erregung. Mir klapperten die Zähne. De: Gedanke an das mich erwartende Pubilum, an 1, zur strengen Kritik bereit sitzende Presse, entnervten mich dermaßen, daß ich fürchtete, außer Stande zu sein, auf der Bühne überhaupt die Lippen zu öffnen. Meine Collegen, auf meine Bevorzugung eifersüchtig, höhnten und neckten mich zufällig das beste, was sie mir anthun konnten. Es entfachte meine ganze Willenskraft. Mein Name wurde aufgerufen. Mit heftig klopfendem und doch siegesfreudigem Herzen schritt ich den Coulissen zu. Mein Stichwort ertönte. Von jener Stunde an habe ich nie wieder rückwärts geschaut." Hastig stürzte er den Champagner üinunter, strich sich das Haar aus der Stirn und lächelte mich gedankenvoll
an. ann sagte er: Ader Sie ermutigen mich, Sie mit meinen Reminiscenzen zu langweilen. Bitte, erzählen Sie mir nun auch etwas von sich." Ich that es und verbrachte einen äußerst genußreichen Abend. Später bernahm ich zu meiner großen Freude, daß Georg Brudenell mich eine entzückende Frau" genannt hatte. AlZ ich mich von unserer liebenswürdigen Wirthin verabschiedete, forderie dieselbe mich auf, sie zu dem in einigen Tagen stattfindenden Festessen im Diadem-Theater zu begleiten. Ich willigte freudig ein, mit Sehn sucht den Äugenblick erwartend, der mich wieder mit Brudenell zusammenführen sollte. Endlich erschien der Abend. Die Stimmung war überall eine äußerst gehobene. Das Stück war zweihundert Abende hintereinander aufgeführt geWesen. Es mochten auch dreihundert Abende sein so genau kann ich es nicht mehr sagen. Auf jeden Fall hatte es einen enormen Erfolg gehabt. Infolgedessen fanden unzählige Reden, Toaste und Gratulationen statt und Brudenell wurde bis in den Himmel erhoben. Er, der Hauptgefeierte, zeichnete mich an jenem Abend sehr aus. Dieses Mal sprach er über eines meiner Bücher, und werde ich meine Seligkeit darüber vergessen? fragte mich, ob ich wohl geneigt wäre, ein Drama zu schreiben, wenn ich Stoff und einige Anleitungen von ihm erhielte. Ich bin zwar kein Schriftsteller," sagte er, aber meine Kenntniß von der Bühne wird Ihnen sicher von Nutzcn sein. Ich habe auch schon die Idee zu einem Stück. Natürlich muß ich die Hauptrolle spielen." Voll Entzücken willigte ich ein. Und schon am nächsten Tage sandte er mir seine Idee". Ich müßte lügen, wollte ich behaupten, daß dieselbe mir gerade besonders gefiel. Nichtsdestoweniger begab ich mich mit Eifer an die Arbeit. Zuweilen sprach Brudenell bei mir vor, um sich, wie er vorgab, nach den Fortschritten des Dramas zu erkundigen. Aber anstatt über das Stück zu diskutiren, plauderten wir von uns selber. Nach und nach machte er mich zum Vertrauten seiner Herz:nsangelegenheiten; er gestand mir, daß er kein glücklicher Mann, daß seine Heirath ein Irrthum sei. Und wenn er so schwermüthig dasaß, das schöne Haupt müde auf seine alabasterweiße Hand gestützt, und mir seufzend sein Leid klagte, that mir das Herz in seiner Seele weh. Daß er mich gerne hatte, ist wohl zweifellos. Ob ich in Gefahr schwebte oder nicht, will ich lieber unerörtert lassen. Aber er kam oft, und wir correspondirten auch eifrig, und nun, ich kann nicht sagen, welch ein Ende es hätte nehmen können! Ich weiß nur, welches es thatsächlich nahm. Endlich war das Drama fertig und ich sandte es ihm. Nach ungefähr acht Tagen erhielt ich als Antwort einen 35ricf, in dem er mich bat, ihm die Ehre meines Besuches zu schenken. Man wies mich in sein Heiligthum" wie er es nannte. Das Manuskript lag auf dem Schreibtische. Mit seinem strahlenden Lächeln führte er mich zu einem Fauteuil, indem er ausrief: Wie freue ich mich, Sie endlich einmal bei mir begrüßen zu können!" Dann nahm er mir gegenüber Platz. Gefällt Ihnen das Drama?" forschte ich. O, sehr!" 'erwiderte er. Nur bedarf es einiger Aenderungen. Die Rolle der ersten Schauspielerin muß geschwächt werden." Geschwächt?" Ja. Sie lenkt die Aufmerksamkeit zu sehr von mir ab", erklärte er. Sie hat viel gute Stellen. Sehen Sie z. B. hier. Ich habe einiges unterstrichen." Ich blickte hin. Er hatte wohl mindestens fünfzig Stellen unterstrichen. Und dann noch eins", fügte er hinzu, Sie haben mich nicht jeden Akt beschließen lassen. Der Vorhang darf aber nur hinter mir fallen." Aber aber widerspricht das nicht den Regeln der Kunst?" Ach was, Kunst!" lachte er. Das ist Geschäft, nicht Kunst, meine liebe Miß Cleeve. Wie Sie das Stück geschrieben haben, ist der Beifall viel zu sehr vertheilt. In der einen Scene bin ich sogar ganz kalt gestellt, während die erste Schauspielerin zwei hervorragende, zum Beifallssturm heraus-
soroernoe stelle hat. Diese Zeilen müssen fortgelassen und- statt ihrer mir etwas recht Packendes eingeschoben werden." In diesen Augenblick trat der Diener mit einer Meldung herein. Brudenell erhob sich, mich bittend, ihn für ein paar Sekunden zu entschuld!gen. Ich war froh, allein zu sein. Ich war vollständig betäubt. Dies war Geschäft, nicht Kunst!" Das Stück mußte geschwächt werden, damit Mr. Brudenell mehr Beifallsklatschen von dem Parterre und der Galerie erhielt! Träumte ich? Narrte mich ein Spul? . Brudenell blieb lange fort.' Gedankenvoll schlug ich Seite für Seite des Manuskriptes um und las die Winke, die er mit Bleistift angemerkt hatte. Barmherziger Gott! Das also war der
cann, den ich sur einen Nllnttier von Gottes Gnaden gehalten! Etwas Verächtlicheres, etwas Lächerlicheres sonn te die menschliche Phantasie wohl nicht ersinnen! Da Brudenell noch immer nicht zurückkehrte, ließ ich meine Blicke prüfend umherschweifen. Mein Auge fiel auf einige Correkturbogen Rezensionen eines Interviews", ihm zur Durchsicht eingesandt. Ich schaute hinein. Gott im Himmel! Was war das? Mr. Brudenell erhob seinen geist vollen Kopf ". Das geistvollwar von ihm, Brudenell, selber zwischengeschrieben! Und hier hier war sogar eine ganze Reihe Sätze eingeschaltet: Mr. Brudenell, gleich Sarah Bernhardt, hätte sich in verschiedenen Kumten auszeichnen können. Er ist ein italienischer Dilettantenmaler, modellirt mit ganz besonderem Geschick, und war in früheren Zeiten häufig der Versuchung nahe, angeregt durch die seinen literarischen Arbeiten zu theil gttvordene Anerkennung, die Bühne gegen die Wissenschaft zu vertauschen. Die britischen Theaterbesucher können ihrem Schöpfer danken, daß er es nicht gethan hat!" . Noch eine andere Stelle, von der Person des Interviews selber eingefügt: Gleich den meisten klugen Männern ist George Brudenell eine übergroße Bescheidenheit eigen. Nur mit den größten Schwierigkeiten vermochten wir ihn zu bewegen, von sich selber zu sprechen. Der Jnterviewer", so sagte er mit seinem melodischen Lachen langweilt mich!" Gerade jetzt lehrte dieser bescheidene" Schauspieler zurück. Ich theilte ihm mit, daß ich seine werthvollen Winke beachten würde. Dann verabschiedete ich mich. Das Drama gelangte nie zur Aufführung. Trotzdem bereue ich nicht, es geschrieben zu haben. War es doch das Mittel, mir meinen gesunden Menschenverstand zurückzugeben!
Ich habe George Brudenell nie wieder gesehen. Und heute ist eine Kabinettphotographie dieses berühmten Schauspielers sehr billig zu haben. Das ist das Ende meiner Liebesgeschichte es hätte ein schlimmeres sein können! Eine Dampskessel-Erplosion.
In der Anlage der Merchants' Heating & Lighting Co.
In der Betriebs.Anlage der Merchant5' Heating & Lighting Co." an Pearl und New Jersey Str. ereignete sidj gestern Nachmittag kurz nach 1 Uhr eine . Explosion, - die sehr gefährlich schien, glücklicher Weife aber keine Ber luste von Menschenleben und nur wenige unbedeutende Verletzungen von Personen zur Folge hatte, obschon sich in der nächsten Nähe der Unglücksstelle etwa 20 Arbeiter befanden. Aus irgend einem, bis jetzt noch nicht aufgeklärten Grunde explodirte nämlich eine Dampfröhre in einem der großen Röhren - Kessel der Anläge, und zwar mit solcher Gewalt, daß die Kesselmauer zerfetzt und die Backsteine nach allen Richtungen hin geschleudert wurden. Wm. Steiner von Nö. 320 N. Gray Str.. der Hülf. Heizer, welcher den betr. Kessel bediente, wurde von einem Backsteine gegen das Knie getroffen und trug eine sehr schmerzliche, aber nicht gefährliche Ver. letzung davon. Ebenso erging es dem Backsteinmau rer Charles Eroslcy, der mit 14 anderen Maurern in der Anlage mit der Errichtung deS Mauermerks für 2 neue Dampfkessel beschäftigt war, sowie einem Neger NamenS Frank Moore, der auf der Pearl Str. an der Thüre der Anlage stand. Daß die vielen Per fönen nicht sämmtlich von dem ausströmenden Dampf verbrüht und daß Niemand schwerer verletzt wurde, ist ein Wunder. Dir materielle Schaden ist ziemlich bedeutend. NeueJncorporationen. Mit einem Capitale von 825,000 wurde gestern die Farchers' Mutual Telephone Company" von Columbia City incorporirt. Die Directoxen sind: R. R. Scott, Henry Norris, Charles R. Banks, Christ. Born, John C. Pentz, C. R. Stoner, I. I. Krioer, Frank Briggs und L, W. Dunfee. Andere neue Jncorporationen von gestern sind: Der Camden Social Club". Cam den, Carroll County. Directoren: Wm. H. Barus, John L. Harrifon und Jof. C. Hemerling. Die Sacred Heart Benevolent Society", East Chicago, ein römisch-katho. lischer KrankenunterstützungS . Verein. Direcoren: Steve Farkas, Steve Nagy und Paul Martis. Ferner meldete gestern die Marion Paper Company" von Marion ofsiclell die Erhöhung ihres ActiencapitaleS von $30,000 auf $200,000.
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