Indiana Tribüne, Volume 26, Number 300, Indianapolis, Marion County, 11 August 1903 — Page 6
Indianer Tribüne, II. Angust 1903.
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Europäische Nachrichten. Provinz ScHkesierr. B r e s l a u. Die juristische Fakultät der hiesigen Universität ernannte ?en Oberpräsidenten Fürsten von Hatzfeldt, Herzog zu Trachenberg, j zum Ehrendoktor. An den Folgen einer schweren Operation ist im Alter von 65 Jahren Direktor F. 23. Grund, eine markante Persönlichkeit aus dem industriellen und kommunalen Leben unserer Stadt, gestorben. V e u t h e n. Das hiesige Schwur gericht verurtheilte den Grubenarbeiter Felix Kollorz ausBittkow wegen Todtschlagesverübt an feiner eigenen Ehefrau, zu 15 Jahren Zuchthaus. B u ch w a l d. Der über 40 Jahre alte Gärtnerstellenbesiher Jander bereitete seinem Leben durch Erhängen ein gewaltsames Ende. Eine in Kürze Zu verbüßende Gefängnibstrafe soll ihn zu dieser That veranlaßt haben. Groß-Chelm. Hier brachFeuer aus, welches zwei Besitzungen einäscherte. Auf dem Boden der Ballion'schen Besitzung schlief der Knecht Kaluza. Der Bedauernswerthe vermocht: sich nicht mehr zu retten. Man fand nur seinen verkohlten Leichnam. Liegnitz. Beim Baden in der Katzbach ertrunken ist der Ziegelträger Dobers. Derselbe wollte mit einem Arbeitsgenossen unterhalb der Badeanstatt desNestaurants Hinterbleiche" ein kostenfreies Bad nehmen und ging desbalb vom jenseitigen Ufer in das Wasser. Jedenfalls ist er von einem Schlaganfall betroffen worden, denn cr sank sofort unter. Neustadt. In seiner Wohnung auf der Baderstraße Hierselbst tödtete
sich der Eisenbahn - Station - Assistent Wozny durch zwei Revolverschüe in den Kopf. Der vorgefundene Revolver war mit noch vier Kugeln geladen. Ueber die Ursache des Selbstmordes ist nichts bekannt. Der Todte hinterläßt Frau und vier Kinder in noch jugendlichem Alter. Siebeneichen. Besitzer Winkler, seine Frau und beider Sohn fuhren hinaus zur Wiese, um Heu einzubringen. Unterwegs am niederen Ende des Dorfes gingen die von dem Sohne gelenkten jungen Pferde plötzlich durch. Frau Winkler sprang seitwärts vom Wagen ab und wurde so unglücklich zu Boden geschleudert, daß infolge Genickbruchs sofort der Tod eintrat. Der Sohn wurde vorn herabgerissen und eine weite Strecke an der Deichsel mitgeschleift. Der Vater sprang hinten ab. Die Verletzungen von Vater und Sohn sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Frovinz "g?scri. Posen. Erschossen hat sich der Musketier Ernst Kruse der 5. Compagnie, Infanterie - Regiments No. 46, und zwar mit seinem Dienstgewehr, als Wachtposten auf den Schwersenzer Schießständen. Der Beweggrund der That ist nicht bekannt. Beim Hauptmann der Compagnie wird der Gelödtete als ein ordentlicher Mann bezeichnet. Altsitzer Jakob Knöller wurde im Hofe des Grundstücks Mil lamowitzstraße 30 todt aufgefunden. Knöller war seit drei Jahren erblindet. Nach angestellten Ermittelungen ist der Verunglückte nach der Bodenkammer gegangen und infolge seiner Blindheit in den Hof hinabgestürzt. A r g e n a u. Bürgermeister Kowalski feierte sein 30jähriges Jubi läum als Bürgermeister unsererStadt. Aus Anlaß dieses Festes wurden ihm mannigfache und wohlverdiente Eh rungen erwiesen. Bromberg. Im Alter von 63 Jahren starb Stadtrath a. D. Kempke. 1860 trat er als Communal-Kas-senrendant in den Dienst der Stadt, wurde 1880 zum besondeten Stadtrath und Kämmerer gewählt und trat 1900 mit vollem Gehalte in den Ruhestand. Klein-Lonsk. Beim Baden im hiesigen See ertrank der Sohn des Kätners Helmin. K o st ch i n. Zimmerpolier Zirps fand beim Durchschwimmen des Viktorowoer Sees seinen Tod durch Ertrinken. L o n s k. Bei dem Eigenthümer Römer brach, während er in der Stadt weilte, Feuer aus. Das Feuer nahm bald, begünstigt von dem starken Winde, einen derartigen Umfang an, daß das Gut mit sämmtlichem Inventar ein Raub der Flammen wurde. O st r o w o. Der nahezu 100 Mitglieder zählende deutsche Männer-Ge-sangverein Hierselbst feierte unterTheilnähme von 200 auswärtigen Sängern das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens durch gesangliche Veranstaltungen, Conzert und Tanz. R a w i t s ch. Der hiesige Kriegerverein beging das Fest seines 50jährigen Bestehens. 23 auswärtige Vereine mit etwa 600 Mitgliedern waren zu diesem Feste hier eingetroffen. S ch r o d a. Infolge eines Schlaganfalls verstarb der Vorsitzende des hiesigen Landwirthschaftlichen KreisVereins, Rittergutspächter Sarazin in Krerowo. Er war ein äußerst tüchtiger Landwirth, und das von ihm bewirthschaftete Gut war als Musterwirthschaft bekannt. Frovinz Sachsen. Magdeburg. Großfeuer zerstörte einen größeren Theil der in der Gr. Diesdorferstr. No. 5 belegenen Farbenfabrik von R. Trautmann.
Rekrut Scharf von der achten Compagnie des hiesigen Fußartillerie-Regi-ments Encke erhängte sich im Kasernengarten. In der Havel bei Kützkow ertrank der Handelsmann Hermann Janus von hier. Er wollte ein erfrischendes Bad nehmen und svrang in vas Wasser; ein Hltzfcylag scheint ihn getroffen zu haben. Er konnte nur als Reiche geborgen werden. Ahlsdorf. An Alkohol-Vergif-tung gestorben ist das 4jährige Sohneben des BergschmZeds Gustav Mann. Es gerieth in Abwesenheit der Eltern über die im Schranke stehende Vrann!Weinflasche. Alvensleben. Den Luftschaukelbesitzer Heuer aus Weserlingen traf beim Aufbau seiner Schaukel hier ein herabstürzende: Balken des Schaukelgerüstes und verletzte ihn schwer am Rücken. Mitglieder der Neuhaldensleber Sanitäts - Colonne trugen den Verunglückten nach dem hiesigen Krankenhause, wo er starb, da das Rückgrat durch den schweren Schlag gebrochen war. Burg. Die Firma Steinle & Wille beging das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Das Personal überreichte als Festgabe ein Album, das di? Bilder der Fabrikvertreter, der kaufmännischen Angestellten, der Meister und der älteren Arbeiter enthält. Frohse. Beim Baden in der freien Elbe ertrank der 9jährige Schüler Schwarzlose. Hei li gen st a dt. Die im 79. Jahre stehenden Eheleute Schlossermeister Peter Kaufhold und Dorothea, geb. Witzel, feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Hornhausen. Kaufmannslehrling Otto Siebert ertrank beim Baden in dem Teiche der Brandtschen Ziegelei. Er wollte 20 Minuten hintereinander schwimmen. Nach ungefähr 12 Minuten sank er vor den Augen seines zuschauenden Freundes, der ihn dringend gewarnt hatte, unter und kam nicht wieder zum Vorschein. Klein - Engersen. Lehrer Wilhelm Exleben aus dem hiesigen Dorfe wurde nach zweitägiger VerHandlung vom Schwurgericht, weil er sein Schulhaus in Brand gesetzt hatte, zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt. Niederorschel. Apotheken-Be-sitzer Schwarzenecker feierte sein 50jähriges Apothekerjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde ihm der Kronenorden vierter Klasse verliehen, der ihm vom Landrath aus Worbis überreicht wurde. Presse!. Das Gehöft des Schmiedemeisters Schiffmann brannte völlig nieder. Das Wohnhaus, die Schmiede, sowie Stallungen und Scheune wurden vollständig vsm Feuer zerstört. Schieben. Ein Brand zerstörte die Gehöfte des Schulzen Tegge und der Ackerleute Benecke und Röhl; nur einzelne Gebäude (ein Stall, eine Scheune und ein Wohnhaus) blieben erhalten. Die herbeigeeilten Feuerwehren verhinderten die weitere Ausdehnung des Brandes. Siersleben. Bergmann Feibel, der auf dem Felde gearbeitet hatte, wurde auf dem Heimwege vom Blitze getroffen und erschlagen. Torqau. Der 19 Jahre alte Töpfergeselle Ocar May aus Pulsnitz, der am 9. April d. I. seinen Wandergenossen, den Handlungsgehülfen, späteren Kuhhirten Fritz Wegehaupt im nahen Neukönnewitzer Walde überfiel, ihn durch 13 Messerstiche im Kopf und Gesicht schwer verletzte und sodann beraubte, wurde vom Schwurgericht hier zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt. V i e r i h. Dem Schmiedemeister Otto Schulz wurde für die von ihm am 2. October v. Js. bewirkte Rettung eines 10jährigen Knaben vom Tode des Verbrennens die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Mrovinz Lbnnovcr. Geestemünde. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem von See zurückkehrenden Fischdampfer Nixe", als dieser das Dovergatt passirt hatte. DieMannschaft hatteAbendbrot gegessen und kam wieder an Deck. Der Heizer Geenzer setzte sich auf die Reeling und gerieth mit dem Matrosen Heller in eine Neckerei. Beide balgten sich dann scherzweise und kamen hierbei so unglücklich auf die Reeling zu liegen, daß sie über Bord fielen und ertranken. Göttin gen. Einer unserer geachtetsten Mitbürger, der geheime Justizrath Professor Dr. Ferdinand Frensdorff, beging den Tag, an dem er sich vor 50 Jahren die juristische Doktorwürde erwarb. Der Jubilar, der sieb nock voller aeistiaer und körperlicher Frische erfreut, wurde Gegenstand vieler Ehrungen. Köppenbrugge. Die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Fräulein Vogel, ist im Alter von 97 Jahren an Altersschwäche gestorben. Münden. Das Fest, der goldenen Hochzeit begingen in voller Körper- undGeistesfrische Friedrich Andree und Frau hier. Im vergangenen Jahre feierte Andree unter großer Antheilnahme von Freunden und Bekannten seinen 80. Geburtstag. P a p e n b u r g. Matrose von Lessen vom. Völlener Wehrdeich ertrank im Sielkanal, als er versuchte, seinen in's Wasser gefallenen Hut wiederzuholen. Jrovinz West?cen. Hohenlimburg. Fabrikant Fritz Giese erhielt die RettunLsme-
d'aille am Bande, weil er mit eigener Lebeusgefahr ein 13jähriges Mädchen aus einem sehr tiefen Teiche gerettet hatte. 'Kabel. Die 14jährige Tochter des Werkmeisters Url begab sich mit zwei fünf-, resp, sechsjährigen Schwesterchen an die Lenne, um ein Bad zu nehmen. Hierbei ist das Mädchen ertrunken. Die beiden Kleinen gingen nach Hause und klagten, daß die Schwester nicht aus dem Wasser kommen wolle. Als man nachsuchte, fand man die Leiche. Schmallenberg. Anstreichermeister Koß. welcher mit Anstreichen der Masten der elektrischen Leitung beschäftigt war. kam mit der Leitung in Berührung und wurde sofort durch den Strom getödtet. Mitten. Dem pensionirten Eisenbahnweichensteller a. D. Gottlieb Steffen wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. S t o ck u m. In der sogenannten Tippstraße, einer sehr engen Passage, wurde der 70jährige Hofarbeiter -Lenk von einem Fuhrwerk überfahren und sofort getödtet. W e r l. Die älteste Lehrerin unserer Stadt, Fräulein Henkelmann, trat nach 45jährigerThätig!eit in den wohl verdienten Ruhestand. Vron,nz cssc,r-?I-tl'snu. Frankfurt. Im Hause Niddastraße 111 ereignete sich eine blutige Affaire. Der 25 Jahre alte Fahrbursche Ernst Schuster, der mit dem Dienstmädchen Marg. Dotterweich ein Verhältniß hatte, bewohnte dort bei der Familie Herchen eine Mansarde. Aus dieser fielen mehrere Schüsse. Gleich darnach sprang in wilder Hast Schuster die Treppe herunter. Man durchsuchte den Mansardenstock uns fand das in den 20er Jahren stehende Dienstmädchen todt vor. Es lag erschössen auf dem Bette des Schuster. Nach Verübung es Mordes sprang Schuster in den Main und ertrank. Der hiesige Landschaftsmaler Jakob Hoffmann beging Selbstmord, indem er sich von einem Eisenbahnzug überfahren ließ. Er stand im 53. Lebensjähre. Bei der Hundswiese wurde derKutscher Wilhelm Schwemmer vom Bock geschleudert und überfahren. Nach dem Bürgerhospital gebracht, erlag er in kurzer Zeit seinen Verletzungen. Marburg. Einem tragischen Geschick fielen hier zwei blühende Menschenleben zum Ovfer. In dem Volksbad neben der Militärbadeanstalt versank plötzlich der badende 16 Jahre alte Kellner Rüdiger an einer gefährlichen Stelle der Lahn. Sofort sprang ihm der Jäger Schmidt von der 4. Compagnie 11. Jägerbataillons nach, wurde aber von dem Ertrinkenden derart umklammert, daß nun beide in der Tiefe verschwanden. Beide sind todt. Wiesbaden. Der hier auf Urlaub weilende Ulan Jmmel vom 6. Ulanen-Regiment in Hanau wurde .bei einer Schlägerei auf dem großen Sand bei Mainz erstochen.
Ein infamer Streich wurde dieser Tage einem Newarker Bürger gespielt. Louis Barrisch von dort empfing eines Abends eine Depesche folgenden Inhalt's aus Long Branch: David Barrifch starb an Vergiftung, Weinzweig Hotel. Die Leiche geht mit dem 2.15 Frühzug der Pennsylvania - Bahn von Long Branch ab." David hatte sich zwei Tage vorher nach Long Branch begeben. Der auf's Aeußerste erschreckte und bekümmerte Vater bestellte einen Leichenbestatter, um die Leiche in Empfang zu nehmen und reiste, als sie nicht angekommen, in Begleitung seines Sohnes Samuel in einem Morgenzug nach Long Branch ab. Einige Stunden später traf David im besten Wohlsein im Elternhaus ein und die Trauer verwandelte sich in Freude. David Barrisch setzte sich tclegraphisch mit einem Freunde in Long Branch in Verbindung, um seinen Vater zu erreichen und erhielt die Antwort, der Vater habe kein Weinzweig Hotel finden können und habe sich nach Asbury Park gewendet, um dort seinen Sohn zu suchen. Finde er ihn richt, so wolle er sich zu seiner verheiratheten Tochter in Philadelphia begeben, vielleicht werde er David dort antreffen. Eine Depesche wurde sofort nach Philadelphia gesandt, damit der Vater von seiner Angst erlöst werde. David Barrisch sagte, cr habe noch ein paar Tage in Long Branch bleiben wollen, ein unerklärlicher Drang habe ihn aber unverzüglich nach Hause getrieben. Er hat keine Ahnung, wer sich den grausamen Scherz mit der Todesnachricht tx laubte. Ganz einfach. Sie: Alle Leute schauen uns an; könnte man es denn nicht verheimlichen, daß wir auf der Hochzeitsreise sind?" Er: Gewiß; Du versuchst einfach alles zu kaufen, was du siehst, und ich verweigere dir das Geld dazu." Die Original-Galerie. Sagen Sie mal, Herr College, der Bankier Paffeles hat mir unglaubliche Sachen von seiner Galerie erzählt! Er hat einen Rembrandt, Franz Hals, Raffael, Gainsborough und was weiß ich alles! . . . Sind das wirklich Originale?" Nee, lieber Freund, in der Galerie ist der Besitzer das einzige 'Oriainal!" .
Ueber den Absturz eines Touristen in den bayerischen Alpen werden folgende Einzelheiten mitgetheilt: An der sogenannten Stangenwand war die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden. Man stellte später fest, daß der Todte der 21jährige Sohn des z. Z. in Garmisch weilenden Geheimen Kriegsraths Braun war. Er hatte bereits alle gefährlichen Stellen auf seinem Marsche passirt und siegesgewiß in der Höllenthal - Hütte in das Fremdenbuch geschrieben: So ein Aufstieg ist ein Kinderspiel." Dann sah er aber einige Alpenrosen am Wege stehen; er wollte sie pflücken, machte einen Fehltritt und stürzte zu Tode. Ein ganzes Menschenalter im Zuchthause befindet sich jetzt der frühere Varbiergehilfe Michael Keller aus Frankfurt am Main, der vor etwa 50 Jahren wegen Ermordung und Beraubung des Schlossermeisiers Weichand zu lebenslänglichem ZuchtHaus verurtheilt wurde und sich in der Strafanstalt zu Dieze befindet. In dem Mordprozesse galtKeller .ls überführt, seinem Opfer während des Rasirens die Kehle durchschnitten zu haben. Die Schuldbeweise waren erdrückend, trotzdem behauptet Keller noch heute, daß er das Opfer eines Justizirrthums geworden sei. Aus diesem Grunde hat er auch die ihm wiederholt angetragene Begnadigung abgelehnt. Bei einem Gnadenakte muß der Verurtheilte in seinem Jmmediatgesuche die That unumwunden eingestehen. Keller ist inzwischen im ZuchtHause um Greis geworden, da er bereits das 80. Lebensjahr überschritten hat. Selbstmord am Grabe ibres Vaters verübte in Bornim bei Potsdam eine feingekleidete Dame, die nach ihren Angaben erst kürzlich aus Amerika zurückgekehrt war. Sie hatte sich in Potsdam eine Droschke genommen und während der Fahrt nach Bornim dem Kutscher erzählt, daß sie dort das Grab ihres Vaters, der sich vor zehn Jahren im Sakrow-Paretzer-Schifffahrtskanal ertränkt habe, besuchen wolle. Dem Kutscher gab sie dann eine Mark Trinkgeld und sagte ihm, er solle im Gasthofe warten. Kaum aber war der Mann dort angelangt, als ihm ein Knabe sagte, die Dame, die cr soeben zum Kirchhof gefahren, sei dort an einem Grabhügel umgesunken. Der Kutscher lief sofort zum Kirchhof und
fand die Dame todt auf dem erngesunkenen Grab, in dem ein unbekannter Selbstmörder ruhte. Neben der Todten lag ein Fläschchen, das Blausäure enthielt. Bei der Leiche wurden 700 Mark m Baar und Werthpapieren, sowie eine goldene Uhr gefunden. Indem unweitMailand gelegenen Städtchen Varese bildet die Rückkehr eines- todtgezlaubten Soldaten, der den unglückseligen afrikanischen Feldzug mitgemacht hat. das Tagesgezprach. Vor einigen Tage.: erschien in dem ein paar Meilen von Varese entfernten Dörfchen Cardello ein zerlumpt aussehender Mann, der sich in einen Meierhof außerhalb der Ortschaft begab und da er taubstumm war, der Frau des Hauses schriftlich zu verstehen gab. daß er ihr Cousin Giuseppi Barassi sei, der als Versagliere im Jahre 1896 nach Afrika geschickt worden war. Man hatte ihn nach der denkwürdigen Schlacht von Abba Garima zu den Todten gerechnet, indeß hatte er sich flüchten können, freilich um bald darauf einigen mörderischen Gallas in die Hände zu fallen, die ihm in grausamer Weise die Zunge aus demMunde schnitten und ihn dann seinem Schicksal überließen. Unter unsäglichen Entbehrungen lebte der Unglückliche mehr als drei Jahre in den afrikanischen Wäldern, wo er schwer erkrankte und das Gehör verlor. Endlich gelang es ihm. die Meeresküste zu erreichen und auf einem kleinen italienifchen Handelsschiff in die Heimath zurückzukehren. Vor einem Restaurant zu Athen saßen dieser Tage bei einer Tasse Kaffee der frühere Marineminister Boudouris und ein gewisser Leontios. ein ehemaliger Beamter im Ministerium. Da naht der Oberleutnant und Polizeipräfekt Kephisias Tyligadis, der den Herren einen guten Morgen wünschte. Aber nur Boudouris antwortete, während der Andere, der mit dem Polizeipräfekten verschiedene Differenzen gehabt hatte, den Gruß nicht beachtete. Darüber erzürnt, kehrte der Präfekt in seine Wohnung zurück, um seinen Säbel zu holen. Dann ging er mit der Waffe auf den Beleidiger los und versetzte ihm mehrere Hiebe. Leontios wehrte sich mit seinem Stock. Schließlich faßten die beiden Gegner einander um den Leib, und beim Ringen fielen sie zwischen die Räder der vor dem Restaurant haltenden Wagen, deren Kutscher von ihrem Bock herab die Entwickelung der Dinge verfolgten. Niemand von ihnen oder den umstehenden Soldaten und Schutzleuten wagte einzugreifen. Endlich gelang es dem Leontios. den Kopj seines Gegners zwischen ein Wagenrao zu drücken und mit der freigewordenen Rechten einen Revolver hervorzuziehen. Ein Schuß krachte, und mit dem Zuruf an die Umstehenden: Giebt tl denn keinen beherzten Mann unter Euch." verschied der tödtlich getroffene Präfekt. Nun endlich nahmen die Schutzleute Leontios fest, der durch d:e Säbelhiebe am Kopf und an den Händen schwer verwundet worden war.
Vom Jnlande. Die Zahl weiblicherArbeiter in Massachusetts steigt nach dem Berichte des dortigen staatlichen Bureau für Arbeitsstatistik fortwährend. So belief sich im Jahre 1900 dort die Zahl der männlichen Arbeiter auf 879,458 Personen oder 72.77 Prozent, während die Zahl der weiblichen Arbeiter auf 329.033 Personen oder 27.33 Prozent angewachsen war, dagegen geht z. B. im Staate New Dort die Zahl weiblicher Arbeiter zurück. Ueber ein roth häutiges Pumpgenie wird aus Sioux Falls, S. D., berichtet: Von vier Indianern, die bei dem kürzlichen Termin des Kreisgerichts in Buffalo County Scheidungen erhielten, hat sich einer wieder verheirathet und einer ist gestorben. Der Neuvermählte heißt Day und seine junge Frau Red Belle. Die Rothhau! ist ein wahres Pumgenie. Es gelang ihm, den Heirathsschein von dem Gerichtsclerk auf Credit zu erhalten, indem er ihm versprach, ihm den Dollar zu entrichten, sobald die Regierung die nächste Zahlung macht. Unser Gesammthandel mit unseren Colonien belief sich für das jetzt beendete Fiskaljahr auf 100.000,000, wovon 40,000.000 auf die Exporte und 60.000.000 auf die Importe kommen. Wir kaufen von Hawaii doppelt so viel als von den Philippinen. Alaska oder Porto Rico. Was das Verkaufen anbetrifft, so ist Porto Rico unser bester Kunde, dann kommt Hawaii, dann Alaska und zu guterletzt oder besser gesagt, schlechterletzt, die Philippinen, welche nur Waaren im Werthe von 3.500.000 kauften, ein gewaltig schlechtes Resultat in Anbetracht der Kosten, die uns gerade diese Inseln gemacht haben. Drei Zunge Paare auZ Vrooklyn haben sich in Folge einer Anzeige der Besitzer von Luna Park in Coney Island bereit erklärt, sich für eineVergütung von je $100 im Löwenkäfig von Hagenbeck's bekannter Menagerie trauen zu lassen. Ende August sollen die Trauungen vor sich gehen, aber die Sache hat noch einen Haken. Es hat sich nämlich bis jetzt noch kein Geistlicher finden lassen, der es ebenfalls riskiren will, den Löwenkäfig zu betreten, oder auch nur davor seines llmtes zu walten, aus. Furcht, daß das verhängnißvolle Ja" durch einen noch oerhängnißvollem Tatzenhieb einem der wagemuthigen Ehelustigen in der Kehle stecken bleiben könnte. Durch eine heldenmüthige That hat sich ein Mädchen aus Lrooklyn, ausgezeichnet. C. Brandt, George Taylor und I. H. French, drei wohlhabende Bürger von Bridgeport, Conn.. die während des Sommers mit ihren Familien in Walnut Beach wohnen, machten im Sund eine Segelpartie. Etwa zwei Meilen vom Ufer entfernt, schlug ihr Boot um und alle drei wären ertrunken, wenn ihnen nicht Fräulein Mattie Miller von Brooklyn in einem , Ruderboote zu Hilfe gekommen wäre. Frl. Miller half den Dreien in ihr Boot und brachte sie trotz des starken Seegangs an's Ufer, wo die muthige Retterin von den Sommergästen mit Hurrah empfangen wurde. In unnöthige Aufregung versetzt wurde dieser Tage das Städtchen Humboldt, Neb., durch den Streich eines 13jährigen Jungen, Uhri mit Namen. Derselbe verschwand spurlos aus dem väterlichen Hause, und das halbe County wurde durchsucht, in allen Flüssen nachgeforscht, vergebens. Beinahe eine Woche dauerte die Suche, an der sich etwa 200 Personen betheiligten. Plötzlich fand man den Burschen auf der Farm eines 'Nachbarn,' keine zwei Meilen von Uhri's Farm. Hier hatte sich der Junge verdungen, um Getreide in Hauscn zu stellen. Er war von Hause weggelaufen, weil er nicht in eine Schaustellung" hatte gehen dürfen, die in Humboldt Vorstellungen gab; darumging er nach Du Bois, wo die Show" ebenfalls war, und kehrte von da nach der Farm des Nachbarn zurück, wo er arbeitete. Der Letztere ist ein neuer Ankömmling in der Gegend und kannte den Jungen nicht, auch hatte er nichts von der Su-
che nach dem Verschwundenen gehört. In Annapolis ließdieser Tage die Bundesregierung eine hohe Bretter - Umzäunung um das von Frau Kate C. Kealy bewohnte Haus errichten. Das Haus der Frau Kealy befindet sich auf einem Streifen Land, welchen die Regierung für die Vergroßerung des Flottenbauhofes benöthizte. Alle anderen Eigenthümer haben ihr Elgenthum an Uncle Sam verkauft, die Häuser wurden abgerissen und die Straßen nivellirt, so daß mit sen Neubauten begonnen werden konnte; nur Frau Kealy war nicht zu bewegen, aus ihrem Hause zu gehen. Der Grund der Frau, sich ihr Haus Nicht nehmen zu lassen, ist darin zu suchen, daß die Regierunq das Geld für das Haus an die Erben des verstorbenen Gatten der Frau vertheilte und ihr nur ein Wittwenantheil verblieben ist, für welche Summe sie kein Heim erlangen kann. Sie behauptet, daß das Haus ihr lLigenthum tst, und sie will sich deshalb nicht verdrängen lassen. Sie verläßt das Haus niemals und läßt sich ihre Waaren bringen. Sie ist körperlich sehr stark und hat schon zwei Mal mehrere Arbeiter vertrieben, als dieselben den Versuch machten, in das Haus einzudringen.
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