Indiana Tribüne, Volume 26, Number 303, Indianapolis, Marion County, 14 August 1903 — Page 6
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Jüdinn! Tribüne, 14 August 1903
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Enroväische Nachrichten. fttocnDitrfl. Oldenburg. Der preußische Gesandte am hiesigen Hofe, Graf Henkcl von Donnersmarck. vermählte sich mit der Comtesse von Vasscwitz, Tocher der Gräfin von Vassewitz, die zur Zeit .als Obeihofmeisterin dem Hofstc:ate der Grobherzogin vorsteht. Die Trauung fand in der Kapelle des Elisabethsiiftes statt, die Hochzeitsfeier im kleinen Palais, der Wohnung der Oberhofmeisterin. Die Großherzoglichcn Herrschaften beteiligten sich an der Feier. Delmenhorst. Gerichtsassessor Cramer ist der ' Großhcrzoglichen Staatsanwaltschaft in Oldenburg zuacordnct worden. 'Jade. In der Kirche zu Jade wurde unter aroßer Betheiligung der Gemcindebewohner Pastor Markus durch Oberkirchenrath Hansen in sein
Amt eingeführt. V a r e l. Das von KaufmannAug. Gerdes (Gebr. Müller NachsO bewohnte Geschäftshaus an der schloßstraße ging in seinen Besitz über. Der Kaufpreis'beträgt 33,000 Mark. Vechta. Der von hier flüchtige Kaufmann Debring, der wegen Wechstlfälschung zu einer Gefängnißstrafe verurtheilt war. ist in Amsterdam verhaftet worden. Z w i s ch e n a h n. Verkauft )t das 5otes Hotel, am Marktplatz belegcn, für den Preis von 47.000 Mark an Vrauereibesitzer V. G. BuddenZwischenahn. gvcxc Städte.. Hamburg. Eine verheerende Feuersbrunst hat in der Ortschaft Altengamme in denVierlanden gewüthet. Nicht weniger als 24 Gebäude, darunter 10 Wohnhäuser, sind ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer ist durch Knaben, die beim Stall des Landmannes Puttfarken spielten, entstanden. Der Gesammtschaden wird auf 200,000 Mark geschätzt. Der in St. Pauli wohnende Tapezier W. Tewes unternahm in Begleitung des Agenten H. A. Möller und des Gastwirths F. Heidebrecht in dem Segelboot Ente" eine Fahrt nach der Unterelbe. Als sie die Heimfahrt antraten, wurde das Boot beim Vorort Oevelgönne von zwei Schleppdampfern überrannt. Während es der Besatzung eines Schleppers gelang, Möller und Heidebrccht zu retten, fand Tewes seinen Tod in den Wellen. Ein schwerer Unfall ereignete sich in der Osterbeckstraße; dort spielte die 4jäyrige Tochter der Eheleute Lorenz vor der elterlichen Wohnung No. 30, Haus 24 auf der Straße und wurde von einem Einspänner umgefahren. Das Kind wurde von dem Pferde todtgetreten. Eine Familientragödie hat sich in der Hamburgerstraße ereignet. Die dort wohnende 60 Jahre alte Frau Bertha Kroaer und deren 27 5kabre alterSobn Paul yaven sich durch Zikorpymm vergiftet. Einen tö'dtlichen Ausgang nahmen zwei Unfälle. Kohlenarbeiter Treptow, der an Bord des Dampfers Jslington" in den Raum fiel und der Schauermann v. Cranz, dem das glelche Unglück an Bord des Dampfers Acassar zustieß, sind beide im Ha fenkrankenhaus gestorben. Bremen. Der kürzlich hier verstorbene Johann Heinrich Mellow hat letztwillig dem Senat unter bestimm ten Bedingungen einKapital von 200000 Mark, und falls der Senat unter diesen Bedingungen übernehmen will, dem Bremer Senat den in der Feldmark Schwachhausen belegenen Kamp, genannt Neuenkamp, vermacht. Verschüttet wurde Arbeiter Garlich, der in der Falkenstraße vor dem Eingang zu dem Hof der Droschkengesellschaft mit mehreren anderen Arbeitern Canalisationsarbeiten ausführte. Im Hollersee ertrunken ist der 3 Jahre alte Knabe Hausmann. Mit einem anderen, wenig älteren Knaben hat er am Hollersee gespielt und ist dabei ins Wasser gefallen. Erwachsene sind nicht dabei gewesen, solche sind erst auf das Geschrei des kleinen Begleiters des Ertrunkenen hinzugekommen. Der Leiter des hiesigen Gewerbemuseums, Direktor Töpfer, der im 70. Lebensjahre steht, ist um seine Versetzung in den Ruhestand eingekommen, die ihm zum 1. October d. I. bewilligt wurde. L ü b e ck. Hier ist Generalmajor z. B. Julius v. Elern im 50. Lebensjahre gestorben. Er war 1824 in Stake geboren. An Stelle des am 1. August nach Frankfurt a.M. übersiedelnden Baudirektors G. Schumann hat der Senat den seitherigen Bauinspektor Joh. Rich. Baltzer hier zum Bau direktor für das Hochbauwesen hier ernannt. Im Dorfe Dakendorf brach Feuer aus, daß eme große Ausdehnung annahm und fast das ganze Dorf einäscherte. Scywetz. Bern. Der am Balmhorn verun glückte Egon von Steiger hat verschie denen Vereinen und Anstalten testa mentarisch Vergabungen gemacht, so dem Alpenclub 15,000, dem Skiclub 5000. dem Freien Gymnasium 5000, dem Kinderasyl Bethania hier 50,000 Francs. Sein Testament hatte Steiger letztes Jahr nach der Katastrophe am Grenzgletscher, deren Zeuge er war, gemacht und darin bestimmt. daß, wenn er einmal in den Bergen verunglücken sollte, man ihn rm nächst gelegenen Kirchhof begraben möge. Dieser Wunsch lst mErfullung gegan gen.
B ü l a ch. Verunglückt ist der etwa
25jährige Landwirth Vogel infolge Schcuwerdens des Pferdes. Er wurde vom Wagen geschleudert und ge: tödtet. G l a r u s. Der jüngst verstorbene eidgenössische Fabrikinspektor Dr.Fridciin Sckuler hat testamentarisch zu lvohltyallgen Zwecken lt)8,0UU Francs vermacht, "davon 84,000 Francs für eine zu errichtende Anstalt für arme ?!ec?nvaleszenten. Diese soll nach Verfügungen des Spenders ein Annex des Kantonspitals werden. Kappel a. Albis. Der Werkführer Näf wurde von einem Italiener hinterrücks überfallen und ins Auge gestochen. Im Kantonsspital ist der Schwerverletzte nun gestorben. Der Thäter ist flüchtig. $csterrcici--"3Utgart. Wien. Perlmutterdrechsler Karl Rubak verletzte seine sechzehnjährige Stieftochter Aloisia Loidolt. weil sie seine Anträge zurückwies, mit einem Küchenmesser tödtlich und stürzte sich dann vom dritten Stockwerke auf die Gasse. Beide lebensgefährlich Verletzte sind nach ihrer Ueberführung ins Krankenhaus gestorben. In der Neulerchenfelder Pfarrkirche fand die goldene Hochzeit des Ehepaares Kajetan und Anna MariaKaufmann statt. Kaufmann, ein gelernter MaurergeHilfe, steht rm 77., die Frau im 74. Lebensjahre. Seit 1868 ist daö Ehepaar hier ansässig und versieht durch viele Jahre eine Hausmeisterstelle. Der Historiograph V. V. Tomek. Mitglied des Herrenhauses, beging hier seinen 85. Geburtstag. Die tschechische Universität in Prag hat den Jubilar zum Ehrendoktor ernannt. In der Webergasse im zwanzigsten Bezirke spielten mehrere Kinder auf der Straße ohne Aufsicht. Da kam plötzlich aus der Treustraße um die Ecke biegend, ein schwerer Kohlenwagen. Die sechsjährige Hausbesorgerstochter Frieda Festen, Webergasse No. 15 wohnhaft, konnte sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie wurde von den Pferden niedergestoßen und die Räder des schweren Kohlenwaaens gingen dem armen Kinde mitten über den Leib. Aussig. Die Lackfabrik der Firma Karl Dllrschmidt brannte gänzlich nieder. Der Schaden wird aus 120,000 Kronen geschätzt. B u d w e i s. Der Senior der yiengen Aerzte, Stadt- und Gerichtsarzt Dr. Leopold Löwy, feierte den 40. Gedenktag seiner arztlichen Praxis. Luxcmburg. Luxemburg. Das neulich von dem Tapetenhändler M. angesteigerte Eckhaus der Pastor- und Ehimaystraße wird abgetragen, um einem Neubau Platz zu machen. P e t i n g e n. Der Anstreicker N. Kremer, welcher vom Zuge überfahren wurde und dessen rechter Arm amputirt werden mußte, ist seinen Leiden erlegen. Ä u s oer ornmenns ch c. Fremder: Wie. Ihr wobnt in diesm feuchten, luftlosen Stuben? Das ist ja ein Verbrecuen an Eurer Gesundheit!" Bauern: Ja, wo denkt's hi Herr! Da wohna nur d'Stadtleut, dö zu uns zur Erholung kemma." Sommerfrischlerin: Aber wie kommt es doch, daß Ihr Heuer so viel mehr Miethe verlangt als vorigen Sommer?" Huberbäuerin: .Ja schaugt's, dö Verschönerung muaß halt a zahlt wem; vor Enka Fensta ham ma an Misthaufa g'schafft und neba Enkara Schlafstub'n is iazt da Gansstall, der Enk allaweil gar so viel g'freut hat." Manmußsichzuhelfen wissen. In einer Klasse des Gymnasiums glaubt man mit Sicherheit dararf schließen zu können, daß zum bevorstehenden Examen in der Physik die Beschreibung des Telephons verlangt werden wird, und bereitet sich infolgedessen gründlich auf diese Arbeit vor. Man hat sich jedoch in dieser Annahme geirrt, denn das Thema an dem gesürchteten Tage lautet: Beschreibung des Fernrohres". Allgemline Enttäuschung. Der Schüler Schlaucherl weiß fr jedoch zu helfen. Seine Arbeit beginnt nämlich folgendermaßen: Das Fernrohr ist ein Instrument, mit dem man entfernte Gegenstände unter anderen auch ein Telephon deutlich sehen kann. Das Telephon besteht aus" (folgt ausütbrlicbe Vcschreibuna des Televkons. EinBadimVegasbrunnen vor dem Königlichen Schloß in Berlin wollte neulich Vormittags ein geisteskranler Arbeiter Namens Hübner nehmen, der vor einiger Zeit aus der Irrenanstalt in Dalldorf entlassen worden war. Der unglückliche Mann hatte sich an der Ostseite des Brunnens mit einigen Fremden in ein Gesprach eingelassen, das er plötzlich mit dem Ausruf: Ich muß ein Bad nehmen, ein Herr hat es mir befohlen!" abbrach, um sich seiner Kleider zu entledigen. Nur noch nothdürftig mit der Hose bekleidet, sprang der Mann, che es die Herumstehenden verhindern konnten, in das von den Fontänen gespciste Wasserbecken. Der dienstthuende Schutzmann, der dem Schauspiel ein schnelles End: machen wollte, hatte mit dem Irrsinnigen seine liebe Noth. Mit Gewalt ließ sich der Widerspenstige dem Wasser nicht entziehen. Schließlich lockte die Einladung zu einem Morgcntrunk. Das 2. Polizei-Revier veranlaßte dann das Weitere für die Unterkunft des Bedauernswerthen.
Xet Mann mit den vielen Namen.
Einer der schlauesten Bankdiebe, welche die internationale Criminalistik der Gegenwart kennt, macht, wie man cus Brüssel schreibt, dem dortigen Untcrsuchungsrichter viel Kopfzerbrechen. Im April d. I. bemächtigte sich vor einem Schalter der Brüsseler Nationalbank ein Gauner der Tasche emes Kasscnbcamten, welche 250.000 Francs enthielt, und ergriff die Flucht. Er streute auf seinemWege zahlreiche 1000 Francsscheine aus, um auf diese Weise du nacheilenden Verfolger zu beschastigen. Aber als er die Aichenthür eines langen Corridors gewandt erreicht hatte, schlössen sich plötzlich in der ganzen Bank alle Thüren automatisch, und der Dieb war gefangen. Er behauptete damals, ein aus London gebürtiger Buchmacher Namens George Vrown zu sein. Man fand jcdoch bald heraus, daß dieser Name fingirt war. Seitdem kämpfen Untersuchungsrichter und Gefangener mit wahren Jndianerlisten, der Eine, um den gewitzten Menschen zu überführen, der Andere, um den Ersteren immer mehr irre zu leiten. Anderthalb Stunden währte es, bis es dem Photographen gelang, ein annähernd richtiges Bild des eine unglaubliche Mimik entwickelnden Verbrechers herzustellen. Dank diesem Conterfei und dem Bertillon'schen Messungsverfahren hat man jetzt wenigstens constatiren können, daß dieser angebliche Vrown identisch ist mit einem John Scott, geboren am 14. October 1858 in London und bestraft 1891 in Paris wegen Diebstahls, ferner mit einem gewissen Waltei Vowers, ebenfalls in London geboren am 8. Februar 1855 und verurtheilt wegen Taschendiebstahls in Hamburg 1895; drittens mit dem William Henry Barnes ebendaher, geboren 1854 und bestraft in Paris und in Poissy. beide Male im Jahre 1902. Man vermuthet nun in dem Brüsseler Gefangenen einen William Miller, der 1881 in New Orleans verhaftet wurde wegen eines Diebstahls von 750 Lstrl. in der dortigen Volksbank. 1886 wurd? er dort als William Morrisson zusummen mit einem Charles Allen festgenommen, ebenfalls wegen eines bedeutenden Diebstahls in einem Bankinstitut. 1889 versuchte er nochmals in New Orleans die Expreß Company der Ver. Staaten um 100.000 Dollars zu erleichtern; er entkam später aus dem Gefängniß. William Miller wurde sodann 1890 in London wegen Diebstahls zu 18 Monaten verurtheilt, und dieser Miller muß sich schließlich in Deutschland in einen H. A. Vowers verwandelt haben, welcher wegen Einbruchs fünf Jahre Gefängniß erhielt. Die von dem Gauner in Paris dreimal, in Chicago und Brüssel je einmal aufgenommenen Bilder lassen fast keinen Zweifel mehr, daß Brown, Scott, Bowers. Miller. Morrisson. Barnes, Bauwers eine und dieselbe Person sind. Wie diese Person aber in Wirklichkeit heißt, möchte der Brüsseler Unters uchungsrichter gar zu gern wissen. Das (Seldmännel". Schnöde Geldgier hat kürzlich in W. bei Markneukirchen in Sachsen einem geriebenen Gauner, genannt Geldmännel", ein geduldiges Opfer zugeführt. Das letztere, ein biederer Instrumentenmacher, der wahrscheinlich in seinem Leben noch nie einen Hundertmarkschein zu Gesicht bekommen, ließ sich durch eifriges Zureden bestimmen, 100 Mark Silber Abends zwischen 8 und 9 Uhr an eine bestimmte Stelle unweit der böhmischen Grenze zu bringen; er werde dafür das Zehfache zehn Hundertmarkscheine in täuschend gelungenen Falsifikaten erhalten. "Der Umtausch ging in der besprochenen Weise vor sich: als aber der neue Besitzer der 1000 Mark seinen Schatz" bei Lichte besah, da packte ihn jähes Entsetzen: die angeblichen Hundertmarkscheine waren mit den beiden Rückseiten zusammengeklebte Geschäftsreklamen, auch Blüthen" genannt, und auf jeder Seite des Werthpapieres" stand zu lesen: Einhundert Mark verliert jeder der Rückseite nicht beachtet! Der Geleimte ist seine baaren 100 Mark (wozu er sich sogar noch 13 Mark von einem Nachbar geliehen hatte?) los, ron dem schlauen Geldmännel" .aber hat man noch keine Spur. Wunderliche G r o y -m u t b. Auf dem Kasernenhof ruft der Feldwebel einen Einjährigen heran. Einjähriger, Sie gehen ja heut' Nachmittag spazieren; holen Sie mir doch den Kneifer vom Optiker ab." Zu Befehl. Herr Feldwebel!" Am Abend kommt der Einjährige zurück und übergibt dem Feldwebel den Kneifer: Herr Feldwebel, die Reparatur kostet 2 Mark." Darauf nimmt der Feldwebel eine Mark aus dem Portemonnaie und drückt sie dem Einjährigen in die Hand. Na, hier, Einjähriger; wollen uns den Raub theilen!" Wink. Gatte: Für wen strickst Du denn diese Strümpfe?" Gattin: Für einen wohlthätigen Verein." - Gatte: Ach, gib doch dem Vorstand meine Adresse, vielleicht schenkt man mir auch ein Paar!" Zu gefährlich. Sie haben wohl den beabsichtigten Besuch bei Ihrer Frau Tochter aufgegeben, Frau Rath?" Jawohl, mein Schwiegersöhn schrieb mir, er hätte sich ein Au tcmobil angeschafft."
Dl?r Z?amz?s um den Ncchcr.
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Rcliancc" und Shamrock III." in Erwartung der Nennen. Tie legten SiriÄe ?,r Rceord beider Jachts soweit vorzüglich Modell uu) Tirlettsionen der Reliance" Lipton uns Jseli siegeS bewutzt. Die Auswahl der Relianc als Vertheidigerin des America"-Pokals gegen Sir Thomas Liptons flinke ..Shamrock III." hat das Interesse für die bevorstehende Wettfahrt naturgeNeliance" und Charles Barr. mäß gesteigert und mit Spannung sieht man in allen fegelfporttreibenden und segelsportliebendcn Kreisen diesseits und jenseits des Ozcanö der Entschcidung entgegen. Die Eigenthümer und Slippers auf beiden Seiten sind gegenwärtig sehr eifrig damit beschäftigt, ihre Jachten auf alle Einzelheiten zu prüfen, segelfest und peinlich sauber zu halten bis zum letzten Moment vor der Fahrt, die zweifellos zur interessantesten und bedeutsamsten aller bisherigen Wettfahrten um die historische Trophäe sich gestalten wird. C. Oliver Jselin, der Manager der Reliance," vertraut fest auf den Sieg und ist der Meinung ebenso wie andere Mitglieder des Eigenthümer-Syn-dikats, daß die jüngste Vertheidigerin des Bechers das schnellste Boot ist. das je erbaut worden. Kapitän Charley Barr. der Slipper der Reliance" und der Sieger in so mancher Wettfahrt, glaubt an den Sieg und erwartet mit Ungeduld das Zeichen zum Beginn der Fahrt. Die neue Vertheidigerin des Bechers hat bislang an 20 Wettfahrten sich betheiligt und in 15 Fällen als siegreich sich erwiesen. Zwei Wettfahrten darunter wurden vor der Zeit abgebrochen, bei einer dritten verlor sie den Topmast und zog sich zurück. Bei noch zwei Fahrten war sie an der Spitze, wurde aber durch Zeitvorgeben geschlagen. Bei allen 20 Wettfahrten jedoch, die bei wechselndem Winde und unter den verschiedensten Wetterbedingungen vor sich gingen, hat sie hohe Schnelligkeit bei veränderlicher Luftströmung und volle Kraft beim Tragen ihres mächtigen Segels an den Tag gelegt und ihr Slipper, Kapitän Barr. bei jeder Fahrt seine eminente Tüchtigkeit und sin klares Urtheil vollauf bewiesen. Das Modell der Reliance" weist Extreme auf, indem sie groß und mächShamrock" und Robert Wringe, tig überm Wasser, schmächtig und zuge spitzt unterm Wasser ist. Ihre Dimensionen sind bislang nicht genau bekannt geworden, aber annähernd beträgt ihre Länge 145 Fuß, und sie hat nahezu 90 Fuß auf der Wasserlinie. Die Gegnerin vermag ebenfalls einen außergewöhnlichen Rekord auszüwelsen. Bei Wettfahrten auf der anderen Seite des Ozeis war sie stets siegreich. mit der alleinigen Ausnahme ber der Fahrt mit der Shamrock I.," als sie ihr zehn Minuten vorgab. Sie langte zwar als erste am Ziel an, aber der Unterschied war etwas weniger als sie ben Minuten. Bei den Fahrten im amerikanischen Gewässer schlug sie mit Lelchtiqknt mehrmals das alte Boot. In Kapitän Robert Wringe besitzt die- Shamrock" den besten Slipper Englands, der obendrein auch das amerikanische Gewässer kennt und über die erlesenste englische Mannschaft verfügt. Sir Thomas denkt keinen Augenblick an eine Niederlage. 6r behauptet, daß seine neue Facht, die in Dumbarton. Schottland, gebaut worden, das beste Boot ist, welches je den Ozean gekreuzt, und sicher den Becher erobern wird.
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Erlebnisse der deutschen SüdpolarExpedition auf Im .,Gauß." Hauptzweck, Gründung einer wiffcnsMast lichen Station, erreich Leibe während eineS JahreS iu Betrieb erhalten Bericht des SrpeSitiouleiterS. Der Reichsanzeiger" in Berlin veröffentlichte vor Kurzem einen Bericht über den Verlauf der deutschen Süd-Polar-Ezpediticn aus der Feder des Expeditionsleiters, Professors Dr. v. Drygalski. Der Bericht beginnt beim Tage der Abreise der Expedition aus dem Gauß" von den Kerguelen am 31. Januar 1902. Das Schiff hatte 40 Polarhunde an Bord. Eine kurze, doch sehr wohl gelungene und anregende Unterbrechung dieses Theiles der Fahrt brachte der Besuch von Heard Island, der größten Insel der Gruppe, eren westlicher Theil Maconald-Jnseln genannt wird. Heard Island ist seit dem Jahre 1853 bekannt und seitdem mehrfach besucht worden, so 1873 von dem deutschen Kriegsschiff Arccna," dessen Führer den höchsten Gipfel d.'r Insel Kaiser Wilhclmsberg nannte, und 1874 von der Challengcr-Expedi-tion, die in der Connthian Bay auch eine kurze Landung vollzog. Regelmäßig ist die Insel eine Zeit lang von amerikanischen Robbenschlägern besucht worden. Der Weg, den Drygalski für die 'nunmehr beginnende eigentliche Südpolarfahrt wählte, ergab sich aus dem Plan, an die letzte Landsicht früherer Expeditionen, im Besonderen hier der amerikanischen Erpedition unter Wilkes 1840, anzuschließen und diese für das einzige Gebiet der Antarktis, wo bisher noch gar keine Ergebnisse vorlagen, also nach Westen hin, auszugestalten. Anl 18. Februar 1902." so heißt es im Bericht, begann der wirksame Vorstoß nach Süden, welcher die Expedition in vier Tagen so weit führte, als es in jenem Gebiet überhaupt möglich war, nämlich bis zu einer vorher noch unbekannten Küste, und gleich darauf, am Morgen des 22. Februar, mit de? Festlegung zur Ueberwinterung endete. Die Entwickelung war kurz, aber günstig, und konnte für den Hauptzweck der Expedition, eine wissenschaftliche Station zu gründen und möglichst du5 den Verlauf eines Jahres in Betrieb zu halten, nicht günstiger ausfallen. Am Morgen des 22. Februar 1902 befand sich der ,Gauß' in fester Lage, von schweren Eisschollen umbaut, den Bug nach Süden gerichtet, und in dieser Lage ist das Schiff ein volles Jahr, bis zum 8. Februar 1903. verblieben." Das Leben der Expedition während dieses Jahres im Südpolareis schildert Professor v. Drygalski folgendermaßen: Das allgemeine Leben der Expedition war wesentlich, wo nicht ausschließlich durch das Klima bedingt; denn nirgends sonst auf de? Erde werden sich die Extreme von gut und böse so nahe begegnen wie in der Antarktis; nirgends sonst dürfte jeder Thätigkeit im Freien durch die Ungunst der Witterung ein so schnelles und gebieterisches Halt entgegengerufen werden wie dort. Das scböne Wetter der Sommermonate konnte wohl selbst auf ihren Höhepunkten durch Schneestürme unterbrochen werden, welche jede Thätigkeit und fast jeden Aufenthalt im Freien unmöglich machten, doch durfte man von Anfang September bis Ende April mit überwiegend klaren, häufig schönen Tagen rechnen und die vorliegenden Pläne danach einrichten. Von Ende April bis Ende August war es umgekehrt. In diesen Wintermonaten löste ein Schneesturm den andeien ab, besonders im Mai und August, so daß man nur auf kurze Pausen zählen durfte und diese dann so reichlich auszunutzen hatte, als es irgend möglich war. Denn schern brach nach kurzer Zeit der Ruhe Tageslänge war zeitweilig dabei viel der neue Schneestürm herein und verschüttete alles, was man etwa draußen unvollendet gelassen hatte, wid das Schiff selbst so stark, daß es sich überlegte und jedesmal dann die schwere Arbeit des Ausgrabens von Neuem beginnen mußte. Die Wehen und Wälle zu beiden Sei. ten, namentlich auf der Westseite, welche bei der Herrschaft der Ostwinde Lee war, thürmten sich bis über die Höhe der Kommandobrücke hinaus und schritten über die Mitte des Schiffes hinweg. Gleich nach unserer Festlegung erfolgten die wissenschaftlichen Einrichtungen der Station. Die umfangreichsten Arbeiten waren darin der Bau zweier magnetischer Observatorien uid Anlage zweier Eislöcher für biologische Arbeiten. Außerdem wurden eine meteorologische Station, eine astrono mische Beobachtungsstätte, eine Einrichtung für Gezcitenbeobachtung und zwei Anlegen zur Messung von Eis- und Meerestemperaturen errichtet. Die Stationsarbeiten wurden erst eingestellt, als die Eisberge unserer nächsten Umgebung in Bewegung geriethen. Sonst galt die letzte Zeit den Vorbereitungen für die Abfahrj. Am 8. Februar 2903 war das Eis um den ,Gauß' herum gewichen, und um sieben Uhr Abends verließ die Expedition unter dreimaligem Hurrah ihr Quartier im Polareis." Der Gauß" lief am 31. Mai wohlbehalten in Port Natal ein.
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