Indiana Tribüne, Volume 26, Number 305, Indianapolis, Marion County, 17 August 1903 — Page 3
Judiaua Tribüue, 17. August 1903.
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Memorandum der bulgarischen Regierung an die Mächte (Enthält eine Sammlung aller Schandthaten der Türken. Britischer Botschafter erhebt bei der Pforte Vorstellungen. (Zurop. Conzert von russischem Blatte verhöhnt. Bedeutend: Macht dkö Amur ViceKönigs. Petitionen in Colombia für den Vertrag. Vesuv in etmas verstärktem Aus' brnch bcgriffeu. Bulgarien. Vernichtende Anklagen. Sofia. 16. Aug. Tie bulgarische Regierung hat den Mächten ein Memorandum überreicht, Das in großer Ausführlichkeit den Zustand der Tinge während der letzten 3 Monate in Macedonien darlegt, seit die türkische Re gierung die versprochenen Reformen durchzuführen begann. Tie genauesten Einzelheiten, Daten, Plätze und Personen-Namen enthält dieses Memorandum, das Ganze eine urchtbare Zusammenstellung von Mord, Tortur, Brandstiftung, Raub und Unterdrückung von ottomanischen Soldaten und Beamten verübt. Die Einzelheiten süßen ausschließlich aus amtlichen Quellen, wie den Berichen der bulgarischen Gor.suln und Re-gierungs-Agenten, vielfach auch auf Berichten türkischer Behörden. Tie bulgarische Negierung garantirt die Wahrheit jeder Mittheilung und ordert die Psorte aus, eine einzige Anläge des Memorandums zu entkräften. Das Schriftstück beginnt mit Constatirung der Thatsache, daß die ottoman. Regierung in den letzten 3 Monaten eine Reihe von Maßrezeln traf, mit der angeblichen Absicht, die versprochene Reform-Aera für die bulgarische Bevölkerung der europ. Türkei einzueiten. Der Erfolg war aber der entgegengesetzte, indem die Bevölkerung weiter erbittert wurde und die revolu tionäre Bewegung neue Nahrung er hielt. Anstatt nun gegen Ruhestörer ein zuschreiten, nehmen Militär- und Civil Behörden jeden erdenklichen Borwand, um die bulgarischen Bewohner zu ver folgen und zu verwirren, in großen Städten genau sowie in unbedeutenden Dörfern. Mafien - Abschlachtungen, , Einzel Morde, Zerstörung ganzer Dörfer, Plünderung und Brandstiftung an Häusern, Torturen, willkürliche Ver Haftungen und Verbannung, Schlie ßung von Kirchen und Schulen, der Ruin von Geschäftsleuten, Steuer-Ein treibung viele Jahre im Voraus das sind die Ergebnisse der ottomanischen Verwaltung in den Vilayets von Sa lonichi, Monastir, Uskub und Adria nopel. Dann führt das Memorandum eine Reihe derartige Einzelfälle in jedem Wilayet an. In Salonichi wurden die bulgarischen Universität Professoren, Studenten und Geschäftsleute, kurz alle gebildeten Bürger in' Gefängniß ge worfen. Am 19. Mai kamen 120 tür kische Soldaten nach demDorfe Gorma Rinndtan und marterten 5 Männer und 2 Frauen zu Tode. Im Juli waren 20 Dörfer im Di strikt Tikoesin den Schandthaten der türkischen Soldaten und Bashi-Bozouks preisgegeben. Die Dörfler wurden ge prügelt und gefoltert, die Frauen be schimpft und die Häuser geplündert. während die Verwaltungsbehörden rn hig zusahen. ' Im Vilayet Monastir fegte ein Ar tillerie Bombardement das blühende Städtchen Smerdisch hinweg, von seinen 300 Häusern blieb nicht als ein rauchender Trümmerhaufen. Anfang Juli plünderten 2 griechische Banden unter duldung der Behörden bulgari sche Dörfer und ermordeten viele Ein wohner. Im Vilayet Uskub ist die gesammte bulgarische Bevölkerung feit Mai syste matisch verfolgt worden. Der Direk tor der Normalschule in UUub wurde in'S Gefängniß geworfen, weil seine Bibliothek die aufrührerischen" Werke CtljellS" und LeS Miserables" ent hielt.
In den Distrikten von Patanka, Koschani, Koumanovo und Gosliar lind die Gefängnisse mit bulgarischen Prie stern, Lehrern und Kaufleuten gefüllt 3rn Juni terrorisirten Solsaten und Baschi-Bozouks die Einwohner des Schtif-Tistriktes; die Leute wurden mit glühenden Eisen gefoltert. Im Ganzen erwähnt da Memorandum 131 Gewaltthaten, durch türkische Obrigkeiten begangen. Massenabschlachtungen wurden verübt durch Reguläre und Baschi-Bozouks in der Stadt Salonichi und den Dörfern Valoevo, Banitza, Echourilovo, Karbinzu, Moghila, Smerdesch und
Enidjc, während die Plünderung- und Brandstiftungsscenen überall grauenhaft waren. In Smerdesch wurden über 200 Bulgaren erschossen, erstochen oder bei lebendigem Leibe verbrannt. Ueber 250 Häu'er, Kirchen und Schuen wurden mit Petroleum angezündet und geplündert. Aehnliche Scenen pielten sich in den Dörfern Gornn-Ri-baita, Jgonmenetz, Dobrilaki und Niodon ab. Die Dorfbewohner fliehen n die Berge. Das Schriftstück erklärt es für chwer, die genaue Zzhl der unter den ucktigsten Vorwänden verhafteten Vulgaren anzugeben; schätzungsweise sind diese Zahlen aufgestellt: Am 23. April erließ der Gouverneur von Monastir ein Dekret, das den Bulgaren verbietet, nach auswärts oder elbst nach Eonstantinopel zu gehen. Es sollte dadurch verhindert werden. daß die Bulgaren in große Städte ziehen, und sie wurden zugleich gezwungen, sich ausschließlich an türkische Kaufleute zu wenden, was allmähligen Ruin bedeutete. Unter dem geringsten Vorwand nöthigte man die Bulgaren, ihr Grund Eigenthum an Türken zu verkaufen, wobei letztere beliebige Preise festsetzen durften. Mit Steuern überbürdet, verpflichtet für die türkischen Grundeigenthümer Frohndienste zu leisten, ist die Bevölkerung in einen Zustand der Leibeigenschast gebracht.E ist daseine der HauptUrsachen der Unzufriedenheit und wenn man die Erpressungen der SteuernEinsammler hinzufügt, so ist es nicht schwer zu verstehen, wenn eine solch' unglückselige Bevölkerung sich gegen eine despotische Regierung erhebt. Am Schlüsse erklärt das Memorandum, daß die hier gegebene Darstellung eine abermalige Verurtheiluna der türkischen Herrschaft in Europa be deute. Die Pforte müsse heute erkennen, daß nicht Anstachelungen durch Bulgarien den Grund des Aufstandes bilden, fon dern einzig und allein die Mißvermal tung der türkischen Regierung. Die Psorte habe das Resorm-Projekt ange nommen, aber nicht ausgeführt, wie sie auch keine einzige der bulgarischen Re gierung gegebenen Versprechungen ge halten habe. Das Schriftstück schließt: Die Urfachen dieser Revolution sind bekannt. Wen die Verantwortung trifft, weiß man und die Pforte kann das Fürsten thum Bulgarien nicht länger beschul dige. Vilayet von Salonichi 900 Gefan gene, für Uskub 500; für Monastir 850 und für Adrianopel 550; zusam men 2800. Da aus vielen Distrikten dieser Vi layets Nachrichten fehlen, so hält man ohne Uebertreibung die wirkliche Zahl der Gefangenen für dreimal so hoch als die oben angeführte. Bulgarische Geschäftsleute, die mit ihren Familien schon 20 Jahre oder länger an einem Orte lebten, sind gänzlich ruinirt worden. Eindruck des Menloran d u m s. S o f i a, 16. August. Der diplomatische Agent Oesterreich's sprach bereits beim Ministerpräsidenten vor, um seine Besorgniß über die Folge der Verössentllchung auszudrücken. Auch die Agenten Frankreich's und Italien's äußerten ich einigermaßen besorgt. China. Der russische V i c e k ö n i g. St. Petersburg, 16. Aug. Die hiesige Presse betont einmüthig die Gewalten, welche dem neuen Vicekönig des Armur Ä,errltortumS und der Kwang-Tung-Provinz, dem Vice-Ad Mlral Alexejeff, verliehen sind. Seine Macht ist größer als die eines GeneralGouverneurs des Kaukasus zur Zei eine? Aufstandes. . Der Minister des Inneren hat das Erscheinen der Wjedomosti" wieder gestattet.
Türkei. Kriegerische Vorbereit u ii q e n. Eonstantinopel, 16. Aug.
Die ottomanische Regierung hat VerHandlungen mit den Krupp'schen Weren auf Lieferung von 32 SchnellfeuerBatterien, aus je 6 Geschützen bestehend, abgeschlossen. Kein europäisches Concert". St. Petersburg, 16. Aug. Die russische Presse bringt im Allgemeinen die Nachricht, daß eine Division der Schwarzen Meer - Flotte nach türischen Gewässern entsandt wird, ohne zommentar. Die ..Nowoie Wremia" agt in einem Leitartikel: Bittere Erfahrungen haben die Zwecklosigkeit und die Nachtheile aller vereinten Maßregeln gezeigt. Nunmehr da der Mord an Herrn Rostkowski Europa nicht berührt, gehen wir ohne rgcndwelche Begleitung allein vor und . 1 ff. mr vermögen oekyalv mit größerer Zuversicht vorherzusagen, daß wir volltändige Befriedigung von der Türkei verlangen werden." Entkommen. Sofia, 16. Aug. Nach den Zei. ungen ist Zoncheff, der verhaftete Präident des makedonischen Eomite's, aus Bulgarien nach Macedonicn cntommen. Hauptquartier der Aufständischen. Rom, 16. Aug. Nach Nachrichten aus bulgarischen Quellen gewinnt die Revolution in Macedonicn täglich an Boden. Hauptquartier der revolutionären Streitkräfte ist das Hoch-Plateau von Vaba Pelister, der Schlüssel zum Viayet von Monastir. K r u s h e v o. Eonstantinopel, 16. Aug. Amtlich; Berichte melden, die Jnsurgenten hätten bei der Besetzung der Stadt Krushevo alle türkischen Funktionare ermordet. Die Wiedereinnahme erfolgte durch drei getrennt operirende türkische Abtheilungen. Die Insurgenten zogen sich in die Berge zurück, wo der Kampf fortdauert. Viele Insurgenten flüchteten in die Kirche. Unterhandlungen beü glich ihrer Ucbergabe sind im Gange. Bei Pertepe wurden 100 Jnsurgenten getödtet und, nach amtlicher Darstellung, haben in 100 bulgarischen Dörfern die Bewohner ihre Waffen gestreckt und erhielten Begnadigung. Vorstellungen des britifchen Botschafters. Eonstantinopel, 16. Aug. Der britische Botschafter hat die Aufmerksamkeit der Pforte aus die ernste Lage in Macedonicn gelenkt. Er führte aus, welch schwere Folgen von einer neuen Ermordung fremder Consuln oder auswärtiger Unterthanen entstehen müssen. Der Botschafter hatte am Freitag eine Audienz bei dem Sultan. Italien. ErzbischofHartybeim Papst. Rom, 16. August. Der Papst empsing heute den Erzbischos Harty von Manila in Audienz, mit dem er sich des Längeren über die Lage auf den Philippinen besprach. Der Erzbischos stellte dem Papst darauf seinen Sekretär Mgr. Fowler und Pfarrer Douchne aus Alabama vor. Der Vesuv. Neapel, 16. Aug. Der Ausbruch des Vesuv war heute etwas verstärkt. Der dem Erater entsteigende Lavastrom theilt sich in 2 Hälften. Die längere geht 2500 Fuß weit in der Richtung nach dem Dorfe Ottajano, die andere 2300 Fuß gegen Pompeji. Eine unmittelbare Gefahr liegt nicht vor. Colombia. Fürden Vertrag. Panama, 16. Aug. Der Präsident de hiesigen Stadtraths sandte heute an den Vice-Präsidenten der Republik nach Bogota eine Depesche, nach welcher eine Reihe von Gemeinwesen vom Congreß die Annahme des Hay-Herran-Vertrages verlangen. Fast alle Gemeinwesen aus dem Jsth mus sind dem Ersuchen des hiesigen Stadtraths nachgekommen, dem Con greß Petitionen zu Gunsten der Ver-tragZ-Annahme zu übersenden. Deutschland. Unzufriedenheit in Bayern. München, 16. August. Ein Theil der bayerischen Presse ist über
den Prinzregenten erzürnt, weil dieser zugab, daß Prinz Rupprecht, der älteste Sohn seines ältesten Sohnes, Prinz Ludwig's, der wodl einst König werden wird, aus seiner Weltreise der Kaiserin von Japan im Austrage des Preußenkönigs" einen Orden überreichte. Dadurch habe sich der künftige BayernKönig in den Augen der Japaner offenbar als ein Vasall Preußens hingestellt. Diele Auffassung erscheint doch etmas schroff, wenn man berücksichtigt,
daß Prinz Rupprecht's Vater, Prinz Ludwig, am 5. Juni 1896 bei der Krönung in Moskau in einer dn deutschen Gästen vom Mottauer Deutschen Reichsverein gegebenen Gesellschaft, als der Vorsitzende den Toast aus dm Prinzen Heinrich von Preußen und die in dessen Gefolgschaft hier erschienenen deutschen Fürstlichkeiten" ausbrachte. sofort aufstand und sagte: Hier wurde ein Wort gebraucht, gegen das ich Ver Währung einlege. Wir sind nicht Vafallen, sondern Verbündete des deutschen Kaisers :c." Prinz Rupprecht hatte die Ueberreichung des hohen Or dens gern übernommen, weil sie ihn am Hose in Japan angenehm einführte. UebrigenS ist Prinz Rupprecht mit seiner Gemahlin, der Herzogin Gabriele von Bayern, von seiner Weltreise nach Indien. Ehina und Japan in München wieder angekommen. An Stelle der 7. JnfanterieBrigade in Bamberg hat cr eine Mttnchencr-Divi-sion erhalten. Sonderbarer Schwärmer. Berlin, 16. Ang. Der Ingenieur Julius West dahier, der durch seine lebhafte Agitation für die Einsetzung von Schiedsgerichten zur ErHaltung des Friedens in weiteren Kreisen bekannt ist, hat in seinen Bemü hungen eine Genugthuung erfahren, welche dem Streiter für das Ideale wohl zu gönnen ist: Er hat an den Zaren einen offenen Brief gerichtet, in welchem er ihn auffordert, durch Einführung von Zollfreiheit in Rußland den wirtbschaftlichcn Frieden der Welt zu fördern. Rußland werde durch derartige Maßnahmen den allgemeinen zollfreien Weltverkehr anbahnen. Diesen offenen Brief hat der Zar gnädigst angenommen. Die meisten 'sehen die Annahme des Briefes als eine Höflichkeit an, die zu nichts verpflichtet. Kurze Depeschen. 16. August. Inland. F o st o o r i a, O. Bei einem Wa genunfall wurde Frau Stephcn Wyer getödtet, ihre Mutter und ihr Bruder vielleicht tödtlich verletzt. Schiffsnachrickten. Angekommen: New Vork: Blücher" von Hamburg; Columbia" von Glasgow. Liverpool: Arabic" von New York. St. JohnS: Eity of Bombay" von - Liverpool. London: Eanfa" von Tacoma; Hong Kong" von Manila. Abgefahren: Queenstown: ..Umbria" von New York. Base-Ball. American-Affociation. Die gestrigen Spiele refultirten wie folgt: Kanfas Eity, 16. Aug. Erstes Spiel. KansaS Citv. ..0 3 1 0 2 0 1 1 8 JndianapoliS.,00 0 00 1 1 0 13 Zweites Spiel. KansaS City ..0 0022100 27 Indianapolis ..00112001 38 St. Paul, 16. Aug. St. Paul 2 0 0001 1 2 6 Toledo 0 01 10002 04 Minneapolis, 16. Aug. Erstes Spiel. Minneapolis ..00400010 5 Columbus ....00001 1 0002 Zweites Spiel. Minneapolis. ..0 3 0 0 0 6 0 2 011 Columbus ....0 0108011 213 Milwaukee, 16. Aug. Erstes Spiel. Milwaukee 0 0010040 5 LouiZville 0 0001 0000 l Zweites Spiel. Milwaukee ....10100000 02 LouiZville 020001000 3
Vom Auslage.
Ueber eine originelle Landpartie wird aus Berlin berichtet: Ginc große Anzahl Dienstmädchen aus der Gegend des Hafenplatzes, deren Herrschasten zur Zeit verreist sind, machte unlängst eineKremserfahrt nach dem Gruncwald. Die drei Kremser. die in der Königgrätz:r Straße ansuhreu, waren bald vollbesetzt von festlich geputzten Mädchen. Die Herrenwelt war nur :n wenigen Exemplaren rertreten. Anerbietungen von vorbeikommenden Männern, die Landpartie mitzumachen, wurden lachend abgewiesen. Aus das Kaffeekochen allein schienen sich aber die Damen nicht beschränken zu wollen, denn unter dem ersten Kremser war ein umfangreiches Faß Bier angebracht. Korallenfischerei in griechisischen Meeren einzuführen, ist seit längerer Zeit der Wunsch der griechischen Regierung. Dieser Zweig der Ausbeutung des Meeres wurde bisher in Griechenland nicht gepflegt; man ließ daher durch die griechischen Eonfuln in Italien italienische Korallenfischer mit ihren Fahrzeugen und Mafchinen kommen, um die griechische Küsten- und Jnselbcvolkerung zu unterrichten. Diese sind in diesen Tagen eingetroffen und haben ihre Arbeiten begonnen. Nach den statistischen Ta bellen des Finanzministeriums gibt eZ Korallenstöcke an den Küsten von Kerkyra und JthaZa m einer Tiefe von 100 bis 150 Fuß. von Kephallenia und Rheion im korinthischen Meerbusen in ähnlicher Tiefe, bei Kythera von 200 bis 400 Fuß und bei Kreta von 180 Fuß. Es verspricht also nach der Zahl der Fundorte die Fischerei eine hübsch: Ausbeute. Außer den Fischern wird man später auch Korallenarbeiter berusen, die diesen Zweig der Industrie lehren sollen. EinerSchuleohne Schüler rühmt sich die Marktgemeinde Luttenberg in Steiermark. Sie verdankt diese gesegnete Anstalt dem wahrhaften Patriotismus einiger windischen Eiferer, die das Schlimmsie glaubten befürchten zu müssen, wenn Luttenberg noch länger ohne eine windische Schule bliebe. Als über die Sache in der Gemeinderaths - Sitzung verhandelt wurde, verlangten die vier windischen Gemeinderaths - Mitglieder die Aufführung eines neuen Schulgebäudes u. s. w. Die Gemeinde Luttenberg stellte auf ihr heftiges Verlangen ein allen Anforderungen entsprechendes Schulzimmer her, richtete es unter großen Kosten mit neuen Schulbänken, Schultafeln, Kathedern u. f. w. ein. Als aber die Einschreibung erfolgen sollte, meldete sich nicht ein einziges Kind für diese Klasse. Die Errichtung der windischen Marktschule, die jetzt wohleingerichtet ohne Kinder dasteht, war eine leichtsinnige Inanspruchnahme der Gemeindeumlagen, di: sich die windischen Herren erlaubten. Ueber die wunderbare Heilung einer Stummen meldet man aus Paris: In Brest ist bci FrauGcuriou, welche eil- zum Schlosse der Fürstin Hohenlohe gehöriges Gehöft beWirthschaftete, die vierzigjährige Tagelöhnerin Marie Raguenes bedienstet. Im zwölften Lebensjahr verlor diese nach typhösem Fieber den Gebrauch der Sprache vollkommen. Vor wenigen Tagen begann sie anfangs stockend zu sprechen und spricht gegenwärtig ohne Schwierigkeit. In ärztlicher BeHandlung stand sie nicht. Doch erzählt sie von einem weißbärtigen Manne, welcher plötzlich während sie nach einem verlaufenen Schaf ausblickte, hinter einem Hügel hervortretend ihr zurief: Ich gebe dir die Sprache wieder! Fürchte nichts!" Marie R. gesteht zu, daß diese Erscheinung sie ungemein erregt habe. Die Identität des mysteriösen Weißbarts ist nicht festgestellt. Man vermuthet einen Sommergast, der sich mit entsprechender Maske ver-sah,-um eine wohlberechnete Nervenerschütterung bei der Stummen zu bewirken. Aus der ganzen Umgebung pilgern die Landleute zum Pachthofe. Die Tagelöhnerin wird mit Geschenken überhäuft. Diebekannte, von der besonderen Gunst der Kinderwelt großer Städte begleitete Straßenerscheinung, deren appetitlich aussehende Handwagen mit dem Schilde Fruchteis" die Straßen durchfahren, wurde dieser Tage von der Polizei in Düsseldorf zum Gegenstande einer eingehenden Untersuchung gemacht. Das Ergebniß, überraschend genug, beleuchtet den Betrieb der Fruchteis - StraßenVerkäufer, der vorzugsweise von Jtalienern besorgt wird, vom Gesichtspunkte wenn nicht der Nahrungsmittelfälschung. so doch der Nahrungsmittelverekelung aus. Die polizeiliche Revision ergab, daß die Mehrzahl der Händler das Fruchteis in höchst unsaubern, thellweise verschlammten und zur- Herstellung von Genußmitteln gänzlich untauglichen Räumen und Geräthen herstellte. Fast ' durchweg wurden die zur Produktion erforderlichen Waaren, wie Milch u. s. w., in den Schlafzimmern aufbewahrt, die Herstellung selbst in unmittelbarer Nähe von schmutzigen Aborten u. s. w. vorgenommen. In einem Falle fand rnan in einer Kiste ein Zuckerteiggefätz mit einem Hemde bedeckt, das zahlreiche Ungezieferspuren auswies. Die Kiste wurde der städtischen Nahrungsmittel - Untersuchunasanstalt überge-den.
