Indiana Tribüne, Volume 26, Number 301, Indianapolis, Marion County, 12 August 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 12. August 1903

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Paris in Trauer.

Die Catastrophe im Pariser Tunnel. Der Humbert-ProzeK. Ein Erdbeben in Griechenland zerstört drei Dörser. Ehamberlain's ffinanzpläne. Die kaiserlichen HöflichleitS'Bezeu gungen kritisirt. Bulgarien's Ferdinand schafft ein Alibi. Tie macedonischen Wirren. Ohnmachtsanfall des Papstes. Frankreich. Paris, 11. August. Die Catastrophe hat in der ganzen Stadt ungeheure Aufregung hervorgerufen, selbst der Humbert-Proceß ist in dem allgemeinen Kummer vergessen. Mittags kam als Vertreter des Präfideuten Loubet Oberst Meanz St. Marc nach der Morgue und Ministerpräsident Eombes begab sich nach der Unglücksstütte. Eine gerichtliche Untersuchung daselbst hat gleichfalls begonnen. Namen und Beschäftigung der Verunglückten bekunden, daß sie fast alle den arbeitenden Classen angehörten. Außer den Namen von Arbeitern ist ast jeder dritte Namen der einer Frau. In der Morgue spielten sich herzzerreißende Scenen rt. Ministerpräsident Eombes stieg in den Tunnel hinab und stellte tine lange lntersuchung an. Er verlangte vom Polizei-Chef einen schleunigen Bericht über die Ursachen des Unglücks und eine Verlustliste. Außerdem kündigte er an, daß er im Ministerrath Hilfsmaßregeln für die armen Familien in Vorchlag bringen werde. Ueber dem Stadthause ist die Flagge zum Zeichen der Trauer der Stadt auf Halbmast gehißt. Humbert Prozeß. Paris, 11. August. Der Prozeß gegen die Humberts wurde heute fortgesetzt. Rechtsanwalt Parmentier, der die Gebrüder Erawford bei ihren Prozessen zu vertreten pflegte, wurde vernommen und erklärte, Henry Erawford habe ihn 895 als Rechtsbelstand engagirt. Er habe ihm erzählt, daß einer seiner Verwandten in Nizza gestorben sei und den größten Theil seines Vermögens Frau Humbert hinterlassen habe. Indessen ei ein zweites, anders lautendes Tefta ment entdeckt worden. Parmentier blieb dabei, daß die Erawfords thatsächlich ezistirten. Frau Humbert unterbrach die Verhandlungen häufig. Anläßlich der Tunnell-Catastrophe erregte der Prozeß heute geringes Intercsse. Bulgarien. Im Interesse desFriedens. Sofia, 11. Aug. Der MinisterPräsident und Minister des Innern sind nach Dubnitza gegangen, um die bulgarischen Posten der macedonischen Grenze entlang zu inspiciren. Es wird dies als weiterer Beweis für den Wunsch der Regierung auf Rechnung des Friedens betrachtet, indem die Minister sehen wollen, was noch weiter geschehen kann, um das Eindringen von Jnsurgentenbanden nach Macedonien zu beschränken. Es wird jetzt mitgetheilt, daß Fürst Ferdinand nicht vor dem 15. August nach Sosia zurück kehrt, um zu zeigen, daß er nicht sür die macedonischen Wirren die Verantwortung trägt. Die macedonischen Wirren. Sofia, 11. Aug. Das mac. revolutionäre Comite macht bekannt, daß in Uskub Sonntag, in Adrianopel am Montag Revolution ausgebrochen ist. Gen. Tzoncheff appellirt an alle Patrioten um Unterstützung in einem Aufruf. Die Insurgenten haben eine große Brücke nahe Giongyetti gesprengt. Griechenland. Erdbeben in Griechen land. Athen, 11. Aug. Drei Erdbeben wurden heute früh 0 Uhr ge spürt' Drei Dörfer auf der Insel Eythera wurden zerstört.

Türkei. Erneutes Bedauern des Sultans. St- Petersburg, 11. Aug. Der russische Botschafter in Eonstantinopel telegraphirt. daß auf Befehl des Sultans sein Sohn Prinz Achmed Effendi auf der Botschaft erschien, um das tiefe Bedauern des Sultans über die Ermordung des russischen Consuls in Monastir, des Herrn Rostkowski, auszudrücken. Der Prinz bat den Votschafter, dem Zaren diesen zweiten Ausdruck der Theilnahme des Sultans zu übermitteln. Der Sultan bot der Wittwe des ermordeten russischen Konsuls dieSumme von $40,000 als Schadenersatz für den Tod ihres Gatten an. Der neue Konsul Dr. Mandelstamm hat seine Reise nach Monastir angetreten. Grokbritannicn. Chainberlain's Demag o g i e. London, 11. Aug. Bei der heutigen Unterbaus - Berathung über das Budget wurden verschiedene Versuche gemacht. Herrn Chamberlain's Finanzvorschläge zu discutiren, da dies die letzte Gelegenheit vor Vertagung des Parlaments bildete. j Der Sprecher entschied jedoch, daß die Fiscal-Frage mit der unter Berathung stehenden Angelegenheit nichts zu hun habe. Lord Hugh Eecil tadelte Chamberlain, weil er seine amtliche Stellung dazu benutze, um Berichte, die zum großen Theil auf Eonjektionen beruhen, in der Oeffentlichkeit zu verbreiten. Es fei nöthig, einen Protest dagegen zu erheben, daß Chamberlain die Vorrechte eines Ministers mit der Freiheit des gewöhnlichen Politikers verbinde. Es sei dies ein VerfassungsScandal, beinahe ebenso groß, wie des Premiers Haltung gegenüber allen Vorschlägen, die Fiscalpolitik im Un

terhause zur Sprache zu bringen. Das Oberhaus erledigte heute die dritte Lesung der irischen Landvorlage. Deutschland. Unter-Grund-Bahn untersucht. B e r l i n, 11. Aug. Das TunnellUnglück auf der Pariser MetropolitanBahn hat die Leitung der neuen Berliner elektrischen Bahn, die theilweise unter Grund geht, zu einer schleunigen Untersuchung veranlaßt, ob hier ein ähnlicher Unfall möglich sei. Nach sorgfältiger Untersuchung der Bahn und Motoren und der drei Un-ter-Grund -Stationen erklärten die Sachverständigen, daß keine Gefahr vorliege. Vanderdilt in Rominten. Berlin, 11. Aug. Cornelius Vanderbilt, der mit seiner Dampfyacht von Kiel nach Danzig ging und von dort aus die Marienburg besichtigte. hat auch Rominten, das dortige kaiserliche Jagdschloß und die zu diesem gehörige, vor einigen Jahren neuerbaute Kapelle besucht. Daß der amerikanische Reisende auf seiner Reise gemäß kaiserlichen Befehls von den Militär- und Civilbehörden der Provinz Westprenßen mehrfach ausgezeichnet wurde, ist von einem Theile der Presse sehr übel vermerkt worden. Herrn Vanderbilt wird von diesem Theile der Zeitungen vorgewarfen, er sei nichts weiter als ein vielfacher Millionär und verdiene daher nicht die ihm erwiesenen kaiserlichen Höflichkeiten. In Verbindung mit dem Besuch Vanderbilts in Danzig werden die wilbesten Geschichten erzählt, hat die Phantaste der Berichterstatter sich schrankenlos gehen lassen. So ist auch in glänzenden Farben ausgeschmückt, wie Cornelius Vanderbilt im Casino der Todtenkopfhusaren in Danzig einem Festmahl beigewohnt. In Wirklichkeit hat er weder an einem Essen des Offizierkorps theilgenommen, noch Einladungen einzelner Offiziere Folge geleistet. sondern lediglich den Königssaal des Casinos, dessen Besichtigung Jeder mann gestattet ist, in Augenschein ge nommen. DasRisikoinChina. Berlin, 11. Aug. Die neuerlichen Vorgänge in China erregen die allgemeine Aufmerksamkeit, und über die unmenschliche Verfolgung der Re former giebt sich nicht geringe Entrü stung kund. Unter diesen Umständen ruft denn die bevorstehende Aufhebung des Verbots der Waffeneinfuhr inChina bedenkliches Kopfschütteln hervor. Die Blätter fragen: Hat Europa die Lebren deS Jahres 1901 schon vergessen? Haben dieWaffenfabriken einen derartigen Einfluß auf die internatio-

nale Politik oder wollen sich gewisse Mächte China gefällig zeigen? Auf alle Fülle ist es ein gefährliches Risiko." Die älteste Deutsche. Berlin. 11. Aug. Ihren 108. Geburtstag feierte heute die Mutter des Lehrers Becker in Köllnreisick-Pinne-berg. Frau Becker ist, soweit bekannt, die älteste Person in Deutschland; sie stammt aus Rendsburg und wohnt in Goslar. Die Jubilarin erfreut sich noch verhältnißmäßig großer körperlicher und geistiger Rü?ig!eit. Ratheman's AmerikaReife. Berlin, 11. Aug. Hinsichtlich des Zwecks des bevorstehenden AmerikaBesuchs des ersten Direktors der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft Ratheman wird hier eine Erklärung veröffentlich, augenscheinlich auf Grund von Mittheilungen des Direktors selbst. Herr Ratheman will hiernach Verhandlungen führen, um die Jndustriesphären der Allg. Elektr. Gesellschaft und der Gen. Electric Co. auszugleichen, zur Vermeidung der gegenseitigen Concurrenz. Außerdem bandelt es sich nm

Austausch von Einführungen. Patentfragen und anderes mehr. DurchKrankheit gestört. Eleve land, O., 11. Aug. Die Leiche des hiesigen RestaurantAngestellten Louis Kramer wurde heute im Erie-See gefunden. Verzweiflung über Krankheit scheint seinen Geist getrübt zu haben. Seine Frau und ein Kind sollen in Indianapolis leben. Kurze Depeschen. 11. August. Inland. Pittsburg. Pfarrer Carl Speckert von Wheeling ist zum Provinzial des Kapuziner-Ordens ernannt worden. Marshalltown, Ja. Das Ojährige Töchterchen von A. I. Macon ist genothzüchtigt worden. Das Kind wird sterben. Washington. D. C. Neue gefälschte Zehndollarnoten wurden ent deckt. Sie tragen das Portrait Hendricks und die Nummer 7,019,318. i Schiffsnachrichtcn. Angekommen: New Z)okr: Bremen" von Bremen; Massaba" von London. Bremen: Kaiser Wilhelm der Große" von New ork. Antwerpen: Kroonland" von New York. Base-Ball. American-Association. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: Milwaukee, 11. Aug. Milwaukec....0002 00 00 2 Indianapolis.. 0001000 01 St. Paul, 11. Aug. St. Paul 1 000032 0 6 Columbus ....00001 00001 Minneapolis, 11. Aug. Minneapolis...0 0200000 2 Toledo 0010000001 Kansas City, 11. Aug. Kansas City...02 01 00 000 3 Louisville 0 001 0005 1 7 National-Liga. Die gestrigen Spiele resultirten wie folgt: New York, 11. Aug. NewYork 0 1 0 0 0 0 0 0 0 1 Brooklyn 0 00 020 0 0 2 Pittsburg, 11. Aug. PittSburg.... 2030011029 Ki. Pmiis 00001102 04 Einer 40 tagigen Hungerkur hatte sich kürzlich Professor Wellington Putnam von der Columbia ilniverlkiät in Gila 5)ot Svrinas. einem bekannten, 60Meilen von Silver City, N. M.. gelegenen Badeorte, unterzogen. Professor Putnam unternahm diese Gewaltkur nicht etwa aus Notoritätssucht, sondern einzig in der Hoffnung, daß dieselbe ihn von einem langwierigen Nierenleiden heilen würde, was sie thatsächlich auch gethan haben soll. Als er aber kürzlich von Silver City nach New York abreiste, bot hfr friifor stattlickie und wohlbeleibte Herr Professor ein solchesIammerbild, daß seine intimsten Freunde ihn kaum noch erkannten. Er begann die angreisende Kur im Mai und verbrachte die ersten 30 Tage ueben seinem Zelt im Freien. Dabei arbeitete er fortwahrend an einem großenWerk über die Beredtsamkeit. dessen letzte Kapitel im wahrsten Sinne des Wortes mit leerem Magen geschrieben sind.

Die neue Börse in Amsterdam.

Am 27. Mai wurde die neue Börse ln Amsterdam durch die Königin Wil helmina in Gegenwart des Prinzen Heinrich der Niederlande und der Kö-nlgm-Mutter Emma elngeweiht. Der Architekt des Baues, . P. Verlage, wurde zum Officier des Oranien-Nas-sau-Ordens ernannt. Berlaae. der Schöpfer so vieler interessanter Gescbäftsbäuser und Willen. die sich alle durch Eigenart auszeichnen, ist vollkommen von dem Geist der Moderne durchdrungen und hat ihr rn d?r neuen Börse ein beredtes Denkmal gesekt. Sie ist der erste öffentlicke Bau in den Niederlanden, der im modernen Stü aufgeführt ,st, und die erste Börse vielleicht in ganz Europa, .die der griechischen Tempelform den Abschied aegeben hat. Zum ersten Male sehen war eine Börse vor uns, die d:e Ehruchkeit hat, sich zu lhrem Zweck zu bekennen. ES2 Die neue Börse inAmsterd am. Das Prinzip der Zweckmäßigkeit war entscheidend für Anlage und Plan des ganzen Gebäudes, und diese Idee de Baumeisters ist glänzend verwirklicht worden. Darüber ist man allgemein einig, daß das Innere der Börse mit hren vier Hauptsalen (Waaren-, Getreibe-, Effekten- und Schlsferborft), denen sich eine Reihe von Nebensälen und Bureaus anschließt, hinsichtlich der brillanten Naumrjheilung und der Beleuchtung vollkommen einwandfrei dasteht. Weniger ist man bis jetzt :m Publikum und auch zum Theil :n Fachkreisen mit dem Aeußeren einverstanden. Aber damit geht es wie mit jeder neuen Idee; sie muß sich erst ihren Platz erobern. Und die neue Börse wird ihren Platz behaupten und eine Sehenswürdigkeit sowie ein Musterbau SMWA T&V - fAi, . I b iXN. ife riy tzi? ' DergortztJörsen-Saal. bleiben für spätere Geschlechter. Immerhin mag zuzugeben sein, daß besonders die Längsseite 470 Fuß sebr einfach ausgefallen ist. aber wir glauben, die Hauptursache dazu lag wohl m der Beschränkung der zur Äerfügun gestellten Summe: iy4 Mill. Gulden für einen solchen Riesenbau! Aber wie stolz und sicher in aller seiner Einfachheit erhebt sich der quadratische Thurm der Fassade, der die gro ße farbige Uhr trägt, die in Form und Farbe der in der Waarenbörfe über dem Auschauerbalkon angebrachten gleicht. Wie selbstverständlich schließt sich dem Thurm die übrige Fassade an, deren Mittelgiebel ganz ihren niederländischen Charakter wahrt. Die Waarenbörse ist naturgemäß die größte (160 Fuß lang. 75 Fuß breit und 93 Fuß hoch. Zwei Reihen Galerien, von granitenen Säulen getragen, grenzen den kolossalen Raum ab; das Dach wird durch mächtige, halbkreisförmige Eisenpfeiler getragen. Hinter den Galerien liegen Nischen und Bureaus, die an Kaufleute vermiethet werden. Rücksichtsvoll. Junge Schriftstellerin: Wollen Sie mir nicht etwas aus Ihrem Leben erzählen?" Bettler: Lieber net! Meine Lebensg'schicht' is haarsträubend! Wenn ich Ihnen die erzähl, bringen Sie vierzehn Tag' keine anständige Frisur z' samm'!" Beim Exerzieren, unter officier: .Aber Kerls, das ist doch kein Parademarsch, das klingt ja. als wenn eine Heerde Nilpferde m Filzschuhen den Eake-Wall' tanzen wurde.

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Big 4 Route

.Ercursioncn... Sonntag, IG. Ang. 91.25 lincinnati u. zurück Spezielle SchnellMe nickt auf wiickenstationen, weder auf der Hinfahrt noch auf her Wirtfrtfcrt inhnstnS nrXrt tinm c. - tv t v. i -v. jii' dianapolis Union Bahnbof um 7 Uhr Moraens abfahren und verlassen den Central Union Bahnhof in Cincinnati um 7 Ubr Abends zur Rückfahrt. Terre Haute $1.00 Qreencastle 75c Rundfahrt. Sveval;ua wird abiabren vom iXndianavolis Uuion Valinbof um 7 Ubr MorenS und verläßt Terre Saute um 7 Uhr Abends. frur Alllette und Auskunft wende man sich an die Ticket Office No. 1 Ost Washington Str. oder an die Ticket Olfice im Union Bahnhof. H. M. Bronson, A. G. P. A. Einst und jefct. L?!ilitärisA:by;antinisch?r Eharakter deS Tta pellauss deutschcr Tccfahrzcuge. Von der Aktiengesellschaft Weser'' ' in Bremen lief vor Kurzem wieder einmal ein Kreuzer der deutschen Marine vom Stapel. In früheren Zeiten, so schreibt ein dortiger Korrespondent der Frankfurter Zeitung," war ein Stapellauf ein echtes und rechtes Seemannsfest, bei dem es derb und ungenirt herging. Unter alten und etwas ungefügen und derben Gesängen der Werkleute glitt das Schiff in sein Element. Heute ist das alles anders geworden, vollends beim Stapellauf von Kriegsschiffen. Militärische Organisation und Strammheit beherrscht das ganze Fest. Es fehlen nicht Offizierkorps und Ehrenkompagnie mit Musik und Fahne. Die Spitzen der Behörden treten an, wenn möglich in Uniform. Für die Civilisten ist als Anzug vorgeschrieben: Gescllschaftstoilette für die Herren, Promenadentoilette für die Damen. So war es auch bei dem Stapellauf des obigen Kreuzers. Der Bremer Bürgermeister als Vertreter des Kaisers fuhr in der Staatskarosse vor, auf deren Bock ein kredsrother Rathsdiener mit dem Dreispitz thronte. Dann ging alles nach Vorschrift und Programm, auf dem es wie folgt heißt: Empfang seiner Magnificenz des Herrn Bürgermeisters Dr. Pauli und des Vertreters des Herrn Staatssekreiärs des Reichsmarineamtes, Seiner Excellenz des Herrn Vizeadmirals Sack. Beim Bstnten des Festplatzes präsentirt die Ehrenkompagnie, die Musik spielt den Präsentirmarsch. Seine Magnificenz der Herr Bürgermeiste? betritt die Taufkanzel. Seine Magnificenz hält die Taufrede und vollzieht die Taufe. Während des Ablaufes des Schiffes präsentirt die Ehrenwache. Die Musik spielt die Nationalhymne. Beim Eintreten des Schiffes in das Wasser werden drei Hurrahs ausgebracht Und so geschah denn auch alles. Aber die eigentliche poetische Stimmung des Seemannslebens, die bei früheren Stapelläufen vorhanden war und sich in spontanem Hurrahrufen Ausdruck verschaffte, fehlte und an ihre Stelle ist wohl für immer militärische Disziplin, Schneidigkeit und auch ein wenig Byzantinismus getreten. Schade! Ge fä hrli-che Schl eisenfahrt. In einem Magdeburger Cirkus wollte unlängst der Kunstradfahrer Leinert zum ersten Mal sich im Looping the loop" produziren. In Folge eines kurz zuvor niedergegangenen Gewitters hatten sich die obersten Latten der hölzernen Fahrbahn derartig verschoben, daß Leinert keine Möglichkeit hatte, den erforderlichen Anlauf zu nehmen. Da aber in Folge der langwierigen Reparaturarbeiten das zahlreich erschienene Publikum ungeduldig wurde und schließlich zu lä"menden Kundgebungen überging, wagte Leine'rt trotz aller Schwierig:ten sein wagehalsiges Kunststück auf gut Glück. Er hatte jedoch die mittlere Schleife kaum halb passirt, als sich die entwickelte Fahrkraft als zu gering erwies, so daß er mit seinem Rade zum größten Schrecken des Publikums aus voller Höhe in die Tiefe stürzte und bewußtlos liegen blieb. Feuerwehrleute mußten den bedauernswerthen Artisten U' der Manege tragen. Erfreulicher Wise erlitt er trotz seines g?fährlichen Falles nur leichtere Verletzungen. Scheel angesehene Mäß i g k e i t. In einem Dorfe bei Klaufenburg. Siebenbürgen, war der Geistliche feit Monaten emsig bemüht, der immer mehr um sich greifenden Trunlsucht zu steuern. Schließlich gelang es ihm denn auch, sich Gehör zu schaffen, heute den Einen, morgen den Anderen zu nüchternem Lebenswandel zu bekehren, und jüngst wollte er nun zur größeren Verbreitung seiner Lehren einen Mäßigkeitsverein gründen. Die Statuten dieses Vereines aber wurden vom Minister des Innern nicht genehmigt mit der Motivirung, daß die Gründung eines Vereines, dessen Bestrebungen eine Verminderung der ärarischen Einnahmen zur Folge hätten, nicht gestattet werden könne.

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