Indiana Tribüne, Volume 27, Number 18, Indianapolis, Marion County, 12 September 1903 — Page 6

Judiaun Tribüttl, 12. September 1903.

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iL'X O urouvs ? Klut f ornrntvon einem außer Ordnung gerathenen Magen. Dr. August Köuig's (iiuiiuiaiii -ciWVsft e Tropfen ist lle beste Tommermedljin um den Magen tn einen guten Zu stand zu dringen und dadurch das Blut zu reinigen. 000000000000000000000000 Ja, wir verkattsen Garland Oefen und Xonje:. Möbeln und Tcppiche zu den niedrigsten Preisen. WILLIG'S Möbel-Laden. 141 W. Washington Str. Baar oder Kredit. EEttlÄNÖö 142 Nord Pennsylvania Straße, Hauvtc,urticr für Brillen und Operngläser. rowiawiA; Pfe f.Krn A Ty. 11 31 ft 0PT1Ö IH& r: Im iitj M bft; W::!)J!)!J dea anjt gevabt kükliche Lugen werden schmerzlos eingesetzt. Deutsche Buchhandlung. arl vinavank, z,irginlave..34. lVenibroke Arcade.Z Kohlen. Xornw Starhracüe. ......... ........... $ 7.n0 Rauchlose Cannell 6.0) Bloßdura ft.50 Jackson üf)o 5.00 Kananiha 4.7 Vittsbura.. 4.75 Raymond City 4.7 Winifrede 4.75 Hockin.z Balley 4.5 LubNg 4 2S Brazil Block 4.00 Greene und CuUivan 3 50 Slack rauchlos 5 00 Jackson, Pittsbur?, W Birg., je 3.00 Jndian ...... 2 63 ConneUsville Go!e 7.50 Ooen Co!c! 7.50 Klumpen Coke l'c rer Bushel, LZ.7 per 25 Bushel; Zerkleinerter Coke 16c p:r Bushel, oder 54 per 25 Bushel.

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Europäische Nachrichten.

TTOtvvr i rw.v4(;vj. j iOvlTTj v.v o Berlin. Romanschriftsteller Oskar Medincj, der unter dem Pseudonym Gregor Samarow der deutschen Lesewelt bekannt geworden, ist hier im Alter von 74 Jahren gestorben. Me ding ist aus der ostpreußischen Beamtenwelt hervorgegangen. Eine der ältesten Frauen unserer Residenz, CharlotteDiederich, ist,'l00 Jahre alt, hier gestorben. Den 100. Geburtstag hat:: sie am 1. December v. I. noch in ziemlicher körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische unter Theilnahm: weitester Kreise gefeiert. Die im HauseSoldinerstr. 37 wohnendeWeberfru Anna Bliß wollte sich und ihre drei Kinder umbringen. Die beiden ältesten flüchteten aber aus der Wohnung, worauf die Mutter sich und ihr jüngstes Kind ermordete. Der Weber lebte in letzter Zeit im Zwist mit seiner Frau, und diese beschloß mit den Kindern in den Tod zu gehen. Der Oekonom der Happoldtbrauerei I. G. Kabisch, gcnanntKirmse, ist im 86.2ebensjahre entschlafen. Seinen eigenen Sohn überfahren und getödtet hat im Beisein der Mutter der bei der städtischen Straßenbahn (Siemens & ftaUU) angestellte Fahrer Dolata aus der Wienerstraße über den Fahrdamm. Beim Segeln ertrank im Krampnitzsee ein hiesiger Student Puhlmann, der drei Commilitonen zu einer Fahr! mit dem ihm gehörenden Segelboot eingeladen hatte. Ertrunken ist infolge eines Zusammenstoßes auf dem Wasser der 36 Jahre alte Schiffseigner Emil Rietrow aus Zerpenschleuse. - Criminalinspektor Oskar Krause, der Vorsteher der Criminalpolizei hier, feierte sein 25jähriges Amtsjubiläum. G u b e n. Kürschnermeister Friebrich Gustav Richter hat am 19. März d. I. sein 50jähriges Meisterjubiläum gefeiert. I ü t e r b o g. Von schweren Un fällen sind drei Officiere b&3 2. Vrandenburgischen Feldartillerieregiment Ro. 18 während der Schießübungen hier betroffen worden. Oberleutnant Brüstlein stürzte mit dem Pferde und truq den Bruch dreier Rippen davon : Abtheilungsadjutant Leutnant Hert:! erlitt bei einem Sturz mit dem Pferde schwere Quetschungen des Unterleibs und Leutnant v. Colani. der bei einem Nennen stürzte, hat sich eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen. Marienbor f. Dem Amtsvorsicher Major a. D. Denk wurde der Kronenorden 3. Klasse verliehen. P ä w e s i n. Einen jähen Tod fand der 19jährige Ziegeleiarbeiter Karl Rydycki auf der Kindelschen Zietzelei. Er wollte mit seinem aus sechs Wagen bestehenden Zuge von der Ziegelei nach den tiefgelegenen Tongruben fahren, verließ jedoch seinen hohen Sitz trotz des drohenden Zusammenstoßes mit einem vor ihm auf demselben Geleis fahrenden gleichartigen Zuz nicht. Der Zusammenstoß erfolgte, er wurde vom Sitz geschleudert, übersahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb. Birkenwerder. Der pensionir!e Feuerwehrmann Julius Spengler feierte mit, seiner Gattin Minna, geb. Hahn, das Fest der silbernen Hochzeit. Schmöckwitz. Der im 77. Lebensiahre verstorbene Rentner und Altsitzer Friedrich Hinze wurde hier unter allgemeiner Theilnahme beerdigt. Er war hier mehr als 50 Jahre ansässig und Begründer des Gasthauses zur Linde (jetzt Jnh. Fritz Stippekohl). Mrovinz Ostpreußen. Königsberg. Der in der Schmiedestraße wohnende 19 Jahre alte Oberkellner Franz Heckenberger wurde auf dem Boden des Hauses erhängt aufgefunden. Der Grund des Selbstmordes dürfte Arbeitslosigkeit sein. Zu Ehren des Geheimrath Profenor Dr. Lossen, der nach 26jähriger Wirksamkeit an unserer Universität am 1. October in den Ruhestand tritt, um seinen Wohnsitz in Heidelberg zu nehmen, von wo er vor einem Vierteljahrhundert hierher zog, fand ein Abschiedsessen statt, zu welchem sich die Professoren und Dozenten der Universitä! vereinigten. B a r t e n st e i n. Von einem traurigen Unglücksfall wurde das DienstMädchen Samulowski von hier betroffen. Sie wollte einen Teppich klopfen, der zu diesem Zweck auf das Geländer einer Treppe gelegt worden war. Während der Arbeit brach plötz--lich das schon morsche Geländer, und die Samulowski stürzte kopfüber nach unten. Blutüberströmt wurde sie aufgehoben und nach dem Johanniterkrankenhause gebracht, wo sie bald starb. Braunsberg. Hier fand im Stadtwclde das 50jährige Fahnenweihfest der Schützengilde statt. Bürermeister Sydath hielt eine Ansprache, in der er die Bedeutung der im Jahre 1393 gegründeten Schützengilde behandelte. Fischhausen. Der Kaiser hat dem hiesigen Kriegerverein aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums Fahnenbänder verliehen. Diese wurden dem Verein bei der Festseier vom Landrath Graf Keyserling! überreicht. I n st e r b u r g. Sein fllnfzigjähriges Dienstjubiläum feierte der Erste Staatsanwalt beim hiesigen Landgeriebt Gebeimer Justizrath Hecht.

Marggrabowa. Im Polom mer Mühlensluß im 'hiesigen Kreise ertrank das 3.jährige Söhnchen d:r Frau - Gerichtsässistentenwittwe Hoffmann aus Lyck. R e i ch a u. Der ältest? Sohn des Rittergutsbesitzers Schümann verunglückte auf der Entenjagd. Die Flinte seines Jagdgefährten, des dortigen Försters, entlud sich. Die ganzeSchrotladung drang in den Hinierkopf des jungen Mannes, der sofort todt zusammenbrach. S a a l f e l d. Bürgermeister Lublewski ist nach langer Krankheit hier aestorben. Seine vielen Verdienste

um die Stadt wurden bei dem Uebertritt in den Ruhestand durch Verleihung des Rothen Adlerordens delohnt. Tilsit. Vorarbeiter Girrulat aus Pamletten hat seinem Leben ein Ende gemacht, indem er rn den Memelstrom svrana. Er hatte bereits vorher seinen Bekannten dieses Vorhaben mitgetheilt. Frovinz Westpreußen. Danzig. Dem Chefarzt des evangelischen Diakonissenkrankenhauses Dr. Fischer wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Der Bäckerlehrling Paul Struß in Reufahrwasser wollte die Olivaer Straße überschreiten, als ein Straßenbcnzug mit Motorwagen ankam, der auch das vorschriftsmäßige Warnungssignal gab. Struß schritt, als der Motorwagen vorbei war, ohne auf den AnHängewagen zu achten, weiter, wurde von diesem erfaßt und an beiden Beinen überfahren. Ins Krankenhaus gebracht, starb er. C z e r s k. Aus Anlaß seines 50jährigen Meisterjubiläums wurde dem Schneidermeister Wentzel von dem Obermeister der Schneiderinnung ein Ehrenmeister - Brief überreicht. Deutsch- E y l a u. Der FourierUnterofficier Steinert von der 11. Compagnie des Infanterie - Rcgiments No. 59 hat sich erschossen. Furcht vor Strafe soll der Grund der That sein. Steinert diente im achten Jahre. Das Fest des 25jährigen Bestehens des hiesigen Turnvereins fand kürzlich statt. E l b i n g. An der Schwimmanstalt im Elbingfluß wurde eine männliche Leiche angeschwemmt, welche als die des 54 Jahre alten Arbeiters Anton Kühn aus der Königsberger Straße erkannt wurde. Kühn, der vermißt wurde, arbeitete in Schillingsbrllcke und ist auf dem Rückwege von der Arbeitsstätte in den Elbingfluß gerathen und ertrunken. Graudenz. Von der Straßenbahn wurde der zehnjährige Sohn des Arbeiters Schuster aus Kl. - Tarp:n in der Linden Straße hierselbst überfahren. K l e Z n - G r a b a u. Im Hause des Grundbesitzers Ferdinand Panier brach Feuer aus. Es sind Wohnhaus, Stall und Scheune abgebrannt. Nur mit knapper Noth rettete die Familie das nackte Leben. Marienwerder. Auf dem Gutsbesitzer Ziehm in Willenbergerfelde gehörigen Gehöfte wurden die Scheune, der Pferde- und Kuhstall sowie der Speicher ein Raub der Flammen. Mitverbrannt sind dreißig Schweine mit Ferkeln, dreizehn Kühe und ein zweijähriges Pferd. P o d g o r z. Der seit Mitte März verschollene Knabe Bruno Steinke aus Groß - Nessau wurde in einer Sandgrübe dicht neben der Ächule verschüttc: aufgefunden. P r e ch l a u. Im Alter von 85 Jahren starb der im Schlochauer Kreise und darüber hinaus allgemein bekannte und beliebte Rentier Karl Köpke. Er verwaltete noch bis vor Kurzem eine Menge Ehrenämter. S ch l o ch a u. Bei einem Gewitter schlug ein Blitz in das Wohnhaus des Büdners Fischer in Abbau Falkenhagen und äscherte es vollständig ein. Nicht loszubringen. Fräulein (zum berühmten Tenor): Ach, eine Locke vonJhnen würde mich glücklich machen!" Sänger: Aber mein Fräulein, sehsn Sie denn nicht, daß ich eine Glatze habe?" Fräulein: ..Ach. dann erlauben Sie vielleicht,daß ich etwas darauf male?" Angenehme Praxis. Dienstmädchen (klingelt Nachts beim Arzt): Herr Doktor, Herr Doktor!" Doktor: Schockschwerenoth! Was giebt's denn?" Dienstmädchen: Sie möchten sofort zum Herrn Postdirektor kommen!" Doktor: Was fehlt ihm denn?" Dienstmädchen: Der dritte Mann zum Skat." Gefährlich. Die Dame da drüben sollte man doch aufmerksam machen, daß die Bank, auf welcber sie sitzt, frifch gestrichen ist!" Um Gottes willen, thue das nicht, sie ist, so viel ich weiß, mit meiner Frau bekannt; wenn die etwas von der Bank erfährt, sitzt sie gleich auch darauf und ich kann wieder eine neue Toilette zahlen!" Auch eine Sommerfrische. Folgendes Gespräch zweier Dienstmädchen beweist wieder einmal, wie schwer mit den bösen Fremdwö'rwn umzugehen ist. Karoline: Meine Herrschaft ist in die Schweiz, 160 ist denn die Deinige hin, Louise?" j- Louise: Ach, meine Dame ist in .die Sommerfrische, in so'n Kremai torium."

ErMschof Harty. Lebcnölaus deS Oberyirten veS Erzbischof ll)unö Manila. Der vom verstorbenen Papst Leo XIII. ernannte und von dem nunmehrigen Pontifer Pius X. unlängst geweihte Erzbischcf Harty von Manila ist ein geborener St. Louiftr und steht im 50. Lebensjahr. Seine Erziehung erhielt der neu? Erzbischcf in seiner Vaterstadt, wo er

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?,---.-- &:)4y.Kz.?sm.. .v?Vi mzmr fcVgXjiSSte v m-MZ :'v'rw tfii-mA Z tttwezm. wm'm imm&M 3 .ITr'. ÜV.'l Erzbischof Harty. im Jahre 1872 die Universität absolvirte. Im Jahre 1873 wurde er in St. Louis von dem damaligen Bischöfe, jetzigem Erzbischofe Ryan, zum Priester ordinirt und hierauf zum zweiten Pfarrer der dortigen St. Bridgets Gemeinde ernannt, welches Amt er zehn Jahre lang mit bestem Erfolge bckleidete. Dann gründete er die St. LeosGemeinde, eine Tcchiergemeinde der vorgenannten. Es gelang ihm in verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit, die Mittel zum Bau einer Residenz für den Priester und der neuen St. Leo-Schule zu beschaffen. Von seiner Pastoralen Tüchtigkeit, Regsczmkei: und Beliebtheit zeugt am besten die Thatsache, daß die Gemeinde, welche er mit 135 Familien in's Leben rief, jetzt mehr als 800 zählt. Der neue Erzbischcf ist der erste, welcher als solcher von dem nunmehrigen Papst Pius X. geweiht worden ist. und daß es gerade ein Amerikaner war, verlieh der Ceremonie ein bescndcres Gepräge. Erzbischof Jeremiah I. Harty steht im kräftigsten Mannesalter, wenn auch für die neue hohe Würde sein Alter ein ungewöhnlich niedriges ist. Welche? Schätzung er bereits in jungen Jahren bei seinen Vorgesetzten sich erfreute, beweist ein Ausspruch des betagten Erzbischcfs Kenrick. als Pater Harty im Alter von 32 Jahren zum geistlichen Berather eines Klosters ausersehen und von anderer Seite darauf hingewiesen wurde, daß nach den kirchlichen Satzungen das gesetzliche Altcr für dieses Amt 40 Jahre sei. Der greise Kirchenfürst sagte nämlich: Augenscheinlich ist eS klar, daß nach den Vorschriften Erfahrung und Urteilsvermögen erst bei Vierzigjährigen vorausgesetzt werden, sind sie aber schon bei einem Zweiunddreißigjährigen vorhanden, um so lesser." Kcinc Kavallerie mclir. t Der General Miles will auch im Ruhestand das Heer noch umgestalten. Er hat im Kriegsdepartement ein Schreiben hinterlassen, worin er die Abschaffung unserer KavallerieRegimenter und ihre gänzliche Ersctzung durch Radfahrer und Automobiie vorschlazt. Er beruft sich dabei auf unseren letzten spanischen Krieg, in welchem selbst die rauhen Reiter zu Fuß gefochten hätten. Recht hat Miles darin, daß in unscrem stehenden Heere im Verhältniß zu anderen Truppenarten zu viel Reitcrei sei, während in europäischen Heeren die Reiterei nur ein Viertel bis ein Fünftel so viele Mannschaften, wie die Fußtruppen zähle. Die verhältnißmäßig so zahlreichen Kavallerie-Regimentcr in unserem stchendcn Heere waren aber bis vor Kurzem sehr nöthig wegen der Jndianerkric,io. in denen gegen die berittenen Noih!iät:te an großen Strecken tfansllcric di?H.uiPtwaffc nur. 3cld:c Kriege werden nun allerdings immer seltener. Aber damit ist noch lange nicht gesagt, daß man gar keine Kavallerie mehr braucht. Der große Werth, des eine tüchtige Reiterei, trotz der Vervcll kommnug der Schießwaffen noch immer besitzt, wurde namentlich im neue, sien südafrikanischen Krieqe durch die bewunderungswürdigen Leistunzen rer Buren-Re'.! darceihan. Und welch großartige Rolle spielte im UbJ?K deutich-fran?öslsche-Kriege die deutsch'' Reiterei, indem sie immerwährend' ??üblunz mit den feindlichen Truvpen hatte. Gut parirt. Ein Kandidat der Medizin wurde im Examen von einem überaus strengen Examinator gefragt: Welches sind die schweißtreibenden Mittel?" Der Kandidat sagte die ihm bekannten nacheinander her. Aber wenn alle diese nicht helfen." fragte der Examinator weiter, was werden Sie dann anwenden?" Ich werde den Patienten zu Ihnen in's Examen schicken," erwiderte der Gefragte.

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5Zuch Wcisze als SNaven. Der schändlichen neuen NegersZ laver ei in Alabama, die darin bestand, daß Neger und Negerinncn wegen Schulden oder anaedlickier Schulden längere Zeit in härtester Sklaverei gehalten wurden, ist jetzt durch die dortigen Gerichte so ziemlich ein Ende gemacht, wobei angesehene weiße Männer als Geschworene redlich mithalfen. Aber im Laufe der Untersuchung stellte es sich heraus, daß soc.ir einzelne Weiße in Alabama einer solchen Sklaverei verfielen. In dem dortigen Städtchen Troy. dem Hauptorie des Eounty Pike, wurden von dem Bundes - Kommissär Tutwiler der reiche Terpentin - Fabrikant Marion Priestwood. sowie dessen Sohn und William Goodson. ein Pächter des Erstgenannten, auf eine solche Anschuldiguna hin der Grand Jury des Bundesgerichtes vorgeführt. Aus dem beigebrachten Belastungsmateral ging hervor, daß ein Weißer Namens Robert English und seine beiden (Söhne von den drei Angeschuldigten zur Sklavenarbeit angehalten wurden, und daß deren Familien, im Ganzen zehn Personen, monatelang Hunger und anderen Entbehrungen ausgesetzt waren. Da es sich in diesem Falle um weiße Opfer handelt, so ist Bestrafung der Uebelthäter um so sicherer zu erwarten. Das Meiste zur Bestrafung der neuen Sklaverei in Alabama haben die dortigen Bundesgerichte gethan. Aber auch die dortigen Staatsbehörden lassen es nunmehr an der nöthigen Entschiedenheit gegen das Uebel nicht fehlen. Jetzt erhebt auch der so entschieden süddemokratische Gouverneur Jelks von Alabama in einer Botschaft an die dortige Staatsgesetzgebung kräftig seine Stimme. Er beschukdigt die neuen Sklavenhalter, meist Pflanzer: Männer und Weiber würden von ihnen unter Bewachung zur Arbeit gezwungen ohne gesetzliche Ermächtigung; einige dieser Frevler trieben es schon seit zwölf Jahren so; und längst hätten diese berüchtigten Verbrecher im Zuchthause sein sollen. Die Thatsache, daß die besseren Nachbarn diesen Verbrechen ruhig zugesehen, habe den Staat böser Kritik preisgegeben. Die verbrecherischen Pflanzer hätten Helfer und HelfersHelfer gehabt in willfährigen Friedensrichtern und Constablern, deren Scöuld noch größer sei, indem sie ihre feierlichen Verpflichtungen niederträchtig verletzten. Hocherfreulich fei es, daß die Verbrecher endlich bestraft werden. Diese hohe Freude des süddemokratischen Gouverneurs von Alabama über die gerichtliche Unterdrückung dieser Sklaverei ist um so erfreulicher, als es Bundesgerichte sind, die das Uebel strafen und beseitigen. In derselben Alabamacr Staatshauptstadt Montgomery, in welcher einst die Rebellionsregierung unter Jefferson Davis zur Verewigung der Sklaverei" und zur Vernichtung der Union" eingesetzt wurde, äußert jetzt das der damaligen Rebellionspartei angehörige Staatsoberhaupt amtlich seine Freude über Unterdrückung der Sklaverei durch die Gerichte der Union. Welch ein geschichtlicher Fortschritt ist das!

Keine Abschreckung. Selbst strenge Strafen wirken hier zu Lande nicht abschreckend auf erregte weiße Männer. Während gerade jetzt zu Danville. dem Gerichtsorte des County Vermillion in Ost-Jllinois, ein strenges Strafverfabren wegen Lynchversuchcs stattfindet, wird zu Shawnytown, dem Gerichtsorte des County Gallatin in Südost-Jllinois ein Lynchversuch gemacht, der aber gleichfalls an der Tapferkeit eines Beamten, des Schließers Calloway, scheitert, welcher einem Haufen Bewaffneter siegreichen Widerstand leistet. Ein entgegengesetztes Bild! Selbst die grauenhaftestenLynchgerichte wirken hier zu. Lande nicht abschreckend auf schwarze Scheusale. Immer und immer .wieder kommen Ueberfälle von solchen gegen weibliche Weiße vor, im Norden wie im Süden. Der Lynchversuch in Shawneytown richtete sich gegen einen Schwarzen, der, wie es heißt in der Trunkenheit, eine weiße Frau in ihrem eigenen Hause überfiel, zum Glück aber rechtzeitig durch die auf das Hülfegeschrei der ??rau herbeieilenden Nachbarn verscheucht und bald darauf festgenommen wurde. Gallatin-County ist nur durchdenOhio von Kentucky qetrennt. Zum Glück aber ist daselbst kein Blut geflossen, wogegen dies in Danville der Fall war. Entschlossener SelbstMörder. Der Aufw'ärter Andrew Adams in Salt Lake City, Utah. welcher unlängst der dort wohnhaften Frau Jennie Gerald mit einem Rasirmesser mehrere lebensgefährliche Schnittwunden beibrachte und dann sich selbst die Kehle zu durchschneiden versuchte, hat nunmehr seine Absicht, sich das Leben zu nehmen, erreicht. Er entzog sich der Aufmerksamkeit eines Wärters und ging in ein Badezimmer, wo er sich in eine Wanne se.tzts, den Krahnen in den Mund nahm und das Wasser voll andrehte. Er hielt den Krahnen mit den Zähnen fest, bis er das Bewußtsein verlor, und starb wenige Minuten darauf. Frau Gerald hat Aussichten auf Genesung.

durchtricl'tnrr ?cr!incr. ßZelrieb schwunghaft Tiplomsabrikaiip, LrdeuS uns LZaareuschwiudcl. Ein in Berlin geborener Schwindler Namens Theodor Friedrich Wittig ist in Brüssel, wo er sich als Zahnarzt niedcrgelassen, vor Kurzem festgenommen worden. Wittig, der etwa 40 Jahre alt ist. wird schon seit mehreren Jahren wegen Schwindeleien von den Staatsanwaltschaften der verschiedensten Länder verfolgt. Sein Hauptgeschäft waren die Anfertigung und der Verkauf von amerikanischen Doktordiplomen; daneben betrieb er noch den Waarenschwindcl. Im März erhielt die Brüsseler Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen einen gewissen Dr. Friedrich Collcrt," der zahlreiche Postanweisungen gefälscht hatte. Der konnte aber in Brüssel nicht gefunden werden. Einige Tage später Hai ein Kaufmann aus Olmütz die Brüsseler Polizeibehörde um Auskunft über die Zahlungsfähigkeit eines Herrn Collert." der für mehrere hundert Mark Waaren bestellt hatte. Dieser' Brief bewies, daß Dr. Collcrt sich doch in Brüssel befinden mußte. Nach vielen Erkundigungen gelang es der Polizei, festzustellen, daß ein Mann unter dem Namen Dr. Collert" in einem Hause des Boulevard du Nord ein Zimmerchen gemiethet hatte, das er aber nur hin und wieder besuchte, um Briefe in Empfang zu nehmen. Als der Dr. Collert" eines Tages dieses Zimmer verließ, wurde er von GeheimPolizisten verfolgt und bald darauf in einer eleganten Wohnung des Quartier Leopold verhaftet. Tort fand man eine große Anzahl gefäschier Unirersitätsdiplome und eine umfangreiche Korrespondenz in französischer, englischer und deutscher Sprache. Collert gab zu, daß er seit mehreren Jahren in Gemeinschaft mit anderen Schwindlern, die in Deutschland und in Amerika leben, eine Diplomfabrikation betreibe. Er verkaufte die verschiedenartigsten Doktortitel amerikanischer, spanischer und italienischer Universitäten. Die Diplome sind wunderbar nachgeahmt. Ein Diplom kostet aewohnlich 800 bis 1000 Mark. Es wurden von Collert-Wittig aber auch Ehren - Auszeichnungen verschiedener Länder verkauft, die je nach der Bedeutung des Landes 200 bis QOOO Mark kosteten. Für 400 bis 8000 Mark verschaffte Collert seinen Kunden" Konsulate und Vizckonsulate exotischer Staaten. Ccllerts Frau und Tochter wohnten im vornehmsten Viertel von Antwerpen; der Gatte und Vater besuchte sie aber vorsichtshalber nur äußerst selten. Fünshörnigc Giraffen. Die Expedition des Residenten von Uganda. Harry Johnston. durch Mittelafrika hat bedeutende ethnologische und zoologische Ergebnisse geliefert. Der englische Forscher, der bekanntlich schon ein lebendes Okapi nach London verschickt hatte, entdeckte in den AkazienWäldern der Hochebene Gwaßngisbus Giraffen, die statt der bei der gewöhnlichen Giraffenart vorhandenen drei, dem Rosenstock der Hirsche entsprechenden Knochenzapfen fünf derartige Auswüchse zwischen Stirn- und Scheitelbein tragen. Aus der Ferne scheinen die Thiere völlig schwarz, doch haben sie in Wirklichkeit einen weißen Bauch und weiße Beine. Einzelne von ihnen hielten auf Termitenhügeln oder sonstigen erhabenen Stellen Ausschau, wahrscheinlich, um die Heerden, zu welchen sie gehörten, vor Menschen und Löwen, den einzigen Feinden der Giraffen, zu warnen, doch gewann Sir Johnston den Eindruck, daß die Thiere vor der menschlichen Nähe kaum zurückschreckten. was er hauptsächlich darauf zurückführt, daß die vereinzelten Bewohner des Plateaus. Masais, Gwaß u. f. w., eher das Wild fliehen, als es jagen. Beim Eindringen in den auch von Stanley erwähnten dichten Kongowald stieß Johnston auf die von jenem beschriebenen Zwergstämme. Die Ursacbcn des HaarauSfaUS. Seit etwa 2000 Jahren besteht in der Medizin ein Streit über die eigentliche Veranlassung der Haarkrankheit, welche manche Partien des Schädels plötzlich durch Kahlheit entstellt. Zwei Theorien stehen einander gegenüber; während die eine die Haarkrankheit als parasitär und ansteckend bezeichnet, führt die andere sie auf eine Nervendisposition zurück, die selbstverständlich nicht übertragbar ist. Neuerdings wird nun die infektiöse Ursache des Haarausfallens von französischen Aerzten geleugnet. Nach Dr. Jacquet besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Zustande des Gebisses und der Behaarung des Menschen. Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, daß die mit der Hautkrankheit behafteten Jndioiduen zugleich an Zahnrerderbniß oder an Zahnfleischentzündung litten. Rassen, die sich durch ein besonders gesundes und starkes Gebiß auszeichnen, wie die Negerrasse, hätten auch die dauerhafteste Behaarung. Bei der kaukasischen Rajje wurde die im Gebiß entstandene krankhafte Reizung nach Dr. Jacquet durch die. Nerven auf die Kopfhaut reflektirt. Ob die neue Erklärung von der Wissenschaft endgiltig argenommen wird, bleibt abzuwarten. Die Maschinenhalle des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist völlig ausgebrannt. Das Fahrmaterial konnte gerettet werden. Das Feuer ist vermuthlich unter dem Dach ent-standen.