Indiana Tribüne, Volume 27, Number 7, Indianapolis, Marion County, 31 August 1903 — Page 5

Jndt'ana Tribnno, 31. Augllst 1903.

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M fr 4 M. .A. W" vv 4:. Ö Y .. Cl . : 44 -. : fr ii -V (ZZoitsetzung.) er roclltc .geyen. 2a klang eine karte Gihmue hinter ihin: Kannst Dich um einen andern Tienst umsehen. Tcniinelk. Ich kann keinen im HanS brauchen, der so Cchkchtes ven einem Andern red't und dcch irciß, daß er einen Lug sagt!" Sa3 lrar die Bäuerin, die redete. Zufällig hatte sie hinter einem großen Stein das Gespräch der zwei gehört. Nun l?a? ihr Gesichl fahl vor Errgung, und ihre Nasenflügel bebten. "' Ter Knecht trarf die Bürde ab. In fein Ccsickit trat ein halb trotziger, halb spcttisä'e? Zug. WiZzt Ihr denn so bestimmt, daß ich lüge, Frau?" Ja!" sagt: sie kurz und wandte ihm den Nucken. Hinter ihr scholl das Schelten des Knechtes. Mit den gewohnten stillen Schritten ging sie übe? die Matte und gab den von ihr angestellten Heuern klar und ruhig einen Auftrag, ehe sie heimwärts schri:t. Und doch war Sturm in ihrer Lrutt! Xti kämpfte sie desselben Abends aus, als es ruhig geworden war im Haus und selbst die Nosi sich schlafen gelegt hatte. Bei verglimmernder Lampe saß die Mättelibäuerin am offenen Fenster und starrte die schwarzen Umrisse des Nachbarhauses an, in welchem kein Licht mehr war, afor über dem ein großer, blauer Stern am nachtigen Himmel stand, der ein fast mondhelles Licht uiedergoß auf das Schindeldach. Es war, als flösse ein Segen auf das 'Hauö. Die Bäuerin sann. Tag und Nacht seit dem Tode ihres Mannes rief sie sich zurück und vor allem die Stunden vor seinem Begrabniß. Blitzartig war damals ein B?rdacht in ihr aufgetaucht, aber ebenso schnell hatte sie ihn von sich gewiesen. Jetzt war er auf einmal wieder da, nur schrecklicher, als äffe und peinige sie ein Nachtgespenst. Sie dachte an den alten Schirncr. Aus seinem Furchengesicht war nimmer eine Schuld zu lesen, und doch der wenn's einer konnte! Und der. Junge? Ein Stich fuhr ihr in's Herz. Auf den fiel kein Schein von Schuld, den kannte sie, wie sie die Mutter gekannt hatte! Dem und keinem lieber hätte sie ihr einziges Maitli anvertraut! Die Beiden, der Bursch und das Maitli, waren einig gewesen! Die Rosi hing an ihm mit der ganzen Leidenschaftlichkeit ihres Wesens; der würde es, an's Leben gehen, wenn sie ihren Buben verlöre! Nur in der letzten Zeit war der Binzenz so sonderbar, gleichsam scheu! Er vermied es fast, herüber zu kommen, und wenn er kam, war's, als laste etwas auf ihm! Alles das erwachte plötzlich in der Brust der Frau und wuchs sich aus und stempelte den Verdacht zu grauser Wahrscheinlichkeit. Am Fensterkreuz richtete sich die Grüblerin auf. Ter Kopf war ihr schwer und sank, hart aufschlagend, an das Holz des Kreuzstockes. Wenn der Tonimelk recht hatte, Herrgott im Himmel, was wurde aus der Rosi und ihrem Liebsten?" Sie kam zu keinem Schluß, und vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben war die willensstarke Frau ihres Ziels sich nicht mehr bewußt! Als sie ihr Lager suchte, war es nicht, um zu schlafen. Sie zermarterte sich weiter den schmerzenden Kopf, bis blasser Morgenschein die Stube hellte und der ermattete Körper für eine Stunde sein Recht verlangte. Di? kleine Vergwelt war um vierzehn glühende Sommertage älter. In Frutten war ein Feiertag. Die Nacht hatte den lichtgewohnten Himmel mit drohendem Gewölk überzcgen. Ein heftiger Nordwind trieb das graue Schwadenchaos in Wirbeln nach Westen und peitschte weiße Nebelfetzen den Bergen entlang. In den Wind schallten wenig feierlich die Kirchenglocken. Die riefen zum Gottesdi:nsr, ae? die Hälfte der Schläge erstickte im Windrauschen. Die Fruttne: wanderten zur Kirche. Schon mochte der Großtheil der Jewohn:r dort versammelt sein, als zwei junge Burschen, aus den Häusern unterhalb der Kirche kommend, in den 5iirchweg einbogen. Der Eine derselbcn war der Melk, der verjagte Knecht der Mättelibäucrin. Nur ein paar Schritte hinter demselben kam die NosiEpp gegangen und mit ibr der Schir-ner-Binzenz. Schweigend gingen die Beiden, die sich am Mätteligut getroffen, nebeneinander hin und achteten der VcrauSschreiienden wenig. Der Melk aber hatte sie gesehen und verlangsamte seine Schritte. In seinem Gesicht war ein böser Zug. Du," wandte er sich an seinen Gefährten, als er die Beiden hinter sich in Hörweite heran wußte, siehst da hinter uns die zwei? Die laufen jetzt so friedlich nebeneinander, und vielleicht dreh! sich der todte Epp-Toni int Grab herum oö der Sünd'!" Warum denn?" fragte der andere junge Baue? dagegen. Das sagt man nimmer laut!" war die böbnisöe Antwort.

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44 !4 44 jaJl -W- MI . .MM jljA w w TT Tv V JLJL T ... Novelle von Ernst 3 a lj.n 44 44 44 44 44 44 ? 44 44 44 44 54 44 44 44 44 44 ' Damit schritten die zwei Burschen schneller bergan, der Kirche zu. Und langsame? folgten der Vinzenz und sein Schatz. Die Rosi hatte mit flüchtigem Blick das Gesicht ihres Begleiters gestreift bei des Knechtes Worten. Eine helle Gluth hatte darüber hingezuckt und war einer fahlen Blässe gewichen, aber den Blick hatte der Binzenz nicht vom Boden aufgeschlagen. Und weiter waren sie gegangen im Schweiqen. Nun standen sie vor der 5tt?cyen:yur, unter welcher die beiden Knechte schon verschwunden waren. Die Glocken schwiegen. Der schmale Mrchweg war leer. Nur die zwei noch an der Pforte, der Bursch und das Mädchen! Plötzlich schlössen sich seine Finger um ihr Handgelenk. Es war ein fast wilder Griff. Hast gehört, was er gesagt hat, Maitli?" stieß der Vinzenz leise hervor. ' Erstaunt sah sie ihn an. Dann sagte sie einfach: Ja. aber ich versteh' ihn nicht!'' In seinen Augen leuchtete es fast irr, als er sich näher zu ihr bog. Bitt' für uns zwei, Rosi! Wir haben's nothwendig!" Damit wollte er sich zurückwenden. Aber sie hielt ibn. Komm' mit, Vinzenz," sagte ste. die Hand auf seinem Arm. Reg' Dich nicht auf wegen dem da! Er mag Dich nicht weil weil ich Dich gern hab'!" Zögernd öffnete er die Thür. Als er in den menschengefüllten Raum trat, fühlte er Rosis Hand in der seinen mit leisem, liebkosendem Druck. Wie Andacht kam es über ihn seine eigene Andacht! Die Predigt des Geistlichen klang an sein Ohr, und dann rauschten die Melodieen der heiligen Messe durch das Gotteshaus das alles hörte der Binzenz nicht! Aber er sprach sein eigen Gebet mit zitternder Inbrunst. Bei dem wurde er ruhig, und der Kopf gewann sein klares Denken zurück. Als er die Kirche verließ, war in ihm ein bitterer Entschluß gereift. Ein harter, fast finsterer Zug lag auf seinem Gesicht. Er drängte sich aus der Menge, daß er der Rosi nicht mehr begegne. An dem Abend redete er dem Later von dem, was er beschlossen hatte. In die ärmliche Stube fiel der müde Dämmerschein des verglimmenden, grauen Tages und hob noch die düstere Schmucklosigkeit des niederen Raumes. Sauber war auch hier alles, aber die groben, braunen Hartkolz -Möbel, der plumpe Tisch, die pacr Stühle und dort der mächtige GlaZschrank, hinter dessen Scheibe eine Sammlung seltenster Kristalle das Auge jedes Kenners hätte entzücken müssen, vermochten nicht, die Stube traulicher zu gestalten. Seit die Schirnerin todt war, war auch kein Hauch von Behaglichkeit mehr in Stube und Haus. Bater und Sohn lebten nebeneinander hin, wortkarg der Junge, mürrisch der Alte, und die alte Magd führte ihnen so schlecht und recht die Wirthschaft. Am Spätnachmittage von einem mit einem Fremden unternommenen Ausflug in's Hochgebirge zurückgekehrt, saß der Schirner-Josep am Tische bei Käse und Brod und schnitt sich, bedächtig kauend, Stück um Stück der Speise. Des Alten lederfarbiges Gesicht zeigte trotz des anstrengenden Kletterganges, welcher ihn schon um zwei Uhr Morgens aufgerufen hatte, nicht eine Spur von Ermattung; doch schienen seine Gedanken während des Essens an etwas Unanaenehmem zu hängen; denn die starken Brauen waren zusammengezogen, und eine der Falten über der Nase grub sich tiefer und tiefer. Unten ging die Hausthür. Da fuhr der Alte wie im plötzlichen Schreck zusammen. Ein scheuer Blick maß die Stube; doch als drüben die Thür sich öffnete, war er wieder so ruhig wie vorher. Vinzenz war eingetreten. Einen kurzen, stockenden Gruß warf er dem Vater hin, dann setzte er sich an's Fenster. Der Stuhl knarrte unter ihm; schwer und müde hatte er sich hineingesetzt. Wo bist g'wesen?" fragte der Schirner. In den Bristen bin ich herumgelaufen," antwortete langam der Bursche, die Stirn in die hohle Hand gelegt. In den Bristen?" Es klang in ungläubigem Staunen von des Alten Lippen. In den Bristen!" wiederholte eintönig der Vinzenz Was hast denn da oben gesucht?" Mit einem Ruck war der Junge auf. Die Stube dröhnte unter seinen Tritten, während er zweimal den Voden maß. Ja, fragt nur, Vater, fragt nur!" sagte er seltsam. Dann brach er los. Mit verkrampften Händen trat er vor den Alten hin. Ihr wißt's wohl! Seit dem Tag, da Ihr mit dem Epp aus wart am Mittagsstock da ist's über mich 'kommen! Weiß Gott, was es ist! Bin ich schuld oder seid aber verrückt werd' ich, wenn ich hier bleib!" Ich glaube. Du bist es schon," sagte der Alte. Seine Stimme klang spröd, nüchtern in d??. eidsnsckaftlickie des Sobnes.

Der faßte plötzlich die Hände des Alten. Vater, sagt mir, schwört mir, habt Ihr's gethan? Habt Ihr den Epp" Mit einer wilden Bewegung war der Schirner-Josep los von seinem Buben. Seine Faust ballte sich und dröhnte auf den Tisch, daß jener unwillkürlich inne hielt in seinem Drängen. Und wie der Alte aussah, erzwäng er sich Ruhe, bis er selber reden konnte. Sein Gesicht war grau, und selbst die Augen waren starr; es sah aus, als müßte der Groll ihn tödien. Aber Schwäche war es nicht. Bub," sagte er, das ist 's zweite Mal, daß Du mich as fragst! Ich hab' Dir nein gesagt, und nein sag' ich, tausendmal nein!" Das schrie er nicht hinaus, aber das heisere Zischen klang doch wie ein Schrei. Nur der Andere gab nicht so leicht nach. Ich will's Euch sagen, warum ich's wissen muß," sagte der mit einer Stimme, der jeder Klang gebrach. Die Rosi hat mich gern und ich sie " Du und die Nosi-Epp?" stammelte der Alte, ihn unterbrechend. Seine dürre Hand umkrampfte die Lehne eines Stuhles. Der Vinzenz redete weiter: Ja, wir zwei! Aber in mir ist etwas, das mich warnt vor dem Maitli, das mir lieb ist, weiß Gott wie lieo! Es ist ein fürchterliche? Verdacht, Vater. und der .Bimmel mag mich strafen, wenn er falsch t aber wie kann ten meinem Maitli das Versprechen halten, so lange ich den Gedanken in mir hab'!" Der Alte schaute ihn an. Wie Hohn zuckte es über sein Gesicht. Feigling," sagte er. wenn D' nicht Herr wirst über Dich selber, laß die Rosi laufen! Wirst doch so viel Willen in Dir haben, daß D' sie vergessen kannst!" Nein und wenn ich's könnt' sie würd' zu Grund gehen darob! Sagt mir nur das! Kann ich um die Rosi werben? Bei Eurer Seele Seligkeit, Vater, ist's nicht Sünd' auf Sünd' gehäuft, wenn ich das Maitli begehr'?" Einen Augenblick zögerte der Schirner mit der Antwort. Da traf sein wandernder Blick auf die in angstvollem Fragen auf ihn gerichteten Augen des Sohnes, und er zwang die Erregung nieder, die ihm die Kehle zuschnürte. Warum solltest Du die Rosi nicht nehmen können? Frag' doch nicht so dumm," sagte er schroff wie stets. Die soll froh sein, wenn Du sie nimmst! Aber Du denk', bevor Du sie fragst! Sie ist arm und Du kriegst Batzen, wenn ich todt bin! Du dürftest Dir wohl eine nehmen, die Dir auch etwas bringt!" Er stand plötzlich an dem 5dristallSchrank und öffnete eine Lade daran, welcher er einen Sack entnahm. Hell klang es an, als er den auf den Tisch setzte. Mit zitternden Händen entfernte er die Schnur, die ihn umwand. Eine wilde Gier malte sich in seinem Gesicht, und geheimnißvoll winkte er den Jungen heran. Weißt, wie viel darin ist?" keuchte er. Ja, der Schirncr ist reicher als man denkt!" Seine Hand fuhr in das Gold und ließ langsam Münze um Münze zurückfallen. Dreißigtausend!" redete er halb irr in sich hinein. Nimm Dir ein anderes Maitli. ein reicheres, Bub! Du hast 's Recht!" Den Burschen brachte die Eier des Alten auf. Laßt das Geld. Vater," sagte er heftig, und gebt mir Antwort! Ist's keine Sünd', wenn ich die Rosi nehm?" Nein!" sagte der Alte, während er das Geld zusammenpackte. Schwört, Vater!" Oho, Bub, fängst wieder an! Ich schwör nicht, merk' Dir's!" Dann geh' ich fort über's Wasser, und Ihr seht mich nimmer Euer Lebtag!" Wie D' willst! Jetzt laß mir meine Ruh'!" Harten Schrittes gin der Alte aus der Stube. Er war wieder Meister geworden. Aber die Qual behielt der Vinzenz in der Seele, und sie war mächtiger als vorher. Im Stuhl des Vaters saß er eine Weile, den Kopf in den Händen vergraben, und grübelte seinem Plane nach, welchen er heute Morgen gefaßl. In -.wei Wochen mußte er fort nach Amerika! Hier ging's nicht länger! Und in der Zeit mußte er's der Rosi sagen, daß er sie nicht nehmen könne! Dann war er ein Schlechter, ein Ehrloser! Wie ein Thier im Schmerze stöhnte er auf. Als er aber nach einer Weile mit fieberndem Kopf sich erhob, wußte er, daß es keinen anderen Ausweg gab!

Die Tage erschlichen den fremden Besuchern von Frutten in todter Langeweile. Ter Nebel war zu Gast im Thal, und daraus strömte unablässig ein feiner, kalter Regen. Das Dorf bot eine schlechte Sommerfrische. Einem jagten die grauen Tage vorüber wie ein Sturmwind; das war der Schirner-Vinzenz. Heute war Freitag. Am Montag mußte er fort auf seine Reise. Und immer noch wußte sein Maitli nichts. Nur gemieden hatte er die Rosi so sorglich. daß er sie kein einziges Mal gesprochen hatte seit jenem Sonntag. Vom Fenster hatte er nur insgeheim einmal ausgeschaut nach ihrer jungen Gestalt, wie sie über die Straße schritt. . üeute batte siÄ der Sckirner-Vinzen, w

em h:z gesaßt, heute mußte er hinüber! Er ging seiner Arbeit nach und spähte dazwischen nach einem Augenblick, da er die Rost allein zu Hause treffen konnte. Als die ersten Nachtschatten sich auf die Berge senkten, sah er die Bäuerin zur Kirche schreiten. Jetzt war seine Zeit! Er biß die Zähne auf die Unterlippe, daß ein Blutstropsen sie färbte; dann trat er aus dem Haus. Ihm war's wie einem, der zum Tode geht. Ter Regen schlug ihm kalt in's Gesicht. und eine ganze Weile stand er in den Schauern, daß sie ihm den Kopf kühlten. Als er die Thür des MätteliHauses öffnete, war seine Hand fest, aber sein Herz hämmerte in wilder Unrast. Im Wohnzimmer fand er die Rosi allein. Sie stand am Tische und war im Vcgnss.dte über demelren yangenre Lampe anzuzünden. Die tiefe Blässe ihres Gesichtes fiel dem Vinzenz auf, als bei seinem Eintreten der aufflammende Lichtschein das Mädchen voll beleuchtete. Sie wandte sich nach ihm um und sah ihn mit den großen Augen vorwurftvoll an. Guten Abend, Rosi," sagte er. Sie legie ihre weiche Hand in die seine und sah zu ihm auf. Jist wieder einmal kommen?" redeie sie leise. Da legte er den Arm um sie und beugte sich zu ihr. Ihre Augen brannten ineinander, und der Blick löschte für einen Augenblick alles andere Gedenken bis auf das selige Empfinden des Beisammenseins. Zwei weiße, weiche Arme, kaum zur Hälfte von den Aermeln der leichten Jacke verhüllt, legten sich um des Burschen Hals, und den beiden war alle Sorge fern für einen Augenblick! Sie Hinten sich auch, scheu und selig, wie zwei, die ein verrinnendes Glück kosten. Dann flüsterte die Rosi: Warum bist Du nimmer zu uns gekommen all die Zeit?" Langsam erwachte er. Ein alter, schlaffer Zug stahl sich in sein Gesicht. Setz' Dich dort in den Stuhl! Ich muß mit Dir reden, Rosi!" Mühsam quälte er die paar Worte hervor. In dem alten, ledcrüberzogenen Lehnstuhl am Tische ließ sie sich nieder und faltete die Hände im Schooß. Es zwang ihn nieder zu ihr. Küß mich noch einmal!" stieß er hervor und hob sie empor wie ein Kind. Widerstrebend ließ er sie endlich, und sie wartete, daß er rede. ''"Ich muß fort," sagte er plötzlich rau!). fort für immer!" Sie saß und hielt wieder die Hände gefaltet. Wohin?" fragte sie, Staunen und Angst in ihrem Ton. Ucber's Wasser!" '''Und warum mußt denn fort?" v 'Er-stand aufrecht vor ihr, den Arm auf der Lehne des Stuhles, und allmälia rang er den Sturm in sich nieder und sprach weich wie zu einer Kranken. Rosi, weißt, als wir einander gefunden haben, da haben wir einander Treu' versprochen für alle Zeit." Sie nickte stumm. Ein Leuchten war in ihrem Blick. Wir haben nimmer gedacht, daß unö zwei einmal wieder etwas anseinanderbringen könnte. Aber nun ist's halt doch so kommen! Ich muß fort, und Du mußt hier bleiben, und wir können nimmer zusammen!" Einen Augenblick versagte ihm die Stimme. Dann redete er weiter. Weißt aber. Rost, wenn die Zeit vorbei geht, da wirst Du mich vergessen und "die Burschen werden Dir viel Ehr' anthun! Und dann wird einer dabei sein, den Du gern hast! und dann" Und Du?" unterbrach sie ihn in einem sonderbaren Ton. Ich will an Dich denken, Rosi. wo ich bin. und will Dir's danken mein Lebtag, daß D' mich einmal so lieb gehabt hast! Und Rost sei mir nicht bös daß ich fort muß." Sie faßte seine herabhängende Rechte mit ihren beiden Händen und zog ihn herab, daß er an ihrer Seite sich in's Knie niederließ. So sprach sie zu ihm. Was D' mir sagst, Vinzi, vom Vergessen und einen Andern nehmen, das glaubst ja selber nicht! Aber warum willst mir nicht sagen, was Dich forttreibt aus unserm Dorf und so weit weit fort? Daß D' etwas Schweres auf dem Herzen hast, das hab' ich ja schon lang gemerkt! Du bist ganz anders gegen mich als früher! Es ist mir manchmal, Du fürchtest Dich vor mir, und vor Scheu bist wohl nimmer gekommen die letzte Zeit! Vinzi" sie neigte sich ganz nah zu ihm hast denn etwas Schlechtes gethan. etwas, wegen dem Du Dich fürchten mußt?" Er zuckte zusammen. Ich?" stammelte er, ich ? Maitli. hat einer gesagt, daß ich's geWesen bin?" Er hatte krampfhaft ihren Arm umklammert. Erst, als er das Erstaunen in ihrem Gesicht las, begriff er, daß sie nichts wußte von dem, wa:Z seine Seele peinigte. Eine finstere Entschlossenheit kam über il n. Was nützte es, länger zu klagen, besser, rasch ein Ende machen! Unsant machte e? sich los und trat einen Schritt zurück. Siehst, Maitli, es nützt nimmer zu fragen, was mich zwingt, daß ich das Dorf und Dich verlassen muß! Ich kann's Dir doch nicht sagen! Wenn D' mich lieb hast, wie ich Dich, so denk' manchmal an mich und bet' für mich!" (Schluß folgt).

GöwnbKdn

Cleveland, Cincinnati, Chicago & St Louis Railroay. 33IQ- SOTTl. Cleveland D vifi. a

Abgang . 4 40Vm . 7 00Vm . 8 00Nm .11 10Vm . 2 5593m . 4 45?rn s 6 25iirn New Rork Erpreß tägl Muncie & FlWayxe Exp p n 8 & 53 Lim täglich s d.. Clev fc Benton Harbor Exp NSckBLim, tägl äs... Union City Acc tägl Knickerbocker Sp täglich d & St. LouiS "Tlie w orlcla St LouiS Mail 7 Southwcstern Lim tgl d & s 11 St LouiS Lim täglich p d s. 3 Terre Haute Mat'n Acc.. 5 & St. LouiS Exp tägl.. 7 St Louis Expreß tägl 8.... 12 20Brn 4553m 25Nm 00Nrn 05Nm 0593m

Cincinnati Division.

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