Indiana Tribüne, Volume 27, Number 12, Indianapolis, Marion County, 5 September 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, 5. September 1903
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Kias Schreibzeug. Tragikomödie von Heinrich Paul. In einem kleinen Landstädichen von ungefähr dreitausend Einwohnern ge hcrte dem städtischen Beamtentörper der Herr Sekretär Federfuchs an. Der Herr Sekretär lebte glücklich in kinderloser Ehe, hatte ein auskömmliches Einkommen, außerdem eine Dienstwohnung inne und zählte zu den Honoratioren des Städtchens. In dieser letzten Eigenschaft war er Mitglied des Kegelclubs Runde Kugel". Als nun der aUbeliebte Herr Sekretar vierundzwanzigeinhalb Jahre lang täglich von zehn bis zwölf und von drei bis fünf W,c im Schweiße seines Angesichts orn seinem Bureau aus auf den weiten Varktplatz hinausgeschaut hatte, da rüstete sich so ziemlich das ganze Städtchen, Vorbereitungen zu seinem fünfundzwanzigjährigen Amts jubiläum zu treffen. Selbstverständlich konnte der Kcgelclub diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, seinem langjährigen, treuen Clubbruder eine besondere Freude zu seinem Ehrentage zu bereiten. Statutengemäß durfte der Club nicht mehr als zwölf Mitglieder zählen, und da er gerade jetzt in seiner höchsten Blüthe und Glanzperiode vollufrig war, erließ der Herr Amtsrichter und Vorsitzende des Kegelcluds Runde Kugel" an die übrigen Mitglieder eine Einladung zu einer außerordentlichen Generalversammlung im Hotel zum blauen Affen mit der hochwichtigen Tagesordnung: Beschlußfassung über eine Ehrung des Club5ruders Feder fuchs zu seinem bevorstehenden fünf undzwanzigjährigen Jubiläum als Stadisekretär." Die Versammlung rahm einen siür mischen Verlauf und 'art prallten die Meinungen aufnaner. Endlich, nach langer hitziger Debatte, constituirte sich eine Commission von acht Mitgliedern zur Vorbereitung in dieser schwierigen Sache. Nachdem die'Achtmän ner-Commission in sechzehn Sitzungen das nöthige Material gesammelt, d. h. die freiwilligenBeiträge von sämmtlichen Mitgliedern eingezogen hatte, betraute sie aus ihrer Mitte einen en geren Ausschuß von vier Personen mit der näheren Berathung und dem Ankauf eines geeigneten Präsentes. Der engere Ausschuß beschloß ein stimmig, dem Jubilar ein werthvolles künstlerisch ausgeführtes Schreibzeug zu verehren und begab sich unter dem Protektorate des Herrn Vürgermeisters zu dem angesehenen Kunsthändler des Ortes, denn Kauft am Platze!" sollte die Losung sein. Von den drei vorhandenen Schreib zeugen wählte der Ausschuß aus dem
reich assortirten Lager des Kunsthänd,
lers und Mitbürgers das theuerste aus. Allein an Zinseszinsen hatte das Prachtstück während seines dreißigjährigen Lagers ein erkleckliches Sümmchen verschlungen, die jedoch der coulante Geschäftsmann nicht in Anrechnung brachte. Jnder nächsten Gesammtsitzung berechnete Herr Zahl, erster Mathematiklehrer an der gehobenen Bürgerschule und Ausschußmitglied zum Staunen aller Anwesenden ohne Zuhilfenahme jedweder Tabelle, daß die elf Mitglieder hundertundzehn Mark, gesteuert hätten, dasSchreibzeug fünfzehn Mark koste und somit noch ein Betrag von fünfundneunzig Mark zur Verfügung stände. Durch diesen mathematischen Beweis war all' den Großsprechern gründlich der Mund gestopft, die da in ihrer Superklugheit behauptet hatten, es gebe Schreibzeuge im Werthe von ungefähr hundert Mark. Ueber das Plus war guter Rath theuer. Aber die Noth macht erfinderisch und so gedieh denn der Beschluß zur Reife, zu dem Schreibzeug einen echt nußbaumfurnirten Schreibtisch hinzuzukaufen. Auch diese schwierige Aufgabe fiel dem engeren Ausschuß zu, deren er sich mit Würde und Verständniß unterzog. Der Festtag war angebrochen, und es regnete förmlich Gratulationen und Präsente in die Amtswohnung des Herrn Sekretärs. Von weit außerbalb der Grenzen seines engeren Vatcrstädtchens, ja selbst aus Dörfern bis zu dreißig Minuten Entfernung liefen Ehrungen aller Art ein. Den Clou bildete selbstverständlich das Schreibzeug mit seinem zugehörigen Schreibtisch, und die Freude darübe: wäre eine ungetrübte gewesen, wenn der Ausschuß seine Rechnung nicht ohne die Amtswohnungsverhältnisse des Herrn Sekretärs gemacht hätte. Leider stellte sich heraus, daß der ominöse Schreibtisch beim besten Willen nicht passend untergebracht werden konnte. Auch bei der allergrößten Einschränkung, ja selbst bei Verzichtleistung des Herrn Sekretärs, während seines Mittagsschläfchens die Beine behaglich ausstrecken zu können, ließ sich dieses Prunkmöbel nicht placiren. Der Bürgermeister, ein ebenso einsichtsvoller Clubbruder, als wohlwollender Vorgesetzter, erkannte den Uebelstand wohl an, versprach, für Abhilfe Sorge tragen zu wollen und beauf tragte alsogleich das städtische Bauamt, einen Plan über die Entfernung der Wand zwischen den beiden Zimmern der Amtswohnung des Herrn Federfuchs schleunigst auszuarbeiten. Da die Magistratsvorlage über den geplanten Umbau als dringend schon in der nächsten in acht Wochen stattfin-
vendcn EtaolverorDntten-nung vorgelegt werden sollte, so engazirte das Stadtbauamt sofort drei Hilfstechniker und ordnete für das vorhandene Personal täglich vier Ueberstunden gegen besondere Honorirung an. Den durchaus aesckulten Beamten, die schon viel schwierigeren Arbeiten sich gewachsen gezeigt hatten, gelang es denn auch, den gesummten Plan bis in seine Einzelheiten rechtzeitig fertig zu stellen, so daß er drei Tage vor der Sitzung d:n Herren Stadtverordneten zur Orientirung unterbreitet werden konnte. In der Stadtverordnetensitzung ent spann sich um diese Magistratsvorlage eine außerordentlich lebhaste Debatte, und dem Magistrat war schon von allen Seiten hart zugesetzt worden; als man endlich glaubte zur Abstimmung schreiten zu können, da meldete sich auf der äußersten Linken der ehrbare Schuhmachermeisier Pechsaden zum Worte. In längerer, nicht immer wohlgesetzter Rede führte er aus, daß er gegen die vom Magistrat beliebte Durchpeitschung im Tösf-Töfs-Tempo solcher für den Stadtsäckel so eminent wichtigen Frage energisch, protestiren müsse. Er sähe es lieber, wenn die Steuern, die sich der arbeitsame Vürger schweißtriefend abrackern müsse, zu nützlicheren Zwecken verwendet wür den. wie z. V. zur Vermehrung der Straßenlaternen von zehn auf zwölf, aiZ zur prunkvollen Ausstattung einer Dienstwohnung. Daher stelle er den Antrag, die ganze Vorlage in drei Haupttheile zu zerlegen, über jeden einzeln zu diskutiren und namentlich abstimmen zu lassen. Für die Dreithei lung schlage er folgende Fassung vor: Erstens: Ist die Entfernung der Wand zwischen den Wohnzimmern in der Amtswohnung des Herrn Sekretär Federfuchs überhaupt nöthig? Zweitens: Wird durch Bejahung zu eins eine NeutapezirUttg des so gewonnenen Raumes erforderlich? Und Drittens: Wird infolgedessen eine Erneuerung des Deckenanstrichs bedingt? v Zu Punkt eins wurde an der Hand der Zeichnungen des Stadtbauamtes und unter der warmen Befürwortung seitens des Magistrats die Entfernung der fraglichen Wand mit sechs gegen drei Stimmen beschlossen. Von ausschlaggebender Bedeutung war dabei der Umstand gewesen, daß der Herr Sekretär nicht "inmal seine Beine ausstrecken könne. Ein achtzehn Seiten langes Gutachten des Herrn Kreisphysikus erläuterte in eingehender und sachgemäßer Weise,' wie eine derartige andauernde Kniebeuge insbesondere auf die Verdauung, im allgemeinen auf die Gesammtconstitution des Körpers einen ungünstigen Einfluß ausüben und das vorzeitige Pensionsbedürfniß des genannten Beamten herbeiführen müsse. Der zwute Punkt entfesselte einen so hitzigen Meinungsaustausch, wie er in den Annalen des Sitzungssaales noch nicht verzeichne! stand. Da das eine der beiden Zimmer Tapete mit himmelblauem, das andere solche mit feuerrotem Grundton auftoies, s, glaubte ein Th'il der Stadtverordneten, eine Neutapezirung werde sich nicht gut umgehen lassen. Seine abweichende Meinung vertheidigte der beinahe gewordene Professor der bildenden Künste, gewesene Tanzlehrer und jetzige Rentier und Stadtverordnete Herr Springfuß. ,. Mit Emphase brachte er zum Ausdruck, daß sich die beiden Zimmer sehr wohl ohne Neutapezierung vereinigen ließen. Auf Grund seines fein ausgeprägten ästhe tischen Gefühls sowohl, als auch seiner früheren Studien über Malerei hielt er es sich für berechtigt eine derartige Vereinigung, besonders wenn in der Mitte durch einen gelben Streifen ein fein abgetönter Uebergang gebildet würde, als modernen Stil cornrne il faiit zu bezeichnen. Trotz dieser mit verschwenderischer Beredtsamkeit gemachten Ausführungen wurde der Magistratsantrag mit fünf gegen vier Stimmen ebenfalls angenommen. Entscheidung zum dritten Punkt zu treffen war nicht minder schwierig. Während in dem rothen Zimmer die Decke einfach weiß getüncht war, wurde das blaue Zimmer durch einen an der Decke in dreißig Centimeter Entfernung von den Wänden ringsherum laufenden vierCentimeter breiten grasgrünen Strich auf den ersten Blick als Gute Stube" erkannt. Herr Stadtverordneter Lehrer Pfiffig wies an der Hand der Akten darauf hin, daß die Decke im rothen Zimmer erst vor neun und diejenige des blauen Zimmers sogar erst vor acht Jahren theilweise aufgefrischt worden wäre, somit glaubte er, würde es genügen, wenn der grüne Strich, der an der Seite der zu entfernenden Wand läuft, weiß übertüncht, die beiden Seitenstriche bis zur neu gewonnenen Gegenwand verlängert und von neuem verbunden würden. Diese glückliche Lösung, die in so genialer Weise das Nützliche mit dem Angenehmen verband, fand entgegen der Magistratsvorlage mit sieben gegen zwei Stimmen Annahme. So war es denn beschlossene Sache, daß die beiden einfenstrigen Zimmer der Sekretärswohnung zu einem zweifenstrigen, zwanzig Quadratmeter umfassenden Salon umgebaut werden sollten. Es war aber auch die höchste Zeit, daß der Würfel gefallen, denn schon besannen die Discullionen über diesen
H5UNH an oen verwiesenen Kammer-schoppen-Stammtijchcn einen entschieden bedrohlichen Charakter anzunehmen. Schlimme Tage brachen jetzt für den Herrn Sekretär und seine theure Gattin herein. Sämmtliche werthvollen Möbel wurden im Hausflur und auf demBoden interimistisch untergebracht, und das unglückliche Ehepaar mußte Tag und Nacht in einem kleinen Hinterstübchcn hausen. Auch das gesammte Stadtbild wurde nickt unwesentlick und Zwar zu seinen Ungunsten beeinflußt, denn der große städtische Bau hatte einen gewaltigen Zuzug, besonders italicnischer Arbeiter, zur Folge, und Ausschreitungen aller Art waren jetzt in dem sonst so friedlichen Städtchen an der Tagesordnung. Aber jedes Ding hat sein Ende. Und nach neunmonatlicher angestrengter Arbeit, wobei während der letzten Wochen Nachtschichten eingerichtet wurden, war der gewaltige Umbau volwendet und dieSpitzen der Civil- und Militärbehörden konnten nach Besichtigung des gelungenen Werkes sich zu dem üblichen solennen Festbankett vereinigen. Endlich, endlich kam auch das Pri vatleben der Familie Federfuchs wieder zu seinem Rechte und bei festlicher Beleuchtung des neuen Salons durch die Hängelampe des ehemaligen rothen Zimmers wurde die Einweihung durch das von der Frau Sekretär so lange und schmerzlich vermißte Damenkränzchen Strumpfstopfer" feierlichst vollzogen. Im Prinzip waren sich alle Damen darüber einig, daß hier in ver hältnißmäßig kurzer Zeit etwas wirklich Großartiges geschaffen und die deutsche Sprache zu arm sei, den Eindruck zum Ausdruck zu bringen. Durch diese überschwengliche Anerkennung gerieth die Frau Sekretär in hochgradige Freude und ließ sich im Affekt zu einer superfahrlässigen und folgenschweren Bemerkung hinreißen. Mit Stolz hob sie nämlich hervor, daß ihr neuer Salon nicht nur der schönste sondern jetzt auch der größte am Orte fei, denn selbst derjenige der Frau Bürgermeister zähle nur achtzehn Quadratmeter, während der ihrige zwanzig Quadratmeter umfasse. Das war zu viel für die Frau Vürgermeister. Seit zwei Stunden hatte sie trotz des Neidstachels in ihrem Herzen wohlwollende Liebenswürdigkeit meisterhaft zur Schau getragen. Jetzt wollte sie sich erheben, aber leichenblaß sank sie in ihren Stuhl zurück. Der rasch herbeigerufene Arzt des Ortes konnte nur noch den Tod durch Herzschlag constatiren. ; Nach sofort vom Staatsanwalt eingeleiteter Untersuchung wurde acht Tage darauf der Kegelclub Runde Kugel" polizeilich aufgelöst, wegen fahrlässiger Tödtung, verursacht durch den Ankauf eines zu billigen Schreib-zeuges.
Vuitt. Skizze von Friedrich Bierlein-Alkmona. Nachdem er sein Kindchen gesehen und in überwallender Zärtlichkeit geküßt hatte, durste er auch die Mutter aufsuchen. Er trat zu ihr ein wie einer, der in ein Heiligthum tritt, langsam, auf den Zehen gehend, fast scheu; wie ein Besiegter, wie ein Unterworfener kam er sich in diesem Augenblick vor. Sie schlummerte eben ein wenig; bleich und erschöpft lag sie in den weißen Kissen, aber um ihren Mund spielte ein Lächeln, ein ganz merkwürdiges, sanft - seliges Lächeln. Lange sah er sie an und ein heiliger Schwur der Treue stieg dabei in ihm auf. Dann ging er wieder zur Thüre, andächtig und behutsam, um sich zu entfernen. Da erwachte sie plötzlich. Max!" rief sie leise, und im selben Augenblick stand er vor ihr. Du Gute!" sagte er einfach und preßte einen Kuß auf ihre Stirn. Sie sah beglückt zu ihm hinauf und versuchte, seine Hand zu drücken. Aber eine wiederkehrende Schwäche nahm ihr die Kräfte und das Bewußtsein. Morgen!" hauchte sie, und, nach einigen Sekunden aufathmend, noch Quitt!" Dabei huschte wieder über ihre Züge ein fast stolzes Lächeln, das Lächeln einer Siegerin. Die Wartefrau rief ihn hinaus. Wieder küßte er sein Kindchen, einen gesunden Knaben, der noch ziemlich theilnahmslos in seinen Kissen steckte, und in dem sich also für ihn das kindlich - große Geheimniß von dem Fleisch, das sein Fleisch war, geoffenbaret hatte. Je mehr er ihn aber neugierig und voll väterlicher Zärtlichkeit anschaute, desto mehr dachte er an die, so ihn geboren hatte, und an ihr sieghaftes Lächeln, mehr aber noch an ihr räthselhastes, ihm ganz unklares Quitt". Quitt?" Was sollte das bedeuten? Wer war mit wem quitt? Was wollte sie nur damit sagen? Es war doch sonst nicht ihre Art eine Sphinx zu spielen oder als interessant" gelten zu wollen? Aber die Frauen sollten zu solchen Zeiten immer ein bißchen merkwürdig sein, hatte er sagen hören. Jedenfalls war es nichts von Vedeutung, denn sonst ließe sie ihn aanz i
cher nicht bis zum anderen Tage warttni Aber wissen hätte er es doch mögen; den ganzen Abend ging es ihm nicht aus dem Kcpf, und alle Augenblicke ertappte er sich dabei, wie er, an seincm Schreibtisch sitzend, immer wieder diesem einen Gedanken nachhing und zuweilen auf das rothe Löschblatt das Wort Quitt" ganz mechanisch schrieb, welche Missethat er dann sofort energisch wieder durchstrich und unleserlich zu machen suchte. Selbst ixi Schlafe, im Traum noch beschäftigte ihn dieses Räthsclwort, für das er nicht die geringste Erklärung fand, obwohl oft aerade der Traum spielend die tiefsten Räthsel löst. t Die Morgensonne suchte vergeblich einen Spalt, um die junge Wöchnerin begrüßen zu können; ' die Vorhänge waren alle vorgezogen, damit kein grelles Licht die aufgeregten Sinne schmerzte. Allein sie merkte es doch und begrüßte fröhlich den neuen Tag, den ersten Morgen, an dem sie sich Mutter nennen durfte. Sehr früh, wie sonst selten, war sie wach geworden und hatte schon geräume Zeit dagelegen, sinnend, was sie alles ihrem Herrn und Gebieter sagen wollte. Herr und Gebieter das war er ihr gewesen von dem Äugenblick an, da sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Und er war es immer mebr für sie geworden, immer mehr bis zur völligen Hingabe, bis zum Aufgeben der eigenen Persönlichkeit an ihn, den geliebten Gatten. Er war es ja gewesen, der ihrem bis dahin unbedeutenden, an tieferem Gehalt recht armen Leben Zweck und Werth gegeben, er war es gewesen, der ihr durch seinen Namen auf einmal Beachtung und Ansehen erwirkt hatte, nachdem sie bisher nur die von obenherab behandelte, wenn auch geistvolle Erzieherin gewesen war. Was sie an Glück, an Schönheit, an Lebensfreude, an dankenswerthen Erinnerungen all' die letzten Jahre her besaß, das verdankte sie nur ihm; sie wußte nichts, an dem er nicht schafsend oder fördernd betheiligt war. Alles, alles dankte sie ihm; in allem war sie ihm schuldig bis zu dem großen und tiefen Glück, das sie gestern heimgesucht hatte. Ihr war zuweilen, all habe sie gar keine Fähigkeiten mehr, irgend etwas ganz allein und selbstständig zu thun, als sei unbedingt Mar nöthig, um etwas zu unterneh-
'men oder gar zu erreichen, als sei ihr
ganzes Leben nur mehr eine Kette von Wohlthaten, durch treueste Liebe aneinandergereiht. Aber zuweilen, in einsamen Stunden, empfand sie es fast als beschämend, ja als demüthigend, als seiner und ihrer unwürdig, daß sre immer nur die Nehmende war, daß sie ihm so gar nichts einigermaßen Gleichwerthiges wiedergeben konnte, daß sie nie etwas zu Stande brachte, von dem sie stolz hätte sagen können: Das habe ich allein fertiggebracht, darin kannst Du es mir nicht gleichthun, das will ich meinerseits nun Dir schenken als Dein heiliges, unveräußerliches Eigenthum." Und je länger, je mehr sehnte sie sich danach, eine Art Gegenleistung für seine unermüdlichc Liebe und Fürsorge zu schaffen, nur ein bißchen die Waagschale ihres W.ertbes mit der ihres Mannes in gleiche Höhe zu bringen, endlich einmal quitt" zu sein, wenigstenö einmal quitt zu sein mit seiner unerschöpflichen, thatkräftigen Liebe. Wie aber gestern die schwere Stunde vorüber war, da war flammend wie der Blitz die Erkenntniß über sie gekommen, die herrliche, wonnevolle Erkenntniß: Nun bist du quitt mit ihm, nun gibst du ihm eine Gegengäbe, die das Werthvollste, Beste und Größte ist, das ein Weib geben kann, eine Gegengabe, deren er nie, niemals fähig ist! Du gibst ihm ein Kind, du gibst ihm Fleisch von seinem Fleisch, du gibst ihm einen Sohn!" Und vom Glanz dieser Erkenntniß hatten ihre Augen noch geleuchtet, als er sie gestern kurz besuchte, das sanftselige und doch so stolze Lächeln über diesen schließlich doch erreichten Triumph hatte fortan auf ihrem Antlitz gelegen und hatte sie nicht verlassen bis eben jetzt, wo sie ihn erwartete. Und als er nun endlich, endlich eintrat, sie küßte und Mutter Maria" nannte, da hob auf's Neue ein wohlthuender, glückathmender Stolz ihre Brust in dem siegenhaften Bewußtsein der Gewißheit, daß sie nun wirklich quitt" seien, und mit verklärten Augen sagte sie ihm aus seine Frage, was sie mit dem Quitt" Tags zuvor gemeint hatte. ' Er aber entnahm ihren Worten das Bekenntniß einer demüthig - stolzen Frauenseele, daß sie seine Liebe zu würdigen wisse. . .
Im Town Kickapoo, Wis., befindet sich eine alte Blockhütte, die als Schulhaus diente, auf die Vernon County besonders sto ist. Das kleine unansehnliche Gebäude befindet sich in dem Distrikt No. 7, besser als Normeyischer Distrikt" bekannt, und diente seinem Zwecke seit bereits dreiundvierzig Jahren. Auch die innere Einrich tung ist dieselbe, wie sie in den Zeiten der Ansiedlung üblich war, und nimmt sich gegen die Schulmöbel der neueren Zeit sehr alterthümlich aus. Die erste Lehrerin war Almira Fox. Viele bekannte Bürger der Nachbarschaft erhielten ihren ersten Unterricht daselbst.
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