Indiana Tribüne, Volume 27, Number 15, Indianapolis, Marion County, 9 September 1903 — Page 5

Indianer Tribüne, 9. September 190J5

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Ein armer Junge. Skizze von Anna v. rane. Die Nüchmittazssonne langweilt: slöi in einem öden Zimmer, dessen Wände förmlich zu gähnen schienen. Die Büsten Mozarts und Beethovens, die den einzigen Schmuck des Raumes bildeten, blickten bedenklich schlaftrunken in die Welt und ein paar steife Ge raniumbüsche am Fenster hingen die Köpfe. Ein?, zwei, drei! Eins, zwei drei! rief eine Stimme in gewohnheitsmäßigcm Tonfall und ein Taktstock klapperte auf dem Pult. Acht neugierige Mädchcnaugen richteten sich auf das Notenblatt, nachdem sie in der Pause einem verirrten Falter nachgeblickt hatten und acht Hände begannen wieder an dem Musikstück zu üben, das die besten Schülerinnen Herrn August Heinrich Müllers im nächsten Prllfungsconert ihren bewundernden Eltern und Tanten vorspielen sollten. Auf dieses Ereigniß freuten sich die Backfische wohl sehr, aber das Ueben unter dem Taktstock des Gestrengen war weNiger kurzweilig, und es wurde daher als eine sehr angenehme Unterbrechung empfunden, als außen an die Thür geklopft wurde. Meine Damen, wir machen eine Pause, sagte der Lehrer in würdevollem Ton und öffnete die Pforte seines Musiksaals. Ein bescheidener Mann trat ein, der ein wandelndes Kleiderpacket an der Hand führte, aus dem ein altkluges Kindergesicht hervorsah. Schön, Herr Sekretär, daß Sie einmal kommen! sprach der Musiklehrer in gönnerhaftem Ton und reichte dem Manne zwei Finger seiner gepflegten Hand. Dann wendete er sich zu seinen Schülerinnen: Meine Damen, hier der kleine Heini Dornbach ist das jung? Talent, von dem ich ihnen bereits gesprochen habe. Sag' schön guten Tag, mein Junge. - Der Kleine war mittlerweise von seinen Oberkleidern befreit und stand nun als ein blasses, unansehnliches Kind von etwa sechs Jahren vor dein kritischen Publikum, das ziemlich enttäuscht dreinblickte. Der vielbesprochene Wunderknabe Herrn Müllers war so aar nichts zum Hätscheln und auf den Schoß nehmen! Ein zierliches Mädchen von zwölf Jahren schnitt ein: kleine Grimasse, die der Lehrer bemerkte; er drohte ihr mit dem Finger, warten sie ab, Alix! sagte er. .Der Vater stimmte jetzt eine Geige und reichte sie dem Kinde, prellt euch des Lebens", geigte Heini mit allerlei kleinen, selbsterdachten Variationen. Bravo, bravo! lachte das Publikum. Noch mehr? fragte er. als er geendet katte,und trug allerlei Stückchen mit Verstand und Ausdruck vor. bis Herr Müller zum Schluß mahnte. Die Mädchen waren jetzt ganz umgestimmt, jede wollte mit dem Kleinen reden und spielen.während der Vater freudestrahlend imHinterrunde stand u. Ali? von Werden, der Backfisch, der zuerst die Nase gerümpft hatte, nahm Klein-Hei-ni in die Arme und wollte ihn küssen, was einen wüthenden Widerspruch seiuer gekränkten Mannesehre zur Folg: hatte. Ich lasse mich von keinem MädÄen küssen! schrie er unter gewaltigem Strampeln. Wenn du deine Ansicht nur später nicht änderst! lachte Herr Müller leise in sich hinein: er machte manchmal gern ein Späßchen. Zwölf Jahre waren verstrichen. Wieder war es ein langweiliger Nachmittag und wieder übten einige Backfifch? im öden Musiksaal, in dem sich in all der Zeit nichts verändert hatte, außer daß die Nase vom Gipsmozart gekittet worden war und sein Genosse seh? schwärzlich angehaucht dreinblilte. Auch Herr August Heinrich Mülle? war noch ganz der Alte, nur Alix hatte sich verändert, und die Mädchen mu sierten mit Bewunderung die sck'öne junge Dame, die ihr Lehrer aus einen Stuhl complimentirte. Ich komme mit einer Bitte, begann sie, köi.nen sie mir wohl einen Violinspieler empfehlen, mit dem ich manchmal musiziren kann? Keinen Virtuos sen. irgend ein schlichtes, einfaches Menschenkind, das weder schlecht noch zu schrecklich gut spielt wobei ich thu mitkann! , Hm, 0 ja, Herr Müller schien nachzudenken. Warum denn nicht? fügte er zu sich selbst redend hinzu und sagt? dann: Sie spielen gut, wie ich von frü, ljer her weiß, namentlich Beethoven spielen Sie recht brav, da wäre er schon nicht so übel, aber, aber. Er spielt nämlich ein Adagio ganz gut, recht gut sogar, aber mit dem Allegro, da haperts immer, da liegt kein Feuer drin, kein Leben. Nun. wenns weiter nichts ist, dann könnte man es ja mit ihrem geheimnißvollen Er Probiren. Wer ist es denn? Vielleicht erinnern Sie sich seiner noch, er heißt Heini Dornbach. Ach. das kömische Wunderkind, das nachher in Ihren Prüfungsconcerten immer so hübsch spielte und dazu auf ein Schemelchen gestellt wurde! Wie geht es ihm jetzt? Schlecht gehts ihm! Die QUvcrt sind gestorben, er wohnt bei der Großmutter. die selbst arm ist. dabei ist er stets kränklich, kommt nicht recht weiter in der Musik, ich unterrichte ihn umsonst, es wäre ihm ein' kleiner Verdienst zu Können, hm, ich will mal mit der Großmama sprechen. Acht Tage später kam der junge Musiker zu Alix. die als vielgeseierte

Erdin mtt erntr anen lernte elne xrnia im vornehmsten Viertel bewohnte. Der arme Heini wagte kaum an der Hausthür zu schellen, denn er war sich seines mehr wie bescheidenen Aeußern betauft t. Alix aber that, als ob sie sein fadenscheiniges Röckchen nicht bemerkte, empfing ihn wie einen alten Bekannten, ließ ihn im behaglich erwärmten Salon niedersitzen und bemühte sich, den Jungen aus seiner Verlegenheit herauszureißen. Es wurde Thee ge trunken und die alte Tante bot ihm Jackwerk dazu. Er hielt seine Tasse so linkisch wie nur möglich, ver schluckte sich am Kuchen und thaute erst auf, als seine schöne Wirthin ein Thema anschlug, das ihnen beiden geläufig war, die Musik. Da fing er an zu sprechen und sein dunkles Auge, das einzig Schöne in seinem Gesicht, bekam Ausdruck und richtete sich auf die Mädchengestalt, die im niedrigen Sessel neben ihm halb lag, halb saß und die kleinen Füße in Pantöffelchen auf das Kamingitter stützte. Die Seide ibrer Gewänder knisterte leise bei je der Bewegung und das Lampenlicht spielte in ihrem goldbraunen Haar. Nun wollen wir aber anfangen zu musiziren, sprach sie endlich und trat an den kostbaren Flügel, auf dem sie einige Akkorde anschlug. Es klang wie der Ton einer Kirchenorgel, so voll und tief. Was befehlen Sie? fragte er, und der Bogen zitterte in seiner Hand. Beethoven, die sechste Sonate in A?dur, antwortete sie lakonisch, und hielt ihm das Buch hin, das er auf ein Pult legte. Sie begannen und Alix machte ein enttäuschtes Gesicht. Herr Müller hatte Necht, das Allegro wurde ziemlich langweilig unter Heinis Bogen. D weh zum Schlechtspielen war der gute Junge doch ein bißchen zu häßlich! Doch nun kam dasAdagio, das Herrliche Adagio, und damit lebte Heini auf. Er war wie verwandelt, seine Geige fing an zu singen wie ein fühlendes Wesen. Alix vergaß fast mitzugehen im Spiel vor Bewunderung, und draußen vor der Thür horchten die Dienstboten auf das wundervolle Lied, das Flügel und Violine sangen. Sie sind ein Genie! sagte Alix später zu dem Jungen, als man mit der Musik zu Ende war. Er machte ein dummes Gesicht. Wie meinen Sie? stotterte er. und warf ein kleines Tischchen um. das ihm im Weae stand, als er sein Instrument in den Kasten legen wollte. Die Dame lachte und sagte weiter nichts. Gelegentlich aber nahm sie ihn manchmal vor wegen seines lahmen Allcgros; er versuchte dann auf ihre Intentionen einzugehen; es wurde auch ein wenig besser mit dem gewünschten Feuer, aber sein Bestes blieb doch immer die Kantilene. und er bekam deshalb bei Werdens den Spitznamen: das Adagio. Heini aber war das gleichgültig. denn er lebte in einem Feentraum, seit er zweimal die Woche zum Spielen in die elegante Villa ging. Nun hatte er doch Augenblicke, wo er nicht angeschrieen, nicht in die Ecken gestoßen wurde, wo statt der verbitterten Großmutter. die über jeden Bissen zeterte, den er in den Mund steckte, eine schöne Dame freundlich mit ihm sprach, sein: Aukunftspläne anhörte, ihm Thee einschenkte und stillschweigend seinen Teller füllte und ihn mit Herr Dorn back?" anredete. Zeitweise sagte sie im Eifer auch Heini zu ihm, und das klang so schön! Er hatte noch nie gewußt, daß er so einen melodiösen Namen hatte; es war wie Musik, wie ein Adagio von Beethoven! Und seine Gönnerin war so schön! Ob sie in den Augen der andern Menschen auch so schön war, fiel ihm nie ein zu fragen; er hätte auch jeden für einen Verrückten gehalten, der nicht gefunden hätte, daß Fräulein Alix von Werden die vollkommenste Lichtgestalt sei. die je von Himmelshöhen herabgestiegen war, um Sterbliche mit ihrem Lächeln zu beglücken. An einem' schönen Abend im Juni traf Heini sein Ideal in Gesellschaftstoilette. Wir haben heute einige Zuhörer, erklärte sie ihm, da müssen wir uns zusammennehmen und gut spielen. Sie schien in der That an etwas Lampenfieber zu leiden, denn sie war von einer nervösen Unruhe, die ihr sonst fremd war, kümmerte sich wenig um den Jungen und nestelte fortwährend an ihrem Anzug herum, als ob er ihr immer noch nicht gut genug säße. Der Junge aber stand und starrte sie an. So hatte er sie noch nie gesehen in dem duftigen Feengewand, das sich so weich jeder Bewegung anschmiegte und am Hals offen' war, daß ihr Nacken in zartem Goldton, von bräunlichen Löckchen umringelt, aus dem Spitz.cngewebe hervorglänzte. Er stand und starrte und hielt eine halberblühte Moosrose in der Hand. Se'.en Sie sich doch, Heini, Sie machen einen ja ganz nervös mit Ihrem Herumstehen, sagte Alix endlich. Gewiß, gewiß, stammelte er, ich möchte Ihnen nur erst diese selbstgezoqene Rose geben dürfen. Danke, Sie sind sehr freundlich! Süchte sie zerstreut und sah zum Fenster hinaus. Sein Herz aber klopfte zum Zerspringen würde sie die ftoft zu den andern, den gluthrothen in il)rem Gürtel stecken? Da fuhr drauüen ein Waaen vor und sie warf sein:

Rose leicht auf das Klarier und eilte zur Thür. Einige Minuten darauf betrat die alte Baronin Breitfels den Salon, auf den Arm ihrer jungen Gastgeberin gestützt. Ihr Sohn, der berühmteSportsmann, folgte und überreichte Alix einen Strauß kostbarer Blumen. Ge statten Sie mir, gnädiges Fräulein, näselte er dabei. Ihre Hand zitterte, als sie den Strauß in Empfang nahm, und sie vergrub einen Augenblick ihr Gesicht hinein. Also das ist ihr Protege? sprach die alle )ame huldvoll, als ihr $em vorgestellt wurde, nachdem sie die Tante begrüßt hatte und behaglich in einem Sessel saß. Sie sollen ja sehr gu: spielen, Herr Herr Darmdorf. Da ihr Heinis Familienname wieder entfallen war, blieb sie bei dieser Variante und nannte ihn so den ganzen Abend. Er antwortete scheu und verlegen auf ihre Anrede und verneigte sich linkisch dazu. Man nahm den Thee, und Baron Vreitfels saß beinahe ebenso ungemüthlich da wie Heini, obwohl er es sich als Weltmann nicht merken ließ. Er wußte nicht recht, was er sagen sollte, da er sich meistens in Gesellschaft ganz anderer Damen bewegt, und dann graute es ihm im stillen vor einem Mädchen, das er im Verdacht hatte, ein halber Blaustrumpf zu sein, und das Beethoven spielte. Wenn sie wenigstens etwas Lustiges spielen wollte aber Mama hatte ihm eingeschärft, ja nichts zu sagen und auf die Musikschrulle der ausgezeichneten Partie einzugehen. In der Ehe kannst du ihr das Klavierspielen abgewöhnen oder aus dem Hause gehen wenn sie durch aus musiziren will. Das letztere hatte er sich überhaupt reichlich vorgenommen na, und das Mädel hatte Geld gute Figur ja, und man hatte Schulden in Gottesnamen denn Beethoven erdulden! Es wird mir ein Hochgenuß sein, sie spielen zu hören, gnädiges Fräulein! sagte er nach dem Thee und bot Alix galant den Arm, um sie an den Flügel zu führen. .Die zwei waren ein schönes Paar und Heinis Kehle schnürte sich plötzlich zusammen.' Er haßte mit einemMal den Kavalier bis zum Wahnsinn, und das Herz stand ihm dabei still vor banger Ahnung. Aber er sollte ja spielen! Mechanisch nahm er den Bogen zur Hand und be gann. Im Spielen aber kam es über ihn wie das Fieber, und er nahm das vorgeschriebene feurige Tempo mit tu ner Leidenschaft, daß Alix, trotz ihrer ablenkenden Gedanken, ganz erstaunt zu ihm hinsah. Sie hatte alle Mühe, ihm zu folgen. Was hätte Herr Müller heute zu seinem Schüler gesagt?! Er riß seine Mitspielerin fort, es überkam sie auch, spielte sie doch für ihren künftigen Gatten, und der Flügel bebte unter ihrer geübten Hand, während er um die Wette mit der Violine stürmte und grollte, lachte und weinte. Und dann kam das Adagio! Heini übertraf sich selbst, es schluchzte eine Seele in seinem Instrument, Alix vergaß sogar ihre Gäste über dem süßen Lied und führte die Sonate bis zum Schluß durch, ehe sie sich, mit einer schüchtern:n Frage im Blick, nach dem Baron umWnte r suyr gerc.de aus elnem cylafchen auf, aus dem ihn seine Mutter nicht zeitig genug hatte wecken können. Am Abend, als Heini in sein Dachkämmerchen zurückgekehrt war, vergrub er sich in sein Bett mit fiebernden Pulsen. Immerfort sah er Alix vor Augen. Bald weinte er wie ein Kind, dann lachte er plötzlich wie im Vorgefühl cines Triumphs. Sein eigen, ganz sein eigen sollte sie werden, wenn er der große, berühmte Künstler war! Er wußte mit einem Male ganz bestimmt, daß er ein Genie war, daß ihm die Welt winkte, daß er Lorbeer und Gold verdlenen wurde, daß sie den andern vergessen würde, und dann und dann Am andern Morgen, als Heini spä ter denn sonst in die Wohnung seiner Großmutter hinunterstieg, war die Lllte ausgegangen, aber der Diener des Werdenschen Hauses stand vor der Thür. Heini wechselte die Farbe, was wollte Alix von ihm? Der Livreemensch aber drückte ihm ein beschwertes Vriefchen in die Hand und sagte: Hier, Herr Dornbach, ist das Geld vom gnädigen Fräulein. Gewöhnlich quittirt die Frau Groß mama. na Sie können das ja gerade so gut thun. Er brach ab, denn Heini taumelte plötzlich und mußte sich an t'wz Stuhllehne festhalten, um nicht hinzufallen, während ihn ein Hustenkrampf schüttelte. O je, ist Ihnen nicht gut? sagte der Diener mitleidig und ließ den jungen Menschen niedersitzen. Ja, ja, der Dusten, das ist bös! Trinken Sie fleißig Thee und halten Sie den Hals warm, das hilft! Und nun adieu, ich wills bestellen, daß Sie Ihr Geld gekri?gt haben, ich brauche keine Quittung für diesmal. Damit ging er und Heini blieb sitzen, starrte auf das Geld und sein Athem ging keuchend. Als feine Großmutter hereintrat, erschrak sie vor seinem Aus. sehen. Herrje, Heini, was ist dir? Er aber deutete auf das Geld. Schickt sie das immer? fragte er heisr. Natürlich, was fragst du so sonderbar? Ich hab's auch redlich für dich verwendet, dir neue Kleider anae-

icyassi, dlr Fleisch zu Ulttttag gelocy: was stöhnst du so, ist dir schlecht? Bezahlt sie mich immer, seit ich mit ihr musizire? Ei gewiß! Du warst auch dumm, es umsonst zu thun! Dafür habe ich bei Zeiten geforgt! So reiche Leute können blechen. Ein verzweifelter Aufschrei unterbrach sie und dann lachte der Jung: gellend auf. Bezahlt, bezahlt der bezahlte Musikant, der der reichen Damt für ihr Geld etwas vorgeigt Heini, um Gotteswillen! Der Junge wird wahnsinnig! Er schleuderte das Geld auf den Voden und trat darauf und spie'es an in seiner tollen Erregung. Bezahlt bezahlt! lachte er wild. Bezahlt das Herzblut, bezahlt die Thränen, bezahlt baar auf Heller und Pfennig o die Schmach, die Schande . Heini, Heim um alle in der Welt! Er fiel jählings nach vorne mit einem kurzen, gurgelnden Laut und dann kam es in heißem, dunkelrothem Strom und quoll ihm aus dem Mund und strömte über den Tisch und übe? das Geld am Boden. Es ist ja alles bezahlt! röchelte er dabei. Man brachte ihn dann ins Spital. Nach einiger Zeit wurde die Stadt durch die Neuigkeit überrascht, daß der Baron Breitfels mit der Feschen Pepi" vom Varietetheater durchgegangen war und sie im Auslande geheiraihet hatte. Seine Gläubiger, die auf eine gute Partie gerechnet hatten, waren weniger froh darüber als er, der mit seiner kreuzfidelen Frau sehr glücklich wurde. Sie verstand mit ihm umzugehen und kannte Beethoven nicht einmal vom Hörensagen. Alix entschloß sich, wieder mit der Tante auf längere Reisen zu gehen, doch ehe sie abreiste, erhielt sie aus dem S.pital einen Brief, in dem ihr der arme Heini den ganzen Unsinn seiner Liebe schrieb und ihr sagte, daß er an der Schmach stürbe, für die glücklichsten Stunden seines Lebens bezahlt worden zu sein! Erst lachte sie über den verrückten Brief, dann wollte sie bös: werden, und dann weinte sie recht bitterlich darüber. Ein paar Tage darauf schickte sie ihm ein freund-schwesterlicheö Schreiben und ein Körbchen mit Obst und Blumen. Sie ließ auch regelmäßig nach ihm fragen. Sie wollte ihn auch besuchen, aber die Aerzte verboten jede Aufregung und er wünschte es selbst nicht. Als, er im Sterben war. phantasirte er von einem herrlichen Adagio, das ihn umtönte, und dann sah er eine weißgekleideteGestalt mit langem goldbraunem Har an seinem Bett stehen. So schlief er ein. .3 Es ist besser so! meinte Herr August Heinrich Müller, als er mit zum V''gräbniß ging. Ein tüchtiger Musiker wäre doch nie aus ihm geworden, er konnte nur das Adagio gut spielen, mit dem Allegro hat's stets gehapert. Bei V e a n v i n e unweit Lille in Frankreich wurden mit Erfolg Versuche gemacht, schwere Automobile mit breiten Radkränzen zur Förderung von Canalbooten zu verwenden. Ein Automobil zog drei Canalboote mit einer Ladung von 750 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von iy2 Meilen pro Stunde. Ein Postkuriosum, das noch die Gerichte beschäftigen wird, trug sich dieser Tage auf einem Kölner Postamt zu. Der Inhaber eines optischen Geschäftes zahlte eine größere Summe ein, wobei sich ein unbeschädigter österreichischer Thaler vom Jahre 1860 befand. Man erklärte das Geldstück für verfallen und confiscirt, da es außer Kurs sei. Der Optikus verlangte darauf die Zurückgabe und wollte anderes Geld dafür geben. Er wurde jedoch abgewiesen, dagegen wurde ihm eine Mark für den Silberwerth des österreichischen Thalers geboten. Der Einzahler wies diese Großmuth von der Hand, da schon jeder' Silberschmied mehr dafür gebe, worauf kurzerhand der Beamte den Thaler zerschnitt und die beiden Hälften an den Eigenthümer zurückgao. Letzterer hat nunmehr einen hiesigen Rechtsanwalt beauftragt, den Fiskus auf Herausgabe eines anderen öfterreichischen Thalers zu verklagen. Auf dem Gebiete der Luftschifffahrt, vornehmlich in dem Spezialfach der Dirigeables hat sich Belgien lange Zeit nicht hervorgethan und den Vorrang Frankreich, Deutschland und England überlassen. Erst in neuerer Zeit nimmt man dort regeren Antheil an den brennenden Tagesfragen der Aeronautik und betheiligt sich auch an der Lösung des Problems der Lenkbarkeit. Jetzt hat nun der Aeroclub de Velgique" einen für die Luftschiffer und Erfinder aller Länder offenes Preisausschreiben erlassen, das die Herstellung eines in der Luft lenkbaren Apparates" das heißt: eines lenkbaren Luftballons oder eines Flugdrachens zum Ziele hat. Der Wettbewerb wird am 31. Dezember 1904 geschlossen. Aus den Bedwgungen sei hervorgehoben, daß jedes Fortbewegungssystem in Anwendung gebracht werden darf, und daß ein jedes von der Jury vor der Vorführung des Apparates seitens des Erfinders theoretisch geprüft wird. Die beste 5 Cent Cigarre in Itz Stadt. Mucho's Longfellow".

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