Indiana Tribüne, Volume 26, Number 306, Indianapolis, Marion County, 18 August 1903 — Page 6

Jttditlttn Tribüne. l. August 1903.

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Europäische Nachrichten. Köeinprori,rz. E l b e r f e l d. Ein schwerer Unfall, bei dem ein Menschenleben vernichtet wurde, ereignete sich bei den Abbrucharbeiten in der Simons'schen Fabrik in der Alezanderstraße. Der Tagelöhner Ewald Dausen kam so unglücklich zu Fall, daß er einen dopVeiten Cchäd:lbruch erlitt, an dessen Folgen er kurz nach - seiner Einlieferung in's städtische Krankenhaus starb. E sch Weiler. Zum Andenken an die verstorbene Wittwe Josef Rosen spendeten deren Hinterbliebene für wohlthätige Zwecke die Summe von 24,000 Mark. Der 25 Jahre alte Andreas Lowis erschoß den 50 Jahre alten Vater seiner Braut, der gegen eine Verbindung der Brautleute war. L u d e n b e r g. Förster Ionen wurde von einem Lastwagen übersahren und erlag in kurzer Zeit seinen schweren Verletzungen. M ü h l h e i m. Die Taglöhnersfrau M. Kaiser wurde als Leiche in der Düngergrube aufgefunden. Die Frau ist im Bette überfallen und ermordet und dann nach der Grube geschleppt worden. Es liegt ein Rachealt vor. Solingen. Dem berittenen Gendarmen Hausmann hierselbst ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. S p e l d o r f. Auf dem Nangirbahnhofe hier wurde der Weichensteller Peter Holz bon einem Güterzuge überfahren und sofort getödtet. Der Verunglückte war erst 24 Jahre alt und verheirathet. Frovinz Kesscn-Nassau. Kassel. Dem Geheimen Medizinalrath Dr. C.amgrotzky wurde der Kronenorden 3. Klasse verliehen. Ein Jubiläum seltener Art feierte die 75jährige Qbsthändlerin Frau Ehr, indem sie zum 50. Male ihren Aerkaufsstand am Martinsplatze bezieht. Der allbeliebten, rüstigen Jubilarin wurden von den Anwohnern des Martinsplatzes, ihrer Kundschaft -und ihren Bekannten Glückwünsche dargcbracht. E l t v i l l e. Frau Birnbaum von hier goß beim Feueranzünden Petroleum in den Ofen, wobei die Kanne Feuer fing und erplodirte. Frau Birnbäum erlitt so schwere Brandwunden, daß sie verstarb. Eichenberg. Auf dem Bahnkörper der Strecke Bebra - Göttingen in der Nähe der Station Friedland wurde der in den 80er Jahren stehende

Invalide Diekmann aus Obernjefa todt aufgefunden. Der alte Mann ist wahrscheinlich zwischen den Geleisen eine Strecke gegangen und von einem Zuge überfahren worden. F r a n k f u r t a. M. Dem 2. nassauischen Feldartillerie - Regiment No. 63 Frankfurt" wurde von 12 ersten hiesigen Famüten ern kostbarer silberner Tafelaufsatz geschenkt, der dem Officiercorps des Regiments in dem Hause des Handelskammerpräsi denten Andrae überreicht wurde. An der Feier nahm auch Oberpräsident Graf Zedlitz - Trütschler theil. Der 12jährige Sohn Heinrich des Kohlenträgers Berberich, Breitegasse 14, erhängte sich mittels eines Riemens an der Zimmerthür. In einem hinterlassenen Briefe giebt der unglückliche Knabe grobe Mißhandlungen, die er von seiner Stiefmutter zu erdulden gehabt habe, els Grund der That an. H a t t e n h e i m. Prokurator August Wilhelms, der für die Weinkultur des Rheingaues und besonders für die Hebung und Anerkennung des Nauenthaler Gewächses sehr viel gethan hat, vollendete sein O0. Lebensjahr. Hofgeismar. Der in der Entengasse wohnende, in mittleren Jahren stehende Arbeiter Otte machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Was den Mann zu diesem unseligen Schritt gerrieben, ist unbekannt. L i m b u r g. Papst Leo XIII. hat dem Abgeordneten Peter Paul Eahensly hier das Kommandeurkreuz des St. Gregoriusritterordens mit dem Stern verliehen. R ü d e s h e i m. Während eines Gewitters wurde der Winzer Schmelzeis, der unter einem Kastanienbaum Schutz gesucht hatte, vom Blitz erschlagen. S o o d e n. Dem emeritirten Lehier und Präzepto: Heinrich Jakob wurde der Adler der .Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen. Mtterdcittsclie taatctx. Vraunschweig. Im benach Karten Volkmarode schickte die Arbeitersrau Dankworth ihr fünfjähriges Kind mit einemKorbe nach dem Bäcker, UM Holzkohlen zu holen. Unterwegs glühten die Kohlen wieder auf und setzten den Korb in Brand. Gleichzeitig fingen die Kleider des Kindes Feuer und bald stand das ganze Kind in Flammen. In hoffnungslosem Zustande wurde es nach dem herzoglichen Krankenhause gebracht, wo es bald der Tod von seinen schrecklichen Leiden erlöste. B ü ck e b u r g. Dem Oberhofmarschall des Fürsten zu SchaumburgLippe Freiherrn von Ulmenstein wurde der Kronenorden erster Classe verliehen. Dessau. Sein fünfzigjähriges Dienstjubiläu! beging der Landgerichtspräsident Rudolph hier in vol-

ler körperlicher und geistiger Friscye. Aus diesem Anlaß sind dem Jubilar von dem Herzog von Anhalt die Com-mandeur-Jnsignien 1. Classe des anhaltischen Hausordens Albrechts des Bären mit der Krone und das Denkzeichen für fünfzigjährige Diensttreue verliehen worden. E i s e n a ch. Von den schroff abfallenden hohen Felsen der Eisenacher Burg" stürzte der hier ansässige 20jährige Klempner Neumann aus Lohstört bei Altona ab. Ein Postassistent fand den schwer Verletzten und beeilte sich, Hilfe herbeizuholen. Ehe diese aber zur Stelle war. hatte der junge Mann sein Leben bereits ausgehaucht. Heim bürg. Auf seltsame Weise ist in unserem Orte der Wegewärter Oberländer um's Leben gekommen. Oberländer war mit dem Arbeiten am Wege beschäftigt und hatte feine Flasche mit Kaffee in das Gras gelegt. Als er trank, ohne weiter auf seine Flasche zu sehen, verschluckte er ein Stückchen von einem Grashalm, das im Schlunde sitzen blieb und trotz ärztlicher Hilfe nicht entfernt werden konnte. Es stellten sich Schwellungen im Halse ein, die den Erstickungstod herbeiführten. Jena. Der bekannte Theologe Thümmel wurde zum ordentlichen Professor für praktische Theologie an der hiesigen Universität ernannt. K ö t h e n. Das vierjährige Töchterchen des Kunstgärtners Liebau spielte im väterlichen Garten in der Nähe eines Sprengwasserfasses, beschästigte sich schließlich an letzterem und fiel kopfüber in das Faß hinein. Bevor der Unfall bemerkt wurde, war das Kind bereits eine Leiche. Leopoldshall. Auf dem Schacht 3 des hiesigen Salzwerks wurde der Fördermann Heilwagen aus Neundorf bei feiner Arbeit von einem Salzwagen derart gequetscht, daß die Verletzungen den sofortigen Tod herbeiführten. Der Verunglückte hinterläßt eine zahlreiche Familie. S ch m ö l l n. In geheimer Sitzung des Stadtraths und der Stadtverordneten wurde Bürgermeister Kroll hier auf die Dauer von 12 Jahren wiedergewählt. Wernigerode. Bei einem Reviergange hatte der fürstliche Oberförstcr Kühne in Hasserode das' Unglück, zu stolpern, wobei sich sein Gewehr entlud. Der Schrotschuß ging ihm durch den Unterarm und verursachte einen gioßen Blutverlust. Glücklicherweise war ein Waldwärter in der Nähe, der für Nothverband und Transport in's Krankenhaus Sorge trug. Zahna. Die am grünen Weg belcgene Besitzung des 'Arbeiters SchuNlann, bestehend aus Wohnung und Stall, brannte nieder. Das Feuer ist durch Brandstiftuno entstanden. Der Schuldige ist in der Person des ungerathenen 30jährigen Sohnes des Geschädigten ermittelt. Frovinz Lbnnnover. Hannover. Sein 25jähriges Dienstjubiläum konnte der Obergarderobier Hermann Lohse vom Königlichen Theater feiern. Aus Anlaß desselben wurde der Jubilar von seinen Vorgesetzten sowohl, bei denen er sich großer Beliebtheit erfreut, wie von seinen Mitarbeitern mit hübschen Geschenken bedacht. Den Tod auf den Schienen fand auf der Eisenbahnstrecke Hannover - Kassel in der Nähe von Föhrste der Kanonier Conrad M'öhle, der von der zweiten reitenden Batterie des hiesigen FeldartillerieRegiments No. 10 desertirt war uno deshalb steckbrieflich verfolgt wurde. Beim Schnellen Graben erschoß sich der neunzehnjährige Techniker Richard Vogel, der früher bei der Clektricitats - Gesellschaft Helios" beschäftigt worden war. C e l l e. Infolge eines Blitzstrahls ist die alte berühmte Schäferei abgebrannt, die zur Zeit dem Forstsiskus gehörte. E tz e n b so r n. Der in guten Vermögensverhältnissen lebende LandWirth Fritz Schrader erhängte sich, nachdem cr zuvor erst noch seinen Knecht erweckt hatte, an einem Balken in seiner Scheune. Göttingen. Das hiesige Schwurgericht verurtheilte den 22jährigen Maurer Karl Möller aus Herberhausen wegen Straßenraubes, Beiruges in drei Fällen und Beleidigung zu 10 Jahren Zuchthaus. H i l d e s h e i m. Gasthofsbesitzer Klöpper von hier wurde oberhalb der Militärschwimmanstalt als Leiche aus dem Wasser der Innerste gezogen. Er war aus dem Hause gegangen, um einen Svaziergang zu unternehmen. Seine Familie mmmt an, daß er am Ufer ausgeglitten und in die Innerste gefallen ist, wobei er seinen Tod gefunden hat. Er litt seit längerer Zeit an Schwäche in den Beinen. streng a r l il o r r al ! s H. Varon: Gestern großes Malheur gehabt, Automobil umgeschmissen!" Herr v. R.: Da haben sich Herr Baron wohl verlcht?" Baron: Aeh, das nicht; Schlimmeres, auf B ü r -g e r steig geschleudert worden!" Passen desAngebot. Ein Gast läßt sich in einemRestaurant eine Portion Gänsebraten geben. Der Vraten ist jedoch so hart, daß er alle Kraft zusammennehmen muß, um denselben zu zerschneiden. Ein zufällig anwes ender Hausirer bemerkt diese Anstrenungen und mit Gschäftseifer tritt er an den Tisch des Gastes und fragt: Vielleicht ein Muskelstärker gefällig?"

Der Katzenjammer.

Katzenjammer hat es zweifellos ge geben, seit es geistige Getränke gibt, und auch der Deutsche, der jederzeit gern dabei war, wo tapfer gezecht wurde, kennt ihn von altersher; aber den Namen dieses bitteren Leidens kennt er erst seit ungefähr hundert Jahren. Heidelberger Studenten waren es angeblich, welche die treffende Bezeichnung fanden. Als der bekannte Humorist Regierungsrath Karl Julius Weber, dir Verfasser des in vielen Auflagen verbreiteten Demokritos", mit dem jungen Erbgrafen von Jsenbürg auf Reisen gegangen und der Erbgraf ihm entflohen war, nahm er geärgert seinen Abschied und machte seine Reisen allein. Auf der Rückkehr von Paris schrieb er in einem Brief aus Heidelberg vom 5. Juli 1806: Wir kamen nach Heidelberg, Freitags Vormittags 8 Uhr. Ich nahm ein Frühstück, schlief von 10 bis 12 Uhr, aß mit Livländer Baronen, die des Studirens halber sich hier aufhielten, aber mitspeisten.ohne einWort zu spiechen. Es befremdete mich gar nicht, es sind Barone! In ihrem übrigens sehr guten Deutsch, als sie sich später miteinander unterhielten, lernte ich ein Studentenwort für das Unbehagen nach einem Rausche, das nicht übel paßt: Katzen - Jammer". Später brauchte Weber in seinem Demokrit" das Wort Katzenjammer selbst, als er von dem Punsch und Bischof der Br ten mit ihren oft bedenklichen Zügen schrieb. Wie man aus Belle Fourche, S. D., berichtet, wird eine der bedeutendsten Viehzüchter-Firmen jener Gegend ausverkaufen und sich von dem Geschäfte zurückziehen, da die Weidegründe sich zu sehr auffüllen. In diesem Jahre wird alles, was nur verschickt werden kann, auf den Markt geworfen und der Rest nach Nebraska geschickt, wo die Gesellschaft große Landstriche angekauft hat. Die Gesellschaft that diesen Schritt, da das Land sich sehr schnell rmt kleinen ViehZüchtern, Farmern und Schafhirten anfüllt, die das Land einzäunen, das Wasser abschneiden und das Vieh beunruhigen. Zwei kleine Mädchen in kurzen Röcken brachten unlängst ihr Schwesterchen in das Bellevue Hospital zu New ?)ork und fragten nach dem Dr. Pappenheim. Als der Arzt hinzukam, zeigten die Mädchen ihm das Baby. Dasselbe war, den Aussagen der Mädchen nach, zwei Jahre alt und kaum ein Pfund schwer. Dabei war es vollkommen gesund. Die Beine und Arme waren kaum einen Zoll dick und die Finger geradezu durchsichtig. Ja, was soll ich denn mit dem Kinde?" fragte der Arzt. Es ist ja in bester Gesundheit." Größer machen sollen Sie es", antworteten die Kinde? wie aus einem Munde. Doch der Arzt war nicht im Stande, ihnen den Gefallen zu thun und schickte sie mit dem Baby nach Hause. Ein Famtltendrama spielte sich in Berlin ab. Die Weberfrau Anna Bliß wollte sich und ihre drei Kinder umbringen. Die beiden ältesten flüchteten aber aus der Wohnung, worauf die Mutter sich und ihr jüngstes Kind ermordete. Der 39 Jahre alte Weber Bliß wohnte im vierten Stock eines Quergebäudes seit zwei Jahren mit seiner Familie, bestehend aus der gleichaltrigen Ehefrau und den drei Kindern Richard, Franz und Erna im Alter von 12. 8 und 7 Iahren. Der Mann lebte in letzter Zeit im Zwist mit seiner Frau, und diese beschloß, mit den Kindern in den Tod zu gehen. Dazu hatte sie eine Lysollökung beschafft und äußerte kürzlich Morgens, als der Mann fortgegangen war, zu den Kindern: Wir wollen sterben". Die beiden Knaben bracken nun in lautes Geschrei aus und stürzten aus der Wohnung auf den Hof, um bald mit Nachbaren zurückzukeh ren. Diese Zeit hate Frau Bliß aber schon benutzt, um Erna und sich selbst zu vergiften. Als der Mann von seiner Arbeitsstätte herbeigerufen wurde, empfingen ihn 30 Frauen aus der Nachbarschaft, die sich mit Besen be waffnet hatten und über ihn herfielen. Der Hausverwalter konnte den Mann nur mit Mühe vor der Wuth der Weiber scküken. J)aztn Amerika Nichts unmöglich ist, zeigt so recht wieder eine kleine Geschichte, die ausConey Island berichtet wird. Die dortige Feuerwehr wurde nämlich durch den Marschall wegen Nichtzahlung der Miethe auf die Straße gesetzt. Im Umsehen waren Wagen, Pferde und alle sonst!gen Utensilien herausgeschafft. Der Grund zu diesem so ungewöhnlichen Verfahren, wenigstens gegenüber einer städtischen Anstalt, lag darin daß die guten New Jorker Stadtväter schon seit 3 Jahren vergessen hatten, das nöthige Geld zur Zahlung der Miethe zu verwilligen. Natürlich wurde dem Hauseigenthllmer Das zu bunt, und er griff kurz und bündig zu dem wundervollen Disposseß"-Verfahren, auf gut Deutsch Rausschmeiß-Verfahren. Die arme Feuerwehr mußte den ganzen Tag und die Nacht unter Zelten zubringen, bis am nächsten Tage die Sache gesettelt" wurde und sie wieder in ihr "?- "m Zurückkehren konnte. Der Sündenbock. Sonntagsjäger (mit einem selbsterlegten" Hasen heimkommend): Aennchen, wenn er etwa nicht mehr ganz frisch sein sollte, ich bin mit der Sekundär-

bahn gefabren."

Marisckka Moltke".Wie ein kleines, ungarisches Mädchen auf dem Atlantischen Ocean zu dem Namen des deutschen Feldmarschalls Moltke kam. meldet der Capitänsbe richt über eine der jüngsten New Aorker Reisen desSchnelldampfers Molt!e" der Hamburg-Amerika-Linie: Am 30. Juni. 2 Uhr 20 Minuten Vormittags, wurde den Eheleuten K. aus Ungarn ein? Tochter geboren. Diese erhielt die Namen Marischka Moltke. Eine Sammlung für die Wöchnerin ergab die Summe von 132 Mark. Mutter und Kind, beide wohl." Der Waldaufseher von Romallo im Nonsthal (Tirol) begab sich dieser Tage auf dieWeideneien des Osolberges. Dort sah er unter einem Baume ein kleines Thier liegen, das er anfänglich für einen Fuchs hielt und gegen den er seinen Hund hetzte. Der Hund stürzte sofort auf das Thier los, begnügte sich aber damit, es anzubellen, denn das Thier war ein junger Bär. Als der Mann das erkannte, drang er im Verein mit seinem Hunde neuerlich auf den Bären ein und wollte ihn binden. Da ließ der kleine Meister Petz ein durchdringendes Pfeifen hören, das er mehrmals wiederholte. Gleich darauf erscholl aus dem nahen Wald ein unheilverkündendes Brummen. Nun hielt der Mann es für gerathen, sich aus dem Staube zu machen, und in größter Eile lief er den Berg hinab bis zum ersten Hause. Dort allarmirte er die Bauern, die sich ihm sofort anschlössen und unter seiner Führung mit Gewehren bewaffnet gegen die Värenfamilie auszogen. Allein von dieser war nichts mehr zu sehen. Ein heiteresErlebniß spielte sich dieser Tage in der juristischen Sprechstunde auf der Redaktion einer Berliner Zeitung ab. Unter der Menge der Rathsuchenden befand sich auch ein Mann im schlichten Arbeitskittel, der sich durch seinen Arbeitgeber in Bezug aufLohnansprüche übervortheilt glaubte und nun vom Anwalt weitere Rathschläge erbat. Dieser ließ sich von dem Arbeiter die Sachlage genau auseinandersetzen und kam zu der Ansicht, daß die Ansprüche des Arbeiters vollkommen berechtigt wären und er eine Klage nicht zu scheuen brauchte. Schon wollte sich der Arbeitsmann mit einem Danke entfernen, als sich der Anwalt besann, daß er sich im Eifer der Sache nach dem Namen des Brotherrn zu erkundigen vergaß. Durch eine schnelle Frage holte er das Versäumte nach und bekam als Antwort den Namen des Verlegers zu hören, in dessen Auftrag er seine weisen Rathschläge ertheilte. Während der schlaue Arbeiter schmunzelnd die Redaktionsräume verließ, soll der Jünger der Themis ein nicht gerade sehr geistvolles Antlitz zur Schau gc tragen haben. EinenrichtigenStraußenmagen scheint ein Mann zu besitzen, dessen außerordentlicheGeschichte in der Pariser ca16ini de m6Icino Dr. Monniot erzählte. Am 19. Mai trat in's Saint Josefs - Hospital ein junger Bauer ein, der über so heftige Magenschmerzen klagte, daß am 25. Juni eine Operation borgenommen werden mußte. Der chirurgische Eingriff, den Dr. Monniot selber ausführte, förderte nun aus dem Magen des Landmanns folgendes zu Tage: acht Kaffeelöffel, von denen drei bis 15 Centimeter lang waren, eine Gabel mit drei Zinken, den Griff dieser Gabel, einen anderen Gabelgriff, einen spitzen Nagel von 14 Centimeter Länge, einen anderen 7 Centimeter langen Nagel, eine Nadel 3 Centimeter lang, einen Messergriff und eine Messerklinge, einen Schlüssel, andere kleine eiserne Gegenstände, im Ganzen 25 Stück im Gewicht von 230 Gramm! Dr. Monniot legte seinen Collegen die ganze Sammlung vor und berichtete, daß der Mann sich jetzt einer vorzüglichen Gesundheit erfreue. Als Beweggrund seines unvernünftigen Thuns habe er die Absicht angegeden, sich zu tödten, weil er von einer Stiefmutter zu schlecht behandelt worden sei. D i e S ch w ä r m e r e i für den grünen Rock ist in Potsdam unter den Mädchen besonders groß. Namentlich sind die Oberjäger sehr begehrt, weil es verlockend erscheint, einmal Frau Förster zu heißen. Kürzlich wurde nun ein Oberjäger, der besonders Glück bei den Damen hatte, von verschiedenen Seiten zu seiner Verlobung mit einem Fräulein S. beglückwünscht. Er war sehr überrascht darüber, denn er hatte nicht das Vergnügen, die Dame zu kennen. Dagegen hatte er einen anonymen Liebesbrief erhalten, in dem er von einer Verehrerin vergöttert wurde, hatte aber darauf nicht geantwortet. Als die Gratulationen zur Verlobung nicht aufhörten, ging der Oberjäger der Sache auf den Grund und suchte seine angebliche Braut auf. Diese ist die Tochter eines Hausbesitzers, war früher Verkäuferin in einem Waarenhause und lernt jetzt in einer Wirthschaft kochen. Als der Oberjäger erschien und fragen wollte, wie sie dazu komme, sich für seine Braut auszugeben, fiel sie ihm sofgri schluchzend um den Hals, herzte und küßte ihn und bat ihn, sie doch nicht bloßzustellen. Es ergab sich dann, daß das Mädchen sich selbst mit dem Oberjäger verlobt" und sich sogar einen Verlobungsring mit seinem Namen beschafft hatte. Dem schönen Traum wurde nun ein jähes Ende be-reitet.

Ter Neger in ZZlotie und Heer. Unsere Kriegsflotte könnte bei dem Mzngel an Leuten, ohne Neger-Ma-trosen gar nicht bestehen; nach dem Zeugnisse der Offiziere werden sie nach einiger Uebung ganz gute Seeleute und Seekrieger und betragen sich ordentlich. Früher vertrugen sich Weiße und Schwarze auf den Schiffen ganz gut. Aber in Folge der nunmehrigen Rasstnhetzereien ist dies nicht mehr der Fall; häufig kommen, wenn auch nicht auf 'den Schiffen, so doch auf dem Land Zusammenstöße zwischen farbigen und weißen Matrosen vor, wobei die ersteren, weil an Zahl geringer, gewöhnlich die meisten Schläge davontragen. Kürzlich entstand nun das Gerücht, Flottenminister Moody habe die Weisung ertheilt, keine Neger mehr für die Flotte anzuwerben. Aber von Mashington aus wird versichert, daß die Negeranwerbung für die Flotte, neben der von Weißen, ununterbrochen fortdauern wird . Zur Vermeidung von Rassenconflikten innerhalb 'der Wehrmacht Uncle Sam's giebt es ja ein höchst einfaches Mittel, das ir stehenden Heere der Ver. Staaten längst mit bestem Erfolge angewandt wird und bei dem wir hier etwas verweilen wollen. Während des Bürgerkrieges tauchte im Norden bald der Gedanke auf, auch Negertruppen zum Kampfe gegen die große Rebellion zu verwenden. Zuerst aber blieb es meist bei Spielereien. Da ertheilte General Grant, nach der Einnahme Vicksburg's in Misnsstppi, einem seiner bewährtesten Ossiziere, dem Oberst und nachherigen General Hermann Lieb, der gegenwärtig noch rüstig einem der Chicagoer Postämter vorsteht, den Auftrag, aus Negern in Mississippi Truppen zunächst zur Besatzung für Vicksburg zu errichten. Das Unternehmen hatte, dank dem Organisationstalent und der Schneidigkeit des Deutsch-Schwei-zers Lieb, einen überraschenden Erfolg. Selbst aus unbeholfenen bisherigen Sklaven wurden bald tüchtige Soldaten. So kommt es. daß noch heute ein Theil des amerikanischen Heeres aus Nogertruppen besteht. Nach dem Vorgange Grant's und Lieb's vermischt man dabei schwarze Soldaten nicht mit weißen sondern macht aus den Neaern besondere Regimenter mit meist schwarzen Unteroffizieren und meist weißen Offizieren: vereinzelt giebt's aber bei ihnen auch schwarze Subal-tern-Offiziere. Diese Regimenter des VuNdesheeres haben sich bestens erprobt in Kampf und Frieden. Im spanischen Krieg beim Sturm auf die Höhen von San Juan in Cuba that sich ein solches Regiment durch glänzende Tapferkeit hervor. Und nie ist es im Bundesheere zu Reibereien zwischen Weißen und schwarzen Soldaten gekommen, eben weil sie besondere Organisationen bil den. Auf's Handgreiflichste nahe liegt nun der Gedanke, in der Kriegsflotte Aehnliches zu thun, d. h. einige Schiffe ausschließlich mit schwarzen Matrosen zu bemannen, natürlich unter dem Befehl von weißen Offizieren. Reibungen zwischen weißen und schwarzen Seeleuten Uncle Sam's würden dann ganz vermieden werden, selbst an dem Land. Der bisherige Groll weißer Matrosen gegen schwarze rührt ja nur daher, weil sie auf einem und demselben Schiffe dienen; und am Land macht er sich nur deshalb Luft, weil dies auf dem Schiff durch die da Herrschenke eiserne Disziplin verhindert wird.

Sprachrcinigun,. Eine Cakes-Fabrik in Bielefeld hatte einen Preis auf die b?ste Verdeutschung des Wortes Cakes" ausgeseZt. Das preisgekrönte Wort heißt: Knusperchen. Die Cakes. die nennt man Knusperchen, Bonbons, die heißen Zuckerchen, Der Cognac heikz.t jetzt Schluckerchen, Und das Journal heißt Druckerchen. Motore heißen Treiberchen, Der Automat heißt Geberchen. Das Restaurant hcißt Kneiperchcn, Und der Konkurs heißt Treberchen. Der Dilettant heißt Patzerchen, Champagner heißt Beschwipserchen, Das Dynamit heißt Platzerchen, Und das Billet heißt Knipserchen. Brillanten heißen Schillerchen, Der Schnupftabak heißt Nieserchen, Das Militär heißt Drillerchn, Der Anarchist heißt Schießerchen. Die Chaise heißt jetzt Wägelchen, Und das Diner heißt Futterchen, Ach Gott, das deutsche Sprächelchen Geht immer mehr kaputterchen. (Münchner Jugend".) Von allen Geschöpfen der Erde besitzen die Fische die größte Muskelkraft. Der Wal schwimmt mit einer Schnelligkeit durch das 'dichte Medium des Wassers, daß er eine Reise um die Erde in gerader Linie in 14 Tagen zurücklegen würde. Söno AusNcilt. T o u r i st (zum Dorfbader): Du hört doch alles auf, jetzt schlafen Sie gar beim Rasiren!" D orfbader: Schlafen scho net, abe seid mi neuli aner so saugrob ang'fahrn hat weg'n an kloan Schnitzer! $m der Kehl', bin i so ne?vös, wenn i dahin komm mit dem Messer, daß i halt lieber d' Aeugle derweil a biss'l zusperr!"