Indiana Tribüne, Volume 27, Number 6, Indianapolis, Marion County, 29 August 1903 — Page 5
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-$ I Jf I-! 5,H5 J jV er 4-:-Ltg j. "' m den mächtigen Gipfel deZ Mittazsstccles schwebten weiße Nebel. Noch immer überzuckert mit Neuschnee starrte der Berg in das wandernde Gewölt am hellen Himmel. Die Kühle des AprilmorgenZ lag in thauiger Reinheit über dem Land. Es lachte der Tag. In die lautlose Stille ringsum klangen vom Berg aus in die blaue Luft harte Schläge wie von Eisen, das in's Gesiein fährt. Hoch oben an gewaltiger Wand, dahin nur der geübte Bergsteiger und abgehärtete Gänger sich durchzwingt, arbeiteten zwei Männer emsig daran, letzte Schneespuren vom Felsen wegzuschaffen, um für ihr Seil sicheren Halt zu finden. Die beiden Strahler (Kristallsucher) hatten im Herbst an der nur von hier aus zugänglichen Felswand eine vielversprechende Kristalladcr entdeckt, auch das werthvolle, rauchfarbige Gestein schon blosgelc.t und waren nun gekommen, ihre Beute zu holen, ehe Andere die Stelle fänden. Eben warf der größere der beiden Männer die letzte Schneescholle in die Tiefe. Ein Donnern folgte dem Wurf. Da unten ging eine Lawine nieder, welche die Scholle gelöst hatte. So," redete der Werfer, seine Schaufel an den Felsen lehnend, mach die Eisen fertig, Josep!" Der Angeredete, ein schon älterer Mann, eine kurze, hagere, wie ausgetrocknete Gestalt, machte sich am Seil zu schaffen. Sein häßliches, verwittertes Gesicht mit dem schwarzen, ungefügen Haupt- und Barthaar zeigte einen Ausdruck von Härte und Energie, wie sie selbst unter den rauhen Bergbauern dieser Gegend eine Seltenheit waren. Der Mensch glich der knorrigen Zwcrgfichte, zäh und ausdauernd in allem Sturm. Freilich, im Thal nicht nur, sondern im weiten Gebiet des Hochgebirgs war der SchirnerJosep trotz seiner vorgerückten Jahre als der zuverlässigste Führer und der verwegenste Jäger wie auch der glücklichste Kristallsucher bekannt. Nun hatte er das Seil gelöst und schlang es um den gewaltigen Steinbl den sie freigelegt hatten. Jind Dich an, Toni," knurrte er finster und unfreundlich. Der Anr "-e. ein mit Schirner in ungefähr giY sfer stehender, mittelgroßer Verg nit offenen, von grauem Bart um, .mten Zügen, achtete nicht darauf. Wollen wir nicht auf den Vinzenz warten?" fragte er. Warum? wer weiß, wann der kommt!" gab der Schirner zur Antwort. Der Toni Epp faßte das 'freie Ende des Seils und machte Miene, es sich kunstgerecht um den Leib zu schlingen. Hast nicht noch ein älteres gehabt?" fragte er mit heftigem Vorwurf. Der Schirner-Josep verzog keine Miene. Das ist noch lang gut genug," sagte er, und dann fragte er kurz und stockend: Hast etwa Angst, Dich hinabzulassen? Dann kann ja ich " Er vollendete nicht. Der Epp hatte ohne ein Wort weiter das Seil umgelegt und trat, in der Hand die Brecheisen, an den Rand des Abgrundes. Es war, als würde das braune, verwitterte Gesicht des Schirner-Josep fahler; seine Hand zitterte leicht, als er, niederknieend, das Seil am Felsen festzuhalten sich anschickte. Im nächsten Augenblick schon war jede Spur von Erregung von ihm gewichen, und, jede Muskel gespannt, erwartete er mit straffem Seil den Hinabstieg des Anderen. Der begann seine gefährliche Fahrt. Halt gut wie immer," sagte er, während er sich über den Felsvorsprung hinunter ließ. Jetzt verschwand er langsam in der Tiefe. Noch fand ein Fuß da und dort einen Halt. Jetzt spannte sich das Seil, ein Beweis, daß der Strahler m der freien Luft schwebte. Jede Faser des alten Gewebes krachte daö Seil konnte nicht mehr sicher sein! Doch es hielt aus! die Augen des Zurückgebliebenen hafteten auf den sich bedrohlich dehnenden Strängen, es war ein furchtbares, atbemloses Schauen. Das Seil hielt aus! Unsicher griff Schirners Rechte in die Westentasche und brachte ein Messer heraus. Ein Ausdruck aus Rohheit und Gier gemischt trat in des Bauern Gesicht. Mit den Zähnen off. nete er das Messer. Eintönig scholl in dessen das Steinbrechen des in der Tiefe Arbeitenden herauf. Ein warmes' Licht strömte auf die Felsplatt? und milderte das Grausige der todten Einsamkeit. Da kam es wie der Widerhall eines Männerschrittes von der westlichen Seite des Berges. Der Schirner fuhr zusammen. Dann tastete er hastig nach dem Seil. Zweimal fuhr die scharfe Messerklinge in die ' alten Fasern; ein Ruck ein Reißen dann ein kurzer, bitterer Schrei aus der Tiefe und alles war still bis auf das Geräusch, das einen N,rzanklim-
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.jMj. 12 V w Uovcllc von E r n (I 3 a 0 n 4I . 4i 4"k H wenden verkündet! Der Alte auf dem Felsen lehnte sich zurück an die Steinwand. Ein stockender Seufzer der Erleichterung entrang sich seiner Brust. Scheu steckte er das Messer wieder zu sich; dann lauschte er auf die sich nahenden Tritte. Weniae Minuten sväter tauckte ein blonder Männerkopf drüben auf, und mit einem energischen Sprung erreichte einer, ein junger Bursch, die Felsplatte. Er war hoch und schlank gewachsen. Ein edler, wenig bäurischer Zug war in seinem blondbärtigen, ernsten Geficht; und die Dorfburschen, die den Binzenz Schirner einen Gspässigen" nannten, hatten so Unrecht nicht; denn er hatte wenig mit ihnen gemein. Auch mit dem Vater hatte er nicht die geringsie Ähnlichkeit, es sei denn, daß er ein ebenso kühner Aelper wie dieser zu werden versprach. Er glich seiner todten Mutter, die eine Böhmin gewesen, ein schönes fahrendes Weib, das durch Verkettung seltsamer Schicksale di; Frau des Schirner-Josep geworden. Kommst zu spät," redete dieser in sonderbarem Tone den Kommenden an. Der EPP ist abgestürzt!" Abgestürzt? Wo?" schrie der Binzenz auf. Seine blauen scharfen Augen irrten in plötzlichem, wildem Erschrecken über des Vaters fahles Gesicht. In dem zuckte keine Muskel. Da das Seil ist gerissen und " Bis an die äußerste Felskante trat der junge Bauer hervor und starrte hinab. Der ist todt!" sagte er schwer. Da legte ihm der Alte die Hand auf die Schulter. Seine Augen funkelten. Bub,, ich hab' Dir gesagt, daß wir einen guten Fund gemacht haben! aber da unten stecken zehntausend Francs in den Steinen! Es soll's Niemand wissen als ich und Du! Du hast Dein Seil! Laß mich hinab! Wir müssen heut' das meiste holen, bevor Andere dazu kommen!" Ein Schauer ging durch den mächtigen Leib des Jungen. Ihr was seid Ihr für einer, Vater!" stammelte er mit verzerrtem Mund. Und der Todte?" stieß er dann hervor. Der Alte wurde unruhig. Bist verrückt?" sprach er störrisch. Was hast denn? Laß uns arbeiten jetzt." Ter Vinzenz beschaute den Seilstumpf. Sein Gesicht wurde weißer und weißer. Es war, als faßte ihn ein Schwindel. Das alte Seil ja ja das alte Seil," flüsterte er in sich hinein. Dann plötzlich legten sich feine Finger .xie Schrauben um den Arm des Alten. Den Todten," raunte er ihm in's Ohr, komm, wir müssen den Epp suchen!" Damit zog er den Vater, der ihm widerstrebend folgte, hinab auf den halsbrecherischen Weg. Im braun verschindelten sauberen Haus des Mättelibauern lag ein Todter. Nicht auf seinem kleinen Mätteligut bei Weib und Kind hatte den braven und fleißigen Mann der gewaltige Machthaber zum Sterben getroffen; des Toni Epp gefährliches Nebengewerbe, das Strahlen, hatte ihn vor der Zeit an's End' gebracht. Was war da Neues, daß im Gebirg, im Dorf Frutten selber, eine Lücke in die Reihe der Kristallsucher kam? Jährlich fast kam Einer oder der Andere um bei dem Gewerb. Als die beiden Schirner die Nachricht in's Dorf gebracht hatten, daß der Toni Epp verunglückt sei, da hatten sich Tags darauf Polizist und GemeindePräsident des Ortes mit dem alten Schirner und ein paar anderen Männern auf den Weg gemacht nach der Kluft, wo der Leichnam lag. Die Amtspersonen hatten ein Protokoll aufgenommen und alles so gefunden, wie der Schirner-Josep es erzählt hatte. Der konnte ihnen sogar das zerrissene Seil vorweisen, das nach seiner durchaus glaubhaften Aussage an scharfer Felskante sich durchgerieben hatte; und so war alles in Ordnung befunden und das Protokoll geschlossen worden. Den Todten aber trugen it der bleichen, ernsten Bäuerin in's Haus. Seit gestern Abend lag er da, mor gen sollte er beerdigt werden. Durch die einfachen. . weißen Vorhänge am Fenster der schmucklosen, aber von fast peinlicher Sauberkeit zeugenden Schlafstube stahl sich der leuchtende Abglanz der Lichtwogen, welche das Thal durchwallten. Wie duftige, goldette Glorie wob sich der Sonnenstaub um den fahlblonoen Scheitel der Ross. der Tockter des Bauern. Sie saß unweit des Bettes, in welchem der Todte lag, die Hände im Schooß gefaltet, das zarte Gesicht mit den unregelmäßigen, aber seltsam feinen Zügen vergrämt und geneigt und schwere Tropfen in den aroßen. graublauen. etwas tiefliegenden Augen. Mit zuckenden, Lippen spähte sie zuweilen
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nach dem weißen, kranzgeschmücktcn Lager. Der dort schlief, hatte an seinem einigen Kinde gehangen wie sei
ten ernci. und die Lücke. d:e er zvc klaffte weit. Von Schmerz übermannt, hatte die Rcsi plötzlich das Gesicht in den Händen geborgen. Da öffnete sich die Thür des Nebenzimmers, und die Bäuerin trat leise ein. Sie trug ihr schwarzes Sonntag! gewand. das ihre hohe steif umschmicgte und den Eindruck der Festigkeit und Selbstbeherrschung, den das Weib bot. erhöhte. Ihr noch immer schönes Gesicht entbehrte jeder Farbe, aber es zeigte kaum eine Thranenspur, und die zusammengepreßten Lippen bewiesen, wie sie Gewalt über sich besaß. Die Mätielibäuerin mochte den Vierzigern sich nähern, während ihre Tochter kaum achtzehn Jahre zählte. Ter ersteren goldbraunes Haar schimmerte schon start in's Graue. Arbe:t und Sorge waren stets ihr reichlich' Theil gewesen und hatten ihrem Jungsein enge Grenzen gesteckt. Mit unbörbaren Schritten trat sie hinter die Rosi. Komm', Maiti." sagte sie weich, mußt Dich drein fügen! 's ist halt dem Herrgott sein Willen gewesen!" Mit kraftvollem Arm zog sie die Weinende empor und führte sie hinüber in die Nebenstube, einen ebenso weiß gescheuerten traulichen Raum mit großem Eichentisch. Stühlen und Bänken aus rohem Holz und gleichen weißen Vorhängen an den blanken Fenstern. Auf dem Tische lag ein mächtiger Kranz aus Frühblumen und Tannenzweigen. Ten hatte der Bursche socbcn gebracht, der noch dort am Fenster stand und der sich beim Eintritt der beiden Frauen langsam und wie in einem Banne nach ihnen umwandte. Siehst, der Vinzenz hat uns auch etwas Gutes thun wollen," sagte die Bäuerin, auf den Kranz weisend. Tie Rost sah mit schwimmenden Augen hinüber zu dem jungen Bauern. Der zwang seine mächtige Gestalt auf und trat näher. Die Hand, welche er dem Mädchen bot, zitterte ein wenig, aber die Stimme hatte er in seiner Gewalt, und es klang ruhig, zu ruhig fast, als er sagte: Mußt Dich trösten. Rost! es geht halt einmal so in der Welt! Sterben müssen wir alle!" Hinter ihm knarrte die Thür im Schloß. Die Bäuerin war hinaus gegangen und hatte die zwei jungen Menschen allein gelassen. Der Vinzenz mochte dem Maitli ein besserer Trost sein als sie, die Mutter selber! Einen Augenblick standen die zwei, von der Helle des Sonnenglanzes umsprüht, schweigend einander gegenüber. Dann hob auf's Neue ein Schluchzen der Nosi die Brust, und wie nach einem Halt suchend, faßte sie die Hände des Burschen und schmiegte sich an ihn, dem sie sich zugelobt hatte vor ein paar Wochen freilich ohne Wissen der beiden Väter die hätten den Bund kaum gesegnet! Zuerst hatte es geschienen, als wolle der Vinzenz das Mädchen zurückstoßen; wie ein jäher Schreck war es bei ihrer Berührung durch seinen Körper gegangen. Dann aber zog er sie näher, legte il.ren Kopf an seine Brust und seine Hand auf ihren lockigen Scheitel, als wollte er ihr wehren, ihm in die Augen zu sehen. So standen sie, ohne zu reden, und übe? seine Liebsie hin ging des Burschen Blick durch's Fenster in die duftrerschleierte Ferne, wo die Lichtstrcifen unruhig flicrten. Daß di: Augen ihm schmerzten von dem Hinstarren, das achtete er nicht. In das Schweigen der Stube spannen seine Gedanken irre Bilder. Er vergaß, wo er war. Er sah sich und den Vater in der Kluft am Mittagstock. Sie hatten den Vater der Rosi gefunden mit der klafsenden Stirnwunde, die ihm den Tcd gebracht, und sonst seltsam unverletzt trotz des schweren Falles. Sein Erstes war gewesen, zu forschen, ob noch Leben in dem Körper sei; da hatte er gesehen, daß nichts zu hoffen blieb. Mit seinem Tuch hatte er dem Todten das Gesicht bedeckt und ihn dann wie einen Schlafenden in die Steine gebettet. Bei all dem hatte der Vater ihm hilfreiche Hand geleistet. Und da plötzlich hatte sich ihm. Vinzenz, die furchtbare Frage auf die Lippen gedrängt: Habt Jhr's gethan, Vater?" Nicht ein Zug in des Alten furchigem Gesicht hatte sich verändert. Nimm Dich in Acht. Bub! Du weißt nicht, was D' reo'st! Es ist doch nicht 's erste Mal, daß ich mit dem Toni 'gangen bin!" Das war so hart und rauh hervorgestoßen, als wäre keine Regung in der Seele dessen, der sprach. Aber Ihr habt einander nicht recht leiden können und seid nur um des Geschäfts willen zusammen aus! Und dann das Seil! Warum habt Ihr das alte genommen, Vater?" hatte er, Vinzenz. fast drohend weiter gefragt. Da war der Vater ihm nahe getreten und hatte ihn mit einem furchtbaren Blick unter den buschigen Brauen hervor angesehen. Schweig', Bursch'." hatte er geknirscht in dem Ton, mit welchem er den wilden Knaben einst in Furcht gehalten. Willst über Deinen Vater richten? Vergiß nicht, daß Du mein Blut bist! Ich hab' das Seil noch nicht außer Gebrauch geben wollen! 's ist ein Unglück! Aber 's hätt' gehalten, wenn der Toni ruhiger geschafft hätt' am G'stein!" . . . Da hatte er den Vater-nicht weiter rmtn können. Iraendwo in s?in?m
.crzen yane ncn ein vtti von Anhänglichkeit geregt, den die Rauhheit des Alten nzd) nicht in seinem anders gearteten ohne ertödtet hatte. Aber die Last auf seiner Seele war nicht gewichen! Tie heiße Angst verließ ihn nicht, der Steinreichthum, den die Beiden ein Zufall hatte finden lassen, könnte in dem Vater den Wunsch geweckt haben, allein den Fund auszudeuten. In seinem Inneren brannte die Qual! Vor ein paar Wochen hatte er sich das errungen, was ihm in der Welt das Höchste deuchte Tie Rosi hatte sich ihm zu eigen gegeben. Jetzt war der Rosi der Vater gestorben, und sein Vater konnte sein Mörder Es ist nicht möglich!" sagte er plötzlich ganz laut vor sich hin. Das Mädchen hob den Kopf und sah ihn fraacnd an. Eine Vlutwelle schoß ihm in's blasse Gesicht. faft Nmz,nz? ' ' " Nichts, nichts! Dumme Gedanken! stammelte er. Dann beugte er sich nieder zu ihr. Gelt." flüsterte er ihr in's Ohr. mit Dir und mir kann's nimmer anders werden?" Ihre Augen brannten in die seinen. Ich weiß nicht, wie Du's meinst, aber komm zum Vater! Vor ihm will ich Dir versprechen, daß ich nimmer von Dir lass'!" Ein kalter Schauder überlief ihn und tödtete die Freude an ihren Worten. Nicht um alles in der Welt hätte er mit ihr hineintreten können zu dem Todten. Ich glaub' Dir. Rosi." redete er mühsam. Dann preßte er ihr die schmale Hand, daß es sie schmerzte, und wortlos wandte er sich plötzlich und ging. An der Thür traf er die Bäuerin. An der schlich er scheu vorüber und bot ihr ein seltsam zitterndes Ade Frau!"
',' Seit Wocöen lag der Mättelibauer im Grab. Blaue Glocken und weiße Gänseblumen blühten üppig auf dem Hügel, und des Sommers heißer Athem strich durch den bergumschlossenen Friedhof. Der Sommer hatte das Dorf belebt. Die zwei Gasthäuser waren voll bis unter's Dach von Fremden, welche den stillen, weltabgeschiedenen Ort. der sich malerisch an einen grünen Hügel anlehnte, zum Aufenthalt gewählt hatten. Vier Gebirgsstöcke ragten als Wächter empor; auf diesen gewaltigen Säulen ruhte das Stückchen Himmel, welches für die Einsamkeit blaute. Zwei in ungezähmter Wildheit durch felsiges Bett thalabwärts stäubende Bäche begrenzten den Ort und tosten ihre Sturmmelodien in seine Stille. Dort, wo die breite Dorfstraße zu weitem Bogen ausholte, um das Gefalle zu überwinden, unweit des Punktes, .teo in Abgrundtiefe die beiden Wasser sich 'einten, lag rechts das Mätteligut und gegenüber die rauchschwarze Behausung, mehr Hütte als Haus, des Schirner-Josep. Von dem Letzteren erzählte man sich im Ort, daß er an der Stelle, wo der Epp -Toni verunglückte, einen großen Steinschatz gehoben habe und plötzlich 'efn wohlhabender Mann geworden sei. Und so wohl man den Alten, der sein ganzes Leben im Dorfe zugebracht hatte, kannte und wußte, daß nie etwas Schlechtes über ihn verlautet hatte, so war doch etwas durchgesickert durch die Geschichte jenes Unfalls, ein Wort vielleicht nur, das einer der Dörfler hatte fallen lassen. Das ging um im Ort, weckte da und dort ein ungläubiges Kopfschütteln, bei einigen Wenigen aber auch' Verdacht. Wäre Winterszeit gewesen, die Zeit des unthätigen hinter dem Ofen Hockens, es möchte vielleicht das eine Wort zu bösem Gerede sich ausgewachsen haben. Wie es war, waren die Bauern allzusehr beschäftigt auf ihrem Land, als daß sie sich lange um die Angelegenheit eines Einzelnen hätten kümmern können. Die waren jetzt mitten in der Heuernte. Am Kirchhügel in der einen großen Matte, welche zum Eigen deS Mättelibauern gehörte, heuete dessen Wittfrau mit Knecht und Magd und zwei Tagelöhnern. Ein würziger Duft strömte von der Matte; das kräftige Futter hatte die heiße Sonne eines einzigen Tages gklrocknet, und die Leute waren beschäftigt, es in Haufen zu rechen und zum Eintragen bereit zu machen. Melk, der Knecht, welcher eintrug, war eben im Begriff, sein Seil um eine der Heuschichten zu legen, wobei ihm die alte Magd behilflich war. Der Bursche, ein hübscher, noch junger Mann mit schwarzem Haar und kleinem gleichfarbigen Schnurrbart, redete während seiner Arbeit eifrig auf die Alte ein. Magst sagen, was D' willst, Trini, aber es ist etwas nicht richtig 'gangen bei dtm Bauer seinem Tod! Der Schirner, der ist so hart wie die Steine, in denen er sein Lebtag herumgestiegen ist; dem merkst freilich nie an, daß er etwas auf dem Gewissen hat. Und der Junge, der wird ihm wohl geholfen haben!" ' Schäm' Dich. Melk." antwortete im Zorn die Magd. Da kann ich Dir meine Seel' dafür verbürgen, daß der Vinzenz dem Epp nichts gethan hat! Aber Du magst ihn halt nicht, weil die Rosi ihn gern hat und Du selber ein Aug' -aus das Maitli hast. Du Einbildete? Du!". Mit einem bösen Wort warf der Knecht die Heubürde auf den Rücken. Dann sagte er: Er soll sich in Acht nehmen! Wenn ich etwas merke, weiß ich. wo, ich zu reden bab'!" (Fortsetzung folgt.)
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