Indiana Tribüne, Volume 27, Number 16, Indianapolis, Marion County, 10 September 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, 10 September 190.

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Ein PrattcnschilKsal. Novcllctte von Anna ijr. So oft ich mein: Studienmappe durchgehe, verweile ich länger bei einigen Skizzen, die alle das nämliche Frauenantlitz darstellen. Obwohl ich mir bewußt bin, daß die Zeichnungen dem Original auch nicht annähernd gerecht werden, halten sie doch eine Erinnerung in mir lebendig, die mich im Innersten bewegt, so ost ich mich ihr hingebe. Zwölf Jahre mag es her sein, daß mein ältester Bruder, der sich in der kleinen Residenz K. angekauft hatte und glücklich verheirathet war, mich dringend zu sich einlud. Seine junge Frau schloß ihre herzlichen Bitten den seinen an. Meinen Bruder hielt sein Beruf oft vom Hause fern, und seine Gattin bedürfte in ihrem Zustand der Gesellschaft sowie der Pflege. Ich reiste also nach K. und fühlte mich bald heimisch bei den lieben Menschen. Da es in dem kleinen Haushalt nZchiZ für mich zu thun gab, da ferner meine Schwägerin stundenlang während des Vormittags zu ruhen gezwungen war, wobei sie mich entbehren konnte, begann ich bald Streifzüge durch die kleine Stadt, die an einem lebhaften Flusse gelegen, einen besonderen malerischen Reiz hatte. Unter den wenigen eigentlichen Sehenswürdigkeiten fesselte mich besonders das alterthümliche Museum, das Waffenund Münzsammlungen enthalten sollte. Doch glaubte ich gehört zu haben, daß sich in den Seitenflügeln mehrere Kabinette mit alten Gemälden besän den, und ein unwiderstehlicher Drang lockte mich zu ihrer Besichtigung. Meine Erwartungen sollten weit iibertroffen werden. An einem war men, goldigen Frühsommertag war es, als ich, allein, meinen Plan zur Besichtigung jener alten Sehenswürdigkeit ausführte. Ein weißhaariger Kastel lan erschien auf mein wiederholtes Klingeln an der hohen eisernen Pforte. Mit dem gewaltigen Schlüsselbund klirrend, schlurfte er mir voran. Die eingeschlossene, kühle und bum pfe Luft in den alten Räumen berührte mich fremd nach erquickender Wänderung in der balsamischen Atmosphäre draußen. Eine seltsam erwartungsvolle Stimmung nahm mich gefangen. Unwillkürlich dämpfte ich meinen Schritt, und fast schüchtern ließ ich meine Blicke an den stattlichen Bogengewölben der alten Gänge emporgleiten. Der Schließer öffnete eine Thür, und ich trat in einen mittelgroßen, kapellenartig gewölbten Raum. Durch die bogigen Fenster fiel gedämpftes Licht. Ich schritt weiter vor, äugenblicklich gefesselt durch ein Gemälde von eigenartiger Schönheit, ein Stillleben. Auf einem mit purpurnem Teppich verhängten, ovalen Tisch befand sich altes Malergeräth in malenscher Unordnung: ein hoher Pokal, Goldschmiedearbelt von unschätzbarem Werth, zw:i feine, geschmeidige Ketten, ein Diadem, Spangen und ein breiter Ring mit matt schimmernder Perle. Röthlicher Abendschein ließ die niche Pracht in berückendem Glänze ausleuchten. Dem kleinen Raume neben dem Kabinctt, das diesen kostbaren Schatz umschloß, sowie den alten Bildern im gegenüberliegenden Flügel schenkte ich

nur getheilte Aufmerksamkeit. Wieder und wieder kehrte ich zu der wundervollen Darstellung des alten Goldgeräths zurück. Mein Verlangen, eine Copie davon anzufertigen, war unbezwinglich. Die große Schwierigkeit der Aufgabe reizte meinen Ehrgeiz. Ich begann mit dem alten Kastellan zu verhandeln, den mein wiederholtes Verweilen vor dem Bilde zur Ungeduld zu reizen schien. Er sah mich fast erschrocken an, als ich meinen Wunsch, täglich auf zwei Stunden hier meine Staffele! aufschlagen zu dürfen, freundlich vorbrachte. Lebhaft schüt leite er den weißen Kopf. Aber ich bitte Sie, warum sollte das nicht angehen? Es ist Niemand hier, den ich stören könnte." Er maß mich mit einem mißtrauischen Blick. Ja, wenn es drüben im anderen Flügel wäre," sagte er langsam, fast lauernd. Ich wurde verstimmt. Begreifen Sie denn nicht, daß es mir eben um dieses Gemälde zu thun ist? An jenen im linken Flügel liegt mir nichts. Aber von diesem muß ich eine Copie haben! Ich muß!" Mit einem energischen Griff zog ich meine Börse. Nachdem ich sie beträchtlieft erleichtert hatte, erhielt ich das Versprechen des Alten, mich täglich auf zwei Stunden in seinem stillen Bereich schalten zu lassen. ' Auf dem Heimwege grübelte ich nach über des Schließers seltsames Verhalten bei meiner Bitte. Und je länger sich meine Phantasie mit dem , alten Gebäude, seinen dämmerstillen Gängen, seine gewölbten Räumen beschäftigte, desto mächtiger wurde meine Seele von einem nie gekannten Zustand der Verträumtheit und der geheimnißvollen Spannung gefangen genommen. Bruder und Schwägerin belächelten meinen Eifer, als ich ihnen meinen Entschluß mittheile. Ich aber ließ mich nicht beirren, und schon am nächsten Tage begann ich meine Arbeit. Wohl eine knappe Stunde mochte ich thätig gewesen sein, als ein Geräusch

rn dem Nebenraum rechter Hand mich aufmerksam machte. Ich glubte.der Kassellan komme, um seinen Eindringling zu beobachten, und sah gleichmüthia auf. Durch eine bisher von mir unbemerkte Tapetenthür in dem benachbarten Kabinett war eine Frauengestalt eingetreten. Sie ließ sich, offenbar mit dem Raum längst vertraut, auf dem Ruhesitz in einer der tiefliegenden Nischen nieder. Ihre Hände falteten sich, und sie verharrte regungslos, in den Anblick des ihr gegenüber hängenden Bildes versunken. . Ich wagte nicht, mich zu bewegen. In athemlofer Spannung beobachtete ich die eigenartige Erscheinung. Ein Lichtstrahl, der durch das naheliegende Fenster fiel, beleuchtete die Gestalt und das bleiche Antlitz, das schönste Frauenantlitz, das ich je gesehen habe. Von einer unvergleichlichen Reinheit der Linien war die schlanke, fast schmächtige Gestalt, das Haar dunkel und sehr schlicht geordnet, die Augen feucht und ein Ausdruck in ihnen, ein Ausdruck Sehnsucht, inbrünstige, qualvolle Sehnsucht, heilige Schwermuth klagten aus diesen weit geöffneten leuchtenden Augen. Ich kann nicht sagen, wie lange sie verweilte, wie lange ich, in ihre Vetrachtunz versunken, gestanden habe. Mit einem tiefen Athemzug, der wie ein Seufzer klang, erhob sie sich endlich; ich hörte das Rauschen ihres langen dunkeln Gewandes, und dann schloß sich lautlos die Tapetenthür. Eine volle Woche blieb ich von ihr unbemerkt. Sie kam täglich mit Ausnähme des Sonnabends. An diesem Tage war das Museum dem Publikum geöffnet, und es fanden sich, wenn auch niemals zahlreiche, so doch vereinzelte Besucher ein. Schließlich aber wurde sie meiner gewahr. Ich hatte bei einer unvorsichtigen Bewegung mit der Palette gegen die Staffelei gestoßen. Sie fuhr von ihrem Sitz empor, ein Zittcrn überlief ihren schlanken Körper. Hastig zog sie den Schleie? vor das Antlitz, und ehe ich noch ein Wort über die Lippen bringen konnte, war sie entflohen. Mehrere Tage blieb sie aus, dann aber tauchte sie wieder auf. Die Art, wie sie eintrat und ihren Platz in der Nische wieder einnahm, verrieth, daß sie während ihres Fernbleibens schmerzlich entbehrt hatte. Mit einem scheuen Blick streifte sie mich. Als sie aber sah. daß ich emsig mit meiner Arbeit beschäftigt war, schien sie sich zu beruhigen. Und nun kam sie regelmäßig wieder. Ich aber hütete mich wohl, sie anzusprechen. Ihre ganze Haltung, der Ausdruck ihrer Züge warnten mich, sie durch ein fragendes Wort einzuschüchtern und dadurch vielleicht für immer zu verscheuchen. Das Bild, vor dem sie stundenlang verweilte, war ein sehr altes, in weichen Farben gehaltenes, stark nachzedunkeltes Gemälde: Maria, das Kind anbetend". In einem ärmlichen, von Dämmerlicht erfüllten Gemach kniete die heilige Mutter in demüthiger Haltung. Der Knabe ruhte nicht an ihrer Brust, sondern vor ihr, auf dem sorglich bereiteten Lager hingestreckt. Aus dem tiefen Dunkel des BildeS l?uchtctz wundersam der rosige Körper des Kindes hervor. Auf dieses Kind blickten die sehnsuchtsvollen Augen der einsamen

vrau. .... Ich hatte meinen Geschwistern nichts von meinem Erlebniß erzählt. Einmal, als ich mit meinem Bruder ein Aöendconcert besuchte, sah ich die geheimnißvolle Fremde an der Seite eines hochgewachsenen Herrn. Sie trug eine farbige, sehr reiche Toilette, und ich hatte die Empfindung, ihr eigener Geschmack sei bei der Wahl des Kleides nicht maßgebend gewesen. Das Paar sprach nur wenig miteinander. Während der Symphonie beobachtete ich. daß der Herr sie anredete; als cr ihre Versunkenheit bemerkte, schien er seine Worte heftig zu wiederholen. Ich bemerkte, wie sie heftig zusammenschrak und mit furchtsamen Augen zu ihm ausschaute. Mit lebhaftem Interesse betrachtete ich den Mann neben ihr. Er hatte eine stolze, herrische Haltung. Der dunkle, mit Sorgfalt gepflegte Bart fiel bis auf die Brust herab. Die unbekleideten Hände waren groß, sehr hager und von raschen, gleichsam gierigen Bewegungen. Das Auge blickte selbstbewußt und kalt. Um dieLippen lag ein für den aufmerksamen Beobachter unverkennbarer Zug von Härte, wie man ihn bei Männern findet, an deren Seite zart und edel veranlagte Frauen langsam verkümmern. Auf meine Frage nannte mir mein Bruder den Namen der beiden. Nunmehr konnte ich Erkundigungen einziehen. Ich erfuhr, daß die schone Frau einer altadligen Familie entstammte und vor zehn Jahren, siebzehnjährig, dem bedeutend älteren, verm'ögendin Mann vermählt wurde. Die Ehe war kinderlos geblieben. Ich hatte meine Kopie beendet und war zufrieden mit mir. Mein Bruder lobte, meine Schwägerin bewunderte meine Arbeit. Sie waren froh, mich nun ausschließlich für sich zu haben, und ich hätte sie auch nicht mehr verlassen mögen. Das erwartete frohe Ereigniß ging glücklich vorüber; und als die junge Mutter sich erholt hatt?, reiste ich ab. . Daheim angelangt, fertigte ick jene vorbin erwähnten Skmen des fitzu

enkopfes. dessen reine Schönheit mich so ungemein gefegt hatte. Obgleich

ich meine Ohnnlc.cht. dc:n Zauber oei wundervollen Züge gerecht zu roerocn. vollkommen einsah, befriedigte mich doch das schlichte Ergebniß meiner Bemuhungen. Drei ftalrre verainaen. bevor ick wieder bei mirtftr steiYfiirifiern au fflafte sein konnte, so oft und herzlich sie mich auch darum gebeten hatten. Unbeschreiblick aron war meine 5?reude an i u j dem Kinde, einem klugen und lebhaften kleinen Madchen, das sich sofort an mich anschlon. Täalick fübrte ick die Kleine ins Freie, und jedesmal ver langte iie. den Flutz zu seyen, oejjen frohe, kräftige Bewegung ihre schönste Freude war. Wir mukten eine der elegantesten Villenstraßen der kleinen Stadt durchwandern, um zum Flusse zu gelangen, ks war Mai. Die Garten prangten im ersten Vlütbensckimuck: Hyazinthen, Tulpen und Primeln standen in vollem Flor. Meine kleine Nichte jauchzte beim Anblick der leucht ienden Pracht. Ein großes, ovales Bett, überblüht von weißen Narzissen, die ein zarter Kranz hellblauer feiner Blumen umzog, war ihr besonderes Entzücken. Sie blieb am Gitter stehen und drückte ihr glühendes Gesichtchen an die Stäl.e. todjon, liebe Tante, schon!" jubelte sie. Eine freundliche Wärterin, ein Kind im Arm, kam vom Hause her und reichte der Kleinen durch das Gitter eine der weißen Narzissen. Ein Laut der Ueberraschung von meinen Lippen ließ sie befremdet aufschauen. .Das Christuskind! Das Christuskind!" Ich glaube, daß ich diese Worte laut gesprochen habe. Der Knabe, den sie im Arme hielt, hatte die Züae des beiliaen Kindes auf dem alten, dunkeln Gemälde im Museum, zenes Kindes, auf dem die sehnsüchtigen Augen der bleichen Frau so oft geruht hatten. Ein Rauschen von Frauenkleidern auf dem Kies machte sich vernehmlich. Ich sah sie wieder, schöner noch, tausendmal schöner als damals. Die hohe Gestalt war voll erblüht, auf den Wangen ein sanfter Purpur, das Auge stolz und strahlend. Auch sie erkannte mich. Ich brachte kein Wort hervor, und Quch sie schwieg. Aber unsere Augen hielten Zwiesprache. Bis ms Herz erschütterte mich der Ausdruck überschwenglichen Glückes in diesem verklärten Antlitz. Sie nahm das Kind von dem Arme der Wärterin und drückte es an ihre Brust. Dann öffnete sie die Gartenpforte und hielt mir den Knassen entgegen. Ich legte meine Hand auf das weichumlockte KöpfÄen und küßte . des Kindes reine Stirn. . Darauf schieden wir. Mehrere Jahre nach dieser Vegegnung erkrankte ich schwer. In meinen Fiebcrphantasien beschäftigte ich mich viel mit der fremden Frau und dem schönen Kinde, die ich lange Zeit vergcssen hatte. Meine Gcnefung siel in den Herbst, der noch einige wundervoll milde und sonnige Tage brachte. Am Abend eines solchen Tages war es. Man hatte das Fenster geöffnet. In weichen Wellen strömte die balsamische Luft herein. Ich lag, bequem gebettct. und athmete tief und wohlig, dem Gefühl angenehmer Mattigkeit, wie nur der Genesende es kennt, ruhig hingegeben. Die Pflegerin hatte das Zimmer verlassen. Ich war allein. Meine Gedanken weilten bei den Gestalten, die während der qualvollen Leidenszeit meine Psntasie erfüllt hatten. Lebendig stand das Bild der schönen Frau mit dem zarten Kinde an ihrer Brust vor meinem geistigen Auge. Plötzlich richtete ich mich auf. Durch die dem Bett gegenüber liegende Thür meines Gemachs war sie eingetreten, la"ilos, in schleppendem, schwarzem Gewand. Das dunkle Haar, triefend von Nässe, umgab ihr farblosesGesicht. aus dem die gleichsam erloschenen Augen mich anstarrten. Sie hielt das Kind in ihrem Arme. Langsam trat sie an mein Bett und legte den Knaben mir an das Herz. Der kleine Körper war eiskalt, und die Kälte, die von ihm ausging, drang mir bis ins Mark. Laut schrie ich Die Pflegerin trat zu mir, trocknete meine Stirn und beruhigte mich. Sie sagte, daß ich geschlafen und schwer geträumt hätte. Als ich, völlig genesen, meine Gefchwister in K. wieder besuchte, fragte ich nach der Fremden und dem Kinde. Der Knabe war plötzlich erkrankt und nach kurzem Leiden gestorben. Die unglückliche Mutter kehrte von einem Friedhofsbesuch, den sie allein und heimlich unternommen hatte nicht wieder zurück. Am Ufer des Flusses vnnr ft V, rr v, , : u . i1 fa Irrgängern gejeyen worden. Lange suchte man vergeblich. Schiffer fanden endlich die Leiche und bargen sie. Ich forschte genauer nach. Das Unglück geschah während meiner Genesung an jenem Herbsttag, der mir den schweren Traum gebracht hatte. Protz. Nichter: Herr Golden krön, der Zeuge will Sie bei dieser Gelegenheit in einem Pferdebahnwagen fahren gesehen haben." Zs . ä Sach'. will ich klagen gegen den Zeugen wegen öffentlicher Verleumdung."

jlnrnrn in St. mia. Eigenartige Sehenswürdigkeit der nächste Weltausstellung. Eine Nachbildung der Kronen, welche die Herrscher der größten Reiche der Welt tragen, wird zu den eigenartigsten Sehenswürdigkeiten der Weltausstellung gehören. Ueber drei Jahre hat die Fertigstellung dieser Sammlung gedauert. Der Aussteller hatte auch das kaiserliche Heroldsamt in Berlin um die Genehmigung ersucht, eine Nachbildung der Kaiser- und Königskrone anfertigen und ausstellen zu dürfen. Außer dem preußischen Hofe haben die Höfe von Großbritannien. Italien. Oesterreich, Schwcden, Spanien, Portugal, Holland. Dänemark und Siam ihre Einwilligung gegeben. Es werden auch die Kronen Napoleons des Ersten, die Tiara des Papstes und der große Stern des japanischen Mikado ausgestellt. Der Aussteller war personlich in allen Hauptstädten, um an Ort und Stelle seine Skizzen zu machen. Die in der Kathedrale von Monza bewahrte Krone der Lombardei ist ebenfalls so nachgebildet, daß Original und Kopie kaum zu unterscheiden sind; selbst die im Original vorhandenen beiden Risse und die seit über 1000Jahren veraltete Fassung sind genau wiedergegeben. Diese Krone der Lombardei besteht aus einem schweren Goldreif, der. oben offen, von edlen Steinen überragt wird. Zlönigin Theodolinda soll sie nachgeschichtlicherUeberlieferung im Jahre 591 zuerst getragen

haben. Aus einem echten Nagel vom Kreuze Christi, so erzählt die Sage, ist der eiserne Reif im Inneren, nach dem die Krone benannt wird, hergestellt. Die preußische Krone kostete in der Nachbildung am meisten, denn sie besteht fast nur aus reinsten, weißen Diamanten, welche gegen Kreuze aus edelsten Saphiren abstechen. Kaiser Wilhelm befahl, daß alles geschehe, die Nachbildung der Krone zu erleichtern, auch hat der Kaiser die fertige Nachbildung begutachtet. Die Herstellung der preußischen Krone nahm sechs Monate in Anspruch, weil 1200 Edelsteine in ihr gefaßt sind. Gegen Ameisen in Häusern. Ameisen mögen für die Naturforscher noch so interessante Thierchen sein, für die Hausfrau, der sie in die Küche und Vorrathskammer dringen, sind sie es nicht. Mit einer ihrer hohen geistigen Begabung entsprechenden Hartköpfigkeit wagen sie sich trotz aller Verfolgungen immer wieder an alles heran, was süß ist, und wo sie einmal festen Fuß gefaßt haben, gelingt es kaum, sie wieder ganz auszurotten. Die Zahl der zi' ihrer Vertreibung empfohlenen Mittel ist Legion. Besonders hassen sollen sie todte und stinkende Fische. Petersilie,, Kerbel, HollunkerUüthen. Tyeer, Thran und Spieköl. Das sicherste ist noch, die Nester mit siedendem Wasser zu verbrühen, aber diese Nester sind in Gebäuden oft gar nicht zu entdecken. Neuerdings wird in den Pariser Debats" ein unter allen Umständen sich bewährendes Verfahren gegen die. Ameisen in Häusern empfohlen. Es besteht in verschimmelten Citronen. Der Gewährsmann des französischen Blattes legte Stücke zerschnitten Citronen auf den Boden des Kellers, ließ sie dort, bis sie sich mit grünem Schimmel überzogen hatten, und brachte sie dann in die von den Ameisen heimgesuchten Schränke u. s. w. Es entwickelte sich darauf in den Behältnissen ein scharfer, an Schwefeläther erinnernder Geruch, und nach zwei Tagen hatten die unliebsamen kleinen Gäste das Feld geräumt. Der Streich gelang. Vor der jüngsten deutschen Reichstagsnxlhl ließ ein Gutspächter durch den Statthalter seinen Leuten sagen, er würde sich, wenn bei der Wahl sich keine sozialdemokratische Stimme fände, so freuen, daß er Tanzmusik gäbe, und jcder von seinen Leuten fünf Pfund Fleisch erhielte. Die Leute besprachen sich über den Fall und kamen sehr bald zu der übereinstimmenden Ansicht, daß es sich in diesem Fall lohne, anstatt Herrn Tischlermeister K. den Gutsbesitzer v. T. zu wählen. Demgemäß sahen sie nach beendeter Wahl in freudigster Stimmung der Verlesung des Wahlergebnisses entgegen, waren aber tief geknickt, c.Is 27 Zettel für v. T. und 1 für K. sich fan den. Gä hatte eben der Herr, findig." wie er war. selbst den einzigen rots;n Zettel eingelegt, nachdem er sich vorher über die Stimmung seiner Leute hatte unterrichten lassen. Ächmgericht der Zigeun e r. Im Orte Magyar-Egros. Ungarn, verübte jüngst eine Zigeunerbände einen Mord von seltene? Grausamkeit. Eines Abends kam ein junger Zigeuner. Michael Bozura. zu dem dortigen Stuhlrichiör mit der Bitte um Schutz, weil er von der Zigeunerbande, die er wegen Raubes verrathen hatte, zum Tode verurtheilt worden sei. Die Bande wurde daraufhin vom Stuhlrichtn verjagt und dieser wies dem Bedrobten ein versperrtes Zimmer im Gemeindehaus an. Am darauffolgenden Morgen fand der Stuhlrichter das Zimmer leer. Die Zigeuner hatten das Versteck ausfindig gemacht und den Verurtheilten entführt. Bauern fanden im Felde seine Leiche in schrecklichem Zustande, halbirt an zwei Akazien hängen. -sr Die beste 5 Cent Cigarre in d:r Stadt, Mucho's Longfellow".

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