Indiana Tribüne, Volume 27, Number 3, Indianapolis, Marion County, 26 August 1903 — Page 4

Jndiana Tribüne, 26. August 1903

Zndiana Tribüne. Herausgegeben von der Sutenberg (! Indianapolis, Ind.

gany O. Thuöium Präsiöent. GeschäftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 26V. .merei at the Post Office of Indianapolis as second dass matter. (ritte Fabrik als humanitäre Anstalt. In diesen Tagen hat in Deutschland eine größere Entlassung von Arbeitern unter Umständen stattgefunden, die das höchste Interesse jedeZ Sozialpolitikers verdienen. EZ haben nämlich die Zeiß' schen Werkstätten in Jena 60 optischen Arbeitern gekündigt, weil die Leistung?' fähigkeit der von der Firma ausgebt! beten Arbeiter zu einer Produktion führte, die den gegenwärtigen Bedarf der Firma übersteigt. Der besondere Zug dieses Vorgangs ist nun der, daß hierbei zum ersten Male die Bestimmung der Fabrikstaluten über die Ab gangsentschädigung" an Arbeiter in Wirksamkeit trat. Hiernach erhält jeder Arbeiter, der eine gewisse Zeit in den Zeiß'schen Werkstätten angestellt ist, falls die allgemeinen ProdnktionsVerhältnisse seine Entlassung nöthig machen, mindestens sein halbjährliches Gehalt als Entschädigung ausgezahlt, wodurch es ihm möglich wird, sich in Ruhe und ohne Sorgen nach einer neuen Beschäftigung umzusehen. Es sind im Ganzen 26,000 Mark zu diesem Zwecke ausgezahlt worden; die höchste Entschädigung, die ein Arbeiter erhielt, betrug 1175 Mark. Es liegt auf der Hand, daß eine Fabrik, die eine solche Einrichtung getroffen hat, von ganz besonderer Art sein muß. In der That sind die Zeiß'schen Werkstätten in Jena ein Unternehmen, daß wissenschaftlich wie sozialpolitisch völlig einzig ist und die höchste Bedeutung beansprucht. Sie sind entstanden aus einer mecha Nischen Werkstatt bescheidensten Um. fangs, die der gespickte und intelligente Mechaniker Carl Zeiß im Jahre 1811 in der alten Universitätsstadt Jena begründete. Durch die Bedürf nisse der Universität wurde Zeiß besonders auf die Ausgaben der Optik hingeführt, und es währte nicht lange, so fertigte der unermüdlich fleißige Mann ebenso gute Mikroskope an, wie irgend einer seiner Zeitgenossen. Darüber hinaus aber kam er erst, als er 1866 mit dem damaligen Dozenten der Mathematik an der Universität, Ernst Abbe, in Verbindung trat. Abbe stellte die optische Industrie auf eine völlig neue, auf eine wissenschaftliche Grundlage; ein spanischer Gelehrter irren wir nicht, so war es der berühmte Physiolog? Ramon y Eajal hat ihn deshalb geistvoll den Galilei desMikroskops genannt. Bis dahin waren alle Mikroskope aus grun) praktischer Er fahrungen construirt worden; Abbe schuf die Theorie der mikroskopischen Bildentstehung und begründete dadurch eine erakte Mikroskoptechnik, die sowohl die technischen wie die wissenschaftlichen Ansprüche nach jeder Hinsicht vollkomnun befriedigt. Die praktische Durchführung seiner Theorien ermöglichte er durch die Her stellung völlig neuer Glasarten, die das Ergebniß seiner vielfachen, in Ge rneinschaft mit Dr. Otto Schott ange stellten Versuche war. Die Folge war eine völlige Revolution der optischen Technik, bei der die Zeiß'schen Werkftätten die Führung behielten. 1889 gingen sie zum Großbetrieb über und gliederten nach und nach Abtheilungen für Projektion und Mikrophotographie, für Photographie, für astronomische Objektive, sür Erdfernröhre und Meß. Instrumente an, überall durch hochdedeutende neue Erfindungen die Technik fördernd. Heute zählt die Fabrik im ter die Riesenunternehmnngen; die von den Arbeitsstätten eingenommene Grundfläche beträgt smehr als 15,000 Quadratmeter, die Zahl der Arbeiter 13001400. Nach Zeiß' Tode wurde Prof. Abbe im Jahre 1889 Alleinbesitzer der Fabrik und nun ging dieser von echtem Idealismus und hingebender Men f iiffi fWl C W n lQenueoe enuuie 'cann an oie Aus fühlung des Planes, das ganze gewal tige, durch den Fleiß des Begründers und durch Abbe's eigene Genialität ge schaffen; Unternehmen völlig in den Dienst der Humanität und Wissen schaft zu stellen. Er begründete näm lich schon 1891 die. .Carl Zeiß.Stif

hing", und an diese Stiftung trat er die in seinem Alleinbesitz befindliche Fabrik, sowie die ihm und Dr. Schott gemeinsam gehörige Glashütte ab, so daß die Stiftung mit einem Schlage über ein gewaltiges arbeitendes Kapi' tal verfügte. Die Zwecke dieser Stiftung kann man in Kürze dahin präzisiren: Erstlich sollte sie dafür, sorgen, daß die Arbeit aller in den Werkstätten Angestellten sich unter den günstigsten Umständen vollziehe und daß sie angemessen bezahlt würde. Zweitens sollte sie die stete wissenschaftliche Bearbeitung aller an die Fabrik herantretenden Aufgaben im größten Style verbürgen und die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit allgemein zugänglich machen. Endlich sollten die Ueberschüsse der Unternehmungen allein für Zwecke des Volkswohles und der Wissenschaft verwandt werden. Abbe selbst war fortab nur der erste Angestellte der Stiftung, der er sich mit seiner ganzen Kraft widmet. Während die Löhne der Arbeiter so gesteigert wurden, daß zahlreiche derselben circa 8000 Mark im Jahre verdienen, wurden für die höheren Gehälter bestimmte Schranken gesetzt, so daß die oberste Grenze etwa 18.000 Mark Einkommen bildet und die sonst üblichen Riesengehälter der Betriebsleiter, Direk-

toren :c. hier nicht eristiren. Alle An gestellttn waren in der Form von Gehaltsnachzahlung am Gewinne betheiligt; dieser Zuschlag hat seit 1896 im Durchschnitte 9 Procent jährlich betragen; es erhielt also jeder Angestellte etwa einen 13. Gehaltsmonat Zuschlag. Ein Pesionsstatut garantirt jedem Angestellten nach fünfjähriger Dienstzeit Jnvaliditäts., Alters-, Wittwen-und Waisenpension; und zwar beträgt die Alterspension nach 40-jähriger Dienstzeit i des Gehalts. Eine Krankenkasse sichert die Beamten und Arbeiter in weitgehendem Maße für den Krankheitsfall. Jeder Arbeiter hat Anspruch auf einen sechstägigen Urlaub im Jahre bei voller Fortzahlung des Lohnes. Seit 1901 ist der achtstündige Arbeitstag eingeführt. Die Arbeiter - Ausschüsse werden auf ihren Antrag in allen Angelegenheiten des Betriebs von der Geschäftsleitung gehört. Großartig sind die von der Zeiß-Stiftung begründeten oder unterstützten Anstalten für gemeinnützige Zwecke. Sie hat bisher sür die Jenaer Universität im Ganzen 1,916,000 Mk. aufgewandt, theils für Neubauten, theilt für die Einrichtung wissenschaftlichei- Institute, theils für die Besoldung der Professoren. Es wurde ferner in Jena u. A. eine öffentliche Lesehalle, ein Volksheim mit LeseHalle, Gewerbeschule und Saalbau und ein Kinderheim errichtet; eine Kleinkinder - Bewahranstalt, eine gemeinnützige Baugenossenschaft und eine Lungenheilstätte erhielten bedeutende Unterstützungen, auch die Anlage eines öffentlichen Parks wurde durch einen Zuschuß bon 850,000 Mt. ermöglicht. Im Ganzen hat die Stiftung bisher 3,131,000 Mark für gemeinnützige Zwecke verausgabt. Wissenschaft und Menschenliebe im Vereine haben hier ein Werk geschaffen, das zu den größten Ruhmesthaten nnserer Zeit geHort. Polizeiliches Allerlei. Der Wirth Frank Moeslein von Highland Ave. und Michigan Str. klagte gestern der Polizei, daß in der Sonntag Nacht eine Bande junger Gesellen aus der Nachbarschaft durch ein Seitenfenfter in sein Local eingestiegen seien und nicht nur eine Menge Trinkbares vertilgt, sondern auch 4 Kisten Cigarren und $1 in Baar aus seiner Cassenlade mitgenommen haben. Er kennt ihre Namen etc. Unter der Anklage des Großdiebstahls wurde von dem Detectiv Bray gestern der 13-jährige Ämos Haynes verhaftet. Derselbe ist beschuldigt, dem Schankwärter Ed. Pickets von der Süd Noble Str. einen Anzug und eine Taschenuhr gestohlen zu haden. Amos gestand seine Schuld ein. Im Polizeigericht wurde Frank Mooshover,' welcher ein dem Leihstallbesitzer Charles W. Steets gehörendes Pferd zu Tode gehetzt hatte, zur Zahlung von $100 und Kosten bet urtheilt. ' Der Weinstubenbesitzer Adam Metzler, gegen welchen drei Anklagen vor liegen, wird am 23. ds., Nachm., pro cefsirt werden. Die Gebrüder Jacob und Frank Rhenlck wurden des DlebflahlS schuldig befunden und m 30 Tagen Arbeite hauS und einer Geldstrafe von S10 nebst Kosten verurtheut.

chulvorsteher (arl (. Emmerich

Bom Deutfchthum

Bei Gelegenheit feines dreißigsten Lchrcrjubiläums.

Die Verdienste unseres so recht deutschen Mitbürgers, des Vorstehers der Handfertigkeits Hochschule von Jndiauapolis, fanden gestern Abend gerechte Würdigung durch ein Banquet im Deutschen Hause, bei welchem alle Kreise unseres Deutschthums vertreten waren. Wie der Toastmeister des Abends. Herr August M. Kühn, in seiner Eröffnungrede so treffend erwähnte, war noch nie einem Comite das Arrangement für eine Festlichkeit so leicht gemacht worden, wie bei dieser Gelegenheit, so spontan folgte das Dcutschthum der Anregung zur Ehrung des beliebten Schulmannes, Herrn Emmerich. Die Gebrüder Bertermann hatten den Festsaal in künstlerischer Weise für die Gelegenheit geschmückt. Ein Herrlicher Blumenkorb schmückte den EhrenPlatz des Jubilars, das von Palmengewüchsen umgebenePortrait desselben bildete den wirkungsvollen Hintergrund, hinter dem das Orchester placirt war. Dem begabten Toastmeister Hrn. Kühn war eS ein Leichtes dem Festbankett sofort alles Förmliche, alles Steife zu nehmen und als die ersten Gänge des trefflichen vom Verwalter Herr Zelige gestellten Soupers nach Gebühr gewürdigt worden waren, ergriff Herr Herman Lieber, der älteste Freund des Gefeierten das Wort zu der folgenden Rede. Wertbe Freunde! Eine Veranlassung wie die heutige, die uns so fröhlich gestimmt zusammen geführt hat, kommt nicht oft. Zwar bietet eine 30-jährige Berufs-Thätig-keit im Allgemeinen nichts Außergewöhnliches, ja in den meisten Fällen läßt man sie unberücksichtigt an sich vorüber gehen. Anders ist es mit einer 30-jährigen Thätigkeit, wie sie unser Jubilar hinter sich hat. So eine ist selten, oder wie unser Freund A. Kipp sagen würde sie steht vereinzelt und wollte das Jemand bezweifeln, dem könnte Kipp ganz gewiß beweisen, daß sie einziß dasteht. Wenn ich nun den Reigen derjenigen eröffne, die über das segensreiche Wirken unseres Jubilars etwas sagen sollen, dann führen mich meine Gedanken zurück in eine Zeit, in der der Teutsche nicht von dem Selbstbewußtsein getragen wurde, das er heute bei einer Deutschen Tages Feier so gerne zur Schau trägt. In einer Zeit, in welcher gar Mancher seinen guten deutschen Namen verenglisirte und seine Herkunst zu verleugnen suchte, das Wa5 damals dem Deutschen fehlte, hatte gar mancher Hiergeborene im Uebermaß. Dieser Schwäche des Deutschen ist zum Theil zuzuschreiben, daß aus dem Selbstbewußtsein der Amerikaner eine SelbstUeberschätzung entstand, eine dünkelhafte nativistische Ueberhebung, woraus sich dann der sog. Nichtswisser hervor drängte, der den neuen Ankömmling als ein untergeordnetes Wesen betrachtete, das man in geringschätzender Weise behandeln müsse. Freilich ist dies schon längst anders geworden. Aus dem früheren Dutchman ist ein ganz passabler Amerikaner geworden und heute nach mehreren Jahrzehnten giebt es Niemand mehr, der die kulturelle Bedeutung, . die die deutsche Massen Einwanderung für Amerika gehabt hat, in Abrede stellt. Was ohne dieselbe aus Amerika gewor den wäre, läßt sich natürlich nicht feststellen, daß sie einen entscheidenden Einfluß auf die Erhaltung der Union, wie auf der Ausrottung der Sclaverei hatte, darf behauptet werden, wie auch, daß sich ohne ihr derNordamerik. Staa-ten-Bund nicht in der kräftigen Weise entwickelt hätte, wie er heute vor der Welt Staunen erregend dasteht. Wohl hat das frühere Vorurtheil einer vernünftigen Anschauung Platz gemacht, aber ein gerechtes Urtheil über das Verhalten der Deutschen vor, während und nach dem Kriege bleibt noch einer vorurtheilssreieren Geschichtsschreibung überlassen. Was über die Deutschen im Allgemeinen gesagt werden kann, hat auch Bezug auf unsere lokalen Verhältnisse. Aus Dankbarkeit für das loyale Verhalten während dem Kriege wurde der deutsche Unterricht in den öffentlichen

der Stadt geehrt.

Schulen obligatoiisch gemacht und später der Turn-Unterricht eingeführt. ES hat denn auch das deutsche Leben und Wesen wohl nirgendwo eine höhere Stufe erreicht, wie hier. Nirgendwo steht zu dem unabhängig denkenden Votum, den Partei-Diktaten gegenüber ein größeres Eontingent, als die Deutschen hier in Indianapolis. Nirgendwo wird der gesellige Verkehr mit dem Amerikaner besser cultivirt und nirgendwo anders genießt das Deutschthum unter allen Schichten de Bevölkerung eine größere Achtung als in Indianapolis. Daß dem so ist, haben wir vor Al lem Männern zu verdanken vom Schlage unseres Jubilars. Aber unter denselben kenne ich Keinen, der uns in besserer, edlerer Weise für so lange Jahre repräsentirt hat, als unser Emmerich. Auch er war Einer von Denen, die durch die engen Schranken Deutsch lands nach Amerika getrieben wurden. Leider hatte er auch, wie so viele andere gebildete Leute, in dem Lande des Help your seif" traurige Erfahrungen durchzumachen, bevor er ftsten Fuß fassen konnte. Er mußte sich der rohesten physischen Arbeit unterziehen. Er wurde nach dem weiten Westen verschlagen und im Kampfe mit den Indianern vermundet und krank in's Hospital gebracht. Aber seine geistige Kraft war nicht erschöpft. Im Hospital bemächtigte er sich der englischen Sprache und mit derselben fand er eine seinem Charakter entsprechende Thätigkeit als Lehrer. So kam er im Jahre 1873 nach siebenjährigen Irr fahrten nach Indianapolis und nahm sofort Stellung in den öffentlichen Schulen. Meine Freunde ! Ter Lehrer-Beruf ist nicht ein solcher, indem sich irgend Jemand Reichthümer erwerben kann. Aber was er sich durch seine 30-jährige Thätigkeit erwarb, daß ist die Liebe ünd Achtung einer ganzen Bevölkerung und das ist etwas, was sich auch der reich)?ann nicht mit Geld erkaufen tannJ c ' W.nn ich ihm heute meine persönliche Hochachtung öffentlich ausspreche, dann geschieht das nicht allein wegen seiner langjährigen Pflichttreue als Lehrer an unseren öffentlichen Schulen, sondern weil ich ihn als Bürgcr, als Mensch wie als Freund schätzen lernte. Alle die guten Eigenschaften, die uns Teutschen eigen find, besitzt er in hohem Maße, und die daraus folgenden Bestrebungen fanden bei ihm kräftige Unterstützung. Jahrelang war er ein fähiger Supcrintendent des deutschen Unterrichts und die durch deutschen Einfluß errichtete Manual Training High School" hat ihren großen Erfolg ganz besonders seiner tüchtigen Leitung zu verdanken. Der Männerchor hatte an ihm einen fähigen Präsidenten, und unserem Emmerich gebührt zum großen Theile das Verdienst, das das Turnlehrcr-Seminar, welches hier für zwei Termine abgehalten wurde, so gute Ersolge aufzuweisen hatte. Auch heute noch opfert er seine Muße-Stun den dem Nord-Amerikanischen Turnerbund, indem er als Vorsitzer dem Ausschuß für's Turnlehrer-Seminar seine werthvollen Dienste leistet. Wie er alles Gute und Schöne fördert, so fand auch das Deutsche Haus in Ihm einen treuen Freund und Gönner. Als ein wahrer Amerikaner, wie ein echter Deutscher, sein soll, hat er sich während den Jahren gezeigt, wenn immer sich die Gelegenheit bot. Jedem nationalen Dünkel steht er fremd. Wenn zur Zeit an den amerik. Patriotismus appellirt wurde, wenn das Selbstbewußtsein der Hiergeborenen sich zur Selbstüberhebung steigerte und dann der Schollengeist wachgerufen wurde, oder wenn ein wahlberechtigtes Verlangen nach Mäßigkeit den Fanatismus erzeugte, der nach Prohibition strebte, dann stand Freund Emmerich in den vorderen Reihen derjenigen, die diese Auswüchse bekämpften. Ich sehe vor mir eine reiche Blumenspende. Sie rührt ohne Zweifel von denen her, denen er auch ein Freund in den traurigen Stunden deS Lebens war. Und ich weiß, unter denen die hier versammelt sind,, befinden sich einige, die, als sie ihr Liebstes was sie auf Erden,

hatten, zu Grabe trugen, von ihm den Beistand empfingen, der die Herzen erleichtert. Und nun zum Schluß, mein lieber Emmerich, habe ich mich noch eines Auftrags zu entledigen. Deine Freunde haben den egoistischen Wunsch, daß Du ihnen noch lange erhalten bleibst. Sie meinen es wäre nöthig der Gesundheit zu Liebe eine Reise zu machen, und dafür sollte ich Dir diese Reisetasche übergeben. Sie ist etwas klein ausgefallen, aber man versicherte mir, sie ent hielte Alles, was selbst zu einer größeren Reise nöthig wäre. Nehme sie also freundlichst an. Am Schlüsse der mit donnerndem Beifall aufgenommenen Rede über reichte Herr Lieber dem Jubilar eine Miniatur-Reisetasche, in. welcher Herr Emmerich zu setner großen Ueberraschung eiuen funkelnagelneuen Tausenddollarschein, ein Geschenk seiner zahlrei chen Freunde, fand. Nun sprach Professor Robert Nix, den Toast Die deutsche Sprache " beantwortend, in wunderbar be redter Weise; leider sprach er aus dem Stegreif und wir können deshalb seine Rede nicht im Wortlaut bringen. Nachdem Herr Theodore Stempfel kernige Worte über das Thema der Teutsch-Amerikaner gesprochen hatte, beantwortete unser Chef Redakteur den Toast Die deutsche Presse". Herr Otto Stechhan trug nun das folgende zur Feier des Tages von ihm verfaßte Gedickt vor. Nicht als Träumer, Weltenstürmer, Nicht als Held, dem Schwert geweiht, Der Zerstörung-lust vertreten Dem man heute Weihrauch streut ; Nicht als Eifrer, Demagog? Der sich Amt und Ehren rafft. Noch als Krösus, der Millionen Sich auf Kosten Andrer schafft, Huldgen heute wir dem Gaste Freund, Berather, jederzeit. Der seit einem Menschenalter Sich der Bürger Gunst erfreut ; Ter gewissenhaft verfolgend Ideale in der Brust. Seines Wirkens ernsten Strebens Seines Zieles vollbewußt ; Graden Weges, treu verfolgend. Seiner Ueberzeugung nach' Was er heilig sich erkoren Im Berufe, Tag für Tag; Der dem Künstler gleich, dem Tone . Leben, reine Formen giebt. An dem rohen Materiale Seinen Bildnereifcr übt Hat auch er, dem Zwecke dienend Pflichtgctreu sich stets bewährt. An dem Bilden unsrer Jugend, Sich, und so auch uns geehrt. Und nach taufenden, sie zählen Die sich seiner Hut vertraut. Und auf allen Lebenswegen Wird sein Lob des Meisters laut. Wen'gen nur ist es beschicken Hier, auf dieser Eroenwelt,

Daß ihm Kränze, selbst verdiente Ihm noch lebend zugestellt. Doch der Gaben Sinnigreichste, Keine Krone hat mehr Werth, Ist der Kranz, den wir Dir bringen Der als Lorbeer Dir verehrt. Es ist kein Gemach von Blättern, Der Schablone nach gereiht, Herzen sinds, die fest verbunden Ihm alleine Form verleiht. Möge er noch viele Jahre Grünen Dir, so hold wie heut. Schaffensfreudig. Du Dich regen Deiner Thätigkeit geweiht: Denn ein Monument wird ragen" Dereinst Dir, doch nit von Stein ; In den Herzen Deiner Freunde Wird Dein Werth verewigt sein. Zündende Ansprachen hielten dann noch die Herren Joseph Keller, Jacob Vieler, Fred. Francke, Lemke u. A. Dann hielt Professor Emmerich mit bewegter Stimme folgende Ansprache: Meine Freunde ! Ich bin so überwältigt von den Beweisen der Achtung und Freundschaft, die mir heute Abend hier zu Theil geworden sind, daß ich außer Stande bin, Ihnen gegenüber, meine Freunde, die Gefühle der Dankbarkeit, die ich im Herzen trage, auch nur annähernd in passende Worte zu kleiden. Ich frage mich, wodurch ich wohl so viel Ehre verdient habe, allein mir fehlt die Antwort auf diese Frage.' Sie haben sich heute Abend hier zusammengefunden. um meinen Geburtstag und gleichzeitig die Vollendung des 30. Jahres meiner Dienste als Lehrer an den Schulen unserer Stadt zu feiern. Bei der Feier eines Geburtstages kann von Verdienst selbstverständlich nicht die Rede sein. Der GeburtZ

tag ist eine Veranlassung zur Freude und Genugthuung für das betreffende Geburtstagskind und dessen Freunde, daß wieder einmal ein Meilenstein auf dem Wege deS Lebens glücklich erreicht worden ist. Was nun meine 30jährige Dienstzeit als Lehrer anbetrifft, so ist von den Verdiensten gesprochen worden, die ich mir im Lause dieser Jahre auf dem Felde der Jugenderziehung erttorben haben soll. Ich gebe Ihnen die Versicherung, meine Herren, daß ich die Worte des Lobes die mir in so schöner und beredter Weise gespendet wurden, dankbaren Herzens würdige und anerkenne, allein ich muß mir doch sagen und ich spreche nicht etwa aus falscher Bescheidenheit daß ich auf besondere Verdienste wirklich keinen Anspruch machen kann, denn in Allem, was ich that, habe ich ja doch nur meine einfache Pflicht und Schuldigkeit erfüllt. Und seine Pflicht muß doch Jeder thun, ohne besondere Ehre und Anerkennung zu erwarten. Mein Herz ist erfüllt von Freude und Dankbarkeit für die große Ehre, die Sie mir erwiesen haben. Ich bin stolz darauf daß ich Männer wie Sie zu meinen Freunden rechnen darf und daß Sie mich zu den Ihrigen zählen.

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Der Jubilar. Die Erinnerung an diese schöne Feier wird mich durch mein ferneres Leben begleiten; sie wird mir neue Kraft geben und mir ein Sporn sein zu weiterer Arbeit und strenger Pflichterfüllung in meinem Berufe, auf dem gesegneten Felde der Jugenderziehung. Ich leere mein Glas, meine Freunde, auf Ihr Wohl: mögen Ihre Tage sein Tage deS Wohlergehens, des Glückes, der Zufriedenheit. Indem ich nochmals meinen innigsten Tank aus vollem Herzen ausspreche, rufe ich Ihnen zu: Prosit allerseits! Rauschender Beifall zeigte, wie hoch die Anwesenden die Rede des Jubilar schätzten. Herr Kühn verlas sodann Glückwunschtelegramme von Herrn und Frau Bachmann und Robt. Kipp aus Hellowstone Park, von H. O. Pantzer aus Rochester, Minn., Anton Bonnegut aus Cullver, Ind. Ein Distanz. Telephone Gruß von Herrn und Frau Harry O. Thudium u. A. Lange noch blieb die fröhliche Tafelrunde beisammen und oft noch erschall ten laute Hochrufe auf den Jubilar. : Dem Fest-Comite, bestehend aus den Herren Aug. M. Kühn, Robt. Keller. Chas. Krauß, Theo. Stempfel und Robt. Kipp, gebührt der Dank aller Anwesenden für die trefflichen Arrangements der Festlichkeit. UM? Etablirt 1863, nimmt jederzeit Sngagements entgegen. Irgendwelche Orchester Musik und irgend eine Anzahl von Musikern wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen, ii. A. Miller, Direktor. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer, 301 Kentucky Ave. Altes Tel.. braun, 1802. Neue Deutsche Apotheke Weber Drug Company. Ecke Washington und Illinois Str. lagvool Hskl. Wi? find klclustdk geatrn in Jndianavolik für UN.T0XE. VIN-TONE wird von den hervorragendfien kürzten al da beste Stärkungsmittel empfohln. VIN-TONE erzeugt ruft und Lebnkrast ist lii Sie benöthigen. ...Zerkleinerter... (Dols: (Crushed Coke) ober 72 ouv tyocaf)onta& (Zote zu 14 Cents per Bushel. Prodiren Sie diesen Coke. Empire Coal, Coke & Vood Co Neues Phone 9291. Altes, Main 1150.