Indiana Tribüne, Volume 27, Number 2, Indianapolis, Marion County, 25 August 1903 — Page 5
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Jndiana Tribnno, 23. August 190.
Letzte Nosen.
Novelle von Olaf Nau-Mrnberg. Also verehrte Frau, das Geschäftliche wäre jetzt erledigt." Gott sei Dank ja." Ist es Ihnen so schwer gefallen?" Es fällt mir immer schwer, derariige Angelegenheiten zu besprechen. Es ist so etwas Häßliches das (Zeld. Und ich verkaufe doch in meinen Arbeiten Stücke meines Selbst. Darum thut es mir doppelt weh." Lassen wir es also, wie gesagt, abgemacht sein. Und nun zu etwas Anderem. Erfreulicherem. Sie erwarten Ihr Töchterchen, Frau Helene?" In die Augen der schönen Frau trat ein warmer Glanz: Morgen kommt Else. Es war ein schweres Opfer, das ich brachte, it jahrelang zu missen. Doch ich mußte. Sie hat nun ihr Lehrerinnenexamen bestanden " Lebhaft erhob sie sich und trat an den Schreibtisch. Sehen Sie Elsen's Zeugniß. Kann man da als Mutter nicht stolz sein?" Er warf einen flüchtigen Blick auf den Bogen. Dann blickte er sie lange gedankenvoll an. Ich vermag mir das nicht vorzustellen: Sie als Mutter! Als Mutter einer erwachsenen Tochter." Mein Bübchen wäre noch ein Jahr älter, wenn es lebte," sagte sie leise. In einem Jahr verlor ich Mann und Kind." Und dann standen Sie ganz allein da?" Ja. Allein. Es war oft schwer für mich. Besonders im Anfang. Mein Mann hinterließ mir ja kein Vermögen. Und das kleine Kind ! Bis ich dann so nach und nach die Stunden erhielt. Und dann fing ich auch an, zu schreiben. So konnte ich doch meiner Else die Erziehung geben, welche ich für sie gewünscht." Seine Augen ruhten mit einem seltsam warmen Ausdruck auf ihr. Sie bemerkte es nicht. Sie spielte mit der Quaste des Sessels. Endlich sagte er leise und eindringlich, jedes Wort betonend: Ich bewundere Sie, Helene." Sie blickte lebhaft auf: Nicht diese Worte, mein Freund. Nickt dieser Ton. Es war meine Pflicht. Voilä tout. Und bitte," der Klang ihrer Stimme nahm etwas Kindliches, Rührendes an, nicht wahr, Sie lassen es Elsen nie merken, wie schwer es mir oft geworden, die Mittel zu ihrer Erzi:hung beizuschaffen. Sie empfindet so fein und ihre kurze Ferienzeit soll durch nichts getrübt werden. Dann muß sie ja ebenfalls hinaus in's Leben. Ich kann
nicht immer die Hand uder sie halten. Doch von diesen wenigen Tagen, welche sie bei mir verbringen darf, soll ein Schimmer auf die folgenden fallen, um auch die trüben Stunden, die grauen und sicher kommen solche zu vergolden." Walter Brand erhob sich. Die beiden hohen, schönen Gestalten nahmen sich prachtvoll nebeneinander aus. Leben Sie wohl, Frau Helene. Grüßen Sie Fräulein Else und sagen Sie ihr, daß ich sie beneide: um ihre Mutter." Noch lange, nachdem die Portiere hinter seiner schlanken Figur zusammengefallen, stand Helene auf derselben Stelle, die Hände verschlungen und blickte geradeaus mit einem suchenden, verträumten Ausdruck in den großen Augen. Und ein glückliches Lächeln spielte um ihren Mund. Dann nahm sie langsam die dicken Rollen, welche er ihr gebracht, das Honorar für ihren letzten Ronian. der in seinem Verlag erscheinen sollte, und verschloß sie imSchreiblisch. Helene Dahlen ging mit unruhigen Schritten auf dem Perron hin und her. Nun waren auch noch zwanzig Minuten Verspätung angesagt worden. Und sie vermochte ihre Ungeduld so wie so kaum mehr zu bemeistern. Sie merkte nicht, daß ihrer schönen, schlanken, blonden Erscheinung manch ein bewundernder Blick folgte. Sie dachte nur an ihr Kind. Und ihr Herz klopfte. Drei Jahre hatte sie Elsen nicht gesehen. Die weite, kostspielige Reise verbot ein häufigeresZusammenkommen. Else verbrachte ihre Ferien theils in der Ansialt selbst, theils bei Freundinnen in der Nähe. Und Helenens Stunden erlaubten es ihr nicht, auf länger die Stadt zu verlassen. Jetzt aber heute sollte sie ihr Kind wieder haben! Endlich ein fe?nes Rollen und Zischen. Immer näher kam es und näher. Mit brennendem Blick hingen Hele nens Augen an der vorüberfliegenden Wagenreihe. Fremde Gesichter schauten sie glcichgiltig an. Und da z, das war Else. Ein Taschentuch flatterte in der Luft: Mama! Mama!" Das lang entbehrte süße Wort.
Und doch berührte es Helene einen Moment sonderbar. Ihr schien, als höre sie Walter Brand's Worte: jjch kann mir das gar nicht vorstellen: Sie als Mutter." Ja, sie war die Mutter des großen, schlanken Mädchens, das dort aus dem Coupe sprang. Vier Kollis hielt sie schon in den kleinen, behandschuhten
Händen, ebenso viele wurden ihr noch von einer freundlichen Mitreisenden herausgereicht. Und dann stand sie hilflos inmitten ihrer Habe und lächelte Helenen entgegen, beinahe etwas verleqen. .n überströmender Mutterliebe schloß Helene das große Kind in die Arme. Hierauf winkte sie einem Gepäckträger, und dann schob sie Else vor sich her durch die drängende, aus- und einsteigende Menge. Als sie darauf in der Droschke saßen, brach Else in die Worte aus: Ach, Mama, wie schön bist Du!" Helene Dahlen wußte, daß sie schön war. Es wurde ihr oft gesagt. Sie achtete kaum mehr darauf. Doch die naive Bewunderung ihres Kindes trieb ihr eine feine, verschämte Röthe in's Gesicht. Und sie suchte in der Erscheinung Elsen's nach Ähnlichkeiten mit ihr. Aber sie fand keine. Else glich dem Vater. Dasselbe regelmäßige Gesicht, dieselben dunklen, lockigen Haare, dieselben braunen, lebhaften Augen. Etwas Knospenhaftes, Unentwickeltes in allem. Eine krankhafte Schulblässe auf den Wangen, schmale Hüften, schmale Brust und schlechte Haltung. Und die furchtbare, puritanische Einfachheit und Correktheit.in der Kleidung, das glatt nach hinten gekämmte, in einem Knoten zusammengepreßte Haar! Ein unscheinbares Persönchen, das von der schönen, trotz aller Einfachheit eleganten Mutter sichtlich abstach. Else war sich dieses Contrastes offenbar gar nicht bewußt. Sie plauderte unausgesetzt und lebhaft. Ach, Mama, wie ich mich auf Dich gefreut habe! Und wie ich mich auf die Ferien freue! Und nicht wahr, das Fest im Casino besuchen wir? Ich habe es schon allen meinen Freundinnen erzählt, daß ich einen Ball mitmachen werde." Helene Dahlen lächelte: Ja, Kind, wir gehen gewiß. Ich ließ mir schon mein blauseidenes Kleid richten. Und Du, Else, bekommst ein weißes, seidenes." . Das war die Ueberraschung, welche sie für ihr Kind hatte. Elfe fuhr mit einem Jubelschrei in die Höhe. Doch im selben Moment hielt der Wagen. Helenens Aufwärterin öffnete. Der Tisch stand gedeckt. Ueber der Thüre glänzte ein Willkommen". Und vom Büffett leuchtete es tiefblau herüber: Ein Korb herrlicher Veilchen. Der ist vorhin abgegeben worden," sagte die Frau. Else stand neugierig dabei, als Helene das Couvert öffnete. Von wem, Mama?" Walter Brand sendet herzlichen Willkommengruß! Mein Verleger, Else, der Herr, von dem ich Dir schon
osters gejchrleben.
Wie nett von dem Herrn Walter
Brand," rief Else, mit dem Korb im Zimmer umhertanzend. Es ist das
erste Mal. daß mir ein Herr Blumen
schickt! Kommt er nicht 'mal her, Mama, daß ich ihm danken kann? Oder muß ich schreiben?" Er wird kommen, Else. Bald. Er wird " in plötzlichem Erschrecken brach sie ab. Würde Else die Veilchen mit derselben jubelndenFreude begrüßt haben, wenn sie wüßte, daß ihre Mutter den Spender derselben liebte? Ja, Helene liebte Walter Brand. Mit der ganzen Kraft und Gluth ihrer Seele. Wie eine Sonne hatte diese Liebe die beiden letzten Jahre, seitdem sie ihn kennen gelernt, überstrahlt. Wie weg5Lwischt erschien ihr alles Schwere, rllbe, das sie erduldet, als seien sie nie dagewesen, die harten Erfahrungen, die sie gemacht bei den Menschen und in ihrer Ehe. Denn sie war nicht glücklich gewesen. Es war jetzt immer eine stille Glückseligkeit, ein inneres Leuchten in ihr. wie ein seliges Denken, daß nun doch noch, doch noch das Glück zu ihr trat, der Glücksarmen denn sie fühlte mit jedem Tage deutlicher, daß sie Macht über Walter Brand gewann, eine süße, zwingende Macht. Er zählte einige Jahre weniger als sie. Aber Helene fühlte, sie vermochte ihm d i e Liebe zu geben, die er fordern
konnte! Sie suhlte sich jung und glücksfähig. Jetzt mehr als je. Und in diesem Glücksrausch hatte sie ihr Kind vergessen. Ihr Kind, dem sie einen zweiten Vater geben wollte. Zieh' Dich aus, Else, wir essen gleich," sagte sie tonlos. Am nächsten Tage kam Walter Brand. Helene empfing ihn allein. Else war ausgegangen. Else ist gestern eingetroffen," sagte sie. Sie hat sich sehr über Ihre Veilchen gefreut." Hörte ich nicht einmal, es feien Ihre Lieblingsblumen?" fragte er. Helene durchrieselte ein süßes Glücksgefühl. Er sandte der Tochter die Blumen, die Mutter meinte er. Doch dann überfiel sie wieder eine plötzliche Angst. Walter Brand ging so ruhig, so gleichgiltig über des Mädchens Ankunft hinweg. Für ihn exi stirte Helenens Tochter noch nicht in
Wirklichkeit. Sie war noch em Schemen für ihn das weitentfernte Kind, von dem er manchmal lächelnd ein Briefchen las und dem er einmal Bonbons geschickt aber nicht das große Mädchen, ihr Kind, das unlöslich mit ihr verbunden Ihre Augen hingen an feiner jugendlich schlanken Figur, an seinem männlich schönen Gesicht und fast
qualvoll, wie eine Schuld fühlte sie, j daß sie in diesem Moment wünschte, ihm Elsen nicht zeigen zu müssen, daß in diesem Moment das Weib, das liebende Weib, die Mutter in ihr zurück-drängte.
Sie fürchtete sich vor ihrem Kinde,
das sich neben sie stellen konnte, mit seiner knospenden Jugend dem geliebten Manne zum Bewußtsein bringen
konnte, daß Helenes Jugend, die ihre Schönheit ihm noch vortauschte.eigentlich schon hinter ihr lag. Und Helene zitterte vor dem Gedanken, Else könne zurückkehren. Noch ein Aufschub noch eine kurze Frist
Da trat Else em. Verlegen blieb sie an der Schwelle
stehen und blickte Walter Brand mit ihren großen, feuchtschimmernden Kindcraugen an. So schlank und unbehalfen stand sie dort, trotz ihrer neun-
zehn Jahre, in ihrem verwaschenen.
grauen Schulkleid.
Komm her, Else." sagte Helene
müde. Das ist Herr Brand. Nun kannst Du ihm danken." 4
Walter Brand erhob sich lächelnd. Haben die Veilchen Sie ein wenig
erfreut, mein Fräulein?"
Blitzartig strahlten ihre Augen aus: Aber furchtbar es sind die ersten Blumen, die mir jemals geschickt wurden. Ich danke Ihnen auch sehr.
Herr Brand!"
Ihre naive Freude schien ihn zu
amüsiren. Er fragte noch verschiedenee, nach der Schule, nach ihrem Le-
ben, aber Elie blieb einsilbig. Nur
ihre lebhaften Augen bekundeten, daß sie dem Gespräche Brand's mit ihrer Mutter folgte. Dann kam Elsen's Koffer und sie verschwand eiligst mit einer linkischen Verbeugung.
Helene sah Walter Brand an. Er lächelte. Ein Knöspchen. das sich bald zur
Blüthe entfalten wird," sagte er. Die
Mutter wird es aber nicht erreichen. Sein Blick umfing sie brennend. In Helene jauchzte es auf. Jetzt wußte sie, daß es in ihrer Macht stand, ihn für immer zu halten. Wie alt ist Herr Brandt?" fragte Else unvermittelt, nachdem er gegangen. Er zahlt sechsunddreißig Jahre." Also nicht viel jünger," sagte das junge Mädchen gedankenvoll. Helene wußte, was sie meinte. Jünger als sie. Es zog sich in ihr etwas schmerzlich zusammen. Else umfaßte die Mutter und drängt? sie vor den großen Pfeilerspiegel. Sie lehnte ihr braunes Gesichtchen an die weiße Wange Helenens und musterte aufmerksam die beiden Gestalten. Es war etwas Wehes in ihrem Blick, als sie zurücktrat. Wie schön Du bist, Mama. Und ich wie häßlich!" Aber sie sollte nicht häßlich sein. Helenens Kind sollte nicht häßlich sein. Helene wollte es nicht und begann ihr Verschönerungswerk. Unter JhrenHänden gewinnt Alles Leben," hatte Walter Brand einmal gesagt. Unter ihren Händen warf das unscheinbare Persönchen allmälig die graue Hülle ab. Helene fuhr mit Elsen zur Schneiderin. Sie besaß ein ungemeines Talent, sich mit geringen Mitteln geschmackvoll zu kleiden, und verwandte dies nun zu Elsens Gunsten. Sie ordnete das herrliche Haar des Mädchens jeden Morgen selbst modern und kleidsam, und der Einfluß ihrer Persönlichkeit wurde bald an dem Wesen der Tochter bemerkbar. Walter Brand war verreist gewesen. Als er nach dreiwöchiger Abwesenheit wieder zu Helene kam, verbeugte ' er sich vor Elsen wie vor einer Fremden. Ihr fröhliches Lachen ließ ihn seinen Irrthum erkennen. Das Knöspchen hat die Hüllen abgestreift," sagte er zu Helene, als Else für einen Moment das Zimmer derlassen. Sie erwiderte nichts. Sie saß mit verschränkten Händen am Kamin und blickte in die Gluth. Draußen fiel Flocke auf Flocke auf die Blüthenpracht
der Baume. Walter Brand erhob sich und trat hinter Helene. Wann darf ich endlich einmal sprechen, Helene?" flüsterte er erregt. Wann werden Sie diese Reservirtheit, diese Zurückhaltung aufgeben? Wann darf ich Ihnen sagen, daß " Eine plötzliche Angst befiel Helene. Nicht heute nicht jetzt," bat sie flehend. Haben Sie Geduld, mein Freund nur noch eine kurze Weile. Elfe kann jeden Augenblick hereinkommen. Und sie weiß, sie ahnt noch gar nichts " Mit finster zusammengezogenen Brauen trat Walter Brand zurück. Der Blick, mit dem er das junge Mädchen maß, war kein freundlicher. Else trug Teller und Bestecke. Flink und graziös, wie sie es in der Anstalt gelernt und geübt, deckte sie den Tisch zum Abendessen. Jede Spur von Schüchternheit und Linkischkeit schien bei dieser hausfraulichen Thätigkeit von ihr abgefallen. Walter folgte ihrer geschäftig abund zugehenden, biegsamen Gestalt mit den Augen und sein Blick wurde freundlicher. Else plauderte unqenirt und heiter. Sie ging schlagfertig auf seine Neckereien ein und ihr silberhelles, junges Lachen vertrieb . die letzten Schatten von seiner Stirn. Unbewußt empfand er, daß es heute trauter.' fcübfdb war. als es sou.it au
,vc,en, wrnn er Irenen allein gegenüber gesessen.
Die schone Frau war stets aeistvoll
und anziehend, doch das frische, unbe-
sangene, kindliche Geplauder des zungen Mädchens wirkte wie ein Trunk aus einem Bergquell auf ihn. Wie hübfch die Kleine aussah in dem in weichen Falten herabfallenden Haus-
kleid, das ihre noch zarte Figur kraf-
tiger und voller erscheinen ließ. Sein Auge wanderte von Mutter zu Tochter.
Die Schönheit der Mutter würde
Else nie erreichen. Diese fascinirende,
eigenartige, blonde Schönheit war ihr versagt.
In Helenens Alter würde sie viel-
leicht schon eine verblühte Erscheinung sein. Aber eben schmückten sie noch die verheißungsvollen Reiz: der Knosve. helenens Alter
Wie viele Jahre zählte die schone
Frau überhaupt? Er wußte es nicht.
Er hatte nie danach gefragt. Heute
zum erstenmal kam ihm der Gedanke.
Heute sah er auch zum erstenmal em
paar Faltchen an denSchlasen der Ge-
liebten. Gut conservirt."
Das häßliche Wort ließ ihn nicht
mehr los. Es verfolgte ihn auf dem
Heimweg bestandig. Und als er sich
am nächsten Morgen erhob, klang es ihm wieder vor den Ohren. Gut conservirt. Gut conservirt!"
Zum Teufel wie kam er nur da-
rauf?
Um sich selbst wieder in's Gleichae-
wicht zu bringen,' ging er Nachmittags
zu Helene. Die Aufwarterin führte den ihr Bekannten ohne weiteres in's
Wohnzimmer.
Bei seinem Eintreten erhob sich Elie
hastig vom Fensterplatz. Gluthüber-
gössen stand sie vor ihm.
Mama ist ausgegangen sie hat
Stunde." sagte sie verwirrt.
Er suhlte, er mußte eigentlich gehen. Aber ein innerlicher Zwang trieb ihm
die Worte auf die Lippen:
Und Sie weisen mich hinaus.Fraulein Else? Oder darf ich einen Moment bleiben?" Ihre reinen Kinderaugen blickten ihn klar und offen an. Dieser Blick traf ihn in die Seele.
Es lag etwas unendlich Unschuldiges,
Vertrauendes in diesem Blick, etwas, das viel Gutes, längst Vergessenes in seiner Brust neu aufleben ließ, viel gute, schöne Gefühle aus feiner ersten Jugend. ' Warum sollte ich Sie hinausweisen?" fragte Else. Sie sind doch Mamas Freund?" Und der Ihrige ebenfalls. Und eben so warm." Der meinige? O, ich glaube, mich kann man nie so lieben wie Mama," entgegnete sie voll Ueberzeugung. Mama ist so viel klüger und schöner als ich." Sie sind auch noch jünger, Fräulein Else, und für Ihr Alter klug genug." Else erröthete. Er beobachtete amüsirt und doch fast mit Rührung, wie ihr. die leuchtende Farbe bis unter ihr kruuses Stirngelock stieg . und sogar das kleine Ohr färbte. Wie jung," dachte er, und wie unschuldig." Heute erhielt ich Nachricht." sagte sie plötzlich unvermittelt. Ich habe die Lehrerinstelle bei dem Baron bekommen. Denken Sie, das Glück!" Wie viele Kinder?" Drei Knaben und zwei Mädchen. Der Baron schrieb, sie seien zwar sehr verzogen. Doch ich fürchte mich nicht." Mit einem strahlenden, hoffnungsfrohen Blick sah sie ihn an. Das hielt das junge Geschöpf für ein Glück: Fünf verzogene, fremde Kinder, welche die arme Gouvernante peinigen und plagen würden und sechshundert Mark im Jahr. i23 Dies schmächtige, schwache Kind und mußte so bald hinaus in den Lebenskampf Ein inniges Mitleid ergriff ihn. 'Denken Sie sechshundert Mark!" begann Else wieder. Nun braucht die arme Mama nicht mehr so viel Stunden zu geben, da ich nichts mehr koste. O, ich bin so froh!" Sonnenstrahl!" fühlte Walter Brand. Kleiner, warmer, belebender Sonnenstrahl!" Und er dachte, daß der Mann zu beneiden wäre, der sich diesen kleinen Sonnenstrahl für sein Haus einfangen würde. (Schluß folgt.)
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