Indiana Tribüne, Volume 27, Number 19, Indianapolis, Marion County, 14 September 1903 — Page 7
Jndilma Tribüne, Vl. September 1903.
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Das flcfjcirnniß öcs I t c. Jiaffcnscfiransis Xrriminalroman von A. jO. lauf mann ? 9 .. , H5S-5S -S'$' (Fortsetzung.) o-- Uno feine Krankheit war so weit vorgeschritten, daß ich schon aus diesen: Grunde eine unter so aufregenden Umständen unternommene Flucht faunr für möglich halte. Ich traue dem , Manne gar nicht mehr die physische Kraft zu, sie auszuführen." erz?ihen Sie mir eine Frage, die zu stellen ich verpflichtet bin, obwohl ich die Antwort voraussehen kann. Haben Sie die unumstößlich? Ueberzeugung, daß jene bedenklicheHerzkrankheit wirklich vorhanden war? Oder wollen Sie vielleicht die Möglichkeit zugeben, daß Winter Sie über seinen Zustand getäuscht hat?" Tas ist vollständig ausgeschlossen. Tenn ich habe meine Tiagnose nicht nu: aus Grund der von Winter und seiner Frau gegebenen Krankheitsschilderung, sondern vor allen? auf Grund der von mir vorgenommenen Untersuchung gestellt. Dabei gibt es keine Simulation. Winter litt an ziemlich vorgeschriitener Herzeutelwassersucht ein Zustand, der insofern für sehr be denklich gelten muß, als er zumeist bei der ersten stärkeren Aufregung zur Urfache eines Herzschlages wird." Tiese Erklärung genügt mir vollsommert. Soweit sich aus den bisherigen Feststellungen ein Urtheil gewinncn läßt, hat es den Anschein, als ob Winter nicht in Verfolgung eines lange vorbereiteten Planes, sondern in plötzlich gefaßtem Entschlüsse gehandelt hätte. Sollte er dabei vielleicht unter dem Einfluß seines körperlichen Leidens gestanden haben derart, daß man ein: zeitweilige Trübung seines Verstandes oder doch eine Veeinträch tigung seiner Willensfreiheit annehmen müßte?" Tcr Arzt zuckte die Achseln. Darauf ist schwer zu antworten. Im Allgemeinen gehöre ich nicht zu jenen neuerdings so zahlreichen Medizinern, die bei jedem Uebelthäter sogleich den geistigen Tcfekt nachzuweisen suchen, der sein Verbrechen pathologisch erklärt und entschuldigt. Ein organisches Herzleiden üb: 'in der Regel durchaus keinen Einfluß auf die normalen Funktionen des Gehirns. Wohl aber stellen sich bei Patienten dieser Art häufig Vctlemmungen und Beängstigungen ein, durch die besonders reizbare Naturen zuweilen schon bis zuin Selbstmord getrieben worden sind. Wenn hnen mit allgemeinen Redensarten gedient wäre, könnte ich mein ärztliches Gutachten dahin formuliren, daß ein mit einem schweren chronischen Leiden behafteter Mensch sehr oft anders denkt und handelt als ein gesunder. Aber diese wohlfeile Weisheit hat für die Veurtbeilung des vorliegenden Falles kaum irgendwelche Bedeutung. Denn darüber, ob sie auch auf den Nendanten Winter zutriff!, und wie weit etwa in irgend einem Augenblick seine GehirnthätigZeit durch seelisch: Depressionen beeinflußt froren ist. kann ich durchaus keine Meinung äußern." Der Untersuchungsrichter hatte danach nichts weiteres mehr zu fragen, und mit einigen höflichen Dankesworten für sein bereitwilliges Erscheinen wurde der Doktor entlassen. 9. Kapitel. cgen acht Uhr Abends traf die bedauernswert Gattin des Nendanten, die in der That den ersten für sie erreichbaren Zug benutzt hatte, in einer Droschke vor dem Geschäftshause ein. Sie war in größter Aufregung und Angst. Denn da sie auf ihre Anfrage keine Antwort erhalten, wußte jie ja noch immer nicht, was sich wahrend ihrer Abwesenheit hier zugetragen. Ihre erste Frage an den Pförtner Nitschke. der herausgekommen war, um ihr beim Ausfteigen behilflich zu sein, war ein hastig hervorgestoßenes: Wo ist mein Mann? Und was ist mit ihm geschehen?" Der alte Bergmann war eine gutmüthize Natur; aber ein sonderlich fein entwickeltes Zartgefühl gehörte nicht gerade zu seinen hervorstechendsim Tugenden. Vielleicht auch hatte er von jeher gegen die etwas hochmüthige Frau des Nendanten eine stche Abne:gung gehegt, die ihn jetzt weniger rücksichtsvoll antworten ließ, als es einem zarter besaiteten Menschen durch die Umstände geboten erschienen wäre. 5lbr ßerr Gemahl ist verschwunden " saate er obne alle vorbereitende Umschreibung, und es heißt, er hätte die aarne Kasse mitaenommen. Hermine schrie laut auf, und in ihren Auaen svieaelte ItQ ein so namenlos! Entsetzen, daß dem Alten seine taktlose Ungeschiälichkelt nun ooq zum e wußtsein kam. Aber ich kann noch nicht daran glauben," fügte er rn wohlmeinender Absicht hinzu. Der Herr Rendant war doch immer ein so anständiger Mensch." Sie batte seine lenten Worte aar nicht mehr gehört. Wie eine Rasende war ne an tirni vorbei tn oas auaestürt und batte die erste der auf den Korridor ausmündenden Bureauthüren aufgerissen. Es war das Zimmer, das man oen Herren vom ienazt uno ce
Polizei für ihre vorläufigenÄmtshandlungen eingeräumt hatte, und der eben in einer nochmaligen Vernehmung des Buchhalters Bartel begriffene Untersucbunasrickter brauchte nur einen einzigen Blick auf das verstörte Gesicht dieser todtenbleich am Thürpfosten leh-
nenden Frau zu werfen, um zu wissen, wen er da vor sich hatte. Von herzlichem Mitleid bewegt, erhob er sich von seinem Stuhl und sagte sehr gütig: Sie sind Frau Winter nicht wahr? Ich bin der Landgerichtsrath Harrius augenblicklich hier in der Eigenschaft eines Unterzuchungsrichtcrs. Darf ich Sie ersuchen, näher zu treten oder wäre es Ihnen lieber, mir drüben m Ihrer Wohnung die Auskünfte zu geben, die ich von Ihnen zu erbitten habe?" Hermine, die von dem furchtbaren Schrecken nach der vorhergegangenen stundenlangenAufregung auf das Aeutzerste mitgenommen schien, schüttelte den Kopf. Hier oder dort das ist mir ganz gleich. Aber ehe Sie mich etwas fragen, sagen Sie mir um Gotteswillen, was sich seit vorgestern zugetragen hat. Wo ist mein Mann?" Wir würden sehr viel darum geben, Frau Winter, wenn wir es wüßten. Wir hatten vielmehr gehofft, von Ihnen Aufklärung darüber zu erhalten. Ihr Gatte ist seit dem frühen Morgen des heutigen Tages verschwunden das heißt, er ist abgereist, ohne irgend Jemand über sein Reiseziel zu unterrichten." Und das das andere, was mir der Portier soeben sagte diese scöreckliche Anschuldigung es ist ja unmöglich undenkbar, daß mein Mann etwas Derartiges gethan hätte." Es steht fest, daß mit ihm zugleich der gesammte Inhalt des Geldschrankes, eine Summe von mehr als dreimalhunderttausend Mark, verschwunden ist. Und alle Anzeichen sprechen dafür, daß er es war, der dies Geld gestöhlen hat." Wieder kam ein gellender Aufschrei von Frau Herminens bleichen Lippen, und ihre Hände griffen in die Luft, als ob sie nach einer Stütze suchten. Bartel, der sie wanken sah, wollte der unglücklichen Frau rasch einen Stuhl zuschieben. Aber er kam zu spät; denn ohne daß sie nur noch ein einziges Wort hervorzubringen vermocht hätte, war sie bewußtlos zusammengebrochen. Man hätte die Aermste etwas schonender auf die schlimme Neuigkeit vorbereiten sollen." sagte der Untersuchungsrichter, nachdem er mit Barrels und des Protokollführers Unterstützung die Ohnmächtige aufgehoben und auf einen Stuhl gesetzt hatte. Wenn sie keinen Antheil hat an dem Verbrechen ihres Mannes, mußte dieser Schlag sie ja nothwendig mit vernichtender Schwere treffen. An eine weitere Vernehmung ist NUN wohl vorläufig bei ihrem Zustande kaum zu denken." Man schickte nach Frau Nitschke, als der einzigen im Haufe anwesenden Person, und nach dem-Doktor Weiß. Als der Arzt erschien, hatte man die noch immer Bewußtlose bereits in ihre Wohnung hinübergetragen und sie nach Entfernung aller beengenden Kleidungsstücke auf ein Sofa gebettet. Seinen Bemühungen gelang es sehr bald, sie aus ihrer Ohnmacht zu wecken. Aber die Befürchtung des Untersuchungsrichters, daß von einem weiteren Verhör mit Rücksicht auf ihren Zustand ' zunächst würde Abstand genommen werden rnüijen, erwies sich als vollkommen gerechtfertigt, da die junge Frau, sobald ihr die Situation wieder zum Bewußtsein gekommen war, in die schrecklichsten Weinkrämpfe verfiel und jedem beruhigenden Zuspruch unzugänglich war. Es scheint mir durchaus unzulässig, sie sich selb't zu überlassen," sagte der Arzt, als der Generaldirektor ihn herausrufen ließ, um sich nach dem Befindeen seiner Patientin zu erkundigen. Für diese Nacht hat sich ja die Frau des Pförtners bereit erklärt, bei ihr zu schlafen. Aber es wäre mir sehr lieb, wenn sie auch am Tage zunächst noch unter sorgfältiger Beaufsichtigung bliebe; denn sie ist etwas hysterisch und nimmt sich die Sache ganz außerordeutlich zu Herzen. Hat man denn überhaupt nach nicht daran gedacht, auch die Schwester des Nendanten telegraphisch zurückzurufen?" Fräulein Winter ja, wahrhaftig, das haben wir bisher ganz vergessen. Natürlich müssen wir sie hier haben nicht blos ihrer Schwägerin wegen, denn sie ist ein verständiges Frauenzimmer, und wenn sie uns mit irgend einer Auskunft nützlich sein kann, wird sie's gewiß nicht aus falschem Mitleid mt dem saureren Herrn Bruder unter lassen." Da der Doktor zufällig im Gespräch mit den Winter'schen Damen den Namen des Gutes erfahren hatte, auf dem Martha ihre Ferien zuzubringen gedachte, konnte die Depesche, die das junge Mädchen ohne Angabe von Gründen, aber in sehr dringenden Ausdrücken um eine sofortige Rückkehr nach Vreslau ersuchte, noch an diesem Abend abgesandt werden. Auch der Untersuchungsrichter, der trotz der vorgerückten Stunde noch nicht daran dachte, seine anstrengende Thätigkeit einzustellen, bedauerte lebhaft, daß man sich des Fräuleins Winter nicht früher erinnert habe, da sie ihm als eine mit allen Verhältnissen vertraute Hausgenossin ihres verschwundenenBruders bei der Durchsuchung der Wohnung, die er nicht länger mehr hinausschieben wollte, jetzt sehr wohl die erkrankte Frau Rendantin hätte fetzen können. ls mir in beliäz leid, die be-
dauernswerthe Dame mit Fragen quälen zu müssen," sagte er, und da sie offenbar nichts über den Verbleib ihres Mannes weiß, will ich auch von einem eigentlichen Verhör für heute gern Abstand nehmen. Eine Auskunft aber muß ich doch unter allen Umständen von ihr haben, weil sie uns für die Verfolguug des Flüchtigen von großer Wichtigkeit sein kann. Ich muß wissen. welche Kleidungsstücke und sonstigen Gegenstände Winter mit auf die Reise genommen hat. Als seine Frau wird sie ja leicht feststellen können, was hier von seinen Sachen fehlt." Unter beständigem Weinen zwar, doch ohne Widerstreben fand sich Hermine bereit, den Wunsch des Untersuchungsrichters zu erfüllen. Nachdem sie den Kleiderschrank wie die Wäschevorräthe durchmustert hatte, konnte sie ziemlich genau angeben, mit welchen Gegenständen sich ihr Mann versehen hatte. Auch der mittelgroße braune Handkoffer, den sie ihm für die Reise nach Spindelmühle bereitgestellt hatte, war nicht mehr vorhanden. Und da die Beschreibung dieses Koffers genau zu der von dem Nachtwächter gegebenen Schilderung paßte, konnte man nicht zweifeln, daß die Beobachtung jenes Beamten in der That eine vollkommen zurerlässigi' gewesen sei. Für die weitere Haussuchung nahm der Landgerichtsrath den Beistand der zum Tode erschöpften Frau nicht in Anspruck, sondern er bewirkte sie im Beisein des Vrotokollfübrers und des
dienstthuenden Polizeikommissars auf seine eigene Hand. Sein besonderes Augenmerk richtete er dabei auf einen im Wohnzimmer stehenden. Schreibtisch, an welchem, wie man ihm sagte. Winter oft gearbeitet und alle seine Privatkorrespondenz erledigt hatte. Ein !schlüel war nicht aufzufinden; aber es bereitete wenig Schwierigkeiten, das Schloß mittelst eines Dieterichs zu öffnen. Trotz seiner hochgradigen Ermüdung ließ der Untersuchungsrichter von den in den einzelnen Fächern vorgefundenen Briefschaften und Papieren nicht ein Blättchen unbesichtigt und undurchforscht. Auch ein ganz mit Daten und Zahlen angefülltes Notizbuch, das er in der großen Mittelschieblade entdeckt hatte, durchblätterte er aufmerksam, ohne sich anfänglich über die Bedeutung dieser Aufzeichnungen klar werden zu können. Dann ab kam es plötzlich wie ein unwillkürlicher Ausruf höchster Ueberraschung von seinen Lippen. Er legte das Buch beiseite und ging mit nachdenklicher Stirne ein paarmal im Zimmer auf und nieder. Der Kerl muß entweder vollständig verrückt gewesen sein," sagte er zu dem Protokollführer, dem das Gebühren seincs Vorgesetzten etwas wunderlich vorkommen mochte, oder es gibt hier ein furchtbares Geheimniß, von dessen Löfung wir dann allerdings noch recht weit entfernt wären. Wo ist der Herr Kommissar?" Wahrscheinlich in einem der Nebenräume, Herr Landgerichtsrath! Soll ich ihn rufen?" Ja, thun Sie das! Was ich mit ihm zu besprechen habe, scheint mir für den Augenblick wichtiger als die Fortsetzung der Haussuchung." Der Beamte erschien, und ein Wink des Untersuchungsrichters bedeutete dem Protokollführer, sich zurückzuziehen. Lassen Sie für den Rest der Nacht den Garnisonkirchhof auf das sorgfältigste bewachen. Herr Neubürger, und ihn dann bei Tagesanbruch eingehend durchsuchen. Es wäre mir lieb, wenn Sie diese Durchsuchung selbst leiten wollten, damit ich mich auf das Ergebniß durchaus verlassen kann." Sie glauben also, Herr Landgerichtsrath.' daß das Geld auf dem Kirchhofe vergraben sein könnte?" Das Geld oder etwas anderes. Ist Ihnen noch gar nicht der Gedanke gekommen, Herr 5lommissar. daß hier doch vielleicht ein schlimmeres Verbrechen vorliegen könnte als die Untreue eines durchgegangenen Kassiers ein mit ungeheurer Verwegenheit durchgeführtes Kapitalverbrechen schwerster Art?" Sie denken an einen Mord" Der Untersuchungsrichter nickte. Es liegen gewisse Anzeichen vor, die mir darauf hinzudeuten scheinen. Machen wir uns doch noch einmal die Sachlage klar. Der Rendant Winter wird uns von allen Seiten als ein pedantisch ordentlicher und rechtschaffener Mann geschildert, an dem keiner von denen, die täglich mit ihm verkehrten, jemals ktwa? von verderblichen Leidensckaften voer gefährlichen Neigungen wahrgenommen. Er war außerdem nach der Erklärung des Arztes ein schwer kranker und von Natur etwas ängstlicher Mensch. Wenn er nun trotz alledem durch irgendwelche Umstände, über deren Beschaffenheit wir bis jetzt nicht einmal eine Vermuthung äußern können, veranlaßt worden wäre, das Verbrechen zu begehen, würde er da nicht seine Flucht sorgfältig vorbereitet und anders ausgeführt haben, als es nach unseren bisherigen Feststellungen geschehen sein müßte? Da ist zunächst seine gemeinsame nächtliche Arbeit mit dem Buchhalter Bartel! Die Stunden dieser für ein so wichtiges Vorhaben bestimmten Nacht mußten ihm doch überaus kostbar sein, und es wäre ihm ohne Zweifel ein Leichtes gewesen, den Buchhalter unter irgend welchem einleuchtenden Vorwande schon um zehn Uhr oder noch früher zu entfernen. Statt dessen entließ er ihn erst gegen halb Zwei. Er befand sich dabei nach der glaubwürdigen Aussage des Man-
nes in einem Zustande vollkommenster Seelenruhe, wie ein so nervöser und kränklicher Mensch ihn schwerlich hätte erheucheln können, wenn er gleich nachher so aufgeregt gewesen sein soll,' daß er bei der kopflosen Flucht sogar die Mitnahme seines Privatvermögens veraak." Verzeihen Sie eine Unterbrechung. Herr Landgerichtsrath! Dafür, daß er diese Papiere zurückgelassen, gibt es vielleicht doch noch eine andere Erklärung als bloße Vergeßlichkeit. Er mochte in dem Glauben sein. daß. seiner Frau ein Recht auf das Privatvermögen Zustände, und daß man es ihr demzufolge würde aushändigen müssen." Eine etwas weithergeholte Äermuthung, wie mir scheint. Der Mann hätte ja ein ausgemachter Dummkopf sein müssen, um dergleichen zu glauben. Bleiben wir lieber zunächst einmal bei der von mir in's Auge gefaßieen Möglichkeit! Sie haben die Oertlichkeit in Augenschein genommen, und Sie werden mir zugeben, daß es für einen oder mehrere . Spitzbuben verhältnißmäßig sehr leicht gewesen wäre, ungehindert bis in das Kassenzimmer zu gelangen. Der Garnisonkirchhof erstreckt sich bis an die Nachts sehr stille und einsame Klosterstraße, und die Mauer ist dort für einen geübten Turner ebenso leicht zu überklettern wie hier, wo sie den Begräbnißplatz vom Hofe des Geschäftshauses trennt. Die Diebe können
dann durch die unverschlonenen Thüren in das Haus und den Tresorraum eingedrungen sein und können den Rendanten überrascht und niedergeschlagen haben, ehe er auch nur Zeit fand, einen Hilferuf auszustoßen. Möglicherweise auch ist er von ihnen in den Hof hinausgelockt und dort umgebracht worden. Wir haben keinen bestimmten Anhalt dafür, das räume, ich ein, aber es ist schließlich eine Kombination wie jede andere. Sollte sie dem wirklichen Hergang entsprechen, so haben wir die Leiche des Nendanten nirgends anders als auf dem Kirchhofe zu suchen, dessen Nähe die Mörder gewissermaßen einladen mußte, ihr Opfer dort zu verbergen. Und deshalb halte ich eine Durchsuchung dieses Terrains für dringend geboten." Sie wird mit peinlichster Genauigkeit vorgenommen werden, Herr Landgerichtsrath! Auch ich habe ja vorübergehend daran gedacht, daß Winter bei seiner nächtlichen Arbeit ermordet und dann beiseite geschafft worden sein könnte, obwohl eigentlich alles gegen eine solche Annahme spricht. Aber ich würde die Mörder nicht in den Kreisen der gewohnheitsmäßigen Einbrecher gesucht haben." Und gegen wen, Herr Kommissar, hätte sich Ihr Verdacht gerichtet?" Gegen den Portier Nitschke und den Buchhalter Vartel, denn sie allein waren mit den örtlichen Verhältnissen wie mit den Gewohnheiten Winters genau genug vertraut, um die That ausführen und ihre Spuren mit so meisterhafter Gefchicklichkeit verwischen zu können." Und der Mann, der in der Winter'schen Wohnung den Koffer gepackt hat, um sich dann in aller Seelenruhe durch die Promenadenthür zu entfernen? Wen sollten wir in ihm vermuthen? Den Buchhalter Bartel etwa?" Wohl kaum. Denn für ein solches Beginnen des Buchhalters würde jede plausible Erklärung fehlen. Und ich wiederhole, daß es mir noch immer das Nächstliegende scheint, keinen anderen als den Nendanten selbst hinter dieser Persönlichkeit zu suchen. Wollen wir aber die Annahme eines an Winter verübten Verbrechens weiter ausspinnen, so können wir hier nur an einen von draußen zugezogenen Komplizen denken wie etwa an den Schwiegersohn des Portiers, der nach meinen Erkundigungen im Waldenburger Revier als Bergmann arbeitet, und dessen MitWirkung man für zweckmäßig gehalten haben könnte, um den Kassier rasch und sicher zu überwältigen." Das ist ein Gedanke, den wir nicht von der Hand weisen dürfen. Schicken Sie, bitte, mit dem ersten Frühzuge einen Beamten nach Waldenburg, der genaue Erkundigungen darüber einzuziehen hat, wo sich der erwähnte Schwiegersohn Nitschkes während der letzten achtundvierzig Stunden aufgehalten. Und lassen Sie sowohl den Portier wie den Buchhalter Bartel ständig scharf beobachten." Dieser Befehl ist bereits ergangen, Herr Landgerichtsrath! Die beiden können keinen Schritt thun, von dem ich nicht genau unterrichtet würde. Auch die Vixau des Nendanten wird natürlich unter sorgfältige eooacylung geem werden." Selbstverständlich! Ich habe zwar aus ihrem Benehmen den Eindruck empsangen, daß sie in keiner Weise an der Sache bethciligt ist. Aber Frauen sind zuweilen sehr geschickte Schauspielerinnen, und es wird immerhin gut sein, sie vorläufig nicht einen Moment aus den Augen zu lassen. Das wichtigste aber ist mir, wie gesagt, die Durchsuchung des Kirchhofes. Ich weiß, daß ich mich darin ganz auf Ihren Scharfsinn und Ihre Erfahrung verlassen darf, und daß Sie, wenn drüben etwas vergraben ist, es auch finden werden. Nun aber mag es für heute genug sein. Meine Kräfte versagen vollständig und ich brauche nothwendig ein paar (Stirn den Schlaf. Von sieben Uhr an bin ich wieder zur Verfügung. Aber ich bitte, mich ohne jede Rücksicht auf meine Bequemlichkeit schon vorher wecken zu lassen, falls Sie irgend etwas Bedeutsames entdecken." Der Untersuchungsrichter, der wirk-
lich .zum Zusammenbrechen müdwar.
verließ das Haus, um sich in seine Pi vatwohnung zu begeben. Der Krirr nalkommissar aber kehrte, nachdem ' die ihm unterstellte Schutzleute instru. hatte, in das Geschäftshaus zurück m " bereitete sich auf dem langen Zähltisc. im Kassenzimmer ein primitives Lager. auf dem er in kurzem Schlummer neue Kräfte sammeln wollte für die anstrenende Aufaabe des nächsten Morset. (Fortsetzung folgt.) f Tie Ermordung vco russischer Nonsulö. '
Bon türkischer Seite wird jetzt gende Darstelluna des Mordes
breitet: Rostkowskch war in Monastir Dieselbe ist aus daZ reichhaltigste beschickt
believt. und selblt seine Kolleaen 5ionst:larcorps waren ihm nu wogen. Gegc'nübcr der mufc scheu Bevölkerung und geev den türtischen Soldaten war ch herrisch. Man behauptet, daj nen Unwillen insbesondere dc.' ren gegenüber bäufia genug , , , Die swenn leilyeiliaicnyieve zum
brachte. Er hatte sich auch In ( Noch in keinem Jahre ist ein jedes ichiedenen Gelegenheiten darub,. . . c . r . . klagt, daß die türkischen Wacht Departement der Fair so reichlich bedas Gewebr vor ibm nickt vr lchickt worden als in diesem Jahre.
ren und das; die Soldaten der Dieses nur lässig leisten. Tie Militä' n bedeiitete hierauf dem Kons derselbe, wenn er gegrüßt f entweder in Uniform ausale sich von einem Kawassen bc. in sen möge, da die wenigsten 0j ihn kennen. Schließlich fuhr Nostkowts" einem Freunde begleitet, .m wollte in seinem Waaen ein abs tes militärisches Gebiet passiren.' im r c... r ic ... mrr -tfÄ. c;uuicii;j jiu jiiuiuuit ivumi uuu trotzdem seine Fahrt fortsetzen, worauf der Soldat ihm neuerdings das Verbot zurief. Der Konsul ließ nun den Wagen halten, stieg ab und näherte sich, mit der Reitpeitsche in der Hand, dem Wachtposten. ..Warum lassen Sie den Wagen nicht passiren?" Weil meine Instruktion dahin lautet." Wissen Sie, wer ich bin?" Nein, mein Herr." Ich bin der russische Konsul." Meine Instruktion lautet für Jedermann: Außer meinem Kommandanten darf Niemand passiren." Rostkowsky hielt es nicht mehr der Mühe werth, hierauf eine Antwort zu geben, er stürzte sich wüthend auf den armen Soldaten und versetzte ihm drei Peitschenhiebe. Gleichzeitig zog er seinen Revolver hervor und bedrohte den Wachtposten. Nun erst schob der Wachtposten auf den Konsul, der, in den Kop! getroffen, todt zusammenbrach. Der Soldat selbst, der Freund Rostkowskys und einige Vorübergehende hoben nun den Leichnam in den Wagen. Man brachte den Todten in die Stadt, wo die Nachricht von dem Unglück sich wie ein Lauffeuer verbreitete. In Monastir behauptet man Lbrigens allen Ernstes, daß Rostkowsky mit den Aufständischen sebr intime BeZiehungen unterhielt. Arch sagt man. daß der mittlerweile gefallene Jnsurgentenführcr Tschakelarow am Tage vor dem Kampfe von Smerdesch Gift des russischen Konsuls in Monastir war, daß Rostkowsky, als er den Tod Tschakelarows erfuhr, sich persönlich nach dem genannten Dorfe begab, um die Angehörigen des Bandenführers zu trösten und Geld unter sie zu vcrtheilen. Eine Bestätigung dieser Anschuldigung bringt die russische Presse. Die Nowoje Wremja" meldet nämlich: Rostkowsky habe mehrfach ausgesprochen. daß er ein solch schreckliches Ende erwarte, er habe jedoch ausgeharrt, weil ihm die Unterstützung de? unterdrückten Christen und die aroße slawif Idee die Hauptsache gewesen sei. :r Botschafter Sinowjew habe über Rostkowsky gesagt, wenn wir doch mehr solcher energischer, ihre Aufgabe so tief auffassender Mitarbeiter besäßen! Papst Pius X. hatte sich nach seiner Erwählung geäußert, aus allen Welttheilen seien ihm Grüße und Glückwünsche zugekommen, nur ein und Glückwünsch fehle. Daß diese Anspielung dem König Victor Emanuel galt, ist bekannt. Inzwischen ist der N. Fr. Presse" zufolge dank der Vermittelung eines piemontesischen Kirchenfürsten der stille Wunsch des Papste in Erfüllung gegangen, und derselbe Kirchenfürst begab sich an das Hofflager von Racconigi. um dem Könige vertraulich den Dank und Gruß des Papstes ZU überbringen. Von einer amtlichen Mittheilung der Thronbesteigung Pius' X. an die italienische Regierung konnte keine Rede sein, weil zwischen dem päpstlichen Stuhle und dem italieNischen Hose keine amtlichen Beziehungen bestehen. Der italienische Ministerpräsident hat. als er das an die Veb'örden erlassene Verbot, an den Festlichkeiten zu Ehren Pius' X. theil, zunehmen, mit der Unterlassung der erwähnten amtlichen Mittheilung begründete, diesen Umstand übersehen. Er muß sich nun den Vorrourf gefallen lassen, in einer Sache, die das heikle Verhältniß des Staates zum päpstlichen Stuhle sc nahe berührt, voreilig und unüberlegt gebgndelt zu haben. Fräulein Hamburg aus Breslau wurde als Assistent am zoologischen Institut in Heidelberg angestellt.
A LCLCsC-- und 5 Sciiuiaasbiatt fi ri m 10eW$tokjC. t 8 ssS S9 No. 20. Die Staats-Fair. worden. Verwaltung der Jndiana
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Staats-Fair, welche jetzt zum Empfang der Besucker fix und fertig ist, glaubt zuversichtlich, daß der Erfolg derselben.
das Wetter nur einigermaßen
?li I aünstia ist. ein arokartiaer werden wird.
gilt namentlich von den Ge
flügel-, Rinder, und Pferde-Ausstellun gen. An Preisen werden $30,000 zur Vertheilung gelangen. Heute Nachmittag sanden die ersten Wettrennen statt. Folgende Programme werden mor, gen Nachmittag und Abend von Sousa's Eapelle zur Durchführung gelan
chmittags auf d e n " Fairgründen: ss Mad:. Wcstrneyer 39 Madiion Zoläier'L Drcam" . . Rogers No2Ha:en'er B. Rogers. South nahe JCeiaiw , Bizet M Pcnn.u Mkrrill 53 Tklaware u. SReSotta 14 ast und MrTarH S5 New Jersey u. Merrill 97 irg. Av. u Lradsta 3 Last und Prospttt 89 Bicking und High 71 No. n Spritzenhaus Cir Ave. nahe Huro 7 East und Georgi 73 Ceda, und CInt 74 Davidson u Georgi 75 English Av. u Pine 76 Cbelbv und BateZ 78 No. S Spritzenhaus Prospert nahe Ehelb 7 Flctcher Av. u Shelb, ?l Tlarkct u. New Jersey 2 ?elat?are und Wash. 83 East u Washington ? New Pork u. Tavidso? 5 Taubstummen Anstalt 8 Ver. Staaten Arsenal 67 Oriental und Wash. ?3 Fraucn-Aeformat. 31 21c. 13 Spritzenhaus riaryland nahe 371er. 2 Meridian u. Seorqia. j3 Meridian und South )i Pennsylv u. Lsuisiana S5 Äirgini Ave u. Alaö. Hauptquartier. 97 rand Hotel. 33 Capital Ave und Cfy 23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. i2t Alabama und 1. ,25 Central Ave und l. 125 FzndeS und 15. 127 Brookside und Jupiter r23 Central Av und 17. 129 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontaine und 5. iZi CoU:ge Ave und !S. 125 Telaware und 13. 136 Alabama und North t37 Newmann tni 19. 133 College Ave und 14. 159 Ccrnell Ave und 12. 141 FandeZ uno 19. lli Hihland Ave und 10. U3 Tecumsch und 10. U5 ZIew Jerscy nd 22. 6 Alvord und 17. i7 No. 2 Spritzenhaus Hiside Ave und 16. .8 College Ave und 22. 119 College Ave und 27. 152 Park Ave und 2. lü?. L E u. LZ Bahn u. 22. !54 Rsmsey Ave und 10. 156 Stoushton u Newma 157 AtlaS und Pike. 159 Blovd und Patrvaw. 159 No. 21 SpriZenhauS Brightwood ;? Arten und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Nural und Blovd 165 St. Clair u. cystvne 167 Arsenal Ave un 23. 163 Bellesontaine und 28. 9ftom 4ae$ctt2rt KrtBCUa 430 Stock 51 Reinr ur I2e 452 Howard und cc 53 Mor und Stap$49 56 Cambert nd ScklMj 57 Nordhk Ave . War txon Wor 612 West uud RH 513 enwcky Av u. VUrrta 614 Meridian und Sforril 51 JllinoiZ snt Hansel 617 Morris und Dakota 618 Vorr und Church 51 Capital 2. u NcCarty 521 Meridiau und Palmer 523 Pine unk, Lord 624 Madisor.Aveu Lincol 26 Meridian und Blt NR 627 CarloS und Ray C28 EeriMait und Anzcn 529 Meridian u. Nayinond 631 Meridian u. DIcCsi. I 532 No. 17 fcptitzenhrf Timi nahe West 612 Neuern a". and Douah. 613 East u. Lincoln 614 Last und Beecher 61K Wrizht und SandrrI 17 McCarty und Leaty IS Ne Jersey u L Ave 712 Cpruce und Prospecl 713 Engllsh Äv. u, Laurek 714 Etat Ave u.Lc!t RA 715 Chelby ud veecher 71 State Ave und Orang 718 Orange und Laurel 713 Chcldy u.Cl,.taae Avi 7,1 Lexinzton A. ?nu?e 723 Fletcher Aveu.C:pru 724 Ctate Aveu. Pleasan 725 Prospekt und Kasar 726 Orange und Hla? 7ZS Liberty und Meer 729 Nbls und South Kl No. 16 Spritzen: Ost Washington 813 Market und Noble 814 Ot,io u. Highland A 815 Mchigan u. High! Kl Market u Arsenal A Li7 Ost e. Clair und Union Bahn Geleise. b&l Pan Handle Chip? LZ5 Vermont und Walcot L24 Wash. und State Z. m Madden'SLounge z5 82 tvitx und Torsey 827 Wash. und Beville Av L29 No. 12 Cpritzenhau cville nah Michiga, 31 Eoutheaster W und Woodside. 31 Wash. und Tearbor, 834 Coutheaftern uns Arsenal AveS. 835 New Dork und Tempi 912 Illinois und Nartzl. 9i3 JllinoiZ und Viarkrt. 914 Penn, und && 9lSTtlawe 4 "3f Cpezial-Siznale. krsten CchlZge, zweiter Alarm, Zweiten Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Slsrm. l--l, Feuer aus und Schlauch ausLeroV. z Schläge, Wasserdruck ab. l Schläge, 1 Uhr Mittag, Tie so bezeichneten Cignas werden nu? dsm Thurvk ächter angegeben da an bat betreffende Straße? kreujung, Kine Alarmven angebracht find. Chicago und der große Nordwefieu vi i i - fc iflc jfcc. pay.ynn 4smll vjuzsl m w 9 ttaa Hawaii VdiliHpte Insel. Pier tägliche Schnellzüge nach Chicago. PW Von der Mono 7. Str. Station, Ihlcag, sind nur 5 Minuten mittelst elektrischer ar nach den Union Viehdöfen Frenh Lick Spring, i dem Orqnge Counry Hochland. ffaniilien-Hote! antet tuet Geschisttleirunä. Pluto, Proserxtae md Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der Welt, mei Züge täglich via SrerncaKle. Ticket-Officen : Union Station, Massachusetts vt und 85 West Washington Straße. R. P. 1 g e , Distrikt Dass. Agent, JndianapollS. Ind. .H.McDoel, E.H.RoSmell. Pris. und Sen. Mgr. Betriebileiter Frank J.Reed, Sen.Piss. Agent, Shicigo, I?. Wir -
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