Indiana Tribüne, Volume 26, Number 306, Indianapolis, Marion County, 18 August 1903 — Page 5
Indianer Tribüne, 18. August 1903,
Ein moderner Zauberer. - Ennnerungcn von Heinrich Steffen. In Pyrmont, wo ich vierzehn Jahre das Fürstliche Kur - Theater leitete, verkehrte, wie in allen größeren Bädein, ein internationales Publikum, welches nach Abwechselung verlangte. Die Badeorte werden bekanntlich von Künstlern aller Gattungen heimgesucht. So waren z. B. während meiner Pyrmonier Directionszeit ständige Gäste: Frau Artot - Padilla, Teresina Tua, Bellachini, Homes - Fey und Frau und wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammen karnen? eine Menge anderer Künstler, Bauchredner, Neger - Sänger u. s. w. Wenn solche Künstler in dem Kursaale auftraten, machten sie mir gewaltige Concurrenz. Anderseits traten die Gäste lieber im Theater auf, weil es die doppelte Anzahl Menschen faßte und der Illusion mehr Spielraum bot. Deshalb ließ ich die besseren dieser Künstler" im Theater auftreten. Meistens wurden einaktige Lustspiele gtgeben, und dazwischen gaben die Gäste ihre Vorstellungen. Nur Vellachini nahm bei seinen Gastspielen stets die Bühne für sich allein in Anspruch, weil er nie litt, daß während seiner Vorstellung eines meiuer Mitglieder die Bühne betrat. Fürchtete er, daß man von seiner Kunst etwas erlauschen könne? Als er zum ersten Male bei mir auftrat, war ich sehr gespannt auf seine Leistungen, von denen ich so vielRühm-, bches gehört hatte. Noch gespanmer Ober war ich auf seine Person. In dem ,,Hofkünstler" Kaiser Wilhelms I., der Lellachini wirklich war, erwartete ich einen Cavalier, einen gebildeten Mann zu finden. Ich war deshalb wie mit kaltem Wasser Übergossen, als er vor Beginn der Vorstellung etwa folgende Ansprache an das Publikum hielt: Die geehrten Herrschaften verßaien, wenn ich mit der deitschen Sprache nicht so recht fort kann, aber ich bin Ausländer. Ich bitte also, weniger auf meine Aussprache, sondern auf meinen Fingern zu achten. Ich spreche überhaupt nicht vlel, aber ich ßaige desto mehr. Wenn ich ßum Beispiel wo andcrs auftrete, führe ich ßehn Centner Sachen mit mir. Aber bei ein so gebildetes Publikum, wie Sie sind, habe ich das nicht nöthig. Sehen Sie meinen Frackärmeln nichts darunter als die Manschetten. Hier auf meine Brust nur ein Oberhemd, wie bei Sie. Zu mein erstes Kunststück habe ich eine ganz einfache Sache gewählt. Hat vielleicht ßufällig einer von die Herren einen reinen Taschentuch bei sich?" O. meine Illusionen! Ich merkte natürlich sofort, daß Bellachini kein Ausländer, sondern ein Deutscher war. Aber immerhin war es sehr viel, daß' er sich seiner mangelhasten Schulbildung bewußt war und diesen Mangel durch das Spielen eines Ausländers zu verdecken suchte. Und er spielte seine Rolle vorzüglich. Ich bin überzeugt, daß der weitaus größere Theil der Zuschauer ihn wirklich für einen Ausländer gehalten hat. Auch sprach er nicht wenig während der Vorstellung, wie er vorher gesagt hatte, sondern er sprach sehr viel. Aber in so liebenswürdiger, drolliger Art, daß man ihm gerne zuhörte und alles Andcre dabei vergaß. Auch hatte er einen Schliff angenommen, der bewundernswerth genannt werden mußte. Er bewegte sich wie ein Mann von bester ErZiehung. Dazu kam ihm eine feine angeborene Komik sehr zu statten und seine überaus zierlichen Hände und Füße. Habe ich doch oft von Damen den Ausspruch gehört: Dem Herrn sieht man schon an seinen zarten Händen und Füßen den Italiener an." Zum Schluß seiner Vorstellungen kamen die Lieblingsspiele Sr. Majestät Kaiser Wilhelms I.", wie auf dem Programm stand. Diese leitete er durch folgende Vorrede ein: Zum Schluß meiner heutigen Vorstellung werde ich Sie die Lieblingsspiele Sr. Majestät Kaiser Wilhelms ßaigen. Neulich auf der Promenade in Ems rüste mir Se. Majestät an und sagte: Bellachini, heute Abend hui!" Dabei ahmte er die Ärmbewegung nach, fcii der Kaiser gemacht haben sollte, als er andeutete, er wolle am Abend die bekannten Ring- oder Kettenspiele sehen. Die Spiele habe ich später oft von anderen Künstlern gesehen; aber bei keinem fand ich auch nur annähernd di'' elegante Sicherheit, wie ich sie an Bellachini bewundern mußte. Eines Abends' saß er mit mir nach der Vorstellung in Pyrmont während des Abend - Concertes auf dem Balkon einer der Wirthschaften der HauptAllee. Einige meiner Mitglieder, Damen und Herren, hatten sich zu uns gesellt, und Bellachini machte uns in liebenswürdigster Weise einige kleine Kunststücke vor, die er uns dann er klärte. Als die erste Liebhaberin, Fräulein U., etwas später dazu kam, sugte eine Collegin: Ach, schade, daß Sie nicht früher gekommen sind! Herr Bellachini war so freundlich, uns einige Kunststücke zu zeigen!" Ach, bitte, bitte, Her? Vellachini, zeigen Sie uns noch ein Kunststück," bat nun Fräulein U. Einer schönen, jungen Dame vermag ich keine Bitte abzuschlagen sprach Bellachini galant. Bitte um Ihren Taschentuch," gnädiges Fräu-lein."
Die Dame reichte ihm das Tascheniuch. Wollen Sie gestatten, daß ich Jhnen die Augen verbinde, gnädiges Freilein?" Gern, Herr Bellachini." Alles war gespannt auf das Kunst stück, das nun kommen sollte. Nachdem Bellachini dem Fräulein die Augen verbünde hatte, fragte er: Können Sie etwas sehen, gnädiges Freilein?" Nein, Herr Bellachini." Nun, dann passen Sie auf." Damit trat Belmhini hinter den Stuhl der Dame. Wo bin ich jetzt?" Hinter mir." Was thue ich jetzt?" Sie legen die Hand auf meinen Kopf." Richtig! Was thue ich jetzt?" Sie beugen den Kopf über meine rechte Schulter." Richtig! Und was thue ich jetzt?" Sie beugen den Kopf über meine linke Schulter." Richtig! Aber was thue ich jetzt?" Das weiß ich mtf" Aber ich!" sprach .Hellachini und drückte dem Fräulein blitzschnell einen Kuß auf den schönen Mund. Ein schallendes Gelächter folgte diesem eigenartigen Kunststück. Fräulein U. machte gute Miene zum bösen Spiel und lachte mit. Ich weiß es nicht genau aber ich glaube, es war im Sommer 1888, da gostirte Bellachini wieder bei mir. An einem Sonntagabend das Theater war ausverkauft saß ich mit dem Geschäftsführer im Kassenzimmer und rechnete ab. Da kam der Negerknabe, ber bei den Vorstellungen Bellachini's Handlangerdienste leistete, und bat mich, schleunigst auf die Bühne zu kommen. Dort lag Bellachini auf eincm Sofa und rief mir entgegen: Herr Director, ich sterbe!" Sein Gestcht war hochroth; ich vermuthete ganz richtig, wie mir der Besitzer des großen Bade - Hotels, wo Vellachini wohnte, später eingestand, daß Bellachini beim Diner viele und schwere Weine genossen habe. Glücklicherweise hatte ich Brausepulder bei mir und nachdem ich ihm ein solches schleunigst verabreicht hatte, trat ich oor den Vorhang und sagte dem Publikum, daß Herr Vellachini plötzlich unwohl geworden sei, weshalb eine kurze Pause gemacht werden müsse. Als ich wieder hinter die Coulissen kam, hatte das Brausepulver bercits seine Wirkung gethan und auch der Arzt, zu dem ich geschickt, war bereits da. Vellachini war beiBesinnung, drückte mir fortwährend krampfhaft die Hände und jammerte: Herr Director, ich sterbe!" Der Arzt nahm mich bei Seite und sagte: An ein Weitersvielen ist nicht zu denken; es ist ein Schlaganfall. Lassen Sie einen Wagen holen und schafsen Sie den Kranken schnell in sein Hotel. Ich gehe voraus und treffe die nöthigen Vorkehrungen." Nachdem ich Auftrag gegeben hatte, schnell einen Wagen zu holen, trat ich abermals vor den Vorhang und verkündete dem Publikum, daß Herr Bellachini leider ernstlich erkrankt sei und unmöglich weiterspielen könne. Das Eintrittsgeld würde an der Kasse zurückgezahlt. Das Publikum mochte ahnen, um was es sich handelte, nahm meine Mittheilunz mit mitleidigem Schweigen
auf und verließ lautlos da? Theater. Im Hotel überließ ich den Kranken den Aerzten, telegraphirte an Frau Bellachini und bat sie, schleunigst zu kommen. Sie kam und pflegte ihren Gatten sorqsam, so daß er nach vierzchn Tagen Pyrmont verlassen und fein Heim m Berlin aufsuchen konnte. Von dort hat er mir noch einige Male geschrieben und stellte ein abermaliges Gastsviel für den kommenden Sommer in Aussicht. Aber dazu kam es nicht. Der Schlaganfall wiederholte sich, und ich sah meinen lieben Vellachini nicht wieder. Der beste Gerichtshof. Ein berüchtigter Mörder Namens Lathanvers stand vor dem GerichtsHofe zu Lille in Nord?rankreich, und trotz aller Bemühungen seines Vertheidigers gelang c? ihm nicht, seinen Kopf vor dem Beil zu retten; er wurde zum Tode verurtheilt. Der Präsident verkündete den Spruch und fügte dann, sich zu dem Angeklagten wendend, hinzu: Haben Sie noch etwas zu bemerken?" Gewiß, Herr Präsident. Ich lege Berufung ein und verlange, daß mein Fall an den Gerichtshof v:n Tours verwiesen wird." Warum gerade nach Tours?" fragte der Präsident verwundert. Weil das der beste Gerichtshof von Frankreich ist," erklärte der Verurtheilte, denn dort ist mein Bruder, der auch wegen Mordes angeklagi war, glänzend freigesprochen worden." m r Kathederweisheit. Professor (zu einem recht ungeschickten Schüler): Schulze, Sie sind ein blöder Mensch. Wenn Sie das Pulver erfunden hätten, könnte heutzutage noch kein Mensch damit schießen." Vorahnung. Mein Bräutigam bläst die Posaune." Freundin: Den würde ich nicht heirathen. Schließlich thut er es dann inrrnet, wenn Du einen neuen fiut verlanust.
Zie is Wasser gefallene Moral'
pauke. Humoreske von Hugo Maro. er Rittergutsbesitzer Adalbert von Kornmaier stimmte zwar bei jeder Gelegcnhcit in das Klagelied von der nothleidendenLandwirthschaft herzhaft ein und polemisirte gegen jeden Andersmeinenden lebhaft für die Nothwendiakeit der Erhöhung der GetreideZölle. In Wirklichkeil aber war er ein steinreicher Mann, der von der allgemeinen wirthschaftlichen Depression nicht viel merkte. Doch hatte stcy im Laufe der Jahrzehnte sein Sparsamkeitssinn zu einem an Geiz grenzenden Grad entwickelt. Das empfand sein jüngster Sohn, welcher seit einigen Semestern die Universität besuchte, besonders unangenehm; denn in zahllosen Episteln wurde ihm vom Papa unter Hinweis auf die schlechten Zeiten in eindringlichen . . . , , . . . , Worten die Tugend der pa?imieii gepredigt. . Als nun eines Tages Herr von Kornmaier einen Brandbrief" schon im ersten Drittel des Monats erhielt, beschloß er, den Studiosus zu besuchen und ihm eine gesalzene Moralpauke" zu halten. Ohnehin hegte er seit langem den Wunsch, die Universitätsstadt wieder einmal zu besuchen, die Stätte, wo er vor 30 Jahren selbst einige Semester als flotter Jüngling der alina inater verlebt hatte. Er war nämlich ursprünalich für die diplomatische Carriere bestimmt gewesen, bis der frühe Tod des älteren Bruders ihn zum Umsatteln und zur Uebernahme der Bewirthschaftung des väterlichen Gutes veranlaßt hatte. So führte emes Tages der Schnellzug den Herrn Rittergutsbesitzer gen Westen. Welche Fülle von Erinnerun gen stieg m ihm aus, als cr durch da? Coupeefenster die Thürme der alten Musenstadt am Horizonte auftauchen sah. Reminiscenzen an Stunden feuchtfröhlicherBurschenseligkeit. schimmernder Couleurtzerrllchkeit. Das ane Gaudeamus", das Klirren der Schläger klang wieder in seinem Ohre. Und ob es wohl noch so viele schone cadchen im Städtchen gab, deren Herzen stets lichterloh bra.iten für den kreuzfidelen Studio, wie einst vor 30 Iahren? Da donnerte der Zug schon in die Bahnhofhalle, und vom Bahnsteig grüßte der stattliche Studiosus den Vater. Wie vieles fand der alte Lgerr auf dem Rundgang durch die Stadt verändert; desto stärker wirkten jene Stätten, an welchen die Jahre spurlos vorübergegangen waren, mit ihrem Erinnerungszauber auf ihn ein. Sag 'mal, Papa, der Brief, welcher mir Deine Ankunft anzeigte, trug noch die Adresse meiner alten Behausung. Da habe ich Dir wohl gar nicht mitgetheilt, daß ich seit dem Monatsansang eine neue Wohnung habe?" Keine Silbe! Also schon wieder einmal umgezogen. Uebrigens möchte ich Deine Häuslichkeit gleich einmal kennen lernen." Wie Du wünschest,Papa, ich wohne ganz in der Nähe." Merkwürdig meinte Kornmaier senior, als man das Ziel erreicht hatte, und schaute immer wieder um sich, merkwürdig, wie bekannt mir hier alles vorkommt. Das Haus, der Treppenaufgang, die Wohnung. Selbst der alte Bücherspind dort in der Ecke, de? runde Sofatisch, grüßen mich wie alte Bekannte aus längst verschollenen Zeiten." Da lachte der Studiosus über's ganze Gesicht; wie hatte er sich imStillen auf diesen Moment gefreut. Glaub's schon, Papa, daß Dir hier alles bekannt erscheint, wo Du dereinst mehrere Semester in diesen Wänden gewohnt hast." In der That?" Jawohl! Du wirst Dich gewiß des Namens des Hausbesitzers, Deines einfügen Wirthes, entsinnen, des Schneidermeisters Selbich?" Allerdings, jetzt fällt es mir wie Schuppen-von den Augen, ich befinde rnich in meine? alten Bude". Saz 'mal" es klang etwas stotternd, zögernd, beinahe zaghaft lebt denn der alte Selbich noch?" Er lebt und ist noch frisch und munter. Als er meinen Namen hörte, fragte er sofort, ob ich ein Sohn des ehemaligen Studiosus Adalbert von Kornmaier aus Neudorf wäre. Na, die Freude, als ich bejahte. Du, Papachen, der alte Mann hat ein Vorzugliches Gedächtniß und erinnert sich noch der geringsten Kleinigkeiten und Begebenheiten aus Deiner Studentenzeit." Den Herrn Rittergutsbesitzer beschlich ein unbehagliches Gefühl. Sooooo?" Ja, Väterchen! Gestaunt habe ich, was ich da alles zu hören kriegte. Du erinnerst Dich, daß Du bei Deinem Wirthe auch Deine Anzüge arbeiten ließest?" Na ja, natürlich, da er doch zufällig Schneidermeister war." Ja, ergo bliebstDu ihm denn nichi nur den Miethzins, sondern auch den Schneiderlohn schuldig." Arthur!" Wozu dann noch kam, daß Du ihn so manchesmal extra apumptest." Junge!" t Und dann Väterchen, wie er Dich , einmal es war nach einem großen Stiftungsfest - Commerse in btt
Nacht vor der Hausthür liegend sarro und Du vergeblich die verzweiflungsvollsten Manöver ausfüh,. um das Schlüsselloch zu finden." So ein Bengel!" . Wie Du für jedes hübsche Mädchen im Städtchen schwärmtest, und wie außer den zahlreichen rosigen Billetdoux auch so manches Strafmandat wegen ruhestörenden Lärmens u. f. w.. in'Z Haus flatterte." Schlingel, wirst Du wohl " Daß Du in's Kolleg gegangen bist, So ein Taugenichts!" t Jmponirt hast Du mir, Papachen, einfach imponirt, als Herr Selbich rnb das alles erzählte." Ich werde den alten Schwätzer Aber Papachen, vor mir brauchst Du Dich doch nicht zu genieren. Von meiner Seite hast Du keine Moralpauke zu fürchten. Treibe ich es doch selbst nicht besser. Denn da mein Wirth zufällig Schneider ist, bleibe auch ich ihm nicht nur den Miethzins, sondern auch den Schneiderlohn schuldig, u. s. w. u. s. w. Du bist doch ge kommen, um das alles wieder inmal in Ordnung zu bringen?" Mit der Moralpauke, auf die sich Herr von Kornmaier so hübsch präpa rirt hatte, war's diesmal nichts. So ein boshafter Zufall," brummte der alte Herr, muß der Junge auch gerade bei meinem ehemaligen HausWirth und Schneider wohnen." Eine f a st unglaubliche That einer entmenschten Mutter wird aus der russischen Grenzstadt Wirballen gemeldet: Ein Mädchen ging eine Heirath mit einem jungen Mann ein, hatte ihm aber verschwiegen, daß sie ein Kind besaß. Als er dieses erfuhr, sagte er seiner Frau, daß sie das Kind aus der Welt schaffen solle, er gehe zur Arbeit, und wenn er wiederkomme. wolle er das Kind nicht mehr sehen. Die Mutter des Kleinen kam auf den teuflischen Gedanken, beim Abkochen von Kartoffelschalen das Kind in das kochende Wasser bineinzustellen. Aber eine Nachbarin hatte das Gespräch und das Geschrei des Kindes gehört. Sie holte eine andere Frau, worauf beide das schon todte Kind in dem kochenden Wasser fanden. Die Polizei verhaftete da5 Ehepaar. Die Banca Comerciala" in Ploeschti (Ungarn) sandte einem Bankhause in Budapest einen Werthbrief, in welchem sich 20,000 Lei befanden. Als in Bukarest der Brief geöffnet wurde, fand man darin 76 Stück weißes, schöngeschnittenes Papier. Dessen Gewicht betrug 152 Gramm, während der entsprechende Betrag in Papiergeld 195 bis 200 Gramm- hätte wiegen müssen. Auf ewe telephonische Anfrage in Ploeschti erfolgte die Antwort, daß der Betrag in 4 Tausendfrancsscheinen und 160 Hundertfrancsscheinen abgesandt worden. Die sofort angestellten Untersuchungen ergaben, daß der Diver der Banca Comerciala", welcher denBrief zur.. Post gebracht, ihn erbrochen und seines Inhalts beraubt hat. Er suchte
das Weite, ließ aber aus Bukarest eine mit Bleistift geschriebene Postkarte an den Direktor der Bank senden, in welcher er ankündigte, daß er den Dienst verlasse, weil er sich mit dem Direktor nicht vertragen könne und daß er bei dieser Gelegenheit auch etwas Geld mitnehme". Die Polizei glaubt auf der Fährte des Diebes zu sein. Den Schaden trägt die Bank. Ein seltsamer Zweikämpf hat kürzlich in der Grafschaft Ejjex zwischen einem Stier und einem Kraftwagen stattgefunden. Dort besitzt ein Farmer Namens JohnPhillips mehrere in einiger Entfernung von' einander liegende Grundstücke. Um diese rasch hintereinander besuchen zu können, schaffte er stch einen Kraftwagen an, dessen Erscheinen auf einem der Feldwege das ganz besond'ereMißfallen eines bösartigen Bullen erregte. Das Tuten der Lärmtrompete versetz!e den Bullen in unglaubliche Wuth. Mit vorgestreckten Hörnern, den Schweif hoch in der Luft, stürmte er auf das Automobil ein. Der Farmer, der sah, daß ein Zusammenstoß unvermeidlich war, erhöhte die Fahrschnelligkeit und Automobil und Bulle stießen mit furchtbarem Getös auf einander. Der Bulle rollte in den Staub, war aber bald wieder auf den Beinen und erneuerte seinen Angriff. Diesmal hatte der Farmer seinen Kraftwagen mit raschem Ruck gekehrt und war als Angreifer dem Bullen an das Hintertheil gefahren. Das Thier stürzte, sprang rasch auf, schllttelte sich und kam zur Einsicht, daß der Kraftwagen ihm über sei. Unter lautem Brüllen floh es. von dem Kraftwagen verfolgt. Schließlich wurde der Bulle in eine Ecke getrieben und gebunden. Seither ist ihm dieKampflust verflogen. In der Nahe von Dar! Hallow, ungefähr 20 Meilen von Luray, Va., ist eine der reichhaltigsten Kupferminen entdeckt worden. Eine Corporation nördlicher Capitalisten hat bereits Anstalten getroffen, di Kupferbergwerke auszubeuten. Professor Garret Droppers. der Präsident der Staats-Uni-versität von Süd-Dakota. hatte sich unlängst vor einer Staatsbehörde zu verantworten, ist aber ehrenvoll freigesprochen worden. Das Vergehen oder Verbrechen, dessen er angeklagt war, bestand darin, daß er rauche und Bier trinke!
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