Indiana Tribüne, Volume 27, Number 18, Indianapolis, Marion County, 12 September 1903 — Page 7

Jndiana Tribüne, 12. September 1903

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w Das HchcimmK Des 3fasfciiscöransi8 ; -QY:rir.htalroma:t von A. Z. Liluhmann 5 O $ - . AtsS' (Fortsetzung.) Im Ucvrigen aber war der alte Herr durchaus nicht zum Scherzen aufgelegt, lir wute, daß dieser mit so unerhörter Triistigleit ausgeführte Diebstahl einen schweren Schlag für seine Eefeilschst bedeute, denn mit Nücksicht auf die in den nächsten Tagen fälligen erheblichen Zahlungen mußte sich eine sehr grefce Summe baaren Geldes in dem Schranke befunden haben. Schon nach dem ersten Blick in die leeren Behälter hatte er sich an Bartel gewendet mit dem Befehl, aus dem Kassabuch so rasch als möglich den Gesammtbetrag der Baarsumme auszuziehen, die hätte vorhanden sein müssen. Tc? Buchbalter, an dem alle diese unbegreiflickien Dinge noch immer vorüberzogen, wie die abenteuerlichen Vorspiegelungen eines tollen Traumes, hatte mir pochenden Schläfen und mit kalten Schweißtropfen auf der Stirn die langen Zahlenreihen summirt, um als das Eraebniß seiner Berechnung dem Vorgefetzten mitzutheilen, daß der Bestand sick auf ungefähr dreihunderteinundachtigtausend Mark belaufen müßte. Ein Ausruf grimmigen Zornes kam von den Lippen des Generaldirektors. Ah, tiefer Schurke! Und wie ge&it er all' die Jahre hindurch den ehrlichen Mann zu spielen wußte! Aler. so wahr ich lebe, er soll uns nicht entkommen." (5z sandte einen der Registraturbeamten zur Polizei, um Anzeige von dem Vorgefallenen zu erstatten. Freilich war es nur die Größe der gestohlenen Summe und die Wahrscheinlich !eit, im Fall einer baldigen Ergreifung noch den bedeutendsten Theil derselben im Besitz des Diebes zu finden, die ihn dazu bestimmten, denn es ist ja bei industriellen Privatgesellfchaften zumeist Gebrauch, die durch Untreue von Angestellten entstandenen Verluste stillschweigend zu tragen, um eine Erörterung des Vorfalles in der Presse und im Publikum zu verhindern. Fällt doch dabei immer ein mehr oder weniger ungünstiges Licht auf die verantwortlichen Leiter des Unternehmens, und sind doch die Aussichten auf eine Wiedererlangung des gestohlenen Geldes zudem in den meisten Fällen sehr gering, da es sich gewöhnlich bei der endlichen Entdeckung nur um die letzte in einer langen Reihe von Unierschlagungen handelt, und der Flüchtige nur sehr selten in der Lage gewcsen ist, eine erhebliche Baarsumme mit sich zu nehmen. Hier aber war die Sachlage eine ganz außergewöhnliche. Von einer Verheimlichung des gewaltigen Verlustcs konnte daher um so weniger die Rede sein, als sich im Augenblick noch gar nicyt absehen ließ, wie die Gesellschast der durch den Raub hervorgerufenen Verlegenheiten Herr werden würde. Denn in den nächsten Tagen waren Hunderttausende zu zahlin, und nur mit äußerster Anspannung aller Kräfte konnte es im günstigsten Fall gelingen, einer verhängnißvollen Stockung in der Erfüllung der laufenden Verbindlichkeiten vorzubeugen. Die Kriminalpolizei bewies sofort volles Verständniß für die Situation. Mehrere Beamte erschienen unverzuglich zu einer vorläufigen kurzen Aufnähme des Thatbestandes. Schon in der ersten Nachmittagsstunde fand sich der Untersuchungsrichter mit einem Proto kollführer und einem Kriminalkomniis sär im Geschäftshause der Bergwerks aesellsmaft ein. Der Generaldirektor war in der Lage, ihm bei seinem Erscheinen ein eben angekommenes Telegramm aus opintelmugie vorzulegen, das folgen den Wortlaut hatte: Mein Mann nicht hier. Vermuthe ihn in Breslau. WaZ ist vorgefallen? presse Abends dort ein. Frau Winter. Daß er nicht die Thorheit begehen föurce, nach Splndelmuhle ZU reisen, lies fies) am Ende von vornherein als ziemlich sicher annehmen," sagte der vtrchter. Hoffentlich aber finden wir ftalD eine Spur, die uns sein wirkliches Neise?iel erratben Iaht " Er war ein erfahrener Kriminalist, der seine Aufaabe sogleich mit aroßer Umsicht und Geschicklichkeit in Angriff nabm. Der erste, den er zur Verneymung rufen ließ, war der Buchhalter, der, wie man ihm gesagt, in der verwichenen vlaqt zuletzt mit dem fluch tiaen Nendanten gesprochen hatte. In fester Haltung und mit bleichem, aber rubiaem Gesicht leistete Bartel der Aufforderung Folge. Er hatte ja inzwischen Zeit genug gehabt, seine erste Aufregung zu meistern und sich darüber klar zu werden, wie viel für ihn selbst von einem sickeren und unbefangenen Benehmen abhing. Wohl waren ihm die weit umfangreichere Beraubung d:s Geldschrankes, als es von ihm selbst gescbeben war. und das spurlose Verschwinden des todten Winter ungelöste Rätblel. über die er kaum nachdenken durfte, wenn fein Nervensystem nicht soale ck wieder m die beftig ie lir regung gerathen sollte; aber er fühlte gleichsam instinktiv, daß die unerklärlichen Ereignisse, die sich nach seinem Weggänge in dem Geschäftshause ab-

gespielt' haben mußten, nur danach angethan waren, für ihn selbst die Gefahr einer Entdeckung zu verringern. Er erzählte also anscheinend vollkommen ruhig, daß er gegen halb zwei Uhr Morgens das Bureau verlassen

und dabei durchaus mchts Ausfälliges an seinem Vorgesetzten wahrgenommen habe. Ter Rendant habe ihn nur ersucht, pünktlich um neun Uhr wieder da zu sein, mit dem Hinzufügen, daß er selbst sich nicht ganz wohl fühle und darum vielleicht nach der anstrengenden Nachtarbeit ein halbes Stündchen länger schlafen würde. Es ist gut fagte der Unter. suchungsrichter. ..Nehmen Sie gefälligst hier Platz. Tenn ich werde wehrscheinlich noch einige weitere Auskünfte von Ihnen zu erbitten haben, und es ist mir deshalb erwünscht, daß Sie b:i den Vernehmungen der übrigen Beamten zugegen bleiben." Bartel aeborchte, und der Pfortner Nitschkc wurde gerufen. Er gab an. daß er wegen des Schreiens seines kranken Enkelkindes um halb zwei Uhr noch wach und in den Kleidern gewesen sei. Als um diese Zeit der Buchhalter Bartel an das Fenster klopfte, sei er herausgekommen und habe ihm in bergebrachter Weise das Hausthor geöffnet. Aöer der Buchhalter sei dann noch einmal umgekehrt, um mit dem im Kassenzimmer sitzenden Nendanten etwas zu besprechen. Haben Sie gehört, was zwischen den beiden Herren gesprochen wurde?" Ich glaube, es war wegen gewier Papiere, und dann auch, daß der Herr Bartel um neun Uhr wiederkommen wollte.' Ganz deutlich konnte ich den Herrn Nendanten nicht verstehi, weil ich zu weit entfernt war." Aber Sie horten ihn antworten? Gewiß! Es war nur wie ein Gemurmel. Aber es war doch seine stimme." Das können Sie mit voller Sicherheit bekunden?" Mit voller Sicherheit, Herr Ricyter!" Nun wohl und was thaten Sie, nachdem Herr Bartel das Haus verlassen batte?" Ich schloß hinter ihm das Hausthor und ging wieder in den Keller hinunter. Weil das Kind immer noch weinte, trug ich es herum, damit meine Frau schlafen konnte. Es muß wohl so gegen drei Uhr gewesen sein, denn es war fchon ganz hell, wie es endlich einschlief. Dann legte ich mich in's Bett, und erst um sechs Uhr Morgens bm ich wieder aufgewacht." Von dem, was zwischen Drei und Sechs hier im Hause vorgegangen ist, können Sie also aus eigener Wahrnehmung nichts berichten?" Nein, aber meine Frau sagt " Ihre Frau soll uns das selbst erzählen. Nufen Sie sie herein!" Frau Nitschke bestätigte die Angaben ihres Mannes und fügte auf Befragen hinzu, daß sie wie immer um sechs Uhr aufgestanden sei, weil die Bureauräume, deren Reinigung zu ihren Obliegenheiten gehöre, bis acht Uhr in Ordnung sein mußten." Und bis Sechs haben Sie also fest geschlafen?" Fest gerade nicht," meinte die alte Frau. Es ist damit bei mir überHaupt nicht zum Besten bestellt. So g?gen Morgen 'rum liege ich blos noch im Halbschlaf." Haben Sie in diesem Halbschlaf etwas gehört?" 3a. Ich hörte, wie der Herr Rendant aus seinem Bureau in die Wol,rnrng hinüber ging und die Thür hinter sich zumachte. Und dann hörte ich. wie er noch eine ganze Weile über mir durch die Zimmer ging." Pflegte er das öfters zu thun, wenn er zu so später Stunde aus dem Vureau kam?" Nein, es war das erste Mal." Und haben Sie sich nicht darüber geroundert?" Mein Gott, ich dachte mir, der arme Herr wird sich wohl einsam fühlen, weil er so ganz allein in der Wohnuna T " Können Sie mir ungeVr bte 3cti angeben, zu der es geschah?" Es schlug bald nachher Fünf." Außer dem Umhergehen des Nenbauten haben Sie etwas Auffälligenicht wabraenommen?" Mn, daß ich nicht wüßte." Wann haben Sie am Morgen Jhrk Wohnung verlassen?" Um Sechs wie immer." Und was haben Sie dann gethan? Ich bin mit meinen Scheuersaa.cn hinaufgegangen, um in den Bureans aufzuräuinen." Sie besitzen also einen Schlüssel zu diesen Räumen?" Rein. Die Thüren nach dem Korridor bleiben immer offen." Das ist sonderbar," sagte der Untersuchungsrichter. Man pflegt Zimmer in denen sich so große Suinmcn befin. Tt, doch sonst etwas sorgfältiger zu verwahren." Er hatte sich dabei mit einem fragenden Blick gegen Bartel gewendet, und dieser erhob sich sofort, um Auskunft zu ertheilen. In den Kassenräumen, Herr Untersuchungsrichter, befindet sich außer dem Tresor nichts, das für einen Spinbuben des Mitnehmens werth wäre Ein paar alte Möbel und die Repositorien mit den Akten das ist alles." Run ja aber von dem Tresor ist doch eben die Rede." Wir hielten ihn für ganz diebessest. Der Geldschrank ist in Cement eingemauert, und der Fabrikant versicherte. I daß mehrere Männer mindestens einen

halben Tag brauchen würden, um :yn auö dieser Ummauerung herauszureißen wobei sie überdies noch mit großem Gerärch arbeiten müßten. Die Thür aber soll so stark konstruirt sein.

daß sie von Einbrechern überhaupt rnäjf zu öffnen ist." Ter Beamte schien von dieser Erklärung befriedigt, denn er fuhr in der Vernehmung der Frau Ritschke fort. In welchen Raum gingen Sie zuerst?" In das Tresorzimmer, wo der Herr Rendant und Herr Bartel arbei:en. Das muß immer zuerst in Ordnung sein." Machten Sie da irgend eine Wahrnehmung. die Ihnen auffallend oder verdächtig schien?" Die Frau schüttelte den Kopf. Es war alles so wie immer. Die Fenster standen offen. Die Stühle waren zurecht gerückt und der Schreibtisch auferäumt wie an jedem anderen Morgen. Ter Herr Rendant ist eben ein sehr ordentlicher Mann." Auch die Thür des Geldschrankes war geschlossen?" Natürlich! Wenn sie offen gewesen wäre, hätte ich es gleich bemerkt." Die weiteren Aussagen der Frau waren ohne Bedeutung, und auch eine nochmalige Durchmusterung der Winter'schen Wohnung förderte keinerlei greifbares Ergebniß zu Tage. Da die Frau des Nendanten ihre Heimkehr noch für diesen Abend in Aussicht gestellt hatte, schien es dem Richter zweckmäßig, die eigentliche Haussuchung bis zu ihrer Ankunft zu verschieben. Ter Generaldirektor, der ihn durch die Winter'schen Räume begleitet hatte, stimmte ihm darin bei. Aber während sie in das Bureauzimmer zurückkehrten, das man dem Untersuchungsrichter für feine Vernehmungen zur Verfügung gestellt hatte, meinte er: Vielleicht wäre es zweckmäßig, auch den Hausarzt Winters 'mal holen zu las sen. Es ist ein Doktor Weiß, und er wohnt hier ganz in der Nähe." Seinen Hausarzt? Ja, was sollten wir denn von dem erfahren?" Tir ??inhi7nt rnnr anaeblick ein ff V Vt' , . j schwerkranker Mann. Er hatte mich vor Kurzem um Urlaub gebeten, weil sein Arzt eine Erholung für dringend nothwendig erklart hatte. Ich horte dan von anderer Seite, daß Doktor Weiß bei der Untersuchung ein sehr bedenk liches Herzleiden festgestellt habe. Nun wäre es doch jedenfalls interessant, zu ermitteln, ob die Geschichte mit diesem Herzleiden Wahrheit oder Schwindel gewesen ist. Denn man könnte daraus möglicherweise einen Schluß ziehen, ob die Flucht von langer Hand vorbereitet war oder rncat. Jedenfalls wird es nichts schaden, wenn wir den Doktor hören. Wollen Sie die Güte haben, in meinem Namen nach ihm zu schicken? Sie sind also fest überzeugt, daß Winter geflohen ist?" Felsenfest. Wo sollte er denn auch sonst stecken? Er müßte doch im anderen Fall in seiner Wohnung sein. Und da hatten ton ihn doch wohl gcsunden." Hatte er sich denn aber nicht bis zu diesem Tage immer als ein redlicher Beamter erwiesen? Nun ja. Doch was will das sagen Einmal ist immer das erste Mal. Ich habe auf Grund meiner langjähriger Erfahrungen ohnehin verlernt, mich auf irgend eines Menschen Redlichkeit zu verlassen. Wie können wir wissen, was dieser heuchlerische Kerl insgeheim betrieben hat? Vielleicht war er ein leidenschaftlicher Hazardspieler oder er hat an der Börse spekulirt ode; sonst irgendwelche kostspielige Passiv nen gehabt, von denen kein Mensch etwas ahnte. Gewiß alle diese Möglichkeiten sind unzweifelhaft vorhanden. Ab es bleibt doch !N hohem Mane befremd lich. daß der Mann bei der Flucht sein gesammtes Privatvermögen hier zuruckaelassen hat. In zenern Vriefumschlag, dessen Inhalt sowohl nach d Aufichrift als auch nach Ihrer Angabe. . rrj ? i r - , w c eneralvlrenor, jein remlmayi ges Eigenthum ist. befinden sich sechzigtausend Mark in guten, börsengängigen Papieren. Warum m aller Wel hat er ste nicht mitgenommen? Wa, die Flucht von langer Hand vorbereitet so wäre es ihm ein Leichtes gewesen, vorher die Effekten unauffällig nach und nach zu baarem Gelde zu machen Aber selbst im anderen Falle rislirte er sehr wenig, wenn er sie mitnahm, um jie letzt oder gelegentlich zu veräußern Denn das Namensöerzeichniß besiht doch wahrscheinlich nur er allein, und die Verwerthung war also obne Ge fahr. Können Sie mir das Räthsel losen, Herr Tlrektor? Der alte Herr zuckte statt der Antwort die Achseln. Der Untersuchungsrichter aber spann seine Gedankenkette weiter: Es bleibt dafür kaum eine andere Erklärung als die, daß ihm der Entschluß zur Flucht ganz plötzlich gekommen, daß er gewissermaßen die Eingebung eines Augenblicks gewesen ist, und daß Winter zu icyr unter dem Zwange irgend eines aufregenden, vielleicht ganz unvorbersehenen Beweggrundes handelte, um in reiflicher Ueberlegung alle seine Chan cen wahrnehmen zu können." Darüber habe ich vorläufig keine (n!... :s.i- w. st i iricinuau, cuiuuenc ver ?enerai0ireitor, aber es will mir doch scheinen, als wäre der Halunke raffinirt genug zu löszm gegangen. Ihr Gespräch wurde durch das Erscheinen des Polizeiinspektors vom Dienst unterbrochen, hinter dem auch der Nachtwächter des Reviers in

Zimmer trat. ' Man hatte den Mann

aus seinem schönstenNachmittagschlummer geweat. Aber es war nicht umsonst geschehen, denn die Auskünfte, die er zu geben vermochte,- waren jedenfalls mqt oyne Bedeutung. Ei vatte wahrend der verflo!?e?.en Nacht seinen Bezirk in den vorgeschriedenen Zwlichenraumen abpatrouillirt, und er hatte dabei verschiedene Wahrnehmungen gemanzt, die vollständig zu dem Ergebniß der bisherigen Ermittlungen stimmten. Gegen 3lb zwei Uhr hatte er einen Mann aus dem Geschastshause der Bergwerksgeellschaft herauskommen und die Richtung nach der Feldstraßz zu einschlagen sehen. Als Bartel bereinaerufen wurde, erklärte er, daß dies wohl der Mann geWesen sein könne. Und damit war diese erste Beobachtung als ziemlich belanglos erledigt. Anders aber stand es mit der zweiten, die sich offenbar auf den Dieb bezog, denn wenige Minuten, nachdem die Klrcythurmuhren den Ablauf der fünften Stunde verkündet hatten, war nach der Erzählung des Wächters aus dem Seitenthor, das auf die Promenade führte, ein Mann getreten, der einen mittelgroßen braunen Handkoffer trug. Er hatte die Glttcrthur sehr sorgfältig hinter sich verschlossen und war gemächlichen Schrittes gegen die Dominsel hm davongegangen. Ter Walter hatte angenommen, es sei Jemand, der mit einem Frühzug abreisen wolle, und es war für ihn naturlich kein Anlaß vorhanden gewesen, den Mann anzuhalten. Als man aus der Winter'schen Wohnung eine Photographie herbeiholte, die den vcendanten allerdings nur im Vrustöilde zeigte, meinte der Wächter nach längerer Betrachtung so ungefähr möge der Mann mit dem Koffer ausgesehen haben. Mit voller Befllmmtheit aber könne er es nicht sagen, denn er sei wohl mindestens, sechzig Schritte von der Thür entfernt gewesen, als jene? aus derselben zum Borschein kam. Er habe ihm wohl auch ein paar Sekunden nachgesehen, sei aber dann in der entgegengesetzten Richtung weitergegangen, um sich nach seinem um fünf Uhr beendeten Dienst auf dem Revier zu melden. Nach dieser Bekundung hielt es d?r Untersuchungsrichter für geboten, die gesammte Oertlichkeit einer genauen Besichtigung zu unterziehen, und er stellte Folgendes fest: Wenn man aus dem Innern des Gebäudcs auf den Hof hinaustrat, hatte man vor sich an der dem Hause gegenübcrliegcnden Seite eine ziemlich hohe Mauer, die den alten Garnisonkirchhof abschloß, sandte man sich nach unks, so gelangte nian durch ein einfaches unvericic icnez umteuyo? m einen schmalen Gang, der auf der einen Seite von der Klrchhofsmauer, auf der ande ren von der fensterlosen Rückwand des Eckhauses am Ohlauer Ufer begrenzt wurde und bis zur Promenade führte. gegen die hin er wieder durch ein eiser!it5, verschließbares Gitter abgesperrt war. Hier hatte der Wächter den Mann mit dem Koffer herauskommen sehen, und seine Angaben erwiesen sich auch insofern als richtig, als man die Thür jetzt bei der Besichtigung fest verschlossen fand. Gab es mehrere Schlüssel zu diesem Gitter?" fragte der Untersuchungsrichter den Generaldirektor Hoffmann. Und wer hatte sie in Verwahrung?" Der Rendant Winter. Wenn er 'mal Abends mit seiner Frau in's Theater oder in Gesellschaft ging, wollte er beim Nachhausekommen nicht erst den Portier Nitschke aufstöbern, um sich von ihm das Hausthor öffnen zu lassen. Er benutzte dann, soviel ich weiß, immer diescnSeitengang. Aber auch wenn von unseren Gewerken Jemand oben in den Gastzimmern lcgirte, wurde ihm ein Schlüssel zum Promenadenthor eingehändigt, damit er mit der nächtlichen Heimkehr nicht genirt sei und kommen könne, wann es ihm gefiel. Bei der Abreise gab er ihn dann an Winter zurück.Können Sie mir auch sagen. Herr Direktor, wie viele solcher Schlüssel vorhanden sind?" ?üi? brauchen nur im Inventarienrerzeichmsz naa)zui.cyen, um cs feiizustellen." Es geschah, und man fand, daß sechs Schlüssel zur Promenadenthür existirten. An dem großen Schlüsselbrett im Korridor der Winter'schen Wohnung hingen denn auch richtig deren fünf. Den sechsten mußte eben der Nendant mitgenommen haben. In der That, der Sachverhalt ist klar genug." sagte der Untersuchung--richte?, und wir haben keinen Grund, mit dem Erlaß des Steckbriefes länger zu warten." Eine Viertelstunde später meldete sich der praktische Arzt Doktor Weiß, den die Botschaft des Generaldirektors eben erst erreicht hatte. Er war auf's Aeuerste betroffen von der sensationellen Neuigkeit und schüttelte ein Mal über das andere ungläubig den Kopf. Ich kann das nicht für möglich halten," sagte er. Jeden anderen würde ich eines solchen Verbrechens eher für fähig halten als gerade ihn." Der Untersuchungsrichter sah sich indessen nicht veranlaßt, über diesen Punkt in eine weitere Erörterung einzutreten. ' Ich habe Sie bitien lassen, Herr Doktor, um Ihre Meinung über den Gesundheitszustand Winters zu hören. Es wird mir nämlich erzählt, sei hochgradig herzleidend aewesen." (Fortsetzung folgt.)

Mtszdrauei des amcrikattlschett Vargcrrechtes. Präsidcnt GJrernt, weichern nicht! ferner la als Haß gegen Einand ruttg, und welcher uielzr Adoptivbilr ger (iw.mcnüia) Teutsche) angestellt hat als irge.id ein anderer Präsident

mit der glorreichen Aufnahme deö Präsidenten L.neoln, erlwo in einer seiner heischen in folgende .Qlagc: Wahrend die meinen Eingewanderten sich das amerikanische Bürgerrecht in gutem (vlanben und in redlicher Ab siebt erwerbe, gebe c$ mich solche, welche dasselbe ijnr erwerben, um nach feiner Erwerbung in ihre ursprüiig liche 5eimath zurnckzukehren und dann dort unter dem Schulze des ame rikanischen Bürgerrechts allerlei poli tische Agitation zu treiben, und da durch den Ver. Staaten, deren Tckmtz von ihnen in Nothfällen angerufen werde, allerlei Schwierigkeiten und Verwickelungen 31t bereiten. Präsident Grant und sein durchaus freisinniger Ttaatsminister T)b bat ten dbei bauptsächlich solche Irländer im Auge, die. mit dem amerikanischen Vürgersckein in der Tasche, als eng landfeindliche Wübler und ..Tnnami ter" nach England zurückkehrten, schwere Beschwerden über diesen in schen ?.ißbrau des amerikanischen Bürgerrecbts erhob später auch der durchaus nichtnativisrische demokrati schc Staatsmann Bayard. als er wäb rend der ersten Eleveland'schen Präsi dentscbaft Staatöminister war. Seither bat die amerikanische Vun des-Geselzgebnng immer wieder Ge setze znr Verschärfung der Einwände rungovorschriften gemacht. Aber an eine Beseitigung des oben geschilder ten Mißbrauch:' ist sie niemals her angetreten, obgleich dies viel gerechter gewesen wäre, als so manche seither vom Eongreß ermöglichte Schubriege liing der Einwanderung und als die fricher und jetzt von so manchem 3?ich. ter willkürlich verübte Erschwerung der Natilralisati.m. Ein Mißbrauch mit dem amerika nischcn Bürgerrecht wird seit einigen Jahren auch von Armeniern getrie ben. welche sich bier zu Lande das Bürgerrecht erwerben und dann in die Heimatb zurückkehren, um unter sei nem Schulze gegen die Türtenberr schast zu Hetzen. Tieseö Uebel trägt nicht wenig znr Erbitterung vieler Türken gegen die Ber. Staaten und zu dein gespannten Verhältniß zwi schen den beiderseitigen Negiernngen bei. Und während z. V. in Teutschland cin in den Vcr. Staaten naturalisir ter Teutscher nur eine bestimmte Zeit als amerikanischer Bürger verweilen kann, bci längcrem Aufenthalte aber und wenn er sich bleibend wieder in der alten Heimath niederlassen wu das dortige Bürgerrecht erwerben oder wieder erwerben rnnn, ist einem zum amerikanischen Bürger gewordenen vorherigen türkischen Staatsangehori gen in der Türkei kein derartiger vertragsgemaner Zwang nrenegt. Präsident Grant undStaatsminister A-isf) hatten Recht mit ihrer An?chau una. wonach Derjenige, der das amerikanische Bürgerrecht, nicht um guter amerikanischer Bürger zu werden. sondern lediglich zu ausländischen Zmeckeii erwirbt, denelben nicht wur dig ist. Tcr Kenntniß Quelle. Gelegentlich des ersten Besuches des Fürsten, damaligen Herrn Otto v. Bismarck, in Kobürg im Jahre 1863 ereignete sich der folgende heitere Zwischenfall: Als Bismarck bei seiner Ankunft im Hotel Zum grünen Baum" von dem Oberkellner bei seinem Namcn und Titel angeredet wurde, stellte er erstaunt die Frage: Woher kennen Sie mich denn schon?" Nun. aus dem ,K l add e r a d a t s ch ! ' " war die treuherzige Antwort les Hotelbediensteten. Die iunnc Sra. Köchin: So, gnädige Frau, jetzt kann ich wohl dre Fische waschen? Fische werden nicht gewaschen, die leben im Wasser. Sei der Vorstellung. O b e r st (zum neu eintretenden Leutnant): ...Und dann, Herr Leutnant, möchte ich noch bemerken, daß es in unserem Regiment Tradition ist, daß die unverheiratheten Herren Offiziere eine der zwölf Töchter des Bankiers Reichstein heirathen!" Mehr als 2000 Schul e n der verschiedenen Unterrichtssysteme, welche in der Union bestehen, werden mit Abbildungen ihrer öe bäude, Lehreinrichtungen, Bildern der Lehrer und.Zöglinge auf der Weltausstellung in St. Louis vertreten sein.

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Washington 3tt 51 No. 10 Spritzenhaus JllmoiS u Aerrill 52 Jllinoii u Louisiana 55 West und Couty West und WcCarty 56 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray SS No. 4 CxritzenhauS LZadisonAv.urior-.-ii 49 Madijon Av. u Tunlop tt No? Haken Leiterhaui South nahe Delawar SZ Penn, u Merrill 13 Telavare u. McCertv 4 Safi und WcEarty 5 New Jersey u. Mrrill 7 Lirg. Av.u Bradsta 55 Last und Prospekt IS Bicking und High 71 No. 11 Cpritzenhaui Lir Ave. nahe Huron 7 East und (Seorgia 75 Ceda und Clnt 74 Davidson u Seorgi 75 English Av. u Pine 7 Cbclby und Laie rs No. 3 Cpritzenhau? Prospekt nahe Chclby 7 Flctchcr Av. u Shelby 81 Market u. New Zcrsey 82 Telaware und Was). 33 East u Washington S New?)krk u.Tavids $5 Taubsninnncn Anstalt 56 S?cr. Staaten Arsenal 67 Oriental und Wash. sg ?vrauen-Aesormat. n No. 13 Spritzenhaus Marvland nahe Mer. 2 Meridian u. Gcorqia. 93 Meridian und South 91 'cnnshiv u. Louisizna Z5 Virgini? Ave u. Aiab. 06 Hauptquartier. 97 rand Hotel. 33 Capital Ave und hl 23 No. Ist Spritzenhaus 16. und Ash. :24 Alabama und 14. 125 Central Ave und lt. 126 Tjuntci und 15. 127 Drookside und Jupiter .23 Central Ave und 17. i23 Telawan und 19. 131 Alaba,.ia und 11. 132 BcUefontaine und i. 134 College Ave und 29. 135 Telatrare und 13. 136 Alabama und SlorU) 137 Nttomann und 19. 138 Colleqe Ave und 14. izs Corneil Ave und 1Z. 141 FandeS un'j 19. 142 Highland Ave und 10. !43 Tecumseh und IS. 145 New Jersey ,nd 22, 145 Alvord und 17. U7 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Ave und is. .8 College Ave und 22. 149 College So und 27. 152 Park Ave und 2. IM LSu. SZ Bahn a. 12. 154 R cnnsey Ar und 10. 156 ctcujtflcnusieönicn 157 AtlaS und Pike. lös Bloyd und Pawpaw. 159 No. 21 Cxrijekchils Brigbttvooi Arten und Depot 163 Arighttvosd und 25. 164 Rural und Blohd IC5 St. Olair u. Keystone 167 Arsenal Slve unK 23. X63 Bellefontaine und 28. 189 Park Av und 1t 212 Lapital Ave und 17. 13 Pennfy lv. u. 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Washittgto 427 Oliver und Birch g Oliv und OSzood 429 Nordyke und Fort 421 Hadlcy Ave u. Morns 432 Niver Ave u. MorriZ 34 River Av und Stay 4Z5 Harding u. Big 4 R ? 426 Harding und Oliv 457 No. 19 Spritzenho-Z Morris und Hardina. W Hotsaev cCte7 499 Etocky 451 ReiSncr tcA ZA2e 452 Howard und fict 453 Mornl und &SI?Ui 456 Lambert und Bekzvnl 457 Nord skr Ave . Vua rnon WorkS 612 West uud Rsy 613 Kentucky Av u. MerrtO 14 Meridian und Morrv 516 Illinois und ansät 17 Morris und Dakota bis Morrii und Church K19 Capital TL u McCarty 621 Meridian und Palm, tli Pine unk, Lord 624 Madisor Aveu Lincoi z Meridian und Blt RSt b27 CarioS und Ray 628 Meridian und Arizona 529 Meridian. lahmend 631 Meridian u. McCar. 132 No. 17 SpritznvhtS MorriZ nahe Scst 612 Mc..crna?:und Tsu,, 613 Saft u. Lincoln i 614 East und Bccchcr 615 Wright und Sandert 617 McCarry und Beaty 61S New Jersey u O Ave 712 Cpruce und Prospect 7tt Cnglish Ar, u. Laurel 714 Ctaie Aseu.Belt N A 715 Shelby uud veecher 716 Stete Ave und Orang 713 Oranae und Laurel 7 Chelby u. Ci.taie Av 721 Lerington A.u aurek 728 Fletchcr Aveu.Opru 724 State Ave u. Plesian 726 Prospcit und lea'ar 726 Orange und Harla 723 Liberty und Wen 729 Nok und Ecuth 61 No. 15 SrritzcnhouS Ost Washmgton u 818 Market und Noble klt Ohio u. Highland A 815 Michigan u. Highlan L16 Market TrscnalW 17 Ost 2. Clair und Union Bahn Geleise. K21 Pan Handle ShcpS 23 ermont und WaKov 624 Wash. und Ctate Z. 626 Madden'6 kounge Fd. LZ 6 Tucker und Tvrsey 27 Wash. und Devillk Lös 629 Sko. 12 Spritzenhaus VkLiLe nahe Michiga, K3l Southeastern Ave VO& Woodsid. 31 Wasy. nd leerten 84 Gothafttm und Arsen! ZtveS. MSZeiv DorkMid? 12 Jllinoi und SKarijL 18 JlinoiS und Rarketi 14s Penn, nd Qash, 9U Telawa nd Spezial-Stznale. Ersten 2 CchlZze, zweiter Zlcm, Ftoetten 8 Schlag, dritter Alarm, Dritten Schläge, viert Alarm. 1-1-1, Feuer auZ und Cchlauch aufgeroA. Schläge, Wasserdruck ab. 12 Schlage, 12 Uhr Mittag. Tie Zo bezeichneten Cignale K?rdn u? to ?ur Wächter angegeben da an den betreffend, Straß? keujunze kwe LIartnU!iw ansebrat ftt. (I!K.ici:ÄSO und der große Nordwefte vi ii&flWW Swj fJ 1 1 )) lWj'!?"r?uz Lzv laSka-vawalt-PdtttpPtue Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. Bon der Mono 47. Str. Station, Chicago, ffnd S nurö Minuten mittelst elektrischer Sar naa den Union Viehdösen k'reuek Lick Springs, indem Orange Eounty Hochland. ffamilien-Hottl anter neuer eschäktkleituna. Pluto. Proserp ine ,nd Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der Qelt. Zwei Züge täglich via Sree-.icaftle. Tickct-Ofsiren : Union Station. Massachusetts vl nd 25 West Washington Straße. 3?. P. 8 1 0 e 9, Distrikt Pass. Agent. Indianapolis, Ind. m. H. McDoel. C.H.Rock well. Präs. und Sen.Mgr. Betriebiltile? ffrank I. Reed. Sen.Piff. Agezt. bicaao. 3C

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