Indiana Tribüne, Volume 26, Number 310, Indianapolis, Marion County, 22 August 1903 — Page 6

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Ein Vitriolattentat ist in Cautelen unweit der nordfranzöslschen Stadt Lille von einer berauschten Frau verübt worden. Diese war seit langen Jahren bei einer Familie als Wirthschaften thätig und von ihrer Herrschaft als einzige Hüterin des Hauses zurückgelassen worden. Die Einsamkeit suchte sie sich nun dadurch möglichst erträglich zu machen, daß sie dem gut besetzten Weinkeller einen ausgiebigen Besuch abstattete. Die Folgen blieben nicht aus. In-der Trunkenheit stieg die Wirthschaften in das zweite Stockwerk empor, öffnete ein nach der Straße gehendes Fenster und führte zum größten Gaudium der Straßenjungen, die absonderlichsten Possen auf. Bald hatte sich denn auch ein großes Publikum angesammelt, das johlend und schreiend die ganze Straß: füllte. Ein 18jähriger junger Mann warf nun im Uebermuthe kleine Steine nach der Frau und brachte sie in höchste Wuth. Jetzt verschwand sie vom Fcnster, erschien aber darauf wieder mit einer Flasche in der Hand. Die Menge heulte zu der Trunkenen empor in der Meinung, sie wolle die Leute mit Wasser besprengen. Als nun die Wirthschafterin in der That begann, den Inhalt der Flasche hinabzugießen, ertönten plötzlich furchtbare Schmerzensrufe. Die Flasche war mit Vitriol gefüllt gewesen. Ein Dutzend Personen wurde auf das furchtbarste verbrannt und wälzte sich in Qualen auf der Straße, während die übrigen die Flucht ergriffen. Die Trunkene wurde später von der Polizei verhaftet. Vor dem Untersuchungsrichter gab sie. plötzlich ernüchtcrt. an. sie babe den gefährlichen Inhalt der Flasche nicht gekannt.

Sluf amerikanischem Snm'.'Ng beruht, schreibt der Bert. Lokal-Anzeiger", nach neueren Feststellungen eine Vergiftungsaffäre, über die eine Korrespondenz vor einiger Zeit bericht Mit. In Bornim bei Potsdam sollte sich eine feingekleidete Dame, die aus Amerika gekommen war, am Grabe ibres Vaters, der vor zehn.Jahren im Sacrow-Paretzer Schiffahrtskanal ertrunken war, vergiftet haben. Sie hatte sick durck einen Droschkenkutscher nach Bornim fahren lassen, um sich dann auf dem Kirchhof zu vergiften. Auf Grund näherer Festste!lungen durch die Behörden handelt es sich aber um eine Komödie der Dame, bei der ihr der Droschkenkutscher behülflich gewesen ist. Sie hat thatsächlich am Grabe eines Ertrunkenen, der wahrscheinlich auch ihr Vater war, im Beisein von Zeugen eine Flasche mit einer Flüssigkeit ausgetrunken und ist dann mit den Worten: Ich sterbe, lebt alle roonl! umaefallen. Der Droschkenkutscher hat die anscheinend vergiftete, in der That aber bei bestem Wohlbefinden befindliche Frau nach Potsdam zurückgefahren und dort in ihrem Auftrage die Nachricht von der Vergiftung verbreitet- Es handelt sich um eine Frau, die in Amerika ihrem Manne unter Mitnahme einer großeren Geldsumm: durchgebrannt ist und nun durch die Selbstmordkomödie d.-n Anschein erwecken wollte, als sei sie aus dem Leben -geschieden. Bisher hat man von der Frau noch keine weitere Spur. Tcr Zukuttitsstaat. 1913 also soll der Zukunftsstaat errichtet werden. Der Berliner Vorwärts" beruft sich dafür nachdem die sruyeren Prophezeiungen von Engels und Bebel über die Errichtung des Zukunftsstaates nicht eingetroffen sind in dieser stillen Sommerzeit auf eine Zigeunerin, die es 1849 Friedrich WilHelm IV. prophezeit haben soll. Die Zigeunerin habe dem König prophezeit, daß die Addition der einzelnen Zahlen des Jahres 1849 zu dieser Jahreszahl das Jahr (1871) ergebe, in dem Preußen ein Kaiserreich werde, und die dition der einzelnen Zahlen dieses Iahres wieder zu 1871 das Jahr angebe '1888), in dem d:r erste deutsche Kaier sterbe, und wiederum die Addition 'er einzelnen Zahlen von 1883 zu dieser Jahreszahl nach der Versicherung oer Zigeunerin das Jahr bedeute, in welchem das Deutsche Reich eine Republik werde. Hierzu bemerkt der Vorwärts": Bis zum Jahre 1913 haben wir bekanntlich noch zwei Reichstaqswahlen. und wenn diese so überraschende Resultate ergeben, wie die letzte, dann dürste die Prophezeiung der Zigeunerin wenigstens insofern wah. werden, daß sich dann die Mehrheit des Volkes zur republikanischen Staatsform bekennt." Jahir Bey, der bekannte Herausgeber des sog nnten Palaisblattes Servet zu Ko. stantinovel. ist verhaftet worden. a.,a:5lich weaen Theilnahme an einer Verschwörung. Aus der Kaserne in Temesvar flogen drei Exerziergeschoffe auf den Hof des benachbarten bischöflichen Wohnhauses und ezplodirten. ohne großen Schaken anzurichten. Man vermuthet ein Attentat. Die St Karlsbad Aufnahme adtvertretungvon beschloß einstimmig die iner Zprozentigen Anleihe von 12 Mi eines neuen nes neuenB' llionen Kronen zum Bau Konversationshauses, ei--dehauses und einerMarktvon Thalsperren gegen halle, sowi Hochwasserg efahr. Bergbahnen u. s. w.

ii(to und Lesscps. Lcn Bcnnat, der ausgezeichnete französische Bildnißmaler, kramte jüngst vor einem Ultttarbeiter des Tempv" einen Schatz heiterer Geschichten aus den Anfängen seiner Künstlerlausbahn aus. Da Bonnat von jeher der Maler der vornehmen Welt der Präsidenten, hohen Militärs. Größen der Schriftstellerwelt u. s. w. war, hat er manches erlebt, was wiedererzählt zu werden verdient. Eines Tages saß ihm Viktor Hugo, und es war ausgemacht, daß während dieser Sitzung das Atelier des Künstlers für jeden andernSterblichen streng geschlossen bleiben sollte. Plötzlich entstand draußen im Vorzimmer ein großer Lärm, als ob sich jemand mit dem Atelierdiener herumschlüge. Vonnat eilte hinaus, um nach der Ursache d:s ledhaften Streits zu forschen, und sah sich Ferdinand v. Lesseps gegenüber. Ich bin sehr beschäftigt." sagte der Maler verlegen. Ja d. s. ich 'will Sie auch nur eine Minute auf galten..." Ich tan oca; ou: Hugo nicht imAtelier warten lassen. . ." Was. Hugo ist hier? Weshalb ha. ben Sie das nicht gleich gesagt?" Und Lesseps stürmte, ohne daß ihn Bonuat aufhalten konnte, ins Atelier. Der Dichter stand in vornehmer Pose am Ofen und musterte den Mann, den man den Großen Franzosen" nannte, von oben herab. Er rührte sich nicht und nahm die liebenswürdigen Komplimenk des Eindringlings mit abgemessenen Bewegungen und einem kau'i merktichen Neigen des lockigen Poetenhauvles hin. Das Schweigen wurde peinlich, und Bonnat war froh, als Lesseps Abschied nahm. Als er fort war, ging der Künstler wieder an seine Arbeit, und um herauszubekommen, was Viktor Hugo eigentlich gegen Ferdinand de Lesseps hatte, murmelte er wie unabsichtlich vor sich hin: Was wohl die Zukunft über Lesseps sagen wird?!" Daß er einer der zwei oder drei großen Wohlthäter der Menschheit ist." spann Hugo den Gedanken weiter. Bonnat dachte bei sich: Diesen Wohlthäter der Menschheit hast du aber sehr unhöflich behandelt!" Er kam dann auf den Gedanken, daß dem eigenthü:nlichen Verhalten Hugos politische Gründe zugrunde liegen mochten, und streckte einen zweiten Fühler aus: Ist Lesseps nicht von mütterlicher Seite her mit Napoleon III. verwandt?" Lesseps ist in der ganzen Weltgeschichte nur mit Galilei und mit Kolumbus verwandt," donnerte Hugo. An diesem Tage fragte Bonnat nicht weiter. Später erfuhr er aber doch, weshalb der Dichter den Wohlthäter der Menschheit" so kühl behandelt hatte: Hugo, der Meister des bombastisch: Wortschwalles, konnte keinen Thatenmenschen und Lesseps war einer! leiden: außerdem fühlte er sich durch den Eindringling in seiner Pose gestört. ' Nordenskjölds Vega" unter gegangen. In Kopenhagen ist der Dampfer Nor", ein Schiff der sortiert, grön ländischen Handelsgesellschaft, aus Grönland eingetroffen und hat Kun'Ze gebracht von dem Untergang des Barkschisfess Vega". Die Vega" diente seinerzeit dem bekannten Forscher FreiHerrn v. Nordenskjöld auf seinen Entdeckungsfahrten im nördlichen Eismeer. Das Sckiff ging später in den Besitz einer schottischen Gesellschaft über, die es mit einer Besatzung von 45 Mann auf den Walfang nach Grönland gesandt hatte. Am 1. Juni befand sich die Vega" beim Kap Fork, dem nördlichsten bewohnten Gestade Grönlands. Plötzlich begannen hier Eistreiben, und in wenigen Augenblicken war das Schiff zerdrückt. Die Besatzung konnte noch vier Boote ins Wasser lassen, rettete sich selbst auch in diese, mußte aber Proviant und Meidunq in Stich lassen. Eine Kälte von 20 Grad machte den Aufenthalt in den Booten bedenklich, da, man noch weit von Häfen entfernt war. Beim Kap $orf liegen zwar einige Hütten, doch sind diese nur vorübergehend bewohnt, wesbalb die Schiffbrüchigen sich entschlössen, die weiter südlich gelegenen dänischen Kolonien aufzusuchen. Ein Boot erreichte nach vier Tagen Umanak. ein anderes nach fünf Tagen, Ritenback und die beiden letzten erst nach vollen 8 Tagen Godthaab. Alle 45 Mann waren sehr leidend. Gesicht. Hände und Füße waren erfroren; doch genasen sie unter der Pflege der däni-

schen Kolonisten und eines Arztes. Der Dampfer Nor" überführte 14 Mann der schottischen Gesellschaft nach Kopenhagen. und der Dampfer Eodthaab" nimmt weitere 20 Mann mit nach Schottland. Der Rest der Besatzung verblieb noch in der Pflege in Grönland und wird erst später befördert werden können. Wenn eine Mutter mit ihrem Kinde plaudert, spricht sie nach Alex. Graham Bells Berechnung 30.900 Worte im Tag, die zusammen genommen eine ununterbrochene vierstündige Rede ausmachen würden. Angenelktne (Dallc. Onkel: Aber Maxi, wie kannst Du nur die Nase mit dem Tischtuch putzen? Wozu hat denn der Kellner die Sviette hingelegt?" yorattöbedmrlit. Du willst einen Spazierritt machen und bist gar nicht im NeitkostUm?" Ja, sieh einmal, dann merkt man auch nichts, wenn ich zu Fuß zurückkehret

Die Romane von Bildern.

Gerade in der letzten Zeit ist wiederholt berichtet worden, daß werthvolle Bilder von berühmten Malern, die lange unbeachtet irgendwo in der Berborgenheit geblieben waren, entdeckt und zu hoben Preisen verkaust wurden. Derartia? Fälle kommen aber, wie ein bedeutender Pariser Gemäldehändler dem Mitarbeiter einer Londoner Zeitschrift gegenüber bemerkte, häufiger vor. als man in der Oeffentlichkeit davon erfährt. So wurde erst vor einiger Zeit ein Bild von einem BauernHause eines kleinen Dorfes im Departement Seine-et-Oise entdeckt, das sich nach der Reinigung als ein Tintoretto erwies, dessen Werth auf ungefähr 50,000 bis 70.000 Francs geschätzt würd?. Vor einigen Jahren wurde die Trödelkammer eines nicht weit von diesem Dorfe gelegenen Schlosses von der Dienerschaft eines einziehenden Käufers ausgeräumt; unter dem Trödel befand sich ein kleines, mit Schmutz und Staub bedecktes Bild in sehr beschädigtem Rahmen. Ein Bauer nahm es mit anderen überflüssig gewordenen Sachen, wie Töpfen. Pfannen und einer alten Holzbettstelle für ungefähr 20 Franken mit. Zu Hause wurde es gründlich mit cife und Wasser gerci nigt. aber selbst das konnte ihm nichts anhaben; man konnte nur errathen, kin es ein Gemälde von myihologischem Ebarakter war. Ein Tourist, der etwas von Kunst verstand, fand Geschmack daran und kaufte es nach vielem Handeln für eine noch geringere Summe. In Paris wurde das Bild dann von einem bekannten Maler gereinigt und restaurirt; dieser bot dem glücklichen Finder 25.000 Franken für das Bild; das Angebot wurde jedoch zurückgewiesen, und ein englischer Kunstkenner erstand es schließlich um das Dreifache dieses Betrages. Anknüpfend daran sagte ein anderer Pariser Händler: Es ist kaum glaublich. wie viele Kunstwerke ganz oder theilweise während der Revolution zerstört wurden. So muß dieses Bild dabei zeigte er auf einen schönen Kopf, der wahrscheinlich mit Recht Raffael zugeschrieben wird einen Theil einer herrlichen Eomposition von unschätzbarem Werthe gebildet haben; noch in seinem jetzigen Zustande ist es 20.000 Franks werth, und ich entdeckte es in einem schlichten, alten Ahornrahmen in einem Vauernhause bei Rouen. Ich gab nur eine geringe Summe dafür. Ein anderes neu entdecktes Bild mit klassischem Sujet stellte sich als ein Elaude Lorrai heraus und wurde von einem Millionär aus San Francisc? für 700.000 Frank gekauft. Auch in England macht man bisweilen solche Funde. Zu einem großen GemäldeHändler in London wurde vor kaum einem Jabre ein Bild. 3 Fuß 3 Zoll bei 2 Fuß 2 Zoll groß, von einem Herrn gebracht, der es als Vermächtniß erhalten hatte und sehr enttäuscht war. statt dessen nicht lieber 500 Frank erhalten zu haben. Trotz des schlechten Zustandes, in dem es sich befand, erkannte der Händler es als einen Eorreggio oder einen Zeitgenossen von diesem und bot ihm den Schleuderpreis" von 1250 Frank. Aber der Eigenthümer wurde gerade durch diese Summe stutzia. während er es für 50 Frank wahrscheinlich ohne Bedenken hingegeben hätte; er wollte sich bedenken, und durch sachverständigen Rath gewarnt, ließ er sich auch auf das Doppele, Dreifache und Sechsfache des Angebots nicht ein. Der wirkliche Werth betrug gegen 50.000 Frank. Kürzlich wurde von einem Künstler von Montmartre ein Elaude entdeckt: er hatte das Bild von einem alten Händler unter einem Haufen Bilde: für einen Spottpreis gekauft und wollte es a-s Malleinr-and benuTzcn, als er bei genauer Prüfung erkannte, daß.es ein Bild von mehreren tausend Frank Werth war. Ein bekannicr Pariser Kunstliebhaber erwarb es für 30.000 Frank. Ein auf Mahagoni aemalter Holbein hat sogar einmal als Schiebescnster an der Thür eines holländischen Wirthshauses dienen müssm. Das Jild war allerdings durch Alter und Schmutz fast unkenntlich; wegen der starken Beschädigungen wurde es mit ungefähr 10.000 Frank bezahlt, während es - sonst noch viel mehr eingebracht bätte." Ein Künstler im Spar e n. Mehr als Z150.000 hat ein Herrschaftlicher Dicker hinterlassen, der jüngst in Newcastle. England, in einem Hospital im Alter von 05 Jahren verstarb. Darnach zu urtheilen, muß es sich noch immer verlohnen, in einem reichen englischen- Hause aufzuwarten. Da der Diener bei Antritt seiner Laufbahn unvermögend war, ist anzunehmen, daß er sich die große Summe während seiner Dienstzeit erspart hat. Er war Junggeselle und lange Jahre Diene: des Grafen Ravcnsworth in Durham. Mehrere Gärtner. Köche, Kindcrmädchen und Haushälterinnen haben Veträge von 700, andere gar von $2500 hinterlanen erhalten. UMnen Hundertmarkschein zum Frühstück verzehrte unlängst das jüngste Kind einer Familie in Erxleben bei Helmstedt (im Braunschwcigischen). Ten beiden jüngsien Kindern war in Abwesenheit der Eltern ein Hundertmarkschein in die Hände gefallen. Das ältere Kind zerschnitt den Blauen" mit der Scheere in lauter kleine Fetzen, worauf das jüngste die kleinen Stücke auf das Vätterbrod legte und mit verzehrte. Die Eltern fanden bei der Heimkehr nur noch geringe Ucberdleibsel des Scheines.

Neue Uuiformcn fttr'S mexikani, fcheHe.r toerden von der Teutschen Zeitung de: mexikanischen Hauptstadt so gechilder:: Neue Militärunisormen werden im mexikanischen Heere eingeführt. Schon sciteiniger Zeit ist eine besondereKommijzion an d:r Arbeit, um für die drei Waffengattungen Uniformen zu entwerfen, die allen modernen Ansprüchen hinsichtlich ihres Aussehens, der Einsachheit, Zweckmäßigkeit und Korrektbit genügen. Die neuen Uniformen sind seit einigen Tagen probeweise bei einigen Gruppen von Soldaten der drei Waffen eingeführt. Die KomMission stellte die neu uniformirten Soldaten dem Präsidenten Diaz und dem Kriegsminister im Nationalpalast, vor. Es sind im Wesentlichen folgende Aenderungen getroffen worden: Der L)olman, das kurze Unterkleid der Kavalleristen, wird abgeschafft. Die Galauniform für Chefs (vom Major an aufwärts) und Offiziere besteht aus Helm, anschließendem langem Waffcnrock, mit einer einzigen Reibe von Borten geschlossen. Aermelaufschlägen. Kragen und Rockklappe in den unterscheidenden Farben der Waffengattungen, Hosen mit einer oder zwei Bortcn. Uniform für den Garnison- und Felddienst: vorn geschlossener kurzer Wasfenrock mit einer Knopfreihe, rechts drei und links zweiTischen, von denen die beiden obersten mit Klappen Zeschlössen sind, die Aufschläge dieses Waffenrocks und die Hose gleich der Galauniform. Käppi mit Kettensturmband und rother Einfassung. Zu dem Waffenrock der Galauniform werden raupenartige Metallepaulcits geführt, die für die Obersten drei, die Oberstleutnants zwei und für .Majore einen Stern tragen. Hauptleutc und alle subalternen Offiziere tragen Epauletts von 1. 2 und drei Streifen. Die Brigadegeneräle tragen auf dem Helm vorn einen Adler. Die Handschuhe für das gesammte Heer sind weiß, aus Ziegen oder Vüffelleder für Cerem??' nien, aus weißem schottischem Garn für Uebungen. Paraden und Revuen, aus dunkelrothem Glace für Garnisonund Felddienst. Die Stiefel sind aus glattem englischen Leder oder aus Glanzleder für besondere Gelegenheiten. Die Auszeichnungen sind für Chefs und Offiziere der Kavallerie und Infanterie, für die Gendarmen des Heeres und für den Train: rothe Einfassungen am Käppi, am Kragen und Wasfenrock. sowie an den Aermelaufschlagen und den Patronentaschen; karmoisinroth für Generalstab und Artillerie, Sammet für die Zöglinge der Militärschule (Kadetten - Korps). Neben dem Käppi wird in Zukunft auch der Helm getragen mit Schuppenkinnband. Die Ausrüstung er Soldaten ist bedeutend geändert. Der Helm wiegt nur 440 Gramm; die Uni'ormen sind von gutem Tuch und hübckem Aussehen. Der Tornister ist 'ehr leicht und hat wenig Riemen. er wiegt vollgepackt neun Kilo 460 Gramm."

Menschenfresser. Grausige Enzelheiten von einer Menschenfresser-Orgie werden in dem Jahresbericht über Britisch Neu-Gui-nea mitgetheilt.derebendcmCommoN' wealth - Parlament vorgelegt wurde. Der Bericht stammt von einem Polizeirichtcr, vor den sechs Eingeborene gebracht wurden, die des Mordes und derMenschenfresserei beschuldigt waren. Zwei Frauen und ein Knabe waren Zeugen. Laido, die eine Frau, beschwor, daß die Leute ihres Dorfes vier benachbarte Dorfbewohner aufgefressen hatten. Die Opfer waren zwei Männer und zwei Frauen, die an Laido's Dorf in einem zertrümmerten Kanoe gestrandet waren. Sie wurden aus dem Kanoe geschafft, und ein Mann Namens Lakapona durchbohrte den einen von ihnen mit einem Speer. Dann kam Taubara. der seinen Tomahawk nahm und den anderen Mann mit zwei Schlägen auf den Nacken tödtete. Darauf tödtete ein anderer eine Frau mit dem Tomahawk. Er packte ihre Haare mit der einen Hand und versetzte ihr einen Schlag mit dem Tomahawk. In einem der aufgenommenen Zeugenprotokolle heißt es: Ich sah. wie diese vier Menschen getödtet wurden. Ich sah mit meinen eigenen Auen die vier genannten Männer sie todten. Als die vier Personcn todt waren, mackten die Leute ein großes Feuer an und röNeten die Leichname darauf. Tann schnitten sie mit Messern Stücke davon ab. legten die Stücke in Töpfe und kochten sie. Als die Stücke gar waren, sehten die Leute sich nieder es war eine ganze Anzahl und aßen von dem Fleisch." Laido wurde gefragt, ob die Leute ihrem Volke irgend ein Unrecht gethan hätten. Nein", sagte sie. es war überleater. kaltblütiger Mord. Laßt uns diese Menschen tödten," hatte einer der Mörder gesagt, aber Niemand darf davon sprechen wegen der Polizei und der Negierung die sonst kommen wird uns zu strafen." Im Hinblick auf diesen Vorfall erinnert man sich wohl daran, daß NeuGuinea offiziell den Kolonisten als ein reizender, gesunder Ort empfohlen wird. , AIs Bahnwärter an Eisenbahnübergängen werden in Holland auch Frauen verwendet. In cishny-Nowgorod in Nußland wird alljährlich der größte Jahrmarkt der Welt abgehalten.

zrrape Nnöstchken sttr Suvafrika. Der heldenhafte Burenführer Louis Votha hat aus Pretoria an den Abgeordneten Leonard Coustney, Chamberlains engeren Fraktionsgenossen, folgenden Brief gerichtet, den die Londoner Times veröffentlicht: Ich habe," schreibt Votha, von Anfang an mich über die Tragweite der Chzmberlainschen Afrikareise keinen Täuschungen hingegeben, habe aber mit meiner Meinnugsäußerung zurückgehalten. solange es möglich schien, daß ich zu schwarz gesehen hätte. Es ist jetzt aber nicht mehr zweifelhaft, daßChamberlains Reise, wenigstens wasTransvaal anlangt, ein klägliches Fiasko bedeutet, und daß er die Dinge schlimmer verlassen hat, als. er sie vorfand. Sie haben alles gethan, um ihm in Pretoria Gelegenheit zu geben, die Volksstimmunq aus bester Quelle kennen zu lernen, bekamen ihn aber nur ein einziges Mal zu sehen. Im übrigen holte er Rath und Auskunft von solcher Seite ein, über die ich lieber schweige. Bei dem einzigen Zusammentreffen mit uns antwortete er b?leidigend und zieh uns de: Undankbarkeit im Hinblick auf die 15 Millionen Pfund, die England auf die Heilung der materiellen Kriegswunden verwende. Seit dem fragt sich hier jeder Mensch, wo. wie und wofür diese große Summ: eigentlich ausgegeben worden ist. Zu merken ist nichts davon, außer vielleicht in 'den von Lord Milner zu heimischem Konsum aus dem Kolonialamt geschickten Blaubüchern." Votha führt dann weiter Beschwerde darüber, daß Cbamberlain in Johanncsburg ausschließlich mit den MinenInteressenten verkehrt und unter ihrem Einfluß das verarmte Land mit einer exorbitanten Kriegsschuld belastet habe, im Widerspruch mit den von der gesammten Burenbevölkerung geäußerten Wünschen. Trotzdem habe Chamberlain kürzlich in Birmingham erklärt, alle Klassen der Transvaal-Be-völkerung hätten diese Schuld willig auf sich genommen. Weiter bemängelt Botha die Thätigkeit des in Wirklichkeit nur berathenden gesetzgebenden Raths, die Versagung des GemeindeWahlrechts nicht bloß für alle Farbigen, sondern auch für weiße Ausländer. wo doch deren Wahlrechtsbeschränkung für England den Vorwand zum Kriege abgab, und den gänzlichen Mißerfolg der Wiederansiedelungskommission. Milners Depeschen über den großartigen Erfolg dieser Kom Mission betroffen aber nur TheilkomMissionen, die im Lande herumreisen, um die Repartirung der vor über einem Jahre erfolgten Drei MillionenVewillignug in die Wege zu leiten. Besonders bitter spricht sich Botha über den englischen Versuch aus. durch importirte, der holländischen Sprache nur unvollkommen mächtige Lehrkräfte mittels tendenziösen Geschichtsunterrichts und dem Volksempfinden widersprechender Religionslehren die Bevölkerung intellektuell zu verengländern und durch die lediglich im Dividendeninteresse von den Minenmagnaten geplante Einführung massenhafter chinesischer Arbeitskräfte das Land kulturell herabzusetzen, w'e überhaupt die Regierung vollständig von den Minenbesitzern beherrscht werde. Die Folge von dem allen sei trotz äußerlicher Ruhe und Erstarrung ein Zustand tiefgreifender Unzufriedenheit bei Briten wie bei Buren. Die Times charakterisirt den Brief als eine Kette abgestandener Lügen und böswilliger Unterstellungen."

Tie Rache der Schwester. In einer Kirche Odessas sollte die Trauung eiv.es jungen Paares erfolgen, das den Ehebund aus gegenseitiger herzlicher Liebe schließen wollte. Alle Gäste waren bereits versammelt, die Zeremonie hatte begonnen, als plötzlich eine weibliche Stimme gellend ertönte: Die Hochzeit darf nicht stattfinden, die Braut ist blind!" Allgemeine Ausregung erhob sich, doch bestand der B'äutigam darauf, daß die Trauung bis zu Ende gefübrt werde. Als aber der Priester das Paar segnete, stürzte die junge Frau jäh nie. der und war auf der Stelle todt. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben ein Ende gemacht. Die Schuld trug ihre leibliche Schwester. Eine glühende Liebe zu dem zukünftigen Schwager hatte die Unselige dazu verleitet. Als sie ihre Gefühle dem jungen Mann offenbarte, hol .'end Gegenliebe zu finden. stießer sie rauh von sich, ihr das Ungebü'hrliche ihrer Wünsche auf das deutlichste klar machend. - Das Mädchen ließ sich jedoch, dadurch nicht beeinflussen und verfolgte den Bräutigam der Schwester mit den glühendsten Liebesbriefen. Als nichts half, ihn in ihre Arme zu führen, spielte sie de-: letzten Trumpf aus und verrieth das Geheimniß der jungen Braut, die auf einem Auge thatsächlich blind war und ein Glasauge trug, während der Trauceremonie. Als sie das Unheil sah. das ihre rasende Eifersucht angerichtet hatte, verschwand sie plötzlich und fnrr4 si?Sft ?,,. , . v tviitiii visi.i rnui ytjuuvcu lUZl 'iZZl. j uuj, nacg e x l ! o : Tie Walhalla Colonisationsgefellschaft, die-' 'fj p r:r : , . . . f V rw . . l , uuiuchiucii un luiiitcnncnrn vm talisten besteht, hat Sachverständig nach Mexiko entsandt, um ein für den Anbau des Bodens geeignetes Areal b Hufs Niederlassung von 500 Fmille.-, auszuwählen, die aus Dänernar! kommen wollen. Etwa 100 Familien :pcrden aus Tlllaniook, Ore.. erwartet.j