Indiana Tribüne, Volume 26, Number 308, Indianapolis, Marion County, 20 August 1903 — Page 6

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O Kein Wunder das mir viel leiden wen geplagt mit Leberleiden, Unreinem Blut, Magenleiden, Appetitlosigkeit, Unverdaulichkeit, Verstopfung, und Biliosität. H S3ir brauchen jedoch nicht tanze ju leiden. Dr. August Koenig's Damburger tropfen ift das specini'ches Mittel gegen all dies Leiden. H o :0 Ja", wir verkaufen RMMW Vjmwk sZMM l--Zlrt'n m Öarland Oefen und t..Rang;es.. Möbeln ttttd Tcppiche zu ten niedrigsten Preisen. WILLIQ'S Möbel-Laden, 141 W. Washington Str. Saar ovcr Credit. 14X5 Nord Pennsylvania Straße, Hauptquttier für Brillen und Operngläser. Hi t rowsnvMÄ , StäHW rSTt M 9(iHn erde nach oen besten Methoden den Luge ntrpiiL Stfutftlä)t Augen werden lirnerjio? ewgtseöt. Mg 4 Route ...Excursion... Sonntag, 23. August IOVli;?"Vrill3 $1.50 und zurück $1.50 Spezieller Zug verläßt Jndeanapolls 7.00 vor Borgens und - verladt Loulsvme zur Xiitfrt 7.00 Uhr Abends. Lakrenceburg, Aurora und Ztvischenftationcn. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7.30 uyr Borgens und verlaßt Aurora zur Ruck jagn uN'.Aoencs. H. M. Ar o n s o n, A. G. P. A.

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Europäische Nachrichten. ?iyetnpfarz. Speyer. Der unter dem Kosenamen Seppelwolff bekannte Tenorist Joseph Wolfs ist hier gestorben. Er wurde bei einer Theatervorstellung des Kölner Männergesangvereins in Köln in den siebziger Jahren entdeckt, wirkte dann am Kölner Stadttheater unter Ernst und in Hamburg erfolgreich in lyrischen Rollen. Später wandte er sich wieder dem Weinhandel zu, aus dem er hervorgegangen war. In der Wohnung seines Bruders im Stockinger'schen Anwesen in der Ludwigsstraße erschoß sich der 50 Jahre alte, ledige Kaufmann Adolf Weil. Ein Grund des Selbstmordes ist nicht bekannt. Ludwigshafen. Der 75 Jahre alte Martin Lehr in Mundenheim (Königstraße 45) wollte einige Ziegel auf seiner Scheuer, welche lose waren, wieder nachstecken und benutzte eine Leiter. Diese stürzte beim Hinaufsteigen des Lehr um und der alteMann fiel so unglücklich zur Erde, daß infolge des Sturzes sein Tod eintrat. M a u d a ch. Der 25jährige ledige Ackerer Jacob Seitz hat sich auf dem Hcuspeicher erhängt. B! u n d e n h e i m. An der Mündung des Nehbaches in den Nhein ertrank beim Baden der 12 Jahre alte Ludwig Stehly, Sohn von Peter Stehly, Wirth. Neustadt a. d. H. Aus Eifersucht versuchte bfr Dienstknecht Georg Schmitt im benachbarten Duttweiler di Tienstmagd Christine Unterländer im Stalle zu erstechen. Er versetzte ihr neun Stiche in Kopf und Hals. Das Mädchen liegt lebensgefährlich verletzt danieder. Im Alter von 64 Jahren verstarb hier Dekan Schäfer. Er wirkte 13 afyt als protestantischer Seelsorger in hiesiger Stadt. T r z p p st a d t. Im Sagmuylweiher ertrank beim Baden in dem stellenweise einige Meter tiefen Weiher der des Schwimmens unkundige Waldbauschüler Karl Jung vom Stüterhof. Erlß-Lclyringe,r. Straß bürg. Der Chef der reichsländischen Medizinal - Behörde, Geheimer Obermedizinalrath Dr. Krieger, hat itus Gesundheitsrücksichen seinen Abschied eingereicht. Als sein Nachfolger ist Geheimer Rath Profejior Dr. Biedert in Hagenau in Aussicht genommen. Herlisheim a. d. Zorn. Der geisteskranke Bauer Kleß legte im Hause seiner Stiefschwester, um sich an letzterer zu rächen, euer an. Das Gebäude wurde völlig eingeäschert. Der Brandstifter kam in den Flamfen um. Menglatt. Grenzaufseher Scheiber erschoß den 22 Jahre alten Bauersohn Schreit. Außerdem schlug er zwei Kameraden des Getödteten mit dem Flintenkolben nieder. Die Ursache der That ist noch nicht aufgeklärt. Z a b e r n. Die Strafkammer hierselbst verurtheilte den Bankier Carl Pierre aus Lörchingen wegen betrügerischen Bankrotts und unordentlicher Buchführung und Gläubigerbegünsrigung zu drei Jahren Gefängniß.' Pierre war geständig, in der Lo'terite und an der Börse ca. 100,000 verspielt zu haben, nachdem er unverschuldet in Zahlungsschwierigkeiten gerathen war. Im Concurse erhielten die Gläubiger etwas über 15 Procent. Geschädigt wurden meist kleine Leute. Zlcccü kett bürg. F ü r st e n b e r g. Das Dienst mädchen Marie Behrndt, Stieftochter des Büdners Techow zu Dagow bei Menz, die durch ihren eifersüchtigen Bräutigam, den Schuhmachergesellen Schließmann zu Mirow, in der Menzer Forst durch zwei Revolverschüsse in den Kopf geschossen und sofort in's hiesiae Krankenbaus überfübrt wurde. ist durch den Tod von ihren Leiden erlöst worden. Grevesmühlen. Die hiesige Schützenzunft feierte das Jubiläum ihres 250jährigen Bestehens. Die Stadt war reich mit Fahnen und Grün geschmückt. L ü b z. An seinem 86. Geburtstage ist Senator Karl Krüger infolge Altersschwäche gestorben. Er gehörte Uvz Magistrate seit 1875 an. L u d w i g s l u st. Hausmeister Mariens vom hiesigen Großherzoglichen Marstall feierte in geistiger und körperlicher Frische sein 50jähriges Tienstjubiläum. Der Großherzog ließ durch den Landstallmeister Graf Hardenberg schriftlich seinen Glückwunsch aussprcchen und mittheilen, daß dem Jubilar eine Jubiläumszulage zu Theil werden solle. Parchim. Nach kurzem Krankcnlager starb der Gymnasialprofessor a. D. Dr. Hermann Gerlach im 78. Lebbnsjahre. Spotendorf. Nach vorausgegangenem häuslichen Streite erschoß sich der Jäger Netzls. Hldenburg. Oldenburg. Der emeritirte Pfarrer Kirchenrath 5)ohenner in Oldenburg wurde aus diesem Leben abberufen. Cloppenburg. Hier brannte das Wohnhaus desNachtwächters nd Krämers Kalkhoft auf dem Berde me der. Delmenhorst. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Wilhelm Ahrens ist das Concursverfahren eröffnet und der Auktionar Tanzen fr. in

Delmenhorst zum Conursverwalter ernannt worden. Dinklage. Es brannte eine Scheune des Zellers Bröring Märschendorf, die noch 10 Fuder ungedroschene Roggengarben enthielt, total nieder. G o l d e n st e d t. Hauptlehrer Klemens Beborn tritt in den Rubetand. Seit 1. October 1879 ist er hier als Hauptlehrer im Dienst; er steht jetzt im 69. Lebensjahre. L e e r h a f e. Hier wurde Pastor Jelden während des Gottesdienstes vom Schlage gerührt. Z?reie Stcidte. Hamburg. Das 25jährige Dienstjubiläum beging der in hiesigen Geschäftskreisen sehr bekannte Controlbeamte für Maaße und Gewichte, Engelke. Dem beliebten Beamten fehlte es an Aufmerksamkeiten aller Art an .seinem Ehrentage nicht. Der bei dem Hause Oppenheim & Co. angestellte Ewerführer Carl Schultze ist von seiner am Beddelhöft liegenden Schute abgestürzt und ertrunken. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau und fünf kleine Kinder. Ertrunken ist der Matrose Riedel, der an Bord des im Kuhwärder Hafen liegenden Dampfers Kiautschou" beim Zudecken von Luken über Bord fiel und nicht gerettet werden konnte. Den Tod im Rheine gesucht hat der in Wiesbaden zur Kur weilende Rentner Hermann Boß von hier. Die Leiche wurde gelandet. Was den Lebensmüden, der Millionär ist, zum Selbstmord getrieben hat, ist nicht bekannt. Bremen. Die Bürgerschaft erwählte an Stelle des verstorbenen Albert Gröning den bei der Reichstagswähl unterlegenen Großkaufmann Hermann Frese zum Mitglied des Senats. Der 16 Jahre alte Tapezierlehrling Arthur Fanßen aus derOsterstraße ruderte mit einigen Freunden zusammen in der kleinen Weser. Schließlich ging die ganze Gesellschaft in die kleine Weser, um zu baden, dabei ertrank Janßen. Die Leiche ist gefunden worden. Fensterputzer W. Lüning aus der Schwanenstraße, der in einem Hause am Wall in der zweiten Etage Fenster putzte, stürzte ab und blieb bewußtlos liegen. Ein Arzt

untersuchte ihn und veranlaßte, daß der Verunglückte im Krankenwagen nach dem Krankenhause gebracht wurde, wo er bald nach seiner Aufnahme an den Folgen der Verletzung starb. Hcsterrcich-lngctrtt. Wien. Inspektor und Stationsvorstand der Südbahn Josef Wodiczka und seine Gemahlin Emma, geborene Wochesländer, eine Tochter des Bürgermeisters in Gloggnitz, feierten hier ihre silberne Hochzeit. Dem 29jährigen Kesselschmied Wenzel Feylek siel m Floridsdorf beim Aufmontiren eines Kessels eine dreißigKilogramm schwere Welle auf den Leib und verletzte ihn schwer. Er wurde in's Allgemeine Krankenhaus gebracht und ist dort gestoroen. Der ehemalige Gemeinde rath Anton Baudrexel, Oberlehrer der Knabenschule des 3. Bezirks, Strohgasse No. 15, und Direktor der fachuchen Gewerbeschule für Baaer, ging vor Kurzem nach vollendeter 40jähriger Dienstzeit in Penston. Der Lehrer der genannten Anstalt erschien kurzlich in der Wohnung des hochverehrten Direktors und überreichte ihm ein photographisches Gruppenbild. Dem Beamten der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst", Julius Edhoffer, wurde das goldene Verdienstkreuz und den Faktoren der eben genannten Gesellschaft, Kurt Hofmann, Ernst Röhm und Josef Rupprecht, das silberne Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. GastwirthJohann Reischl entleibte sich in Hernals durch einen Revolverschuß. Reischl war mehrfacher Hausbesitzer und in Hernals sehr bekannt. Seit vielen Jahren bekleidet!, er auch das Amt eines Armenrathes. In der Haberreuter'schen Möbelfabrik in Ottakring, Rosenhügel No. 2, brach Feuer aus, das bald den Dachstuhl in seiner ganzen Ausdehnung ergriff und fast alle in bedeutender Menge vorhandenen Materialien dernichtete. Der Schaden ist sehr bedeutend. Bernsgrün. Durch eigene UnVorsichtigkeit kam in der Holzschleiferei hier der 33 Jahre alte hiesige Arbeiter G. Arnold in das Getriebe und ehe duses zum Stillstand gebracht wurde, war der Unglückliche bereits eine Leiche. Arnold hinterläßt eine Wittwe mit vier kleinen Kindern. B o z e n. In den Bergen des Bocca di Brenta verunglückten ein 17jähriges Mädchen, Namens Valentin!, und ein IZjähriger Knabe, Namens Negherbom, beide aus Turner. Sie wurden todt in einer Schlucht gefunden. V r ü n n. Die Buchhandlung von Franz Karafiat, Ferdinandsgasse 17, beging ihr öOjähriges Geschäftsjubiläum. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte nach zweitägigerVerhandlung die Gattin des am 23. Februar d. I. in Ubetz bei Brünn in einem Wafserdurchlak ermordet aufgefunoenen Häuslers und Fabrikarbeiters Franz Waschitzek, die 37jährige Magdalena Waschitzek und ihre Schwester. die 42jährige Wittwe Marie Blazck, einstimmig zum Tode durch den Strang. Das Urtheil wäre zuerst an der Gattin des Ermordeten zu vollziehen. Die Verurtheilten hatten gestanden, den Franz Waschitzek zuerst auflauert, ihn mit einem Strick erwürat

und dann zu dem Wasserdurchlaß geschleppt zu haben.

G r a z. Vor dem biesiaen Scbwurgerichte hatten sich die 50jährigeGrundve itzerin Planes Knotter und deren 26jährige Tochter Marie Eberl wegen Verbrechens des Meuchelmordes an dem Gatten der Knotter. resp, dem Stiefvater der Eberl. zu verantworten. Die Knotter wurde zum Tode durch den Strang verurtheilt, die Eberl iedoch freigesprochen. Im Alter von 4c! Jahren verschied der Dozent für Hüttenkunde F. Toldt. Prag. Der ordentliche Professor der Philosophie und Pädagogik an der hiesigen deutschen Universität, Hofrath Dr. phil. Otto Willmann, ist auf sein Ansuchen unter Bekanntgabe der allerhöchsten Anerkennung in den bleibenden Ruhestand versetzt worden. R e i ch e n b e r g. Der hiesige Advokat Ludwig Grasse, der zur Erholung in Graz weilte, öffnete sich auf dem Oelberg bei Wetzelsdorf die Schlagadern und starb an Blutverlust. Er lebte in geordneten Verhältnissen. Ursache der Verzweiflungsthat ist Krankheit. Sternberg. Der ehemalige 52jährige Bahnbedienstete Alois Heinrich hat sich bei Tscheschdorf, in der Nähe der unteren Sauerbrunnquclle, erhängt. Schweiz. Bern. Im Alter von 66 Jahren starb hier der technische Adjunkt HanZ von Orelli-Langhard nach schwerer Krankheit. L u z e r n. Am Feuerstein ist der Sekundarschüler Vegert abgestürzt. Seine Leiche wurde gefunden. Ölten. Ein schwerer Unfall ereignete sich in einer hiesigen Gießerei. Drei Arbeiter hatten einen gußeisernen Maschinentheil im Gewichte von 400 Kilo aus einen Wagen zu laden. Sie standen auf einem Handwagen, auf welchem sie den Maschinentheil daher gebracht hatten und hoben diesen auf den Wagen. Bei dieser Arbeit gerieth der Wagen in Bewegung und die drei Arbeiter stürzten zu Boden. De? schwere Maschinentheil fiel ebenfalls vom Wagen herunter und zerschmetterte dem Handlanger Theodor Bader von Holderbank den Schädel, so daß der Tod sofort eintrat. Ein anderer Arbeiter wurde leicht verletzt, während der dritte unversehrt blieb. Der Verunglückte war 37 Jahre alt und hinterläßt eine kranke Wittwe mit zwei Kindern. Zürich. An der Kämbelgasse stürzte der Spengler Beigel,Vater von 5 Kindern, vom 4. Stock herunter und wurde als Leiche aufgehoben. Er war mit dem Anschluß einer Wasserleitung für die Waschküche beschäftigt, glitschte dabei aus und stürzte zum offenen Kreuzstock hinaus. m f Der Tod einiger Papste. Als Jnnocenz der Achte starb, wurde durch seinen Arzt noch die Transfusion bei ihm vorgenommen. Drei zehnjährige Knaben gaben ihr Blut gegen t einen Dukaten her. Zer Papst und die Kinder starben. Das imposanteste Sterbelager war das Gregors des Siebenten, der in der Verbannung, ungebeugt und groß, zu Salerno starb mit den Worten: Ich liebte die Gerechtigkeit und haßte das Unrecht, darum sterbe ich im Exil." Als Urban der Fünfte in Avignon starb, ließ er die Thore des Palastes weit öffnen und alles Volk an sein Sterbelager kommen, um ihnen so recht die Nichtigkeit alles Seins zu zeigen. Beim Exercieren. Unterofficier: Aber Kerls, das ist doch kein Parademarsch, das klingt ja, als wenn eine Herde Nilpferde in Filzschuhen den Cake-Walk tanzen würde." Warum er Pair wurde. Unter der Regierung Georg des Dritten erwarb ein Bankier, der sich irgendwelche Verdienste um den Staat oder, was damals dasselbe war, um die Person des Herrschers erworben hatte, eine Wohnung in unmittelbarer Nachbarschaft eines großen Londoner Parks und hegte alsbald den lebhaften Wunsch, für sich und seine Familie einen besonderen Emgang in den Park zu bekommen. Nachdem ihm von mehreren Behörden mitgetheilt worden war, daß dies nicht möglich sei. bat er den König, seinen Einfluß zu seinen Gunsten geltend zu machen, aver lelvjr das führte nicht zum Ziel. Georg der Dritte, so heißt es, ließ ihn eines Tagcs zu sich kommen und sagte zu ihm: Es thut mir leid, daß ich Ihnen dieses Privilegium nicht erwirken kann; aber wenn es Ihnen angenehm ist, will ich Ihnen dafür die Pairswülde verleihen." Und es war ihm angenehm. Noch s ch l i m m e r. Freundin: Also von mir ist im Kasfeekränzchen die Rede gewesen; na, da werden Sie mich ja schön verleumdet haben?" Hzusfrau: O, bitte sehr, nur Gutes lv.be ich über Sie erzählt . . . aber keine üat' alauben wollen!" Differdingen. Der Arbeiter I. Conter glitt auf dem Hüttenwerke zu Differdingen aus und stürzte eine niedrige Mauer hinunter. Trotzdem die Höhe unbedeutend war, zog er sich so schwere innere Verletzungen zu, daß I er nach wenigen Augenblicken sib.

Schlesiens Heimsuchung. Huf Millionen belauft sich der Scha: den durch das SachwasZer.

?ld,, Brückc und Gebäuve zerstört Eine Tik,, aus Jiegett'aiö LcrhcerunLen durch di, Bitte, CUat;? Neis'e uus die ohtn, iIoH Zvüit Hilke. Der Wettergott hat in letzter Zeit Europa seine allerübelste Laune spüren lassen. In der Schweiz ist gerade in den Tagen, da Hunderte von Feriengasten zur Erholung aus Teutichland anlangten, die Temperatur ganz rapide gesunken, und die Gipfel gar nicht allzu hoher Berge wurden mi: neuem Schnee überreich bedeckt, im ?üdwestcn Hannovers hat Hagelschlag riesige Schäden verursacht. Aler das Unheil, das die Gegend von Osnabrück betrosfen hat, erscheint beinah unbedeutend gegenüber der Hochwasserkatastrophe, die neuerdings üter Schlesien hereing:brochen ist. Weichsel und Oder, die beide als tückische Ströme bekannt sind, fingen mit ihren Nebenflüssen in Folge :nehrtägiger ununterbrochener Regengüsse beinah gleichzeitig zu steigen an, aber die Oder trieb es dieZmal doch viel ärger, als ihre weiter östlich fiießende Schwester. Die schlimmsten Erinnernngen der älteren Schlesier an die Aassersnoth 1854 sind übertroffen. In willkürlicher eigener Wahl des Stromlaufs sind die wilden Wasser dahin gcrollt und haben Alles, was sich in den Weg stellte, mit sich fortge5 .rU. :IM Ät- fr. iüi&Ti? .: ?-t-. J.. . 4 IAZ irSSÄVÄ iS r 'xt - . -ll, 'jrrshü v ,ur:?W; f :ryr iti .5W'N - II r S . i' --W. I " . " 7 4 Y.-t',-X-i- . . o r-Tsaä Katholische Kirche in Ar:io!ddorf. rissen. Viele Wehre und Brücken ohne Zahl, und zwar nicht nur hölzerne und leichte, sondern schwere, in Stein geivölbte, ja auch mehren eiserne Eisenbahnbrücken sind zerstört. Bei Ratibor in Oberschlesien wurden im Augenblick die mühsam hergestellten Arbeiten zum Neubau einer Brücke fortgespült. Und doch sind die Verheerungen, welch? die Oder angerichtet, noch zahm zu nennen im Vergleiche zu den Verwüstungen. welche einige ihrer Zuflüsse, so die Hotzenplotz und die Glatzer Neiße, und vor allem die in diese mündende. sonst so unschuldig aussehende kleine Viele angestellt, die namentlich in dem freundlichen, durch seine Wasserheilanstalten berühmten Vergstädtchen Zicgenhals grausam gewüthet hat. Sie ben Häusei sind dort eingestürzt, und auch die Brücke, wie unser Bild zeigt. Ein Augenzeuge schildert in der Schlesischen Zeitung" eine erschüt ternde Szene, die dort sich argesp:elt. wie folgt: Ich siehe am offenen Fenster und blicke in die tobende, kochende See: tausendfach Getrummer, losgerissene Dächer, Bettladen jagen in Windeseile vorüber, und dort eine Wiege ein Kind darin schaukelt auf den bre delnden Wellen! Dicht dahinter auf winzigem Schilddach mit gerungenen Händen ein Weib! Durch das Heulen des Windes, durch das Lärmen der Wogen glaube ich das Rufen der Armen zu hören. Aber ob auch Schaaren von Männern an beiden Ufern stehen, es fehlen doch Ruder und Kahn, und wenn sie nicht fehlten, ehe das Boot vom Lande stieße, müßten Wiege und Holzdach länast in weite Ferne fortgerissen sein. Und fortgerissen mit Eingestürzte Brücke bei Zikgenhalö. Pfeilschnelle werden Kind und Frau und verschwinden spurlos in den aur aelnden Tiefen, über die sich schwankend und ächzend, dem Einsturz nahe, die schweren Holzoogen der Freiwal dau Brücke spannen." Dcehr als 150 Häuser in dem Ueber

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schaulicht, die große massive katholische ZUrche in Arnoldsdorf, Kreis Neine, ein Raub des wüthenden Elements geworden. Nicht einmal die Todten hat die ?iik verscbont. Der neben der genannten Kirche liegende ftneorjoj tt auf zwei Meter Tiefe fortgespült wor den, und noch ein anderer Friedhof, so daß die Gebeine von etwa 200 Leichen und Sargtheile weithin in's Land geschwemmt wurden. Bei Deutsch-Ras-selwitz unweit von Oberglogau an der Hotzenplotz ward, wie uniere Abbudung zeigt, auf eine große Strecke der FlA,lZ l Sr '. äkoZü 'Säi"-'V-S-S. jsfe -tWCwit Weggespülter Bahndamm bei Teutsch Nassct reit. Bahndamm unterspült und fortgeschwemmt. Auch der Regierungsbezirk Brcslau wurde in ernste Mitleidenschaft gezogen. Im Stadtkreise Breslau sind allein 143 Grundstücke überschwemmt worden. Die Polizei mußte in Breslau selbst ganze Straßen absperren und die Bewohner der Kellergeschosse zum Räumen ihrer Behausungen anhalten. In der Sandvorstadt fuhr man in einzelnen Straßen mit Kähnen, auf dem Bürgerwerder rieselte an den Kasernen das Wasser der Oder über die Straße. In der Salzstraße stürzte die Sternberg'sche Spritfabrik zum größten Theil in sich zusammen. Der Schaden beläuft sich auf Millionen! Die Wiederherstellung der großen öffentlichen Anlagen, der Flußlause, der Straßen, der Wegeder Brücken, der Deiche ist nun ache der Staats- und Provinzbehörden. Zu dem unmittelbaren Schaden, den das Hochwasser angerichtet, kommt überdies noch der mittelbare durch zahlreiche empfindliche Verkehrsstörungen. Die preußische Regierung hat sich bekanntlich zuerst der schlimmen Situation nicht gewachsen gezeigt. Erst als die Presse dringend mahnte, begab sich der Finanzminister nach dem NothstandsgebZet und ordnete die vorläufige dringlichste Abstellung des Schadens an. Entscsscltc itoturhräflc. Ttt SO. Jahrestag der grosjc vulkanischen vruption aus Krakatau. Am 27. August 1903 werden 20 Jahre seit dem Tage verflossen sein, an dem durch eine der schrecklichsten vulkanischen Katastrophen des vorigen Jahrhunderts der größte Theil der Krakatau-Jnsel in der Sundastraße

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Der Rakata. ins Meer versenkt wurde. Vor dem Unglückstage war Krakatau eine dirnenförmig gestaltete, 2712 Fuß hohe Vulkaninsel, deren unterirdische Kräfte man für erloschen hielt, weil sie seit 1680 kein Lebenszeichen von sich gegeben hatten; im Südosten hatte sich die höchste Spitze, der aus Basalt bestehende Rakata, befunden. Die Länge der Insel betrug vor dem Ausbruche im Jahre 1883 5j, ihre Breite drei Meilen. Eine dichte Waldvegetation bedeckte Krakatau von der Basts bis zur Spitze; im nördlichen Theil entsprangen dem Boden heiße Quellen. Die Insel war nicht bewohnt. An dem genannten Tage nun rourden plöhlich die beiden nordwestlichen Andesitkegel Perbuatan und Danan unter beispiellosem Getöse in die Luft gesprengt: an ihre Stelle trat das Meer, 990 Fuß tief. Nur die Hälfte des entzweibrechenden Rakata blieb stehen; seine Nordseite erscheint mm als ein gewaltiger Steilabsturz, der den Berg bis tief in's Innere aufgeschlössen hat. Der Ausbruch 15 Vulkans machte sich weithin fühlbar durch eine mächtige Welle, welche den ganzen Jndischen und Pazifischen Ozean bis zur Küste Südamerikas durchzog, und durch ungeheute Massen von Dämpfen und vulkanischem Staub, welche nahezu die Runde um die Erde gemacht hoben sollen.,- ) '