Indiana Tribüne, Volume 27, Number 4, Indianapolis, Marion County, 27 August 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 27. August 1903.

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Nothschrci Der Macedonicr Bulgariens an die Grolzmächte.

Ohne sofortiges Einschreiten gibt es nichts mehr zu retten. Türkische Mobilmachung nimmt ihren Fortgang. Von Bezahlung der Truppen wird jedoch abgesehen. Zionistcn treten dem britischen Vor schlage näher. Nochmaliger Proces: gegen den Fahn rich Hueszuer. Curie den Wünschen amer. Polen abgeneigt. Türkei. M a c e d. M a s s e n . V e r -s a m m l u n g. Sofia, 26. Aug. Eine gewaltige Massenversammlung von Macedoniern fand heute hier unter riesiger Begeisterung statt. Es wurde beschlossen, den Vertretern der Großmächte in Sofia eine Denkschrift zu überreichen, worin ihre Regierungen zum Einschreiten aufgefordert werden. Ueber den Besuch des russischen Eeschwader in türkischen Gewässern wurden mancherlei Eommentare laut; man bezeichnete ihn als einen Sonnenstrahl, der rasch wieder verschwand." Die Redner forderten leidenschaftlich unverzügliche Intervention der Mächte in Macedonien. Wenn das Blutvergießen noch 2 Wochen länger fortdauere, so würde daselbst Europa Niemand mehr zum Retten vorfinden. Tie bulgarischen Minister werden beschworen, nicht ruhig zuzuschauen, wie ihre Brüder in Macedonien hingemordet werden. Die Versammlung war die größte bis jetzt abgehaltene. Während derselben blieben die meisten Läden ge schlössen. Die Versammlung faßte zugleich Vcschlüsse, welche den Publicisten, die sich derSacheMacedonien's annehmen, danken und das Zögern Europa's beim Einschreiten bedauern. Zugleich wird die Einsetzung eines christlichen Gouverneurs verlangt. Das mac. Comite hat eine Liste mit Trauerrand ausgegeben, worauf 70 im Vilayet Monastir eingeäscherte Dörfer verzeichnet sind. Hinzugefügt ist eine Liste von an Frauen verübten Schänd lichkeiten. Im Distrikte Krischewo machten die Insurgenten eine 80 Mann starke Abtheilung nieder. Ein türkischer Courier mit 40,000 Francs zur Bezahlung der Truppen ist von den Insurgenten gefangen. S a l o n i ch i , 2. August. Zwi. schen hier und Vardar wurden die Tele graphendrähte durchschnitten. Weitere Einberufungen. C o n st a n t i n o p e l, 26. Aug. Die Regierung hat beschlossen, sämmtliche noch vorhandenen curop. Reserven des 2. und C. Armee-Corps sowie noch andere Reserven unter die Waffen zu rufen. Die türkische Armee in Mace donien wird damit auf 3."0 Bataillone gebracht, fast das doppelte der Streit kräfte im türkisch-griechischen Kriege. Ibrahim Pasha, der neueCommandeur, ist ein junger und fähiger Offizier. Aus Florence werden 7 Bataillonenach Monastir entsandt. Freie Hand für den Sultan. London. 26. Aug. In den heutigen Depeschen giebt sich eine düstere Ansicht über die Balkan-Krisis kund. Ein unbegründetes Gerücht war in Constantinopel im Gange, der Krieg gegen Bulgarien sei bereits erklärt. Ferner wird gemeldet, daß Las russische Geschwader, das aus Jniada zurückgezogen wivce, noch immer in der Nähe des Bosporus kreuzt. In Jumid, einem Hafen in Klein asien, 53 Meilen südöstlich von Con stantinopel, wurden verschiedene Jta, liener von den Türken umgebracht. Aus Monastir wird gemeldet, daß die Revolutions-Comites die christliche Bevölkerung mit Erfolg auffordern, die Zahlung von Steuern zu verweigern. Im Tebar-Distrikt zerstören die Jnsur genten die Dörfer und ermorden die Einwohner. Die Verhandlung zwischen den Mächten planen keine europäische Con

fereuz, bezwecken vielmehr derzeit, dem Sultan bei Unterdrückung der Revolu tion in Macedonien freie Hand zu lassen. Gerüchte überMassenabscblachtungen in Vasilike und Kirk-Kilesseh sind im Umlauf. 300 Leute sollen umgebracht sein. Bestätigung fehlt. Keine B e z a h l un g ' d er Truppen. London, 26. Aug. Einer Belgrader Depesche zufolge weigern sich viele türkische Soldaten den Gestel-lungs-Befehlen Folge zu leisten, da die Feld-Truppen seit Monaten keinerlei Sold beziehen. Gesammt-Vernichtunq gc plant. Sofia, 26. Aug. Die türkischen Repressiv-Maßregeln haben die äußerste Grenze des Barbarenthums erreicht und man ist hier der Ansicht, dzß es auf eine allmähliche Vernichtung der bulgarischen Bevölkerung abgesehen ist. In den letzten Tagen wurden 12 weitere christliche Dörfer durch Feuer und Schwert verheert, Frauen, Kinder und Greise unterschiedslos hingemordet. Gefangene auf dem Wege nach Monastir wurden von ihren Begleitmannschasten umgebracht. Die gemeldete große türkische Trup-Pen-Concentration im Distrikt Adria nopel wird hier mit großer Spannung verfolgt. Es ist wohl bekannt, daß im Falle eines Krieges eine Invasion aus dieser Richtung erfolgt. Schweiz. Zionisten-Congreß. Basel, 26. Aug. Die Debatte deS ZionisteN'Congresses über den britischen Vorschlag, in Britisch-Ostafrika eine jüdische Colonie zu gründen, kam

heute zum Abschlüsse. Der Congreß beschloß mit 225 gegen 177 Stimmen die Ernennung eines Neuner-Comites, welches eine Expediion nach Ost-Afrika zur Untersuchung der Verhältnisse antritt. Tie russischen Delegaten opponirten dem Projekt und verließen zum Zeichen des Protestes den Saal. Teutschland. Fall H u e ß n e r. Berlin, 26. Aug. Das Militär.Gericht hat die ermäßigte Strafe von 2 Jahren und 7 Tagen Festung, welche der Fähnrich Hueßner wegen Tödtung des Artilleristen Hartmann erhalten, aufgehoben und einen neuen Prozeß angeordnet. Das ursprüngliche Urtheil lautete auf 4 Jahre Gefängniß und Tegradation. Zum Schutze der Thiere. Berlin 26. Aug. Der Verein zur Verhinderung der Grausamkeit ge gen Thiere ergreift die Initiative, um eine internationale Vereinbarung bezüglich der Grausamkeit gegen Thiere und Vögel in Italien zu Stande zu bringen. K a i s e r - D i n e r s. Berlin, 26. Aug. Kaiser Wil Helm hat auf Freitag 10,000 Civil beamte und angesehene Bürger der Provinz Hessen-Nassau zum Diner im Schlosse zu Cassel geladen. Morgen giebt er allen Stabsofsizieren des 11. Corps ein Essen. Prinz Heinrich. Berlin, 26. Aug. Prinz Hein rich nimmt, nachdem er das Commando der 1. Manne Divnon niederaeleat. mit Frau und Kindern einen langen Erholungsaufenthalt in Italien. Italien. Polnische Wünsche. Rom, 26. Aug. Der Rektor der WenzeslauS Kirche in Ripon, Wis., W. Kruszke, weilt nebst dem General Anwalt für den Kath.-polnischcn Con greß Amerikas seit einiger Zeit hier. um die Ernennung eines polnischen Bischofs zu bewirken, dem sämmtliche polnische Katholiken in Amerika unter stünden. Die Vorschläge der Herren wurden zedoch vom Vatikan und der Congregation der Propaganda kalt auf genommen und ihre Annahme ist unwahrscheinlich. Serbien. Peter und die Militärs. L o n d o n, 27. August. Wie der Correspondent der Daily Mail in Vel grad meldet, ist König Peter entschlos sen, die militärischen Ränkestifter mit eiserner Hand su unterdrücken. Am Dienstag wurden drei Obristen, 2 Hauptleute und ein Redacteur wegen eines ComplottS zum Tode verurtheilt. Der Correspondent fügt bei, trotzdem sei der König völlig in den Händen der Könlgsmörder, die, em wahres

Schreckensregiment ausübten.

Oesterreich'Ungaril. Folgen der ungarischen Starrköpfigkeit. Wien, 26. Aug. 100,000 Mann österr.-ungar. Truppen, deren dreijährige Dienstzeit im September erlischt, wurden benachrichtigt, daß sie bis Ende 1903 unter der Fahne bleiben müssen, da der ungarische Reichstag die Vorlage, welche die! jährliche PräsenzZiffer der Rekruten aus Ungarn festsetzt, nicht angenommen hat. Für die Bauern ist dieser Befehl ein schwerer Schlag. Großbritannien. Die Venezuela-Schieds-r i ch t e r. London, 26. Aug. Um den Zusammentritt des Venezuela-Schieds gerichts möglichst zu beschleunigen, haben die interessirten Mächte den Zaren gebeten, Nachfolger für Prof. Matzen und den Schweizer Gesandten Lardy, welche das Amt ablehnten, unverzüglich zu ernennen. Da alle bedeutenden Staaten Europa's, außer Rußland, Ansprüche gegen Venezuela geltend machen, ist die Wahl der Schiedsrichter auf die kleinen Länder beschränkt. Zum Anwalt der Regierung vor dem Haager Gericht ist Generalanwalt Sir Robert Finlay bestimmt. Britisch.Columbia. Aus Nome zurück. Victoria, B. C., 26. August. Der Zollkutter McCulloch" traf heute aus Nome mit dem Sub-Comite des Senats für Territorien ein. Die Gesellschaft befindet sich wohl und hatte eine angenehme und instructive Reise.

Von Seattle, wohin die Gesellschaft Nachmittags fuhr, wird die Heimreise angetreten. ' Colombia. Nationalisten und Con- . s e r v a t i v e. Bogota, Samstag, 22. August (über Buena Ventura, 26. August). Der Congreß will die Präsenzstärke der stehenden Armee auf 10,000 Mann le tsetzen. Die neuen Beamten des Senats sind Nationalisten; wahrscheinlich will die Regierung mit den Nationalisten un Bunde bei der nächstjährigen Wahl den Liberalen die Spitze bieten. Die Spaltung zwischen Conservativen und Nationalisten rührte daher, daß der Präfident Marroquin, ein Nationalist,. den früheren Präsidenten San Elements der Macht in ungesetzlicher Weise beraubte. Die Opposition gegen den Hay'Herron Vertrag würde mit einem Einvernehmen der beiden Parteien von Seiten der Nationalisten wegfallen, der sie sich nur aus Hrunoen oer oiaipoitrn wl . . b. L versetzten. Tie Stadt Wenda, am Magdalena Fluß, 65 Meilen von Bogota, hat ae gen eine daselbst errichtete türkische Eo lonie die Waffen ergriffen. Neusundland. Massenfang von Walen. S t. I o h n s , 26. Aug. In der St. Marvs Bai wurden 143 kleine Walfische an's Ufer getrieben und konn ten nicht mehr auf die hohe See zurück. Die Bewohner, Männer und Frauen, wateten in's Wasser und schlugen sämmtliche Thiere mit Beilen und Heugabeln todt. Base-BaU. Anlerican-Association. Tie gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Indianapolis, 26. Aug. Indianapolis. .0 0010000 23 Milwaukec ....0 0020000 02 Louisville, 26. Aug. Louisville 0 02 01 0 03 6 Kansas City...0 0 0 00 1 00 1 2 ColumbuS, O., 26. Aug. Columbus 11600000 8 Minneapolis ..00010000 45 Toledo, 26. Aug. Toledo 2 1000100 04 St. Paul 03 3 1 00 2 0 1-10 National-L iga. Tie gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Brooklyn, 26. Aug. Brooklyn 0 2 1 0 1 0 0 1 5 Philadelphia .. 00000003 03 Boston, 20. Aug. E r st e S S p i e l. Boston 1 0000 500 6 New York 0500000005 Zweites Spiel.

Boston 0000001100 2 New York....00000001 1 1 3

Schnitzer aus Dildtru.

Kleinigkeiten, die eine komisch Wirkung ausüben. Der Künstler hat bei der Schöpfung eines größeren Werkes so vieles zu bedenken, daß ihm leichtlich kleine Unterlassungssünden begegnen, die, zufällig entdeckt, eine mehr oder minder komische Wirkung üben. In der Berliner Na tionalgallerie z. B. befindet sich ein großes Schlachtenbild, auf dem im Vordergrund ein Jnntrwrgestellt ist, oer seinen verwunoelen r e cy r e n Fuß verbindet, aber zu diesem Zweck einen linken Stiefel ailsaeoaen. der mben ihm am Boden liegt. Ein anderer ergötzlicßcr Schnitzer ist an einem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. entdeckt worden. Da lst am 'Sockel Kriegers Auszug und Heimkehr als Relief dargestellt. Hauptgestalt beim Auszua 1870 ist ein Ulan, der feldmarschmäßig ausgeröstet schon auf seinem Gaule sitzt, zum Abreiten fertig. Dem alten Vater reicht der Ulan zum letzten Abschied die tapfere Linke, denn die Rechte hat er nicht frei. Die hat er nöthig, um den Karabiner auf den rechten Schenkel zu stemmen. Nun hatten aber die Ulanen beim Ausmarsch 1870 nur Pistolen, keme Karabiner und erst recht keine aptirte, wie der Re-lief-Ulan. Ein künstlerisches Versehen, das se:nerze:t die lebhafteste Fehde für und wider hervorrief, ist dem Schöpfer des Nationaldenkmals für Kaiser WilHelm I. vor dem Berliner Schloß untergelaufen. Der Kaiser reitet in doller Paradeausrüstung ohne Degen. In einem andern Falle ist die künstlerische Freiheit, mit der derselbe Künstler das Aeußere des berühmtesten aller Deutschen behandelt hat, weniger zu rechtfertigen. Der Blsmarck aus dem Bis-marck-Denkmal vor dem Reichstaa nämlich trögt eine ganz unmögliche Uniform: Ueberrock mit Helm, aber ohne Achselstucke. Es entstand denn auch in militärischen Kreisen nach der Enthüllung folgender Witz: Kommandanturbefehl: Ich habe den Generalobersten Fürsten v. Bismarck mit 24 Stunden Stubenarrest bestraft, weil ich ihn auf dem Komqsplatz ohne Achselstücke, mit aufgeknöpftem Ueberrock, schlotternden Hosen und dem Helm im Genick angetroffen habe. Noch ein weiteres Beispiel: Auf dem bekannten Kossak'schen Bilde Tod des Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld" trägt der Vrinz Epaulettes, wiewohl die preußische Armee damals noch keine Epaulettes kannte, da diese rft 1810 allgemein eingeführt wurden. In diesen Zusammenhang paßt eine Geschichte von Kaiser Wilhelm dem Ersten und dem Schlachtenmaler Camphausen. Kaiser Wilhelm duldete auf Militärbildern keine künstlerischen Freiheiten. Camphausen hatte darzustellen, rme der Kaiser auf dem Schlachtfelde von Königgrätz dem Kronprinzen den Orden Pour le me:ite überreicht, und that dies, indem er den Kaiser seinem Sohn den Orden unmittelbar an die Brust heften ließ. Ich habe meinem Sohn den Orden in einem Etui überreicht. rügte der Kaiser an der ihm vorgelegten Skizze, und nicht ohne Mühe brachte Camphausen einen Vergleich zu Stan de, wonach der Kaiser den Orden wenigstens ohne Etui fernem Sohne ent aeaenhielt. Sehr erzürnt war Kaiser Wilheln aber ein anderes Mal, als ihn Camphausen porträtirre und dabei ein Knopfloch geöffnet itcn. Was hätt aber der strikte Militär,' der er war, wohl darüber gesagt, daß Remhold Be gas an seinem Berliner Denkmal vergaß, ihm emen Degen zu geben? Tie Ausländer auf den deutschen Hochschulen. Unter den 37,813 Studirenden, die im Sommersemester an den 21 deut schen Universitäten immatrikulirt waren, gehörten 35,082 dem Deutschen Reiche selbst an, 2731 waren Auslän der, also 7.2 Prozent der Gesammtzahl: im vorigen Winter waren es 2375 gleich 7.9 Prozent und im Sommer v. I. 2783 gleich 7.6 Prozent der Gesammtzaül: 2299 stammen aus europäischen, 432 aus außereuropäi schen Staaten, und zwar waren unter den ersteren vertreten Rußland mit 860. Oesterreich-Ungarn mit 536, die Schweiz mit 253, Großbritannien mit 149; 67 kamen aus Bulgarien, 63 aus Rumänien, 56 aus Griechenland, je 45 aus Italien, den Niederlande und Serbien, 44 aus Frankreich, 36 aus der Türkei. 32 aus Schweden und Norwegen, 27 aus Luxemburg, 14 aus Bel gien, 11 aus Spanien, 10 aus Däne mark, 3 aus Portugal. 2 aus Montenegro und 1 aus Lichtenstein; A m e - rlka war mrt 276 ver treten, Asien (zumeist Japan) mit 133. Afrika mit IS (darunter ein Deutscbostafrilaner) und Austra lien mit 5. Die größte Zahl von Ausländern, 623, zählte die philosophische Abtheilung, 616 studirten Me dizin. 588 Mathematik und Naturwis fenschaften, 351 Jurisprudenz, 1S9 Staats- und Forstwissenschaft. 146 Landwirthschaft. 124 evangelische und 23 katholische Theologie, 29 Phannazie und 27 Zahnhellkunde. 876 waren n Berlin immatrikulirt. 406 in Leipzig, 257 in. München. 197 m Heidelberg. 146 in Halle. 123 m Freiburg, 99 in Göttinaen. 79 m Jena. 75 rn Komgs berg, 67 in Bonn. 66 in Straßburg. 54 in Wurzburg. 53 in Gießen, 51 in Marburg, 41 in Breölau.37 in Greifswald, 30 in Tübingen, 25 in Erlangen, 17 in Kiel. 14 in Rostock und 13 in Münster.

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