Indiana Tribüne, Volume 26, Number 301, Indianapolis, Marion County, 12 August 1903 — Page 5

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Jndiana Tribüne, 12. August 190.

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'.waraw I "Ds GrloKnis r -i o o I o einer QTlacM o Cürwljhmjj von Felix Dörnlann S Q t CVCT070 VOYOOVCYOVOVOVOVC roar in den ersten Apriltagen des Jahres 48. Feldmarschall adetzki hatte nach fünf-tärj-em StraKenkamvf Mailand fcc: nclicnulcn RevilutiInspartei überladen miiucn .unb sich zurückgezogen, um die österreichische Armee am Mincio und um Aerona zu konzentriren. Es war bereits gegen acht Uhr STtenbl, al3 der Ulanenleutnant von NadiaNi aus dem Spielzimmer des Offizierkorps auf der Piazza durch eine Orfconnanj plötzlich abberufen wurde. Er bedauerte dcnZwischenfall und seine Nameraden auch, denn er war start im Gewinn gewesen. Also auf Revanche, Kinder, ein andermal, vielleicht in der Nacht, wenn ich frei bin." Tas gewonnene Geld hatte er als lässiger und gewohnter Spieler einfach mit der Faust zusammengerafft und in die Hosentaschen gestopft. ?T Tlensizettel, der ihm übergeben Worden war. wies beim Vorsitzenden ihn an, sich sofort der Apvrovianti-rung-kommission einzufinden. Leut nant von Jadianski erfuhr, daß er bestimmt sei, eine Requisition auf San Cirolamo zu leiten und mit zwei Zügen Ulanen und einer halben Kompagnie Jäger einer Wagenkolonne als Bedeckung zu dienen, da die Gefahr einer Ueberraschung durch eine feindliche Abtheilung nahe lag. Tie Rechnung für die Lieferung an Mais, Mehl und Reis sollte er Personlich begleichen, da man die Lieferanten, mit denen die Kommission den Handel geschlossen, als verdächtige Italiener nicht in d';: Festung lassen wollte, das Geld aber auch nicht der gänzlich unsicher gewordenen Post anvertrauen konnte. , Zu diesen Zahlungszwecken erhielt er 2000 Gulden eingehändigt. Wagen und Gespanne, theils Ochsen, theils Pferde, hatten die Lieferanten zu stellen. Jedem Kutscher war ein Jäger , mit geladenem Gewehr beizugeben. Die Ausrückungscrdre lautete auf vier Uhr früh, denn die Morgenkühle sollte nach Möglichkeit ausgenutzt werden. Nachdenklich stieg der Leutnant die breiten Marmorstufen des alten düste- , ren Palazzo hinab, in dem jetzt die Kommission ihren Sitz aufgeschlagen hatte, statt des alten Geschlechts von einstmals; nachdenklich und unentnTtar sS 1 Hrtr Vam 5T?Tsn firr

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schnitten hatten Er wußte nicht recht, sollte er noch zu seiner Gesellschaft zurück odei nach Hause oder in die Kaferne? Er entschied sich für die Kaferne. Zuerst verständigte er seinen Diener und wies ihn an, alle nothwendigen Vorbereitungen zu treffen, dann begab e? sich in's Mannschaftszimmer, instruirte seine Leute persönlich und beorderte den Wachtmeister, um 4 zum Ausrücken im Hof parat zu halten. Seine Ulanen begrüßten die Aussicht, für ein paar Stunden aus der Festung herauszukommen, mit hellem Jubel überdies lockte jede noch so geringe Ausficht auf einen Zusammenstoß als ein heißerwünschtes Ziel. Sie umdrängten ihren jungen, gesckmeidigen Leutnant mit fröhlichen Lauten, ihre braunen Gesichter glänzten. Aucü der Leutnant war in allerbester Laune, vor allem deshalb, weil er und nicht sein Oberleutnant, der morose Bursche, dies kleine Kommando erhalten hatte; und weil heute überhaupt so ein Glückstag war und er auch im Landsknecht" so viel Glück gehabt hatte, so gab er jedem seiner Ulanen einen Silberzwanziger, damit sie in ro thcm JQmo nostro" seine Gesundheit tränken. Und weil der Abend lau war und eine Siroccoluft wehte, so fühlte er selbst Durst und Hunger auch, machte Kehrt" und schritt über den hallenden cjrund durch die drängenden Volksmajjen der abendlich belebten Straßen übe? den Korso, zum Gasthof Kapello v.ko," wo sich das Korps der jüngeren Offiziere zum Abendbrod meistens einzufinden Pflegte. Er fand die Korona auch bereits versammelt und wurde mit liebevollem Geschrei von der übermüthigen Gesellschaft empfangen. Was hat's denn gegeben?' Hat der Alte was wollen? ÜGebt's los?" Hast Du eine Patrouille zu führen bekommen? Kommen wir vielleicht gar aus dietvrbnmmltn Rest wea und in's .auvtauartier?" So und äbnlich schwirrten die Fracm ciif ihn los. Und da Radianski unter seinen Kameraden auch den unsvinvatbiscken Oberleutnant bemerkte und er überdies keine Ursache und kei nen Bekebl batte. über seine kleine Mis sion Schweigen zu beobachten, so gab er sie eben zum Besten., schon damit der Oberleutnant sich ärgert und sieht, daß er. der Leutnant, dem Oberleutnant vorgezogen wird. Radianskis MittHei linn wurde mit jubelndem Hallo aus genommen, denn er war dank seiner Liebenswürdigkeit sehr beliebt, galt alZ schneidiger Reiter und guter Kamerav.

Ra, der Alte," damit meinte er seinen Oberst, weiß schon, warum er gerade mich ausgewählt hat," rief er mit einem übermüthigen, herausfordernden Blick auö seinen kleinen, dunklen Augen hinüber zum Oberleutnant. Aber der Oberleutnant, f&mÖfl.w und mißmuthig wie immer, fand im Moment keine passende Antwort und begnügte sich, grollend seinen Schnurrbart zu benagen. Aber in den falschen grünen Augen funkelte es giftig, und wenn ihm irgend ein Wort eingefallen wäre aber es fiel ihm eben keins ein. Wie bittere Tropfen, von der Galle bis zu den Lippen vorgestoßen, bedrängten ihn immer wieder aufquellend

die fragen, warum hat der junge Mensch alle Sympathien, warum fliegen ihm alle Herzen zu, warum immer er, der junge Mensch, warum nicht er, der Oberleutnant? Warum war er auch diesmal übergangen worden, ihm hätte der Auftrag gebührt. Und der Andere war bevorzugt worden! Nur weil er hübsch und liebenswürdig war und er rncht. O, wie er diese verdammte Weibertugend, diese Liebenswürdigkeit haßte. Liebenswürdigkeit ist Schwäche, ist Eharakterlosigseit. Etwas wie ein Hangefuhl stieg m ihm empor. Der junge Mensch da drüben mit dem koketten, dunklen Strich über der Oberlippe wird weiter kommen, immer höher steigen und er wird aus einer schäbigen Garnison in die andere gepufft werden, nie an's Licht kommen, nie über den Rittmeister hinausgelangen, wenn ihm nicht dieser Feldzug überhaupt das Licht ausbläst. Uni) beendigte er seinen lautlosen Monolog und mit mir wird sich jeder Mensch nur so lange beschäftigen, cl.5 er gerade muß, und nicht einen Augenblies langer. Nach mir fragen wird keiner, wenn ich nicht da bin, mich suchen, mir nachgehen, mir helfen keiner. Und dieser junge Mensch, ich bin überzeugt, er kann anfangen, was er will und wenn er bei einer Attacke in Gefangenschaft geräth so werden sie ihn heraushauen und mich sitzen lassen. Bon irgend einer Seite klang aus einmal ein kräftiges: O nein, o, da5 gibt's nicht! Schlafen gehn? Jetzt, um diese Zeit? Warum denn übevHaupt?" Und viele Stimmen erhoben sich: Dageblieben, Radianski!Abfahren gibt es nicht! Du bist ja kein schwächliches Maderl, sondern ein fester Kerl, der was aushält; also wenn Du ohnedies uin k 4 auf Posten sein mußt, wozu ziehst Du Dich überhaupt erst aus und gehst schlafen. Ueberdies bist Du uns noch Revanche von Nachmittag her schuldig. Ehrenvolle Auftrage und unser Geld davontragen, das ist zu viel! Wenigstens für einen Tag!" Ein leichtes Lächeln der Zufriedenheit lief über die Züge des Oberleutnants, und etwas . v mm. . : rc:rrr 2 lUlt tat -Oiuj cuica viiiiuu uuci uuu; einer Hoffnung glitt über sein Gesicht. Einen Moment sah er aus wie em teuf lisch grinsender Verführer, der mit verkindlicher Handbewegung und ergebener Verbeugung zu einer Sünde ganz gehorsamst einladt. Mit einer Lebhaftigkeit, die an ihm selten zu beobachten war, unterstützte er den Redner von früher. Der Radianski wird uns das doch nicht anthun! Wie sieht denn das aus. Das wäre wahrhaftig nicht kameradschaftlich von ihm. Er darf sich doch mcht draufsetzen aus das gewonnene Geld." Revanche! Zurück in's Kafe! Radianski muß mit!" Erhitzt und frohlich, strahlend vor Lebenlsreude, gluhend vom Wein brachen die jungen Leute in's Kaffeehaus ein und stürmten nach der rückwärtigen Terrasse, die in den Garten hinausgebaut war. Die Eameriere flogen herein, die Vestellungen schwirrten wie Raketen auf: Eis! Schwarzer Kaffee! Asti! Mitten im lautesten Schwärm saß Radianski, dunkle Röthe im Gesicht. Er vertrug eigentlich wenig. Er hatte sich entschlossen, hier zu bleiben und den Morgen im Kreis seiner Kameraden zu erwarten. Ueberdies, er hatte Revanche zu geben. Schon wurden die Spieltische aufgestellt und die Partien ausgeknobelt mit Würfeln und Karten. An jedem Tisch spielten sie etwas anderes. Dort Landsknecht, hier Tarock, am dritten Macao. Die Gruppe um Radianski hatte eine kleine Roulette aufgestellt und eine Bank etablirt. Radianski setzte konsequent Rouge impair." Anfangs war ihm das Glück günstig gewesen, und anstatt den Anderen Revanche zu geben, nahm er ihnen foitgesetzt Geld ab. Aber er wollte doch endlich verlieren, verdoppelte die Einsätze und spielte weiter. Zur Gruppe, in der sich Radianski befand, hatte sich auch der Oberleutant als Kiebitz" gesellt und beobachtete das Spiel wie eine lauernde Katze. Das Glück hatte sich gewendet! Radianski gerieth in's Verlieren. Er gab Revanche. Aber schon hatte ihn die Leidenschaft so stark umnebelt, daß er nicht mehr die Kraft fand, im richtigen Moment aufzuhören. Die Augen des Oberleutnants leuchteten. Noch einen zweiten Beobachter hatte diese Spielergruppe. Das war der greise Podesta der Stadt. Das olivenfarbene Gesichr auf die dürren Hände, gestützt, saß 'er. die Lippen eng zusammengepreßt, daß sie wie ein dunkler Strich das Gesicht ernzweischnitten, ohne Regung, die ernsthaften Augen prüfend auf den jungen Menschen gerichtet, der da blindwüthend darauf losspielte.

Äusregung am Spieltisch wuchs von Minute zu Minute. Radianski

hatte längst schon mehr gethan, als Rebanche zu geben. Vergeblich Zuchten ihn seine Kämeraden zu bewegen, sich vom Spiel zurückzuziehen. Es war wie eine Tollheit über ihn gekommen, es sauste und brauste in ihm. er raste dem Glück nach in immer tolleren Sprüngen, mit Einfäijcn, die für seine Verhältnisse Wahnsinn waren, von denen kein Mensch wußte, woher er sie bezahlen tonnte, wenn es dazu käme. Der Wein und die Aufreaung des Spiels hatten ihm so zugesetzt, daß er jeden bedrohte, der ihm vom Aufhören sprach. Mit mühsam unterdrückter Freude sah der Oberleutnant die absolute Unzurcchnunasfähiakeit Radianskis und der übrigen Spieler, sah das Ende und den Ruin, mit dem dieses Spiel so oder so enden mußte. Seine Zeit war also gekommen. Aber auch der alte Podesta verfolgte das Spiel mit g:spanntestem Interesse. Er hatte ein Auge für Spieler und einen Blick dafür, was im Menschen vorgeht. Er sah den Oberleutnant und folgte seinen züngelnden Blicken, er sah den jungen Menschen, der um Beträge spielte, die für einen Leutnant enorm waren. Eine gedankenvolle Furche grub sich zwischen seine Brauen, und anstrcngend senkte er seine klugen Augen in die Züge Radianskis. Das kcnnie nicht mit rechten Dingen zugehen. Und jetzt warf er einen Tausender auf die Spielbank. Das hatte auf den Andern Eindruck gemacht, das schien offenbar, wie gelähmt waren sie einen Augenblick aber der junge Menfch schrie sie heis - ? ler an: ueuer wener: a ws, aus Impair rouge." Als der Tausender auf den Tisch geflogen war, hatte auch der Oberleutnant einen Moment verblüfft gestutzt, aber dann war ein Helles Lächeln der Genugthuung über seine Züge gefahren, und jetzt dehnte er sich in lautlosem Triumph. So war es geschehen, was er erhofft und erwartet hatte: Wein, Stimmung, Leichtsinn, Leidenschaft alle zusammen hatten das Werk vollendet. Unauffällig und geräuschlos verließ er die Gruppe und das Kafe, er dachte seine Vorbereitungen zu treffen und sich bereitzuhalten. Es war ihm klar, der junge Mensch, der da halbbetrunken spielte, verspielte Geld, das unmöglich ihm gehören konnte, denn er kannte seine Verhältnisse, sondern vermuthlich er hatte seine Vermuthungen. Für alle Fälle wollte er sich bereithalten, an Radianskis Statt die Requisition zu leiten, wenn die Nacht mit einer Katastrophe endigen sollte, was er erwartete. Mit fliegendem Athem, die Augen weit vorgequollen, große Schweißtropfen auf der Stirn, kaum im Stande, zu reden, spielte der junge Mann sein letes Spiel. Es galt alles oder nichts, der Gewinn oder Verlust entschied über sein Leben und seine Ehre Die furchtbare Situation hatte ihn halbwegs ermuntert; die Zähne auf die Unterlippe gepreßt, starrte cr auf die surrende Scheibe und harrte durch qualvolle Sekunden, die sich endlos dehnten, seines Schicksals, das die rollende Kugel entschied. Er verlor und hatte nichts mehr zu verlieren. Ein banges Schweigen senkte sich übe? den Tisch. Keiner fand ein Wort. Jeder hätte gern die Situation und Radianski gerettet, aber keiner wußte, wo anfassen. Das Schweigen wurde entsetzlicher von Sekunde zu Sekunde. Radianski erhob sich schwerfällig. Mit mühsam erkünstelter Festigkeit und mit einem Lachen, das unendlich pcinvoll berührte, wandte er sich zu seinen Kameraden, die trotz der Nebel, die der Wcindunst um die Gemüther spann, mehr oder weniger deutlich seine Situation ahnten: Ihr müßt mich einen Augenblick entschuldigen ich will nur die paar Schritte nach Hause machen, ich bin gleich wieder da, dann können wir weiter spielen hoffentlich kreditirt Ihr mir so lange?" Wieder versuchte er einen scherzhaften Ton anzuschlagen, aber er täuscht: keinen mehr damit das fühlte er selbst auf einmal hatte er das Gefühl: die wissen, was ich gethan habe, er fühlte Lorwurf. Mitleid Staunen, Verachtung aus ihren Blicken, er kam sich plötzlich nackr elend ehrlos vor und mit heftigem Griff faßte er Säbel und Tschapka, zwang sich in eine stramme Haltung, die jeden Verdacht und jede Vermuthung niederschlagen mußte, und mit leichtem Gruß verließ er das Lokal. Als Radianski gegangen war, wa? er nicht allein gegangen. Der alte Podesta. der die ganze EntWicklung aufmerksam verfolgt hatte, hatte sich ebenfalls erhoben und war ihm unbemerkt mit leisen gleitenden Sckritten gefolgt. Radianski war nicht weit gekommene Die mühsam festgehaltene Ruhe hatte er rasch genug verloren. Kaum dreißig Schritt dom Schauplatz, den er eben verlassen hatte, entfernt. mußte er sich an die Mauer eines Hauses lehnen, um nicht umzusinken. Halb besinnungslos stierte er stumpfsinnig vor sich hin. Mit scharfem Blick hatte der greise Podesta die dunkle Gestalt erspäht und näherte sich dem Leutnant, so rasch er vermochte. Mit prüfenden Augen blieb er vor ihm stehen, der ihn nicht einmal bemerkte. Aber er sah nicht böse und nicht vorwurfsvoll dabei aus im Gegentbeil.

ein weicyer uno mttleiviger Ausvrua lag auf seinen verkniffenen Zügen. Der liebenswürdige Reiz des jungen Offizicrs schien auch in dieser Stunde sogar nicht verloren gegangen zu sein. Der Podesta trat dicht an den Leutnant heran und legte ihm die Hand auf die Schulter. Herr Leutnant Herr Leutnant" Radianski schien ihn nicht zu hören, er sah an ihm vorbei, in's Leere, ganz ausgefüllt von einem Gefühl und einem Gedanken: das Ende ist da, das ehrlose Ende! Alles, alles ist vorüber! Jetzt heißt es nach Haus gehen, den Revolver von der Wand nehmen, vor den Spiegel treten, am Gaumen ansetzen, ein Druck ein Krach. Und alles, weil er besinnungslos gewesen war, wahnsinnig. verblendet, betrunken; er schlug mit der Faust vor seine Stirn und stöhnte. Aus, aus, aus! LebenLiebe Ehre alles aus, weggewischt nichts mehr Krieg, Reiterattacke, Avancement, die Medaille Pferde nichts, nichts mehr für ihn. . Kommen Sie doch zur Besinnung, hören Sie mich doch wenigstens an." Wer sind Sie, was wollen Sie von mir?" Herr Leutnant, ich habe Sie im Kafe beobachtet und bin Ihnen nachgegangen, weil Sie mir gefallen haben und leid thaten; wer ich bin, thut nichts zur Sache, wenn Sie mich nicht kennen, um so besser. Ich bin alt, mein Leben ist so gut wie abgeschlossen, aber Sie sind jung! Ich will nicht, daß Sie für den Leichtsinn einer einzigen unbedachten Nacht büßen. Vielleicht kann ich Sie noch retten ich weiß, was Sie gethan haben, oder ahne es wenigstens. Um wie viel handelt es sich?" Der Podesta mußte seine Frage wiederholen, denn er bekam keine Antwort. Fassungslos, mit ungläubigen Augen und bebenden Lippen, die nicht im Stande waren, einen artikulirten Laut zu formen, starrte ihn Leutnant Radianski an. Um wie viel es sich handelt, damit ich weiß, ob ich noch so viel besitze, um wenigstens Ihnen helfen zu können." Zweitausend und noch zwölfhundert." drückte er endlich tonlos heraus. Sie können immerhin noch von Glück sagen. Viertausend besitze ich noch, die können Sie haben, helfen Sie sich damit. Aber lassen Sie sich diesen Augenblick als Warnung dienen. Imme? wird nicht Jemand in der Nähe sein, der Ihnen hilft und dem es auf ein paar tausend Gulden mehr oder weniger schon nicht mehr ankommt. Den Ueberschuß können Sie behalten, aber versuchen Sie nicht vielleicht ein Zweites Mal Ihr Glück." (Schluß folgt.)

Alter Schurke und G? . ch u x t i n. Ein alter Geizhals und insbesondere, als Bedrücker von Baugeweiksmeisiern bekannter Mann, der 66 Jahre alte Privatier Dietrich in Leipzig wurde kürzlich vom Schwurgcricht wegen schwerer Urkundenfälschung, versuchten Betrugs und wegen zweier Meineide zu einer Zuchtshausstrafe von sechs Jahren und zehn Iahren Ehrverlust verurtheilt. Dietrich besitzt in Pleißeathen" allein nicht weniger als 37 Grundstücke. In Mainz stand die 60jährige Wittwe Ihrig, die längere Jahre ein Manufakturwaarengeschäst betrieben yane, wegen Betruges in 40 Fällen, Urkundenfälschung und Bevorzugung von Gläubigern, als sie vorm Konkurs stand, vor der Strafkammer. Die Angeklagte hatte ihren Opfern Darlehen in Höhe von 7000 Mark bis herab zu 100 Mark in raffinirtester-Weise abgeschwindelt. Einer 73jährigen Wittwe hatte sie ihr ganzes Vermögen, bestehend in Werthpapieren in Höhe von 6000 Mark, abgeschwindelt, einer anderen alten Frau 5000 Mark. Dann hatte sie sich von vielen Leuten, die großes Vertrauen zu der Angeklagten hatten, deren Sparkasenbücher aushändigen lassen und die ganzen Ersparnisse.der armen Leute erhoben. Das Gericht erkannte auf fünf Jahre Gefängniß und fünf Jahre Ehrverlust. Schildbürger st ück. Ein Gemeinderichter des ungarischen Bezirks Papa erstattete jüngst dem Oberstuhlrichter die Anzeige, daß er eine falsche Zwanzigkronennote konfiszirt habe, worauf er die Weisung erhielt, die Note zum Zwecke der Untersuchung dein Oberstuhlrichteramte zu übersenden. Was thut der gute Dorfrichter? Statt das Falsifikat in ein Kouvert zu stecken und so einzuschicken, schreibt er eine Postanweisung über 20 Kronen und gibt damit die falsche Banknote auf. Die Post übernimmt sie anstandslos, der Oberstuhlrichter erhält aber Tags darauf statt des erwarteten Falsifikats ein goldenes Zwanzig! ronenstück. Unglück über Unglück. Ende vorigen Jahres erhängte sich ein 17 Jahre alter Sohn des Kaufmanns Kerspe in Elberfeld, Rheinprovinz. Einige Wochen später folgte die 16jähNge Tochter dem Beispiel des Bruders, indem sie sich ebenfalls erhängte. Am 5. Januar d. I. entfernte sich Knspe aus dem Hause und blieb seitdem verschwunden. Letzthin wurde seine Leich? in Seiferswerk an der Rheinfähre gefunden. Im Gram über das gräßlicke Ende seiner Kinder hatte der Bedauernswerthe sich ertränkt. Aus der &rfmte. Wodurch ist Peter der Große hauptsächlich berühmt gttvorden?" Durch die Oper Lar und Zimmermann. t m

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