Indiana Tribüne, Volume 27, Number 11, Indianapolis, Marion County, 4 September 1903 — Page 5
Jndiana Tribüne, l. September 1903.
s
Der Linde Vlütkien waren aufge gangen.
Von Agnes Harder. Es zog ein süßer Duft zum F:nster ein, Daß jäh die Fesseln tiefen Schlafes sprangen Ich war erwacht. Vom Mond ein schwacher Schein Der Linde Blüthen waren aufgegangen! Da standen alle meine Träume auf Und drängten nach den frischerschlossnen Blüthen, Und stiegen cm Im, Mondesstrahl herauf Wer kann zur Sommerszeit die Träume hüten? Die Zweige beben, die ihr Lufthauch streift. Noch einmal schaut dein Auge zu mir nieder. Und deine treue Hand nach meiner greift Was will das Bild? Ich seh dich niemals wieder!
Tcr alte Pandnr.
Llutorisnie Uebersetzung nach dem Ungar! schon des Martin Zöldv von Georg Busse. Vielem hat man Loblieder gesungen. Den Panduren aber sang man keins. Niemand berichtet von ihrem Leben und von ihren Heldenthaten. Als untergeordnete Diener der strafenden Gerechtigkeit vermochten sie nie, sich Popularität zu erwerben. Selbst der Geschichtschreiber verknüpft mit dem Namen den Hinweis auf eine Epoche der Willkür und Unmenschlichkeit. Trotzdem ist es leicht möglich, daß in dieser Pandurenepoche gerade derPandur das verläßlichste Element war. Jedenfalls steht so viel fest, daß hauptsächlich sie es waren, die während langer, stürmvoller Jahrhunderte die schwankende Rechtsordnung stützten und Tag und Nacht das Gewehr im Arme hielten. Für einen Hungerlohn trugen sie ihre Haut zu Markte. Das Komitat konnte ein Kanaan sein: der Pandur bekam von der rinnenden Milch nur die Mölke und vom Honig nichts als das Wachs! Mit dem letzteren mochte er sich den Schnurrbart wichsen, um besser repräsentiren zu können. Denn rePräsentiren mußten sie. Dazu bekamen sie vom löblichen Komitat Goldborten und sonstigen Firlefanz und irennfte bei Wahlen und ähnlichen Anlägen auf dem Marktplatz die Pferde umhertanzen ließen, riefen sie durch ihre bunte, malerische ErscheiNung längstvergangene Heldenzeiten in das Gedächtniß. Zu Hause konnten sie danü Einbrennsuppe essen, wenn sie Mehl hatten; konnten auch Speck dazu schneiden, wenn der Schrank nicht leer war; und auch Wein konnten sie trinken, vorausgesetzt, daß sie ibn kaufen konnien! Selbst dcr Kampf, den sie mit den Verbrechern führten, war ungleich. Der Betyar hatte gewöhnlich ein besseres Pferd und ein besseres Gewehr als der Pandur. Dieser kämpfte für Freiheit, Leben und reiche Beute, und jener schützte um einen elenden Sold die Güier de: Gesellschaft, von deren Genuß er selber ausgeschlossen war. Der alte Daniel Burkus gehörte zu den Panduren, die auf der weiten Ebene zwischen der Körös und der Theiß viel Ehre genossen. Selbst die Betyaren nannten ihn einen guten Kerl. Er war hartnäckig und ausdauernd auf der Menschenjagd, aber niemals unbarmherzig, wenn die BarmHerzigkeit stch mit seiner Pflicht vereinbaren ließ. In seinem sonnengebräunten Gesicht war keine Spur von der Rohheit, die Leuten seines Berufes
so oft eigen ist. Seine dunklen Augen
flößten Vertrauen ein, trotzdem sie tief
unter furchterweckenden, buschigen Brauen hervorsahen, und wenn er im
Wachtzimmer ruhig seine Pfeife
rauchte, kam Niemand so leicht auf den
Gedanken, daß dieser Mann sich drei
ßig Jahre damit beschäftigt hatte, im
Rohr, im Kukurruzseld und auf der Pußta zwischen verlassenen Hütten auf das fürchterlichste Wild, den Verbre-
cher, zu lauern!
Um den behaglich schmauchenden Eorporal standen seine Leute, pfeifend und Konturen und Gewehre putzend. An den Wänden des Wachtlokals hin-
qen Karabiner, Eisenschellen und Ket
ten, während in einer Ecke die berühm-
ten Haselstoae standen. Schlank und
öiegsam standen sie schön in Reih und
Glied und manches hatten sie zu er-
zählen gewußt von der Bestialität der
damaligen Justiz. Es fragte sie aber
keiner.
Mit einemmal wurde es still und die Panduren standen stramm Der Wachtmeister war eingetreten. Seine
Sporen klirrten auf den Steinfliesen.
Er ging direkt auf Daniel Burkus zu. Na. Onkel Dani," sagte er leise.
ihn etwas beiseite nehmend, heute
giebt es eine große Hetze. Ich will sie
Ihm übertragen.
MeinenSie die Kirchweih von KisZarandi?" fragte Burkus. Ach zum Kukuk! Laci Hideg ist zurückgekommen!" Der schwarze, gesteifte Schnurrbart des alten Panduren zuckte heftig und sein Blick flammte drohend auf, all er diesen Namen hörte. Ich kann es kaum glauben, Herr Wacktmeister!-
Und doch ist es so. Die Rebe! ha:
ihn gesehen!"
So, die Rebek!" Er kannte ftran Nebe? als einen
sehr zuverlässigen Spitzel und zwei-
felte nicht langer.
.Sie sollen die Sache aua? diesmal führen. Onkel Dani! Nehmen Sie so
viel Mann, wie Sie gebrauchen kön-
nen!"
Zwei werden aenua sein. Ein gro-
ßes Aufgebot erregt Aufsehen und der
Kerl könnte Wind bekommen.
Machen Sie das. wie Sie wollen!
Aber kriegen müssen Sie ihn, todt oder
lebendig. Seinetwegen bin ich vom
Vizegespan schon gerüffelt worden.
Mein Möglichstes. Herr Wachtmei
ster! Wenn er nicht mit dem Deibel im Bund steht, dann
In Gottes Namen denn! Also
los!"
Der Wachtmeister aing und der
Corporal nahm seinen Karabiner von der Wand und schnallte den Säbel um. Dann winkte er zwei seiner Leute
heran.
Lajczi! Ferko! Flott gesattelt. Wir gehn gegen Tarja. Nehmt die Büchsen!"
Müssen wir wen einbringen?
fragte der eine.
Ja! Wenn es geht!" Wen denn?" Laci Hideg." Wetter noch 'mal!" Der Name brachte die beiden Pan-
duren in Bewegung. In zehn Minu-
ten fasten alle drei im Sattel und trn
flotten Trabe ging es auf die Land-
siraße.
Die Sonne brannte aus den reisen-
den Aehren, der feuchte Dunst des
Ackers schwebte in farblosen Wölkchen i , tf r t . . I l. f. '
oaruoer. ÄUs oen oiiZenoen aravinerläufen tanzten gebrochene Sonnen-
Uranien, Staub wirbelte aus und
legte sich hinter den Reitern schwersillig und träge wieder auf den Weg.
Kein Lüftchen regte sich.
Unterwegs begegneten sie Zigeunern,
Slowaken mit Leinwandwaaren und
Walachen, die mit Holzgeschirren von
Ort zu Ort zogen, doch Burkus erkun-
dlgte sich nicht bei ihnen nach dem Betyaren. Der alte Pandur wußte, daß
diese Leute keinen verrathen. Sie hät-
ten ja auch toll sem müssen, um stch der Rache der Verfolgten für nichts auszusetzen. Was ging sie die Sicherheit des Komitats an. Das Komitat war weder ihr Hemd noch ihr Kra-gen".
Es war schon gegen Mittag, als sie
die Pußta von Tarja erreichten. Bur-
kus sprang vom Pferde und gmg zu
Frau Rebek hinein. Sie wechselt:
nur wenige Worte.
Hast Du ihn gesehn?" Mit meinen eigenen beiden zwei
Augen." ..
Wo, meinst Du. wird er schlasen?" Ich meine im Weidengebüsch von
Szarcsaret. Sein Pferd grast seit
Sonnenaufgang dort."
Und sein Weib." Davon weiß ich nichts. Sie wird
zu Haus sein."
Burkus dankte und gmg zu fernen
Leuten zurück.
Aufgepaßt!" fing er an. Ich gehe
an den unteren Lauf der schwarzen
öros . Ihr beide postlrt Euch an
der Brücke von Csohos. Wir haben seine Spur. Wenn Ihr ihn seht,
schießt erst den Gaul nieder.' Gebt
Acht, daß die eigene Haut ganz bleibt!"
Damit trennten sie sich. Burkus ritt durch das Ackerfeld,
ernster als gewöhnlich. Mit dem verfolgten Betyaren hatte er eine alte
Rechnung zum Abschluß zu bringen. Vor anderthalb Jahren hatte er ihn laufen lassen, weil dessen Vater fein
Taufpathe gewesen war, und hatte da-
durch zum erstenmal in seinem Leben
seine Pflicht verletzt. In der Wahr-
heit Gottes! Es reute ihn. Denn
Laci Hideg hatte eine Woche danach
einen Raubmord an einem Hausirer
begangen. Dieser Mord lastete wie eigenes Verschulden auf seiner Seele. Durch Schafhirten hatte er dem Betyaren sagen lassen: Meide unser Komitat! Sonst ist es aus mit Dir!" Und nun war er doch hier Burkus war mit seinem Plan früh fertig und finstere Entschlossenheit umdüsterte sein Antlitz. Er wollte ihn todten, wo er ihn auch treffen würde! Ich hoffte, daß er ein Mensch wird," brummte er in sich hinein. Seinem Vater zuLebe ließ ich ihm damals einen Mauteweg. Ich dachte mir, vielleicht jetzt ist es aber au. Wenn der alte Pathe nicht noch lebte, brächt' ich ihn an den Galgen verdient hätt' er's. Kein Hund möcht' nach ihm bellen Vielleicht sein Weib? Aber die hat er auch in Schande gebracht Es wird das Beste sein, auch für die Familie .... Bet', Laci, daß Du mir nicht vor die Flinte kommst!" An einem Haidebrunnen hielt er, trank und tränkte sein Pferd. Dann eilte er weiter bis zu einer SchäferHütte, wo er es dem Hirten übergab. Laß es weiden, mein Sohn! Gegen Mitternacht hol' ich es mir!" Nun ging er zu Fuß weiter. Es
ward Sonnenuntergang, ehe er das Weidendickicht erreichte. Gegen zweihundert krumme Stämme bildeten dort, bei. dem Zusammenströmen der Flußläufe, einen kleinen Wald auf der schattenlosen Ebene, der mit üppigen, bunten Sumpfpflanzen durchsetzt war. Da erblickte Burkus das Pferd des Betyaren. Es war nicht angebunden und
! nur durch den um den Fuß geschlunge-
nen Kopfzaum in der freien Bewegung behindert. Hier verkroch er sich hinter einem alten Stamm, so daß er den Gaul im Auge behielt, dessen Besitzer er mit gespanntem Karabiner erwartete. Der schmale Damm der schwarzen Körös zog sich am Rande des Gestrüppes soweit sein Auge nur reichte. Nach seiner Berechnung mußte der berüchtigte Räuber von dorther kommen. Doch wann kommt er? Es ist egal! Er hat Zeit, der Pandur aber auch! Burkus saß auf der Lauer, ruhig und unbeweglich. Je geringer das Licht ward, vesto großer wurden seine Pupillen. Doch seine Ruhe war nicht ganz aufrichtig. In seiner Seele wellte und rieselte es wie die schwarze Körös. In dem weichen Abendfrieden, allein auf der weiten Haide, vor dem träumhaft schwankenden Gestrüpp, kam ihm seine Lage mehr und mehr zum Bewußtsein. Ein Menschenleben würde er auslöschen... Kalt, ruhig, ohne Vergeltung, als .Verkörperung des Gesetzes, des Buchstabens Das ist etwas Großes, etwas Fürchterliches! Nicht, als ob ihm das Scenarium des gewaltsamen Todes nicht schon vertraut gewesen wäre! Er hatte schon manchen zum Schaffott geführt und während der Verfolgung in der Nothmehr auch manchen niedergeschlagen.. Aber diesmal war es etwas anderes! Sein Gewehrlauf lag auf einem Ast und er selbst lauerte hinter der runzligen Rinde des Baumes als Richter und Henker, beides in einer Person. Die Finsterniß wurde dichter. Der schöngeformte Fuchs des Betyaren graste ruhig. Die Stille wurde nur durch dasGelsengesumm und das Auffliegen einiger Wasservögel gestört. Der alte Pandur spann seine Gedanken weiter. Könnte man ihn nur begnadigen! Wenn es nur eine Ursache dazu gäbe! Aber es giebt keine. Da ich ihn hier richte und ihn nicht an den Galgen bringe, selbst das ist ja schon Gnade und Mißbrauch meiner Amtsgewalt! Mehr kann ich nicht für ihn thun! Und doch ein Wink und der dem Tode Geweihte könnte vor Sonnenaufgang im Gebirge von Bihar sein und sich, im thaufrischen Grase, streckend, den jungen Tag ansehen... Aber zum Donnerwetter! es geht doch nicht! Vor Sonnenaufgang wird die Stirn kalt fein und den Thau nicht mehr spüren...." Die Zeit verging faul und langsam. Gegen elf Uhr hob sich der Mond aus den herdenweis ziehenden, blassen Wölkchen. Der Karabinerlauf blinkte in seinem Licht und dann horchte der Pandur jäh auf. Es schien ihm, als ob Rudergeplätscher vom Flusse herübergeklungen hätte und er ahnte, wen der späte Kahn herantrug.
Doch was ist das? Es sind zwei Gestalten, die dort den Damm hinaufsteigen, fest aneinandergeschmiegt. Ein Weib die eine und die andere er, der Gesuchte das Gewehr im Arm und Reiherfedern auf dem Rundhut. Es wird doch nicht seine Frau sein? Wenn sie es wäre " . Der Pandur strengt seineAugen an und eine warme, freudige Hoffnung durchrieselt ihn. Wenn es sein Weib ist, dann thu ich ihm nichts! Weder Gott noch Menschen bin ich solch einen Heidenstreich schuldig, ihn von seinem Weibe wegzuschießen! Aber ist sie es auch? Bald gehn sie, bald stehn sie. Schau! Jetzt umarmen sie sich." Mit einemmal verdüstert stch sein Gesicht. Es ist doch nicht sein Weib die da ist einen Kopf größer und breiter in den Schultern. Es ist eine Naitzin sein Liebchen . . . Nun.Laci, für Dich hat man abgeblasen!..." Das Weib verließ den Damm und
verschwand. Eine Minute später plätscherte es auf's Neue im Fluß. Eine
Weile sah der Betyar dem Kahne nach.
Dann ging er den Weiden zu. Seine beschlagenen Stiefel schlugen stramm auf, die Reiherfedern wiegten sich lustig im Wind und unter der halboffenen, großknöpfigen Weste schimmerte das
weiße Hemd . . . Den Damm hinabstei-
gend, begann er ein fröhliches Volkslied zu pfeifen. Das Pferd witterte
und wieherte ihm mit erhobenem Halse
leise entgegen. . . Da krachte ein Schuß
das Pfeifen verstummte und dumpf aufschlagend fiel Laci Hedig mit dem Gestcht auf den sammetweichen Rasen. Daniel Burkus trat zu dem Ster-
benden.
Hab' ich es Dir nicht sagen lassen, Laci?"
Der Betyar hob den Kopf und nickte. Dann fiel das Haupt wieder zurück.
Ein kurzes Gurgeln und Röcheln L .
oann war es voroei.
Der Pandur hob den Leichnam und lehnte ihn sitzend an einen Baum. Die herrenlos umherschweifenden Hunde sollten ihn nicht anfressen. Ueber seine Hand rollte das warme Blut, aber er sah es nicht einmal. Er löste oen Fuchs, sprang auf und jagte, ihm mit den Sporen die Weichen zerreißend, in
wildem Galopp über die Pußta.
Gegen Sonnenaufgang erreichte er Laci Hideg's Heimathsdorf. Vor einer kleinen strohbedeckten Hütte stieg er ab
und klopfte an das Fenster. He, Lisbeth, steh' auf!"
Wer ist da?" fragte es von, innen. Ich, der alte Burkus. Spann ein
und hol' Deinen Mann!" Wo ist er denn?"
Im Weidendickicht von Szarcsaret. Mag Gott Dich trösten!" Die Stimme des alten Panduren ii I. i 1Y ' 1 t
zineiie, oicueiazi zum cincnmai m 1
nem Le!m, und er sprengte danach
aus dem Dorf binaus. als wenn er
selber von Panduren verfolgt würde.
E
Weibliche Zollhyanen. Ein neuer Grenzschrecken unter
diesem Titel veröffentlicht ein entrüsteter Sohn Albions in einem vielgelesenen Londoner Journal einen Artikel,
in welchem er semem Unmuth über eine Neuerung der Zollbehörde einer bekannten nordfranzösischen Hafenstadt Luft macht. Als er vor Kurzem dort eintraf und sich zur Gepäckrevision in das Zollamt begab, bemerkte er zu
einem Erstaunen ienseit der Gepäck-
tische ein weibliches Wesen in staubigem, schwarzem Kleide. Der Aufforderung gemäß öffnete er seinen Koffer und wollte Gerade einen der Beamten
bitten, seiner Pflicht zu genügen, als
lchwarzaekleidete berbemurzte.
mit langem, knochiaem Arm in die
tiefste Tiefe des Gepäckstücks tauchte
uno emen Stoß Hemden hervorholte, den sie der schärfsten Prüfung unterzog. Dann kamen einige Paare Hosen an die Reihe, und immer von neuem
verrenkten stch die mageren, langen Finger in den Koffer, bis der ae-
sammte Inhalt durchwühlt war und
)iq zum größten Theil außerhalb des Behälters befand. Ehe sich der verblüffte Reisende zur Genüge gefaßt
yatte, um energischen Protest zu erheben, beschäftigte der weibliche 3oll
beamte stch schon mit dem Gepäck eines
andern Herrn, der ebenso erstaunt und
unangenehm berührt zu sein schien.
Jedermann wird es nun sehr begreif-
lich und nur in der Ordnung finden, wenn in den Zollämtern weibliches
Personal angestellt wird, um in die
Mysterien der Damenkoffer einzudrin-
gen. Dustige Chiffonroben, zarte Batistwäsche und all' die vielen Acces-
sorien der weiblichen Toilette können
unter der Berührung rauher Manne?bände gar zu leicht Schaden nehmen. Weshalb aber die Reiseeffekten von
Vertretern des starken Geschlechts dem spähenden Blick weiblicher Aollinsvek-
toren preisgegeben werden müssen, ist
mcyt recyt zu verstehen. Merkwurdtgerweise kümmerte sich die französische
Douaniere nicht im mindestens um
ihre die Grenze passirenden Mitfchwestern, sondern hatte nur Interesse für unverkennbar männliche" Geväck-
stücke, die sie mit rührendem Amtseifer
durchstöberte. ' , v - , Ein seltener Fall von Genesung von einer anscheinend tödtlichen Verletzung ist der des Farmers John Nichols aus Winona, Minn., welcher das Unglück hatte, von einem Heustock in die Zinken einer Heugabel zu fallen. Die Zinken der Gabel drangen ihm in den Unterleib und durchlöcherten die Gedärme an mehreren Stellen. 27 Zoll seiner Gedärme mußten entfernt werden. Nichols war einen Monat im Hospital und ist jetzt wieder zu Hause. Seiner völligen Genesung wird mit Gewißheit entgegengesehen. r- Unsere Kenntniß der Umstände, unter denen der elektrische Strom einen Menschen todten kann, sind doch noch sehr lückenhaft. Im allgemeinen gelten Ströme von etwa 200 Volt für nicht kräftig genug, um einen Menschen zu tödten sind doch die öffentlichen Licht- und Kraftleitungen, die wohl nicht für geradezu lebensgefährlich gelten, in den meisten Städten noch etwas stärker .als 200 Volt; in London aber sind kürzlich
von einem nicht stärkeren Strom sogar zwei Menschen getödtet worden. Dort
kam m emer Vade-Anstalt ein Mensch
an die elektrische Leitung und bekam einen so starken Schlag, daß er laut um Hilfe rief. Während ihm Badediener zu Hilfe kamen, war es ihnen nicht mMich, ihn von der Leitung zu reißen sondern man mußte die Leitung abstellen. Andere Leute, die in benachbarten Zellen badetcn, wollten
sehen, was es gäbe, und indem sie ihre Neugier befriedigen wollten, kamen
auch sie den Leitungen zu nahe und er
hielten ebenfalls elektrische Schläge. Zwei Personen blieben tobT; sie erhieltn den elektrischen Schlag durch die
Hände, während sie im warmen Bade wasser standen.
Auf der Reife der holländischen Königin in der Provinz Limburg hat sich ein hübscher Zwischenfall ereignet. An einem Bahnhöfe, an dem der
Zug hielt, befand stch ein ziemlich be
jahrter Bürgermeister, der trotz des Regens vor dem königlichen Salonwagen stehen blieb. Sein Töchterchen bot der Königin ein Vouquet an, und diese forderte den Bürgermeister auf, einzu-
treten; aber der würdige Mann, der aus Gewohnheit den '.mburgischen
Dialekt sprach, hatte seme Anrede auf geschrieben und wollte sie draußen vor lesen. Vielleicht kam es durch die Auf
regung, aber sein Kneifer wollte nicht auf der Nase halten. Als das Pincenez endlich doch befestigt war, waren
die Gläser so naß, daß der arme Bur
germeister nicht hindurchsehen konnte.
Er putzte sie deshalb ab. Konigin Wll Helmina wollte, um ihm aus der S3er
legenheit zu helfen, das Papier von
ihm annehmen; aber er bestand daraus,
es vorzulesen. Endlich war der Knei-
ser ui Ordnung: der Herr Burgermei
ster wollte anfangen, aber ein neues Unglück: das Papier war inzwischen so naß geworden, daß die Buchstaben
nicht mehr leserlich waren. Die Koni gin hat ihm aber doch für seine bered ten Worte" ihren Dank bezeigt.
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