Indiana Tribüne, Volume 27, Number 17, Indianapolis, Marion County, 11 September 1903 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
ßcdtciZ-uv. 5? r i e d l a n d. Beim Baden in der Freibadeanstalt ertrank der Schneidrgefelle Schultz. G ü st r o w. Das hiesige Schwurgcricht verurtheilte den Gene:alagenten Neinh. Zickert aus Neustrelitz wegen Urkundenfälschung und Betruges zu fünf Jahren zwei Monaten ZuchtHaus, 600 Mark Geldstrafe ev. weiteren 40 Tagen Zuchthaus. Gnoien. Büchsenschmied Hmzpcter hier beging den Tag, an dem er vor 50 Jahren Zunftmeister und Bürger unserer Stadt wurde. Die hiesige Musikkapelle brachte dem Jubilar em Standchen und im Laufe des Jubiläumstcges gratulirte der Magistrat. Hagenow. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde der Bahnarbeiter Sager von einem Schnellzuge überfahren und getödtet. N e u k l o st e r. Im hiesigen See ertrank der Gutsgärtner Holst aus Nepertsdors beim Baden. Neustrelltz. Ein eigenartiges Geschenk zu seiner diamantenen Hocheit hat das Großherzogspaar von dem als Großimker bekannten Lehrer Kruse aus Schönbeck bei Friedland erhalten. ?tä mrf rmrS?(" ftWefipnf fnftnrth v w v .iv v iiw vtywii wiuv nämlich aus Kunstwaben, die voll Honig waren und die Form einer Fürsienkrone aufwiesen. Die Krone zeigte die Zahl 60", ebenfalls aus KunstWaben und mit Honig gefüllt. Hrdcnvurg. Oldenburg. An Stelle des nach Schwerin (Mecklenburg) versetzten Ober - Postinspektors Büscher ist der bisherige Postinspektor Dyers zu Hamburg zum Ober - Postinspektor Itt, der kaiserlichen Postdirektion m OsV.. 1 suuiyuiu ciiiuiuu luurucu. Harkebrügge. Mit landes herrlicher Gutheißung ist der bisherige ölaplan Johanning in Harkebrüggs zum Pfarrer in Moloergen ernannt worden. S t o l l h a m m. Der unlängst verstorbene Rentner Johann Hinrich Nüscher zu Stollhamm hat der Kirchcngemeinde 1000 Mark zum Besten der kirchlichen Armenpflege vermacht. Wildeshausen. Ein altes. vielumstrittenes Gebäude, unsere Apotheke, wird demnächst ein anderes Aussehen erhalten. Der jetzige Besitzer, Herr Jakoby, läßt einen den Forderungen der Gegenwart entsprechenden Neubau aufführen. Zwischen ahn. Die Leiche des vor einigen Tagen im Zwischenahner See ertrunkenen Cigarrenfabrikanten Brader ist bei Deilbergen geborgen worden. F-rcie Stcidte Hamburg. Eduard Ringel, Se-nior-Chef der angesehenen alten Firma Eduard Ningel & Co., verstarb infolge eines Schlaganfalles in seinem 75. Lebensjahre. Sandschisser August Wendt, wohnhaft in' Ochsenwärder an der Nordseite, hat seine Ehefrau auf offenem Felde überfallen, sie in den Mühlengraben geworfen und gemaltsam ertränkt. Wendt ist ein fauler und dem Trunke ergebener Mensch, der mit seiner Frau in Unfrieden lebte und schon mehrfach Drohungen gegen seine Frau ausstieß. Drei Schüler fuhren mit dem Fährdampfer nach Kuhwärder, um dort zu baden. Sie haben sich wahrscheinlich an eine zum Baden nicht geeignete Stelle begeben, da sie plötzlich den festen Boden verloren und alle Drei in die Gefahr des Ertrinkens geriethen. Während es zweien gelang, sich zu retten, fand der dritte, der 12jährige August Behn aus der Friedrichstraße, seinen Tod. Die bei einem Musiklehrer in der Vornstraße wohnende 27 Jahre alte unverehelichte Emma Sammann fiel aus dem Fenster des dritten Stockwerks und blieb mit zerschmettertem Schädel und schweren inneren Verletzungen auf der Erde liegen. Die Unglückliche wurde nach dem in der Nähe belegenen Vereinshospital gebracht, wo sie kurz nach ihrer Einbringung starb. Bremen. Der Hauptmann im 1. Hanseatischen Infanterie - Regiment No. 75 Hierselbst. Frank. Chef der dritten Compagnie, hat sich erschossen. Ein tödtlicher Unglücksfall ereignete sich beim Holzhafen. Der Arbeiter Raschen aus der Lupinenstraße war auf einem Holzlagerplatze damit beschäftigt. schwere Bohlen aufzustapeln. Hierbei fiel eine Bohle vom Stapel zurück und traf Raschen gegen den Unterleib. Raschen wurde schwer verletzt und mußte im Sanitätswagen nach dem Krankenhause gebracht werden. Dort ist er bald nach der Ausnahme an den Folgen der erhaltenen schweren inneren Verletzungen gestorben. Beim Baden in der Weser ertrank der 13 Jahre alte Knabe Johannes Diers aus der Lehnstedterstraße. Diers hat. mit noch anderen Gespielen in der kleinen Weser beim Wasserwerk an verbotener Stelle gebadet. Er ist durch die Weser geschwommen und während des Zurückschwimmens haben ihn in' der Mitte des Stromes anscheinend seine Kräfte verlassen. L ü b e ct. Die hiesige Kaufmannschaft und Handelskammer blickt in diesem Jahre auf ein 50jähriges Bestehen zurück. Von den Mitbegründern gehören jetzt noch neun Mitglieder der Kaufmannschaft an. Der erste Präses war Sch. Fehling, der jetzige Präses ist
Konsul Herm. Fehling, ein Sohn des ersteren.
Scy:ve,z. Bern. In Meinisbe:g brach beim Verlassen der Wirthschaft unter jungen Burschen Streit aus. Der Knecht Jot u O ff O vM t i ti i V qauu ocucl üluü l" ltul oiuuutt iUV sein Ordonnanzgewehr scharf, begab sich auf die Laube und rief: Den ersten, oer hierher kommt, erschieße ich. worauf der Gipser Fritz Hänzi erwiderte: Auf mich schießest du doch Nicht': als dieser einen Schritt auf die Treppe that, erhielt er emen Schuß; die Kugel dranq ihm durch die rechte Schulter. Zeller wurde verhaftet und hat sich im hiesigen Untersuchungsgefangmß erhangt. . Basel. Der nahe der elsassischen Grenze liegende Buschwiler - Hof brannte vollständig nieder. Das Feuer entstand durch Selbstentzündung. ?? r e r b u r q. Der Senat der Unibersität hier wählte zum Rektor für das Studien ahr 19031904 2r. Hugo Oser, Professor an der juristisehen Fakultät, einen geborenen Biers ecker. O i n t e r f l ü e h l i. In dem Lamm fand man den Leichnam des ledigen Landwirthes Joh. Tannler, der beim Heuen verunglückt ist. N r a t e l n. Auf der hiesigen Station wurde der achtzehnjährige Postlehrling Schmid von Langnau vom Bermrzuge überfahren und getödtet, als er die Postsachen zum Zürcher Zubringen wollte. R u s s i k o n. Unter großer Theilnähme feierte Lehrer Haller sein 25jähriges Amtsjubiläum. St. Gallen. Der 72iahnge Landwirth Gottfried Ackermann wurde in seiner Scheune im Berghöfli bei Herliberg ermordet. Der Thäter, ein Taglöhner Josef Gmür aus dem hiesigen Kanton, wurde verhaftet. Oesterreich' Zingrzr. Wien. In der Krieau hat sich der Einjährig Freiwillige Korpol Leo Adler des Jnfanterie - Regiments No. 6, Landstraße, Fasangasse No. 13 wohnhaft, mit einem Revolver durch einen Schuß ins Herz getödtet. Adler war 24 Jahre alt. Das Motiv des Selbstmordes ist unbekannt. Hutfabrikant W. Blau. Sterngasse, zeigte seinen Eonkurs an. Die Schulden betragen 320.000 Kronen. Der Profcssor der Nationalökonomie an der juridischen Fakultät der Universität hier, Hofrath Professor Dr. Karl Menger. zog sich in den Ruhestand zurück und wurde aus diesem Anlage durch die Verleihung des Komthurkreuzes des Franz Josef-Ordens ausgezeichnet. Altenburg. Im hiesigen Stifte fand die Abtwahl statt, welche der Präses der Congrcgation Abt Adal bert Dungl von Göttweig leitete. Es ging aus der Wahlurne hervor der Prior Pater Augustin Mayerbäurl, geboren 1843 in Thann in Oberösterreich. Priester seit 1869. Baden. Oberstlieutenant d. R. Ed. Biehler v. Biehlersee, Besitzer de: Kriegsmedaille, der Jubiläums-Erin-nerungsmedaille und des OfficiersDienstzeichens 2. Klasse, ist hier im 68. Lebensjahre gestorben. Oberbuchhalter derMagocser Distriktssparkasse, Johann Ovary, ist nach LerÜbung von Defraudationen in der Höhe von 40,000 Kronen flüchtig geworden. In der Hallergasse sind die Wattefabrik von F. Pertesz und die anstoßende Seilfabrik von Klein & Kraus vollständig niedergebrannt. Bei den Löscharbeiten sind vier Pcrsonen, darunter zwei Feuerwehrleute, schwer verletzt worden. Abgeordneter Hosias Molna, ein Mitglied de? Unabhängigkeits-Partei. der einen siebenbürgischen Bezirk vertrat, ist an einer Lungenentzündung gestorben. Guntersdorf. Reichsrathsund Landtags - Abgeordneter Joses Kühschelm, Dechant und Pfarrer hierselbst, feierte sein 25jähriges Priesterjubil'äum. Klosterneubrug. Im Gschirrwasser badeten mehrereJnfanteristen des 60. Jnfanterie-Regiments, die erst kürzlich der Pionierabtheilunz hier zugetheilt worden waren, dabei gerieth der Infanterist Michael Malowan in eine Untiefe und sank unter. Ein zweiter Infanterist wollte ihn retten und schwamm zur Unfallsstell?, wäre aber zweifellos auch ertrunken, wenn nicht der Tapeziergehilfe Leopold Erber und der Taglöhner Max Fürtan ihn gerettet hätten. Malowan ist ertrunken. N a r v. Hast Du Geschwister. Kleiner?" Ja zwei!" Leben Dein Vater und Deine Mutier noch?" Ja und 'n Großvater hab'n wir auch!" Wie alt ist denn Dein Großvater?" Das weiß i' net aber hab'n thun wir 'n schon tonet!"
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Zum Sammeln geblasen! Der Ccntralvkrband deutscher Krlegerver, bänöe in den Oer. Staaten. Mit der neulich in Terre Haute, Ind., erfolgten Begründung des Centralvcröandes deutscher Kriegcrverbände in den Ver. Staaten ist eine Vereinigung geschaffen worden, für deren Zustandekommen die leitenden Geister der Einzelverbände und namentlich der zum Präsidenten des Centralverbandes gewählte Vorsitzende des deutschen Kriegerbundes von New York. Richard Müller, seit langer Zeit schon ihre Kräfte eingesetzt hatten. Die deutschen Kriegerbünde haben sich aus kleinen Anfängen, aus den früher meist nur zum Zwecke der Krankenunterstützung und zur militärischen Beerdigung alter Krieger gegründeten Vereinen entwickelt. Sie bilden heute ein Bollwerk deö Teutschthums in der Union. Abgesehen von den den einzelnen Mitgliedern gewährten finanzicllen Unterstützungen, pflegen diese Vereine die deutsche Sprache, deutsches Fühlen und Denken und deutsche Kameradschaft. Diese Ziele zu erweitern und freundschaftliche Beziehungen zwischen dem alten und dem Adoptiv-Va-terlande zu pflegen und zu stützen, ist der Zweck des Centralverbandes. Die Hauptglieder der Vereinigung sind der deutsche Kriegerbund von Nordamerika, der deutsche Kriegerbund von New
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Richard Müller. York und der Verband deutscher Krieger von Pennsylvanien mit zusammen 10.000 Mitgliedern. Richard Müller stammt aus Schweidnitz. Schlesien. Er war Artil-lerie-Unteroffizier in der deutschen Armee und kam vor etwa 20 Jahren nach Amerika. Seit Jahren steht Müller, der ein außerordentlich gewandter Redner ist, dem deutschen Kriegerbunde von New Fork als Präsident vor. Vor zwei Jahren unternahm er mit einer größeren Anzahl Mitglieder des Bundes eine Vergnügungsreise nach Deutschland, wobei er mit ungefähr einem Dutzend dieser ehemaligen deutschen Soldaten in Potsdam dem Kaiser vorgestellt ward. Im Januar 1902 leitete er als Oberfestmarschall die von den deutschen Vereinen in Gotham zu Ehren des anwesenden Prinzen Hein rich veranstaltete große Parade. )Dt sranzoi.ifcye n e g r e - r u n g bezieht von den sehr schlechten Zündhölzchen, wofür sie sich das Monopol vorbehalten hat, eine jährliche Einnähme von circa 3.750.000. Eine Million in Tausendmarkscheinen ergibt bei fester Packung einen Durchmesser von 14 Centimetern. Das Gewicht (ohne Verpackung) beträgt 1 Kilogramm 933 Gramm. Weibliche Aerzte gibt es unter Anderem in London im Royal Free Hospital und am New Hospital zusammen 52, darunter die Mehrzahl in den chirurgischen Abtheilungen. Friedens st ifters Loos. Das in der Stadt der Bruderliebe wohnende Ehepaar George und Jda Fuß hatte dieser Tage eine zärtliche" Auseinandersetzung, bei welcher ein gewisser William Connor. der im selben Hause wohnt, den Vermittler zu spielen suchte. Die Folge war, daß die beiden Eheleute mit vereinten Kräften über den Voreiligen herfielen und ihn weidlich durchprügelten. Ter Friedensstifter mußte zur Reparatur nach einem Hospital verbracht werden, während das Ehepaar verhaftet und unter je $S00 Prozeßbürgschaft gestellt wurde. Variante der Wasserk u r. Einer Tortur, welche trotz aller Verschiedenheit, eine gewisse Aehnlichkeit mit der auf den Philippinen angewendeten Wasserkur hat. unterzogen neulich die drei Brüder Vosiick in Hood County, 2er., ihren Pächter F. O. Marshall, welchen sie schon seit einiger Zeit loszuwerden trachteten. Nach verschiedenen Nachstellungen, bei welchen sich Marshall stets durch seinm vorgehaltenen Revolver aus der Schlinge zu ziehen gewußt hatte, faßten die Bosticks mit Gewehren bewaffnet ihren Widersacher weit von seiner Farm entfernt und zwangen ihn, auf der Landstraße hinzukriechcn und unablässig Sand, Unkraut, Gras und Unrath zu sich zu nehmen. Aller Bitten ihres Opfers ungeachtet, ließen die drei Brüder den Unglücklichen dies so lange fortsetzen, bis er vollständig, zusammenbrach. Marshall begab sich alsdann zu einem Arzt und mußte heftig wirkende Abführmittel zu sich nehmen, um den unverdaulichen Stoff nur wieder loswerden zu können. Die Bosticks befinden sich unter der Beschuldigung des MordVersuchs in Haft.
Annlos, doch uicht hilflos. titx Waskingtoner Krüvptl, die sich t helfen wiffen. Unter der großen Beamtenarmee in Washington, die ihr Gehalt aus Onkel Sams Säckel bezieht, befanden sich noch bis vor Kurzem vier Personen, die der Arme beraubt sind und sich trotzdem wohl und glücklich fühlen, nämlich S. H. Decker. Thomas Dennis, W. B. Denny und L. A. Neury. Der Erstgenannte, welcher nahezu 15 Jahre als Thürhüter und Bote in der Preßgalerie des Repräsentantenhauses fungirte. war allen Zeitungs-Korre-spondcnten des Landes eine wohlbekannte Erscheinung. Dieser hatte in der Bundesartillerie gedient und vor Iahren in Perryville, Ky., in Folge vorzeitigen Losgehens eines Geschosses beide Arme eingebüßt. Die künstlichen, die er sich anschaffte, erwiesen sich als nicht zweckdienend und so konstruirte er selbst nach langen Versuchen ein Paar federzangenartiger Instrumente, die ihm, und zwei armlosen Kollegen, thatsächlich die fehlenden Arme nahezu völlig ersetzen. Diese Federzangen sind an den Stumpen des rechten Armes angebracht und am anderen ein Haken, der dazu dient, Gegenstände zu heben oder umzudrehen, je nach Bedürfniß. Decker erhielt vom Onkel Sam eine ausreichende Pension, die aber während Grants Präsidentenzeit nahezu ein halbcs Jahr ausblieb. Er fuhr von Toledo, wo er damals lebte, nach der Vundeshauptstadt, um im Pensionsöureau den Grund der Nichtauszahlung des ihm zukommenden Geldes zu erfahren. Ein Arzt des Bureaus meinte, ein Mann ohne Arme könne seinen Namen nicht auf die Empfangsquittung schreiben. Decker war darüber so aufgebracht, daß er sich schleunigst Feder, Tinte und Papier geben ließ und dem erstaunten Doktor eine hübsche Probe seiner Schreibfertigkeit lieferte und hinzufügte, wenn nicht schleunigst sein Name wieder auf die Zahlrolle gesetzt werde, er ihm auch einen Beweis seiner Tüchtigkeit in der edlen Kunst der männlichen Selbstvertheidigung geben würde, daß er zeitlebens an ihn denken solle. Ter mit Recht erzürnte alte Soldat konnte sehr bald die rückstündigen Pensionsgelder in Empfang neh men, die seitdem regelmäßig an ihn ausbezahlt werden. Später erhielt er den genannten Posten, den er erst unlängst aufgegeben hat. Seine Lieblingsbeschäftigung ist jetzt das Fischen im Potomac. wobei ihm ein Negerknabe hilft. Auch als Schwimmer stellt er seinen Mann, und ist obendrein ob seines humorvollen Wesens eine allgemein beliebte Figur in der Bundeshauptstadt. Thomas Dennis, der älteste des Quartetts der Armlosen, hat erst vor Kurzem seinm Platz als Nachtwächter im Kriegsdepartement aufgegeben. Als junger Mann 'hatte er als Matrose auf dem Kriegsschiff Prwceton" gedient, und im Hafen von Gibraltar, gclegentlich eines Besuches des russischen Fürsten Demidoff, wobei ein Salut abgefeuert worden, durch vorzeitiges Losgehen des Böllers beide Arme eingebüßt. Der Fürst ließ ihm, als er in ein Hospital gebracht worden, alle erdenkliche Pflege angedeihen, künstliche Arme konstruiren, später jährlich eine hübsche Summe zukommen und bedachte ihn auch in seinem Testament. Dennis benutzt auch die erwähnte Erfindung seines Freundes Decker, hat sich aber die künstlichen Arme, die der Fürst für ihn hatte anfertigen lassen, als Andenken aufgehoben. Der Dritte in dem Quartett ist W. B. Denny, der ebenfalls früher NachtWächter im Kriegsdepartement war und in seinen jungen Jahren als Kavallerist in der Bundesarmee diente. Er büßte seine Arme dabei ein, als er über der Leiche des Generals George H. Thomas eine Salve mitabfeuerte. Er hatte einen Namen als schneidiger Reiter in der Armee. Er ließ sich, als er den Platz in Washington erhielt, auch ein Paar Federzangen nach dem Muster der von Decker erfundenen anfertigen. Von seinen Ersparnissen hat er eine Farm in der Nähe der Hauptstadt gekauft, wo er nunmehr Pferdezucht betreibt. Der Vierte im Bunde ist L. A. Neur, der noch sein Amt als Führer durch die Regierungsdruckerei versieht. Er ist Barbier von Profession und hatte in Chicago, wo er herstammt, bei einem Eisenbahnunfall beide Arme eingebüßt. Er ist 'auch, wie Decker, ein tüchtiger Schwimmer, und obendrein ein tüchtiger Tänzer. Seinen Namen pflegt er, und zwar sehr leserlich, zu schreiben, indem er den Federhalter zwischen den Zähnen hält. Muß er einen längeren Brief schreiben, so benutzt er eine Vorrichtung eigener. Erfindung. Alle Vier tragen ihr Mißgeschick nicht nur mit Ergebung, sondern auch mit jenem Gleichmuth, der den wahren Lebensphilosöphen kennzeichnet. K.a ltblütig und resol u t. Albert Gauk, welcher die Post zwischen Fort Randall und Fairfax in South Dakota trägt, wurde dieser Tage von einer großen Klapperschlange gebissen. Da er viele Meilen von einem Arzt entfernt war und sofortige Hilfe noth that, zog er ein scharfes Messer aus seiner Tasche und schnitt sich kaltblutig das Stück Fleisch, in welches die giftigen Fangzähne der Schlange eingedrungen waren, heraus. Diese schnelle Operation hat ihm sein Leben gerettzt und ist er nunmehr nach wie vor im Stande, seinen Verpflichtungen ohne Unterbrechung nachzukommen.
yi-i-i'TT'M i i i ! 'i : -?:-:': : i i-j Haus, Hos und Kind Z ? 4 :::::::::::: : : : : : Nasenbluten kann man stillen, wenn man auf den Nacken kalte Kompressen legt. Auch kalte Handbäder werden hiergegen gerühmt. Nachmittagss chläfchen. Nerv'öse. stark von der Arbeit ermüdete Personen gebrauchen mit Vortheil einen kleinen Schlummer nach dem Mittagessen. Länger als eine halbe Stunde soll dieser Nachmittagsschlaf aber nicht ausgedehnt werden. Für korpulente, fette und blutreiche Perscnen ist der Nachmittagsschlaf nicht gefund. KittzwischenKautschuk und Metall. Ein Theil pulverisirter Schellack wird in zehn Theilen starkem Salmiakgeist geweicht; die sich ergebende 'duchscheinende Masse wird erst nach drei bis vier Wochen flüssig. Diese Flüssigkeit erweicht aufgesirichen den Kautschuk und bindet vorzüglich nach Verflüchtigung des Salmiakgeistes. Tintenflecke verschwinden aus bunten Woll- und Vaumwollstcffen durch Einreiben mit Glycerin und Nachwaschen in warmem Wasser mit etwas Seife. Tintenflecke in weißen Stoffen behandelt man mit Citronensäure, indem man denselben einige Zeit darin weichen läßt und eventuell das Verfahren wiederholt. Der zurücZbleibende gelbe Fleck wird in gleicher Weise mit Klcesalz präparirt. Um den Behälter der Erdöllampe putzen zu können, gieße man das klare Petroleum ab und reibe denselben mit einem reinen weichen Tuche aus, bis er ganz rein ist. Ganz klar und blank wird derselbe, wenn man ihn mit trockener Holzasche innen und außen reibt und dann mit einem Tuche abwischt. Ten Vrcnner brühe man öfters mit heißem Sodawasser aus und putze ihn blank. Mäuse zu vertilgen. Man streue an verschiedenen Stellen Chlorkalk. In den Zimmern stelle man Näpfe mit Chlorkalk, welche man mit Essig anfeuchtet, auf. Schon nach wenigen Tagen wird keine Maus mehr zu bemerken sein und deshalb sei allen Hausfrauen dies einfache Mittel zur Vertilgung des lästigen Ungeziefers bestens empfohlen; auch gegen Schwerben soll Chlorkalk, mit Zuckerwaizcr angefeuchtet, sehr wirksam sein. Milchschinken. Einen rohen Schinken setzt man statt mit Wasser, mit frischer Milch zu und läßt ihn darin gar kochen. Er wird äußerst schmackhaft und kann sowohl warm als kalt servirt werden. Im kleinen Haushalt kocht man auch gern Schinkenscheiben auf gleiche Weise. Sie werden singerdick geschnitten und die Schwarte entfernt, ein Fettrand kann daran bleiben. Man kocht sie in einer breiten Kasserolle; die Milch muß darüber
stehe: .it. Fische als Pichelsteiner Fleisch. Die geputzten, gewaschenen F'sche werden in fingerbreite und ebenso lauge Stücke geschnitten, rohe Kartoffeln werden fein geblättert, ebenso gelbe Rüben; Zwiebeln und Petersilie werden fein gewiegt. Man belegt den Boden eines fest verschließbaren Tiegels, aus welchem kein Dampf ausströmt, mit Butter oder Schmalz, mit einer Lage Kartoffeln, einer Lage gelben Rüben und Grünzeug, einer Lage Fisch. So abwechselnd fährt man fort, bis der Tiegel voll ist; man vergesse nicht, den Fisch gut zu salzen und zu pfeffern oder mit Paprika zu würzen. Oben wird das Gericht mit Schmalz oder Butter belegt, fest verschlössen und eine halbe Stunde gekocht. Zucker ist ein werthvolles Heizmittel für den Körper. Aus Versuchen, die mit fastenden Thieren unternommen wurden, ging Folgendes hervor. Bei längerem Fasten sinkt die Körperwärme herab. Wurde den fastenden Thieren dann ein wenig Zucker gegeben, so stieg nach 10 bis 15 Minuten die Körperwärme wieder allmälig und erreichte nach ein bis zwei .Stunden den Höhepunkt. Dieses läßt sich dadurch erklären, daß der sehr leicht lösliche Zucker schnell vom Blute aufgenommen wird. Brod und Eiweißkörper hatten in den Versuchen nicht denselben Erfolg. Von den durch Fasten hochgradig erschöpften Thieren konnten diejenigen, welche Zucker erhielten, gerettet werden, während diejenigen, welche Fleisch bekamen, zu Grunde gingen. DasEin legen derFrüchte in Kognak. Früchte aller Art in Rum einzulegen, ist hinlänglich bekannt, doch ist Kognak viel geeigneter Kierzu. Rum, auch guter, echter Rum, mit feinem, juchtenartigen Geschmack und Geruch, verdirbt das feine Aroma der Früchte; ganz anders verhält es sich jedoch, wenn man die Früchte in Kognak einlegt. Guter Kognak wird von Wein destillirt und nimmt seines milden und angenehmen Geschmackes wegen leicht das Aroma der Früchte an, so daß man schon nach kurzer Zeit von einem Kognakgeschmack bei eingelegten Früchten nichts mehr wahrnimmt. Das Einlegeverfahren ist sehr einfach.. Man nimmt gute, reife Früchte, reinigt dieselben und legt sie dann roh. mit gestoßenem, gutem Zucker, schichtweise in ein Einmacheglas, gießt alsdann den Kognak darüber, verschließt das Glas gut und stellt es an einen kühlen trockenen Ort.
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