Indiana Tribüne, Volume 27, Number 15, Indianapolis, Marion County, 9 September 1903 — Page 1
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Q5rs4jBlnt sede tadjuttttag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 9. September 1903 No. 15. MB I 1 i . ' 1
Das Schicksal des irischen Flüchtlings zur Zeit in Händen des Bundesrichters Baker.
Der Fall des irischen Flüchtlings James Lynchehaun ist in ein neues Stadium getreten. Der brit. en.Gon sul in New York wünscht, daß über die Frage, ob der Flüchtling an die eng lische Regierung ausgeliefert werden soll, die Gerichte in New York entschei den sollen. In Folge dessen ließ er einen Auslieferungsbkfehl ausstellen und diesen übersandte er dem hiesigen Bundesmarschall Pettit. Tiefer setzte sich mit dem Anwalt La Follette, welcher hier die britische Regierung vertritt, in Verbindung und dieser ersuchte bierauf denlAundes-Com-. missär Moores, daß derselbe nicht weiter gegen den Flüchtling vorgehe und den Fall fallen lassen sollte. Das geschah auch; wenige Minuten später aber nahm der Marschall kraft des in seinen Händen befindlichen Befehls die VerHaftung des Flüchtlings vor. Aber dessen Vertheidiger, Henry Spaan und Ferdinand Winter waren der Situa tion gewachsen, denn schon bald darauf leiteten sie beim Bundesricheer Baker ein Habeas Corpus Verfahren ein. Ueber das betreffende Gesuch wird mor gen vor dem Richter verhandelt werden. Aus Liebe zu seiner Frau desertirte Wm. Ö. Meyers. Wm. H. Meyers von 532 O. Geor gia Str. befindet sich zur Zeit in einer Zelle der Polizei-Station unter der Anklage, aus Onkel Sam's glorreicher Armee desertirt zu sein. Er war 5 Jahre lang hier auf den Arsenal Gründen stationirt gewesen. Während dieser Zeit lernteer das junge Mädchen kennen, mit welchem er sich vor etwa einem Jahr verheirathete. Als die Arsenal Gründe jedoch von der Regierung verkauft wurden, wurde er nach Ft. Thomas versetzt. Vor etwa 5 Monaten wurde die Sehnsucht nach seiner Frau und seinem Kinde in ihm so mächtig, daß er desertirte, um wieder mit ihnen zusammenleben zu können. Seitdem hat er sich hier aufgehalten und erst am Dienstag gelang es der Behörde, seiner habhaft zu werden. Er wird in Fort Thomas vor ein Kriegs gericht gestellt werden. Vorbereitungen kür die WeltAusstellung. In der letzten Sitzung der Jndiana Welt.AuSstellungs'Commissäre beuch teten die Vorsitzenden der verschiedenen stehenden Comite'S, daß sie in ihren Bemühungen, eine des Staates würdige Ausstellung zu liesern, von allen Sei ten der Bevölkerung Entgegenkommen gefunden hätten, sodaß ein jedes Depar lernen! in vortrefflicher Weise auf der Welt Ausstellung repräsentirt sein wird. Die StaatZ.Forst.Behörde hat ent. schieden, keine selbstständige Ausstellung zu veranstalten. Erstens weil die Ver willigung von $2500 zu gering ist und zweitens, weil Jndiana im eigentlichen Sinne kein Forst-Staat ist. Die nächste Versammlung der Commissäre findet am 16. Sept. auf den StaatZ.Fair Gründen statt. Selbstmord eines prominenten Greensielder Bürgers. Aus Atlanta, Ga.. lief heute die Nachricht ein. daß Edgar A. Binford von Greenfield, Ind., dort seinem Leben durch Erschießen ein freiwilliges Ende bereitete. Derselbe war der Sohn von John H. Binford, einem der reichsten Bür ger von Hancock Connty. Er war in hiesiger Stadt wohlbekannt. Den spanisch amerikanischen Krieg machte er als Lieutenant der Greensielder Frei willigen Compagnie mit. In hohem Alter gestorben. R i ch m o n d. Am Dienstag ist im Alter von 87 Jahren Dr. James Hibbard, Expräsident der American .Medical Association", gestorben.
Ein Ehepaar des Mordes an-geklagt.
B e d f o r d , Ind., 9. Sept. Die post mortern-Unterfuchung der Leiche der Frau Susanne Jreland, welche angedlich am Montag ihr Leben durch Erschießen ein freiwilliges Ende berei tete, hat ergeben, daß die Kugel von hinten in den Kopf gedrungen ist und daß die Wunde auch keine Spuren von verbranntem Pulver aufweist. Mithin muß der Schuß aus einiger Entfernung abgefeuert, also ein Mord begangen worden sein. Als der That verdächtig sind bereits der Schmiegersohn der Erschossenen Joseph Weeks und dessen Frau verhastet worden. . ,, Deutschland. Die amerikanische Gefahr". Berlin, 9. Sept. Das deutsche RcichZamt des Innern hat gegen das Schreckgespenst der amerikanischen Ge fahr", mit welcher gewisse Kreise längere Zeit furchtsame Gemüther grau lich machen wollten, ausdrücklich Stel lung genommen. In den, von dem genannten Reichsamt herausgegebenen Nachrichten für Handel und In dustrie" wird die sogenannte ameri kanische Gefahr einer ausführlichen Be sprechung unterzogen. Namentlich wird die angeblich drohende Gesahr einer Ueberfluthung des deutschen Marktes durch billige amerikanische Erzeugnisse scharf unter die Lupe genommen. Die Besprechungen kommen zu dem Resul tat. daß eine solche Gefahr weder im Allgemeinen bestehe, noch im Beson deren den deutschen Märkten drohe. Allerdings wird dabei die Einschrän kung gemacht: auf absehbare Zeit nicht". Frauen zur Jlnmatri kulation zugelassen. München, 9. Sept. Die Be fürworter des Frauenstudiums haben einen weiteren und großen Erfolg zu verzeichnen. Die Universität Erlangen bereitet eine wichtige Erweiterung des Frauenstudiums vor. Der Senat der Universität hzt beschlossen, Frauen, welche das AbiturientenExamen be standen haben, künftighin zu immatri kuliren. Die Frauen sollen in Zu kunft auch an der bayerischen Hochschule die gleiche Behandlung erfahren, wie Männer. Das bedeutet für die Verfechter der Fraenrechte einen nicht zu unterschätzen den Erfolg. Bildet doch die Jmmatri kulation studirender Frauen, welche die gleiche Vorbildung besitzen, wie die männlichen Studenten, die hauptsäch lichste Ford'rung der Befürworter deS FrauenstudiumS. Bisher hatten nur die beiden badischen Universitäten Hei delberg und Freiburg diese Forderung erfüllt. Der nunmehr erfolgte An schluß Erlangens wird allgemein als hochbedeutend betrachtet. DerBerliner SängerWettstreit. Berlin, 9. Sept. Ter erste Berliner SängerWettstreit ist auf die animirteste Weise verlaufen. Es han delte sich beim Wettbewerb besonders um mittlere und kleinere Vereine. Die Anregung war von dem hiesigen Rhei nischen MännerGesangverein" gegeben worden, und der Veranstaltung lag die Absicht zu Grunde, die vom Kaiser auf dem Sängerfest in Frankfurt a. M. angeregte Idee einer liebevolleren Pflege des deutschen Volksliedes zu fördern. Diese Absicht ist denn auch merklich er reicht worden. ' An dem Wettsingen im großen Fest saale der Brauerei FriedrichShain be theiligten sich 17 Vereine. Als Preis chor war Edwin Schulze's, durchaus im Volkölied'Styl gehaltene Kompost tion Das einsame Kirchlein" gewählt worden. Den Ehrenpreis errang der Seeger'sche Männerchor", den ersten Preis der Potsdamer Liederbund", den zweiten der hiesige Verein der Ge sangsfreunde". Bezeichnend für den Geist und die Stimmung des SängerfesteS ist die Thatsache, daß es ganz ohne Streitig leiten und Eifersüchteleien und Ver dächtigung der Preisrichter abgegangen ist-,
Aus den Gerichtshöfen.
ErnftLorenzen an dieGroß geschworenen über wiesen. Den größteu Theil der heutigen Ver Handlungen im Polizeigericht nahm der Fall des jugendlichen Schankkellners Ernst Lorenzen in Anspruch, welcher angeklagt ist, das alte Jefferson Hau? in Brand gesteckt zu haben. Die Aussagen der heute vernommenen Zeugen waren durchweg günstig für den An geklagten. Mehrere von ihnen be schmoren, daß sie zu der Zeit, als der Angeklagte angeblich das Feuer in dem Gebäude angelegt haben soll, von ihm im neuen Jefferson Hotel bedient wur den. Nichtsdestoweniger überwies der Rich ter ihn den Großzeschworenen. Daß er selbst nicht überzeugt ist. daß derselbe die That ausführte, geht wohl aus dem Umstand hervor, daß er die Bürgschaft nur auf $250 festsetzte. Dieselbe wurde prompt geleistet. Der G r i S w o l d-F a l !. Im Eriminalgericht kam heute und zwar vor Geschworenen der Fall des Albert S. Grismold, des ehemaligen Wirthes und Weinstubenbesitzers, zur Verhandlung. Derselbe war bekannt lich im Polizeigericht zu schweren Strafen verurtheilt worden und er hatte gegen die Urtheile an das höhere Gericht appellirt. Scheidungsklagen in Hülle und Fülle. Den vier Scheidungsmüllern wird es in dem in der nächsten Zeit beginnenden Gerichtstermin wirklich nicht an Arbeit fehlen. Zu den vielen Klagen, welche während der Gerichtsferien von mißvergnügten Eheleuten eingereicht wurden, kamen gestern noch die folgenden hinzu : Thomas A. Meton gegen Eleonore Melton. Er beschuldigt dieselbe der Untreue und des böswilligen Verlassens. James Q. Tucker, ein nahezu erblindeter Mann, welcher im BlindenAsyl seinen Unterhalt durch Herstellung von Besen verdient, sagt in seiner Scheidungsklage, daß seine Gattin Marian ihn nicht weniger als drei Mal aus dem Hause getrieben und ihn in jeder Beziehung in liebloser Weise be handelt hat. Sie soll ihn sogar mit einem geladenen Revolver bedroht haben. Christian A. Neller beschuldigt seine Gattin Hattie der Untreue, des böswilligen Verlassens und der brutalen Behandlung. Virginia Grobes will von ihrem Gatten Marshall nichts mehr wissen, weil er von ihr auch nichts mehr wissen wollte. Er behandelt sie in roher Weise, sorgte nicht für sie und verließ sie. Anson MyerS klagt in seiner gegen seine Frau Louise erhobenen Scheidungsklage dieselbe des Ehebruchs und deS böswilligen Verlassens an. Anwalt Wm. Nelson's U n verfrorenheit. Der Anwalt Wm. Nelson, welcher wegen Trunkenheit verschiedene Male mit der Polizei in Conflict gerathen ist und dem auch wegen Handlungen, welche eines Advocaten unwürdig sind, das Practiciren im Polizeigericht untersagt wurde, hat den Barrelhaus Besitzer Lestor Sector auf $2000 Scha dcnersatz verklagt. Wie er sagt, wurden ihm am 6. August d. I. in dem Locale soviele Getränke verkauft, bis er total bezecht wurde. Hierauf wurde er an die frische Lust besördert und bei der Gelegenheit ge rieth er der Polizei in die Hände, die ihn ohne Weiteres einlochte. Zwei Tage lang mußte er im Gefängniß zu bringen. Seme Frau wurde darob so erbittert gegen ihn, daß sie eine Scheidungsklage gegen ihn einreichte. An all diesem Mißgeschick soll der Ver klagte die Schuld tragen. NocheineKlage gegen einen Wirth. JameS H. Eaton verklagte denWirth
LouiS C. Traugott von der West Wash
ington Str. ebenfalls auf $2000 Scha
denersatz, weil er angeblich in dem Lokal in solch' brutaler Weise mißhandelt wurde, daß er in's Hospital gebracht werden mußte. Criminalgericht. C. Collins wurde des thätlichen An griffs schuldig befunden und zu sechs Monaten Arbeitshaus sowie einer Geldstrafe von $60 nebst Kosten verurtheilt. Harry Täte bekannte sich des Großdiebstahls schuldig und wurde zu 114 Jahren Reformatorium verurtheilt. Nach derselben wurde auch auf 13 Jahre Lewis Cheatham gesandt, we! cher sich des Kleindiebstahls schuldig bekannt hatte. Probatgericht. Probat'Eommissär Mette A. Walker hat mit seinen bewährten Assistenten Herrn John A. Hugg und Frl. Emma Clinton den neuen Gerichtstermin wie der eröffnet. Das Probatgericht ist eines der wenigen Tribunale, in wel chem die Besucher von allen in demsel den beschäftigten Personen in zuvor komm:nder Weise behandelt werden. Ein Opfer des Cigarettenr a u ch e n s. Ter 19jährige Vernie Hollingsworth von 1025 5ii3. Alarket Str. wurde von einer aus eqirne fetout und zwei Aerzten bestehenden Commission für irr sinnig befunden und nach dem Irren Asyl - gesandt. Sein leidenschaftlicher Hang zum Cigarrettenrauchen ist die Ursache, daß aus ihm in solch jungen Jahren schon ein geistiges Wrack wurde. Im Polizeigericht standen gestern nicht weniger als 24 Personen wegen Prügelei auf dem Ge richtscalender verzeichnet. Die Fälle von zwanzig wurden verschoben und nur 4 wurden verurtheilt, nämlich Ed. Hopkins und Albert Edwards je $10 und Kosten und Viola Byers und Lillian Clark je $5 und Kosten. Der Wirth Merritt Nicewander und drei junge Leute, welche in seinem Lo cale von der Polizei beim Hazardspiele überrumpelt wurden, mußten je $5 und, Kosten blechen. Wegen brutaler Behandlung seiner Frau hat Tom Grimley von 431 S. Chesapcake Str. eine Strafe von 30 Tagen und $1 und Kosten abzusitzen. Er gab früher als Luftschiffer Vorfiel lungen und seine Frau war einstmals in Forepaugh's Circus Kunstreiterin gewesen. Die jugendliche Florence Edwards von Edinburg. Ind., welche angeklagt war, aus einem dortigen Hotel einige Gegenstände gestohlen zu haben, wurde entlassen, da der Besitzer des votels erklärte, sie nicht weiter gerichtlich verfol gen zu wollen. Schwere Oeimsuchuugen. Schwer heimgesucht vom Typhussieber ist die in No. 432 Warman Ave. wohnhafte Familie Theodore Pollard'S geworden. Die Familie bezog erst kürzlich, vom Lande hierher übergesiedelt, die Wohnung. Am letzten Samstag starb Maude Pollard, eine Tochter, am Typhussieber; in der Montag Nacht wurde im DiakonissenHospital der 19-jährige Sohn OtiS von der gleichen Krankheit dahingerafft, und jetzt liegt das Haupt der Familie, der Vater, an derselben Krankheit leidend, im Diakonissen-Hospitale. Empsehlenswerth für alle Fabriken. In einem Abfall und Sägemehl Schachte indem Etablissement der T. B. Laycock fc Co. an 10. Str. und Canal entstand gestern durch Selbst entzündung ein kleiner Brand, der von der freiwilligen Fabrik - Feuerwehr gelöscht wurde, ehe die städt. Lösch Mannschaft an Ort und Stelle eintraf. A m 9., 10. und 11. Sept. wird hier die jährliche Convention der Internat. Hotel StewardZVereinigung" abgehalten werden. Das Denifon Houfe ist das Hauptquartier der Delegaten. Im Grand Hotel wird ein großes Banquet und im Broad Ripple Park ein ClamÄake" veranstaltet werden.
Nachrichten aus Jndiana.
Goldene Hochzeit. L ogansport. Herr R. Kreutzberger, einer der hervorragendsten Weinhändler des Staates hat mit sei ner wackeren Lebensaembrtm. das Fest tn goldenen Hochzeit gefeiert. Es war dies eins der großartigsten Feste, die jemals in hiesiger Stadt gefeiert worden sind. Ueber 400 Gäste aus allen Theilen der Ver. Staaten nahmen . an demselben Theil. Der geräumige Saal, in welchem die Feier stattfand, war prachtvoll dekorirt und in einem Feengarten verwandelt wsrden, von Tausenden von elektrischen Glühlichtern erhellt. Echter Liebfrauenmilch", ein Weinchen das man nicht überall und nicht alle Tzge angeboten erhält, floß in Strömen. Viele prachtvolle Geschenke wurden dem Jubelpaar zu theil. Neuer Freibrief bewil l i g t. M u n c i e. Der Stadtrath hat in seiner am Dienstag abgehaltenen Sitzung der Jndiana Union Traction Co. einen neuen Freibrief bewilligt, kraft welchem eS ihm erlaubt wird, in zwei Hauptstraßen der Stadt doppelte Geleise legen zu lassen. Prof. Glascock nicht ent lassen. L a f a y e t t e. Der Schulrath hat in seiner Sitzung am Dienstag, welche erst spät in der Nacht zu Ende ging entschieden, Prof. I. L. Glascock als Principal der Washington Schule beizubehalten. Die Behörde hat erklärt, daß die gegen ihn erhobene auf UnMoralität lautende Anklage nicht bewiesen worden ist. S ch u lS uperintendent r e s i g n i r t. M u n c i e. Prof. W. R. Snyder, seit 16 Jahren Superintendent der hiesigen öffentlichen Schulen hat seine Resignation mit dem Ersuchen eingereicht, daß sie am 10. dss. Mts. in Kraft treten soll. Prof. Snyder hat die Betriebsleitung der Minute Coal Mining Co.", welche Kohlen minen bei Petersburg besitzt, die demnächst eröffnet werden sollen, über nommen. E in h a l t S be seh l gegen die Stadtväter von Fort Wayne. Ft. Wayne. Richter O'Rourke hat einen Einhaltsbesehl gegen den Stadtrath erlassen, durch welchen der selbe zur Zeit daran gehindert wird, einer Privatgesellschaft einen Freibrief für electrische Beleuchtung zu bewilligen. Der Kläger in diesem Falle war Rev. Dr. Samuel Wagen hals, Pastor der Englischen Lutherischen Kirche. In der Klage, wird gel tend gemacht, daß die Stadt durch eine Special - Steuerumlage $00,000 für den Bau einer municipalen Anlage für electrische Beleuchtungszwecke aufge bracht hat und daß das Interesse der Bevölkerung daher nicht gewahrt werden würde, wenn eine Privat Gesell schaft einen derartigen Freibrief erhielte. Quecksilber-Fund. E v a n s v i l l e. Einen allem Anscheine nach sehr werthvollen Fund machten John Browning und Wm. Kinney, zwei mit dem Bau eines Brun nens auf der Farm von Conrad W. Kratz beschäftigte Contractoren. Die beiden Männer machten die Ausschachtung für den Brunnen, als sie plötzlich in der Tiefe von etwa 20 Fuß auf etwas Glänzendes stießen, das sich mit dem Spaten ohne irgend welche Schwierigkeit durchstechen ließ, um sich in kleine Kugeln zu zertheilen. Eine nähere Untersuchung ergab, daß man eS mit einer Ader reinen Quecksilbers zu thun habe, von dem die Contractoren einen Eimer voll sammelten, um eS zu Herrn Kratz zu bringen und zwar mit der Meldung, daß anscheinend sehr 'viel deS werthvollen Metalls im Schooß der Erde dort verborgen liege. Kratz wird die Quecksilber - Ader ausbeuten lassen. .
Die Staits-Convention der Bankiers. South B e n d, Jnd , 9. Sept. Die 7. Jahres - Versammlung der Jndiana Bankiers-Vereinigung wurde heute Vormittag im Oliver Hotel vom Präsidenten R. L. O'Hair von Greencastle eröffnet. Nachdem derselbe und Mayor Fogarty kurze Ansprachen gehalten hatten verlas Secretär Andrew Smith seinen Jahresbericht. Aus demselben ging hervor, daß die Mitgliederzahl sich auf 364 beläuft ; dieselben repräsentiren 415 Bank-Jnsti-tute. Dem Bericht des Schatzmeisters zufolge beliefen sich die Einnahmen auf 52,749.94, die Ausgaben auf 31,908.81. ..Southern Good Roads Ass' ri." Nero Aloany. Ein aus folgenden Herren bestehendes Comite hat
in N:w Albany die Southern Good Roads Association" organisirt. welch den Zweck hat, durch jährliche Versammlungen das Interesse an den Verbesserungen der Landstraßen in SüdJndiana wach zu halten : Dr. H. S. Wolfe, New Albany ; A. W. Brewster, Corydon ; A. G. Mace, Lexington ; W. C. Goldsmith, Evansville ; Robert Mitchell und W. I. Ritterskamp, Princeton ; Prof. W. G. Latta, von der Purdue Universität in Lafayette ; I. G Strunk, New Albany. Für das Jahr wurden folgende Be amten gewählt : Robert Mitchell von Princeton, Präsident ; W. C. Gold smith von Evansville, Sekretär ; Chas. W. Thomas, Evansville, Schatz-' mcister. Die Vice-Präsidenten wurden aus allen Counties im südlichen Jndiana ernannt. Lolita Armour genesen. Chicago, 9. Sept. In bester Gesundheit sind Frau I. Ogden Ar-' mour und ihr seiner Zeit von Prof. Dr. Lorcnz operirtes Töchtcrchen Lolita von ihrer Reise nach Wien, zu dem berühmten Othopäden, hierher zurückgekehrt. Letzterer hat seine kleine Patientin nochmals untersucht und die Operation abermals für vollkommen gelungen erklärt. Lolita svrang gestern gleich nach ihrer Ankunft vergnügt im Hause umher und von der Verkrüppelung war ihr absolut nichts anzumerken. Das erste Geschenk, das sie von ihrem Vater erhielt, waren ein Paar hoch elegante Schuhe, über die sie sich herzlich freute, denn bis jetzt hatte sie auf dem rechten Fuße einen Stiefel mit einer etwa einen Zoll dicken Sohle tragen müssen, weil das Bein um so viel kürzer war, jetzt aber hat es seine normale Länge erreicht. Die Muskeln sind noch etwas schwach, bald wird jedock auch dieses geschwunden sein. Professor Lorenz Prophezeiung, daß daS Kind bald werde tanzen können, wird in Erfüllung gehen, denn die Eltern haben allen Ernstes beschlossen, es noch diesen Herbst zur Tanzschule zu schicken. Von der Hitze überwältigt. In dem Geschäftslocale der Hide Leather & Belting Co." in No. 225 Süd Meridian Straße wurde der in No. 1402 West 31. Straße wohnhafte Arbeiter I. F. Roberts von der Hitze überwältigt. Per Ambulanz wurde er in's Dispensarium und, nachdem er dort außer Gefahr gebracht worden war, heimtransportirt. Herr Geo. I. Marott, der neue Besitzer des bekannten ehemaligen Enterprise Hotel'S" an der Massachusetts Ave. hat beschlossen, dasselbe in ein modern eingerichtetes ApartmentHaus umzuwandeln. Diese Verände rung soll etwa 525,000 bis $30,000 kosten. Mit dem Ausräumen etc. deS Hotel-MobiliarS ist bereits gestern begönnen worden.
Unabhängiger TurnVerein Heute Abend 8 Uhr regelmakige Geschafts-Bersamm lung. Joseph Keller, 1. Sprecher. Adam Grvdlops, 1. Schristwart , ' ) .
