Indiana Tribüne, Volume 26, Number 305, Indianapolis, Marion County, 17 August 1903 — Page 1
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Erscheint jeden Nariimittag. Jahrgang 2. Indianapolis, Ind., Montag, 17. August 1903 No. 305. I 1 I 1
Die Feier des Deutschen Tages
Eine imposante Kundgebung des Dentschthums
Unübersehbare Memchenmengen als Festgäste im Germania Park.
Die Fahnen-Parade gleichfalls vom schönsten Erfolge begleitet. Die genußreichen Nedeakte.
Noch unter den gewaltigen Eindrücken der großartigen Demonstration des Deutschthums siebend, das Herz überquellend mit Begeisterung über das Erreichte, ist es selbst dem routinirten Journalisten unmöglich einen Festbericht über die gestrige Feier des Deut schen Tages rein sachlich zuschreiben. Und wer hätte sich wohl diesen Gefühlen entziehen können, wer hätte kalt bleiben können bei solch einmüthiger und enthusiastischer Bethätigung der gesammten anwesenden Stammesgenossen mitzu wirken an dem Bande, welches das Teutschthum im Lande eng und fest zur Erreichung der höchsten Ziele aneinanderknüpfe'n soll. Der Zweck der Feier ist erreicht worden und zwar im vollsten, schönsten Maße. Äls der Vicepräsident des hiesigen Verbandes deutscher Vereine, Herr Joseph Keller, nachdem der Programm mäßige Theil der Feier vorüber war, den Sängern von Louisville, Ky , und Evan-ville und Peru, Jndiana in begeisterten Worten die Grundidee er läuterte, die der Verband deutscher Vereine bei der Veranstaltung der Feier erster Linie im Auge hatte, nämlich eine Vereinigung der Deutschen, die jeder Partei-Politik fernstehen soll, im Lande allerorten anzubahnen, da hin gen die Zuhörer wie gebannt an seinen Lippen. Er verkündete, daß von verschiedenen Städten im Staate Delegaten anwe send seien, um sich über den Nlan, einen Staatsverband zu gründen, zu verständigen. Die Delegaten gaben ihre Zusage in ihren Vereinen für das hohe Ziel zu wirken und es unterliegt keinem Zweifel, daß in kurzer Zeit der Staatsverband nicht mehr ein Nebe! bild sein, sondern Wahrheit werden würde. Tkr laute Jubel der Festgäste bekundete zwar schon zur Genüge, daß die Worte des Herrn Joseph Keller auf fruchtbaren Boden gefallen waren und Früchte zeitigen würden, aber auch anderweitig drückten sich Redner in enthusiastischer Weise über die hohen Bestrebungen des Verbandes aus und ihnen zufolge wird auch Louisville dem National-Verbanve beitreten und im nächsten Jahre seinen Deutschen Tag begehen. Das permanente Heim des Verbandes Teutscher Vereine von Indianapolis wird aber in der stattlichen Halle des Unabhängigen Turn Vereins sein. Die Flaggenparade. Schon am frühen Vormittag herrschte in d.'r mit Bannern und buntfarbigen Draperieen in festlicher Weise geschmückt ten Halle des unabhängigen Turnver eins, von welcher aus die Flaggen Parade sich in Bewegung setzen sollte. ein rühriges Leben und Treiben. Die Fahnenträger und ihre Begleiter, sowie die Marschälle und die Mitglieder des Stabes versahen sich dort mit ihren Schärpen und anderen Emblemen ihrer Würde. Ferner hatten sich viele Mit glieder der an der Parade theilnehmen den Vereine eingefunden, welche Alle schon eine gewisse Feststimmung zeigten. Sie waren vor Allem froh, daß das herrliche Fest vom prächtigsten Som mervetter begünstigt war. Gegen halb zehn Uhr kamen die Ver eine von der Südseite unter Vorantritt der "Eity Band" anmarschirt. Die Activen des Südseite Turnver. ein? waren sehr zahlreich vertreten und erregten durch ihr strammes Marschiren
Furore. Ter Vorstand des Verein?, an seiner Spie Herr Henry Victor, der Erste Sprecher desselben, waren mit denselben gekommen. Gegen 10 Uhr nahm Eapt. Vieler, der bewährte Groß-Marschall der Pa rade. die Formirung derselben vor. Bevor dieselbe sich in Bewegung
setzte, trat er vor die Co. A., Pythian Guards, I. O. K. P. und überreichte derselben als sein Geschenk eine Prachtvolle seidene Fchnc mit folgender An spräche : Es bereitet mir ein besonderes Ver gnügen. Euch an dieser Stätte begrüßen zu können. Wir begehen eine pa triotische Feier. Tie erste Pflicht eines Soldaten ist, patriotisch zu sein, sein Vaterland und seine Flagge zu lieben. Ohne Patriotismus giebt es keinen guten Soldaten. Ich erlaube mir. Eu.ch hiermit als Geschenk, dieses Sternenbanner zu überreichen. Haltet es treu und fest in Ehren, schaart Euch um dasselbe, es repräsentirt die Frei heit in des Wortes vollkommenster Be deutung. Seine Sterne erleuchten die Welt und je mehr Sterne, je mehr Licht. Ich setze Vertrauen in Euch, daß Ihr old glory" in Ehren halten werdet." Capt. Forbes nahm hierauf im Na men der Compagnie die Fahne mit einigen herzlich? Dankesworten ent gegen. Die Parade wurde von einer Com pagnie Polizei, welche unter dem Eommando von Capt. Hyland stand, eröff' net, ihr folgten der Großmarschall mit seinem aus 70 Berittenen bestehenden Stab; hierauf kamen Miller's City Band" und die uniformirten St. Georgv Ritter. Sodann kamen die Vereine, deren Reigen vom Pionier Verein und dem DeutschAmerikanischen Veteranen Verein eröffnet wurde. Im Centrum des FahnenwaldeS, welcher einen farbenprächtigen Anblick darbot, befand sich die Fahne des Ver bandeS Deutscher Vereine, welcher als Escorte die mit Florets ausgerüsteten Activen des Unabhängigen Turnvereins dienten. Die Fahne selbst wurde von dem wackeren Pionier Carl Freund ge tragen. Die Begleiter waren die Herren F. Francke. Jos. Keller, I. W. Loeper, I. Behringer, Hy. Ha beney und Hy. Victor. Die Marsch. Linie. Folgende Marsch-Linie wurde einge schlagen : Von der Halle des U. T. V. südlich von der Illinois Str. zur Washington, westlich zur West Str., östlich zur Meridian Str., nördlich zum Circle Platz, um das Monument herum, zurück zur Washington, östlich zur Alabama Str, nördlich zur Ohio Str., westlich zur Pennsylvania Str., südlich zur Viginia Ave., östlich zur Germania Halle, woselbst der Groß marschall eine Revue über die Parade abhielt. Dieselbe machte wie schon erwähnt, überall große Furore. Nach der Parade marschirte die Co. A" der I. O. K. P. mit ihrer neuen Fahne nach dem Monument, woselbst sie photographirt wurden. Die Gäste von Louisville. Mittlerweile war die Stunde herangenaht, in welcher die Gäste aus LouiS ville, der Louisville Liederkranz" und der Sociale Männerchor" fahrplan
mäßig ankommen sollten. Das aus Vertretern des Verbandes Deutscher Vercine, des Männerchor und des Lie derkranz bestehende Empfangs-Comite begab sich nach Bahnhof, um die Sangesbiüder und ihre Damen zu em pfangen. Bei der Ankunft des Zuges stellte es sich heraus, daß auf demselben sich nur ein Theil der Sänger befanden, der Rest befand sich auf der 2 Scction des Zuges, welche erst viel später anlangten. Die Geduld der Comite-Mitglieder wurde daher aus eine harteProbe gestellt. Die Gäste wurden nach der Germania Halle geleitet, woselbst ihnen zunächst
in den Clubräumen des Liederkranz" ein Empfang veranstaltet wurde, bei welchem ev an Erfrischungen nicht fehlte. Zur Begrüßung der Louisdil ler hatten sich viele Mitglieder des .Männerchor" und Liederkranz" ein gefunden. Alte Bekanntschaften wur den erneuert und neue wurden ange knüpft. Nachdem die Nachzügler aus Louis ville endlich angekommen waren, wurde im großen Saale der Germania Hall: das Mittagsmahl eingenommen. An demselben nahmen weit über 200 Personen, unter welchen sich auch viele Damen befanden, Theil. Das vorzüglich zubereitete Mahl mundete Allen ganz vortrefflich. Nach Schluß desselben ersuchte Herr John B. Yaeger, der Präsident des Socialen Männerchor, die anwesenden Mitglieder des Jndpls. Liederkranz, sich um ihn zu versammeln, welcher Aufforderung dieselben auch prompt nachkamen. Er hielt hieraus eine herzliche An spräche an sie, in welcher er dem Lie derkranz" noch einmal den Dank des Vereins darbrachte für die demselben in St. Louis bewiesene Gastfreundschaft. Er wies darauf hin, daß beide Vereine nicht nur das deutsche Lied, sondern auch die deutschen Sitten und Gebräuche gehegt und gepflegt hätten. Damit das Band der Freundschaft, welches die beiden Vereine jetzt schon seit Jahren verknüpft, nur noch inniger werden möge, überreichte Redner so dann im Namen seines Vereins dem Liederkranz" ein prachtvolles Grup penbild der activen Sänger des Louisville Vereins. Im Namen des Jndpls. Liederkränz" sprach Herr Franz Schäfer den Dank desselben für das sinnige und werthvolle Geschenk aus und versprach, daß dasselbe einen Ehrenplatz in dm Räumen des Vereins einnehmen soll:. ' Gegen 2 Uhr wurde sodann die Fahrt nach dem Germania Park angetreten. Die beiden Vereine waren, was die Sänger anbetrifft, wie folgt vertreten: L ouisville L ieder. kränz": 1. Tenor. Joseph Simons, Adolf Armbrust, Henry W. Tohrmann, John Plückebäum, Chas. Geiger, Carl Poelle, August Lazarus, S. F. Benedict, I. I. Mueller. 2. Tenor. Henry W Smith, Henry G Boehl, Victor Stein, Theodor Mcnck, Paul Brenner, John Nicolai, Walter MM ler, Georg P H Becker, Ferd I Esch ner, Valentine Dahlem, Jacob Zicgler, Charles D Goepper. 1. B a ß. Georg S Schuhmann, Hy Baumgarten, Chas W Springer. Gustave C Nuetzel, M Herrmann, Charles Yostt Jr., Constantine Kollroß. Fred I Hummel, Frank A Lenz, Oscar Stutz Jr., Fred Weisert, Carl Spitzer, Fred C Nuetzel. 2. Baß. Wm. Kopp, Albert Pohlmann, I. Fred Miller, Anton Hodack, Baldum Kremer, Chas Schoettler, Theo Eitel, John Waidlein, LouiS Hodack, JoS I Jsert, Jno Grueser. Dirigent : Prof. Paul Aug. Walz. Socialer Männerchor. 1. Tenor. Carl Beck, W Frank, P Jackman, A Wendel, G Heil.
(Fortsetzung auf der 4. Seite.)
Auf der Strane von einem Schlagansalle betroffen. Während der 60iährige Charles P. Staub heute Vormittag die Virginia Ave. entlang fuhr, wurde er nahe der Delaware Str. von einem Schlaganfalle betroffen. Er wurde nach dem Dispensarium gebracht, wo Dr. Cunningham ihn in ärztliche Behandlung nahm. Sväter wurde er von Freunden .lach seiner Wohnung No. 1223 Windsor Ave. übersührt. Sein Zustand ist bedenk-lich.
Nachklänge dom Bundes Sängcrsest. Seit langer Ruhepause hielt die St. Louiser Festbehörde des 31. BundesSüngerfesteSeineVersammlung ab,daes der dringende Wunsch der Beamten, zumal veZ Finanz - Secretärs und des Schatzmeisters, war, der Sängerschaft und den Bürgern im Allgemeinen einen ungefähren Ueberblick über die Thätig keit der Behörde und den Stand der Einnahmen und Ausgaben zu bieten. Ter Bericht des Finanz Secretärs ergiebt, daß die Gesammteinnahmen die Summe von 852,989.93 betrugen; Ausgaben S52.722.11. Ueberschuß $267.87. Die endgiltige Abrechnung kann erst erfolgen, wenn alle Ausstände eingetrie den und sämmtliche Rechnungen begli chen worden sind. Schon heute aber kann'mit Gewißheit vorausgesagt werden, daß kein Desizit da sein wird. allerdings auch kein Ueberschuß, aber auf einen solchen war auch von vorn herein rncht gerechnet worden. Die Jestbehorde hat um so mehr Grund, auf das Resultat stolz zu sein, da dies mal von der üblichen Bettelei um Sudskriptionen zu einem . Garantie fonds" gänzlich Abstand genommen worden war. Jeder konnte für den Betrag seiner Subscription die entsprechende Anzahl Eintrittskarten erhalten, und daß da von der ausgiebigste Gebrauch gemacht wurde, beweisen nachstehende Zahlen: Subscriptionen (einschließlich $5000 von der WeltausstellungS'Gesellschaft und $2000 von der Liga der Ge schüftslete): $28,819.50, davon in Eintrittskarten eingelöst $24,461.50: nicht eingelöst $4,358. Kurze Depeschen. 17. August. Inland. K an s a s City. Beim Zusam menstoße von 2 Straßenbahnwagen wurden 2 Personen voraussichtlich tödt lich und 4 schwer verletzt. Cleveland, O. 4 Frauer wurden bei Oak Front, einem Woh nungs-zrte, von einer elektrischen Car überfahren. Eine derselben ist gestor den, 2 andere tödlich verletzt. Feuer. In Folge eines schadhaften Schorn steins entstand heute Vormittag in dem von James Wittford occupirten Hause No. 525 Concord Str. ein Feuer, wel ches einen Schaden von $200 anrichtete. Türkei. Weitere Truppen einberufen. Conßantinopel. 17. Aug. In Folge einer kaiserlichen Jrade sind weitere 52 Bataillone (etwa 52,000 Mann) aus den europäischen Provin zen einberufen worden, um bei der lln terdräckung der Revolution in Mace donien verwerthet zu werden. Vice-ConsulMandelstrom angeblich evmordet. Belgrad, 17, August. Einer unverbürgten Botschaft aus Uskub zufolge, soll der russische Vice Consul Mandelstam nahe Mo' nastir von den Türken ermordet worden sein. Vor einer Woche wurde dort der russische Consul von einem türkischen .Soldaten um'S Leben ge bracht.
Die Manöver bei Wcstpoiut,
Kentucky. Die Liste der Truppen, die an dem Manöver bei West Point, Ky., theil nehmen sollen, ist festgestellt worden. Sie enthält zwei Regimenter regulärer Infanterie, drei Batterien Artillerie, zwanzig Schwadronen Cavalleric, ein Jngenieurskorps und Mitglieder des ignalcorps. Dabei sind alle Garnisonstruppen im Chickamauga Park in Chattanooga. und den Jefferson-Bar-racken in St. Louis. Von den Nationalgarden werden beteiligen: ein Regiment aus Wisconsin, drei von Michigan und ein Artilleriebataillon von dort, zwei Regimenter Kentuckier Infanterie und ein Bataillon Louisviller Artillerie, drei Regimenter Infanterie aus Jndiana und ein Bataillon Artillerie. Die Manöver dauern vom 20. September bis 16. October. StrikeUn ruhen. W h e 1 1 i n g, W. V.. 17. Aug. Hier kam es zu einem Zusammenstoße zwischen' 300 sinkenden Maschinisten und 25 Nichtgewerkschaftlern, die deren Plätze in der Riverside Fabrik der U. S. Steel Corp. eingenommen hatten. Es wurden 1.000 Schüsse gewechselt und verschiedene Leute verletzt. Der Aufruhr dauerte bis 2 Uhr Morgens. DerBürgermeister vonHam mond und die Jungge seilen. H a m m o n d, Ind., 17. Aug. Die hiesigen Fabrikanten und Ge schäftsleute empfingen heute ein offnes Schreiben vom Mayor Knotts, in welchem dieselben ersucht werden, in Zukunft nur noch verheirathete Män ner anzustellen, oder solche Junggesellen, welche geneigt sind, in den Hafen der Ehe zu segeln. Er will aus gefunden haben, daß dieUnverheirathe tengewöhnlich diejenigen sind, welche die Arbeiter-Unruhen hervorrufen. Ein lebensmüder Bank C a s s : r e r. F o r t W a y n e , Ind., 7. Aug. W. L. Pettit, seit vielen Jahren HülfsCassirer der Ersten Nationalbank, be ging heute Morgen Selbstmord. Krankheit hatte ihn zur Verzweiflung getrieben. Eisenbahn-Unfall. Peru, Ind., 17. August. Aus der Locomotive eines Zuges der Chicago, Cincinnati & Louisville Bahn gerieth letzte Nacht ein Theil der Maschinerie in Unordnung, wodurch der Locomotivführer die Controlle über dieselbe verlor. Der Conducteur Ernst Ballinger sprang vom Zuge nnd brach das Genick; der Heizer C. Z. Barker von New Waverly wurde schwer ver brüht. Der Conducteur Daniel Miller von Nord-Judson und der Locomotivführer Thomas Armstrong sprangen vom Zuge und kamen mit leichten Ver letzungen davon. Die Leiche von Bai linger und die beiden Verletzten wurden nach Nord-Judson gebracht; Barker wurde nach seiner hiesigen Wohnung befördert. Von einerEinbrecher-Bande heimgesucht. Muncie. Der 7. Einbruch innerhalb 3 Tagen wurde hier in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus geführt. Die Ritter vom Stemmeisen hatten als OperationS Gebiet sich Wachtell's Departement Store ausgesucht. Sie erbeuteten Schmucksachen, Revolver, Rasirmesser und andere Gegenstände im Gesammtwerthe von $500. Gefährliches Gas. Petersburg. Die neue Gas quelle, welche in letzter Woche hier in einer Tiefe von 265 Fuß erbohrt wurde, liefert ein für den Consum gefährliches Gas. Das Gas ist nämlich vollständig geruchlos und sein Gebrauch deshalb mit Gefahren verbunden, da ein Leck in irgend einer Röhre kaum zu entdecken sein würde. Die neue Quelle hat einen Gasdruck von etwa 80 Pfund pro Quadratfuß und das Gas, welches man zur Probe anzündete, bildete eine Flammensäule von 20 Fuß Höhe.
Nachrichten aus Jndiana.
Gute Maisernte in Süd Jndiana erwartet. EvanSville. Die Witterung in diesem Sommer ist für das Gedeihen des Mais in hiesiger Gegend außerordentlich günstig gewesen, da Regenschauer stets zur rechten Zeit eintrafen. um das Wachsthum des Korns zu befördern. Wie die Aussichten jetzt sind, wird Süd-Jndiana sich einer Maisernte erfreuen dürfen, die alle Erwartungen übertrifft. Es ist das um so erfreulicher, da die Weizenernte in Süd'Jndiana weit hinter dem Durchschnitt zurückblieb. Der Jndiana Erntebericht wird, wie jetzt schon gemeldet wird, die Angabe ent halten, daß die Weizenernte in SüdJndiana in diesem Jahre nur einen Durchschnittsertrag von 8 Bushels pro Acker ergeben hat ; ein außerordentlich schwaches Ergebniß. Sensationeller Vorfall bei einem Leichenbeg ä n g n i ß. Nichmo n.d. Am Sonntag fand das Leichenbegängniß des Albert Selby, eines prominenten jungen Mannes statt. Während der Leichen feierlichkeit erwähnte Rev. Allen Jay in seiner Predigt, daß Selby todt sei. In demselben Augenblicks stand die Mutter des iVerblichenen, FrauIMary Frame Selby, auf und verließ das Zimmer, indem sie sich beschwerte, daß der Geistliche von ihrem Sohne als von einem Todten" gesprochen hatte. Sie ist eine eifrige Spiritualistin und glaubt nicht an den Tod. Sie wohnte auch nicht der Beisetzung der Leiche auf dem Kirchhofe in WayneSville, O. bei, weil die Freimaurer dort die Ceremonien leiteten. Trockener Sonntag in Val p a r a i f o. Valparaiso. Hier waren am Sonntag laut einem vom Mayor er lassenen Befehl alle Wirthschaften geschlossen. Valparaiso war bis dahin eine offene" Stadt gewesen. Capt. R. P. Hl'bson in C u l v e r. C u l v e r. In dieser Woche sindet die Schlußfeier der Culver Sommer Marine-Schule statt. Am Dienstag Vormittaz wird Capt. R. P. Hobfon einen Vortrag halten. Der kleinste Odd Fellow im Sterben. Anderson. F. G. Eppley, welcher 10 Jahre das Amt des Stadt Elerks bekleidete, liegt im St. John'S Hospital im Sterben. Eppley ist im ganzen Staate als der kleinste Odd Fellow bekannt. GeorgeW. Gonser's Selbst, m o r d. K o k o m o. Das Leichenbegängniß des George W. Gonser, welcher in Indianapolis in solch' grausiger Weise Selbstmord beging, indem er sich von einer Locomotive Übersahren ließ, fand am Sonntag Nachmittag unter den Auspicien der Pythias Ritter Logen von Kokomo und Logansport statt. BekannterBürger gest o r b e n. Richmond. Im Alter von 81 Jahren ist hier am Sonntag Ellis Thomas, einer der angesehensten Bewohner und Geschäftsleute der Stadt einem Schlagansall erlegen. Zur Zeit, als die Eisenbahnen noch Holz als Heizungsmaterial benutzen mußten, lieferte er viele Jahre lang das Holz für die Bahnen, welche zwischen Columbus, O., und Jndianapo zwischen Indianapolis und St. LouiS und zwischen Indianapolis und Chicago fuhren. Oft beschäftigte er von 50 bis 300 Arbeiter, um seine Contracte aus führen zu können. Die Einführung der Kohlen als Heizmaterial machte diesem Geschäft eiu Ende. Zur Zeit seines Todes war er an verschiedenen industriellen Unternehmungen bethe!ligt. Er war Director der 2. National Bank und Director der Richmonder Wasserwerke.
