Indiana Tribüne, Volume 26, Number 301, Indianapolis, Marion County, 12 August 1903 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

Älitterdeutstche flauten. A l t e n b u r g. Nähmaschinenfabrikant Köhler hier, dessen ältester Sohn kürzlich auf einer Geschäftsreise in Italien am Typhus erkrankte und bald darauf starb, hat für seine Arbeiter, um unter ihnen das Andenken an den Verstorbenen wach zu erhalten, eine Stiftung geschaffen, die er zunächst mit einem Kapital von 32,000 Mark ausgestattet hat. Die Zinsen sind zu Pensionen für alte Arbeiter bestimmt. zrauncywerg. 3m 4. xt bensjahre verstarb hier Landgerichtsrath a. D. Georg Hermann Freiherr v. Eschewege. Der Verstorbene war der älteste Sohn des 1870 verstorbenen Geheimen Kammerraths v. Eschwege, der als Mitglied des Schill'schen Corps die Festung Tömitz vertheidigte. Bei einem schweren Gewitter fuhr ein Blitzstrahl in dasGehöst des Landwirths Bühring in Rothenmühle uud zündete. Sämmtliche Gebäude mit Ausnahme des Wohnhauses brannten nieder. Der Kutscher Fritz Henneberg fiel aus einer Luke des Weih'schen Kornbodens und ist im Krankenhause, ohne Besinnung wiedererlangt zu haben, verstorben. Dessau. Im Kreise ihrer zahlttichen Familie feierten in guter Gesundheit die Leopold Nichter'schen Eheleute das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Sie wurden vom Diakonus Vahlteich eingesegnet, der zugleich als Geschenk des Herzogs eine Jubiläumsbibel überreichte. Das Schwurgericht hier verurteilte den 22jährigen Tischlergesellen Paul Aust aus Harpersdorf wegen Mordes zum Tode. Aust erschoß am 6. April d. I. in Hohenerxleben seine Geliebte, die 16jäh?ige Tochter seines Arbeitgebers Tischlermeister Hoffmann. E i s e n a ch. Das hiesige Schwurgericht verurtheiltc den vielfach vorbeftraftenHausirer Hagelgans aus Obersuhl, der im Verlause eines Streites den Fleischer Winter erstochen hatte, zu 4 Jahren Gefängniß. Gandersheim. Kantor Schucht feierte sein 25jährige Dienstjubiläum. Ihm zu Ehren fand im Heuer'schen Gartenlokale eine vom hiesigen Lehrerkollegium veranstaltete Feier statt. Helmstedt. Als der Lokomotivsührer Hantelmann einen Personenzug nach Magdeburg führte, beugte Hantelmann bei der Ausfahrt des Sudenburger Bahnhofes sich von der Lokomotive zur Seite und stieß mit dem Kopfe gegen eine Signalstange, so daß er blutüberströmt von der Lokomotive stürzte. Der im Alter von 72 Jahren stehende Mann hat derartige Verletzungen erhalten, daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. K ö t h e n. Fleischermeister Blumenthal aus Osternienburg ist mit feinem Gespann hier verunglückt. Das Pferd ging durch und rannte direkt in ein Schaufenster. Blumenthal erlitt schwere Verletzungen und ist diesen erlegen. M e u s e l w i tz. Bergmann Noack aus Wllrchwitz wurde in der Grube der Zuckerfabrik Cpora durch hereinbrechende Erdmassen verschüttet. Nach langer rastloser Arbeit konnte seine Leiche geborgen werden. Er hinterläßt eine Frau und mehrere unerzogene Kinder. Salzuflen. Ein Opfer seines Berufes wurde der Bremser Gottl aus Herford. Der Unglückliche gerieth bei dem hier rangirenden Güterzuge beim Anhängen von Wagen zwischen die Pusfer. Es wurde ihm hierbei- der Brustkasten eingedrückt. Der Verunglückte ist 33 Jahre alt, verheirathet und Vater von 2 Kindern. Wolfenbüttel. Conservefabrikant Eggeling stürzte beim Abreißen seines Hauses an der Lauenstraße von oben herab in die Kellerräume und verletzte sich sehr schwer. Er mußte nach dem hiesigen städtischen Krankenhause geschafft werden und ist, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, gestorben. Es wurde ein Schädelbruch festgestellt. W ö r l i tz. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten unter großer Theilnahme die Eheleute Graul. Sctzlen. Dresden. Sein 50jähriges Berufsjubiläum beging Prokurist und Geschäftsführer Albert Jul. Munckelt der FirmaBuchdruckerei ArthurSchönselb. Der seit Kurzem vermißte Lehrling Fritz Schubert, der von seinem Lehrherrn mit 833 Mark Arbeitslöhnen nach einem Neubau in Koschütz geschickt worden war, ist in der Weißeritz todt aufgefunden worden. Es liegt ein Raubmord vor. Kutscher Grellmann, der des Raubmordes stark verdächtigt ist, da er mit dem Ermordetta zuletzt gesehen wurde, ist verhaftet worden. Der als Telegraphist beschäftigte Hilfsweichensteller Oscar Weigel wurde auf dem Bahnhof Friedrichstadt von einem ausfahrenden Güterzuge tödtlich -überfahren. Der Tod scheint auf der Stelle eingetreten zu sein, da der Kopf fast vollständig vom Rumpfe getrennt war. C h e m n i tz. Geheimer Regierungsrath Oberbürgermeister u. D. Dr. Andre. Ehrenbürger unserer Stadt, ist gestorben. Der Verstorbene, 1827 geboren, wude 1874 als Nachfolger des Bürgermeisters Müller als .Oberbllrgermeister eingewiesen und 1880 als solcher auf Lebenszeit gewählt. 1896 lckied er aus seinem Amte.

G r 0 ß e n h a i n. Der hiesige Männergesangverein beging sein 25jähriges Bestehen in festlicher Weise. Es fand großes Gesangsconcert mit anschließendem Festkommers, sowie Tafel und Ball statt. Viele Brudervereine von auswärts nahmen am Feste theil. Glashütte. Anläßlich ires 25jährigen Bestehens veranstaltete die deutsche Uhrmacherschule eine Feier. Großnaundorf. Feuer zerstörte das Hesse'sche Gut und die Gebäude des Stellmachers Wächter. Hartmannsdorf. Die chemisck'e Fabrik von Krüger brannte nieder. ?er Schaden beträgt 80.000 bis 100.. 000 Mark und ist durch Versicherung gedeckt. Der Betrieb mußte eingestellt werden, da die Maschinen durch den Brand vernichtet wurden. Leipzig. Erschossen hat sich hier der Chef der großen Eisen- und StahlWaarenfirma am Georgiring, der 1847 in Jserlohn geborene Eduard Friedrich Dünlelberg. Er wurde in einer städtischen Waldung todt aufgefunden. Ueber die Ursache zu dem Selbstmorde ist nichts bekannt geworden. Großfeuer vernichtete die chemische Fabrik Dr. Allendorff und Köpp in der Thalstraße. Die Buchbinderei von Böttcher und Vongartz wurde stark beschädigt. Die Feuerwehr rettete mit Bravour die Hausmanns - Familie. Ein verheerendes Großfeuer brach in der Ziegelei des Konsumvereins Plagwitz aus. Durch den Wind begünstigt, sprang das Feuer auf die Bäckerei und Müllerei über, dann weiter auf die Lagerräume der Kolonialwaaren, überall große Vorräthe vernichtend und einzelne Gebäude in Trümmer legend. Der Gebäude- und Materialschaden beträgt 5 600,000 Mark. Massane i. Der Doppelmörder, welcher hier den Gutsbesitzer Müller und dessen Wirthschaften verehelichte Langhof ermordet hat, ist in Meißen verhaftet worden. Der Mordbube heißt Kamprath und ist Gelegenheitsarbeite?. Er hat die That bereits gestanden. Den Gutsbesitzer hat er durch vier Veilhiebe und die Wirthschafterin durch einen Beilhieb getödtet. Die beiden schlafenden Kinder hat er unbehelligt gelassen. Oberfriedersdorf. Der 23jährige Fabrikarbeiter Eißner machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Planen. Im Stadttheil Haselgründ durchschnitt der Maurer Fritsehe seiner Frau mit einem Rasirmesser die Kehle. Die schwer verletzte Frau konnte sich noch auf die Straße fluchten. Fritsche versuchte sich dann ebenfalls die Kehle durchzuschneiden, und als der Tod nicht eintraf, sich an der Thürklinke zu erhängen. Er wurde jedoch noch lebend abgeschnitten und in's Krankenhaus gebracht. S e b n i tz. Der hiesige alte Turnverein feierte sein 40j'ahriges Bestehen. Siebenlehn. Im Hause der Wittwe Rost in der Niederstadt brach Feuer aus und verbreitete sich auf die Häuser des Schuhmachers Reichelt, der Wittwe Möbius und des Schuhmachers Rost. Die vier Häuser brannten nieder. Treuen. Der 40jährige Maurer schädlich stürzte beim Schulneubau vom Gerüst und war sofort todt. Er hinterläßt eine Familie aus sechs Köpfen. Z w i ck a u. Der Sohn des FuhrUnternehmers Morgner wurde, als er mit seinem schwer beladenen Lastwagen der elektrischen Straßenbahn ausweichen wollte, von seinem eigenen Fuhrwerk überfahren und so schwer verletzt, duß er kurz darauf verschied. cficflenarmflabt. D a r m st a d t. Direktor Adolf Hügel feierte das 50jährige Jubiläum seiner Thätigkeit im Dienste der Bank für Handel und Industrie. Maschinenmeister Gg. Andres von Arheilgen trat vor 25 Jahren in die C. F. Winter'sche Buchdruckern hier als Mitarbeiter ein und gehörte ihr 23 Jahre lang ununterbrochen an. Das Jubiläum wurde durch eine Festlichkeit begangen, die dem Jubilar reiche Ehren und Anerkennungen eintrug. Auf dem Moosberge machte der 22jährige Schlossergehilfe G. Bundschuh seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Die Ursache des Selbstmordes war der Tod seiner Braut. Auerbach. Nach langem, schwerem Leiden verstarb Bürgermeister Trayser hier. Der Verstorbene hatte ein Alter von 41 Jahren erreicht und war vor sechs Jahren mit einer großen Ctimmenmajorität zum Bürgermeister aewäblt worden. D o r h e i m. Postbote Wilh. Bingel von hier rettete auf seinem Dienstweg nach Bauernheim mit eigener Lebensgefahr die Tochter des Zimmermanns M. Schutt vom Tode des Ertrinkens aus der an dieser Stelle sehr tiefen Wetter. Gießen. Dr. Karl Kempf, der Inhaber des Kalkwerkes Kempf u. Hilf in Albshausen bei Wetzlar, beging durch Erschießen Selbstmord. Die Gründe für die That sind nicht bekannt. Kempf ist Besitzer eines und zwar des einzigen in Oberhessen befindlichen vor dem hiesigen Wallthor belegenen Fideikommißgutes. Mainz. Der Vater des zum Tode verurtheilten Raubrörders Detrois hat, nachdem er die Nachricht von der Verurtheilung seines Sohnes zum Tode erhalten hatte, innerhalb kurzer Zeit schneeweiße Haare bekommen. N au heim. Der Gesangverein Frohsinn, der älteste hiesiae Männer-

gesangverein. fciz?te sein ödiähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Aus diesem Anlaß fand ein Gesangwettstreit, bestehend in Ehren preis- und Klassensingen. im Concertsaale des Kurhauses statt. Nahezu 60 Vereine waren erschienen. Der erste Ehrenpreis war vom Großherzog gestiftet. Reisen. In der alten Scheuer des Mühlenbesitzers Gg. Eschwey brach Feuer aus. und in kurzer Zeit war die alte Scheuer, das Wohnhaus, die Mühle sammt Nebengebäuden bis auf den Grund niederaebrannt. 'Fiyeinprovinz. Köln. Wegen Anfertigung bezw. Verausgabung falschen Geldes wurden der Schlosser und Uhrmacker Maassen zu 7 Jahren und 9 Monaten und der Weber Spiecker zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt. A a chen. Als mehrere junge Leute in Gesellschaft von Frauenspersonen in der Pontstraße beieinanderstanden und scherzten, zog der Taglöhner Ed. Kcickekorn in einerAufwallung vonEifersucht plötzlich ein Messer und rannte es dem Weber Bernhard Wcckauf mit voller Wucht in den Unterleib, so daß aus einer faustgroßen Wunde die Eingeweide hervortraten. Weckauf brachte man in's nahegelegene Militärlazareth, wo er an Verblutung starb. Kuckelkorn, der die Flucht ergriff, wurde kurz darauf verhaftet. Vroich. Durch die Explosion eines Petroleumbehälters erlitten vor einiger Zeit die Ehefrau des FahrUnternehmers Schneider, sowie ihre beiden Kinder schwere Brandwunden. Nunmehr ist die Frau ihren Verletzungen erlegen, nachdem ihre zwei Kinder bereits gestorben waren. Duisburg. In Vossel würd; der Weichensteller Winkelmann als Leiche aus den Schönen gefunden; der Körper war in zwei Theile getheilt. Der Verunglückte hinterläßt Frau und drei unmündige Kinder. Ruhrort. Auf der Eisenhütte Phönix wurde der Arbeiter Frenken von einer Lokomotive überfahren und sofort getödtet. Der . Körper war schrecklich verstümmelt; um die Körpertheile zu sammeln und die Maschine von denFleischtheilen zu befreien, mußte man diese in die Höhe winden. Der Getödtet hinterläßt eine Frau und drei unmündige Kinder. Schwarz-Rheindorf. Auf der hiesigen Kirmes stürzte der 25jährige Leonhard Preiß im angetrunkenen Zustande aus einer Schiffsschaukel. Er brach das Genick und war auf der Stelle todt. Trier. Das Gefährt des Besitzers des bekannten Kurhauses Ramstein, Werner, dem das Pferd durchgegangen war, gerieth bei Cordel in die Kyll. Ein Kellner und das Pferd ertranken. Werner verletzte sich beim Abspringen ziemlick) sckwer.

Eine rührende Scene spielte sich, wie ausRom berichtet wird, unlängst im Sterbezimmer des Papstes ab. Die Taube, welche der greise Pontifex täglich auf dem Fensterbretts zu füttern pflegte, erschien zu gewöhnter Stunde und flatterte vor "den geschlossencn Scheiben hin und her, als ob sie das Futter suchte. Der Kranke bemerkte es. Er befahl, die Fenster zu öffnen und das Thierchen hereinzulassen. Dann flüsterte er dem Kammerdiener Centra zu, er solle Brotkrumen holen. Die Taube ließ sich auf dem Bette des Todtkranken nieder, der sie mit seiner weißen, fleischlosen Hand lange liebevoll streichelte. Den anwsenden Prälaten und Aerzten liefen bei dieser Scene die Thränen über die Wanaen. Eine Menschenfresser Z n wurde dieser Tage in Cairo unter großer Erregung der Einwohner in Untersuchungshaft eingeliefert. Schon seit längerer Zeit ging das Gerücht, daß eine Frau aus Kafr-Sair im Distrikt von Charkieh auf der Straße spielende Kinder aufgriffe, um sie zu verschleppen und zu verzehren. Die Behörden legten darauf hinzielenden Meldungen zunächst kein großes Gewicht bei, weil ihnen die Sache zu ungeheuerlich erschien. Da aber die Klagen der Einwohner sich mehrten, wurde cw Geheimpolizist nach Kafr -Sair entsandt, und es dauerte nicht lange, bis er thatsächlich das Weib beim Verspeisen von Menschenfleich überraschte und festnahm. Es ist danach kaum mehr zweifelhaft, daß eine Anzahl verschwundener Kinder der Kannibalin zum Opfer gefallen ist. Einsehrbeachtenswerthcr Versuch, die geistige Ausbildung der Blinden auf einem neuen Gebiet zu fördern, wurde letzter Tage in Paris gemacht. Die Frage wurde erörtert, ob Blinde nicht dazu zu bringen seien, Schach zu spielen, wenn man in ihrem Geiste das Bild des Schachbretts und auf diesem den Gang der Figuren schaffen könne. Der Plan wurde aufgenommen; nach reiflicher Vorbereitung hat nun die erste Sitzung stattgefunden. Man bedient sich zu diesem Zweck eines Schachbretts, das in glatte und gewürfelte Felder eingetheilt ist. Die weißen Figuren unterscheiden sich von den schwarzen dadurch, daß die ersten oben abgerundet, die zweiten uneben sind, so daß sie durch den Tastsinn unterschieden werden können. Eine Gönnerin, die großes Interesse für diese neue Sache zeigt, stellte eine Anzahl Schachbretter zu diesen Versuchen bereitwillig zur Verfügung.

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Seökrter Mister Edit5?r! Ich hen Jhne e Woch zurück geschriwwe, daß ich ausgerisse sin, wie der Mister Mehr seine alte Dochter in das Ruhm komme is, wo ich mit die junge Miß Mehr beisamme war UN wie ich grad gestart hen, sie zu frage, ob, sie nit gleiche deht Missus Scherisf zu werde. Der Schrecke is mich so in die Glieder gefahre, daß ich nit weiter, wie autseit des Haus komme sin. An die Stritt hen ich gestoppt un hen getreit, mein Athem Widder zu ketsche. Ei tell juh, ich sin so mähd gewese, daß ich mit mein Kopp gege e Brickwahl hätt renne könne. Ich hen e Wuth gehabt, daß ich die ganze Taun in den Lehk hätt' werfe un mich dann selbst linsche könne. Es war t Glück, daß mich Niemand in mein Weg is komme, ich hätt' ihn schuhr umgebracht. En kleiner Hund Hot an mich erumgeschnuppert, awwer dem hen ich en Kick gewwe, daß er ekraß die Stritt gefloge is un dort e schreckliches Gejammer gestart Hot. Mich Hot das e wenig beruhigt un ich hen jetzt wenigstens emol iwwer mein Kehs nachdenken könne. Ein Ding is schuhr gewese: Solang die alte Lehdie ins Haus war hen ich nit inseit gekonnt un so lang hen ich auch mit dem Fräulein nicht spreche könn. Wenn ich aw wer die Alte in die Kluppe falle duhn, dann is mein Name Dennis un dann läßt se mich nit mehr los. Sie sehn, daß ich in e böse Ficks gewese sin. Ich sin schrecklich norwes geworde un hen unbedingt etwas for mei Eckseitment duhn müsse. Was jetzt en Verheirather Mann is, der kann in so e Kandischen heim gehn, kann sei fuu verhammatfche oder mit die alte Lehdie en Rumpus rehse. Awwer en sinkeler Mann, der Hot for so ebbes gar keine TschehnZ un ich hen von kein annere Platz denke könne, als wie den Saluhn. Dorthin sin ich denn auch gange, hen ebbes for mei Nöhrfs genomme un dann hen ich e wenig besser gefühlt. Ich hen jetzt noch emol diesent iwwer mein Kehs nachgedenkt un ich hen en Eidie kriegt. Ich hen mei Bill bezahlt un sin nach die Zittihahl in den Mehr seine Ossis. Er is auch allein gewese un do hen ich gesagt: Nau Mister Mehr, ich hen jetzt mein Meind usfgemacht, daß ich Deine Dochter beirathe will un ich denke auch daß sie mich nit resfjuhse duht. All was ich jetzt will, is, daß Du streht heim gehn duhst UN sie Nohtiß gibst, bikoß ich meiselbst kann nit genug Korretsch usfpicke." Do Hot er gesagt: Schuhr Meik, ich gehe reiteweg un in e halwe Stund kannst Du mich in den Saluhn miete, dann nemme ich Dich mit heim un mir zellebrehte Verlobung." Dann is der Mehr fort un ich muß sage, daß mich stin Kanfidenz doch keinder getickelt Hot. Es is doch zu zeige gange, daß er e Latt von mich gedenkt Hot, sonst hätt er sich nit so viel Trubel for mich gemacht. Well, ich sin in den Saluhn un hen noch e paar Drinks gehabt. Ich hen in e Pehper geguckt, awwer lese hen ich nicks könne, dafor sin ich zu eckseitet gewese. Alle Seckend hen ich mei Klack enc?usgezoge un hen geguckt, ob die halwe Stund noch nit iwwer wär. Solang is mich in mei ganzes Lewe noch keine halwe Stund geworde, wie diesmal. Endlich is der Mister Mehr komme un sei Fehs war Schmeils alliwwer. Meik", Hot ec gesagt", ich hen gewißt, daß sie nit resfjuhse deht, awwer daß mei Dochter so mit Freuden und sofort eckzeppte deht, hätt ich doch nit eckspecktet. Du bist e Pietsch, Meik un ich sin praut druff, daß Du jetzt mein Sotsn in Lah wirscht. Jetzt drinke mir nach e Vattel Wein zusamme un dann gehn mer zusamme heim. Bis dahin hen die Lehdies e feines Sopper gefickst un dann wolle mer Verlobung feiere." Mister Edithor, ich kann Jhne sage, jetzt sin ich noch viel mehr eckseitet gewese. Denke Se nur emal an, so en alter Bätscheller wie mich soll so e liewes, gutguckiges junges Mehdche for e Frau kriege! Ich hen gesagt: E Battel Wein drinke mir? natt motsch!" Ich hen den SaZuhnkieper herbeigeruse un hen e Battel Schampehn geordert un den hen mer gedrunke. Mer hen bei dem zweite Glas noch emol Vriederschaft gedrunke un bei dem dritte hen mer uns gekißt, bei dem vierte do hen mer noch emol BrtV derschaft gedrunke. Mer hen noch e Battel geordert un denn sin mer iwwer mei Glück so getotscht gewese, daß mer alle Beide gegreint hen. Es war awwer auch zu rührend. Am End hen ner noch e schönes Lied gesunge un all die Kostimersch, wo in den Saluhn warn hen gedenkt, mir wäre krehsig geworde. Do hen mer off Kohrs nickZ drum gewwe un ich hen sogar den Saluhnwirth die Order gewwe, daß er die Kostiemersch frage sollt, etwas an mich zu nemme. Der Saluhnkiepec ho! mich gefragt, ob mer kohngrattulehte könnt un ich hen mit dem linke Auge aewinkt. mitaus e Wort zu sage. Er

rzoi awwer angerelscyr un gleich druri hen ich genohtißt wie er seine Kostiemersch ebbes zugewischpert Hot. E kopple Minnits später, hen se sich um unsern Tisch umgestellt un hen gesunge. Hoch soll er lewe". Dann is es awwer Aeit qewese. daß mer heim sin. Das is off Kohrs leichter gejagt, wie gedahn gewese. Mir hen alle Beide von die Eckseitement e wenig knieschwach gefiehlt un mer hen nur den Weg mache könne indem mer unser Arms in enanner gehängt hen un uns so in unsere gegenseitige Schwäche suppohrtet hen. Wie mer schließlich heim komme sin, da is der Tehbel in den Deining Ruhm schon gesetzt gewese un die Missus Mehr Hot mich kohngrattulehtet un Hot mich en Kiß gewwe. Nach e kleine Weil Hot der Mister Mehr gesagt, jetzt wollt er die Breid hole, wo sich e wenig uffgefickst hätt un ich hen gar nit warte könne, bis der feierliche Moment komme is. Uff eemol geht di; Diehr uff, die alte Schachtel kommt ereingestürzt und fällt mich um den HalZ un Hot gesagt: Hanm, geb dein Tutziwutzi en Kiß, ich sin so bäppig! Mister Edithor, do sin ich den mnge Weg hingefalle un sin unkanschjus geworde. Dus war zu viel for meine Nehrfs un se hen inteierle ausgewwe. Soviel hen ich gewißt, daß der Mehr en Mißtehk gemacht Hot und die Wittfrau gefragt Hot. insiett von sein Goldkind. Wenn ich Widder konschjus sin, dann schreib ich Jhne das End von der Geschicht. mi beste RZegahrdL, Juhrs Trulie. Meik Habersack. 5Skweier un Sheriff von Apple Ja Holie Terrer Kauntie.

(?ine romantische Liebeögcschichte. In dem hart an ungarischem Gebiet liegenden rumänischen Dorfe Lahonigra hatte sich vor Jahren Nikolai Macedon, ein schöner Bursche, als stärkster Mann der Gegend weit und breit geachtet und gefürchtet, mit der hübschen Ravika vermählt. Nikolai Macedon liebte seine Gattin, diese aber, die nur dem Zwange ihrer Eltern gehorcht hatte, als sie vor dem Popen das fesselnde Ja gesprochen, blieb ihm gegenüber kühl. Erst als sie einen Knaben zur Welt brachte, schien mit diesem über ver trüben Ehe die Sonne aufzugehen. An seinem dritten Geburtstage verschwand der Knabe, und es gelang nicht, die leifeste Spur von ihm zu entdecken, wie sich die Behörden auch bemühten und wie hohe Preise der unglückliche Vater dem Finder auch verhieß. Da fiel eines Tages Fräu Ravika in eine schwere Krankheit. Schon betete man im Kirchlein für ihr Seelenheil, da brach sich plötzlich das hitzige Fieber. Jetzt schlug die Kranke die großen dunklen Augen auf, maß den an ihrem Lager sitzenden Nikolai mit einem langen Blick und winkte ihn heran, sich über sie zu beugen. Und nun legte sie ihm eine erschütternde Beichte ab. Sie hatte nur einen armen Burschen Namens Wassil geliebt, der am Tage ihrer Hochzeit verschwunden war, nachdem sie sich ihm geschenkt hatte. Er war der Vater ihres Sohnes, und er hatte sich ihn geholt, um ihn nach seinem Sinne zu erziehen. Von diesem Bekenntniß überrascht und gebrochen, verzieh Nikolai seiner Gattin, um ihr die letzten Lebenstage nicht ZU trüben. Aber als ob das Geständniß ihres Geheimnisses sie erleichtert hätte, fühlte sich die Kranke von jener Stunde an wohler und kam langsam zu Kräften.. Eines Tages öffnete sich die Thür und herein trat ein walachischer Klosterbruder, an der Hand einen schönen Jüngling. Sie schritten Beide an das Bett Ravika's heran und küßten sie. Die beiden Verschwundenen waren es: Wassil und sein Sohn. Nikolai Macedon wollte dieser treuen Liebe nicht länger im Wege stehen, nahm feinen Schafspelz aus dem Schranke, setzte die Mütze auf und verließ mit einem Segensspruch sein Haus. Frau Navika genas, und nun war endlich strahlende Fröhlichkeit ständig in ihren Augen. Von ibrem Gatten erhielt sie nur noch die Mittheilung, daß er sie frei gebe und sich in das Kloster auf dem Berge Athos zurückgezogen habe. Bald war denn auch die Lösung der alten und die Schließung der neuen Ehe durchgeführt, und Niemand dachte mehr an den starken Nikolai Macedon. Als Ravika aber dieser Tage früh Morgens in ihren Garten hinaus ging, fand sie dort unter einem Rosenstrauche die Leiche eines Mönches, in dem sie ihren ersten Gatten erkannte. Nikolai Macedon war vom Berge Athos hergewandert, um auf Heimathlicher Erde, im Schatten seines eigenen Hauses, in dem er einst das Glück gesucht hatte, zu sterben. Vor einigen Tagen mißhandelte in der Nähe von Reggio Calabria ein Mann Namens Antonio Zampaglione ein 13jähriges Mädchen in kaum wiederzugebender Weise und stieß dann die Unglückliche in eine Grube, die er mit Steinen bedeckte. Zufällig ging kurz nach der That ein Bewohner des unweit gelegenen Dorfes Gallina vorüber, der ein unheimliches Wimmern und Stöhnen vernahm und das arme Geschöpf aus seiner schrecklichen Lage befreite. Der Unmensch wurde einen Tag nach der That festgenommen und dem Gerichte eingeliefert. Er will das Verbrechen begangen haben, um sich an der Familie des Mädchens, gegen welche er eine alte Feindschaft hegte, zu rächen.