Indiana Tribüne, Volume 27, Number 16, Indianapolis, Marion County, 10 September 1903 — Page 6
Jttdiattll Tribüttc, 10 September 1903
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Zwei böse Uebel! Ju vieles und zu scknekles 5ss,n ist däusig die Haupt Ursache von Unvcrdaulichkeit Das lassen unverdaulicher Vkahrung und Mangel an Bewegung bewirken Verstopfung. DaS best Seilinittel für diese Leiden ist r. Icgust König's gJamvurger Tropm. 3 Ja, wir verkaufen Garland Oefen und t.RangeSu Möbeln und Tcppiche zu den niedriLsten Preisen. WILLIG'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Saar o5tr redit. 142 Nord Pennsylvania Strafe, Hauptguettier für Brillen und Operngläser. 1 WNzf r.rnUSG v. ei i PUÄUVfWSKj ünic Srlüea w tritt nach oenbeften Methoden den Auze gepaßt. könMiche Augen werden lchmerzlo? eingesetzt. Big 4 Route ...Excursioncn... Sonntag, den 13. September. 91.25 Einewnati u. zurück 81.25 Svenelle Scbnellüae niöt aus Zwischenstationen, weder auf der Hinfahrt noch auf der Rückfahrt anhaltend, roerden vom Indianapolis Union Bahnhof um 7 Uhr Mor,nS tthfnhrtrt unh berlslffpn fepn lXkntral m w rw " - - Union Bahnhof in Cincinnati um 7 Uhr Arends zur Nuclsayrt. Terre Haute $1.00 Greencastle 75c Rundfahrt. Sxez'alzug wird vom Indianapolis Union Bahnhof um 7 25 Uhr Morgens abfahren und verlaßt Xer yau:e um 7 uyr Ävenvs 91.25-Champaign u. zurück-1.25 Abfakrt von Jndianarolis um 7.25 Uhr Morgens. Retourfahrt von Champaign um 7 Uhr AdendS. H. M. Bronson, A.G. P.A.
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Europäische Nachrichten.
Wayern. München. Der in weiten Kreien bekannte vormaliqe Magistratsrath Joseph v. Nadspieler sen. ist auf eigenthümliche Weise verunglückt. Um einen Gegenstand von der Wand herabzuneömen. hatte er einen Tisch bestiegen, dabei gerieth der über 80 Iahre alte Mann zu Fall und erlitt schwere innere Verletzungen. Sein Justano st bedenklich. Friedmannsdorf. GastWirth Distel, der mit seiner Frau 'in Unfrieden lebte, qab auf diese in Ge genwart seiner Kinder einen Schuß ab, ohne sie zedoch zu treffen, und tooete sich dann selbst durch einen Schutz ins Herz. H a g e n a u. Gastwuth Neumcmr eierte ein seltenes Jubiläum. ES wurden nämlich 250 Jahre, daß die Gastwirthschaft im Besitze seiner Fa-milie-ist und 100 Jahre, daß das Kitz aus der gräflich Arco'schen Brauerei in Oberköllnbach bezogen wird. Hohenpolz. ler kam es bei einer Festlichkeit , zu einer großen Schlägerei, wobei der Sohn des Burgermeisters Kestler derart zugerichtet wurde, daß er kurz darauf verschied. Lindau. Kunstmaler Ludwig Waaner hier verschlana bei einem Hustenanfall einen künstlichen Zahn, der sich in der Speiseröhre einklemmte. Das Leben erschien auf das höchste gefährdet, und die Verbringung in di: Klinik nach München wurde als einziger Rettungsweg bezeichnet. Wayrend der Fahrt schwoll der Hals besoraniszerregend an, doch wurde in München die Operation sofort nach der Ankunft vorgenommen und der Fremdkörper beseitigt. Kurze Zeit danach starb der Beklagenswerthe an innerer Verblutung. Wagner zahlt erst 37 Jahre und hinterläßt eine Familie. L e ch a u. Im Lech ist der 12jährige Fabrikarbeiterssohn Joseph Böllmann beim Baden ertrunken. D'.e Leiche konnte noch nicht gefunden werden. ' Mähring. Bei einem schweren Gewitter schlug der Blitz in das Haus des Wagnermeisters I. Schmidkonz und tödtete den im Bette liegenden Besitzer. Memmingen. In einer hiesigen Wirthschaft erschoß sich der 22jährige Zahntechniker Franz Merz von Mlndelheim aus unglücklicher Liebe. Nürnberg. In der Jrrenabtheilung des städtischen Krankenhauses erhängte sich der Schreiner Thaeter mit einer von Arbeitern versehentlich am Wasserleitungsrohr zurückgelassenen Drahtschlmge. Im Vorort Großreuth ertränkte sich der Privatier Hoffmann. P lattllng. Von dem von Passau kommenden Personenzug wurde der Waaenwärter Richter hier überfahren und erlitt so schwere Verletzungen an Brust und Hmterkopf, daß er denselben erlegen ist. Richter war Vater von acht Kindern. Regens burg. Auf der unteren Donaulände wurde bei einem dort vorgenommenen Ranqiermanöver die Modellschreinersgattin Weinmann von einem Waggon erfaßt und erdrückt. Sie war 45 Jahre alt und hinterläßt sieben Kinder. Vöhringen. .Landwirth Wieser, dessen Braut das Ebeversprechen loste, ließ sich von einem Bahnzuge überfahren und wurde sofort getödtet. Werneck. In der Kreisirrenanstalt hier starb unlänast der russische Baron Peter Swetschin. Er war früyer Leutnant in der Garde und hatte sich danach der Diplomatie zugewendet. Später wurde er irrsinnig. Seit nahezu 30 Jahren befand er sich in der Anstalt. Württemberg. Suttgart. Generalleutnant a. D. Marchtaler, der die Feldzüge 1866 und 1870 mitgemacht hat, Onkel des württembergischen Militärbevollmächtigten in Berlin, ist im Alter von 82 Jahren hier gestorben. Einer der treuesten und eifrigsten Veteranen der deutschen Volkspartei, Kommerzienrath Geo. Ehni, feierte im Alter von 73 Jahren das Fest seiner goldenen Hochzeit. Ehni war bis 1898 Reichstagsabgeordneter fürEßlingen. Die un Jahre 18o3 aearundete Sänaeraesellschaft Sängerbund beging imSaalbau und Garten der Brauerei Dinkelacker die Feier ihres 50jährigen BesteYens vurch em Festconcert mit nachfol gendem Ball. Binz wangen. Durch Blifc schlag wurde das Anwesen des Josef Schultheiß in Brand gesteckt und zertort. B ö s i n g e n. Hier brannte die Gastwirthschast Zum Hirsch des Johannes Wurster, sowie dessen mit Erntevorräthen angefüllte Scheuer bis auf den Grund nieder. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Nach dem Brand geriethen zwei hiesige Zimmerleute in Streit, wobei einer den andern mit der Art todtschlug. g5aben. Allmenshfen. Der Dekan der juristischen Fakultät Tübingen, Professor Dr. Reinhard Frank, über reichte in Amtstracht dem 80jährigen blinden Hofrath Dr. Warnkomg hier vor einer auserwählten Versammlung em neues Doktordiplom. ?? r e i b u r a. Professor Dr. Gott-
tricd Lodera erhielt das Ritterkreuz
erster Klaffe mit Eichenlaub des Zähringer Löwenordens. Dem Vorsitzenden des Vadischen Forstvereins, Forstmeister Freiherrn v. Teuffel, wurde das Ritterkreuz des Ordens Berthold des Ersten verliehen. H e r d w a n g e n. Die obere Mühle Hierselbst brannte mjt WohnHaus nieder. Das Feuer griff so rasend um sich, daß nicht einmal alle Hausbewohner das nackte Leben retten konnten. Die 76jährige Stiefmutter des Herrn Stärk in Ueberlingen und die 16jährige Magd fanden ihren Tod in den Flammen. 5) e i d e l b e r g. Am dritten Thortöurme der alten Neckarbrücke wurde mt Gedenktafel angebracht xur Erinnerunq an die siegreiche Vertheidigung der Brücke durch das österreichische, jetzt in Tarnow liegende Ulanen-Regi-ment Fürst Schwarzenberg gegen die Franzosen am 16. October 1797. Stadtpfarrer Schneider feierte sein 40jähriges Amtsjubiläum. I l l e n a u. Geheimrath Dr. Hemrich Schüle, der Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Jllenau, beging sein 40jähriges Amtsjubiläum. Mannhnm. In der Vorstadt Neckarau erschoß sich der Maurer Jakob Boos in seiner Wohnung. Vorher hatte der 81 Jahre alte Mann, der dem Trunke ergeben war, zu seinen 4 Kindern noch gesagt, wenn sie ihn noch einmal sehen wollten, müßten sie kommen. In demselben Augenblick schoß er sich ins Herz. Der 19iahrlge Schiffer Eugen Kappes wurde in der Unterstadt erstochen. Es wurden eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen. Neustadt. Dem Schmiedemeister K. Haderer und dem Fabrikarbeiter I. A. Sifert wurde das Ehrenzeichen ux 40iahrige treue Dienste bei der hiesigen freiwilligen Feuerwehr verlieben. Pforzheim. Der 24jährige Kaufmann Adolf Stapf, gebürtig von hier, zuletzt bei den Farbwerken Höchst beschäftigt, warf sich in der Nähe von Wilhelmsbad vor einen nachFrankfurt fahrenden Personenzug und wurde auf der Stelle getödtet. Pfullendorf. Im Oekonomieanwesen von I. Benz brach Feuer aus, das mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß die Bewohner kaum das nackte Leben und das lebende Inventar retten konnten. Alles Uebnge ist ver brannt. Schriesbeim. 55n einem Anfall von Irrsinn erbänate sich die 35 Jahre alte Ehefrau des Landwirths vtoiQ Hauser in ihrer Wohnung. ye,npsrz. Kleinbockenheim. Als der Landwirth Gg. Pfannmüller mit Heuholen beschäftigt war, half ihm sein 65 Jahre alter Vater auf dem Wagen. Während des Aufladens zogen die Kühe den Wagen an und der alte Mann stürzte so unglücklich vom Wagen herunter, daß er infolge innerer Verletzungen gestorben ?st. M u n d e n h e i m. Beim Baden im oberen Alt-Rhein ertrank der 18zahrige Emil Keller. Seme Leiche wurde von Schiffern gelandet. M u t t e r st a d t. Dtt hiesige ledige 26 Jahre alte Ackerer Adam Schmitt, welcher feit Kurzem vermißt wurde, hat sich im Rhein ertränkt und wurde in Oppenheim bei Worms gelandet. Niederkirchen. Während der Fahrt von Venedig nach Trieft hat sich auf dem Lloyddampfer Leda" Dr. 5)arteker von hier durch Dolchstiche getödtet. Pirmasens. Der ledige Maschinist am hiesigen Elektrizitätswerk, Heinrich Veyerle, stürzte bei Johanniskreuz infolge Defektwerdens seines Rades so unglücklich von demselben, daß er einen Bruch der Wirbelsäule erlitt und sofort verstarb. Wörtha a. N h. Eine schreckliche Blutthat wurde in hiesiger Gemeinde verübt. Nach kurzem Wortwechsel er stach der 27 Jahre alte Fabrikarbeiter Franz Kattus den 21 Jahre alten Nheinbauarbeiter Franz Nerstberger. Nerstberger, ein braver, fleißiger Mensch und eine Stütze seiner verwitt weten Mutter, starb nach wenigenAu genblicken. Der verhängnißvolle Stich hatte die Schlagader am Halse durch schnitten. Kattus ist ein übelbeleu mundeter, schon öfters vorbestrafter Mensch. Die Ursache der That wa? ein ganz unbedeutender Wortwechsel wegen Aufheben des Hutes. Die That selbst geschah mitten auf der Strafe vor dem Gememdehause. Kat tus wurde verhaftet; er gesteht die That ein. ErfaZ.Lothringcn S t r a ß b u r g. Der frühere Jügdyuter Franz Wagner erschoß m cemmelshosen (Zlrels Weißenburg) nach einem Wortwechsel in der Wirtbschaft seinen Schwiegersohn Georg W. D i e d e n h o f e n. In der Nacht haben Diebe hier einige verwegene Umbrüche verübt. Bei dem Kauf mann S. Salomon, Par.ser Str. wurde von der Thurmstraße aus ein zubrechen versucht, ferner beim Schrei ner Hemmer und beim Bankier Nil les. G rasen st ad en. Ein fchreckli ches Ende fand der Telcaravbenarbei tcr Bitschweiler von hier. Derselbe hatte mit einer Abtheilung Telegraphenarbeiter Ux Lingolsheim auf der Strecke Straßburg Basel gearbeitet.
Er wurde von einem Schnellzuge err r i c f r i v J
sän: uno i.osor: getoom. Jngwciler. Das Pferd des Butterhändlers Kaufmann aus Weinverg ging vurch. rau Kaufmann fiel von dem Wagen, kam unter das Gefährt und wurde a ganzen Körper erheblich verletzt in das Spital nach Buchsweilcr verbracht. Metz. Ertrunken l beim Baden v der Mosel unweit Noveant der Bremser Freimuth. Oberehnherm. Ein stadtisches Alterthumsmuseum ist seit Kurzem hier eingerichtet. Eine interessante Sammlung von Alterthümern jeder Gattung, die von hier und' aus der Umgegend stammen, ist im oberen Stockwerk des früheren Amtsgerichts untergebracht. S tablheZm. Anscheinend in einem Anfalle von Geistesstörung erhängte sich die Frau des Arbeiters Kaßler. Ein fast verdunaerles Cavalleriepferd wurde unlängst im Walde bei Marzahne im Kreise Westhavelland aufgefunden. Bei einer Felddienstübung des Leib-Garde-Hu-saren-Reglmcnts war das Thier einem Posten entlaufen und konnte, trotzdem sofort das Gelände nach allen Richtungen abgesucht wurde, nicht gefunden werden. Erst eme volle Woche spater wurde es durch einen Förster, der aus dem Dickicht heraus das jammervolle Stöhnen des Pferdes hörte, entdeckt. Es konnte sich kaum bewegen, weil es sich in dem Zaumzeug und dem Geäst der Bäume vollständig verwickelt und in dieser Lage ohne Futter und Wasser acht Tage lang zugebracht hatte. Nur mit Mühe konnte der Förster das arme Thier nach einem Gasthof befördern, um es dort einzustellen und zu pflegen, bis es von Husaren nach Potsdam geholt wurde. Ein bekanntes Berliner Original ist einsam in seiner Schlafstelle am Weddmg gestorben. In den Herbergen und Ausspannungen verkehrte seit fünfzehn Jahren ein altes Männchen mit einer großen Brille und eisgrauem Haar, bekannt unter dem Namen Der Rechtsanwalt . Beim Publikum dieser Lokale war der alte Mann geschätzt wegen seiner Fertigkeit bei Abfassung von Schriftstückcn, Zeugnissen, Beglaubigungen aller Art. In seiner großen, schmutzigen Mappe führte er Formulare der verschiedenstcn Art, sogar solche mit Stempeln, die gegen billigen Preis in allen Fällen gehört dazu aber auch ein guter Trunk abgegeben wurden. So geschwatzig der Alte m Rechtssachen war, so verschlossen war er, wenn irgend ein älterer Kunde das Gespräch auf seme Person zu bringen suchte. Eingeweihte wollen wissen, daß er früher in Westfalen als Rechtsanwalt eine gute Praxis besaß, Spiel und Weiber rummen ihn und er landete in trauriger Verfassung in dßr Großstadt. Hier soll er in der ersten Zeit in der Jlldenstraße ein Rechtsbureau besessen haben, einige Verfehlungen gegenüber seinen Kunden ließen es ihm gerathen erscheinen, das Bureau aufzugeben und den Rechtsbeistand im Umherziehen zu etabliren. So trieb er es manches Jahr, immer wieder machte er den Rundgang durch die Lokale, wo seine Thätigkeit in Anspruch genommen wurde. Seit kurzer Zeit blieb er plötzlich aus, man forschte lange Zeit vergeblich nach ihm, da er es vermied, seine Wohnung anzugeben. Schließlich ermittelte man, daß er in seiner Schlafstelle m Abwesenheit der Wirthsleute, von aller Welt verlassen. gestorben war. Humoristisches. 3 u st immun a. A.: Der reiche Minenbesitzer ist aber ein grober! Kerl." B.: Ja, ein Crzflegel!" Aus der Schule. Lehrer: Du, Schnipple, wer hat den Tempel Salomons gebaut?" Schnipple: Die Maurer." Druckfehler. Sein affenherziger" Charakter wird ihm stets ein gutes Andenken bei allen seinen Collegen bewahren. Die gute Freundin. .Auf dem letzten Maskenbälle tanzte ich die ganze Nacht durch bis zum frühen Morgen." Ja. erfolgte denn keine Demaskiruna?" Beruhigung. Hausfrau: Ei, jetzt haben Sie ja gar einen Reiter zum Schatz?" Köchin: Ja. Madam, aber sein Pferd wird ja vom Staate unterhalten." Bedenkliche Frage Gnädiges Fräulein, ach könnt' ich ewig so zu Ihren Füßen liegen!" Und ich sollte wohl dabei sitzen bleiben?" Immer devot. Fürst: Kennen Sie schon meinen neuen JagdHund, die Diana?" Jagdtheilnehmer: Ich hatte noch nicht die Ehre, Euer Durchlaucht!" Gemüthlich. Hausfrau (die einem Bettler Essen gegeben hat): Nun, hat es gut geschmeckt?" Bettler: Danke, ja, sehr gut! Was haben Sie denn moraen?" Niederträchtig. Hausfrau (für sich): Hat meine Köchin wieder einen entsetzlich geschmacklosen Hut. Die Adresse der Modistin muß ich mir doch 'mal aufschreiben, damit ich sie gelegentlich meinen Freundinnen empfehlen kann!"
Bergstürze im Flachland.
Vine häufige Srkchkinung an vielen Flüflen tti nordöeutichett Flachlands. Ein langsam fortschreitender Erdrutsch findet sich bei Darkehmen in OstPreußen, über den Nachrichten seit 1L12 vorliegen. Das Abrutschgebict lieg! am rechten Ufer der Angerapp und hat die dort entlang führende Fahrstraße sowie ein Wohnhaus zerstört, auch Bäume fortgerissen. Solche Erdbewcgungen sind an Steilgehängen außer ordentlich verbreitet, am häufigsten an jetzigen oder früheren Prallstellen der Flüsse bei Ton und Tonmergel. Neben diesen langsamen Erdbewegungen kom. men auch schnelle Manenbewegungen vor. so 1878 am rechten Ufer des Memelsiromes, reichlich 6 Meilen östlich von Tilsit. Dort hatte der Strom bei Eisgängen und Hochfluthcn den Fuß der Thalböschung nach und nach so weit abgetragen, daß die geringe abnagende Thätigkeit des Flusses im Sommer jenes Jahres genügte, um den Sturz plötzlich auszulösen. Mutmaßlich hat dabei Quellenbildung die Wirkung des Stromes unterstützt. Durch ähnliche. wenn auch kleinere Abstürze sind offenbar die zackcnförmigen Klippen von Geschiebemergel entstanden, welche das Wcichselufer zahlreich ausweist. Einen noch frischen Sturz sah der Geologe Jcntzsch im Juni 1900 an der Danzizer Bucht nordöstlich von Hochredlau. An der Oberkante stehend, schaut man dort hinab in einen Kessel mit kraterähnlich abfallenden Steilwänden, während der Boden desselben von einem schwer betretbaren Gewirr größerer und kleinerer Erdschollen und hinabgestürzter Bäume und Sträucher bedeckt ist. Unterhalb Schwetz am linken Ufer der Weichsel findet man einen der größten Bergstürze des Flachlandes, dessen Datum aber nicht bekannt ist. Ueöerhaupt bestehen dort viele alte Sturzgebiete; einige davon sind so ausgedehnt, daß sich auf ihnen Wohnhäuser und Gärten, ja, kleine 2lecker finden. Wie in Ostpreußen, so sind auch an anderen Strömen und Flüssen des norddeutschen Flachlandes ältere und jüngere Bergrutsche viel verbreitet, und sie bilden einen wesentlichen Theil der Vorgänge bei der Vertiefung und Verbreiterung der Thäler. Im Siebengebirge am Rhein hat das neuliche schwere Unwetter vte! fache Erdrutschungen verursacht. Sehr deutlich treten diese dem Wanderer im Nachtigallenthal vor Augen, wo die Gehänge des Weges gegen den Bach hin vielfach abgestürzt sind und Längsriff: im Boden weitere Abstürze in Aussicht stellen. Eine Millio Noscn. Eine Million Rosen werden auf dern Gelände der Weltausstellung in St. Louis 1904 auf einem einzigen Fleck zu finden sein. Bereits im April d. I. sind die 50,000 Rosenbuscye, die vier Acker Fläche bedecken, angepflanzt worden, und 40 der bedeutendsten RosenZüchter Amerikas haben ihre besten Rosenstöcke der Ausstellung übergctcn, damit sie schon jetzt angepflanzt werden und im nächsten Jahre zur Rosenzeit in Blüthe stehen. Dieser Rosengarten, der an und für sich einen wunderbaren Anblick bieten wird, hat einen der besten Plätze in der Ausstellung. Er befindet sich vor der Hauptfront des riesigen Pc lasies für Landwirthschaft. der 1600 Fuß lang und 500 Fuß breit ist. Um den Eindruck der Ueberfüllung nicht aufkommen zu lassen, sind die Rosenstämme nicht dicht aneinander angepflanzt, sondern die einzelnen Gruppen der nach Farben und Arten geordneten Rosen sind immer von Rasenflächen umgeben, von denen sich die Büsche mit den herrlichen Blumen wirkungsvoll abheben. Die meisten dieser 50,00 Rosenstöcke sind von der harten urd halbharten Art. aber einzelne sind so 4t Vtsjjf s.Ct c w St crr 4 , C.UfUHJllU, UUj Ul l'CU iülllUl besondere Schutzmaßregeln getroffen werden müssen. Niescnmengc unbrauchbaren Pro viants. Ueber die Vernichtung einer großen Menge von Vorräthcn in Südafrika hat das englische Kriegsministerium neulich nähere Einzelheiten veröffentlicht. Am 23. März 1903 entschied eine in Pretoria zusammentretende Kommission von Offizieren, daß 300.320 Pfund Hafer zum größten Theil als unbrauchbar sofort zu vernichten seien. Es wurden ferner 800 Pfund Biskuits als ungenießbar zur Zerstörung bestimmt. Endlich entschied die Kommission nach Oeffnung einer sehr großen Zahl von Fleisch- und Gemüsekonservenbüchsen, daß sämmtliche Konserven in verdorbenem Zustande seien, und daß deshalb der ganze gewaltige Bestand von 1.669.382 Rationen vernichtct werden müsse. Da die Konserven innerhalb der letzten zwei Jahre geliefert worden waren, und die Lieseranten für den Zeitraum von zwei Iahren Garantie geleistet hatten, werden die Lieferanten den ganzen Schaden zu tragen haben. K n a o e zu o v e g eschleift. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich jüngst in Langdo.,. N. D., durch welchen der Tod eines zehnjährigen Knaben herbeigeführt wurde. Das Pferd, auf welchem er die Hauptstraße entlang ritt, scheute vor einem Hund, der Knabe fiel in Folge dessen herab und blieb unglückliche: Weise in einem Steigbügel hängen. Der Unglückliche wurde drei Blocks weit geschleppt und fein Kopf ward ganz zerschmettert. Es war kaum ein Knochen an seinem Körper ganz geblieben. Er starb kurze Zeit darauf. .
Wkiblichcr Ersindungogrill. Ter ntlzeil der Frauen an den Patent xtvgedungen in den Ver. Staaten. Das Patentamt der Ver. Staaten lieferte in einem seiner letzten Bericht einige interessante Ausschlüsse über das Anwachsen der Erfinderthätigkeit der amerikanischen Frauenwelt. DaZ Patentamt wurde im Jahre 1790 eröffnet, aber es dauerte fast 20 Jahre, bis eine Frau das erste Patent erhielt. Dies geschah im Jahre 1809, und zwar für eine Methode, nach der man Stroh mit Garn oder Seide zusammenirel-er kann. Im Jahre 1826 erhielten 14 Frauen Patente. Noch niemals vorher war eine so große Anzahl an Frauen ausgegeben worden. Desto eigenthümlicher erscheint es, daß von da an der weibliche Erfindunasgeist zu schlummern schien und erst zur Zeit des Bürgerkrieges wieder erwachte. Viele Patente waren für Hilfsmittel im Krie und für Verbesserungen in Hospitälern und Krankenzimmern. Seit den 60er Jahren blie dann dieZahl derFrau?nPatente fortwährend im Steigen. Im Jahre 1870 waren es 60. im Jahre 1880 bereits über 90. 1890 mehr als 200 und 1893 weit über 300. An der Spitze dieser Liste stehen die Patcnle fürVekleidungSgegenstände. Als nächst -größte Anzahl reiben sich Kcchgcrälhschaften. Möbel. Wärm-. Wäsche- und Reinigungsapparate, Näh-. Spinnund Bauapparate. chirurgische Apparate. Spielsachen und Koffer an. Auch an Kinderwagen. Fuß- und Fahrräder Attributen, Druckerei- und Flaschenabzuginstrumenten, Kisten und Körben. Uhren. Hufeisen. Motoren, musikalischen Instrumenten, Klempncrwerkzcgen, Wandschirmen. Papeterien, The.iterutensilien, Toiletten - Artikeln und Schreibmaschinen haben die Frauen ihre Erfindungsgabe erprobt. Die meisten Patente sind für Verbesscrungen an schon bestehenden Erfindungen bewilligt worden. Ocschichte einer Jnscbrift. In einem Buche, das vor Kurzem zur Erinnerung an das 100iährig: Lestehen des Friedhofs in Mainz crschlcnen, wird auch eines dortigen Gral.denkmals gedacht, an das sich eine interessante Geschichte knüpft. Bei dem Straßenkampf am 21. Mai 1843 sind auch fünf preußische Soldaten durch Kug'ln der Bürger gefallen. Als :, später die hochgehenden Wogen etwas beruhigt hatten, wurde diesen Gefallenen ein Grabdenkmal auf dem FriedHof erri5)tet, das folgende Inschrift trug: Zum Andenken an die am 21. 5. 1348 in Mainz gemordeten Kameraden von ihren Waffengcfähncn." Kaum war dies Grabdenkmal enthüllt, als in einer Nacht das Wort gemcr-
deten" aus dem Stein herausgemeißclt wurde. Die Militärbehörde ließ die Inschrift erneuern, aber schcn in der folgenden Nacht hatte der Meißcl ctomals das Wort beseitigt und an denen Stelle war in den Stein das Wort ,.getödteten" eingefügt worden. Es würd: nunmehr eine Militärwache auf den Friedhof gestellt; als diese aber späier wieder eingezogen wurde, begann da3 Spiel von Neuem, bis die Militärb:Horde von einer besseren Einsicht geleitet" das Wort getödteten" in dem Stein belassen hat. Noch heute kann man die Einfügung des Wortes getödteten"' auf dem Grabdenkmal sehen. Ter Thäter ist von der Behörde nie ermittelt worden, obwohl in Mainz Jedermann wußte, wer es gewesen war. Ei tzerrcnloicr Archipel. Etwa 25 englische Meilen von der tunesischen Küste entfernt hat man ein: Inselgruppe entdeckt, die keinem Menschen gehörte. Unlängst hat nun ein französischer Beamter Namens l'Aulhouard im Namen Frankreichs von dieser Inselgruppe Besitz ergriffen. Er fand auf Galit. der größten dieser Insein, einen ehemaligen französischen Ur. teroffizie? Namens Element, der don seit 14 Jahren in Gesellschaft von etwa 100 mehr oder minder wilden Individuen lebte. Es wurde sofort eine ctw2ö summarische Verwaltung orgamsii: und Herr Element amtlich mit den etwas weit auseinanderliegendcn Funktioncn eines Konfularagenten, eir.es Fischcreiaufsehcrs, eines Hafenmeisters, eines Standesbeamten und eines Lebrers betraut. Die Tomänenverwaltung hat sich außerdem bereits daran gemacht, die Eigenthumsfrage zu regeln. D i e B e st i e im Menschen. Vier junge Burschen in Detroit, Mich.. überfielen letzthin den zwölfjährig?.-. Frank Sminke, banden ihn mit gekreuzten Armen an einen Baum und zündeten unter ihm ein Feuer an, den Qualen und dem Gewimmer des Ccmarterten gefühllos zusehend. Wäre nicht ein Güterzug zur rechten Zeit angefahren, dessen Perfonal den Arrestanten befreite, so hätten die verworfenen Halunken ihr Vorhaben au?geführ: und einen ganz unschuldigen Knaben, der ihnen nichts gethan, aus reiner Verbrecherlust zu Tode verbrannt. Füße und Beine des Knaben sin") schlimm verbrannt. Kindesleiche mittelst Dynamit aufgefunden. Ein kleines Mädchen in Winona, Minn., ging dieser Tage mit ihrer Schwester den Boom der am Mississippi delegenen dortigen Empire Lumber Eo. entlang und stellte sich auf einen kleinen losen Baumstamm. Sie stürzte sofort in's Wasser und verschwand, ehe Hilfe sie erreichen konnte. Die Leiche wurde nur vermittelst Dynamit aufgefunden.
