Indiana Tribüne, Volume 27, Number 1, Indianapolis, Marion County, 24 August 1903 — Page 6
Indien, Tribüne, 2l. August 1903.
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Europäische Nachrichten.
Provinz 'KZrcrndenvurg. Berlin. Aus dem dritten Stock gesprungen ist während eines Streites zwischen ihrer Mutter und ihrer Herrschaft das 16 Jahre alte Dienstmädchen Elfe Schröder, das bei dem Kaufmann Bloch in der Treskowerstraße 60 in Stellung war. Sie war sofort todt. Der 12jährige Sohn des Tischlers Otto Grummach aus der Wallstraße 29 ist ertrunken. Der Knabe angelte auf den der Fischerinnung gehörenden Ständen in der Straße Neu - Kölln a. Wasser. Er hatte sich zu weit nach vorn hinübergebeugt und stürzte köpfüber in's Wasser. Fabrikant Nud. Koeppen feierte sein Löjähriges Jubiläum im Ehrendienst der Stadt als Mitglied der 63. Armencommission. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar im Namen des Magistrats durch den Vezirksvorsteher, Bankier Karl Loeser, sowie durch die Armencommissicn Adressen überreicht. Der 30 Jahre alte Schutzmann Leo Waslewski aus der Adolfstraße 10 beging Selbstmord durch Erhängen. Er war erst seit dem November v. I. verheirathet. Einen tödtlichen Absturz erlitt der 22jährige Arbeiter Albert Kurland aus der Prenzlauer Allee 17. Er war in der Kielerstraße 22 beim Abnehmen eines Gerüstes beschäftigt und stand auf einem Fensterbrett des vierten Stockwerkes. Wahrscheinlich hat er den Riegel, in den eine Leiter eingehakt war, zu früh gelöst, so daß er von der herabfallenden Leiter mit in die Tiefe gerissen wurde. In der Wohnung der Mutter erschossen hat sich in der Trunkcnbeit der 28 Jahre alte Arbeitn Paul Witt aus der Florastraße 20 zu Pankow. Britz. Barbiergehilfe Vogel und der Arbeiter Hoffmann geriethen in einem Schanklocal mit dem Glasergehilfcn Korolewski in Streit, wobei letzterer sich eines Messers bediente. Hoffmann wurde am Arm verletzt, Vogel erhielt Stiche in die Brust und Gurgel, woran er starb. Der Thäter wurde verhaftet. Charlottenburg. Die 30 Jahre alte Frau des Elektrotechnikers Paul Pleitz unternahm in dem Hause Kaiser Friedrichstraße 76 einen Mordversuch auf ihren Ehemann. 'DaSZusammenleben' war nicht besonders glücklich, weil die Frau den Mann mit Eifersucht plagte. Müncheberg. Der bis dahin älteste Einwohner unserer Stadt, der Maurerpolier Johann Henschel, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Er war 1807 in Küstrin geboren. Rathenow. Ein heftiges Schadenfeuer brach in der Havelstraße aus. Es entstand auf dem Boden des Kaufmann Babenzien'schen Hauses. Dle dort lagernden Colonialwaaren wurden ein Raub der Flammen. Der ganze Dachstuhl brannte lichterloh und bald darauf stand auch das Dach des benachbarten Hauses No. 27 in hellen Flammen. Beide Häuser brannten bis zum Erdgeschoß nieder. Schlachtensee. Das langjährige verdiente Vorstandsmitglied des lnesigen Ortsvereins, Decorateur Ernst Eeiffert, Albrechtstraße, feierte mit seiner Ehefrau Martha, geb. Ackermann, das Fest der silbernen Hochzeit. Senftenberg. Menagerie-Be-sitzer Mali wurde von einem Bären angefallen, der ihm die Haut vom Kopfe herunterriß und beide Hände zerfleischte, so daß der Tod des Unglücklichen in wenigen Augenblicken eintrat. Wilmersdorf. Wildhändler Michael Müller feierte mit seiner Gattin Marie die silberne Hochzeit und zugleich das 25jährige Geschäfts - Jubiläum im Kreise seiner sieben Kinder. Provinz Hslprcußcn. Königsberg. Kaufmann Bicr.ko feierte mit seiner Gattin das Fest der diamantenen Hochzeit. Der Jubilar war langjähriger Stadtverordnctcr. A l l e n st e i n. Stationsdiätar Heber sprang auf dem hiesigen Hauptbohnhofe nach Abfertigung der Gütersendung aus dem nach Thorn abgehenden Güterzug und fiel nieder. Die Räder des Zuges rissen ihm das Fleisch vom Arm bis auf die Knochen und drückten ihm den Schädel ein. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er nach dem Krankenhause gebracht. Sein Zustand ist hoffnungslos. Grüneberg. Gutsbesitzer Denzer hat seinem Leben dadurch ein Ende bereitet, daß er in einen Wassertümpel cuf seinem Gute ging, sich dort stark erkältete und sofort danach in seiner Stub'e an einem Herzschlage starb. Ein vorher an seine Wirthin geschriebener Brief meldete dieser seinen Entschluß, freiwillig zu sterben. Familienzwist wegen Erbschaftsangelegenheiten sowie die Sorge, um den Verkauf des Gutes sollen den allgemein geachteten, 53jährigen Mann, der unverheiratet war, in den Tod getrieben haben. Hohen st ein. Der hiesigen Post wurden durch einen Einbruchsdiebstahl 14,000 Mark entwendet. Die Spitzfculcn drangen durch den Keller ein, erbrachen das Schalterfenster, nahmen jene Geldsumme, stärkten sich durch Wein und verschiedene Speisevorräthe, du sie im Keller fanden, und suchten dann das Weite. Lenkutschen Auf dem Gehöft des Besitzers Bauszus brach Feuer aus, welches sehr schnell um sich griff und in
kurzer Zeit die sämmtlichen Vaulichkei-
ten einäscherte. M e m e l. Neun Zöglinge der Erziehungsanstalt des Geheimen Regierungsraths Schröder badeten unter Aufsicht des Hausvaters im König Wilhelm - Canal. Plötzlich klammes ein Zögling, Franz Baranowski, der nicht schwimmen konnte und der wahrscheinlich ein Untergehen befürchtete, sich an einen anderen, Friedrich Lehmann, der schwimmen konnte, fest, und beide Knaben verschwanden vor den Augen der Mitbadenden Und des Hausvaters in kr Tiefe. O r t e l s b u r g. Arbeiter Diedzek von hier stürzte von einem Neubau und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus starb. Puppen. Der beim Kirchenbau Hierselbst beschäftigte Elias aus Osterode ertrank beim Baden in dem dortigen See. W o r m d i t t. Die Wohngebäude des Sattlermeisters Rockel, des Ackerbürgers Anhuth und des SchuhmacherMeisters Ruhnau und dre! Stallgebäude brannten nieder. Die Bewohner des Rockel'schen Hauses, in welchem das Feuer auskam, konnten nur ihr nacktes Leben retten. T'ror,iz Westpreußen. D a n z i g. Dem Oberstleutnant a. D. Haape, bisher Commandeur des hiesigen Landwehrbezirks, ist derRothe Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife verliehen worden. Uhrmacher Kammerer feierte sein 25jähriges Jubiläum als Vorsitzender des HirschDunckerschen Ortsvereins der Maschi-nenbau-und Metallarbeiter. Aus diesem Anlaß wurden ihm mancherlei Ehrungen erwiesen und ein Ehrengeschenk überreicht. Bethkenhammer. Die Frau des Vogts Gramenz, welche auf einem hoch mit Heu beladenen Wagen saß, siel infolge plötzlichen Anziehens der unruhigen Pferde so unglücklich von oben herab, daß sie dasNückgrat brach; in das hiesige städtische Krankenhaus gebracht, erlag sie ihren Qualen. D i r s ch a u. Den Schneidermeisier Julius Klein'schen Eheleuten hierselbst, welche ihre goldene Hochzeit feierten. ist ein kaiserliches Geschenk von 30 Mark bewilligt worden. G r a u d e n z. Für 40jäl?rige Thätigkeit als Hebamme ist der verwittweten Frau Auguste Zahrbock, Langestraße 15, von der Kaiserin die goldene Brosche verliehen werden. Erster Bürgermeister Kühnast überreichte in Gegenwart des Vorstandes des Hcbammenvereins die Auszeichnung und überbrachte zugleich im Auftrag der Stadt eine Anweisung auf 30 Mark. Frau Zahrbock hat im Laufe der 40 Jahre fast 3000 Kindern zum Leben verholsen. Marzdorf. Im Brausee ertrank der Häusler Franz Garske. Er wollte Enten vom See holen, hat beim Schwimmen jedenfalls einen Herzschlag erlitten und verschwand vor den Auaen mebrere Zuschauer, tron sofortiger Rettungsversuche. Garske hinteriVfet seine Frau und sunt unversorgte Kinder. N e u m a r k. Dem Stadtkammercr Langer wurde der Kronenorden 4. Klasse verliehen. P u n i a. Dem Kaufmann Emil Bacho, welcher im Winter mit eigner Lebensgefahr auf dem Eise des Putziger Wieks eine Person vom Ertrinken aerettet hat. ist die Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. P u tz r g e r - H e r st e r n e st. Drei Fischer fuhren zum Fischfange auf die ziemlich bewegte See. Das eine Boot kenterte; zwei der Insassen hielten sich am Boot fest, bis sie gerettet wurden, wäbrend der 20 Safire alte bischer Kohnke, der in diesem Jahre zum Dienst bei der Manne eintreten wollte, ertrank. Schwetz. Dem Kreisausschußsekretär Lietz ist der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden. Z o p p o t. In einem Anfalle von Schwermuth erschoß sich in ihrerWohniinq die Landschaftsmalerin Fräulein Kolbe. Provinz sommern Bahn. Der 21jährige Fuhrmann Brandenburg machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. G o l l n o w. Dem Kultusbeamten bei der hiesigen jüdischen Gemeinde. Silberstein, ist aus Anlaß seine 50jährigen Dienstjubiläums der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden. Der Orden wurde ihm durch Bürgermeiste? Dr. Vigelius überreicht. K a s n e v i tz. Die Gärtnersfrau Ewert verlor, als sie einen Korb mit Wruckenpflanzen in einem Graben waschen wollte, das Gleichgewicht, so daß sie mit dem Oberkörper ins Wasser stürzte. Da der Untergrund ' sehr moorig ist, hat die Verunglückte sich nicht wieder hochrichten hönnen und so ihren Tod gefunden. Kolberz. Bei einem Sturm, welcher plötzlich einfetzte, schlug das Boot der Fischer Gustav Radmer und Emil Kist. welche sich auf See befanden, um. Radner konnte sich am Schwert de,Z Bootes anklammern und wurde von dem FischerPrey gerettet, während der 20jährige Kist seinen Tod in den Fluthen fand. K l ö tz i n. Bei einer Schlägerei zwischen Arbeitern erlitt hier der Arbeiter Gustav Poppe aus Gülzow derartige Kopfverletzungen, daß er daran starb. Eine Gerichtscommission bat ven yatdesiano festgestellt. Die Thäter sind drei verheirathet? Arbeiter.
V o l l n o w. Gutsförster ??rik
Heldt - Vettrin erschoß durch fahrlässige Handhabung der Schußwaffe den 28jährigen Gustav Gutzmann, der bei seinem Vater, dem städtischen Förster gutzmann, zu Forsthaus Mlssenhof im Stadt - Oberwalde, als Hilfsjäger thätig war. S t o l p. Auf der Feldmark des Gutes Starnitz hatten Mäher aus Anlaß eines Geburtstaaes nach beendiater Arbeit im Wäldchen zwei Fässer Bier aufaeleat und Schnavs äebolt. Zur Erprobung ihrer Kräfte begannen Jasske. der semen Geburtstaa feiernde Arbeiter, und der Eigenthümerlohn Gowitzke einen Rmgkampf. Darüber kam des letzteren Vater, der Eigenthümer Hermann Gowitzke aus (-tarmtz, hinzu. Ohne weiteres ergriff er die Sense seines Sohnes und schlug mit dem stumpfen Ende auf den Kopf des Jaffke ein, und zwar mit solcher Wucht, daß der Schädel zertrümmert wurde. Blutüberströmt stürzte Jaffke nieder; in wenigen Augenblicken trat der Tod ein. Der alte Gowitzke begab sich nach der That in seine Wohnung, wo er verhaftet und dann gefesselt ins hiesige Gerichtsg:fängniß abgeliefert wurde. Der Erfchlagene ist 30 Jahre alt, verheirathet und Vater eines Knaben. W a n g e r i n. Der 24 Jahre alte Knecht Radünz in Alt - Starkow war mit einem Pferde auf dem Gestüt zu Labes gewesen. Bei dieser Gelegenheit wurde er von dem Pferde gegen den Kopf geschlagen, was seinen Tod zur Folge hatte. Z a m o w. Bauernhofbesitzer Mels war mit Heueinfahren beschäftigt und saß auf einem hohen beladenen Wagen. als die Pferde scheuten und Mels vom Wagen geschleudert wurde, unter die Räder gerieth und derart übersahren wurde, daß er auf der Stelle todt war. 'F'rc.Vittz Sctzros,vig-Kcrsteln. Altona. Ihre goldene Hochzeit feierte das in der Adolphstraße wohncnde Ehepaar, Arbeiter Joh. Heinr. Elvert und Frau Johanna Maria Adelh. Elvert, geb. Lütje. Dem greisen Jubelpaar, das sich verhältnißmäßig noch guter körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische erfreut, wurde seitens des Pastor Mariens im Auftrage des Königs ein Ehrengeschenk von 30 Mark überreicht. Friedrichskoog. Hofbesitzer Mohr, welcher beim Abbruch seines Hauses mitbehilflich war, wurde von herunterstürzenden Bautrümmern derartig getroffen, daß er auf der Stelle getödtet wurde. Der Verunglückte, dessen Frau erst im vergangenen Winter gestorben ist, hinterläßt acht Kinder. G r i e b e l. Auf der zum großherzoglichen Hausfideicommiß gehörigen Voßbergshufe (Pächter Hafe) sind Wohnhaus, Scheune und ein Stallgebäude abgebrannt. Als EntstehungsUrsache wird Brandstiftung gemuthmaßt. H o l l i n g st e d t. Der 2jährige Sohn des Briefträgers Pape. ertrank in einer Tränkgrube. I tz e h o e. Gastwirth Hugo Schnell nebst Familie feierte das 100jährige Bestehen der ihm gehörigen Gastwirthschaft. Ter Großvater von dem jetztgen Besitzer hatte dieselbe genau 40 Jahre, der weitbekannte Vater, Chr. Schnell, 50 Jahre im Besitz, gewiß eine lange Zeit in zwei Generationen. Da Hugo Schnell noch sehr jung ist, wird er seine Vorväter an Seßhaftigkeit vielleicht noch übertreffen. Kiel. Dem AmtsgerichtsrathPaulsen wurde der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Dem Bootsmannsmaaten Utz vom Schulschiff Cbarlotte" wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Der dreijährige Sohn des Cigarrenhändlers Neuhaus gerieth an der Klinik unter einen Motorwagen der elektrischenStraßenbahn und wurde getödtet. Neumünster. Selbstmord durch Trinken von Salzsäure beging der in der hiesiqen Eisenbahn - Hauptwerkstatt beschäftigte Schmied Thilo, ein 57jähriger Mann. Es sollen sich schon seit längerer Zeit Anzeichen von Schwermuth bei dem Manne gezeigt haben, die darauf zurückgeführt werden, daß er sich über den Ankauf eines neuerdings von ihm erworbenen eigenen Hauses Sorgen gemacht hat. Er hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Leichtabgeholfen. Sie halten um die Hand meiner Tochter an? Die weiß ja noch gar nicht, was Liebe ist!" Haben Sie denn kein Con-versationsl.-zikon?" Ä i e b i l l i g st e R o u t e. Wo reist man am billigsten?" Auf der Strecke Genf Belgrad." Wieso?" Da ist König Peter von Serdien jüngst für eine Krone qefahren." T r e u e L i e b e. Denk' Der, Aaron, Papa hat gemacht Bankerott! Werst Dr mer jetzt auch noch nehmen?" .Jetzt erst recht!" Wie fain und edel!" Deinen Papa, den kennt mer!" E i n P e s s i m i st. Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?" O ja, meine Gnädige! Denn sonst, wenn man sich die Sache näher betrachten wollte, würde man sich nicht so leicht verlieben!" Jdeen-Association. Eduard, nachdem Du das Dach des Thurmes an unser'm Landhause hast neu decken lassen, könntest Du mir eiaentlich auch einen andern Hut kau-sen!"
Cin Hkirathsvcnnittter aus der guten alten" Zeit.
Als im Jahre 1830 die Cholera in Kassel und Umgebung wüthete und zahlreiche Opfer forderte, wurden auch in dem bei dem Stammsitze des Herrn v. N. gelegenen Torfe außer einigen Frauen und Kindern vier kräftige Männer von der Seuche hinweggerafft. Da die letzteren von Jugend auf auf dem Nittergute gearbeitet hatten, wofür ihnen nebst ihren Angehörigen ein auskömmlicher Lebensunterhalt zu Theil wurde, so fiel nach dem Herkommen die Fürsorge für ihre Hinterbliebenen der Gutsherrschaft anheim. Eines Tages nun ließ Herr v. N. die vier Wittwen in sein Geschäftszimmer bescheiden und hielt dort folgende Anspräche an sie: Euch ist es schlimm ergangen, und es thut mir aufrichtig leid. Hier erhält jede von Euch fünf Thaler Schmerzensgeld, und ich will auch ferner für Euch sorgen, Euch auch vorläufig den Viehsiand und die Feldstücke belassen. Toch stelle ich eine Bedingung dabei, und die muß pünktlich befolgt werden: Wer von Euch bei Ablauf des Trauerjahres sich nicht wieder einen ordentlichen, gesunden, fleißigen und nüchternen Mann anschafft, der haue ich eigenhändig die Jacke voll, und Ihr wißt wohl, was das zu bedeuten hat! Nun könnt Ihr gehen!" Tiefe seltsame Heirathsvermittlung hatte den besten Erfolg. Denn kurz nach Ablauf des Trauerjahres erschienen die vier Wittwen wieder im Zimmer des Gutsherrn und stellten ihm ihre Auserwählten vor. welche den von ihm gestellten Anforderungen entsprachen, so daß er die Einladung zur Hochzeit freundlich entgegennahm und auch einen entsprechenden Beitrag zu den Kosten derselben in Aussicht stellte. Stichhaltiges Argument. In einem aufstrebenden schwäbischen Luftkurorte stand vor nicht langer Zeit eine wichtige Frage auf der Tagesordnung des Gemeinderathes: die Errichtung einer städtischen Badeanstalt. Die Gasthofbesitzer und Inhaber von Pensionen hatten lebhaft dafür agitirt, und Alles in dem Städtchen, was sich von Fremden nährte," wünschte die Ein richtung. Aber die weisen Väter der Stadt bedachten nicht nur die Annehm lichkeiten einer solchen Errungenschaft, sondern sahen sich pflichtgemäß die Sache auch von der Kehrseite an: eine Badeanstalt kostet eben Geld und :n diesem Falle sollte sie nicht wenig kosten. In der entscheidenden Sitzung des Gemeinderaths erhub sich nun cin lebhaftes Für und Wider der Memungen: den Sparsamen gegenüber, die die Hand auf den Stadtsäckel halten wollten, machten die Neuerer geltend, daß der Bau eines Bades nicht nur die Anziehungskraft des Luftkurortes verstarke und somit vortheilhaft sei, son dern auch im gesundheitlichen Interesse der Bürgerschaft liege, die ja an den Wohlthaten des Bades theilnehmen könne. Schon schien der Sieg der Modernen" gesichert, da erhob sich der Senior des Gcmeinderathes, ein ehrwürdiger Greis im Silberhaar, und sprach: Ihr Herra, i bin funfund siebzig Jahre alt und immer gsund gwea, und i hab mei Lebtag kei Bad gnomma!" Diese Worte des alten .nerrn verfehlten ihren Eindruck auf die Versammelten nicht: mit erheblicher Mehrheit wurde der Antrag der Neuerer abgelehnt. Tie gepeitschten Negerinnen. Von dem verstorbenen Direktor des Kolonialamts, Dr. Kayser, erzählt man sich eine scherzhafte Geschichte. Kayser begab sich bei einem Aufenthalt in Hambürg mit einem Sekretär der preußischen Gesandtschaft und mit dem früheren Leiter des Hamburg. Korrespondeuten," Rosazin, in ein Hamburger Varietetheater. Rosazin hatte Zeit gefunden, in das Inserat des Programms des Theaters in einem Ezemplar des Korrespondenten" eine Stelle einrücken zu lassen, daß den Schluß der Darstellung die Durchpcitschung von Negerinnen aus Kämerun bilden solle. Dieses Durchpeitschen stand zu jener Zeit in Folge der Fälle Wehlan und Leist im Vordergrund der Diskussionen, namentlich wurde Keyser sehr damit geplagt. Mit Entrüstung las Kayser das Programm und sah mit ängstlicher und steigender Spannung dem Schluß der Vorstellung entgegen, wo die verhöhnende Szene vorkommen sollte. Tie Negerinnen erschienen in der That, aber nur zu einer feierlichen Parade. Ein Blick auf seiuen Nachbar überzeugte Kayser, daß er gefoppt worden war, und er war freien Geistes genug, um über den ihm gespielten Streich herzlich zu lachen. Tcr zcrstrrutc Professor. Ein schottischer Professor wurde eines Tages in dringenden Geschäften aus seinem Bureau gerufen und klebte an seine Thüre eine Notiz des Inhalts, daß er um drei Uhr wieder kommen werde. Zufällig wickelte sich aber das Geschäft schneller ab, als er gedacht hatte und so kam es, daß er bereits um drei Viertel zwei Uhr zurückkehrte. Als sein Auge auf die an seiner Thür klebende Notiz fiel, blieb er einen Moment stehen und las sie durch. Tann, nachdem ihm der Inhalt derselben gründlich zum Bewußtsein gekommen war, setzte er sich auf die Treppe und wartete geduldiz bis drei Uhr. -
An einem Kraftwagen
für den deutschen Kaiser wird seit längerer Zelt auf der Kruppschen Ger.maniawerft zu Kiel gebaut. Prinz Heinrich hatte zuerst eine Dampfmaschlne sur einen Kraftwagen dort bestellt und jetzt hat auch der Kaiser eine solche Maschine für sich bestellt. Außerdem stellt die Werft einen Kraftwagen für eigene Rechnung her. Die Wagen werden unmittelbar durch Dampfkraft getrieben; der Dampf wird mittels Oelheizung erzeugt. Prinz Heinrich ist bereits im Besitz eines derartigen Kraftwagens, mit dem er häufig den Weg zwischen Kiel und seinem Sommersitz Hemmelmark zurücklegt und gelegentlich auch längere Reisen ausführt. Der gesammte Stadttheil Psyrri in Athen befand sich unlängst in hellem Aufruhr, weil die neunjährige Helenitza mit einem 25jährigen jungen Mann verheirathet werden sollte. Wirklich faß das Mädchen ganz würdig auf dem Sofa, mit Orangenblllthen und dem Brautschleier geziert, in Erwartung des Popen, der zur Vollziehung der Trauung gebeten war. Als aber der Pope erschien, weigerte er sich trotz des Erlaubnißscheins des Metropoliten, seines Amtes zu walten. Man begab sich deshalb zum Metropoliten selbst, der die Trauung nochmals gestattete, aber rieth. die Feier Nachts zu veranstalten, wenn die Neugierde der Nachbarn nicht störend eingreifen könne. So geschah, es, und wirklich wurde das neunjährige Mädchen unter allen Ceremonien seinem Auserwählten ehelich vi:rbunden. Eine verwegene Flucht aus dem Gefängniß unternahm cin Deserteur vom Infanterie - Regiment No. 66 in Magdeburg. Der Soldat, Musketier Packebusch, hatte sich von seinem Truppentheil heimlich entfernt und verborgen gehalten, bis man ihn endlich in voller Uniform auf dem Bahnhof zu Bismarck festnahm und in das Polizeigefängniß brachte. Als aber ein Aufseher einige Stunden später die Zelle betrat, war sie leer: Packebusch war ausgebrochen. Er hatte den Ofen eingerissen und war durch die Schornsteinöffnung in den Hausflur gekrochen. Hier nahm er den dort hängenden Schlüssel, schloß die Thür auf und gelangte ungehindert in's Freie; er schloß nun das Gefängniß wieder zu und nahm den Schlüssel mit. Der Deserteur promenirte dann frei und frank, eine Cigarre im Munde, durch die Stadt. Die Polizei suchte nach dem Ausbrecher, und als sie seiner ansichtig wurde, begann eine wilde Jagd hinter ihm. Packebusch lief querfeldein, wurde endlich gestellt, überwältigt und gefesselt. Uebereinen S ch i f f s u nfall auf dem Baikalsee wird berichtet: Vor einigen Tagen wurde der Dampfer Baikal", welcher den Verkehr über den Baikalsee vermittelt und dcm russischen Ministerium der Wegebauten gehört, durch starken Sturm bei dichtem Nebel aus dem Kurs getrieben und gerieth auf eine Sandbank. Das Transportschiff sollt? u. a. einen Eisenbahnzug mit Passagieren und Waaren nach der Bahnstation Myssowa befördern. Als der Dampfer auflief, erfolgte ein so gewaltiger Stoß, daß die Reisenden arg durcheinander geworfen wurden. Es entstand eine allgemeine Panik, und als der Ruf: Wir sinken!" ertönte, stürzte-i die erschreckten Passagiere mit Weinen, Händeringen und Schreien auf Deck. Glücklicherweise kam bald der Dampfer Angara" zu Hülfe, nahm Personen und Gepäck auf und brachte die Schiffbrüchigen glücklich nach Myssowa. Der Sturm wurde inzwischen immer heftiger und der Nebel immer dichter, so daß andere Dampfer dem Baikal" nicht zu Hülfe kommen konnten. Erst nach 48 Stunden, als sich der See ein wenig beruhigt hatte, vermochte man das aufgelaufene Niesenfahrzeug mit seinen 50 Eisenbahnwagen und 500,000 Pud Ladung wieder flott zu machen. In Bukarest verstarb Schneidermeister Johann Fischer und hinterließ ein Vermögen von 80,000 Frank, von denen 2000 Frank baar und der Rest in Staatspapieren vorHanden waren. Da ber Verstorbene österreichischer Unterthan gewesen war, wurde seitens des österreichischungarischen Consulats in Bukarest der Consulatsbeamte Schmidt zur Aufnähme der Hinterlassenschaft in d'e Wohnung Fischer's gesandt. Schmidt traf die Wittwe allein an und verlangte die Auslieferung des Vermögens, da dieses auf dem Consulat deponirt werden müsse. Die Frau lehnte den Wunsch zuerst ab, da aber Schmidt sagte, sie möge selbst mit zum Consulat kommen, nahm sie die Kassette, in welcher sich das Baargeld und die Obligationen befanden, und fuhr mit Schmidt zu dem Amtsqebäude. Dort waren der vorgerückten Stunde wegen die Bureaux bereits geschlossen, weshalb Schmidt die Kassette mit zu sich nach Hause nahm gegen das feste Versprechen, sie am nächsten Morgen im Consulat zu deponiren. Am anderen Tage war er aber mit dem Gelde verschwunden, nachdem er noch in der Nacht völlig betrunken ein Rencontre mit der Polizei gehabt hatte. Die sofort eingeleiteten Recherchen hatten den Erfolg, daß der Flüchtige in Silistria dingfest gemacht und auch das gestohlene Geld, von dem nur eme cze ringe Summe fehlte, bei ihm vorgefunden wurde.
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