Indiana Tribüne, Volume 26, Number 302, Indianapolis, Marion County, 13 August 1903 — Page 6

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Bahnhof. H.M.Bronson. A. G. P. A.

Europäische Nachrichten. t j Wayern. M ü n üe n. Das 1. bayrische Infanterieregiment König feierte das Fest seines 125jährigen Bestehens. Prinzregent Luitpold nahm mit großem Gefolge die Parade über das Regiment'ab und hielt eine markige Anspräche. Eine größere Gesellschaft unternahm einen Ausflug auf den Prisserkegel, um dort ein Johannisfeuer abzubrennen. Beim Aufstieg stürzte Dr. Bauer von hier ab und war sofort todt. Die Unsitte, Spiritus oder Petroleum auf glimmendes Feuer zu gießen, hat wiederum ein Menschenleben gefordert. Die 26 Jahre alte, im Hause No. 3 an der Ehrengutstraße bedienstete Köchin Magdalene Zerndl goß zum Anfachen des Feuers Spiritus in den Herd. Das Gefäß explodirte und die Unglückliche erlitt derartige Brandwunden am ganzen Körper, daß sie in der Chirurgischen Klinik starb. In seiner Wohnung an der Eteinheilstraße erschoß sich der 56 Jahre alte Jnstallationsgeschäftsinhader Franz Lutz. Er war seit längerer Zeit kränklich. Geistesgestörtheit dürft: die Veranlassung zum Selbstmord gegeben haben. Lutz hinterläßt eine Frau mit fünf Kindern. A i ch a ch. Nach 33jährigcr Thätigkeit verließ Oberlehrer Martin Huber unsere Stadt, um sich in München zur Ruhe zu setzen. Oberlehrer Huber war 50V Jahre im Schulfach thätig. Augsburg. Der Männergesangverein Bavaria feierte im Saalbau Herrle das Fest seines 25jährigen Bestehens. Es nahmen 16 Sängerver-

eine von hier und der Umgebung Äntheil. B a m b e r g. Infolge eines Streites mit ibrem' Manne stürzte sich die 23iätzriae Weinwirthsaattin Steininger von hier in selbstmörderischer Absicht vom dritten Stock m den tflut ihres Hauses. Die Unglückliche erlitt eine sehr schwere Verletzung am Kopfs, doch hofft man, sie am Leben zu erhalten. Eisenbrecht shofen. In der Zimmermann'schen Kunstmühle geneth der Muhlbursche Leonhard Nusser beim Pferdeschwemmen zu wett in den tiefen Mühlgumpen und ertrank. H o p f e r b a ch. Die Vonnebergsche Sägemühle brannte gänzlich nieder. Der Schaden ist groß. Jggensbach. Der 51 Jahre alte Bauer Math. Linsmaier wurde von seinem 20jährigen Sohne mit einem Hackenstiel erschlagen. Der Vater, der betrunken heimkehrte, gerieth in ernsten Wortwechsel mit dem Sohne und bedrohte ihn wiederholt mit einem langen Messer, worauf dieser den Vater in der Schlafstube niederschlug. Der Thäter machte seinem Leben auf freiem Feld durch Erschießen ein Ende. M a r i a h i l f. . Rath und StadtPfarrer Simon Knoll feierte sein 50jähriges Priesterjubiläum. Nürnberg. Der in weiten Kreisen, hier und auswärts, bekannte und geachtete Privatier Johann Adam Ramspeck, Begründer der hiesigen gleichnamigen Eisenfirma und langjähriger Magistratsraih und Landrath, ist verschieden. Er erreichte ein Alter von 72 Jahren. Oberaudorf. Distrikts - Inspektor Pfarrer M. Beck feierte sein silbernes Priester-Jubiläum. Der Jubilar war in den 80er Jahren Pfarrer in Aufkirchen am Starnberger See und als solcher Zeuge der Königskatastrophe 1886. Röthenbach bei Lindau. In der hiesigen Station wurde der Packer Kalb überfahren und getödtet. Kalb ist der Sohn des Oberpackers Kalb hier und stand in den 30er Iahren. Der betagte Vater tritt demnächst in Pension und der Sohn wollte sich in kurzer Zeit verehelichen. Würzburg. Der Kassirer der hiesigen Filiale der Bayerischen Bank, Feineis, ist nach Unterschlagung von 30.000 Mark flüchtig geworden. Da die Verwandten sich zur Deckung des Schadens verpflichteten, wird dieBayerische Bank voraussichtlich kein Verlust trenen. ZVUrtlemoerg. G e i s l i n g e n. Der im 83. Lebcnsjahre stehende Jakob Allgöwer, Vankdiener der hiesigen Gewerbebank, feierte sein 40jähriges Dienstjubiläum. Im Alter von 74 Jahren starb hier Schultheiß Frank von Bräunisheim nach längerem Krankenlager. Er bekleidete das Amt eines Ortsvorstehers 39 Jahre in größter Pflichttreue. H o h e n e ck. Wohnhaus und Scheuer des Christian Kuhnle brannten vollständig nieder. Als vermuthlicher Brandstifter wurde der 19 Jahre alte Karl Schwemmer festgenommen. K a n n st a t t. Stiftungsverwalter v. D. Kühn, der 1893. nach 43jähriger Thätigkeit in städtischen Diensten, in den Ruhestand getreten war, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Ludwigsburg. Auf der Osterholzwache erschoß sich der Soldat Josenhans von der 7. Compagnie des Infanterie - Regiments Alt-Württem-berg mit seinem Dienstgewehr. Rottenburg. Das 30 Jahre alte, ledige Dienstmädchen Rosa Orgeldinger von hier, das 15 Jahre lang auswärts in Stellung war und erst seit Kurzem hier bei seiner Mutter lebte, hat sich in einer Anwandlung von Schwermuth im Neckar ertränkt.

Welnsderg. Hofrath .obald Kerner feierte, geistig und körperlich noch rüstig, seinen 86. Geburtstag. Wie seit Jahren üblich, wurde ihm aus diesem Anlasse vom Liederkranz ein Ständchen gebracht. Den Glückwünschen der Stadtgemeinde gab Stadtschultheiß Seufferhcld in einer Anspräche vor dem Kernerhause Ausdruck. Zcrderr. Karlsruhe. Dem Musikdirektor Boettge im 1. Badischen Leibgrenadier - Regiment No. 109 wurde die goldene Krone zum Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens verliehen. B r U ch s a l. Stationsvorsteher a. D. Jakob Bernhard und dessen Gattin Karoline, geb. Wilser, feierten das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Im Auftrage des Großherzogs wurde dem Jubelpaare durch Oberamtmann Beck eine silberne Medaille in Prachtband überreicht. B l u m b e r g. Der Ottilienhof des Landwirths L. Schmid wurde durch Feuer vollständig zerstört. Der Schaden beträgt 14.000 Mark. G a i s b a ch. Die bekannte hiesige Fischkultur - Anstalt, zugleich großes Restaurant und Ausflugsziel vieler hierherkommender Fremden, ist ein Raub der Flammen geworden. Grafenhausen. Der lljährige A. Trautwein zielte mit einer Flobertbüchse, im Glauben, sie sei nicht geladen, auf den 23jährigen Zimmermann K. Morath von Rippoldsried, der in einer Höhe von 3y2 Meter auf einer an ein Haus gestellten Leiter stand. Da entlud sich die Waffe; Morath aber fiel von der Leiter auf das Pflaster und blutete aus der Nase. Die Kugel war ihm durch die Nase in's Gehirn gedrungen. Ter Verletzte starb nach einiger Zeit, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Heidelberg. Bei der hiesigen Firma Moser feierte Tüncher Michael Humler sein 50jähriges Berufsjubiläum. Ketch. Die Ciaarrenfabrik des FabrikantenBlum brannte nieder. Wenige Augenblicke später stand das Wohnhaus des Landwirthes I. Kemtner in Flammen; wegen Verdachts der Brandstiftung wurde E. Kemtner, der Sohn des Brandbeschädigten, verhaftet. L ö r r a ch. Einem schweren Unfall ist der hiesige Blechnermeister Sandmeier zum Opfer gefallen. Er war in einem benachbarten Orte mit der Demontirung einer für einen Festplatz eingerichtet gewesenen Acetylenbeleuchtungsanlage beschäftigt, wobei der den Brennstoff enthaltende Apparat auf bis jetzt unaufgeklärte Weise explodirte und dem an dem Apparat beschäftigten jungen Manne buchstäblich den Kopf vom Rumpfe riß. Mannheim. Das evangelische Rettungshaus für Mädchen hier feierte sein 50jähriges Bestehen. Der HausVater dieser Anstalt, Hauptlehrer C. Curth, steht seit 30 Jahren in dieser schweren Arbeit und hat seinen Beruf mit großer Treue erfüllt. Pforzheim. Ringmacher Karl Meßner schoß auf seine Frau und verwundete sich dann selbst schwer. Meßner verstarb im Krankenhause, seine

Frau liegt bedenklich darnieder. Wolfach. Das 2 Jahre alte Töchterchen des Schüttewirths Willmann stürzte in einem unbewachten Augenblicke in den Mühlenkanal und ertrank. 'ss!hctnpfnrz. S p e y e r. Im hiesigen Bahnhöfe erschlug nach vorausgegangenem Streit der Maurer Lorenz Denhard von Dudenhofen seinen College Dieter von hier mit einem schweren Hammer. Der Schlag wurde so wuchtig geführt, daß der Hammer im Kopfe stecken blieb und das Gehirn herausgedrückt wurde. Der Thäter wurde verhaftet. Dieter ist im Spital gestorben. Dürkheim. Mordversuch und Selbstmord verübte die in den 40er Jahren stehende Wittwe des verstärkencn Winzers Lorenz Walter. Dieselbe brachte ihrem 17 Jahre alten Sohne mit einem Rasirmesser gefährliche Wunden am Halse bei. Ein Knabe von 13 Jahren konnte sich vor der plötzlich wahnsinnig gewordenen Mutter reiten, indem er die Thür des Zimmers verriegelte. Die Mutter stürzte sich hierauf in eine Dunggrube, aus der sie leblos herausgezogen wurde. Ludwigshafen. Beim Training für ein stattfindendes Straßenrennen verunglückten auf der Oggersheimer Landstraße zwei Radfahrer, der 27 Jahre alte Julws Leger und der 17 Jahre alte Philipp Günther, beide von hier. Die beiden collidirten im scbärfsten Tempo und lamen so unglücklich zu Fall, daß sie schwer verletzt in das städtische Krankenhaus überführt werden mußten. Leger starb nach kurzer Zeit. Lottzringc,r. Straßburg. Ein Mordversuch aus Eifersucht hat im Stadttheil Neudorf große Aufregung hervorgerufen. Der Friseur Joseph Theuring drang in die Wohnung der Wittwe Möhrle ein. bei der er früher gewohnt hatte und die er seitdem vergeblich mit Liebcsanträgen verfolgte. Theuring brachte der Frau mit einem Dolchmesser elf Stiche bei und gab bei der VerHaftung vier Revolverschüsse auf sich ab. Beide wurden nach dem Bürgerspital gebracht, wo Theuring sich in ei nem unbewachten Augenblicke auf dem Aborte erhängte. A l t h a n n. Infolge einer Explosion in der Eisengießerei Verger An-

dr6 trugen der Ingenieur Fingado und

drei Arbeiter Verletzungen Davon. Am bedeutendsten sind die Verletzungen tos Ingenieurs, der am Kopfe und an den Beinen verwundet in bewußtlosem Zustände m ferne Wohnung verbracht wurde. Sein Zustand gilt als recht bedenklich. Metz. Das hiesige Schwurgericht verurteilte den 21jährigen Johann Schmitt aus Wallerfangen bei Saarlouis wegen mehrfachen schweren Diebstahls zu 14 Jahren Zuchthaus und wegen vorsatzlicher Tödtung des Dircctors Fölzer von den Siegener Werken in Hagendingen bei Metz zu lebenslänglichem Zuchthaus; den Angeklagten 21iahrigen Jacob Mlck aus Zweibrücken wegen vielfachen schweren Tiebstahls zu 12 Jahren Zuchthaus. Beide Angeklagte wurden in die Kosten dk Nerkibrens verurtbeilt. Mcctitervurg. Schwerin. Im Ziegelsee wollte de: 40jährige Arbeiter Felten zeigen, wie man unter einen Kahn wegschwimmc. Er kam aber nicht wieder zum Vorschein und fand den Tod. Seine Leiche wurde geborgen. Blankenhagen. In unserem Dorfe hat sich die 6jährige Tochter des Arbeiters Peters beimSpielen erhängt. An dem Haken der Hausthür ist eine Bindfadenschlingc befestigt, die auf eine Krampe gehakt wird, um zu verhindern, daß die Thür zu weit aufgeht. Das Kind hatte durch diese Schlinge, wahrscheinlich spielend, den Kopf gesicckt, ein Windstoß hatte die Thür nach außen gedrückt und das Kind von der Schwelle gerissen. So blieb es mit dem Kopfe in der Schlinge hängen und erstickte. Doergelin. Zwei Söhne des Arbeiters Becker im Alter von 19 und 16 Jahren, die auswärts in der Lehre sind und hier zum Besuch weilten, wollten in einem Wasserloche ein Bad nahmen. Der eine Bruder sprang in das Wasser und sank, wahrscheinlich vom Schlage gerührt, sofort unter. Der andere Bruder sprang sofort nach, ging aber ebenfalls unter. Beide Brüder konnten nur als Leichen geborgen werden. Unangenehmüberrascht wurde ein Herr, der sich in einem Restaurant in Güsten (Anhalt) eine Porhon Aal in Gelee geben neß. Der Gast biß nämlich beim Verzehren des Kopfes auf einen ziemlich kräftigen Angelhaken. Zum Glück sind die Verletzungen, die der Angelhaken beim Entfernen aus demMunde verursachte, nur gering. Der 27. Deutsche Juristentag wird im September 1904 in Innsbruck abgehalten werden. Es hat sich dort im Einverständnlß mit der ständigen Deputation in Berlin unter dem Vorsitze des Hofraths und Landesgerichtspräsidenten Dr. Josef Daum ein Ortsausschuß gebildet, welcher die Vorbereitungen für die seit so vielen Jahren wieder auf Österreich!schem Boden tagende Versammlung durchführen wird. An einem Grashalm erstickt ist in Heimburg der Wegewärter Oberländer. Er war mit Wegearbeiten beschäftigt und hatte seine Flasche mit Kaffee in das Gras im Graoen gelegt. Beim Trinken verschluckte er ein Stückchen von einem Grashalm. Dieses blieb im Schlunde sitzen und verursachte derartiges Unbehagen, daß Oberländer sich zum Arzt begab, dem es aber nicht gelang, den Grashalm zu entfernen. Als Oberländer zu Hause ankam, stellten sich derartige Schwellungen im Halse ein. daß der bedauernswerthe Mann nach kurzer Zeit erstickte. Besondere Schlafwagenzüae sind die neueste Erscheinung preußischer Eisenbahnen. Bei dem neuen Nachtschnellzug von Berlin nach München werden seit Kurzem täglich nicht weniger als vier Schlafwagen gefahren. Während der Hauptreisetage waren sogar sechs erforderlich. Da der Zug an diesen Tagen stets in mehrere, meist dreiTheile, zerlegt werden mußte, so vereinigte man die sechs Schlafwagen zu einem besonderen Zuge. Der erste der drei Theile bestand fast gänzlich aus Schlafwagen. Nur der eine oder der andere Personenwagen war zur Vervollständigung der zulässigen Zahl von Achsen beigefügt. Auch nach Frankfurt wurden solche Schlafwagenzüge abgelassen. Häuser aus Straßenschmutz will man, so unappetitlich es auch klingen mag, in Liverpool erbauen. In Liverpool wird nämlich der Straßenschmutz und der Abfall verbrannt. Aus der Schlacke hat man bisher in genannter Stadt mit dem besten Erfolge, nach Vermischung mit Cement, Trottoirplatten und Canalisationsröhren angefertigt. Nunmehr will man auch dazu übergehen, Häuser aus Schlacke und Cement zu erbauen. Dieses Vorgehen würde auch nach der sozialen Seite eine Bedeutung haben. Denn man hat ausgerechnet, daß sich die Wohnungen in diesen Häusern sehr billig stellen würden und daß es möglich sein würde, ein Zimmer für einen Schilling die Woche zu vermiethen. Auf diese Weise könnten' also billige Wohnungen für Arbeite: errichtet werben, ünd gerade für Liverpool mit seiner großen Arbeiterbevölkerung ist dieser Umstand von hervorragender Wichtigkeit. Die Nachricht klingt ja sehr natürlich und interessant, aber, man darf doch wohl nicht vergessen, daß wir augenblicklich im Hochsommer leben.

ZIcm Yorker Fachschnk.

Entstehung und Einrichtung der Fcucrvchrschlllc. viuführung der HoeU'schett Zlusziehleiter. Lkbtheilung für LebettSrettungödienst Ve käinpsung des cuerS selbst Techzigtägi sr jlursus. Eine beachtenswerihe, wenig gekannte Einrichtung bei dem anerkanntermaßen auf der Höhe der Zeit stehenden Feuerwchr-Tepartemcnt der Stadt New York ist die seit reichlich 20 Iahren bestehende Schule für Feuerwehrlcute, an deren Spitze der unlängst auf sein Ansuchen pensionirte Chef McAdams seit ihrer Begründung gestanden hat. Es war im Jahre 1882, als beim Brande eines New Jorker Wolkenkratzers alle vorhandenen Leitern sich als zu niedrig erwiesen und das Problem aktuell wurde, wie man bei einem Feuer in hohen Gebäuden Menschenlecen retten könne. Fachleute wurden zum Studium dieser Frage nach allen größeren Städten Europas und der Ver. Staaten entsankt, und St. Louis war es, wo sie auf einen Techniker Namens Hoell, einen geborenen Teutschen, stießen, welcher eine Ausziehleiter erfunden hatte, die auf ihren Werth geprüft und für zweckentsprechend befunden wurde. Man veranlaßte Hoell nach New Jork zu kommen, um Feuerwehrleute in der praktischen Anwendung der Leiter zu unterweisen, und man erließ eine Aufforderung, daß Freiwillige sich melden möchten, um einen zweimonatlichen Kursus durchzumachen. Es meldeten sich fünf ehemalige Seeleute und der damals als Hilfs-Vormann bei der 21. Feuer-wehr-Kompagnie angestellte McAdams. Tiefer wurde dann auf Empfehlung des Erfinders Hoell, der später nach St. Louis zurückkehrte, nach Veendigung des Kursus zum Leiter der nun in's Leben tretenden Schule für FeuerWehrleute ernannt. Ter Unterricht in der Anstalt beginnt mit der Unterweisung im Gebrauche der Ausziehleiter, wie man sie anlegen, wie man sie richtig an's Fensterbrett befestigen muß, wie man zu klettern und sich an der Spitze zu halten hat, wie man eine Leiter weitergeben, Verbindungen herstellen und die Leiter ein Stockwerk höher hinauf bringen soll. Weiter wird gelehrt, wie man Fensterschwellen auszuspreizen, auf ihnen zu stehen und von Fenster zu Fenster sich zu schwingen hat. Eine Abtheilung für sich bildet der Lebensrettungsdienst. Die Leute üben sich, wie man allein oder mit einem menschlichen Wesen im Arm die Leiter herunterzusteigen hat. Ferner wird geübt, wie man mit einem Strohmann, de? wie ein Mensch geformt und 100 bis 175 Pfund wiegt. Hantiren muß. Besonderes Augenmerk wird darauf gerichtet, d'e Leute so zu tratniren, daß sie ihre menschliche Last, wenn sie halb unten angelangt, nicht fallen lassen. Und in der That sind heute die New Forker Feuerwehrleute so geübt, daß sie keine Person, die sie retten, sinken lassen können, ohne selbst mitzufallen. Wenn die Menschen, die sie befreien, noch ihr Bewußtsein haben, halten sie gewöhnlich sich sehr fest an ihren Retter, aber fast immer sind die Personen, welche aus brennenden Gebäuden geholt werden, bewußtlos, doch die Feuerwehrleute haben eine Methode, die es ihnen geradezu unmöglich macht, ihre Bürde fallen zu lassen, ganz gleich wie schwierig der Abstieg und wie groß die Noth ist. Seit 18 Jahren ist das Bonner'sche Lebensrettungsnetz in Gebrauch, das eine stehende Institution geworden. Wenn es auch seltener für die Rettung von Feuerwehrleuten selbst in Anwendung kommt, so müssen sie doch selbst das Hinunterspringen üben, weil es der einzige Weg ist, ihnen beizubringen, wie sie das Netz zu halten haben. Sie springen abwechselnd hinunter, während die Anderen dann das Netz halten. Ein sehr wichtiger Zweig der Unterweisung in der Feuerwehrschule ist naturlich die Bekämpfung des Feuers selbst. Chef McAdams hatte es zu seiner Spezialität gemacht, die verschiedenen Abarten von Feuersbrünsten zu siudiren und dann die beste Methode zur Bekämpfung anzuwenden. Nicht weniger als 35.000 FeuerWehrleute haben in den letzten 20 Iahreu die Schule absolvirt, unter ihnen die letzten vier Leiter des Departcments, Bonner, welcher jetzt den Feuerwehrdienst in Manila im Auftrage der Bundesregierung einrichtet, Shay, Croker und Purroy, der gegenwärtige Chef. Aus 25 Städten des Landes sind Feuerwehrleute nach New York entsandt worden, um den regulären. 60tägigen Kursus durchzumachcn und dann die Methoden in ihren Heimathstädten anzuwenden. Auch in Europa sind die Fachleute auf diese Schule aufmerksam geworden, und nicht wenige höhere Beamte der Feuerwehr, aus größeren Städten der alten Welt haben Lie Methoden aus eigener Anschauung kennen gelernt. Das Besuchsbuch, welches McAdam anlegen ließ, weist bekannte Namen aus allen Staaten der Union wie aus fast sämmtlichen civilisirten Ländern der Erde auf. . . , lirudtfcltlcr. Amanda war eine der eifrigsten und gelehrigsten Schülerinnen der Kochschule. Ihr ganzes Interesse lenkte sie auf die, liöche des Instituts.

Ein reicher Phantast. Kläglicher verlaus der Vrpedition deS SSal serS der Sahara." Die Geschichte des jungen französischen Millionärs Lebaudy, welcher ein Kaiserreich in der Sahara gründen will, nimmt sich wie eine Erzählung aus den Hundstagen aus. ist aber trotzdem wirklich wahr. Vor wenigen Monaten unternahm Lebaudy von den Kanarischen Inseln aus eine Expedition nach dem südlichen Theil von Marokko, um von den dortigen Ländern Besitz zu ergreifen. Da Spanien südlich von diesem Gebiete eine Kolonie, Namens Rio de Oro, besitzt, so herrschte in der gesammten spanischen Presse große Erregung, und man machte sich schon mit dem Gedanken vertraut, daß auch diese Kolonie vom Mutterlande verloren gehen würde. Man bestürmte die Regierung, verlangte von ihr energische Maßregeln gegen den frechen Eroberer. Erst als man erfuhr, daß Lebaudy ein Kaiserreich der Sahara" gründen und eine Stadt, Namens Troja, bauen wollte, beruhigten sich die Gemüther, da sie zu der Ueberzeugung kamen, daß Leöaudy ein excentrischer Mensch ist. Das scheint er wirklich zu sein; denn anders ist eZ nicht zu verstehen, daß er dem Postmeistc? der Kanarischen Inseln auftrug, alle an den Kaiser der Sahara" gerichteten Postsachen ihm auszuhändigen, da er der genannte Souverän sei. Die erste Expedition des Kaisers der Sahara" nach den unwirthlichen GestadenMarckkoZ ist kläglich verlaufen; die fünf Abenteurer, welche in einem Zeltlager zurückblieben und den Plan des neuen Troja entwarfen, sind von den Eingeborenen gefangen genommen und wahrscheinlich nach qualvollen Martern ermordet worden. Mittlerweile bereitet Lebaudy eine neue Expedition in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln vor; aber er stößt überall auf Unverständniß und Schwierigkeiten. Am unbequemsten ist ihm sein Landsmann, der französische Konsul. Aber auch der Vertreter der spanischcn Regierung macht ihm das Leben sauer und sucht seine Pläne zu vereiteln. So will er nicht ihm die für ihn aus Marseille eingetroffenen Waffensendungen ausliefern, ihm nicht gestatten, zwischen den Kanarischen Inseln und dem afrikanischen Festlande einen drahtlosen Telegraphen herzustellen, weiter läßt er ihn pslizeilich überwachen, während die Bewegungen seiner Schiffe streng von einem spanischen Kriegsschiff verfolgt werden. Lebaudy kann so etwas nicht verstehen, da er nach seiner Aussage nur die besten Absichten hat; anstatt seine Millionen in Paris und anderen Großstädten zu vergeuden, wolle er die noch herrenlosen Länder der Welt erwerben und sie dem europäischen Handel und der Kultur erschließen. TaS qröfttc Schlachtschiff. Das neue Schlachtschiff King Edward VII.." das größte der Welt, wurde dieser Tage in Devonport. England, glücklich vom Stapel gelassen, wobei die Prinzessin von Wales die Taufe vollzog. Unter den an der Festlichkeit Theilnehmenden befanden sich auch der Prinz von Wales, die Pnnzessin Heinrich von Battenberg und die Lords der Admiralität. König Edward hatte die Kielplatte am 8. März 1902 gelegt. Das Schlachtschiff King Edward VII." hat eine Wasserverdrängung von 16,350 Tonnen, nur 350 Tonnen mehr als die Louisiana," die gegenwärtig in Ncwport News, und die Connecticut," die in New Jork im Bau begriffen ist. Das Schiff ist 425 Fuß lang. 78 Fuß breit, hat einen Tiefgang von 26I Fuß und 18,000 indizirte Pferdekräfte. Seine Panzerbekleidung von Kruppstahl ist 8 bis 12Z Zoll dick. Die Bestückung besteht aus vier 12zölligen, vier 9.2-, zehn 6zölligen und 24 Kanonen von kleinerem Kaliber; zwei Torpedoröhren vervollständigen die Armirung. Die Schnelligkeit des Schiffes ist 12.5 Knoten schätzungsweise; es kann 950 Tonnen Kohlen in den Bunkern halten, und die Bemannung ist 800 Mann stark. Die Louistana" und die Conneciicut" werden 450 Fuß lang, ihre Armirung stärker als die des Schlachtschifes King Edward VII.," ihr Kohlenvorrath wird 2200 Tonnen sein, und si: werden 20,000 indizirte Pserdekräfte haben und dabei wenig mehr als je 54.500,000 kosten. King Edward VII." kostet $7,500.000. 4 Schlimme Verheerungen einer französischen Kolon i e. Ein verheerender Typhon hat vor Kurzem weite Gebiete des französischen Jndochina heimgesucht. Hanoi ist fast ganz zerstört, Nam-dinh ist spurlos verschwunden. Man hat volle Spritfässer aus dieserStadt in einer Entfernung von 120 Meilen gefunden. Die Boote und Fahrzeuge, die sich an das andere Nam-dinh gegenüber gelegene Ufer geflüchtet hatten, wurden von dem Sturme, der über eine Stunde währte, von hinten erfaßt. Alle scheiterten und ihre Mannschaften gingen elend zu Grunde. Die niedrigsten Schätzungen der Zahl der bei dem Sturme Umgekommenen beläuft sich auf 2000 Personen. Europäer sind nicht getödtet worden, aber alle in diesen Gegenden ansässigen sind völlig ruinirt. Das wirthschaftliche und Erwerbsleben der Kolonie ist durch dieses Naturereignis) in unabsehbarer Weise geschädigt wor-

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