Indiana Tribüne, Volume 26, Number 299, Indianapolis, Marion County, 10 August 1903 — Page 6
Indianer Tribünc, 10. August 190.
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Europäische Nachrichten. Frovinz Zr.Zttdenburg. Berlin. Die Akademie der Wissenschaften hielt ihre feierliche Schlußsitzung im alten Akademiegebäude Unter den Linden ab. Die Sitzung galt dem Andenken des Begründers der Akademie, Leibniz. Das Akademiegebäude ttird abgerissen. Der Chefredakteur der Staatsbürgerzeitung", Dr. Otto Bachler. ist im 58. Lebensjähre gestorben. Bachler, ursprünglich Arzt, war seit 1875 bei der Staatsb. Ztg." thätig. Hauptmann a. D. und Standesb?a-mter Ferdinand Behm hier feierte seine goldene Hochzeit. In einem Magdeburger Hotel hat sich der hiesige Ingenieur Zahn erschossen. Die Ursache des Selbstmordes soll im Verlust seines Vermögens infolge unalllcklicker Svekulationen zu suchen
sein. Man spricht von 300.000 Mark. Die in der Zeughausstraße befindliche Kunsttischlerel von Psafs. eme ver arökten Fabriken Deutschlands, wurde von einem gewaltigen Feuer heimgesucht. Der Dachstuhl und das fünfte Stockwerk brannten vollständig nieder. Einer unserer besten Volksschule männer. der Rektor August Engelien, ist 71 Jahre alt. nach längerem Leiden gestorben. Am 1. Avril d. 3. hatte er sein fünfzigjähriges Lehrerjubiläum gefeiert. Eines der wenigen noch übrig gebliebenen alten Thiergartenlokale, der Thiergartenhof an der (barlottenburaer Chaussee, wird mit dem Ende dieses Sommers in seiner knieten Gestalt zu bestehen aufhören. da es von einer auswärtigen Brauerei iaase'-Breslau) anaekauft worden in und vollständig umgestaltet werden soll. 3u einer unkenntlichen Masse zerschmettert wurde die 53 Jahre alte Ehefrau Marie des Sümeitei:meiuer3 Sieoler aus der Bellealliancestraße 85. die in einem Anfalle von Geistesgestörtbeit den Tod suchte. an einem An falle ihres alten Leidens stürzte sie sich aus ihrem im vierten Stock gelegenen Schlafzimmer auf den Hof hinab. Potsdam. Einen schweren unfall bat der Vrin, Wilhelm zu Wied bei einer Felddienstübung des Regiments der Gardes du orps erlitten. Der Prinz, der Oberleutnant und Rea rnentsadmtant M. hatte m der Aaye von Michendorf eine Meldung zu überbringen. Dabei gmg plötzlich lern Vferd durch, es rannte in einen Kiefernwald mit niedrigen Bäumen hinein und zwar mitten durch zwei dich! aneinander stehende Kiefern, deren Zweige den Prinzen vom Pferde rissen. Er blieb mit den Sporen tm Sattelzeug hängen und wurde durch das Dickicht geschleift, bis es gelang, das Thier aufzuhalten. Schwerverletzt und aus mehreren Wunden oluienv wurde der Prinz, dem das linke Bein ausaerenkt war. mittels Fuhrwerks nach seiner hiesigen Wohnung, Moltkestraße 3 gebracht, wo er sich in arztlicher Behandlung befindet. B r i n. Eme Erplo lons-Rata-strophe, bei der ein Mitglied der hiesigen freiwilligen Feuerwehr den Tod fand und eine andere Person schwer verletzt worden ist. ereignete sich hier. Der Kaufmann mil Boeder betreibt in dem ibm aeh'öriaen Sause. Werderstraße 49, Ecke der Rudowerstraße eine Colonialwaarenhandlung. Unter dem Laden befindet sich ein größerer, ziemlick dunkler Keller, der als Vorrathsräum für das Geschäft dient. Boecker beaab sich nach dem Keller hinunter, um Spiritus abzufüllen. Plötzlich erfolgte eine gewaltige Explosion, wodurch die Scheiben des Kellerfensters und des Ladens zertrümmert und die Kellertbur einaedruckt wurde, er Spiritus entzündete sich und ergoß sich zum Theil über die Kleidung Boeckerö. der. einer ??lammensäule alelchend, in den Laden hereinstürzte. Hier gelang s zwar dem anwesenden Verkäufer. mit Hilfe der im Laden weilenden Kunden die klammen zu ersticken, doch hatte der Kaufmann bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß er dem Kreis-Krankenhause zugeführt werden munte. Die inzwischen alarmirte freiwillige Feuerwehr war nach kurzer Zeit zur Stelle und der Feuermann, Gastwirth Vüschel.' beaab sich sofort mit mehreren Collegen in den Keller. Hier kam Puschel mit der Starkstromleitung der elektrischen Anlage in Berührung und brach, wie vom Blitz gefällt, zusammen. Sein Tod trat auf der Stelle ein. W i t t st o ck i. Vrieanitz. Die 27 Jahre alte zweite Frau des hier wohnenden Aroeiters Behrendt mißhandelte dessen 4jährige Tochter aus erster Ehe m barbarischer Weise, ließ sie hungern und gänzlich verwahrlosen, so daß das Kind zum Skelett abmagerte urd einen fast blödsinniaen Eindruck machte. Als die Polizei sich in's Mittel legte und mit Hülfe eines Arztes eine unlerfuclzung vornaym, versuchte die ??rau aus Anast und Wutk das Mädchen sowohl wie ihren eigenen Lfahrigen Sohn zu erdrosseln, was ihr iedoch nicht aelana. Sie ertränkte hierauf beide Kinder in einer Badewanne, öffnete sich dann die Pulsädern und hängte sich auf. Als der Mann von der Arbeit nach Hause kam, fand er drei Leichen vor. Frovinz Sstprcutzcn. Königsberg. Der vor kurzem gestorbene General-Agent und Stadtverordnete L. Kluge hat seine reichen Sammlungen alter kunstgewerblicher (?genstände dem hiesigen kunstgewerbliehen Museum testamentarisch ver-
macht. Professor der hiesigen Universität Dr. H. Ritthausen feierte sein 50jähriges Doctorjubiläum. Albrechtswalde. Dem Besitzersohn Emil Treschanke wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. ü r st e n a u. Der 12jährige Sohn des Arbeiters Rudniö fiel in eine mit Wasser angefüllte tiefe Torfgrübe und ertrank. Groß - Friedrichsgraben I. Beim Baden ertrank im Friedrichsgraben der 12 Jahre alte Hütejunge Karl Romeike. N e u h o f. Die 20jährige Tochter des Besitzers Johann Fox wurde in einem Teiche todt aufgefunden. Sie litt an epileptischen Anfällen und ist beim Wäschespülen wahrscheinlich in's Wasser gestürzt. Ortelsbrg. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte der frühere Besitzer Gremm. Er ist 83, seine Ehefrau 78 Jahre alt; beide sind noch sehr rüstig. O st e r r o d e. Der hiesige Sängerbund feierte das Fest seines 25jährigen Bestehens und die Bannerweihe. Tapiau. In den städtischen Scheunen entstand ein Brand, der in kaum zwei Stunden zehn Scheunen
völlig in Asche legte. Der herrschende scharfe Wind begünstigte das Feuer außerordentlich, so bau an ein Löschen nicht zu denken war. Der größte Theil c " n r . r i oer cneunen in nur manig versichert, der Schaden ist bedeutend. Der muthmaßlichc Brandstifter wurde am Thatorte ergriffen und zum Polizeigefängniß abgeführt. Tilsit. Der 42 Tiahxt alte Kauf mann Gustav Jandt. der seit mehreren Jahren ein einträgliches ColomalWaaren- und Delikatessengeschaft betrieb, hat Selbstmord beaanaen. Die That dürfte auf ein nervöses Leiden zurückzuführen fein. W a l k e l m. Wahrend eines Gewitters schlug der Blitz in das Wohnaebaude des Besitzers Schröder. Dieses. sowie sämmtliche Wirthschaftsgerathe wurden em Raub der Flammen. 'F'rvinz Sommern. Stettin. Beim Baden in der Garnison-Schwimmanstalt wurde der 12 Jahre alte Schüler Carl Golz von einem Herzschlage betroffen und ertrank. A n k l a m. In der Peene ertrank der Nähnrich Konrad Abeaa vom 1. Pos. Feldart. - Regt. No. 20, zur Zeit an unserer Kriegsschule, beim Baden. Ein Herzschlaa hatte seinem iunaen Leden ein Ende gemacht. D e m m x n. Der älteste Mann unserer Stadt. Rentner Friedrich Schurich, ist im Alter von 98 Jahren geftorben. (r war 1805 :n Neukalen geboren und s. Zt. Schmiedemeister. D i e ck. Das Wohnhaus des Bauernhofsbesitzers Albert Horn brannte bis auf den Grund nieder. Greifswald. ?ln der Tt'äatx Badeanstalt an der Nordseite des Ryck vaoeten mehrere yalbwuchstgeBurschen. Der im 16. Lebensiabre siebende Maurerlehrling Franz Zornow bekam bei Schwimmübungen einen Wadenkrampf, wurde vom Schlage getroffen und ertrank. K o l b e r g. In Anwesenheit vieUz Ehrengäste, darunter eines Urenkels Gneisenau's, der Spitzen der Mi-liiär-und Civilbehörden, Abordnungen der Regimenter, die das Helmöand Kolberg 1807" tragen. Vereinen und Schulen fand die feierliche Enthüllung des Denkmals für Nettelbeck und Gneisenau statt. Bürgermeister Kümmert hielt die Festrede und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Ein Chorgesang beendete den Weiheakt. Am Denkmal wurden zahlreiche Kränze niedergelegt. Später fand ein Festmahl statt. L a n z. Feuer zerstörte das Anwesen der Wittwe Keipke nebst Wohnhaus sowie die Scheune des Eigenthümers Garber. Pafewalk. Sein 50jähriges Priesterjubiläum beging der Pfarrer unserer katholischen Gemeinde, geistlicher Rath und Erzpriester Wilhelm Krätzig. Von diesen 50 Jahren ist der greise Jubilar 47 in Pommern, und zwar 4 in Grünhof und 43 in Pasewalk, thätig gewesen. S t o l p. Der wegen fünffachen Mordes zum Tode verurtheilte Arbeiter Benthin wurde durch den Scharfrichter Schwietz aus Breslau hier hingerichtet. Benthin war geständig und zeigte Reue. Kürschnermeister H. Wiedenhöft Hierselbst, der seit längerer Zeit krank war, hat sich erhängt. Er hat den Selbstmord zweifellos in getsiiger Umnachtung begangen. Zuckers. Der beim Heueinfahren beschäftigte Arbeiter Wilhelm Stiewe fiel von einem Fuder Heu und brach das Genick, so daß er sogleich starb. rovittz ScHlcswig'Korstein. Schleswig. Der hiesige Vertreter der Gaardener Exportbrauerei, Chr. Petersen. ist auf einer Geschäftsfahrt infolge Scheuwerdens und Durchgehens des Pferdes beim Anprallen des Wagens an einen Baum aus dem Wagen gestürzt und dabei so schwer verletzt worden, daß er im hiesigen Krankenhause gestorben ist. A l t o n a. Ihr 25jähriges Jubiläum als Lehrerin feierte Fräulein Anna Hansen. Dieselbe war 16 Jahre an der 9. Mädchen - Volksschule unter dem Rector Fritz Möller thätig. 1894 wurde sie an die 11. Mädchen-Vo'lks-schule versetzt, an welcher sie in ungetrübter körperlicher und geistiger Frische ihres Amtes waltet.
Bus um. Die seit kurzer Zeit verheirathete Ehefrau des Müllers Iahn Hierselbst gerieth. während sie. da der Mann abwesend war. in der Mühle helfen wollte, in das Räderwerk und wurde gräßlich zerfleischt. E g g st a d i. Schmied Joh. Martens nebst Ehefrau feierte seine goldene Hochzeit. Gettorf. Feuer zerstörte das Anwesen des Gastwirths Siegfried Hansen. Kiel. Das hiesige Kriegsgericht verurtheilte Leutnant Putsch vom Kreuzer Victoria Louise" wegen Beleidigung Untergebener zu zweimonatlicher Gefängnißstrafe und Diensten!lassung. Dem Leutnant zur See Schantz vom Stäbe S. M. Linienschisf Wittelsbach" und dem MatrosenWeiß von der 2. Matrosen - Division wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. Lauenburg. Aus Anlaß seines Scheidens aus demJustizdlenste wurde dem Amtsgerichtsrath Ortmann der Rothe Adlerorden 2. Klasse verliehen. Süder - Gotteskoog. Der Sohn der Ziegeleibesitzerin Wittwe Christiansen nahm sich in einem An fall von Schwermuth das Leben. Seine Leiche wurde in einer Wasserkühle gefunden, in der sein Vater vor mehreren Jahren infolge eines Unglücksfalles ertrank. W o y e n s. Das Gehöft tes Landmanns Petersen in Veck brannte vollständig nieder. U e t e r s e n. Frau Wittwe Schulz erlitt durch Aufgießen von Petroleum in das Herdfeuer schwere Brandwunden und ist ihren entsetzlichen Qualen erleaen. H'rovinz Wcstprcitßen. D a n z i g. Dem Ober - Vaurath Koch, Mitglied der hiesigen EisenbahnDirection, ist das Commandeurkreuz des Ordens der Italienischen Krone verliehen worden. Dem Marineschiffbaumeister Presse von der Werft Hierselbst ist der Rothe Adlerorden vierter Klasse, den Marinewerkmeisiern Prohn und Lüddecke das Allgemeine Ehrenzeichen und dem Eisenbahnstationsassistcnten a. D. Albert Rosenkranz der Kronenorden 4. Klasse verliehen worden. D i r s ch a u. Der bei einem Brande schwer verletzte Redacteur Thormann ist an den Folgen der erlittenenBrandwunden gestorben. Dem Maschinen
putzer Johannes Schliwinski ist aus Anlaß der Vollendung einer 50jährigen Beschäftigung im Dienste der Staats - Elfenbahnverwaltung das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. G o l l u b. Der Regierungspräsidcnt hat demSchneidemüller Kulpinski hier eine Geldprämie von 25 Mark nebst einer Belobigung zugehen lassen, weil er vor Kurzem mit großer Lebensgefahr ein Kind seines ArbeitLgenossen Behlke vom Ertrinken in der Drewenz gerettet hat. Graudenz. Der 4 Jcchre alte ZzU Mai bei Arbeiterfrau Dutzek, Kirchenstraße 12 wohnhaft, spielte auf dem Bürgersteig in der Nähe des Ritter'schen Geschäftslocals. Plötzlich strauchelte er und fiel vom Bllrgersteig herunter auf das Geleise der Straßenbahn, wo er von einem Waggon überfahren und getödtet wurde. Klein-Lunau. Die Hofgebäude der Ewert'schen Besitzung sind niedergebrannt. Da das Feuer sich bei den mit Stroh gedeckten Gebäuden mit großer Schnelligkeit verbreitete, war ein Löschen nicht möglich. L a u t e n b u r g. Bei dem Besitzer v. d. Oelznitz brannten der an der Bahnhofstraße gelegene Speicher nebst darunter liegendem Pferdestall bis auf das Fundament sowie ein Theil des oberen Stockwerks des Wohnhauses nieder. Oberausmaß. Auf dem GeHöfte des Bühnenmeisters Neumann brach Feuer aus. Von dort sprang dasselbe auf das Gehöft der Gasthofbksitzerin Kneiding über und legte die massiven Gebäude in Asche. Bei der großen Hitze war an ein Löschen nicht zu denken, und das Feuer verbreitete sich auch auf ein drittes Gehöft. S cho n s e e. Als mehrere Leute bei dem Gutsbesitzer Cichocki in Zapluskowenz mit Häckselschneiden beschäftigt waren, zersprang das Schwungrad in mehrere Theile. Ein etwa 30 Pfund schweres Eisenstück flog dem Arbeiter Wladislaus Gorski an den Kopf und zertrümmerte ihm den Schädel. Der Tod trat auf der Stelle ein. Strasburg. Beim Baden im Drewenzfluß ertrank der 21jährige Sohn des Hausbesitzers Goncz. Er badete mit zwei anderen jungen Leuten an verbotener Stelle und wagte sich zu weit in den Fluß, ließ auch die Rufe seiner Genossen, welche zur Umkehr mahnten, unbeachtet und war plötzlich den Blicken der Anderen entschwunden. Die GenZssenschafts bäckerei in Rysson (Niederlande) verkaufte von einigen Tagen Brötchen, in deren Kruste die Worte: .Wählt ter Weel!" eingebacken waren. Ter Weel, der Rechnungsführer der- Genossenschaft, war Candidat für den Stadtrathsposten und suchte seine Candidatur durch eme gebackene Propaganda zu fördern... A T n a s s l n l r t. Tochter (deren Verehrer Botaniker ist): eute muß sich der Professor endlich erklären!Mutter: Da bringe aber sämmtliche Blumen aus- dem Zimmer, damit er durch nichts abgelenkt wird!"
!5otn ttatscr ffrievrta,. Die Leipziger N. N. erzählen als t.?ahrheitsgetreu eine hübsche Anekdote: Im Jahre 1881 kam Kaiser Friedrich U7.es Abends zu allgemeiner Uebel- ' aschung des anwesenden Personals :n .'ie 5iüchc und erklärte: Heute giebt i Kommißbrot und Käse zum Abendbrct." Als er die Verblüffung des Küchenchefs bemerkte, erklärte er mit behaglichem Lächeln: Ja, ein guter öausvater muß für alles sorgen, ich habe das Brot schon mitgebracht", und .um allgemeinen Erstaunen legte er c!n in Vapier eingewickeltes Kommißbrot aus dem Küchentisch. Der zu Grunde liegende Sachverhalt war folgender: Ter Kronprinz war Abends, von einem Besuch der Fortbildungsschule in der Rcichenbcrgerstraße. welche er bekanntlich besonders in sein Herz geschlossen hatte, heimkehrend, in der Adalbertstraße auf einen Soldaten gestoßen, Der ein Kommißbrot in der Hand hatte. Er redete den Soldaten an und fragte ihn, wohin er mit dem Brote wolle. Verkoofen". lautete die vromv-
e Antwort. Cut mein Sohn, was kostet det?" fraate wiederum ver in Civil gekleidete hohe err in echtem o: n , . . : -Minium;. oici vyuic. xci JlUU wurde vollzogen, jedoch nur unter der Bedingung, daß der Verkäufer das Brot in die Wohnung des Käufers trage. Man kann sich die Verblüffung oes braven Soldaten vorstellen, als immer meor Leute seinen Bealeiter ehrfurchtsvoll grüßten, je näher sie den binden kamen. Als sie sich aber dem Kronprinzlichen Palais näherten und nun gar der Wachtposten salutirte, dc.mn.erte dem Marsiunner die Ab nung auf, daß er es hier mit einem höheren Offizier in Civil zu thun habe, daß es der Kronprinz in leibhaftiger Person sei, ahnte er noch immer nicht; erst als ihn letzterer aufforderte, m das Palais hineinzugehen, und auf die mit den Worten: ..cee. da aek' ich nicht rin. da wohnt ja der Kronprinz." begründete Weigerung dem Verblüfften eröffnete, das sei er selber, wurde der Soldat so fassunaslos. dan er vor Schreck das Brot fallen ließ. Der Kronprinz rjob es aus und überreichte dem förmlich erstarrten Grenadier einen Thaler. Trotz des erzielten hohen Preises war dieser froh, als er das Palais hinter sich hatte, und lies in Eilschritten seiner Kaserne zu. Nngarisch ist nicht schwer. Ich befand mich in einer d?r leb haftestcii Straßen von Budapest und war erstaunt, sämmtliche irmenschil der und Ankündigungen nur in ungarischer Sprache zu sehen; nirgends war dur ein deutsches Wort auf fremde aus Oesterreich und dem Teutschen Reiche Nücksick)t genommen. Da haben eö die Franzosen in Deutschland doch besser. sie finden leicht das bekannte: On parlc francais". Mit diesem Gedan ken beschäftigt, wandte ich mich a einen Herrn, der sehr wenig magya. nsch aussah, und bat ihn, mir den nächsten Weg zum Museum zu zeigen. SpreckMie nicht ungarisch?" fraate er verwundert und auf meine Vcrnei nung ftlhr er auf: Weshalb nicht?" Als ich darauf bemerkte, die ungarische ry . t. f.: t.jt er.'. , pracye sei oocy zu scywlerig.meinle er: O, ungarisch ist gar nicht schwer. Sie müssen ungarisch lernen." Dabei zeigte er mit seinem Stocke aeaen den Eingang eines Restaurants, vor dein wir uns gerade befanden: auf der ei neu Seite der Glasthür stand: Vor", auf der andern Söre". Sehen Sie. Bor heißt Wein und Söre heißt Vier. DaZ ist doch nicht schwer?" Ich mußt? allerdings zugeben, dan diese Worte, namentlich für einen trinkfesten Deut, schon, nicht schwierig zu erlernen seien, daraufhin wurde mein Ungar liebcns. würdig und begleitete mich. Nach einigen Schritten blieb er wiederum bor einem Wirthshaus stehen, und um sich von meinen sprachlichen Fortschritten zu überzeugen, examinirte er mich mittelst der Fensterscheiben, auf denen abermals die beiden inhaltsschweren Worte Vor und Söre gemalt standen, die ich ihm auch zu seiner größten Zufriedenheit übersetzte, worauf er sein Sehen Sie. ungarisch ist gar nicht schwer" wi'derholte. Als wir beiden Peripatctiker weiter Fingen, sah ich enen großen Möbelladen und über den Schaufenstern stand in Riesenbuchstaben: Butor Kereskedes". Ich sagle mir. das w'rd jedenfalls Möbelhandlung" heiß und fragte meinen Beglciter: Nicht wahr, die Uebersetzung von Butor Kereskedes lautet MöbelHandlung!" In freudigem CsardasTempo erwiderte mein Magyar triumphirend: Richtig! Sehen Sie. ungarisch ist gar nicht schwer. Und nun gehen Sie darch diese Gasse, dann haben Sie das Museum. Leider fand ich das Mu,eum geschlossen, doch neben der Thür war eine Tafel mit ungari sehen Schriftzeichen; ich studirte diese nicht lange und übersetzte sehr rasch: Heute geschlossen." Sehen Sie, ungarisch ist gar nicht schwer." Die Mohammedaner tragen niemals Seide. Als das ursprüngliche Erzeugniß eines Wurms (einer Raupe), halten sie seidenes Gewebe für unrein. Wie die Belgradske Novine melden, beabsichtigt der in der Nacht vom 11. Juni schwer verwundete .Minister des Innern im serbisehen Kabinett Zinzar Markowitsch. Welimir Teodorowitsch. gegen seine Angreifer die Anklage wegen versuchten Mordes zu erbeben.
Einwanderung und öffentliche Gc sundheit. Von allen Seiten sucht man der Einwanderung, die wieder so bedeu:endc Dimensionen angenommen hat, etwas am Zeuge zu flicken. Jedenfalls :äßt sich kaum eine andere Erklärung für die von d:mEinwanderungs-Kom-missär der Bundesregierung, F. P. Sargent, aufgeworfene Frage finden, ob der zurZeit so außerordentlich starke Strom der Einwanderung möglicherweise die öffentliche Gesundheit des Landes gefährde. Denn daß man in Washington keinerlei feste Anhaltspunkte besitzt, auf die sich vielleicht gewisse Befürchtungen, die Einschlcppunz epidemischer Krankheiten durch Einwanderer betreffend, basiren ließen, scheint aus der sehr allgemein gehaltenen Fassung der Frage zur Genüge hervorzugehen, und wenn man solche hätte, wäre es ja ein Leichtes, die ncthwendigenSchutzmaßregeln zu treffen, zu welchen unsere scharfe gesetzliche Beaufsichtigung der an den dies seitigen Gestaden landenden Ankömm-
linge aus europäischen Ländern alle mögliche Gelegenheit bietet. Da trifft es sich nun gut. daß das städtische Gesundheitsamt von Chicago zufällig gerade in der Lage ist, die Frage des Einwanderungs - Kommissärs mit einem entschiedenen Nein beantworten ?.u können. Das wöchentliche Bulletin unserer Stadtbeh'örde, welches am vorigen Montag erschien, öerwcist auf die Thatsache, daß die Ver. Staaten in früheren Jahren eine verhältnißmäßig viel größere Zahl von Einwanderern in die Reihen ihrer Bevölkerung aufnahmen, als gegenwärtig, ohne daß der öffent.iche Gesundyeitszustand darunter zu leiden hatte. Am Stärksten war die Einwanderung in 1882, in welchem Jahre auf je 10000 der Bevölkerung. 156 Neuankömmling? auZ fremden Landern entfielen. Nach Jahren abnehmender und wieder zunehmender Einwanderung ist dieselbe jetzt wieder auf 100 Einwanderer zu je 10.000 Einwohnern gestiegen. Chicago hat von der Neueinwanderunz dieser Reihe von Jahren seinen vollen Antheil abbekommen und bildet auch jetzt noch ein Hauptziel der Europamüden, trotzdem ist unsere Sterblichkeitsrate von 23,6 im Jahre 1882 auf 14.53 pro Tausend der Bevölkerung im Jahre 1902 gesunken. Diese statistischen Ziffern, welche jedenfalls auf Genauigkeit ebensoviel Anspruch haben, wie irgend welche anderen, sprechen doch entschieden nicht dafür, daß die andauernde starke EinWanderung den allgemeinen Gesundheitszustanddes Landes verschlechtert, und ein besserer Maßstab zur Beurtheilung des Gegenstandes, als die Stadt Chicago mit ihrer aus aller Herren Länder zusammengewürfelten Millionenbcvölkerung. läßt sich wohl im ganzen Umkreise der Ber. Staaten nicht finden. Man mag vom Standpunkte der Nationalität über den veränderten Charakter der Einwanderung denken, was man will, aber leugnen läßt es sich jedenfalls nicht, daß die Einwandere? slavischen und romanischen Stammes, welche jetzt den vormals überwiegenden germanischen und skandinavischen Elementen gegenüber die Mehrzahl bilden, ebenfalls ein gesunder und kräftiger Menschenschlag sind, von welchem die eingeborene und früher eingewanderte Bevölkerung für ihre gesundheitlichen Zustände nichts zu befürchten hat. An schwere, mit körperlicherBewegung und Anstrengung verbundene Arbeit gewöhnt, sind dieselben nicht aus derHeimath gewandert, um sich hier dem Müßiggang zu ergeben, sondern um ihre Kräfte in besser lohnender Weise auszunützen. Ter Körper des schwer arbeitenden Menschen ist aber kein Sitz und keine Brutstätte von Krankheit und Epidemie, auch wenn die Vorschriften der modernen Hygiene oder Gesundheitslehre nicht immer streng befolgt werden und die Lebensgewohnheiten mitunter zu wünschen übrig lassen. Ergo, können wir dem Herrn Einwanderungs-Kommissär Sargent die beruhigende Versicherung geben, daß unserem Lande durch die Masse der Einwanderung keine Verseuchung droht, und zur Verhütung der Einschleppung von Krankheit und Pestilenz in Ein'elfällen ist er und sein B:amtenpersoi,al ja mit allen Waffen des Gesetzes ausgerüstet. Der Großherzoq von Mecklenburg-Schwerin wurde vom Kaiser a la suite" der Marineinfanterie gestellt. D i e Einfuhr von Diam a n t e n und anderen Edelsteinen in die Ver. Staaten betrug mehr als M,000.000 während des abgelaufenen Fiskaljahres. Der Werth der Diamanten in den Ver. Stauten wird auf Z500.000,000 geschätzt. Von diesem Betrage entfallt auf Bewohner und BeWohnerinnen von New Jork nahezu ein Drittel. Zur Ausbeutung der Diamantfelder in Deutsch Südwestafrika hat sich in Berlin ein Syndikat gebildet mit einem voll eingezeichneten Aktienkapital von 1,000, 000 Mark. Der Reisverbrauch in den Ver. Staaten stellt sich per Jahr aus kaum suns Pfund per Kopf der Bevölkerung. Im Ganzen werden annähernd 400,000,000 Pfund Reis jährlich produzirt.
