Indiana Tribüne, Volume 27, Number 22, Indianapolis, Marion County, 17 September 1903 — Page 6

Indianer Tribüne, 17. September 1903

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Europäische Nachrichten.

3drn. F r e i b u r g. Dem hiesigen Schuh machermeister I. Strahm ließ die Großherzogin beim Sängerbundesfest in Mannheim durch den Vorstand unseres Männergesangvereins zu der Rüstigkeit seiner 83 'Jahre gratuliren. 1900 feierte dieser Sängerveteran (Tenor) seinen 80. Geburtstag und fein 60jähriges Sänger-Jubiläum. H o l z s ch l a g. Vom Blitz getödtet wurde die Wittwe Gertrud Wehrle; sie hatte mit ihrer Tochter auf dem Feld Kartoffeln gehackt und war auf dem Heimweg. Die neben ihr gehende Tochter wurde nicht verletzt. K o n st a n z. Es sind nunmehr 25 Jahre verflossen, seit Stadtrechner Dörflinger seinen verantwortungsrollen Dienst bei der Stadtverwaltung besorgt, nachdem er zuvor schon 4 Jahre Armenfondsrechner war. Aus diesem Anlaß überbrachte eine Abordnung des Stadtraths dem Stadtrechner die Glückwünsche des Stadtraths und als ein Zeichen dankbarer Anerkennung ein Alumengebinde mit Erinnerungsband. N e u st a d t. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der hiesigen freiwilligenFeuerwehr erhielten Schmiedemeister Karl Haderer und Fabrikarbeiter Josef Sifert für langjährige treue Dienste das Ehrenzeichen. Offenburg. Das 2jährige Mädchen des Maschinenführers Josef Kronenwett fiel beim Spielen in den Kronenbach. Von hier aus trieb es in den Mllhlcana! und konnte erst nach einiger Zeit als Leiche gelandet werden. Kreenheinstetten. Der 27jährige verheirathete Joh. Glocker grub im Steinbruch einen vorstehenden Vaumstumpen aus; derselbe gab nach und Glocker stürzte etwa 2y2 bis 3 Meter ab. Nach einer klaffenden, etwa 8 10 Centimeter tiefen rundenWunde im Brustkorb zu schließen, fiel er auf einen spitzen Gegenstand. Der Unglückliche starb nach furchtbaren Schmerzen bald darauf. Er hinterläßt eine Wittwe und drei Kinder. Kirchdorf. In dem Wohnhaus des Landwirihs Ferdinand Effinger brach Feuer aus, welches das Gebäude vollständiq einäscherte. Der Schaden beträgt 10.000 Mark. Mannyeim. 2rn Mitgliedern der hiesigen freiwilligen Feuerwehr wurden verliehen: Wem (lommandanten Wilhelm Elz, sowie den Hauptleuten Edmund Molitor und Karl Grllnewald das Verdienstkreuz vom Zähringer Löwen, und dem Handler Daniel Mayerhofen für 40iäbriae treue Dienste das Ehrenzeichen. N e x i) t n. Die Tagelöhner Hosfmann und Martin Wohlfahrt geriethen nach voraufqeaanaenem 'Wort'streit so hart aneinander, daß beide beim Ausgang an der Wirthschaft zum Adler" zu Boden stürzten. Wohlfahrt zoa fick dabei solch' schwere Kopfverletzungen zu, daß er starb. Weingarten. Hier fand das 40jährige Stiftungsfest der freiwilligen Feuerwehr statt. Außer den üblichen Veranstaltungen wurden für 23und 40jährige Dienstzeit Ehrenzeichen überreicht. Leider war es dem langjährigen Commandanten und Mitbegründer des Corps, Veuttenmüller, nicht mehr vergönnt, an der schönen Feier, auf welche er seinen Stolz geseht hatte, theilzunehmen; der unerbi'ttliehe Tod rief denselben mitten aus den Vorbereitungen zum Feste ab. W e i n h e i m. Der 31jährige verbeirathete Maurer M. Schmidt aus Viernheim stürzte am AmtsgerichtsNeubau hier etwa 8 Meter tief herab. Der Verunglückte erlag bald seinen inneren Verletzungen. 5 kleine Kinder verloren in ihm den Vater. ErsaF'?ryr:ngen. S t r a ß b u r g. Bei eine? Uebung des zweiten elsässischen Pionierbataillons No. 19 ertrank der Pionier Ganders im Rhein. Er wurre beim Landen einer Fähre vom Tau erfaßt und über Bord geworfen. B u ch s w e i l e r. Einen nicht geringen Schrecken bekam die hiesige Rentnerin Frau Wittwe Wecke!, die reim Ausschließen ihres Sekretars tyre Werthpapiere von über 10,000 Mark vermißte. Von dem Thäter, welcher jedenfalls mit den örtlichen Verhältnissen genau vertraut gewesen war, war, fehlt einstweilen jede Spur. H a y i n g e n. Der Hüttenarbeiter Lorenz Hewer aus Hewingen begab sich aus dem Hüttenwerk zurPost, um seine Altersrente abzuheben. Unterwegs wurde er das Opfer eines Unfalls, was ihm das Leben kostete. Kleinrosseln. Die Frau des hier- ansässigen Bergmanns Suardir stürzte, m hellen Flammen siehend, auf die Straße, laut um Hilfe schreiend. Die Nachbarn eilten ihr rasch zu Hilfe, jedoch erlitt sie so schreckliche Brandwunden, daß sie starb. Metz. Der infolge Verbrennen mittelst Benzin verunglückte Anstreicher Lucien Martin aus Ars ist im Vlandinenstift seinen Verletzungen erlegen. M ü l h a u s e n. Die demokratischen Stadträthe Dr. Elias und Wallach haben wegen den Beschlüssen des Gemeinderathes in Sachen der israelitischen öffentlichen Anstalten ihre DeMission gegeben. Der Gemeinderath besteht jetzt aus 12 demokratischen und 17 sozialdemokratischen Mitgliedern.

Zlleckr?nl)urg. M u ch o w. Ein verheerendes Feuer wüthete in unserer Gemeinde. Aufgcgangen auf dem Erbpächter Podeynschen Gehöft, auf dem Scheune und Käthen verbrannten, ergriff es. dann Scheune und Stall des Erbpächters Friedrich Rambow. wo 21 Sckweine und einige Kälber verbrannten. Durch große Trockenheit begünstigt, ergriff das Feuer sodann das Erbpächter Kauffert'sche Gehöft, dasselbe, bestehcnd aus massivem Wohnhaus, ViehHaus und Scheune, vollständig vernichtend. Weiter wurden zerstört: Haus, Scheune und Stall der Erbpächterwittwe Giese, Haus, Käthen und Scheune des Erbpächters C. Korupp, Haus und Scheune des Erbpächters Will, der nichts gerettet hat, Haus, Käthen und Scheune des Erbpächtcrs Wank, sowie die Scheune des Küsters 5trull, welcher das mitverbrannte Heu erst eingefahren hatte. Striesdorf. Der 37 Jahre alte Gärtner Karl May gerieth auf di'm hiesigen Gut mit dem 18jährigen Knecht Karl Schmidt in Streit. Im weiteren Verlaufe desselben erschoß May den Schmidt mit einem Gewehr. Schmidt war sofort eine Leiche; May wurde verhaftet. Warnow. Der einzige Sohn des Vüners Esemann, welcher gewohnlich bei dem Fischer Mariens arbcitcte, fuhr mit dem Kahn über den Warnower See, um zu einer Viehauktion nach Grevesmühlen zu gelanoen. Auf der Rückfahrt fiel Esemann über Bord und ertrank. Z?iVVXlUllXQ. Oldenburg. Der Hausmann Friedrich Hllttemann verkaufte sein an der Bloherfelder Chaussee gelegenes Wohnhaus an den Musiker Wilhelm Barfuß in Oldenburg für 10.000 Mark. A p e n. Unfer Kriegervcrein feierte das Fest seines 25jährigen Bestehens, mit dem zugleich die Weihe der neu angeschafften Fahne verbunden war. O st e r n b u r g. Auf dem Deutschen Turnfest in Nürnberg errang in dem aus Laufen über 150 Metc?,Hochspringen und Kugelstoßen bestehenden Dreikampf 22 Punkte und damit einen weit über das Mittel hinausreichcnden Preis das bewährte Mitglied des Osternburger' Turnvereins, Turnlehrer Oskar Beyer. R a st e d e. Frau Wittwe Lagarie in Bremen verkaufte ihre zu Südende belegene früher Renken'sche Besitzung an einen Bremer Herrn für dieSumme von 17.000 Mark. Sande. Mächtige Schornsteine werden bald hier gen Himmel ragen. Auf denLändereien des Herrn Brahms wird eine Ziegelei entstehen. Wardenburq. Eine Fußquetschung zog sich der Müller Schmidt dadurch zu, daß ihm beim Abladen ein Balken auf den Fuß fiel.

Aufregende Ballonfahrt. Ueber eine Fahrt des Posener Militärballons Berson", die nach Rußland hineinführte, erzählt einer der Teilnehmer: Als wir uns der Grenze näherten, war der Ballon im Steigen begriffen, so daß eine Landung in Deutschland ausgeschlossen war; wir beschlossen daher, ruhig weiter zu sahren. Das belohnte sich dadurch, daß wir gerade über dem Powidzer See ein prachtvolles Panorama erblickten. So hoch, daß kein Geräusch mehr an unsere Ohren drang, konnten wir die Gegend auf einem Umkreise von 15 bis 20 Kilometer überblicken. Ein herrlicher Wolkenkranz rahmte die Landschaft ein, die äußersten Wolken schwach rosa bestrahlt, so daß man Ebenen, Gebirge mit ewigem Schnee und in der Ferne Alpenglühen, alles zu gleicher Zeit zu erblicken meinte. Losgelöst von der Erde, in gehobener, geradezu feierlicher Stimmung, brachten wir beim Ueberfliegen der Grenze ein kräftiges, dreimaliges Hurrah auf den deutschen und russischen Kaiser aus. Doch nicht lange sollte das Vergnügen dauern, bald war die Höhe von 1020 Metern erreicht, und der Ballon fing an, zuerst langsam und dann schneller zu fallen. Gleichzeitig hatte der Wind eine etwas nördliche Richtung angenommen, so daß wir parallel der Grenze fuhren und in Höhe von 400 Metern in die Nähe von Skulsk, einem kleinen Städtchen mit Grenzbesatzung, kamen. Das sollte uns schlecht bekommen, denn kaum hatten uns die dortigen Grenzsoldaten erblickt, als diese auch schon anfingen, auf uns zu schießen. (Wie man uns später sagte, nur um uns zur Landung zu veranlassen.) Wir hörten bei den ersten zehn Schuß ganz deutlich hinter uns weg die Kugeln pfeifen, so daß wir an eine schnelle Landung dachten, die dann auch um 9 Uhr 10 Min. glatt auf einem Seradellafelde erfolgte. (Ter Besitzer wollte nachher für den kleinen Schaden nicht mehr als 200 Mark haben, was ihm aber recht deutlich von den russischen Soldaten ausgeredet wurde; er erhielt dann 10 Mark.) Kaum waren wir aus dem Korbe gekrochen, als wir auch schon von vielen Soldaten umringt waren, theils ganz, theils weniger bekleideten, alle mit irgend einem Mordinstrument bewaffnet, fast alle auf ungesattelten Pferden. Der eine Luftfahrer konnte etwas russisch, so daß den Soldaten sofort klar wurde, daß sie es mit Ossizieren zu thun hätten, was sie sofort 2u einer angemessenen Haltung uns ge-

genuder veranlaßte. Unsere Säbel wurden zwar von einem Wachtmeister aus dem Korbe herausgeholt und vorläufig einbehalten, auch lud ein Soldat ziemlich auffällig vor unseren Augen scharf; so hielten aber die Leute nur die Dorfbevölkerung ab, so daß wir bequem unseren Ballon verpacken und verladen lassen konnten. Wagen waren sofort zur Stelle, und wir wur.den unter Bedeckung nach dem Skulsker Kordon gebracht, wo wir uns bis zur Ankunft der russischen Offiziere, die Wir sofort hatten bmachrichtigm lassen, ziemlich langweilten. Endlich nach etwa vier Stunden langte der Oberst aus dem nächsten Dorf nebst zwei Offizieren an, von denen der eine uns sehr feierlich zunächst unsere Säbel wieder übergab. Dann erst erschien der Oberst, ließ sich nur unsere Namen und den Zweck der Luftfahrt aufschreiben und dann einen Arm voll Butelkas verschiedensten Inhalts herbeischleisen, worauf eine solenne Kneiperei entstand. Bedeutet wurde uns nur, der Oberst habe zunächst um Weisung gedrahtet, wir müßten nur die Antwort abwarten, und dann waren wir sofort frei. Dieses sofort dauerte aber bis Dienstag Abend. Das Unglückstelegramm kam nämlich überHaupt erst Montag Abend an, weil der gute Oberst zunächst in der ganzen Welt herumdepeschirtc, bevor er endlich die richtige Adresse Kalisch" faßte. Es ist eben in Rußland die richtige Ausdehnung des Reiches schuld, daß die wenigsten über ihren eigenen Bezirk hinaus Bescheid wissen. Wir hatten es deshalb allerdings nicht schlechter Wir siedelten mitsammt unserem Ballon noch Sonntag Abend zu dem Obersten über, in. dessen Familie wir bis Dienstag früh reizend nett aufgenommen und verpflegt wurden. Jedenfalls vergaßen wir ganz, daß wir eigentlich russische Gefangene" waren. Wir lebten wie bei einer bekannten Familie auf dem Lande und konnten machen, was wir wollten. Endlich, am Montag Abend wurden wir dann verständigt, daß wir am Dienstag früh nach Slupze fahren sollten, wo wir vom Bezirkschef vernommen und dann freigelassen werden sollten. Dies gesckah: nach siebenstündiger Britschken" - Fahrt kamen wir, ziemlich gerädert, in S. an und mußten hier noch einige Zeit, allerdings wieder alsGäste des Bezirkschefs, auf diesen warten. Er kam, stellte sich vor uns und sagte dann blos: Sie sind frei!" Wir mußten bls unser Ehrenwort abgeben, daß wir keine Zeichnungen angefertigt hätten. Abends waren wir dann wieder in Preußen, in Stralkowo.

Auch etwas. Junger Ehemann: Kannst Du denn mein Leibgericht noch immer nicht zubereiten, Maus?" Frau: Nein, das hat mich die Köchin noch nicht gelehrt aber dasjenige ihres Soldaten kann ich bereits kochen!" Geschäftsrücksichten. Wie kommt's denn, daß der Seppl gar nicht über die Autler schimpft?" Der ist schlau, der macht's beste Geschäft durch die Leut'! Er fabrizirt Marterln!" . Beim Heirathsvermittler. Neflektiren Sie vielleicht auf Ihre geschiedene Frau?" Ich nähme sie ganz gern wieder; aber meine Köchin will sie um keinen Preis wieder haben!" Individuell. Herr: Sie haben mich in meinen Erwartungen sehr getäuscht, die Dame ist doch keineswegs bildsAön!" Heirathsvermittler: Nun, so schön wie manches Bild ist sie auch!" E h e s p o r t. Da hat Erastus Pinkley also wirklich geheirathct?" Ja, Jemand sagte ihm. die Ehe sei eine Lotterie, und weil er so ein großer Sportsman ist, nahm er gleich ein Loos." seltsame Schlafmittel. Auf die absonderlichsten Ideen verfallen Menschen, um das quälende Uebel der Schlaflosigkeit zu überwinden. Man erzählt, daß der Schah von Persien allabendlich durch Streichungen an Armen und Rücken in Schlaf versetzt werden muß, zwei eigens für diese Schlafmassage abgerichtete Leute begleiten den Herrscher immer auch auf seinen Reisen. Ein schlafloser Engländer fand ein Heilmittel im Geruch von Pfirsichen, von denen er stets ein halbes Dutzend unter dem Kopfkissen haben mußte. In ähnlicher Weise konnte ein Pariser Kaufmann nur mit Hülfe von Lavendclsäcken, die unter dem Kopfkissen lagen, die ersehnte Ruhe finden. Selten ist folgender Fall. Ein Ingenieur, der viele Jahre hindurch dicht am Mecresstrande gewohnt hatte, konnte ohne das Geräusch der Seebrandung nicht mehr einschlafen; er construirte sich daher einen Apparat, der. in seinem Schlafzimmer angebracht, den gewohnten Klang imitirte, und so gelang es ihm, sich einzuschläfern. In manchen Gegenden des Orients sind die Bewohner, wohl infolge des eigenthümlichen Klimas, stark von Schlaflosigkeit geplagt; sielassen sich daher mit Bambusstäben prügeln, um nach den ausgestandenen Schmerzen infolge körperlicher Ermüdüng in Schlaf zu verfallen. Stilblüthe? Die Mannschaften löschten mit einem .wahren Feuereifer.

Die Tiara der PZpslc. beschichte. Fsrinen un Beventung der Pöpst lichcu Kopsbettcisuug. Die Tiara der Päpste ist eine ziemlich hohe, nach oben zugespitzte Vtütze, die von drei übereinander befindlichen goldenen Kronenreifen mit je sechs Perlen umgeben ist. Die Gestalt der Tiara hat sich im Laufe der Zeit nach und nach herausgebildet. Anfangs war diese Kopfbedeckung der Päpste, die schon die hohe kegelförmig zuge-. spitzte Form hatte, noch ohne Kronenreif und bestand aus weißem Stoff, wurde aber dann mit senkrechten Streifen und oben mit einem Knopf versehen und erhielt einen Stirn?e!f, der anfänglich schlicht war und später als Blätterkrone ausgestaltet wurde. Die Umgestaltung des schlichten Stirnreifens zu einer Blätterkrone geschah im Auftrage des Papstes Bonifacius VIII., der von 1294 bis 1303 den päpstlichen Stuhl innehatte. Dieser ließ auch noch eine zweite Blätterkrone in einiger Entfernung über der ersten anbringen, so daß die päpstliche Kopfbedeckung demnach zu einer Doppelkröne wurde. Mit der zur Verwendung gelangten ersten Blätterkrone war die Souveränetät des Papstes, des obersten Kirchenfürsten, bildlich dargestellt, und durch die Anbringung der zweiten Blätterkrone sollte das Vorrecht und die Macht des Papstes, als weltlicher Herrscher und als Kirchenfürst über iveltliche und geistliche Angelegenheiten zu befinden und zu entscheiden, zum Ausdruck gebracht werden. Papst Urban V., der von 1362 bis 1370 regierte, ließ die Tiara mit der dritten Blätterkrone versehen. Damit hat die Tiara, die auch mit zwei herabhängen den Bändern, den Jnfu!:n. und ölen auf der Spitze mit dem Reichsapfel rersehen wurde, die noch jetzt übliche crm erhalten. Die so entstandene dreifache Krone sollte hindeuten auf die dreifache Herrschaft des Papstes über die streitende, über die leidende und über die triumphirende Kirche, oder auch über die menschlichen Seelen auf der Erde, im Himmel und in der Hölle. Andererseits sind die drei Kronen aber auch als Zeichen der Herrschaft des Papstes in den damals bekannten drei Welttheilen: Europa, Asien und Afrika, angesehen. Bezüglich der Form der Tiara fand im 15. Jahrhundert noch eine Aenderung statt, indem während

der Regierungszeit des Papstes Paul II., die von 1464 bis 1471 sich erstreckte, der mit den drei goldenen Kronen umzogene Theil der Tmra, also ihr Kern, der bis dahin fast gradlinig nach oben sich zuspitzte, eine mehr ausbauchende Gestaltung erhielt. In der so gebildeten Form präfentirt sich die päpstliche Tiara noch gegenwärtig. Die päpstliche Tiara hat bereits Vorganger gehabt, und zwar unter Anderem auch bei den Juden, denn zur Zeit Christi trug der Hohepriester eine hohe spitze Mütze mit dreifacher Krone. Aber auch in der ältesten Zeit der Juden hat der Hohepriester nach der Anordnung des Moses einen Hut mit Krone getragen, w:e aus dem 2. Buch Mojes zu entnehmen ist, wo im 29. Kapitel bei Vcschreibung der Priestereinweihung der 6. Vers also lautet: Und den Hut auf sein Haupt setzen, und die heilige Krone an den Hut." Lizcnsirtc Zeitungsjungen. In Groß-New Aork nahm man neulich Applikationen zur Ausstellung von Abzeichen für Zeitungsjungen im Alter von 10 bis 14 Jahren entgegen. Es trat nämlich das Gesetz in Kraft, demzufolge die Zeitungsjungen im genannten Alter nur unter Zustimmung ihrer Eltern respektive Vormünder und unter behördlicher Autorisation Zeitungen auf der Straße verkaufen dürfen und auch nicht später als zehn Uhr Abends, Während Knaben unter zehn Jahren vom Zeitungsverkauf auf der Straße ausgeschlossen sind und ebenfalls Mädchen unter 16 Jahren. Die an den Mützen zu tragenden Abzeichen, deren man rund 8000 benöthigte, sind aus Neusilber hergestellt, nickelplattirt und von ovaler Form, etwa drei Zoll lang und iz Zoll breit. In der Mitte des Abzeichens befindet sich eine quadratförmige Oeffnung, welche zur Aufnähme einer Karte mit dem eigenhändig geschriebenen Namen und der Nummer des Inhabers dient. Damit nicht eine andere Unterschrift auf dem Abzeichen substituirt werden kann, befindet sich die Karte mit dem Namen unter Celluloid-Verschluß. Eine jede Karte enthält auch das Siegel der SchuldeHorde und kann schon aus diesem Grunde nicht gefälscht werden. Diese Kontrolle wurde eingeführt angesichts der Erfahrungen, die man in Boston, außer New Jork bisher die einzige Stadt, welche den Zeitungsverkauf durch Minderjährige lizensirte, gemacht hat. Das Abzeichen ist von dauerhafter Konstruktion und wird den Zeitungsverkäufern von der Schulbehörde, der die Herstellung 15 Cents das Stück kostet, gratis verabreicht, während für ein zweites Abzeichen, falls das erste verloren geht, 25 Cents zu entrichten sind. Elend umgekommen. Vor dem Hause seiner Tochter wurde jüngst der 78 Jahre alte James Gillespie in Sturgeon Bay, Wis., als Leiche gefunden. Er hatte sich allem Anschein nach selbst ausgesperrt und war bei dem Versuch, durch ein Kellerfenster in's Haus zu gelangen, gestürzt und konnte sich dann nicht mehr helfen, da sein Kopf eingeklemmt war. Der Blutandrang nach dem Kopfe muß seinen Tod herbeigeführt haben.

Allerlei flir'ö Hau?.

UmHarzfleöeaus der Wäsche zu entfernen, betupfe man sie mit Terpentinöl, reibe sie aus und wiederhole dies nötigenfalls mehrmals, bis das Gewebe unter dem Fleck ganz weich geworden ist. Dann wasche man es mit Spiritus und zuletzt mit Seifenwasser aus. Fl a s ch e n k o r k e muß m an, unmittelbar bevor sie verwendet werden, mit siedendem Wasser abbrühen und noch feucht und warm zum Verkorken verwenden. Das beim Zusammendrücken des Korkes in der Maschine ebenfalls ausgedrückte Wasser wischt, man mit einem reinen Schwämmchen ab. bevor man die zu verkorkende Flasche darunterstellt. Fleckenwasser für Seidenstoffe. i Pfd. Terpentinöl, 4 Unze Weingeist. 1s13 Unze Nelkenöl' 1s15 Unze Lavendelöl werden vermischt. filtrirt und vor dem Gebrauch gut umgeschüttelt. Mit dieser Flüssigkeit bestreicht man die Flecke, streut ein Pulver von $ Pfd. weißen Bolus und i Unze Gummitragant dick darauf, nimmt nach einigen Stunden das Pulver ab und reibt den Fleck. Wein- .Punsch- u n d C h am - pagnerflecke entfernt man aus Heller, auch dunkler und schwarzer Seide sicher durch Eis. Man unterlegt den oder die Flecken mit einem mehrmals zusammengelegten Handtuch, nachdem man etwaiges Gazefutter zuvor aufgeschnitten oder durch Zertrennen der Nähte es ermöglicht, die Unterlage zwischen Futter und Oberstoff zu bringen und reibt dann mit einem Stückchen klaren reinen Eises so lange hin und her, bis der Fleck verschwunden ist, was in kurzer Zeit der Fall sein wird. Ein gutes Waschmittel für Seidenstoffe ist die in jeder Apotheke zu habende Quillajarinde. Zu diesem Zwecke übergießt man die Rinds Abends mit kochendem Wasser, wenn möglich Regenwasser, schüttet Morgens die Lauge ab und verdünnt sie mit heißem Wasser. Hellfarbige Stoff: wäscht man einmal, dunkle zweimal in dieser Lauge, spült sie in klarem Wasser, schlägt sie dann sofort in ein re':nes Tuch und bügelt sie noch ziemlich feucht auf der rechten Seite. Zum Bügeln nimmt man ein halbwarmes Eisen und legt Papier zwischen Eisen und Zeug. Schwaben aus der Küche zu vertreiben. Das Belegen des Herdes mit nassen Scheuertüchern, die beim Betreten der dunklen Küche natürlich bei rasch herbeigeholtem Licht in bcreitstehende, mit Wasscr gefüllte Eimer geworfen werden, um so die in den Tüchern sitzenden Schwaben zu ertränken, hilft nicht immer. Weit einfacher ist das erprobte Mittel: Borax und Zucker, zu gleichen Theilen gemischt und auf dem Herd, sowie längs der Scheuerleisten der Küche gestreut der nächste Morgen wird schon den ersten Beweis erbringen, und nach einer Woche ist auch die Brüt verschwunden. Echte weiße Spitzen zu ro a s ch e n. Dieselben werden in ze rader Richtung um eine kurze, dick: Flasche gewickelt, sodann legt man ein Stück lose Gaze darüber und heftet sie mit Reihstichen auf. Nun bestreicht man die Gaze mit Seife und legt die Flasche bis zum nächsten Tage in kaltes, weiches Wasser. Sodann bring! man sie mit frischem Wasser, worin reichliche Seife zerlassen wurde, langsam zum Kochen und erhält die Lauge i Stunde lang siedend, woraus die Flasche mit heißem, dann kaltem Wasser mehrmals zu spülen und in der Sonne oder an einem luftigen Ort zu trocknen ist. Möchte man den Spitzen einen gelblichen Schein verleihen, so spüle man sie zuletzt in seh: verdünntem Thee mit schwachem Zufatz von Gummiarabicum; soll die Spitze einen bläulichen Schimmer erhalten, so giebt man sie in schwaches Gummiwasser mit höchst geringem Zusatz von Waschblau. Noch etwas feucht, wird die Gae vorsichtig entftrnt, die Spitze abgewickelt und in ganz gerader Richtung, die linke Seite nach oben, auf ein sauberes Bügeltuch gelegt, vorsichtig ausgeputzt, bis auch das kleinste Jäckchen wieder sichtbar wird, dann mit Nadeln zum Trocknen festgesteckt. Einen seucyZrn Keller kann man durch folgendes Verfahren austrocknen. Man kauft in der Droguenhandlung Chorcalclum (Chlonde os Calcium") und stellt dasselbe in den Keller, wo es die Feuchtigkeit anzieht. Ist der Keller sehr naß. erneuert man dasselbe öfter, man kann es immer wieder trocknen und von neuem zebrauchen; man fährt so lange damit fort, bis alle Feuchtigkeit verschwunden ist, was in einigen Wochen derFatt sein wird. Darnach zündet man aus einem alten Teller einige Stücke Schwefel an, schließt sorgfältiig die Thür und verstopft sogar die Schlürsellocher. Alles muß rasch geschehen. damit weder etwas von dem Dampf herausdringt, noch eingeathmet wird. Nach 24 Stunden öffne man ein Fenster von außen, das man vorher dazu eingerichtet hat, und lasse den Dampf . ? i avzieyen. daraus lusiel man noch längere Zeit. Nach diesem Verfahren ist der Keller trocken und alle durch t: er r ' oie tfcucgngicii hervorgerufenen Fäulnißkeime sind vernichtet. Selbstredend muß de? Keller ausgeräumt sein.