Indiana Tribüne, Volume 27, Number 19, Indianapolis, Marion County, 14 September 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, Vi September 1903.
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Verblendet.
Castro'S Kriegsrüstungen gegen die Nachbarin Colombia. Zugleich reizt er europäische Staaten durch neue Frevel. Einschreiten der Washingtoner Ne gierung empfohlen. Nußland unterbreitet neuen Mand' schnrei'Plan. Aus den Debatten der Gesetzgeber zu Bogota. Türkische Soldateska im Adrianopel. Bezirk Minister Combes bei einer Gedenkseier verhöhnt. Venezuela. Kriegswolken. Wilhemsstadt, Insel Curacao, 13. Sept. Aus allen Theilen Vene zuelas wurden letzte Woche Truppen nach der colombischen Grenze und Wla racaibo gesandt. Mausergewehre und Munition sind in großen Quantitäten in Maracaibo aufgespeichert ; in der Nähe von San Cristobal wurden verschiedene neue Brücken erbaut, um daselbst, nahe der Grenze Colombia's, eine rasche Trup pen-Concentration zu ermöglichen. Präsident Castro verlangt von jedem Staate Venezuela's innerhalb 2 Wochen die Stellung von 2 Bataillonen. Ein angesehener Bürger bezeichnet dies nur als Sicherheitsmaßregelu gegen Colombia, das erst kürzlich sein Heer an der colombischen Grenze der stärkt habe. Andere Venezolaner halten einen bal digen Krieg mit Colombia für under meidlich in Folge der Sympathie, welche Castro den colombischen Rebellen während der jüngsten Revolution erwies und auch wegen der SchiffahrtsFrage auf dem Orinoco. Präsident Castro's größter Plan" sei ein Krieg mit Colombia. Castro zahlt nicht. Port of Spain, Insel Trinioad, 13. Septbr. Britische Regierungsbeamte, die von Caracas angelangt sind, berichten, daß die venezol. Regierung sich bis jetzt geweigert hat. ihren Antheil an den Gebühren für die fremden Schiedsrichter bei den An sprächen gegen Venezuela zu zahlen. Der Betrag ist, nebst Auslagen, $5000. Das Benehmen von Präsident Castro unter diesen Verhältnissen ist unerklär lich. Wie verlautet, haben mehrere der Schiedsrichter die Angelegenheit ihren Regierungen mitgetheilt und zugleich angeregt, daß Washington einschreiten solle, da es ihrer Ansicht nach für die venezol. Regierung moralisch verant wortlich sei. Colombia. Congreß Verhandlungen. Bogota, 13. Septbr. Ein von Perez y Sotos gestellter Antrag, die Executive zur Ernennung eines anti secessionistischen Gouverneurs von Pa nama aufzufordern, wurde vom Senat angenommen. Die Redner im Senat erklärten, daß der kürzlich zum Gouverneur ernannte canal-freundliche Obal dia eine Gefahr für die nationale Unversehrtheit bilde. Senator Marroqnin protestirte gegen das Vorgehen des Senats. Später gelang es dem Präsidenten Marroquin die Congreß-Mitglieder zu beruhigen. Wie es scheint, konnte er ihnen hinlängliche Gründe für Obal dia's Ernennung geben. Die Bogota Regierung scheint die drohende Gesahr, daß der Isthmus von Panama seine Unabhängigkeit erklärt, zu erkennen. Deroux, der Vertreter eines Panama-WahlkreiseS, hielt kürz lich eine sensationelle Rede im Hause. Er sagte, die Regierung wolle den Isthmus von aller Theilnahme an den National Angelegenheiten ausschließen und die dortigen internationalen Ge fahren rühren von dem Verhalten der National'Regierung her, die im Curse der Reaktion steuere. ' Die Vorlage, welche sich mit Schlichtung auswärtiger Ansprüche aus der Revolution befaßt, stieß in der gesetzgebenden Versammlung auf keinen Widerstand. Man gewinnt den Eindruck, als habe der Congreß nach den jüngsten politischen Discussionen alle Spannkraft verloren und die Panama-Canal Angelegenheiten gänzlich vergessen. .
Panama, 13. Sept. Rodolfe
Aguilleza. der erste Journalist, welcher Artikel zu Gunsten einer Losrcißung des Isthmus von Panama veröfsent lichte, wird strafrechtlich verfolgt. Es verlautet beständig, daß 2000 Mann Bundestruppen nach dem Jsthmus kommen. China. Neuer Näumungsplan. Peking, Samstag, 12. Sept. (bei der Uebermittelung verzögert). Rußland hat der chinesischen Regierung einen neuen Plan für die ursprünglich auf den 8. October angesetzte Räumung unterbreitet. Es werden hierin gewisse neue Bedingungen außer den meisten derjenigen, welche schon der letzte Plan enthält, vorgeschlagen. Rußland erklärt sich bereit, New Chwang und di: Provinz Mukden am 8. October, die Provinz Kirin vier Monate später und die dritte Provinz ein Jahr später zu räumen. Unter den neuen Bedingungen bsr langt Rußland, daß es Militär-Posten an der Straße von Tsitsihar, Hauptstadt von Heiling-Kiang, bis Blagovestchensk, sowie am Sungari Flusse halten darf. Als Grund gibt Rußland an, daß diese Militär-Postcn zum Schulze des Handels auf der Bahn nothwendig sind. Eine unbestimmt abgefaßte Clausel verbietet Zölle auf von der Bahn beförderte Waaren. Die Diplomaten fassen dies so auf. daß Rußland die von der Bahn besörderten Waaren von den Ersatz'Zöllen, welche die britischen, japanesischen und amerikanischen Verträge an Stelle der Likin-Zölle einführen, befreien will. Auch enthält der Plan die Bestimmung, daß chinesische Truppen die Zweigstellen der russisch-chinesischen Bank im Nothfalle zu schützen haben. st rrt.' . ...i v.o unni u.nina. usrnnnpni np ausT ""j -"l'"OI fm-wwmm- ' " wärtigen Amts, hat den Ministern eröffnet, er halte die russischen Bedingungen für durchaus angemessen. London. Der japanische Gesandte in Peking hat bei Prinz Ching gegen Rußland's Vorschläge einen scharfen Protest eingelegt. Türkei. Ruhe in Beirut. Constantinopel, 13. Sept. In Beirut ist Ruhe eingekehrt, aber der Handel liegt darnieder. Reshid Pascha, der abgesetzte Vali, ist am Samstag nach Constantinopel abgereist. Die anderen Berichte haben jetzt die Abficht, Kriegsschiffe nach Beirut zu senden, aufgegeben. Die christlichen Flüchtlinge in den Bergen weigern sich nach Beirut zurück zukommen, trotz des Versprechens der Behörden, sie schützen zu wollen. Wüthen hält an. Sofia, 13. Sept. Die albane sischen und türkischen Truppen im Vi layet Adrianopel verfolgen ihre übliche Taktik, die Dörfer einzuäschern und zu plündern und die Bauern umzubrin gen, anstatt die Jnsurgenten-Banden zu sprengen. Aus Monastir ist wenig Neues be kannt, aber nach allen Berichten ist die Lage der Christen verzweifelt. Die albanesischen Truppen im Vi layet Adrianopel sollen völlig zügellos sein. In Kostursco beklagten sich die Beys über di: Excesse der Truppen. Die Offiziere bezeichneten die Beys als Freunde der Rebellen, worauf die Sol daten ihre Landgüter einäscherten. Im Distrikte Losengrad brannten die Türken zwei Dörfer nieder und schlugen 22 Bulgaren in Gegenwart ihrer Familien die Köpfe ab. 12.000 Mann Truppen sind um Malkontonovo versammelt und mit Plündern und Brandstiftung beschäftigt. Die entgiltigen Vorbereitungen für einen Ausbruch in Ost-Macedonien sind getroffen, es ist aber aus unbekanntem Grunde Verzögerung eingetreten. Der ganze Distrikt ist in 6 Distrikte getheilt ; die Insurgenten stehen unte folgenden Führern: General Zontcheff, Col. Yankoff, Capt. Jordan Stoyanoff und Lieutenants Stoyant cheff, Darvingaff und Atamasoff. Groszbritannien. Die White Star Linie. lverpooz, iö. eept. Wie eS scheint, entbehren die Gerüchte, die White Star Linie werde bald aus der International Mercantile Marine Co. ausscheiden, der Begründung. Das Aufgehen der Dominion-Linie in die White Star Linie bezweckt eine ökonomischere Leitung bei beiden Linien.
Teutschland. Sen'aiion Walde n. Berlin, 13. Sept. Große Senation hat hier das plötzliche Verschwin
den des beliebten Schauspielers Harry Waiden vom Berliner Theater" er. regt. Walden ist derjenige, mit dem Agnes Sorma, wie bereits gemeldet, unlautere Beziehungen unterhalten habcn soll. Walden galt als interessanter psycho ogischer Fall. Eingeweihten Kreisen galt er als Quartalsäufer, der monateang ein streng solides, arbeitsames Leben führte, dann aber auf mehrere Tage verschwand, um sich in Spelunen niedrigster Art herumzutreiben und zu trinken. Von solchem Ausflüge zurückgekehrt, pflegte er dann mit altem 5ifer seine frühere Thätigkeit wieder aufzunehmen, als wäre nichts geschehen. Für sehr glaubhaft wird es gehalten, daß Walden nach solcher Spree" gar nicht wußte, daß und wo er sich herumgetrieben habe. Die Direktion wollte M hochbegabten Künstler schonen und vertuschte daher jedesmal sein plötzliches Verschwinden und sorgte in pasjender Weise für Ersatz. Jetzt aber, nachdem die unglückliche Leidenschaft des Kunstlers offenkundig geworden und er im Prozesse Sorma noch so traurige Verühmtheit erlangt hat, kann die Direc tion nicht weiter Nachsicht walten lassen. Nachwehen der FlottenManöver. Berlin, 13. Sept. In deutsch. ländischen Marinekreisen bilden die Unglücksfälle bei den Flottenmanövern zu Kie! das Tagesgespräch. Kaiser WilHelm soll über den fast gleichzeitigen Zuiammenstoß von drei Torpedobooten höchst ungehalten sein und hochstehende Offiziere der Unachtsamkeit beschuldigt haben. Der Zusammenstoß eines Tor pedobootes mit dem Schlachtschiff Kaiser Friedrich 111. soll auch wenig zur gu ten Laune des Monarchen beigetragen haben. Diese Unfälle werden sich voraus sichtlich für die beteiligten Offiziere als verhänanißvoll erweisen. BülowmitnachWien. Berlin , 13. Sept. Die offiziellen Zeitungen bringen die Nachricht, daß Reichskanzler Graf von Bül?w den Kaiser bei seinem bevorstehenden Be suche in Wien begleiten wird. C a b i n e t t s j u st i z. Berlin. 13. Sept. Die Ver. Haftung des Gymnasial - Lehrers Dr. Risch zu Oldenburg ruft allgemeine Sensation hervor. Man wittert da hinter ein Stück Cabinettjustiz. Risch veröffentlichte im Residenz baten einen Artikel, in welchem er sagte, der Geheime Staatsrath Ruhstrat, Vorstand des Departements der Finan zen, habe sich einst beim Hazardspielen von dem Gynasiallehrer Frühstück einen Geldbetrag geliehen, um weiter Hazard spielen zu können. Dafür sei Herr Frühstück zum Gynasialdirector gemacht worden. Viele sagen, die Verhastung des Dr. Risch sei rechtswidrig, da kein Fluchtverdacht vorliege, das ganze Verfahren streife an Willkür. Unzufriedenheit in Essen. Essen, 13.',Sept. Hier herrscht unter der Arbeiterschaft der Krupp'schen Werke große Entrüstung, weil die neue Verwaltung der Werke, ähnlich wie das seinerzeit der verstorbene Alfred Krupp that, das Versammlungsund Coalitionsrecht der Arbeiter mit allen Mitteln zu beschränken sucht. Italien. Socialisten blieben ruhig. R o m, 13. Sept. Man erwartete, daß das' Polizei-Verbot. die von den Socialisten und Republikanern , heute geplante Gedenkfeier für den Philosophen Bovio abzuhalten, zu Verhaftungen führen werde. Jedoch dank der außerordentlichen militärischen Vorsichtsmaßregeln verlief der Tag in vollkommener Ruhe. EmpfangbeiPius. Rom. 13. Sept. Der Papst hielt heute seinen ersten größeren Empfang ab. Es hatten sich über 2000 Personen, meist Arbeiter aus der Gegend um die Peterskirche, eingefunden. Porto Rico. Hunt's Rückkehr. San Juan, 13. Sept. Zu Ehren des am 1. Oktober zurückkehrenden Gouverneurs Hunt wird eine Volkskundgebung organisirt. Verschiedene Führer derFöderal'sten weigern sich aus politischen Gründen mitzuwirken.
Frankreich. Combes ausgepfiffen. Paris, 13. Sept. Anläßlich der
Einweihung eines Gedenksteines für den Historiker und Orientalisten Ernest Renan in seiner Heimathstadt Traguir, Bretagne, kam es heute in den Dörfern, durch welche sein Wagen fuhr, zu Kund gedungen gegen den Ministerpräsiden ten CombeS. Die Bauern pfiffen den Minister aus und Rufe Nieder mit Combes" und Es lebe die Freiheit" ertönten. Bei der Feier hielten der SchriftstellerAnatoleFrance,Combes u.A. Ansprachen. Während der Rede nahmen die Gegner des Ministers eine so drohende Haltung gegen ihn sowie den Bürgermeister des Ortes ein, daß die Polizei nicht im Stande war, die Ruhe wiederherzustellen, und eine Truppenabtheiherbeicommandirt wurde. Die Soldaten drängten die feindliche Menge zurück und schassten Ordnung. Serbien. Peterbat nicht denZaren. B e l g r a d, 13. Sept. Die Meldung, König Peter habe den Zaren gebeten, er möchte seine Haltung gegen die serbischen Osfiziere nach Ansicht des Königs eine theilweise Ursache der neuen Armee-Revolte ändern, wird amtlich in Abrede gestellt. EZ wird darauf hingewiesen, daß kein Anlaß zu einem solchen Gesuch vorliege; denn sämmtliche Mächte hätten anerkannt, daß die Revolution Serbien's PrivatAngelegenheit sei und die Skuptchina habe die Verschwörer begnadigt. Der König als constitutioneller Monarch sei verpflichtet, die Entscheidung des Parlaments zu ehren. Die Führer des Nischer Armee-Con-plotts werden unter der Anklage processirt, das Leben der am Staatsstreich betheiligten Osfiziere bedroht zu haben. Kurze Depeschen. 13. Septbr. Inland. TuxedoPark, N. I. Frau Cou dert, Wittwe von Charles Coudert, ist einem Schlagansall erlegen. S p r i n g f i e l d, O. I. Cur tis und I. Toland von hier wurden bei einer Kreuzung der Penna Bahn von einer Lokomotive getödtet. D a r r e l, Mon. Bei der Entgleisung eines Passagierzuges, westlich von hier, wurde ein blinder Passagier getödtet und verschiedene Leute verletzt. G u t h r i e, O. T. Ein Tornado richtete im Südwesten des Staats große Verheerung an. Verschiedene Gebäude sind zerstört und einige Personen verletzt. Stillwater, Minn. Das Scblevvboot ..Park Bluff" ist in der Nähe von South Stillwell gesun ken. Die fünf Leute der Bemannung, mit Ausnahme des Maschinistsn, entkamen. Anöland. London. Einem unbestätigten Gerüchte zufolge soll ein TransportDampfer mit einem britischen Regiment nach Indien bei dem Sturme am Donnerstag untergegangen sein. Daß Feuer mitBier gelöscht wird, kommt sicherlich nicht häufig vor. Ein solcher Fall wird jedoch aus Funklet), Minn., berichtet: Nur durch das schnelle Handeln eines Schankwärters wurde der Arbeiter Ole Johnson vor schweren, wenn nicht tödtlichen Verletzungen gerettet. Johnson versuchte, seine Cigarre mit einer elektrischen Vorrichtung anzuzünden, als sein Celluloid - Kragen in Brand gerieth und sein Kopf sofort in Flammen eingehüllt war. Da kein Wasser an Hand war, packte ihn der Schankwärter. drehte den Bierkrahn auf und lß das Vier auf die Flammen laufen, bis sie gelöscht waren. Das Schlachtschiff Massachusetts", das beim Manöver an der Küste Maine's auflief und in's Trockendock zu Brooklyn geschleppt worden ist. befindet sich in einem weit schlimmcren Zustande, als anfänglich angegeben wurde. Bei dem Auflaufen auf hilf felsige Ufer von Egg Rock bei Bar Harbor ist das Fahrzeug an mindestens acht Stellen vom Bug bis zum Heck schwer beschädigt worden, woraus hervorzugehen scheint, daß das Schiff mchrere Male mit voller Wucht auf den Felsen getrieben wurde. Die beschädigten Eisenplatten sind vom längsten Format, 70 Fuß. und bei vielen Platten sind die Beschädigungen so ernstlicher Natur, daß sie behufs einer Reparatur vollständig Herausgenommen werden müssen. Zwei Compartements am Buq. wo das Schiff einen Doppelboden hat, sind voller Wasser, und auch an vielen anderen Stellen am Boden des Schiffsrumpfes war Wasser eingedrungen. Zwei Flügel der Schraube auf der Backbordseite sind stark verbogen.
Dom Ällviannc.
DerältesteVolksschull e h r e r Preichens ist der Lehrer a.D. Dörfer in Sodehnen bei Dratehnen in Ostpreußen. Er ist am 21. Oktober 1806 geboren und vollendet demnächst das 97. Lebensjahr. Im Dorfe Loppinen. wo er an der einllassigen Schule ein ganzes Menschenalter wirkte und auch sein fünfzigjähriges Dienstjubilaum feierte, trat er vor 20 Jahren in den Ruhestand. Bemerkt sei, daß der Greis in seinem langenLeben nie ernstlich krank gewesen ist. In Lissabon herrschte vor einigen Wochen eine afrikanische Hitze. Auf den Spazierwegen fielen die Vögel todt von den Bäumen und Leute, die sich gegen Mittag auf die Straße wagten, setzten sich der Gefahr aus, von einem Gehirnschlag getroffen zu werden. Derartige Zustände waren natürlich der hohen Obrigkeit sehr unangenehm, und so verbot denn die Censur den Zeitungen, Nachrichten Über die Hitze zu bringen. Die Portugiesen sind immer fidel", heißt es in einer alten französischen Operette. Das Entsatzschiff für die Nordenskjöld'sche Südpolar - Expedition. Frithjof". ist kürzlich von Stockholm abgegangen. Von den 23 Mitgliedern, die sich an Vord befinden, sind sechs Gelehrte bezw. Offiziere. Leiter der Expedition ist der Capitän der schwedischen Kriegsmarine Gylden. Das Schiff ging zunächst nach Bremerhaven, um dort von der Jnternationalen Schiffsbedarf - Gesellschaft Carl Bödiker & Co.. derselben Firma, die seiner Zeit die Gauß" ausgerüstet hat, seine Proviantausrüstung an Bord zu nehmen. Von Bremerhaven geht die Reise nach Plymouth, Madeira, Buenos Aires, Ushuaia (Feuerland) und dann südwärts nach der Winterstation der Antarktis". Die Rückkehr des Schiffes erfolgt im glücklichsten Falle im April nächsten Iahres. Man schreibt aus Mailand: Letzter Tage war ein Fischer aus dem Dörfchen Pisogne damit beschäftigt, im Jseosee seine Netze auszuwerftn, ohne aber vom Glücke allzusehr begünstigt zu werden. Da fühlte er mit einem Male, daß das Netz einen schweren Fisch enthalten müsse, und froh zog er es in die Höhe. Wer beschreibt aber sein Grauen, als er in dem Netze einen vom Rumpf abgetrennten Kopf eines Menschen erblickte. Er eilte schnell in das nahegelegene Dorf und verständigte die Karabinieri von dem entsetzlichen Funde. Die Aerzte constatirten, daß es sich um den Kopf eines ungefähr 25jährigen Mannes handle, und daß derselbe erst wenige Tage im Wasser gelegen sein könitt. Es scheint sich um ein Verbrechen zu handeln, und die Behörden haben genaueste Untersuchung eingeleitet, um demselben auf die Spur zu kommen. Jedermann gebraucht die landläufige Redensart vom Blitz aus heiterem Himmel", aber wissenfchaftlich festgestellt war der aus dem Himmelsblau herniederzuckendeStrahl bis jetzt noch nicht. Nun sindet sich im Berichte der Nürnberger Wetterwarte über die Gewitter des heurigen Juni eine Mittheilung, wonach ein
Schaffner der elektnsa?en Straßenbahn gemeldet hat. daß am 6. Juni Nachts gegen 12II Uhr der Blitz in einen in Fahrt befindlichen Wagen der Straßenbahn einschlug und unter heftigem Knalle die Vleisicherungen und die Lichtleitung zerstörte. Nun war um diese Zeit, wie auch stundenlang vor- und nachher der Himmel wölkenfrei. Zu der gleichen Zeit aber, um 10 Uhr 24.3 Minuten machte der Vlitzmelder auf der Wetterwarte einen Strich, kennzeichnete also eine Hochspannungsentladung. Vielleicht ist es, so bemerkt hierzu die Wetterwarte, bei dieser Gelegenheit endlich einmal gehingen, den sagenhaften Blitz aus heiterem Himmel" mittelst zweier sinnfälligen Wirkungen desselben, am Straßenbahnwagen und am Blitzaufzeichne?, genügend festzulegen. Ein aufregender V 0 rfall spielte sich kürzlich am Osiender Strande ab und zog in wenigen Augenblicken eine gewaltige Menschenmenge an. Ein anscheinend von Dünkirchen kommender Ballon wurde gegen 7 Uhr ganz in der Nähe von Ostende sichtbar und fiel plötzlich mit unglaublicher Rapidität ins Wasser. Große Erregung bemächtigte sich der Badegäste. die mit Operngläsern und Fernröhren die schwarze Masse, die auf den Fluthen umherschwamm, beobachteten. Sogleich fuhr ein Hilfsdampfer mit Volldampf der Unglücksstätte zu, wagte aber nicht, dicht an den Ballon heranzufahren, aus Furcht, die Funken der Maschine könnten eine Explosion verursachen. Mit Hilfe eines kleinen Bootes näherten sich drei Mann des Dampfers daher dem Ballon und nach halbstündigem Manövriren erreichten sie auch den Luftschiffer, der halb ohnmächtig in seiner Gondel lag. ' Kaum hatte der Luftschiffer mit seinen Nettern den Dampfer bestiegen, als der Ballon mit Blitzesschnelle in die Höhe stieg und nach wenigen Sekunden in den Wolken verschwand. Am Strande konnte man sich das plötzliche Aufsteigen des Ballons nicht erklären und war über das Schicksal des Luftschisfers in großer Besorgniß, bis derselbe mit seinen braven Rettern wohlbehalten im Hafen ankam. Das Publikum brachte den hilfsbereiten Männern begeisterte Ovationen dar.
