Indiana Tribüne, Volume 27, Number 3, Indianapolis, Marion County, 26 August 1903 — Page 6
Indianer Tribüne, 2G. August 1903.
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Europäische Nachrichten.
'Nheinprovinz. Köln. Die Geschworenen crkann ten den Schlosser Max Breuer schuldig des Todtschlags ohne mildernde Umstände. Das Erkenntniß des Gerichtes lautete auf 15 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Schiffer Johann Küppers transportirte auf einer Handkarre in der Reparaturschmiede der Gebrüder Neumann ein eisernes Fünfstück. Küppers, der zwischen den Karrenbäumen ging, stolperte auf dem Hofe der Schmiede und kam zu Fall; hierbei brach einer der Karrenbäume und das Eisenstück rutschte von der Karre und fiel auf Küppers, der dadurch schwere Verletzungen erlitt, an denen er bald nach Einlieferung in's Hospital verstarb. Aachen. Der Erste Staatsanwalt v. Hensinger ist zum Landgerichtspräsidenten ernannt und nach Marburg versetzt worden. Bonn. Die Drachenburg zu Königswinter ist nebst Burghof und ei nem arrondirten Gelände von 150 Morgen nunmehr endgültig den Vesitz des Rechtsanwalts Dr. Biesenbach hierselbst übergegangen, eines Neffen des bisherigen Eigenthümers, des versiorbenen Barons v. Sarter. Dr. Biesenbach beabsichtigt, Schloß und Park dem Zutritt des Publikums zu öffnen. Aus dem Anwesen der Drachenburg hat gleichzeitig der Kölner Parfümerie - Fabrikant Ferdinand Mülhens 240 Morgen Waldbesitz erworben. Düsseldorf. Auf dem Ausstellungsgelände, in der Nähe der Maschinenhalle, geriethen die Fuhrleute Wilhelm Becker und Wilhelm Erkes miteinander in Streit. Nachdem sie eine Zeit lang heftige Worte gewechseit hatten, ergriff Becker einen Balken und schlug damit den Erkes so heftig auf den Kopf, daß der Getroffene zu Boden stürzte. Der Mißhandelte kam dabei so unglücklich vor eme in ayrt befindliche, mit Steinen beladene Karre zu liegen, daß ihm ein Rad über die Brust ging. Erkes, der dem MarienHospital zugeführt werden sollte, vecstarb auf dem Transport dahin. Becker wurde verhaftet. W i 1 1 l i ch. Bei Gut Kirchhof verunglückte der in den besten Jahren stebende praktische Arzt Dr. Hammann von hier. Derselbe kam auf dem Zweirad von der Praxis zurück. Jedenfalls infolge des bei Kirchhof jäh abfallenden Weges verlor er die Herrschaft über das Rad. Er stürzte und blieb besinnungslos liegen. In das Gutshaus getragen, verschied er trotz baldiger ärztlicher Hülfe; er hatte einen Schädelbruch erlitten. 'Frovirr.z dcffctt-'ZInffnu. Kassel. Sein 25iähriges Mie ther - Jubiläum beging Reichs- und Landtags -Abgeordneter Werner als Bewohner des Hauses Kölnische Stra ße No. 130, welches Restaurateur Schade gehört. Hier verschied im Alter von 85 Jabren Siegfried Hirsch, der Bearünder und erste Direktor der Aktiengesellschaft für Federstahlindustrie. Amöneburg. Den Eheleuten Schäfer Franz Nau und Frau, die ihr! goldene Hochzeit begingen, wurde ein kaiserliches Gnadengeschenk von 30 Mark eingehändigte Dem Jubelpaar wurden zahlreiche Ehrungen und Gratulationen zutheil. E l t v i l l e. Postsekretär Heinrich Rang trat nach mehr als 43jähriger Dienstzeit in den Ruhestand. In Würdigung seines treuen Dienstes er hielt er den Kronenorden 4. Klasse, welche Auszeichnung ihm vom Borsteher der Postanstalt in Gegenwart der Beamtenschaft überreicht wurde. Mttordcitische Staaten. A l t e n b u r g. Dem Schirrmeister Wogel wurde das Albrechtskreuz der"'Vraunschwei g. Auf dem Arbeitsplatze der Firma Antonio Mander & D. Avon, Marmor- und Mosaikarbeiten. an der Svaraelstrae aerieth der zweijährige Sohn des Fabri-
kanten Mander n eme Regentonne, die in die Erde eingelassen und 70 Eentimeter hoch mit Wasser gefüllt var. Als das Kind gefunden wurd, war es bereits eine Leiche. Ebersdorf. Großfeuer vernichtete hier drei Wohnhäuser und vier Scheunen, in Fechheim den Winkler'schen Gasthof und sechs Wirthschaftsgebäude. H u m m e l s h a i n. Der stellenlose Dienstknecht Martin aus Breitenhain bei Neustadt a. d. Orla gab auf die 20jährige Emma Poppe von hier, weil sie seine Liebesanträge abgelehnt hatte, zwei Revo1dschüsse ab, die das Mädchen tödtelen. hierauf erschoß sich der Mörder selbst. Jena. Aus Furcht vor einer Operation nahm sich hier der 19jährige Fabrikarbeiter Zipfel aus Burgau das Leben. Der junge 'cann U fand sich in den hiesigen Landesheilanstalten in Behandlung, als ihm eine Operation bevorstand, entfernte er sich. Der Anstaltsarzt erhielt einen Brief von Zipfel mit der Mittheilung, daß er sich das Leben nehmen würde. Kurz darauf zog man seinen Leichnam aus der Saale. Königsluter. Der am hiesigen Amtsgerichte beschäftigte Gerichtsdiener und Aufseher Eschemann ist 22 Jahre am hiesin Amtsgerichte thätig gewesen. & a.a l f c l d. In der Scheune des
Oekonomen Lorenz in der Breitestrane
brach Feuer aus. Angefacht durch den herrschenden Sturm, verbreitete es sich auf die Hintergebäude und Stallungen und äscherte diese sowie die benachbarten Wohnhäuser ein. Ein Fabrikgebäude und andere Wohnhäuser wurden durch die Feuerwehr gerettet; ebenso wurde von den Mannschaften sämmtliches Vieh in Sicherheit gebracht. Schmolln. Auf dem Bahnhofe Debitschen gerieth der Bahnarbeiter Mälzer beim Rangiren zwischen die Puffer und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er ihnen alsbald erlegen ist. Weimar. Professor Karl Haußknecht, der Begründe: des großartigen Herbariums unserer Stadt, dem die Wissenschaft der Botanik mancherlei verdankt, ist nach kurzer Krankheit an ei7m Lungenschlage gestorben. Frankfurt a. M. Nach schwerem Leiden verstarb hier Direktor Felix Levy, Leiter und Inhaber des De peschenbureaus Herold, im Alter von 38 Jahren. Er gehörte mehrere Jahre dem Journalisten- und Schriftsteller Verein als Vorstandsmitglied an. Seine Leiche wurde nach Offenbach zur Verbrennung gebracht. Das hiesige Landgericht verurtheilte den preußischen Eisenbahnfiskus zur Zahlung von 17,000 Mark jährlicher lebenslänglicher Rente an Dr. Weißgerber zu Lauterbach. Weißgerber, der eine ausgedehnte ärztliche Praxis ausübte, erlitt bei einem Unfall am 21. Juni 1897 zwischen Gießen und Fulda derartige Verletzungen, daß er seine Berufsthätigkeit einstellen mußte. Großenlüder. Die Anwesen der Hüttner Benedikt Rehnert und Paul Sippel brannten bis auf den Grund nieder. Die Poeten. Von Hermann Hango. Wenn wir euch schon gar nichts gelten, Wisset doch, wir sind die Bienen, Die euch ewig-emsig dienen; Schwärmen über Erd' und Welten, Schwärmen in die letzten Fernen, Zu der Sonne, Mond, den Sternen, Wühlen uns in Gottes Blumen An dem Lebenswunderbaume, Hangen an den feuchten Krumen Selbst noch an des Grabes Saun. Spinnen mit den feinen Sinnens Was ihr sonst nicht könnt gewinnen: Süßen Schmerz aus Todestrauer, Heldenmuth aus Schreck und Schau, Allerklarsten Sinn der Freude Wie aus rosenrother Heide; Bringen euch auf Frühlingslüften Alles Geistige der Zeit Und mit unserm Flug ein Düften Von der Flur der Ewigkeit! Neue Auslegung. L.-? Sagen Sie 'mal, Herr Doktor, wak versteht man eigentlich unter Gerichtsferien?" Eand. jur.: Nun die Sckonmt für die Schuldner!" Eine wahre M o r d e p i d mie herrscht in England, zwanzig Mörder harren dort der Sühne. Hier nur eine kleine Blumenlese: In Jrland erschießt ein Sohn kaltblütig aus einem nichtssagenden Grunde seinen Vater. In Ramsgate läßt ein Vater den Sohn durch eine Dynamitbombe in Stücke reißen. In der Nähe von Oxford erwürgen jugendliche Dienstmädchen ihre blinde Herrin und in London vergiften zwei Frauen gewerbsmäßig Dutzende neugeborener Kinder. In Sileby, einem Dorfe unweit Leicester, lauern zwei aus Südafrika heimgekehrte Soldaten wegen einer trivialen Differenz einem Polizisten die ganze Nacht auf und erschießen ihn aus ihrem Hinterbalte beim Morgengrauen. Im belebtesten Theile der City, gegenüber dem Palast der Bank von England, erdolcht eine kaum zwanzigjährige Gouvernante, die den poetischen Namen Kitty Byron trägt, ihren ungetreuen Liebhaber, ein bekanntes Mitglied der Stock Exchange. Drei Tage nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause lockt ein Mann, Edwards, eine ganze Familie in eine leere Wohnung, erschlägt sie und begräbt die drei Leichen kaltblütig im Garten. Der schlaue Pole Klosowski, der sich Chapman nannte, heirathet dreimal und vergiftet der Reihe nach seine Frauen. Als der verrufend st e Ort in den Vereinigten Staaten galten in früheren Jahren der Reihe nach Dodge City und Abilene in Kansas, Denison in Texas, Julesburg in Colorado, Tombstone in Arizona, Deadwood in Dakota und Leadville in Colorado. Dann erwarben sich Cripple Creek und Creede, Col., den wenig beneidenswerthen Ruf eines verworfenen Gemeinwesens; aber gegenwärtig ist, wie von dort berichtet wird, in Jerome. Ariz., der Desperado unumschränkte? Herr, bis ihn die weiterschreitende Cultur auch von dort vertrieben baben wird. Jerome ist ein Minenstädtchen, in dessen Nähe reiche Kupferbergwerke betrieben werden. Abenteurer aus aller. Herren Länder und die anrüchigsten Charaktere der Ver. Staaten geben sich dort ein Stelldichein. Spieler, Gauner und Revolverhelden spielen die erste Geige. Wirthschaften, Stores und Spielhöllen bilden so ziemlich die einzigen Geschäfte des Ortes, und Tag für Tag ist das öffentliche Leben in Jerome eine ununterbrocbene Ora.
Journalisten-Hochschule. vnnsensweth eifng ein ffitto Yorker JeitungSherausgeberS. Nachdem an etlichen europäischen Universitäten seit einigen Jahren bereits Kurse für Journalisten abgehal, ten werden, tritt in absehbarer Zeit in der Stadt New York eine Anstalt in's Leben, die in ihrer Bedeutung und Ausdehnung das erste Institut seiner Art in der Welt darstellen wird. Es ist dies die von Joseph Pulitzer, dem Besitzer und Herausgeber der Worid" begründete und mit einer Schenkung von 1.000,000 bedachte Schule für Journalisten. Für die der ColumbiaUniversität in New Jork anzugliedernde Schule wird mit einem Kostenaufwande von 500.000 ein besonderes Gebäude errichtet, dessen Fertigstellung man für den Herbst 1904 erhofft. In dem Institute sollen in einem zweijährigen Lehrgange nicht nur befähigte junge Leute für den Journalismus vorbereitet werden, sondern es soll auch bereits als Journalisten sich bethätigenden Personen Gelegenheit zur beruflichen Vervollkommnung bieten. Die Lehrgegenstände sind theils wissenschaftlich, theils praktisch und umfassen amerikanische und europäische Geschichte. Nationalökonomie, englische Sprache, Logik, journalistische Regeln, Preßgesetze und -Geschichte und verwandte Fächer. Falls die Anstalt sich bewährt, fügt Pulitzer seiner Stiftung von 51.000.000 weitere N.000.000 hinzu. Joseph Pulitzer. der 1863 als 16jähriger arme? Knabe von Budapest nach
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Joseph Pulitzer. Amerika kam, trat 1867 in St. Louis in die journalistische Laufbahn ein Er studirte nebenher die Rechte, wurde zur Bar zuaelassen, erwarb 1878 den St. Louis Dispatch" und 1883 die New Fork World." Unter seinen zahlreichen Stiftungen sind besonders die $1(X), 000 erwähnenswerth. die armen jungen Leuten den Besuch der Columbia-Uni-versität ermöglichen sollen. Manilas päpstlicher Dclcgat ine bevorstehende Erhebung zum Kardinal und seine Laufbahn. Es dürfte hierzulande die Nachricht besonders interessiren, duß unter den katholischen Geistlichen, denen der neue Papst Pius X. bereits höhere Rangstellungen verliehen hat oder in nächster Zeit geben wird, sich auch der päpstliche Delegat für die Philippinen, Erzbischof Augusto Guidi, befindet, der in Bälde zum Kardinal erhoben werden soll. Die Beförderung ist als eine verdiente anzusehen. Hat es doch Monsignore Guidi seit seinem kurzen Verweilen auf dem Archive! er ist seit Ende vorigen Jahres Delegat in Manila bereits verstanden, mit Gouverneur Tast zusammen in ersprießlicher Weise zu wirken und die schwebenden Fragen, darunter den Verkauf der Ordensländereien an die Ver. Staaten, ihrer LLsung ein gut Theil nahe zu bringen. Augusto Guidi, der 1852 zu Alatri, Italien, geboren wurde, besuchte die Universitäten zu Innsbruck und Paris. In den Jahren von 1873 bis 1887 fungirte Guidi als Sekretär der Nuntiaturen in Madrid und Lissabon, worauf er Geschäftsträger in Brasilien Monsiguore Augusto Guidi. ward. Im Jahre 1899 wurde e? in besonderer Mission nach Ecuador gesendet und nach seiner Rückkehr von dort war er Sekretär für außcrordmtliche kirchliche Angelegenheiten im Vatikan. Nach seiner Erhebung zum Erzbffchof im vorigen Jahre wurde Guidi mit seiner dermaligen Mission betraut.
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Die ZNouttds.
Tic merkwürdige Cahokia-Gruppe im Staate Illinois. MoundS ver Azteken Verschiedene Theorien über ihre Bestimmung Spuren inei Vkoundbau-Jeitalterö Vkouuds im west. lichen Theile des Ltaateö New Jork. Amerikanische Archäologen befür Worten eifrig die Erhaltung der Caho kia Mounds in Illinois, sei es aus Staats- oder Privat-Mitteln, damit diese hochwichtigen Ueberbleibsel von der Thätigkeit der Erbauer der Mounds nicht verschwinden, bevor die Manner der Wissenschaft ihren U: sprung ergründet und ihre Geschichte ersorscy: yaoen. Diese bemerkenswerthe MoundGruppe zieht sich dem vielverschlungep Qmff Vi2 fT"r finf trr ?Y)tVi nltn. IV MUU fc'WW VvtWv tfilVvt Viltlltllvj und war einstmals durch eine Reihe kleiner Huge: mit zener Gruppe kleinerer Mounds verbunden, welche St. Louis den Beinamen der Mound City" verschafft haben. Der große Mound bei St. Louis ist freilich verichwundcn, aber unter der Cahokia-Gruppe befindet sich ein Mound, der für sein genaues Gegenstück gilt, gemeinhin der Cahokia Mound heißt und der größte von allen existirenden ist. Vor etlichen Jahren wurde er von dem Chef-Jnge-nieur der Wabash-Eisenbahn. C. H. Shamon, sorgfaltig gemcen. demzufolge er 1010 Fuß lang, 710 Fuß breit und 97 Fuß hoch ist. Sein Flacheninhalt beträgt 13.85 Acker. Wenn auch feststeht, daß als Material zum Bau des Mounds Erde aus der nächsten Umgebung verwendet worden sieht man doch heute noch an vielen Stellen große Locher, die un Frühjähr kleine Teiche bilden so sind doch noch die Fragen zu lösen, wann und zu welchem Zwecke der gigantische Bau errichtet worden, ob es Sklaven ode: Freie gewesen sind, die ihn errichteten. Der Mound ist niemals genau unterlucht worden. Die Familie Ramey nämlich, welche ihn 40 Jahre lang eigne:e, ließ ihn scharf bewachen und dul dete nicht, daß sein Inneres durchforscht wurde, nur der inzwischen verstorbene Thomas Ramey ließ einen Tunnel an der Nordwesiecke des Mounds graben; als er aber 70 Fuß weit eingedrungen, mußte er aus Mangel an Mitteln von dem Unternehmen aosteben. Das tzohe Alter des Cahokia Mound ist niemals bezweifelt worden. Schon vor 300 Jahren haben Weiße ihn ge kannt. aber seine Bestimmung blieb den Indianern des Mississippi-Thales ebenso verborgen wie es heute noch der Fall ist. Der St. Louiser Ethnologe Dr. Peterson, der die Cahokia-Zruppe sorgfältig untersucht hat, ist der Meinung, daß sie von Indianern herrührt, wie er auch ausfindig gemacht, daß Cäsar Leon, der mit Pizarro nach unserer Hemisphäre kam. Indianer in Süd-Amerika beim Errichten von Mounds angetroffen hat. Er sah nämlich-, wie diese einen Häuptling dann bestatteten, seine Weiber und Lieblingssklaven lebend mit einschlossen und das Grab mit zahllosen Schollen Erde zudeckten. Nach dem Volksglauben ist der Cahokia Mound von Sonnanbetern errichret worden. Dr. Peterson pflichtet dem bei, aber glaubt nicht, daß er nur als Tempel erbaut worden. Er hält dafür, daß er auch Generationen hindurch als Grabstätte für große Häuptlinge diente. Daß der Mound als Mittelpunkt einer starken Volksmasse, sei es temporär oder permanent diente, geht auch daraus hervor, daß sehr viele Pfeilspitzen und Thongefäße in unmittelbarer Nähe und in den kleineren Mounds gefunden worden. Prosen or William McAdam von Alton, Jll., der die Erforschung der in den Ver. Staaten und in Mexiko vorhandenen Mounds zu seinem Spezialstudium gemacht, ist zu dem Ergebniß gelangt, daß die Cahokia-Gruppe das Mekka oder religiöse Centrum des ganzen Stammes der Mound-Erbauer gewesen. Die Azteken m der Stadt Mexiko feierten, als die Spanier zuerst in's Land kamen, ihre religiösen Feste auf einem Bau, der fast genau so wie die Cahokia Mounds konstruirt war. Auf dem flachen Gipfel der mexikanischen Pyramide, welche wie die Cahokia Mounds in zwei Theile ging, befanden sich zwei Altare, aus denen nnem das heilige Feuer brannte. Dr. H. M. Baum in Washington, einer der hervorragendsten Archäologen Amerikas, ist zu der Ansicht gelangt, daß der Cahokia Mound sowohl de7 Mittelpunkt der Civil-Verwaltung wie das religiöse Centrum einer großen Rasse war, wie ja der den Urvolkern bürgerliche und religiöse Funktionen in enger Verbindung standen. Die Thongefäße und Hausgeräthe, die man in der nächsten Nähe der Cahokia Mounds gefunden, sind wissenschaftlich von großem Werthe, und die Funde, die man nach Oeffnung des Haupt-Mounds erwartet, werden sich muthmaßlich noch werthvoller erweisen. Die Thonae.aße und noch sehr gut erhalten und geradezu auffallend ist ihre Aehnlichkeit mit den Ueberbleibseln aus der Steinzeit, die man rn der alten Welt aus der Erde gegraben. Die langhalsigen Steinflaschen und Vasen gleichen seltsamer Weise den Flaschen und Vasen aus dem Nilthale und manche weisen in hellroiher Farbe
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cnbetern in Egyplen zur n:re7.duna iamcn. . Uebrigens hat man auch in CentralAsien Mounds gefunden, und zwar in einer langen Kette von der chinesischen Mauer beginnend bis nach Kleinasien hinein. Dieselben weisen denselben Cbarakter wie die amerikanischen M0UN02 aus, desonoers.zene itl Avena. wo Forscher Hausgeräthe aus Kupfsr und feine Terracotta-Gefäße ausgegraben haben. Diese Spuren scheinen darauf hin zu deuten, daß es Moundbau-Zeitalter in Nord-Amcrika wie in Asien und Europa gegeben bat. und wer weiß, ob sich nicht auf diesen Mounds eine einwand sfreie Tbcorie über den gemeinsamen Ursprung der menschlichen Rasse aufbauen läßt. Bemerkt sei übrigens och, daß das Vorkommen der Mounds in Amerika sich nicht auf Illinois und Mexiko beschränkt, finden sich doch solche auch im westlichen Theile des Staates New Jork wie in vielen anderen Staaten. wenn auch die größten und am meisten ausgebauten sich im Mississippi-Thale vorfinden. In Cattaraugus Ccutv. besonders nicht weit vcn den Ortsckften Randolph und alamanca, sind viele Spuren der p... historischen Rasse vorhanden, welche einst den Kcntinen! und vielleicht die ganze Erde bewohnte. Dcr Campanilc in rncdig. Aus groke Schwierigkeiten stöfct der cepla., Wiederausbau. Der geplante Wiederaufbau des Campanile in Venedig ist anscheinend ernstlich in Frage gestellt, obgleich bereits der Grundstein zu dem neuen Glockenthurm feierlich in Gegenwart des Königs gelegt worden ist. Am nöthigen Geld würde es keineswegs fehlen, da 500.000 Lire bereits von der Regierung gewährt und weitere 809, 000 Lire von der Provinz und Stadt Venedig bewilligt worden sind, ehre das Ergebniß der privaten Sammlung, die bisher auch eine Million eingebracht hat. Was trotzdem noch fehlen sollte, würde sicher in irgend eiser Weise herbeigeschafft werden. Die Schwienzkeiten liegen anderswo, an einer viel ernsteren Stelle. Der Architekt Beitrami hat sich nämlich von der techr.ischen Unmöglichkeit, den Thurm wi der aufzurichten, ohne die Markuskirche und den Königspalast ernstlich zu gefährden, überzeugt und hat dabei seine Stellung als Bauleiter niedergclegt. Schon der Ingenieur Boni. als zuerst Beauftragter, hatte bei der Unierfuchung der Fundamente gefunden, daß diese für den gewaltigen Thu: ungenügend waren, und sich daraufhin zurückgezogen. Der Thurm war ursprünglich nur 50 Meter hoch gewesen und erst später durch Maestro Bono auf 99 Meter gebracht worden. Architekt Beltrami hat darauf neue Untersuchungen vorgenommen und hat Wasserdurchsickerungen in den Fundamcnten konstatirt. die eine vollständige ErNeuerung derselben mit bedeutend grd'ßerer seitlicher Ausdehnung als bisher nothwendig machen. Was dies aber für die Markuskirche bedeuten würde, hat sich bereits gezeigt, als bei dt Bodenuntersuchungen drei der Standarten" vor der Markuskirche nachgaben und beseitigt werden mußten. Architekt Beltrami hat seine Demission damit begründet, daß er die Aufgabe als über seine Kräfte gehend" erachte. Der Stadtrath von Venedig mit dem Vürgermeister Grafen Grimani an der Spitze will dessen ungeachtet den Gedanken der Wiedererrichtung des Thurmes nicht aufgeben. Er hat deshalb, nachdem alle Bemühungen. Beltrami zur Zurücknahme seiner Demission zu bewegen, gescheitert sind, jüngst in geheimer Sitzung, an der auch die drei Dcputirten von Venedig theilgenommen haben, den Beschluß g?faßt, den Neubau einer Kommission von fünf Technikern zu übertragen, die theils von der Regierung, theils von der Stadt ernannt werden sollen. Ob dc:mit aber die wirkliche Lösung de? Problems gefunden ist, ist noch seb" ungewiß, denn schon regen sich zahlreiche Stimmen, die von einer auch noch so geringen Gefährdung der unersctz lichen Markuskirche nichts wissen wollen. Eskapaden eines Blitzstrahls. In der Wohnung eines Bürgers Namens William Miller in Dublin Mills bei Hancock. Md.. machte ein Blitzstrahl jüngst kuriose Sprünge. Der Blitzschlag schlug in den Schornstein, lief am Ofenrohr entlang in den Ofen und dann in den Fußboden; dort riß er den Teppich auf, zog von dem Fuße des Richard Miller die Sohle des Schuhes ab und verbrannte die Fußsohle. Frau Bergstrasser, die Mutter der Frau Miller. saß neben dem Ofen und nähte; sie hatte einen silbernen Fingerhut mit
Stahlspitze an dem Finger. Dcr Blitz riß die Stahlspitze des Fingerhuies al. ließ das Silber an dem Finger, sprang auf eine Scbeere im Schooße -der alten Frau, zerriß den Nähkorb und schmolz die Scheere zusammen, riß den Stuhlsitz auseinander und ging zur offenen Thüre hinaus. Merkwürdiger Weise wurde Niemand ernstlich verletzt. Nur die alte fsrau hatte schmerzhafte Brandwunden am Finger mit dem Ringe. Illinois hat alle andere-? Staaten in der Fabrikation von lawirrhschaftlichen Maschinen. Bicycle-. Wagen, Glukose und destillirtem Schnaps überflügelt.
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