Indiana Tribüne, Volume 27, Number 14, Indianapolis, Marion County, 8 September 1903 — Page 5
Indianer Tribune, 8. September 190.
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Növellctte nach dem Englischen von Klaire StaxMa. 2cn ihrem Fenster aus konnte Jsabel ganz genau das Innere es Kursaals überblicken. Es brannten bereit alle flammen, und die lustig neckenden Weisen der Musik drangen zu ihr herüber. Jeden Augenblick öffneten sich die weiten Flügelthüren, um immer neue Gäste einzulassen. Aeltere Damen in steifen, seidenen Kleidern,Herren in Frack und Uniform, dazwischen junge Mädchen in duftigen, eleganten Sommertoiletten, die lachend und plaudernd durch denSaal schwirrten. Jsabel seufzte auf. Die Glücklichen, die unter dem Schutz ihrer Eltern ihre Jugend genießen konnten und dem Leden entgegenjauchzten! Und sie. . . Kind ohne Heim und Eltern, das seit seinem siebzehnten Lebensjahre darauf angewiesen war, sich sein Brot selbst zu verdienen. Wie traurig das Leben ihr in den drei Jahren mitgespielt hatte . . . Demüthigungen, Kränkungen aller Art und nur ganz selten eine sonnige Zeit. Wie glücklich war sie damals, als sie nach langem, vergeblichem Suchen endlich diese Stellung fand. Und als sie hörte, daß sie mit ihrer Herrin ins Bad reisen durfte, kannte ihr Jubel kaum noch Grenzen. Endlich sollte sie einmal etwas sehen von der großen, eleganten Welt. In ihrem Kopf flogen die Gedanken durcheinander. . . . vielleicht endlich etwas Glück, vielleicht. . . warum sollte es denn nicht möglich sein. . . wie oft ereignete es sich im Leben!. . . Doch ihre Träume hatten bald und schon in den ersten Wochen ein Ende. Frau Jronshire war nervös und ließ alle ihre üblen Launen an der Gesellschafterin aus, so daß Jsabel sich oft krampfhaft zusammennehmen mußte, um nicht in Thränen auszubrechen. Oft schien es dem jungen Mädchen, als glitte der Blick ihrer Herrin prüsend über ihr frisches, junges Gesicht, um es dann in Gedanken mit dem ihrigen zu vergleichen. Und hin und wieder schüttelte Frau Jronshire mißbillicend den Kopf mit der kunstvoll frisirten, schwarzen Lockenpracht, wenn sie sah, wie ihre elegante Gestalt in den kostbaren Toiletten neben dem schlanken Mädchen im einfachen, schwarzen Kleide verschwand. Dann folgten immer böse Stunden für die junge Gesellschafterin. Doch in der letzten Zeit war es kaum noch zu ertragen gewesen. An der Table d'hote hatte sich ihnen ein junger Seeoffizier angeschlossen, eine hübsche, schlanke Erscheinung mit lachenden, braunen Augen. Mit aufrichtlger Bewunderung hing sein Blick an fc:n: lieblichen Mädchengesicht, das von einer Fülle blonden Haares umrahmt war. Doch die großen, blauen Augen senkten sich erschrocken nach den ersten Worten, die der junge Officier an sie gericktet, denn sie bemerkte den zorniicn Ausdruck im Gesicht der jungen Wittwe. Der Leutnant wandte sich rasch mit einigen höflichen Worten an Frau Mary, die sie mit ihrer leisen, hoh?n Stimme auf das liebenswürdig ste beantwortete. Doch nun fielen unablässig harte Worte, wenn Jsabel sich den kleinsten Verstoß zu schulden kommen ließ. Es schien, als wartete sie stets, bis Leutnant Percy anwesend war, um den Tadel in der strengsten Form auszusprechen, und sie benutzte dann jeden Borwand, um das junge Mädchen ihrer Gesellschaft zu entfernen. Jsabcls Herz zog sich schmerzlich zusammen, wenn sie hinter sich das girrende Lachen von den vollen, rothen Lippen hörte. Fräulein Rangsdale, Fräulein!" Die hohe Stimme der jungen Frau sckiallte mit einem ärgerlichen Ton zu ihr herüber. Klirrend schlug sie das Fenster zu und eilte in das anstoßende Zimmer. Wo bleiben Sie denn?" Auf der sckmalen Stirn der schönen Frau erschien wieder die ärgerliche Falte, und die bellgrauen Augen blickte zornig in das liebliche Gesicht. Ich wußte gar nicht, daß gnädige fixan ausgehen wollen", stammelte Jsabel verwirrt. Nasch, halfen Sie mir, und beeilen Sie sich auch mit der Toilette. Ich will doch nichi zum Schluß der Reunion kommen." Die Gesellschafterin räumte eilig die Sachen zusammen, die in wirrem Durcheinander auf den Stühlen lagen, und schloß vorsichtig all die vielen Haken des weißen Spitzenkleides. Ihre großen Augen blickten ängstlich auf ihre unruhige Herrin, und die schmalen Lippen zuckten nervös. Rasch, rasch", trieb Frau Mary sie an. Ziehen Sie sich um, irgend ein Fähnchen, nur nicht das ewige Schwarz. Aber beeilen Sie sich, ich möchte nicht allein in den Saal gehen." Jsabel lief in ihr Zimmer und warf rasch ein einfaches, hellblaues Kleid über. Es umfloß in anmuthigen Falten ihre schlanke Gestalt und hob die leuchtende Weiße ihres Teints. Doch sie schaute kaum in den Spiegel. Für sie war es gleich, wie sie aussah, ihr Leben war doch nur voll freudloser Arbeit. Das wußten üuch alle unten, man wü?to sich nicht viel um sie bemühen. Was lag ihr auch daran. . .. wenn ein geliebtes, braunes Augenpaar sich nicht nach ihr umsah. Fast alle Gäste waren versammelt, als Frau Mary, von ihrer anmuthi gen Gesellschafterin gefolgt, eintrat.
Sosort war vte junge Frau umrmgi von Herren, denen sie liebenswürdige Blicke zuwarf, während sie argwöhnisch zu Jsabel hinüberschau!?. sobald jemand das Wort an sie richiete. Jsabel zuckte zusammen unter diesen böfen Blicken. Sie trat immer mehr zur Seite, nur, um nicht angesehen zu werden. Fräulein Rangsdale!" Frau Jro?.. shire hatte nur leise den Namen aus gesprochen, und sofort war Jsabel an ihrer Seite. Bleiben Sie. doch endlich in meiner Nähe, ich nehme Sie doch nicht zu Ihrem Vergnügen mit!" Ein großer Herr mit dunklem Haar und einem schwarzen Schnurrbart kam quer durch den Saal auf die Damen zu und verbeugte sich vor der Gesellschafterin, um sie zum Tanz aufzufordern. Frau Marys Gesicht wurde unter der zarten Puderschicht glühend roth: Sie glauben doch nicht, daß Sie hier tanzen werden", zischelte ste dem jungen Mädchen zu, und Jsabe! dankte verlegen erröthend. Ein Gefühl grenzenloser Bitterkeit stieg in ihr auf, am liebsten wäre sie hinausgeeilt, um ihren Thränen freien Lauf lassen zu können. Eine schauderhafte Luft," begann Frau Mary zu klagen. Gott! Fräulein nehmen Sie doch endlich meine Sachen ab." Sie reichte der Gesellschafterin einen weißen Shawl und einen seidenen Pompadour. Ah, Leutnant Percy". Das Gesicht, das eben in zornigen Falten ZUsammengezogen war, hellte sich plötzlich auf. als sie die schlanke Gestalt in der kleidsamen Uniform auf sich zukommen sah. Der Officier führte die kleine, beringte Hand der jungen Wittwe an seine Lippen, doch seine braunem Augen flogen mit zärtlichem Blick hinüber zu der schlanken Gestalt in dem hellen Kleide. Gnädiges Fräulein, so beladen?" sagte der Leutnant und wies auf die Sachen, die Jsabel krampfhaft in der Hand hielt. Sie gestatten doch?" Er nahm der Widerstrebenden die Gegenstände aus .der Hand und legte sie auf den nebenstehenden, leeren Stuhl. Ich kam zur selben Zeit wie die Damen", begann Leutnant Percy, doch ich wollte nicht stören, da ich die Damen in so eifriger Unterhaltung sah." Ein spöttisches Lächeln spielt um seine Lippen, und Frau Mary wurde ganz blaß. SoUte er etwas gehört haben? Das wäre ihr wirklich sehr unangenehm, zumal sie ihm stets erzählte, wie schwesterlich sie sich des armen Geschöpfes annehme. Gnädiges Fräulein sehen so ernst darein." Er wandte sich zu Jsabel, die ihn mit einem glücklichen, danköaren Blick anschaute. Eigentlich habe ich Sie noch nie lachen sehen, und ge-
rade Sie sollten doch lustig sein, ein
so reizend Er verschluckte das Wort, als er sah, wie die Augen der stolzen Frau zu funkeln begannen. Doch schon verneigte er sich: Gnädige Frau, darf ich bitten?" Er legte seinen Arm um sie und tanzte mit ihr durch den Saal. Als er die junge Frau zu ihrem Platz zurückführte, machte er vor Jsabel seine Verbeugung. Soviel ich weiß, tanzt Fräulein Rangsdale nicht", sagte Frau Jronshire scharf. O, mit mir wird sie eine Ausnah me machen", meinte der Officier und legte trotz ihres Sträubens seinen Arm um die schlanke, zitternde Gestalt. Nach den ersten Tanzschritten blieb er stehen, legte ihren Arm in den seinen und zog sie auf eine Bank, die unter einer Palme stand. Endlich einen Augenblick mit Ihnen allein, Fräulein "Rangsdale, wie ich den Moment herbeigesehnt habe!. . . Und nie kam es dazu." Jsabel blickte ihn mit furchtsamen Augen an. War es Wahrheit, was sie hörte, oder narrte sie ein böser Traum? Gewiß machte er sich nur lustig über sie. Doch sein Gesicht sah ganz ernst aus, als er sich jetzt zu ihr niederbeugte. Fräulein Jsabel, seit dem Tage, da ich Sie zuerst gesehen habe, konnte ich an nichts anderes denken als an Sie. Sagen Sie mir, haben Sie einmal an mich gedacht, liebe Jsabel?" Glückstrunken sah sie zu ihm auf, in seine glänzenden Augen. Ja", antwortete sie leise. Er nahm ihre Hand und drückte sie heiß mehrere Male an seine Lippen. Doch sie entzog sie ihm rasch und sprang erschrocken in die Höhe: Frau Jronshire", lagte sie mit ängstlichem Tone, als-j .'sah, wie die Dame mit großen Schritten auf sie zukam. Nur ruhig, Jsabel", sagte er zärtlich, aber bestimmt. Frau Jronshire soll nicht mehr Herrin meine? Braut sein." Und mit dem geliebten Mädchen am Arm trat er stolz, aufgerichteten Hauptes Frau Jronshire entgegen. . .
Unsauber aus Pietät. Ein namhafter deutscher Cellist erzählte des öfteren, es sei itsm einmal die Ehre widerfahren, sich vor Rossini zu produziren und der Componist des Wilhelm Tell" hätte ihn, von seinem Vortrage höchst befriedigt, auf beide Wangen geküßt. Seither, fuhr der Künstler fort, habe er sich überhaupt nicht mehr das Gesicht gewaschen, um den Abdruck von des Meisters Mund frisch" zu erhalten.
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Mit Herzog Georg dem Reichen war beim Beginn des IG. Jahrhunderts die Landshutische Linie, die bis dahin in Bayern regiert hatte, ausgestorben, und es entspann sich um die Erbfolge ein heißer Streit. Georg hatte seinen Schwiegersohn Ruprecht von der Pfalz zum Erben bestimmt, H:rzog Albrecht in München aber, der Schwager Kaiser Maximilians, des letzten Ritters," machte dagegen seine auf nähere Verwandtschaft gegründeten Ansprüche geltend und wandte sich um Beistand an den Kaiser, der ihm da bayerische Erbe auch zusprach. Pfalzgraf Ruprecht suchte nun seinem vermeintlichen Recht mit den Waffen Anerkennung zu verschaffen. Er brach den Landfrieden und führte acht Monate hindurch einen durch viele Verwüstungen und Brandschatzungen gekennzeichneten Krieg gegen Albrecht und den zu seinem Beistände herbeigceilten Kaiser. Maximilian erklärte Ruprecht in die Reichsacht und. nahm als Entschädigung für die aufgcwendeien Kriegskosten" die drei bayerischen Städte und Herrschaften Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel in Besitz. Die Bergfestung Kufstein vertraute er dem Riier Hans v. Pinzenau, einem schönen und tapferen Edclmanne, der sich seiner besonderen Gunst erfreute. Der Pingenauer aber erwies sich des kaiserlichen Vertrauens nicht würdia. Durch eilt Geschenk von 30.000 Gulden bestochen, trat er zu dem Pfalzgrafen über und empfing den Kaiser, der eilig heranzog, um die Verräther zu strafen, mit einem solchen Kugelregen, daß Maximilian zunächst genöthigt war, sich zurückzuziehen. Es ist bezeichnend für die Denkungsart dieses Herrschers, daß er nach dem Bericht einer alten Tiroler Handschrift bei dieser Gelegenheit zu seiner Umgebung äußerte: Uns erbarmt der Ritter, daß er hiermit nichts anders schaffet, denn er sich selbst sein Leben verkürzet." Der Kaiser schritt nun zu einer regelrechten Belagerung, aber die Schüsse, die er aus sieben sogenannten Feldschlangen gegen das hochgelegene Schloß abfeuern licß, thaten den starken Befestigungen desselben so geringen Schaden, daß der Pinzenauer die von den Kugeln getroffenen Stellen der Mauer mit Besen abkehren ließ, um den Kaiser zu verhöhnen. Dieses allzu verwegene Beginnen reizte Maximilians Zorn so sehr, daß er einen feierlichen Eid leistete, keinen von den Insassen des Schlosses zu schonen. Jeder, der es wagen würde, Fürbitte für die Verräther einzulegen, sollte mit einer Ohrfeige abgefertigt werden. Und die Art, wie diese Drohung ausgestoßen wurde, ließ keinen Zweifel, daß sie sehr ernsthaft gemeint sei, aufkommen. Wahrscheinlich aber würde die Belagerung sich noch beträchtlich in die Länge gezogen haben, wenn die in Innsbruck zurückgebliebenen kaiserlichen Regenten," Fürst Rudolf von Anhalt, Paul v. Liechtenstein und Philipp v. Rechberg, in der von Maximilian eingerichteten Geschützgießerei nicht zwei ungeheure Kartaunen hätten anfertigen lassen, die auf dem Jnn nach Kufstein gebracht wurden. Diese zwei Donnerbüchsen, welche die Namen Purlepaus" und Weckauf" erhalten hatten, blitzten nach der oben erwähnten Handschrift so grausam auf das Schloß," daß die Kugeln nicht nur allein die 14 Schuh breiten Mauern durch und durch, sondern auch bis in den Felsenstein anderthalb Schuh tief eindrangen, daß alles daneben zu Trümmer ging und denen Belagerten der Muth zu sinkhen anfing. Der Pinzenauer mußte also zum Creiz kriechen, er schikhte zwei edle Knaben, Jüngling von Redwiz und Stauffer genannt, in weißen Kleidern und mit Stäben in der Hand in das Lager und ließe dem Kaiser das Schloß anbieten, sofern ihm erlaubt würde, unbekümbert mit Sakh und Bakh abzuziehen, und ließ den Kayser um Huld bitten. Dieser aber hatte auch den Kopf aufgesetzet und gab ihnen einen kurzen Bescheid, sprechend: ,So will Euer Haubtmann endlich einmal die Besen wekhwerfen, mit denen er uns so lange gespohtet? Gehet, sagt ihm, -wir verlangen mit einen dergleichenSpottvogel keinen Vergleich einzugehen. Hat er dieses schene Schlos also zerschießen lassen, kann er auch, so er will, die Trümmer behalten.' Auf dieses fing Pinzenau mit seinem Anhang an zu verzweifflen, es befiehl ihn eine große Forcht und schlug seinen Stolz auf einmahl darnider. Ein jeder suchte, da überall schon die Kayserlichen hereinbrachen, sich aus dem zersplitterten Schloß, so gut er möchte, zu retten. Es wurden aber alle aufgefangen und vor den ergrimmten Kayser mit auf den Rucken gebundenen Händen geführet" In der That zeigte sich Maximilian diesmal, seiner sonstigen Art entgegen, jeder milderen Regung unzugänglich und befahl, das Strafgericht an den Verräthern auf der Stelle zu vollstrecken. Der Ritter v. Pinzenau war der erste, dessen schönes Haupt in den Sand rollte, nachdem er sein Vergehen in einer kurzen, mannhaften Rede zu entschuldigen versucht und in kräftigem Zuge den Humpen Wein geleert hatte, den man ihm auf seine Bitte gereicht. Nach ihm kam die Reihe an die Herren, v. Trautcnberg, Wambold und an ei' Achsen Namens Tirigel, der den ' ,.oen dadurch ejn lächerlich Sp währte, daß er auf keine WeL .cerben wollte, sondern mit Kopf.
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und lang auf der Erden hcrumzappelte. bis es doch endlich ernst wurde und der gute Sachs auch wider seinen Willen über die Klingen springen mußte." Noch dreiundzwanzig andere adelige Herren, die man mit dem Pingenauer im Schloß qefanaen aenommen, sollten nach des Kaisers" Gelööniß das Schicksal jener vier Gerichteten theilen, da trat Herzog Erich von Braunschweig vor Maximilian hin, beugte sein Knie und legte im Namen aller im Lager anwesenden Fürsten, Grafen und Herren Fürbitte ein. In den Augen des Kaisers blitzte es auf, eine Sekunde wußte man nicht, ob vor Zorn oder vor Freude.' Tann aber beugte er sich zir.dem knieenden Herzog herab und versetzte ihm einen sanften Backenstreich, den jener geduldig hinnahm. Maximilian hatte sein Wort eingelöst, und die Ohrfeige, die der menschenfreundliche Fürst von seiY.eHand empfangen, entband ihn von sc nem Schwur, keines Gefangenen 3: schonen. Die dreiundzwanzig wurden begnadigt und sogleich in Freiheit gesetzt. Die 30.000 Gulden aber, die man neben großen Jorräthen aller Art in der Festung gefunden, wurden den kaiserlichen Kriegsleuten als Beute überlassen. Der Chronist, der diese interessante geschichtliche Episode erzählt, fügt seinem Bericht hinzu: Umb die 2 vorgedachte Stukh Eeschiz aber darf man nicht mehr vorwizig sein oder nachfragen. da solche König Ferdinand I. 1526, weillen sie wegen ihrer abentheuerlichen Größe in das Feld nicht bequem und vielleicht auch sonst Mangel Ware, umgießen lassen. Von selber Zeit an blib Kufstein in Oesterreichischen Händen." ZMattover-'Zpnove.
Eine lustige Niederlage hat kürzlich die englische Artillerie im eigenen Lande unweit von Salisbury erlitten. Während einer größeren FeldienstÜbung bei Ablington in der Nähe des neuen Standlagers für das dritte Armeecorps unter Sir Evelyn Wood gerieth eine Batterie in ein Getreidefeld hinein und blieb, wie es scheint, mitten in der hohen Halmfrucht stehen. Das Unglück wollte es, daß der Besitzer der Frucht gerade des Weges kam und diesen unerfreulichen Anblick genoß. Er gerieth in großen Zorn und befahl dem Kriegsvolk in durchaus unparlamentarischen Ausdrücken, sofort das Feld zu räumen. Dem Batteriechef versagte fast die Sprache vor Entrüstung, und er gab einigen von seiner Mannschaft Befehl, den groben Pächter festzunehmen. Dieser jedoch ergriff in wahrer Berserkerwuth eine Düngergäbe und kam den Soldaten so entschlössen entgegen, daß diese Anstand nahmen, zur That zu schreiten. Sie stockten nur einen Augenblick, aber es war gerade der psychologifqe Moment. Im nächsten ging der wildgewordene Pächter zum Angriff über, und die Kanoniere traten eilig den Rückzug an. u?ch diesen Erfolg zu kühnerer That entflammt, stürzte sich der Pächter nun mit vorgestreckter Gabel im Sturmlauf auf den Batteriechef. Auch dieser schwankte einen Augenblick, wendete aber auch, als die Zinken der Gabel schon in ganz bedrohlicher Nähe waren, schleunigst sein Pferd und sloh. Dann nahm der Sieger den Rest der Batterie auf's Korn und jagte Geschütz auf Geschütz von seinem Acker, so daß er in wemgen Minuten schweißtriefend zwar, aber siegreich, das harterkämpfte Schlachtfeld behauptete. Wenn man aber glauben sollte, der zornmüthige Vertheidiger seiner Saat sei dann wegen Beleidigung eines Hauptmanns und einer königlichen Batterie im Dienste gerichtlich belangt worden, so würde man sich sehr irren. Die Sache wurde zwar vorschriftsmäßig gemeldet, aber der Kriegsmm. ster hatte Phantasie genug, die Folgen zu übersehen, die unvermeidlich waren, falls die That und die Niederlage der Batterie im Unterhause vor der Oeffentlichkeit zur Sprache gekommen wäre. So ist denn unverzüglich dem grimmigen Farmer Entschädigung geboten und sogar eine amtliche Entschuldigung ausgerichtet worden. Bisher verlautet auch noch nichts darüber, daß der geschlagene Batteriechef vor ein Kriegsgericht gestellt worden wäre, weil er vor dem Feinde schimpflich das Feld geräumt hat.
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Onkel und Tante. Vor einiger Zeit wurde ausDeutschland als Curiosum berichtet, daß in einem für den Schulgebrauch bestimmten Liederbuch die erste Strophe des Liedes In einem kühlen Grunde, Da geht ein Mühlenrad, aus Sittlichkeitsgründen geändert worden sei, so daß der letzte Theil lautet: Mein Onkel ist verschwunden. Der dort gewohnet hat." Jetzt ist es gelungen, die zu diesem Onkel gehörige Tante ausfindig zu machen. In den von Marianne Naveau herausgegebenen Spielliedern für Kindergarten und Familie präsentirt sich auf Seite 76 folgendes sittenrein" umgedichtetes Volkslied: Kommt ein Vogel geflogen. Setzt sich nieder auf mein' Fuß. Hat ein Briefchen im Schnabel, Von der Tante ein' Gruß." im ibi m
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