Indiana Tribüne, Volume 27, Number 9, Indianapolis, Marion County, 2 September 1903 — Page 5

Indianer Tribüne, 2. September

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Myncr-VlMs. Skizze aus dem norddeutschen Landleben. Sie war um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts geboren und in der Großstadt erzogen. Als Tochter -aus angesehenem Hause geschah diese Erzieyung lelvjtverständnch unter der Glasglocke". Nichts, was das Leben oft unter wenig anheimelnder Maske zeigt, nichts Ä!enschliches, wenn eZ nicht ganz korrekt" war, durften diese früheren höheren Töchter" sehen oder merken. Und wenn sie es hörten oder sahen dann galt es, die gestrenge Mama nicht merken zu lassen, was man gesehen. Mama hatte jung geheirathet", es war also natürlich, daß auch Charlotte jung heirathen mußte. Mit dem Zukunftstraum auf Heirathen war sie erzogen. Und das Geschick verschlug sie als Gattin eines Gutsbesitzers aufs Land, in die norddeutsche Tiefebene mit ihren klaren, kühlen Seen, ihren fruchtbaren Feldern, den reichen Weiden und Wiesen mit ihren Kühen und Gänsen, dem rauschenden Buchen- und Kiefernwald. Als sie in die neue Heimath kam, als sie den viel rauheren Menschenschlag dort kennen lernte, da zog sie sich zurück. Sie hatte zuerst wohl versucht, sich den Leuten verständlich zu machen, aber weder in der Sprache, (sie beherrschte das Plattdeutsch und die Leuie das Hochdeutsch nicht), noch in ihren Empfindungen konnte sie damit vorwärts kommen. Wer ist die alte Frau dort?" fragt: Charlotte die Mamsell, die auf der Veranda vor der jungen Hausfrau stand und den Küchenzettel mit ihr besprach. Und sie deutete mit der Hand hinüber nach dem Hühnerstall, in dem eine alte Frau in dunklem Anzug und dunkle: Schürze, eine weißleinene Haube von der Form einer Nachthaube aus dem Kopf, die Küken hineintrieb. Das ist Ohlsch de Hühnerohlsch, die besorgt das lüttge Vieh." Wohn! die hier auf dem Hof?" Mamsell nickte gewichtig. Se, 's Gutsarme der Herr möt ihr verargen." Mamsell sprach, um sich gebildet" auszudrücken, ein merkwürdiges Ge misch von Platt- und Hochdeutsch. Der Herr", der eben vom Feldritt heimkehrend, dazu kam, erklärte die Sache näher. Ohlsch gehörte zum Gute, mußte auf dem Hof versorgt werden, ihr Sohn, ein früherer Knecht, war todt, dessen Wittwe aber vertrug sich mit der Schwiegermutter nicht und war, gleichfalls auf Altentheil bei ihrer Tochter, die Gattin des Schäfermeisters. Ohlsch mußte schon sehr alt sein, wie alt, das wußte, niemand Charlotte zu ' sagen. Die junge Frau grüßte die alte Frau stets besonders freundlich, sie wollte ihr auch einmal die Hand geben, aber Ohlsch zog die

ihrige schnell zurück. Einmal ging Charlotte auch in Olsch' Stube, die im alten Theil der mittelalterlichen Burg, welche jetzt als Kornboden diente, zu ebener Erde lag. Vielleicht war es früher eine FrauenKemenate" gewesen. Auf dem Vorplatz war ein alter Kamin in einem riesigen Rauchfang, darin brannte ein Reisigfeuer und auf dem Dreifuß stand ein eiserner Schmortopf, in dem etwas seltsam brcdelte. Die Einrichtung der Stube war einfach, Tisch und Stuhl am Fenster, in einer tiefen Wandnische ein riesiges Bett, dessen Gestell aus rohen Brettern bestand, und eine wunderschöne Eichentrvhe, die aber durch Alter und schlechte Pflege sehr unansehnlich aussah. Auf dem Fußboden, der aus roihen Sieinen bestand, war Sand gestreut, und Zahlreiche gelbe . Küken tummelten sich da herum. Das war das Geheimniß von Ohlschens trefflicher Hühnerzucht, sie hatte die Küken immer bei sich im Zimmer. Es war auch gar kein freundlicherBlick, der die eintretende junge Frau aus den erloschenen, von rothen Rändern umrahmten, Augen traf. Te jung Küken möten nie nich oerschreckt weren, gnädige Fru", murrte sie. Charlotte wendete sich schweigend zum Geben, die Alter schlurrte ihr nach. Im Vorplatz zeigte sie nach dem Kamin. Dor steiht de Grapen, dor kak ich for de Hüner." Indessen kam Weihnachten heran, Charlotte bestand darauf, den Leuten unter dem mückten Lichterbaum zu bescheren. Das hatte sie sich zu schön ausgedacht. Aber die Ausführung ihrer Idee befriedigte sie nicht. Die Leute warfen kaum einen Blick auf den Baum, ergriffen schnell ihre Geschenke und ihreRaschschüssel und stapften hinaus. Nur Ohlsch, die ein blankes FünfMarkstück und schöne warme Sachen er-

halten hatte, stand lange mit gefalteten

Händen und verklärten Almen vor der glitzernden, schimmernden Pracht der ' hohen Tanne. So verklärt, daß Charlotte die Alte

nicht durch eine Anrede stören wollte.

Sie hatte noch langer stehen tonnen, , aber der materielle Sinn ihrer Angehöriaen könnte das nicht verstehen, ei-

ne Enkelin der Alten, die aushilfsweise in der Milchkammer arbeitete, zog die

Greisin fort, komm komm komm Großmutter, du mötst de

Mnet futtern. .

Hin und wieder sah Charlotte, die sich erkältet und strengen Hausarrest hatte, die Alte über den Hof gehen

Aber, gnadige Frau das soll al-

lens'mit in die Erde das schone.

Kleid, das ich so gut brauchen konnte.

sie hätte gern etwas gewußt über ihre

Ledensschmsale, aber sie mußte mcyi,

inifi fi ä Tfnftrrr snTTt?

v tv v v - ivmv I r ' . cr9 ' 7 . i l l 1 r VtM H t .

Und am Sonntag vor Ostern stano Die neuen irumpie von w

fc? rtr;ftTt 4. mit ihrem he Cßt will, tm Tfl NlCDtö laaen . . .

V 11 Vtltlttt. uirni ...v... - , , 1 L r ,

st frfcv,-- öui its -in?? sckwar (ioarlotte man die (Sprecherin niu

iib'iitjjkit illtvt uv ? I . r rrt f c V 11 s" ictt (KhifeMtfimt- M-4 imfpr den Ctom einem erstaunten Blick, dann deutete xt

3 T J I i I , - c r e sCxl.

munikanten am Altar deZ Docskirch mu oer ano aus oas ag

leins. ncgiarenen.

Monate waren

erstenmal Charlotte TZtnttPTY1nh frtfe rnil

ren Gefühl endlicher Genesung nach schen Euch darf das keinen Kum-

Leid, was er vielleicht klagen wollte'

nd nicht konnte, seinen Freuden, die

vielleicht karg gemessen' nur waren. Liebt die Menschen und versteht die Menschen, dann wird euer Leben reich

nd eure Arbeit, wohin euch Gott stellt.

eine gesegnete sein.

veraanaen. seit zum Mit dem Kleide angethan, vas 1 V"3U'i) ' . I VII... CYT. O-ITjC. W3 Cirrn

wieder auf ihrem zum leZien wai zum vi 4"" i- imrm wunderba- cetraaen wird sie beerdigt Oh."

langer, schwerer Krankheit. Viel In- mer machen vielleicht yavl jqi uno teresse für die Welt da draußen hatte die Euren Zeit. Ihr zum Kirchhof daZ sie nicht, ihr Interesse, ihre einzige Geleit zu geben." Dann schloß sie den

ihr .Unsrer an nn nohrn den zmiunei. an

&r)rnt snnrntrirte stA tcht auf

Töchterchen, welches im Nebenzimmer dem die Äugender Schwiegertochter in sanftem Schlummer lag. gierig hingen, mit fort.

Gerade weil ihr in diesen langen, Wenn Ohlschen in der Erde ruht,

bangen Monaten, m denen die ange- r?erde ich die Sachen ordnen , sagte i griffene Lunge sie in ernstliche Gefahr dabei, nicht solange sie hier ruht in ih brachte, so oft der Gedanke nahe getre rem kleinen Reich.

ten: ..Du wirst nicht lanae bei deinem .Wat de anä Fru 'ne komische Fru

Liebling bleiben können", darum hat- Zs", sagte Jung-Ohlsch kopfschüttelnd i " t T.v mf.L Ir i. ?

len leine anoeren eoanicn --piu iui yinier iyr yer. Herzen der jungen Frau. Aber jetzt sah Wie einsam Ohlsch gewesen, das

sie doch hinaus und setzte dann eilend wurde nun erst Nar. Selbst die

die Glocke in Bewegung, die vor ihr Schwiegertochter und Enkel wußten

itano. . mi, wo sie geboren, nur von welchem Das Stubenmädchen erschien fra- Dorf sie vor vierzig Jahren hergezog?nd. gen, stand in den Büchern des verstor-

Mamsell soll kommen. denen Gutsherrn. Als dann, kurz vor Da stand Mamsell schon vor der dem Begräbniß die nöthigen Papiere jungen Frau. vom fernen Kirchspiel anlangten, sah Wo ist denn Ohlschen, Mamsell Charlotte mit stummer Qual auf sie

ole rlne oeiorgl ja oie jguiinci , nieder, achtundachtzig Jahre alt war sagte diese, deutete mit der schmalen diese arnie Heldin gewesen, deren letzte

Hand hinüber zum Huhnerstall. Sorgfalt seit so langen Jahren dem

Ohlschen :s krank, gnädige Frau, luttgen Vieh" gegolten hatte. Ihr konntet doch den Doktor fra- Und nickt nur Qblscken batte sie ae-

gen, wenn er herkam er ist doch letzt heißen. Jlsabe Dorothea, so lauteten oft genug hiergewesen." die Vornamen, die ihr von liebevollen Da war sie noch nicht krank erst Altern bestimmt, noch zu Ende des 18. r. .!- , , it - . '

vorgeuern yall' iie lieg ctngeiegi. Jahrhunderts in der Taufe beigelegt Nacht hab' ich schon Luise drüben schla- waren.

fen lassen. Es muß doch jemand bei Die Frühlingssonne schien so warm, ihr sein." als man Qblscken zur Rube trua. ein

Die junge Frau wurde unwillig. kleiner Kreis, die nächsten Verwandten

Die lungen Madchen haben tags- und einige Neugierige standen am osse-

uoer iyre roeil, cameu, oie muen nen (Ärave, und man machte erbaun! Nachts ungestört schlafen, ich will mit Platz, als mit dem Geistlichen Charlot-

dem Herrn sprechen, Jung-yijch iou ic und ihr Mann erschienen.

Abends kommen und Nachts vet lyrer ein kurzer Nachruf nur über den

Schwiegermutter lern. Tert. den Cbarlotte aewäblt: Du

Jung-Ohlsch, die allerdings auch fromme und getreue Magd, du bist rjc r-n, cvt .!. x. i.". I , . , r - . n

muu du uyic juyuc, luiuuc iimuuiu; uoer wenigen getreu gewesen, ich will, nicht kommen Charlotte ließ eine dich über vieles setzen, gehe ein zu dei

fremde Frau aus dem achvaroors nes Herren Freude , dachte der letzten

holen, sie wußte, daß Jung-OhljÄ me Lebenspflichten der Verstorbenen, die

zu haben war, wenn es sich um etwas so treu erfüllt, während ihr ganzes handelte, was sie noch leisten konnte, langes Leben so dunkel aeblieben, so

desto flinker war sie dabei, wenn sie tU tief, tief dunkel. Als der Geistliche die was haben wollte, mehr Torf für den Erde auf den Sarg geworfen, trat Winter oder eine Ruthe Kartoffelland Charlotte hinzu, um diese letzte Liebes-

mehr. Auch als am andern Morgen Pflicht zu erfüllen und Thränen traten die Kunde in die Katen drang: Ohl- in ihre Augen. Die galten nicht dem schen ist um Mitternacht gestorben, war Trennunasweh. wie man es an Grä-

die Schwiegertochter sofort auf den bern der Lieben so schneidend empfin-

Hof geeilt. det. die galten der Einsicht, daß sie viel Hier stand sie klagend und lamenti- versäumtchatte an Liebespflicht, für die

rend vor dem Bett, auf dem, mit einem Lebende. weinen Laken zugedeckt, die alte, müde De Pasiur hatt' all noch so 'ne län-

Pilgerin ausruhte von einem Erdenke- ge Rede macht", sagten die Männer r l rr . r . rr- 1 ......5 tm i 1 1 .

ven, oe en iieme ooer grone vjrcm j"! neuen, uic genoss i qauen, out . rr. t ... c . rr. I VI. r JC fl je cm!.lt3.

Nie, treucen uno ituinmerm e nie- tycictuycuu juueu nueg oas 3111

mand kannte, keine von denen, mit de- yaus aussuchen zu können und nun da

nen die Greisin die letzten zwölf oder ran verhindert waren.

fünfzehn Jahre ihres Lebens veremt Aber eine Liebespflicht konnte Char

auf so enger und kleiner Scholle gelebt lotte doch noch thun. Mit Andacht

hatte. packte sie den Koffer aus, die armen

Mamsell hatte, als sie die fremde Schätze, welche der Verstorbenen so

Frau in das Stllbchen der Ohlschen werth gewesen, Garn und Nadeln.

geleitet hatte, leise den Kofferschlüssel bunte Bilder, in einer schwedischen

abgezogen und an die Hausfrau abge- Streichholzschachtel das blanke Fünf-

liefert. markstuck von Weihnachten, neues Lei-

Das :s um Leben un Sterben, gna nen, neue feinqesponnene Wolle zu

Fru , sagte sie dabei, dem. de Ohlsch unterst das alte dicke, m Leder aebun

hat immer höllisch sauber und akkerat dene Gesangbuch. Sie machte es auf

yre machen gehabt, 'cun sie da so liegt, da siel ein Brief heraus, ein grobes

soll ihr keiner dabei gehen. De Sachen Stück Papier, mit verwischter Schrift

aber, wenn se stirbt, de gehuren den und Spuren von Thränen darauf.

Herrn, weil daß er sie muß begraben Ein Brief, sorafältia schrieben.

.... u . . . 1 r rt I - ' '. V' ' . . . '

lauen - ie ganze ruse iano uoer- von einem Pastor in einem kleinen säch . . 1 y crr r jf - 0 i l.!. r . ri I V- . . .

naupioouer mnicgcn.euic, oieioniMjtiöjen Dorf, Die Todesnachricht de

sur oie reiiin gar leine 'moennaome Verlobten der ?kunafrau lsabe ?o

gezeigt, waren da, nahmen das Laken rothee Walter", wie sie angeredet wurvon dem Strohlager, befühlten die de. die lekten Grüne des Sterbenden.

Betten, die auf einen Sack auf die Erde der in der Völkerschlacht bei Leipzig

gelegt waren, wayreno Die azwieger- aus den Tod verwunde . 1 . . . 1

locnier veriunoeie. Ob sie. die nun in Frieden ruht? ifin

Det wier 'e ihr eigen Bett, lauter wohl noch in ihrer letzten Lebenszeit

Dunen, echte Dunen von de Gos." aelesen. ob sie wobl noch an iene e?t

Außerdem wurde, soviel die Phlegma- gedacht? Ob sie später glücklich gew:-

ilr or-l V. n.Ki. .!;.(, l e i. re-r.. i r

iijuc .n vet icuic dulor wus jen in igiei vzqz 00er ungiuaitch, 00 ne, Begräbniß besprochen, natürlich Ver- außer dem früh verstorbenen Mann der muthungen, die zu Rechenexempeln Schwiegertochter, noch Kinder gehabt

wurden. hat Nichts keine Nackrickt

1 iV. ( I . ' '"

ma lauten (leulen) warv' oe verweht vergangen ein Menschen

Herr doch nich lassen dat Geld kann leben das keine Spuren hinterließ! r m t AI r I M I rw-w m m . .... . .

he sparen oder uns geven", sagte

liebevolle Schwiegertochter.

Mamsell dachte öfter der Ohlschen,

. " .1 : 1 rm f t r- 1

uoer in elgennuFiger uene, ue munie r.jc c: t 1 -c .-

.Un den Sara kann he ut Bollen )iq bei dem iungen Hühnermädchen

nehmen, de Tischler in Demmin hat mehr um das lüttge Vieh" kümmern, ..'.. 1 ' .. ' I ri i

blos so dhüre (theuer) . . .

Aber, was war das da hallten

die Glocken vom Kircklein. die der

Gemeinde einen Trauerfall verkünde-

ten.

und das hatte, seit Ohlsch todt war.

keine Art" d. h. es wollte nicht gedei-

yen.

Ich weiß nicht. Charlotte.du kanns!

dich doch um Ohlschens Tod nick arä-

Seltsam bewegt standen die neugie- men?" sagte Werner, gib der Enkelin

rigen Besucker, nur das erstaunteWort die Sachen der Alten, nicht der Schwier, , r cm v.il..i vi 1 i- .

rang iiq aus Mng-mjchen munvi geriocyier oie ya: ne Nicht verdient, f-. r. 1 rijc r i I c w . ... .

ye iaßi roiiuia; luuuu. ut'cc uun rnacg loieoer ein sroves )e

Und der herrschaftliche Kutscher fuhr sicht .

mit dem Leiterwagen wirklich nach Als Charlotte der freudia überrasch-

Demmin, den Sarg zu holen, und als ten Erbin" die Sachen übergeben, ihr die Stube sich geleert, stand die junge besonders das alte Gesanabuck lieb ae-

f ? . . -1 er l f 1 5,, i l ' . .' .

aussrau oarm mii oewegiem nn- maql naiie mil oem alten Brief r. ii rctz. :i v . .v, I c rt r.. cr ,n r . - i

cciiaji uhu lujiuK rnu öuichiuci yuiiv uu iuiu uc am eiicoen lores omier-

die Truhe auf. chens auf die Knie. Das öffnete die

Daraus nahm sie leise Stuck sur Augen, leuchtende tiefe, seelenvolle Au-

Stück, legte es auf den Tisch, bis sie gen. . . sehend mukt du durcks Leben

gefunden, was sie brauchte zum letzten gehen sehend und fühlend durchs r "r CV !-.. i rm r

ajnruci jui oie ane einiainc utau. eoen inu oen cenzchen, den warm Ganz neue Strümvfe und saubere fühlenden Menschen nicht unter der

Wascke aus dem elaenaesvonnenen Lei- Ziasgloae louit du aufwachsen

nen. die sckwarzen .euaschube. die sie Menschenleid und Menschenlust muß

f.: i r.i :c . k crx.eniz.

eiynaazien eiaiien, oas yeuic cuiju' iiiuiuuu, uum uu etiianuiui chc schwarze Wollkleid und die Spitzen- hast für die Menschen und ihre Schickbaube. die sie zum Abendmabl aetra- sale und nicht wie deine Mutter am

gen. Ganz fassungslos stand die (Ärabe eines Menschen stehst und dir

. . . 1 . yii 1 itrtit snn yntiht t r.:.

schwiegermiollzier oaceu iMai vvD uujw ciut"i

Eine Hinrichtung in Tuniö. Vor kurzer Zeit wurde in Tunis

auf dem Vardo ein junger Mann aus guter Familie, Mohammed ben Koch-

ach, hingerichtet, der am hellen Mitag auf offener Straße einen freund

mit, zwei Dolchstichen getödtet hatte. Das Verbrechen wurde vor drei Iahren begangen, doch konnte d'ie Unter-

uchuug wegen Mangels an Zeugen

nicht früher abgeschlossen werden, denn

die Familie des Mörders ließ es nicht an Bestechungen und Einschüchterungen fehlen. Endlich wurde Mohammed doch zum Tode verurtheilt. Als

der Tag der Hinrichtung nahte, bemühten sich die Verwandten des Ver-

urtheilten, die einen Scherif, der direkt

vom Propheten abstammt, zu ihrer ! k 1 " 1. 1 v 1 i. 1.

vsippe zagien, oen allen naier uno oie Mutter des Opfers zu bewegen, daß

sie den Blutpreis als Sühne annebmen. Von 7000 Piastern steigerten sie ihr Angebot auf 15,000 und stellten den Alten frei, es in klingender Münze oder in Form von zwei Häusern und

300 Olivenbäumen ausbezahlt zu be-

kommen. Die Eltern des Opfers, arme Leute, die der Tod des Sohnes an den Bettelstab gebracht hatte, woll-

ten aber nichts von einem Blutpre:se wissen. Sie setzten allen Angeboten

ein verächtliches Schweigen entgegen.

Als sie befragt wurden, warum sie bei i c ..ii l rrf-i

lyrer 'arinuin uno iyrem vuier ein Vermögen zurückwiesen, hob die Mut-

ter den Zeigefinger und sagte, es Ware

entehrend, wenn sie sich das Blut ihres

Sohnes bezahlen ließen; auch hätten sie demSohne am Todtenbette geschwo

ren, memals zu verzeihen.

Als der Verurtheilte durch dieStra

ßen zog, drängte sich die Familie des

Opfers heran, beschimpfte ihn und spie ihm m's Gesicht; die andere Familie

küßte ihn und weinte laut. Der Ver

urtheilte wurde in die Armensünderzelle geführt, wo er seine Anverwand-

ten empfing, die an seinem alse hmgen und sein Schicksal beweinten

Einen Onkel, dessen Beileid ihm nicht

aufrichtig vorkam, warf der Todes

candidat eigenhändig zur Thür hin-

aus. Er verlangte, daß man ihm die

Augen mit einem Tuche verbinde, das

seiner Schwester gehörte, und diese Bitte wurde gewährt. Er wurde vor den Bey und zum Galgen geführt und

wußte bis zuletzt seine stolze Haltung

zu bewahren. Der Scharfrichter wal ?ete seines Amtes. , Als er den Leich

,nam vom Galgen nahm, kam ein Eil-

böte mit dem Befehl, die Hinrichtung

nicht zu vollziehen. Man hatte ent

deckt, daß Mohammed ben Kochkach

aus Fort - National im Departement Algier gebürtig war, und daß die Gerichte des Bey nicht befugt waren, ihn zu,verurtheilen. Man hatte aber diefe

'Entdeckung fünf Minuten zu spat ge

macht. Eine originelle Lehrerwahl.

Abaana

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In Arzier, einem kleinen waadtlän discken Dorf, war ein Lehrer zu wäh

len. Früher war es wohl Brauch, daß

eine Commission eine strengere Prufuna der Candidaten vornahi?. jetzt

ist man davon abgekommen, man hält das Lehrpatent für einen genügenden Fähigkeitsbeweis. Da aber, wenn nur ein Lehrer zu wählen ist und viele sich

um den Posten bewerben, eine Aus-

wähl getroffen werden muß, verfielen die Gemeindebehörden von Arzier auf den Ausweg, die Candidaten um sich

zu versammeln uno auf ihre korperlichen und moralischen Eigenschaften Zi prüfen. Mehr eine Schönheitsconcur-

renz als ein Examen. Und was die Vrüfuna der sittlichen Tugenden an-

belangt, zum mindesten originell. Die

Herren Candidaten wurden auf einen

Samstag Abend zu einem Essen gela

den. Sie sammelten sich, w:e ein waadtländisches Blatt berichtet, um

eine wohlgedeckte, mit Getränken stärkcrer Sorten reichdotirte Tafel, und die Prüfung begann. Die Herren Eraminanden gaben sich ihr mit so viel

Eifer und Behagen hin, wie die Herren

Examinatoren. Die Eandidaten wett-

eiferten in liebenswürdigen Darbietun aen. deklamirtel. trugen Lieder vo

und dielten Reden, und als jeder sol-

cherweise Proben seiner Begabung ab-

gelegt hatte, und als die Herren Gemeinderäthe und Commissionsmitglieder hinreichend erleuchtet waren, ward

zur Wahl geschritten, (sie siel au sperrn Dutoit. einen der jüngsten Be

Werber. Voller guten Laune gab der Gemeindepräsident den tafelnden Candidaten Kenntnin von der Wahl, da-

rauf wurde jedem der Nichtgewählten

als Reise - Entschädigung ein vlanres

neues Geldstuck m die Hanv gevrucl

und das Fest ward sortgejent .

.

Kasernenhofblüthe.-

Unteroffizier: Müller, steh' Sie nicht

wieder so aottsiämmerlich da. Sie

sind dock wirklich zu träge. Ich glaube,

wenn Sie ein Schmetterling waren.

würden Sie selbst zum Schmettern zu faul sein!

-aaliiina. Onkel (zu seiner

Nichte, die erst spät zur Theaterkasse

gegangen war): Hatten nocq einen

guten Platz trn annyauier www men?" Nichte: Das will ich meinen zwei Leutnants saßen neben mir!"

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Terre Haute Accom.Sonntag 7 15?crFast Mail, täglich 8 35Nm Indianapolis & vincennes R. N. Cairo & Vincen Expr täglich 7 20Vm Spencer u ZZrenchLickAc, tägl. 9 45Vrn Martinsv Accom 12 30Nrn Vincenneö Erpreß täglich.. 10 35Lm BincenneS Expreß 3 50Nm Martinsville Acc, tägl 3 45Nm SpencerL:FrenchLick Ae, tägl. 4 45Nm Cairo Expreß täglich 6 löNm

Route.) Ankunft 3 45V2' 7 lOOOVn 4 62 N

Chicago, Indianapolis 8c TomsviUe R'y. (Monon Abgang Chic Night Expreß täglich 8. .12 65Vm Cincinnati Best täglich s. . Fsft Mail täglich s p ,. 7 OOVm Fast Mail täglich 8 Chi Erpreß, täglich....? 6.11 50Vm Moncn Accom, täglich Chi & Mich City Best dp.. 3 35Nm Cincinnati Best täglich d p.. Mono Accom, täglich 4 OONm (ake Lrie 8c wsftsrn R. R. Abgang Mail und Expreß 7 15Vm Indianapolis Expreß täglich T Det 6-MC Ex täglich.. 12 20Nm Mail &, Expreß Laporte Accom nurSsnntagö.12 20Nm Toledo Expreß Evening Expreß 7 25Nrn

Ankuaf? 10 25Vrn .3 25N 10 2öN

Cincinnati, Hamilton & Dayton R. R. Ost. Abgang Ankunst Cincinnati Best täglich 8 &, c 4 OOVm Cincinnati Vestibüle täglich L 12 45V Fast Mail täglich 3 8 05Vm Fast Mail täglich 8 6 40V Cincinnati & Det Expr ... .10 40Vm Cin Chi St L Ex tgl p. .11 45Vw Cw . & Dayton Best. Exp P 2 45Nm Cincinnati Best d & p .. .. 3 25Nrs Cincinnati Veft täglich d p 5 00Nm Cinc & 3nd Accom 7 24Nr Cin & Detroit Expreß täglich 7 02Nm Cin 3nd St 2& Peo Ex tg s&cie 35N West. Abgang Ankunft Springsield Mail 8 OOVm West Erpreß täglich b&c. 8 55V Chicago Expreß 11 60Vm Tuöcola Accom 10 3033a Tuöeola Accom. 3 SONrn Cincinnati Expreß 2 4CNia West Expreß täglich 8& clllONnt Springsield Mail 4 50N Via C., H. k D. Ah. (W e st) und Roachdale. . Cbicago Ervreß ... 11 50Vm Cincinnati Expreß 2 40Nar

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