Indiana Tribüne, Volume 27, Number 15, Indianapolis, Marion County, 9 September 1903 — Page 3
Jttdiana Tribüne, S. September 1903.
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Der Panama-Canal. KaisrrWilhelm fuhrt Kavallerie-Angriff.
Bedenkliche Sachlage in , China. Aus der Türkei. Fortgesetzte Metzeleien von Christen. Sozialistischer Abgeordneter der hastet. Strömung gegen Fürst Ferdinand. Tie lieben Tschechen. Colombia. V o rn Panama-Canal. Bogota, 5. Sept. Die Vorlage über welche der Congreß berathet, dem Präsidenten Marroquin Autorität ZU geben mit den Vereinigten Staaten einen Vertrag zum Bau des PanamaCanals abzuschließen, enthält unter anderen die folgende Stipulation. Der fortwährende Gebrauch der Fanal Zone ist unter der Bedingung gewährt, daß die Vereinigten Staaten nach Be endigung der ersten 100 Jahre 25 Pro. zent mehr Pacht und Zinsen wie zuvor zu zahlen haben. Die Prä mien sowie die Pacht sollen zu Anfang S400,000 das Jahr betragen. Der Preis für die Concession soll 820.000.000 neben der von der Canal Co. zu zahlenden Miethe von $10,000, 000 sein. Tie Bahn soll nach 69 Jahren an Colombia fallen, doch sollen die Ver. Staaten Vorkaufsrecht darauf haben. Teutschland. Der Kaiser als KavallerieFührer. Halle, 8. Sept. Der Kaiser ver brachte die gestrige Nacht unter einem A-best-Zelt und ließ sich vom Generals-stabs-Offizier eine Schilderung der Schlacht bei Roßbach vortragen (wo Friedrich der Große 1757 die Franzosen schlug). Der Offizier schrieb Friedrich's Sieg der Verwendung zu. die er mit der Cavallerie zu machen wußte. Heute führte der Kaiser ein Cavalle-rie-Corps aus 16 Regimentern gegen die sächsisch: Armee. Die Kaiserin und Prinzessin Luise folgten den Manövern in einem vierspännigen Wagen. Tie 12.000 Pfcrde, an deren Spitze der Kaiser ritt, wirbelten auf den trockenen Feldern ungeheure Staubwolken auf, wodurch die Bewegungen der Cavallerie gehemmt wurden. Die Sachsen, die gut verschanzt wawen und ihre Artillerie geschickt aufgestellt hatten, empfingen den Angriff mit dem Feuer ihrer sämmtlichen Maschinen und Schnellseuer-Geschütze, das im wirklichen Kriege das Schicksal der vom Kaiser geführten Reiter sehr rasch entschieden bätte. Indessen galoppirten die Reiter des Kaifers durch die sächsischen Linien und der Unparteiische entschied, daß die Sachsen geschlagen worden seien, und hieß sie, sich hinter die Saale zurück ziehen. Reichstags-Abgeord neter verhaftet. Leipzig, 8. Sept. Der social. demokratische Redacteur Schöpflin, der vom sächsischen Reichsiagswahlkreise Borna-Pegau in den Reichstag gewählt wurde, ist wegen Majestätsbeleidigung angeklagt und in Untersuchungshaft genommen wurden. Sollte vor Ver kündigung des Urtheils der Reichstag einberufen werden, so muß der Ange klagte auf freien Fuß gesetzt werden. Majestäts. Beleidiger. Halle, 8. Sept. 3 Männer und 2 Frauen sind unter der Anklage ver haftet worden, den Kaiser beleidigt zu haben. Genaueres über ihr Vergehen wird nicht mitgetheilt. Diebstahl in einem C a s i n o. Hannover, 8. Sept. Aus dem Schranke, der das Silberzeug des hier garnisonirenden 13. Ulanen Regts. enthielt, wurden 400 Silberstücke ent wendet, darunter verschiedene massive Pokale, Geschenke Kaiser Wilhelm'S. Von den Thätern fehlt jede Spur. Frankreich. Crisis in China. Paris, 3. Sept. Von Marseil leS wird berichtet, daß die Regierung alle Dampfer der ostasiatischen Gesell schasten sür Truppentransporte requi rirt hat und massenhaft Mundvorräthe verladen läßt. DieS scheint zu bestä tigen, daß eine critische Situation in China herrscht.
Auch franz. Truppen . e i d e n. Paris, 8. Sept. In den mittleren und südwestlichen Departements begannen die großen Herbstmanöv'er der franz. Armee, an denen 4 Armee Zorps mit 120.000 Mann theilnehmen. Trotz des Regens, der die Ope rationen sehr störte, sollen die Truppen bedeutend unter der Hitze leiden und viele Sonnenstiche werden gemeldet; aus einem einzigen Regiment kamen 65 Soldaten in'Z Hospital. Heue er eigneten sich verschiedene Sonnenstiche mit tödtlichem Ausgange. Kriegsminister Andre veranstaltete für die fremdländischen Offiziere und Militär-Attaches einen Empfang. Die Ver. Staaten sind durch den MilitärAttache Capt. Benley Mott vertreten. Die fremdländischen Ossiziere werden morgen nach Orange per Automobil gebracht, wo sie ihr Hauptquartier aufschlagen. Erhält keinen Gehalt. P a r i s, 8. Sept. Premierminister Combes hat angeordnet Bischof Andrieu von Marseilles keinen Gehalt zu zahlen, weil derselbe in einem Hirtenbriefe an den Clerus seiner Diöcese die Regierung heftig angriff und weil er sür eine Demonstration verantwortlich ge macht wird, die jüngst in der Calhedrale zu Marseilles bei einem Besuch des Bischofs von Nancy stattfand, dessen Gehalt schon vorher zurückgehalten wurde.
Türkei. Die Feindschaft der moha med. Bevölkerung. London, 8. Sept. Amtliche und diplomatische Kreise betrachten die treitigkeiten zwischen Mohamedanern und Christen in Beirut als Zeichen, daß sich die feindselige Strömung in der ganzen Türkei durch die macedonische Revolution verstört hat. Hierfür spricht noch der angedrohte Aufstand in Smyrna. Die türkische Botschaft erhielt heute eine Depesche über die Beiruter Angelegenheit, worin es heißt, daß einige christliche Einwohner 4 Mohamedaner im Mczrca-Stadttheil angegriffen hütten, darauf sei der Aufruhr ausgebrochen. Die kaiserlichen Behörden fandten sofort Truppen nach dem Schauplatz, welche die Unruhen unterdrückten. Großbritannien's Neigung, dem gestern von der Assoc. Preffe mitgetheilten Vorschlage, in' Sofia diplomatische Zwangsmaßregeln zu ergreifen, beizutreten, wird daraus zurückgeführt, daß England keinen Schritt machen will, der unvorhergesehene Consequenzen nach sich ziehen kann. Uebrigens ist die Weigernng England's nicht absolut und es würde, wenn alle Mächte dem Vor schlage beistimmen, sich auch anschließen. Italien soll dem Vorschlage geneigt, die Haltung Frankreichs jedoch zweifelhaft sein. Französische Mission. Paris, 8. Sept. Die Temps" meldet, daß bei der Einnahme von Beirut bei der griechisch-katholischen Kirche ein allgemeiner Kampf stattge funden babe, bei dem 30 Personen getödtet oder verwundet worden. Der Streit habe am Freitag b gönnen, als 3 Christen auf der Straße ermordet wurden; in derselben Nacht sei ein weiterer Christ vor dem italien. Confulat umgebracht worden. Ausständige umzingelt. Salonichi, 8. Septbr. Zwölf türkische Bataillone haben eine große Schaar Revolutionäre nahe Ostrova 30 Meilen von Monastir, umringt. Der Kampf hat jetzt begonnen. Die Ausständigen haben nahe dem See Aniatovo Stellung genommen. Bulgarien. Vorwürfe gegen Ferdinand. Sofia, 8. Sept. Die Wahlen für die Sobranje (National-Versamm-lung) sind auf den 18. Okt. angesetzt. Nach Mittheilungen aus verschiedenen Plätzen macht sich in ganz Bul garien eine stark feindselige Strömung gegen Fürst Ferdinand geltend, weil er das Land während der Krisis verließ. Man denkt jedoch nicht, daß es den Agitatoren gelingt, ihre Anschläge auf sein Leben durchzuführen. Grobbritannien. Gegen Chamberlain. Leicester, 3. Septbr. Der hier tagende Congreß der englischen Gewerlschasten faßte heute Beschlüsse, in denen Chamberlain's Finanzpläne als schädlich und gefährlich für das Land ver. urtheilt werden. Die Beschlüsse werden dem Colonial-Sekretär übermittelt.
OesterreiÄ-ttnaarn. Tschechische Forderungen. Wien. 8. Sevt. Wie zu ermar ten stand, haben sich die Tschechen die schwierige Lage in Ungarn zu Nutze gemacht. Sie treten mit gleichen nation?len Forderungen auf. wie sie die ungarischen Ultras stellen. Tie soeben stattgehabtt jungtchechische NationalVersammlung hat einstimmig den Beschluß gefaßt, auf den Sturz der gegenwärtigcn Regierung und des gesammten bisherigen Regierungssystems hinzuarbeiten und die Tecentralisirung der Legislatur, sowie der Executive an zustreben. Die National Versammluug tritt mit Forderungen auf, welche die Einheit selbst der österreichischen Armee umstürzen müssen nnd den furchtbaren Nationalitätenstreit, welcher am Mark des gesammten Landes frißt, auch in das Heer hineintragen wollen. Tie österreichischeLandwehr soll gleich den ungarischen Honveds nach Nationalitäten eingerichtet werden. Die tschechischen Landwehr-Regimenter sollen tschechische Commandos erhalten. Diese und weitere gleichen Sinnes sind die Forderungen, welche die Jungtschechen stellen und mit welchen sie ihr Ziel des Sturzes des Regierungssystems zu
erreichen gedenken. Man sieht, sie sind erfolgreich bei den ungarischen Ultras in die Schule gegangen. Auch die VerHältnisse in Oesterreich drängen einer schweren Krisis entgegen. 43 Landwehrmänner vom Hitzschlag getroffen. Wien, 8. Sept. Man wird seitens der Opposition im Parlament auch der jetzigen Armeeleitung zu Leibe gehen. Anlaß dazu soll ein bedauerlicher Vorfall der letzten Tage geben. Auf einem Marsche des 9. böhmischen LandwehrRegiments zwischen Semil und Hohenelb zwischen der Elbe und Jser stürzten infolge der zur Zeit herrschenden Hitze 43 Mann nieder und hatte in zwei Fällen der Hitzschlag den sofortigen Tod der Betroffenen zur Folge. Nttszland. Neues Submarine-Boot. St. Petersburg, 8. Septbr. Mit einem neuen Untersee-Boot, das ein Marine-Jngenieur Hubner ersunden, wurden gestern in Cronstadt erfolgreiche Versuche angestellt. Peru. Lima 's neuer Präsident. Lima, 8. Septbr. Senor Candamo wurde heute unter großer Be geisterung in sein Amt als Präsident der Republik eingeführt. Australien. Die Regierung unter liegt. Melbourne, 8. Sept. Die Regierung erlitt eine scharfe Niederlage im Repräsentantenhause durch Annähme des Arbeiter-Amendements wodurch auch die Versöhnungs-Vorlage Anwendung auf Bahnbedienstete Hit. Die Minister erwägen ihre Stellung. Vase-Vall. American-Association. Die gestrigen Spiele resultirten wle folgt: Indianapolis, 8. Sept. Indianapolis ) Kein Spiel Louisville s Regen. Toledo, 8. Sept. Toledo 00000 0000 0 Columbus.... 21100100 5 St. Paul, 8. Sept. St. Paul ....01270000 10 Minneapolis.. 0005000005 Milwaukee, 8. Sept. Erstes Spiel. Milwaukee....! 0 0 02 0 02 5 Kansas City. ..0 0000000 00 Zweites Spiel. Milwaukee.... 0000 000 0 1 1 KansaS City...l 0001020 04 National-L iga. Tie gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Pittsburg, 8. Sept. Vittsbura 100010031 6 Chicago 0 01200004 New York, 8. Sept. New Nork 01300000 4 Brooklyn 0003010 04 Boston, 8. Sept. E r st e s Spiel. Boston 0 0001001 2 Philadelphia... 0 000000000 Zweites Spiel. Boston 00 00210 00 3 Philadelphia ..111100110-6 Cincinnati, 3. Sept. Cincinnatii ) Kein Spiel St. Lous s angesetzt.
Sie DanI: von England. t Zeii.'.rtigeS System ver Bewachung durch die königliche Leibgarde. Den militärischen Posten beim Einganz der alten Tanie v?n Thrcadueedle Street," wie die Bank of England" im Lolksmund bei den Londonern heißt, sehen täglich viele Tausende, aber wenigen ist etwas Näheres über die Art betannt, wie dieses Institut, welches Millionen beherbergt, bewacht wird. Pünktlich um Uhr Abends tritt die Wache an, sie besteht aus einem Offizier, vier Unteroffizieren, 29 Mann und einem Trommler, sämmtlich der königlichen Leibgarde angehörend. Aus den 20 Mann werden die Posten enommen; diese werden in allen hervorragenden Theilen des Gebäudes aufgestellt und jede Stunde abgelöst. Im Sommer dauert der Wachdienst bis 6 Uhr Morgens, im Winter bis 7 Uhr. Bier Räume stehen der Wache zur Verfügung. zwei für die Unteroffiziere und Mannschaften und zwei mit allem Komrort ausgestattete Zimmer sind für den Offizier da. Bis vor Kurzem bezog dieser für den Wachdienst eine Baarrergütung, bestehend aus einem neugeprägten ehnshillingstück. Das ist aber vor einigen Jahren in ein Diner umgewandelt worden, zu welchem der Herr Offizier zwei Freunde einzuladen das Recht hat, augenscheinlich, damit der Dienst sich nicht zu srrapaziös gestalte. Die Unteroffiziere erhalten jeder 2 Shilling und 6 Pence (2.50 Mark) und die Mannschaften 1.35
Mark pro Nacht. Eine Besonderhett des Wachtpostens der Bank von England bildet die Parole. Diese wird nämlich nicht mündlich ausgedrückt, sondern durch Aufstampfen mit dem Fuße in einer bestimmten Art, die für jeden Abend besonders festgesetzt wird, gerade so, wie für die anderen Posten die mündliche Parole. Natürlich stellt die militärische Bewachung nur einen Theil der Sicherheitsmaßregeln dar, mit denen die Bank umgeben'ist; auch die Polizei ist nicht nur am Tage, sondern auch Nachts im Dienst mit einer Anzahl von uniformirten Beamten und solchen in Civil. Bislang ist denn auch noch kein Einbruch in die Bank verübt oder auch nur versucht worden. Eislauf-cst im Hochsommer. In der Eishöhle Dobsma im Gömörer Komitat des Magyarenlandes wurde unlängst ein Eislauf-Fest veranstaltet. Etwa 200 Sporilustig: besuchten die Eishöhle, welche die größte der Welt ist, darunter viele Tatra-Touri-sten aus Norddeutschland. Äer mächtige Große Saal" der Höhle war ele!trisch beleuchtet; eine Zigeunerkapelle spielte und lustig flogen die Eisläufer über die glatte Eisbahn dahin. Es wurden auch ein schönes Pa3 dc quarre und andere Eislaufkünste ausgeführt. Die kolossalen Eismassen, riesigen Tropfsteingebilden gleich, hochgethürmt und phantastisch gestaltet, waren mit Magnesiumlicht beleuchtet und man hatte den Eindruck, als sei eines jener Märchen, wo sich winzige Gnomen in Kristallpalästen herumtummeln. Wirkllchkeit geworden. Das Jurakalk-Ge-bilde ist an allen Stellen mit flimmernden Schnee- und Eiskristallen überzogen. Lange Gänge, mit Brettern gut verschalt, führen durch die Klüfte der Höhle circa Stunden weit; Eisthürme bis zu 30 Jards hoch bilden die Spaliere. Das großartige Phänomen, das in der Sommerzeit von zahlreichen Touristen bewundert wird, t 1870 von Jngemeur Eugen Ruf finy entdeckt worden. Schutzimpfung gegen Tollwuth. Verletzungen von Menschen durch tolle oder tollwuthverdächtige Thiere sind während des Jahres 1902 in Preußen insgesammt 250 an der Zahl vorgekommen. Die Verletzungen wur den meist durch Hunde, vereinzelt durch Katzen, Rinder, Pferde und Schafe beigebracht; in einem Falle hatte auch ein tollwuthkranker Menfch einen anderen gebissen. Von den 250 Verletzten un terzogen sich 227 oder 90.8 Prozent im Institut für Infektionskrankheiten zu Berlin der Schutzimpfung nach Pa steur, gegen 78.1 Prozent der Gebissenen im Jahre 1901, ein Zeichen, daß das Vertrauen zur Schutzimpfung wachsen ist. Wie gerechtfertigt dieses Vertrauen ist, zeigt der Umstand, daß von den 23 nicht geimpften gebissenen Personen 3 oder 13.04 Prozent an Tollwuth gestorben sind, von den 227 Geimpften dagegen ebenfalls nur c oder 1.34 Prozent. So betrübend an die Thatsache ist. daß die Schutze impfung nicht in allen Fällen die Er krankuna und den Tod an der Toll wuth verhindern kann, so hat sie sich doch auch im Jahre 1902 im Allgemeinen wieder wohl bewahrt. Russische Konkurrenz. Die Russen treffen, da sie über billige Arbeitskräfte verfugen und sie rn lei ner Weise beschränkt sind, Vorbereitungen, die Lachsflscherer in großartigem Maßstabe an der Küste von Alaska zu betreiben, was den Etablissements in Alaska, in denen Lachs in Blechbüchsen eingelegt wird, eine scharfe Konkurrenz verursachen wird. Die betreffenden russischen Etablissements werden an der Pankura- und der Barankrow-Bucht an der sibirischen Küste errichtet werden, wo die Fische zahlreicher und fetter sind, als an der Küste von Alaskc Die russische Gesellschaft kann Lachs zu einem Preise einlegen, mit welchem die Amerikaner nicht konkurriren tonnen. Arbeit kosiet 30 Cents den Tag.
Thrrrung ron S'lrükZen.
Irin ereignete Mittel zur Bekämpfung der Staubplag. Professor Schottetin in München und Dr. Guglielminetti aus Monte' Carlo haben jüngst in der Münchener Medizinischen Wochenschrift" einen becchtenswerthen Artikel über die Theerung von Straßen zur Bekämpfung der Staubplage veröffentlicht. Die Bemühungen, die Straßenstaubplage in den Städten rationell zu bekämpfen, gewinnen eine immer größere gesundheitliche Bedeutung. Denn einerseits können die rasch anwachsenden Städte aus ökonomischen Gründen die Pflasterung oder Asphaltirung der neu entstehenden Straßen nicht immer er möglichen, anderseits kommt man aber doch immer mehr und mehr zu der Ueberzeugung, daß die alljährlich fast epidemisch auftretenden Halsentzündüngen der verschiedensten Art mit den übrigen Erkältungskrankheiten (Lungenentzündung. Influenza u. f. w.) mit der Einathmung oder dem Verschlucken des infektiösen Straßenstaubes in ursächlicher Beziehung stehen. Zu gewissen Jahreszeiten, wo Luftströmungen eintreten oder wenn starker Wind herrscht, wird der Staub in die Luft gewirbelt und verschluckt. Dabei fängt er lich an den Mandeln, dem weichen Gaumen u. f. w. und erzeugt so die obengenannten Krankheiten. Alle bisherigen Versuche, des Straßenstaubes Herr zu werden, sind gescheitert. Umso größeres Interesse verdient die von Dr. Guglielminetti in Monaco versuchte Methode, die nach seinen Angaben seh? gute Erfolge erzielen soll. Die Straßen werden mit kochendem Steinkohlentheer Übergossen, dann wird zur Beförderung des Eintrocknens etwas trockener Sand darübe? gestreut, der leicht eingewalzt wird. In einem Tage kann der Verkehr auf einer derart beHandelien Straße wieder aufgenommen werden. Die Kosten sind nicht beträchtlich. Die Resultate sind in Monaco derart günstige, daß im Laufe dieses Sommers sämmtliche Alleen und Straßen Monacos (circa 00.000 Quadratyards) gethcert werken sollen. Auch das französische Bautenministerium interessirt sich dafür und will die Fahrstraße zwischen Cannes, Nizza und Mentone noch im Laufe des heurigen Sommers nach dieser Methode theeren lassen. Tie vor circa zehn Monaten in Monaco getheerten Straßen haben sich vorzüglich bewahrt und erinnern im Aussehen der Straßendecke an billigen Asphalt. Tie beinahe unversehrt gebliebene kompakte Straßenoberfläche ist für Wasser undurchdringlich, daher nach einem Regen ohne Schmutz und beinahe ohne Staub nach Trockenheit. sprachliches aus der Schweiz. n der Schweiz werden die Sprachen dreier Völker gesprochen, in der Nord-ost-Schweiz Deutsch, in der westlichen Französisch, im Kanton Tessin Italicnisch. Daneben finden sich noch ungezählte Dialekte, denen vielerorts weit höhere Bedeutung zukommt, als etwa den verschiedenen Abarten der deutschen Sprache in den. einzelnen Theilen des deutschen Reiches. Während in Deutschland die Mundarten bei öffentlichen Anlässen dem Hochdeutsch weichen. bedient man sich in der Schweiz auch dann noch an vielen Orten der heimischen Dialektform. Eine eigene Sprache hat sich bis heute das Volk der Rhaetoromanen im Engadin erhalten, und es hält mit großer Zähigkeit an seiner Sprache fest. Es ist noch nicht lange her, als man sich dort zusammenschloß und Vereine begründete, denen die Pflege der romanischen Mundart obliegen soll. Man will nichts davon wissen, an Stelle der romanischen Schulen deutsche zu setzen, und hält noch nach wie vor daran fest, daß neben dem Deutsch auch das Romanische Amtssprache bleibt. Zu dem Urtheile, daß trotz aller Bemühungen das Häuflein der romanisch Sprechenden immer kleiner werden wird und dasVerschwinden der eigenartigen Sprachinsel nur eine Frage der Zeit ist, kommt man aber, wenn man in Betracht zieht, daß das Land seit diesem Jahre durch die neue Bahn dem Verkehr auf's engste angeschlossen ist und daß es aufgehört hat, ein schwer zu erreichender Strich Landes zu bleiben. Der Wildmännlcstanz. In Oberstdorf im Algäu, Bayern, fand jüngst nach zweijähriger Pause wieder der sogenannte Wildmännlestanz statt. Es ist dies ein alter Volkstanz, der nach einer primitiven musikalischen Begleitung von zwölf Burschen uf einer Naturbühne auf der Hoffmannsruhe oder Halde aufgeführt wird. Die Burschen haben sich in Kostüme vermummt, die mit viel Mühe und Sorgfalt aus Flechten hergestellt sind, wie sie an alten Tannen wachsen. Die Gürtel bestehen aus frischen Tannensprossen. Die Rucken der Hände und die Nasen sind blau gefärbt. Die Tänze bestehen aus Gruppirungen und Turnkunststückchen, die Schrittbewegungen sind meist Sprünge mit abwechselnd vorgehendem linken oder rechten Bein. Den Schluß der in zwei Abtheilungen aufgeführten Tänze bildet eine Verehrung des Bergalten, dessen bastumflattertes, wildblickendes Gesicht aus zwölf Holztafeln zusammengesetzt wird. Als dritte Abtheilung folgt ein von den nunmehr unvermummten Burschen mit der entsprechenden Anzahl Dirndl im Walzertakt getanzter Sechsertanz.
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