Indiana Tribüne, Volume 27, Number 21, Indianapolis, Marion County, 16 September 1903 — Page 6

, iv. T,

Jttdimm Trlbunc, 16 September 1903. 6

Ci

Ja, wir verkaufen" Garlancl Oefen und Rangesot. Möbeln und Teppiche zu den niedrigsten Preisen. WlljJG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Baar oder 5.evit. hb. IEQ.IAND0 142 Nord Pennsylvania Strasze, Hauptq'ertier für BriNen und OpernkTläser. U! iPTMHinVAHIA j flOß' ' W Bttlii o:;j;i n5 an N:c!zz)!.i Den Hnjt zedaßt. Künstliche Augen werden scimerzlo? eingeseg!. Big 4 Route ...Excursionen... Sonntag, den 20. September. Lawrcnccburg, Aurora und Zvischcnstationcn. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7.30 Uhr Morgens und verläßt Aurora zur Rückahrt um 7.20 Abends. H. Tl. Bronson, 2t. 0. 21. Verlangt: 1OO Buchhalter, Stenographisten Illustratoren, Cartonisten, Bank Clerkö, Zeichner Architekten, Telegraphisten, Pharmacisten. Stellungen sind jetzt offen, welche don $1000 bis $2000 jährlich eintragen. Sie sind zu einer berechtigt, sobald Sie sich dafür qualisiziren. Wir qualisiziren Sie dafür sehr schnell. Wir verschaffen Ihnen eine lohnende Stellnng Spezieller Sommer-NnrsnS. Sprechen Sie heute vor. F Indianapolis M BUSINESS UFIIVERSIT Y E. T, HEEB, Prs. 32 H. Penn. 8t. Deutsche Buchhandlung (Farl Ptngpauk, Kginia ve.. 4. lVembroke rcade.Z LAKE ERIE & WESTERH R. R .... Fahrzeit der Züge .... Abfahrt Ankunft Xoltbo, Ehieag und Wichigan Sxvrei. 7.15 tlO.Sf koledo. Tetroit und Chiragg Lim H.20 $.ti Vühigan itv, Munci u.Lafa?ttteLpl1- 7.26 fio.S tSglich s ausgenommen Sonntag.

jil ii Älöv, ,MÄWMIM xWTZMWWl--L IAAWMzI? (MMiMMvAA 2' ?feS&pU N

f " I iMZ

rx3 Äc

- ' i

Europäische Nachrichten. Mtterdeutsche Staaten. Bernburg. Auf dem Hofe des Grundstücks Bornstraße 1 wurden Re paraturarbeiten ausgeführt. Plötzlich stürzte das aufgestellte Baugerüst zusammen und begrub den Besitzer Berner unter sich. Dieser erlitt dabei derartig schwere Verletzungen, daß er denselben erlegen ist. Zwei Männer kamen mit unerheblichen Abschürfungen davon. Die Ursache des Einsturzes konnte nicht festgestellt werden. Vraunschweig. Hier starb, 81 Jahre alt. Major a. D. Rudolph v. Bosse. Er wurde am 22. August 1822 als Sohn eines Staatsrathes in Vraunschweig geboren. Das hiesige Landgericht verurtheilte den berllchtigten Einbrecher Wilhelm Hirschfeld zu zwölf Jahren Zuchthaus. Die Mitangeklagte, die frühere Logiswirthin Hirschfelds, Frau Schlllter, erhielt wegen Dieüstahls und Hehlerei 5 Jahre Zuchthaus. D e l l i g s e n. Monteur Heinrich Vehmann, der bei der Vraunschweigisch - Hannoverschen Maschinenfabrik beschäftigt war. gerieth mit dem rechten Arm in eine Maschine und erlitt schwere Verletzungen. Es trat BlutVergiftung hinzu, an deren Folgen Behmann verschieden ist. K ö t h e n. Im Kreise seiner zahlreich versammelten Angehörigen feierten die Arbeiter Gottfried Bachmann'schen Eheleute in großer Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Beim Obstpflücken stürzte auf der. Wiendorf - Gerlebgoker Kreissiraße der Arbeiter Griesebusch von einer hohen Leiter und wurde in hoffnungslosem Zustande dem hiesigen Krankenhause zugeführt. Dort ist er den schweren Verletzungen, Schädel-, Arm- und Beinbrüche, erlegen. Leopoldshall. Auf der hiesigen Salzbergbahn wurde der Rangirer Müller aus Güsten überfahren und sofort getödtet. S e e s e n. In der Dampfsägemühle von E. Brachvogel hier ereignete sich ein schwerer Unglücksfall an der Fraisemafchine. Das Messer der Maschine sprang heraus und durchschnitt dem Tischlermeister Wilhelm Kratzig aus Langelsheim beide Oberschenkel. Er wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause in Goslar gebracht, wo er verstarb. Thedinghausen. Pflugköier Johann Kolloge war in Hagen mi! Sandfahren beschäftigt. Unterwegs nahm er drei kleine Kinder mit auf den Wagen. Der kleine siebenjährige Zwillingssohn des Handelsmannes Scheeper rutschte während der Fahrt vom Wagen herunter und gerieth vor das Rad, welches den Brustkasten des Kleinen vollständig eindrückte. Man schaffte das Kind in die elterliche Wohnung, in der es bald seinen Geist aufgab. Wolfenbüttel. Unter Betheiligung der ganzen Stadt und vieler auswärtiger Gäste beging die hiesige Schlachtergesellen - Brüderschaft das Fest der Fahnenweihe. Sachsen. Dresden. Anläßlich feines Uebertritts in den Ruhestand erhieltZollsekretär Ufer das Verdienstkreuz. Crimmitzschau. Oberpostschasfner Schütze erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. Ebersbach. Dem Webermeister Wagner, dem Fabrikweber Schwager, dem Geschäftsgehilfen Wünsche, dem Fabriktagearkeiter Klippel, dem Fa brikflammer Dreßler, dem Fabrikbäumer Kloß und dem VorarbeiterDutschke, sämmtlich Mitglieder der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, ist das Feuerwehrehrenzeichen verliehen worden; ferner erhielt die seit mehr als 40 Iahren beim Gutsbesitzer Dreßler bezw. dessen Vorgängern hier in Diensten befindliche Magd Louise Richter das Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit. L o ß n i tz. Die bei dem Gutspächter Seifert in Diensten stehende, ungefähr 19 Jahre alte Magd Göthel entfernte sich heimlich von ihrer Dienststelle. Unlängst fand man ihre Leiche im niederen Hofmann'schen Teiche. L e u b e n. Korbmacher Münch von hier verließ seine in ärmlichen VerHältnissen lebende Familie, um sich in Dresden eine Stellung zu suchen. Der Mann kehrte jedoch nicht zurück, und die Seinigen lebten in Sorge; kürzlich empfing nun die Frau einen Brief aus Bremen von ihrem Mann, in welchem dieser mittheilt, er habe sich nach Amerika eingeschifft, um dort sein Glück zu suchen. Leipzig. Eben von einer Badeund Erholungsreise zurückgekehrt, ist in der Nacht LandgerichtsdirektorCarl Sieber einem Herzschlage erlegen. Liebenwerde. Hier wüthete ein gewaltiges Schadenfeuer. Der große Zimmerplatz der Firma Nicklich & Linemann, auf welchem bedeutende Holzvorräthe lagerten, brannte ab. Mühlberg a.Elbe. Den Tod in der Elbe gesucht und gefunden hat der Buchhändler Karl Schneider aus Mückenberg. Oberottendorf. In der Nacht kam in dem von Gutsarbeitern bewohnten, dem Rittergutsbesitzer Oberleutnant Prassert gehörigen alten Gute Feuer aus, das drei Gebäude in Asche legte. O e l n i fe. Auf dem Oelnider Kok-

lenwerk Hedwigschacht" wurde der 23

Jahre alte Bergarbeiter Fanghanel von einem durchgehenden Hunte derart gequetscht, daß er an den erhaltenen schweren Verletzungen wenige Stunden darauf verschied. S e b n i tz. Fahrgeldkassirer Tod erhielt das Verdienstkreuz. Würzen. Dem Amtsgerichtsdiener Zweynert wurde bei seinem Uebertritt in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. essenarmstadt. Darmstadt. An Arsenikvergiftung ist der 22 Jahre alte stud. chem. Walter Meisenburg aus Schmekenberg nach kurzem schwerem Krankenlager im städtischen Krankenhaus gestorben. Ob Selbstmord vorliegt oder die Vergiftung auf unvorsichtiges Arbeiten im Laboratorium zurückzuführen ist, konnte nicht festgestellt werden. B i n g e n. Stadtverordneter Adam Brilmayer IV. und Frau Katharina, geb. Mundschenk, feierten das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Dem Jubelpaare gingen von allen Seiten zu ihrem Feste Glückwünsche zu. D i e b u r g. Kanzleirath Geisler, Bureauvorsteher am hiesigen Kreisamte, blickte auf eine 45jährige Thätigkeit im Dienste des Staates zurück. Eppertshausen. Das 14 Jahre alte Kind der Stephan Müller IV. Eheleute wurde durch das Fuhrwerk des Handelsmannes S. Rothschild von hier überfahren. Nach kurzer Zeit ist das Kind feinen Verletzungen erlegen. Großgerau. Auf der Verbindungsstrecke Dornberg-Groß-Gerau ereignete sich ein schweres UnM. Der Wagen des Käsefabrikanten Peter Rothcnburger aus Walfelden, der mit seinem Knecht nach Hause fuhr, wurde auf dem Bahnübergang der Verbindungsstrecke von einem Zuge erfaßt und vollständig zertrümmert, wobei die beiden Insassen tödtliche Verletzungen erlitten. Rothenburger ist im hiesigen Krankenhaus gestorben. Heppenheim. Der verdienstvolle langjährige Direktor der hiesigen Irrenanstalt, Geheimer MedizinalRath Dr. Ludwig, feierte sein S0jähriges Doktorjubiläum. Mainz. Hier ist ein Greis von 83 Jahren, der frühere Buchhändler Simon Kapp, gestorben, der sein gesammtes. sich auf 700.000 Mark belaufendes Vermögen unter Nichtberücksichtigung zahlreicher zum Theil bemittelter Verwandten, unserer Stadt zu wohlthätigen Zwecken vermacht hat. 100.000 Mark hat der Verstorbene für das hier zu erbauende israelitische Spital bestimmt. Der 43jährige verheiratete Hobelmeifter Emil Sei telmann war kurz vor Feierabend bei dem Zimmermeister G. Gerster damit beschäftigt, an der Hobelbank eine Fensterbank zuzurichten, wobei er das eichene Stück Holz einen Augenblick losließ. In diesem Moment schlug das Holz mit furchtbarer Gewalt zurück und traf den Seitelmann am Unterleib. Der Arzt ordnete die sofortige Ueberführung zum Rochusfpital an, wo Seitelmann bald verstarb. O f f e n b a ch. Das drei Jahre alte Söhnchen des Hausmeisters der Reichspost, Johann Knierim, der im dritten Stock des Postgebälldes wohnt, kletterte in der Küche, als die Mutter auf einen Augenblick hinausgegangen war, auf einen Schemel amFenster und stürzte, als es sich aus diesem herausbeugte, auf die Verladerampe am Posthof hinunter. Das Kind hatte so schwere innerliche Verletzungen erlitten, daß es sofort verschied. Wayern. München. Die goldene Hochzeit feierten der Rath und Director des städtischen statistischen Amts, Franz Taver Probst, und seine Gattin Babette, geborene Bauer. H a u s h a m. Bergmann Johann Bauer von hier wurde vor der Huber-tus-Gastwirthschaft zu Sägmühle, Gemeinde Schliersce, durch 16 Messerstiche schwer verletzt und bewußtlos in das hiesige Krankenhaus gebracht. Derselbe konnte nicht mehr vernommen werden. Als der That verdächtig wurden der Säger Grisser und der Zimmermann Stückler von Wolfsmühle von der Gendarmerie verhaftet. Lindau. Der Vorsteherin des hiesigen evangelischen Töchterinstituts, Euphrosine Kinkelin, wurde in Anerkennung ihres langjährigen pflichtgetreuen und verdienstvollen Wirkens die silberne Medaille des Verdienstordens der bayerischen Krone verliehen. Maroldsweisach. Maurermeister Heinrich Förster wurde beim Bau eines Brunnens durch die angesammelten Gase betäubt und konnte trotz sofort angestellter Rettungsversuche nur als Leiche zutage befördert Werden. Bei einem gleichfalls mit verunglllckten Arbeiter hatten die angeri -r i rr ? . .r. o. r y. . rß lieuien leoeroeieoungsoeriuaze folg. Mengkofen. Das Anwefen der Bauerseheleute Sers hier brannte bis auf einen Stadel nieder. Den bei den Löschungsarbeiten thätigen Feuerwehrleuten wurde, wie üblich, Bier verabreicht. Auf der Ortsstraße nun wurde der Feuerwehrmann G. Zitzelsberger erstochen. Die Leiche lag bis zum Eintreffen der Commission auf der Ortsstraße. Der Gendarmerie ist es gelungen, den Mörder in der Person des Maurers Johann Eckmann von Tunzenberg zu ermitteln und zu verhaften. Nordhalben. Unsere Gemeinde.

die schon 1856 gänzlich niederbrannte,

ist wieder von einem Großfeuer heimgesucht worden. Sechs Häuser und dreizehn gefüllte Nebenaebäude sind dem Brande zum Opfer gefallen. Das zweijährige Kind des Schieferbrechers Weidauer ist mitverbrannt. Neun Familien mit 41 Köpfen wurden obdachlos. O r t e n b u r g. Der wegen seines biederen und strengrechtlichen Charakters in weitesten Kreisen wohlbekannte und werthgeschätzte Handelsmann Andreas Ortenburger, 82 Jahre alt. und seine Ehefrau Margaret. 73 Jahre alt, begingen in voller rüstiger Gesundheit das Jubelfest ihrer 50j'ährigen Hochzeit. P e i s s e n b e r g. Die zwölf Jahre alte Tochter des Bergmanns Meir wurde vor Kurzem beim Erdbeersuchen im Walde von einer Kreuzotter gebissen und ist gestorben. Reh au. Von dem Ablöswärter Johann Adam wurden zwischen den Stationen Rehau und Selb-Plößberg die Leichen der Bahnwärterstochter Marie Vaumgärtl und des hiesigen Taglöhners Jacob Dietrich aufgefunden. Beide waren von einem Bahn zuge überfahren worden. S i m b a ch. Der hier stationirte Rangirmeister Karl Traub gerieth zwischen die Puffer zweier Güterwagen, wurde schwer an der Brust verletzt und ist feinen Verletzungen erlegen. Treuchtlingen. Postaspirant Vühler glitt, als er zwecks Postabnähme auf einen Postzug springen wollte, ab, kam unter die Räder, wurde überfahren und getödtet. WUrttcmverq. E ß l i n g e n. Ein in weiten Kreisen bekannter württembergischerSchulmann, Oberschulrath Rektor Dr.Gundert hier, ist in den Ruhestand getreten, nachdem er nahezu 30 Jahre lang im Dienste der Lehrerbildung thätig aewefen.ist. K o n g e n. Der allem zu Hauje gebliebene und mit Schulaufgaben beschäftigt gewesene 12jährige Sohn des Bauern Zaiser wurde von seinem heimkehrenden Vater am Schloß der Zimmerthüre erhängt aufgefunden. Da der Verdacht auftauchte, der Knabe könne einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein, begab sich eine Gerichtscommission mit Staatsanwalt Dr. Cleß von Stuttgart an Ort undStelle. Das Ergebniß war, daß derKnabe auf den verhängnißvollen Einfall gekommen sein muß, das Erhängen zu probiren, und den wahnwitzigen Versuch mit dem Leben bezahlen mußte. Neckarenzlingen. Das Dopjxlwohnhaus und die Scheune des Bauern Rau und des Schreiners Klaß brannte völlig nieder. Dem Brande fielen außer den Gebäuden und deren Inhalt der 17jährige Sohn und die 10jährige Tochter des Schuhmachers Breisch zum Opfer. Ravens burg. Im 67. Lebensjähre stehend, starb Karl Lehmann, Direktor der hiesigen Handelsschule. Durch praktisches Lehrgeschick und gewissenhaften Fleiß gelang es ihm, seine Anstalt emporzubringen und derselben nicht nur in Württemberg, sondern auch außerhalb unseres Landes einen guten Ruf zu verschaffen. S t e i n h e i m. Im hiesiZen Gemeindehaus wurde der ledige Landjäger Schmid von einem Radfahrer durch drei Revolverschüsse in den Kopf getödtet. Das in der Nähe der ZiegelHütte stehende Armenhaus war der Schauplatz des schrecklichen Berbrechens. Der Mörder ließ am Thatorte sein Fahrrad zurück. Er nennt sich Emil Binsteiner ausBacknang, ist aber ohne Zweifel der wegen schweren Einbruchs verfolgte Emil Fink ausPforzheim, der auch bei einem Einbruch in Kornthal zwei Personen durch Revol verschüsse schwer verletzt hat. W i t t e r s h a u s e n. Das Wohn und Oekonomiegebäude des Postboten Danner brannte bis auf den Grund nieder. Das Feuer ist durch Kinder verursacht worden. Ein rotyhäutiges OderHaupt hat der Unabhängige Orden der Förster in der Person des Doctor Oronhyatekha. Dieser ist ein vollblütiger Mohawk-Jndianer, unter dem Schutze des Königs Edward des Siebenten von England, damaligen Prinzen von Wales, auf der Oxford-Uni-versität ausgebildet, Graduirter einer Universität in Canada, ein tüchtiger Arzt und ein hervorragender Redner. Seit 23 Jahren steht er an der Spitze genannten Ordens. Portieren und halbwol lene Kleidungsstücke kann man in folgender Weise reinigen: Man spannt die Sachen auf einem unangestrichenen Tisch aus, stellt ',wei Schüsseln, eine mit reinem Wasser, die andere mit verdünntem Salmiakgeist (4 Theile Wasser, ein Theil Salmiakgeist) daneben, taucht eine Bürste in den verdünnten Salmiakgeist, besprengt damit den oberenTheil des Kleidungsstückes und streicht einige Sekunden lang mit der Bürste über die benetzte Stelle. Der gelöste Scbmutz wird dann mit reine Wasser nachgespült, das man mit einem Schwämme auftragen kann. In derselben Weise fährt man fort. Zulekt wird das Kleidungsstück über einen Stock, an welchem eine Schnur zum Aufhängen befestigt ist, aufzehängt, gezogen und getrocknet. Etwaige Flecken können mit Spiritus oderTerventinöl nachaerieben werden. Man rechnet auf das Kleidungsstück 2 4 Unzen Salmiakgeist.

Tsiasspcrrcn.

Zunahme der Hochfluthschadcn und Mittel zu deren Verhütung. Ursackitu der Lederschwemmungen Teiche und TeiÄbrüö, eschicht deö ThalsVerr,,, vauS und ??ut:uugjmöalichk!ten der An' lagen Vs7.mist!sch nslchteu. Die häufiger und in erschreckender Größe auftretenden Hochfluthverheerungcn haben zu Fragen Veranlassung gegeben, wie hier am wirksamsten entgegcnzuarbeiten sei. Um ein Mittel zu finden, ist es zunächst erforderlich, die Ursachen der verheerenden Wirkungen festzustellen. Das dem Meere zufließende Wasser geht auf atmosphärische Niederschläge zurück, wenn es auch theilweise aus unterirdischen Zusliissm durch Quellen zu Tage tritt. Auf den gewaltigen Oberflächen der Meere findet eine Verdunstung des Wassers statt. Durch Winde fortgetragen, schlägt es sich in kälteren Gegenden, besonders an Höhenzügen, wieder nieder. Von hier kehrt es, dem Gesetze der Schwere folgend, zum Meere zurück und beginnt seinen Kreislauf von Neuem. Würde nun den im Geöirge eintretenden Niederschlägen Gclegenheit geboten, durchlässigen Boden zu durchsickern oder zur Ernährung von Waldungen zu dienen, so würde das Qasser verzögert zu Thal fließen und ")ann der Zufluß mit dem Abfluß in nichtigem Verhältniß stehen können. Lei:cr wurde durch die zunehmende EntWaldung der Höhen viel gesündigt. Da ferner die abfließenden Bäche das lockere Erdreich mit sich fortführen und so der Boden großenteils aus nacktem Fclö besteht, strömen nach besonders heftigen und andauernden Niederschlagen die gewaltigen Wassermajen mit großer Beschlcunigung zu Thal, und, weil der Abfluß in's Meer sich nicht in gleichem Verhältniß steigern kann, wird das Wasser in den Flüssen gestaut, tritt über die Ufer und vernichtet Mensch und Mcnschcnwerk. Um ein Austreten der Flüsse zu v:rhindern, hat man schon seit längeren Zeiten die Flußläufe zu beiden Seiten durch Deiche (Dämme) eingeschlossen, und hierdurch wurde das Wasser, welches früher beiUeberfluthungen die vorliegenden Niederungen anfüllte, in ein engeres Bett gezwängt. Indem nun einerseits die Zuführung des Hochwassers namentlich durch Entwaldung der Höhen, durch Kulturen und Negulirung der kleineren Wasserläufe sehr zugenommen hat, und andererseits aus den früheren unvollkommenen und niedrig angelegten Teichen mit vielfachen Unterbrechungen jetzt hohe, starke und ununterbrochene zu beiden Seiten der Flüsse entlang geführte Teiche geworden sind, ist das Hochwasser mancher Flüsse um mehrere Fards gewachsen. Dazu sind in einzelnen Gegenden die Unterhaltungskosten des höheren und stärkeren Teiches so vermehrt, die EntWässerung des Landes ist so erschwert, und endlich sind die Gefahren und Schäden von Deichbrüchen so groß geworden, daß eine gänzliche oder theilweise Abtragung der Deiche ernstlich in Frage gekommen ist. So haben z. V. im Eebiek der Weichsel und Nogat seit 500 Jahren über 100 Deichörüche statt, gefunden, wodurch ein Schaden von über Z75.000.0O0 entstand. Im Gebiete der Loire verursachte 1846 ein Teichöruch Verheerungen in Höhe von Z8.000.000, im Jahre 1866 entstand dort durch einen Deichbruch ein Verlust von Z20.0O0.000. Um den Hochfluthverheerungen vorzubeugen. müssen die Wassermassen, welche nach heftigen Niederschlagen und Schmelzen der aufgespeicherten SchneeMassen in die Flußläufe zu stürzen drohen. in ihrem Abfluß vom Gebirge verzögert werden. In dieser Hinsicht leisten nach der Ansicht von Sachverst'ändigen die Thalsperren gute Dienste. Ter Thalsperrenbau greift in seiner geschichtlichen Entwickelung bis auf die Zeit vor Christi Geburt zurück. Doch seine Ausgestaltung zu der heutigen Bedeutung hat sich erst in jüngster Zeit vollzogen. Wenn auch Deutschland siä erst seit etwa 15 Jahren dem Bau gemaucrter Thalsperren zuwandte, so h es doch eine derartig? Vervollkommnung bierin erlanat. daß es heute aus diesem Gebiete an der Spitze steht. In Rheinland und Westfalen sind innerhalb dieser 15 Jahre a?ein zehn Thalsperren fertiggestellt worden, sieben weitere derartige Anlagen sind dori gegenwärtig in der Ausführung begriffen; eine große Thalsperranlage befindet sich bei Marklissa am Queis, Schlesien, im Bau. Die Wirkung der Thalsperre besteht darin, daß durch Verbauung des Flußlaufes an geeigneter Stelle ein Staubecken erhalten wird, welches die Wassermassen in sich aufnehmen kann und einen regulirbarenAbfluß gestattet. Als Baustoff für die Sperrmauern werden meist Bruchsteine verwendet. Als Bindemittel dientMörtel mitKalkcement. Der Abfluß des aufgestauten Wassers darf nur durch die hierzu angeordneten Durchlässe oder über den Ueöerfall stattfinden und zwar muß er derartia zu reguliren sein, daß nicht mehr Wasser zum Abfluß gelangt, als das Flußbett schadlos aufnehmen und abführen kann. Um ein Durchdringen des Wassers an anderen Stellen zu verhüten, muß die Sperrmauer nach allen Seiten hin vollkommen dicht abschließen und tief in den Boden geführt werden.

da sonst eine Unterspülung und damit Vernichtung der Mauer entstehen könnte. Es wird vielfach die Fundamentsohle aus einer Betonschicht gebildet, die sich in genügender Stärke auf den festen Boden legt und auf welche dann mit einer Verzahnung das Mauerwerk aufgebracht wird. Bei durchlässigem Boden werden Spundwände und andere Vorrichtungen, welche eine Unterspülung verhindern, angeordnet. Der Grundriß der Sperrmauer wird in Vogenform gestaltet, so daß sich die Mauer als Gewölbe zwischen die Felswände spannt. Bei der Beurtheilung der Kosten einer Thalsperranlage ist vor allem zu berücksichtigen, welchen Schaden sie verhindert und welchen Nutzen sie bringt. In Schlesien hofft man durch drei Thalsperren die HochWassergefahr zu beseitigen, und hier genügt fast allein die Schadensumme der Hochfluth des Jahres 1897. um die Kosten für die gesammten Anlagen zu decken. Neben der erwarteten Beseitigung der Hochfluthschäden bieten die Thalsperren noch andere Nutzungsmöglichkeiten, vor Allem die Verwendung der von ihnen aufgestauten Wasserkräfte zu industriellen Betriebszwccken. In Markliza könnten bei voller Ausnutzung des gesammten Stauinhaltes 3000 bis 4000 Pferdekräfte bequem erzielt werden. Des Weiteren dienen die Thalsperren zur Versorgung der Ortschaften mit Gebrauchwasser. zu Vewässerungszwecken, zur Aufspeicherung des in nassen Zeiten gefallenen Wassers für die trockene Zeit, zur Speisung von Schifffahrtskanälen. Inwieweit die Thalsperren denHochfluthgefahren begegnen, muß freilich noch die Zukunft lehren. Recht pessimistisch lauten die Auslassungen der preußischen Minister, die im Hinblick auf die schlesischen Ueberfchwemmungen bei einem Kronrathe unlängst darauf hinwiesen, daß die Flüsse, welche jene Verheerungen veranlaßten, auf österreichischem Gebiet entspringen oder doch zuerst österrcichisches Gebiet durchlausen. Und dort sind die dichten Wälder, welche früher bis an die Oder und die Flußgebiete gingen, abgeholzt. Diese Abholzungen sind die Ursache für die unregelmäßigen starken Niederschläge und damit für die Überschwemmungen. Die Minister sind der Ansicht, daß die Millionen, die Preußen für die Negulirung der schlesischen Flüsse ausgibt, so lange fortgeworfenes Geld sein werden, als Oesterreich nicht in den betreffenden Bezirken frische Wälder anleat.

Ein vor Kurzem über den pfälzischen Ort Kleinottweiler niedergegangenes Gewitter, bei dem vier in einem Tanzlokale versammelte Personen getödtet und viele andere verletzt wurden, hat nachträglich noch weitere Opfer gefordert. Zwei junge Mädchen, die ebenfalls von dem verhängnißvollen Blitzschläge getroffen wurden, sind inzwischen gestorben. Auch an dem Wiederaufkommen der von dem Blitz getroffenen Wirthin wird gezweifelt. Schrecklich waren die Wirkungen des Blitzschlages im Tanzsaal. Einem am Fenster stehenden Mädchen riß der Blitz die Kleider bis zur Brust vom Leibe, zersetzte einen Stiefel und schleuderte den anderen weit fort. Einer Frau fuhr der Blitz am Rücken herunter, riß ihr die Schuhe von den Füßen und verletzte sie schwer. Einem Burschen wurde eine Fußzehe abgeschlagen und ein Stiefel vom Fuße gerissen. Vier Personen waren, wie schon erwähnt, sogleich todt, die übrigen im Saale Anwesenden irrten, soweit sie nicht bewu'' am Boden lagen, wie betrunke Saale umher. Viele strömter Ausgange zu, auf der Treppe sich die Menge, und in der Verz. lung sprangen manche zu den Fenste h3 Vnt4n (fnr3 ??i,S CC7. vvs iVlltVil 'wtvuv tyiuuus. herrschte ein wirres Durcheinander, man hörte Weinen und Klagen der Verletzten. Als der Blitz seinen Weg vom ersten in den zweiten Stock nahm, fielen sämmtliche auf der Treppe befindliche Personen hinab und blieben besinnunaslos lieaen. Ein schwerer Ausbruch von Meuterei erfolgte auf dem Transportfchiff Dunera" am 7. August, am Tage vor dem Eintreffen des Schiffes in Southampton. Aus Afrika waren vierzig Gefangene an Bord, die während der Fahrt völlige Freiheit genossen. Keinerlei Zwischenfall war erfolgt. Am 7. August wollten die Gefangenen Gepäckstücke anderer Passagiere auf dem Verdeck versteigern und wehrten sich gegen das Verbot dieser Manipulation. Eine Scene wildester Unordnung entstand. Ein Gesängener blies einem Officier Rauch ins Gesicht, andere schlugen den Unteroffieieren in's Gesicht, stießen wilde Drohungen aus und spoteten allen Aufforderungen, unter Deck zu gehen. Endlich mit Gewalt ins Zwischendeck gedrängt, wurden die Meuterer vollends wüthend. Mit Messern und improvisirten Waffen bedrohten sie alle sich ihnen Nähernden und kämpften wie wilde Thiere. Endlich gelang ihre Einsperrung nach schwerem Handgemenge, bei dem verschiedene Verletzungen durch Messerstiche erfolgten und :inem Soldaten ein großes Stück aus der Wade gebissen wurde. Der Aufrühr dauerte drei Stunden, bis man die Leute hinter Schloß und Riegel gebracht hatte. In Southampton wurden die Meuterer unter schwerer Eskörte abgeführt.

ir